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Gendoping

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 1. Einleitung
Als erstes werde ich erklären, was Gendoping ist und wie es funktioniert. Danach werde ich
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eine Facharbeit über Gendoping mit Bezug zur Leichtathletik Note: 14 Punkte

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1. Einleitung Als erstes werde ich erklären, was Gendoping ist und wie es funktioniert. Danach werde ich etwas über die Nachweisbarkeit, Folgen und die Unterschiede zwischen Gendoping und einer somatischen Gentherapie schreiben, um dann auf die Wirkungsweisen und Folgen in der Leichtathletik einzugehen. Zum Schluss werde ich erklären, wie weit der Entwicklungsstand ist und wie die Zukunft des Gendopings aussehen wird. 2. Was ist Gendoping? Beim Gendoping zweckentfremdet man gentherapeutische Verfahren aus der Medizin zur Leistungssteigerung im Sport. 2003 wurde Gendoping im Sport verboten. Das Problem der Anti Doping Agenturen ist, dass das Hormon im Körper produziert wird und man deshalb nur schwer nachweisen kann, dass es nicht natürlichen Ursprungs ist. 3. Funktionsweise von Gendoping 3.1. Grundsätzliche Funktionsweise Beim Gendoping werden Zellen Genelemente übertragen oder biologische Substanzen angewendet, die die Genexpression verändern. Mit Gendoping ist meistens Gendoping im engeren Sinn (siehe 3.2) gemeint. 3.2. Gendoping im engeren Sinn und die Funktionsweise Gendoping im engeren Sinn basiert auf denselben Verfahren wie Gentherapien. In fast jeder Körperzelle befindet sich das Erbgut des Menschen (DNA). Hier enthalten Chromosomen spiralförmig und stark komprimiert alle Informationen für verschiedenste Körperfunktionen. Die DNA besitzt sehr viele Gene. Diese sind dann aktiv, wenn ihre Informationen abgelesen (,,exprimiert") werden und die Zelle aufgrund dieser Informationen ein spezifisches Protein herstellt, welches verschiedenste Körperfunktionen steuert, wie z.B. das Muskelwachstum oder die Hormonproduktion. Dabei...

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wird zuerst eine Kopie des entsprechenden Genabschnitts erstellt. Es entsteht das Produkt Boten- oder mRNA, dass in manchen Fällen auch noch verändert oder angepasst wird. 1 Im nächsten Schritt werden die Informationen übersetzt und die Zelle kann nun das spezifische Protein herstellen. Fehlen dem Körper diese Genabschnitte oder sind diese defekt, kommt es zu keiner oder zu einer Fehlbildung von Proteinen und somit zu einer genetisch bedingten Krankheit. Beim Gendoping werden die mühsam über Jahrzehnte erforschten Erkenntnisse der Wissenschaft übernommen und es wird versucht, sie zur illegalen Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeiten zu nutzen. Denn was kranken Menschen zum Heilen ihrer Krankheit hilft, könnten auch Athleten zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit nutzen, obwohl eine sportliche Leistung nicht nur aus einzelnen genetischen Faktoren, sondern auch aus komplexen Vorgängen im Körper, sowie Ehrgeiz und Training bestehen. Trotzdem wurden schon einige Gene gefunden, die eine potenzielle Steigerung versprechen und dem einen oder anderen Athleten die Möglichkeit geben würden, es endlich bis an die Spitze zu schaffen. Das therapeutische Gen muss in die spezielle Körperzelle eingeschleust werden, das heißt es muss durch die Membran zum Zellkern vordringen und dort das “alte" Gen austauschen. Dies kann entweder innerhalb des Körpers durch eine direkte Injektion geschehen oder außerhalb in einem Labor, wobei davor dem Körper Zellen entnommen wurden und im Labor die gewünschten Gene hinzugefügt werden. Danach werden sie vermehrt und wieder in den Körper eingebracht. Dieser Vorgang bereitet den Wissenschaftlern große Sorgen, denn keine der verschiedenen Möglichkeiten, auf chemische, physikalische oder biologische Art, kann die „neuen" Gene mit hoher Wahrscheinlichkeit am richtigen Ort verankern. Kommt das Gen zur falschen Zelle, hat das sehr schwerwiegende Folgen. Am sichersten sind zurzeit die Viralen Vektoren. Dabei werden Viren als Transportmittel benutzt, da sie Körperzellen infizieren können, um ihr normalerweise schädliches Erbgut zu übertragen. Doch zuvor wird der Vire dieses schädliche Erbgut entfernt und durch das gewünschte Gen ersetzt. Außerdem werden dem Virus im Labor vermehrungsunschädlich gemacht, um weitere Risiken zu vermeiden. Die Viren transportieren dann über die Blutbahn oder durch eine Injektion die Gene zur spezifischen Körperzelle. Trotzdem haben sie sich im Laufe der Jahre nicht etabliert, da sie keine hohe Sicherheit bieten. Denn die Schwierigkeit liegt darin, dass es für jede Therapie unterschiedlich gut geeignete Vektoren gibt und es schwer ist, das ideale Transportmittel zu finden. Gelingt das Verfahren jedoch, müsste dem Patienten ein fehlendes Protein nicht mehr durch Medikamente zugeführt werden (wie z. B. das Protein-Hormon Insulin bei Diabetes Typ 1), sondern das ,,neue Gen“ in der DNA der Körperzelle würde das Protein selber produzieren. Der Patient würde somit seine eigene Medizin herstellen. Das ist natürlich auch für einen Betrüger ein verlockendes Angebot, denn wenn es klappt, müsste er sich nicht 2 regelmäßig Doping besorgen, sondern müsste „nur“ einmal seine Gene austauschen und der Körper würde dann selber das Dopingmittel produzieren. 3.3. Gendoping im weiteren Sinn Beim Gendoping im weiteren Sinn werden die Gene pharmazeutisch beeinflusst. Durch diese (umstrittene) Erweiterung fallen schon bekannte Dopingmittel wie z.B. EPO unter diesen neuen Begriff, aber auch neuartige Pharmazeutika. Durch die Einnahme von starken Medikamenten können viele unterschiedliche Körperfunktion gehemmt, gesteigert oder blockiert werden, um dem Sportler einen Vorteil zu verschaffen. Auch hier werden moderne Behandlungsstrategien missbraucht, um die Genaktivität zu manipulieren. Durch das Medikament werden meist Proteine an dem gewünschten Teilabschnitt der DNA angelagert und somit die Genexpression verändert, gehemmt oder aktiviert. Die Transkription wird so verändert, dass der Sportler seine Leistung steigern kann. Beim Gendoping im weiteren sowie im engeren Sinn kommen alle Gene in Frage, die die sportliche Leistungsfähigkeit des Menschen steigern könnten. 4. Wie kann man Gendoping nachweisen? Gendoping im weiteren Sinne ist über den Nachweis der Fremdsubstanz, die dem Körper zugeführt wurde, möglich und oftmals auch sehr einfach. Gendoping im engeren Sinne ist über einen längeren Zeitraum anhand des Nachweises der von außen eingebrachten transgenen DNA in Blutproben prinzipiell nachweisbar. 5. Welche Nebenwirkungen, Folgen und Risiken hat Gendoping? Es lässt sich speziell beim Gendoping schwer vorhersagen, wie der Körper auf den Eingriff reagiert. Denn beim Doping entsteht ein ganz anderer Sachverhalt als bei den bereits durchgeführten medizinischen Studien. Die Medikamente sind für kranke Patienten und nicht für gesunde Menschen oder Athleten entwickelt und getestet worden. Aber trotzdem geben die Studien einen Einblick auf mögliche Risiken und Nebenwirkungen, die sich auch auf Sportler übertragen lassen können. Zunächst gibt es einige Probleme beim Gendoping im engeren Sinn. Hierbei wird versucht, Gene in den Zellen zu verankern. 3 Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Gene schon beim Transport durch die Vektoren, durch mangelnde Gewebespezifität zu den falschen Zellen gelangen. Dadurch könnte sich zum Beispiel nicht nur die Skelettmuskulatur beim Blockieren von Myostatin erweitern, sondern auch die Herzmuskulatur. Außerdem könnten auch durch nicht-verbreitungsunfähig gemachte Virale Vektoren Unbeteiligte ,,sich das wie einen Schnupfen holen“. Das hätte katastrophale Folgen, da diese dann mit denselben Nebenwirkungen rechnen und das Nachverfolgen des Ursprungs der angesteckten Athleten unmöglich wäre. Ein weiteres Risiko der Viralen Vektoren ist die mögliche Ausbreitung ihrer eigentlich krankmachenden Wirkung und somit die Verbreitung ihres Virus. Da der Transport der künstlichen Gene immer noch eines der größten Hindernisse der Gentherapie ist, wird weiter an anderen Möglichkeiten geforscht, wie z.B. die ,,nackte-DNA“ ohne Transportpartikel in die Zelle zu schleusen. Das hätte geringere Nebenwirkungen, jedoch auch eine geringere Wirkung. Doch scheint der Transport der Gene zur DNA der Zelle ein Problem zu sein, welches in der Zukunft höchstwahrscheinlich gelöst werden kann. Gelingt es Athleten trotzdem ihre Gene unbeschadet zu manipulieren, gibt es weitere Risiken. So kann eine gewollte Zunahme der roten Blutkörperchen das Thromboserisiko stark erhöhen. Im medizinischen Verfahren können die Viren vermehrungsunfähig gemacht werden, beim Gendoping könnte aber durch unprofessionelles Handeln und um Geld zu sparen, dieser Prozess nicht korrekt ausgeführt werden. So entstehen auch sehr häufig Krebs oder Tumore. Da die Genexpression einen sehr komplexen Prozess darstellt, können ziemlich leicht andere ungewollte Prozesse in Gang gesetzt werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gendoping bereits unter medizinisch professionellen Umständen eine Vielzahl von Nebenwirkungen hervorruft, die meistens mit dem Ausbrechen von lebensbedrohlichen Krankheiten enden. Denn der Gentransfer ist meistens nicht rückgängig zu machen und ruft so in den meisten Fällen langfristige Nebenwirkungen hervor. Das kann sowohl ein eindeutiger Vorteil der Therapie sein, der aber genauso einen Nachteil darstellt. Wird dieses Verfahren nun aber noch nicht einmal von ausgebildeten Ärzten oder Medizinern in hochmodernen Kliniken durchgeführt, sondern von dem Sportler selber oder von Kriminellen mit meist nur angelesenem Wissen, vervielfacht sich das ohnehin schon sehr hohe Nebenwirkungsrisiko. 4 6. Was ist der Unterschied zwischen Gendoping und einer somatischen Gentherapie? Als Gentherapie versteht man im Allgemeinen das Hinzufügen von Nukleinsäure in die Körperzellen eines Menschen. Das bedeutet, dass ein kaputtes Gen durch ein funktionierendes Gen ersetzt werden kann. Der weitere Teil bezieht sich nur auf die somatische Gentherapie, also nur die Körperzellen betreffend, die ihre Informationen nicht weitervererben. Es gibt verschiedene Ansätze, die für die Gentherapie in Frage kommen: Genkorrektur (bislang nur eine Theorie), Genersatz, Genaddition (ein Gen wird hinzugefügt, ohne das „,alte“ Gen zu ersetzen), Geninaktivierung und Genaktivierung. Es werden aber stets neue Therapien gegen viele verschieden Krankheiten entwickelt. Waren zu Beginn der 90er Jahre nur monogenetische Erbkrankheiten im Fokus, so hat man heute auch die Hoffnung schwere Erkrankungen (z.B. Krebs, AIDS oder Blutkreislaufstörungen) zu heilen. Das könnte auch einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Gendopings haben (s. Kap. 8.). Bei einer (somatischen) Gentherapie werden die neuen Genelemente also zur Heilung von Krankheiten genutzt, während sie beim Gendoping für leistungssteigernde Zwecke missbraucht werden. 7. Wirkungsweisen und Folgen in der Leichtathletik Bisher gab es in der Leichtathletik erst einen Gendoping-Verdachtsfall: 2004 hatte sich der, mittlerweile wegen Dopings bestrafte, Leichtathletik-Trainer Thomas Springstein in einer inzwischen beschlagnahmten E-Mail bei einem spanischen Dopingarzt erkundigt, wie er das Gendopingmittel Repoxygen beziehen könne. Dieses Mittel wurde bis dahin vor allem an Mäusen getestet und über die Folgen beim Menschen ist bis heute nicht viel bzw. gar nichts bekannt. Ob und wie Gendoping schon im Sport benutzt wird, kann niemand sagen. Einige Experten vermuten, dass schon bei den Olympischen Spielen von Peking im Jahr 2008 gengedopte Athleten an den Start gegangen sind, während andere Experten davon ausgehen, dass der Einbau neuer Gene zu leistungssteigernden Zwecken noch weit weg liegt. Nachgewiesen wurde Gendoping noch niemandem. Das ist aber auch nicht verwunderlich, da man bisher noch nicht darauf getestet werden konnte. Die ersten Nachweisverfahren sind zwar entwickelt, wann sie angewendet werden können, ist allerdings noch unklar. 5

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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1. Einleitung Als erstes werde ich erklären, was Gendoping ist und wie es funktioniert. Danach werde ich etwas über die Nachweisbarkeit, Folgen und die Unterschiede zwischen Gendoping und einer somatischen Gentherapie schreiben, um dann auf die Wirkungsweisen und Folgen in der Leichtathletik einzugehen. Zum Schluss werde ich erklären, wie weit der Entwicklungsstand ist und wie die Zukunft des Gendopings aussehen wird. 2. Was ist Gendoping? Beim Gendoping zweckentfremdet man gentherapeutische Verfahren aus der Medizin zur Leistungssteigerung im Sport. 2003 wurde Gendoping im Sport verboten. Das Problem der Anti Doping Agenturen ist, dass das Hormon im Körper produziert wird und man deshalb nur schwer nachweisen kann, dass es nicht natürlichen Ursprungs ist. 3. Funktionsweise von Gendoping 3.1. Grundsätzliche Funktionsweise Beim Gendoping werden Zellen Genelemente übertragen oder biologische Substanzen angewendet, die die Genexpression verändern. Mit Gendoping ist meistens Gendoping im engeren Sinn (siehe 3.2) gemeint. 3.2. Gendoping im engeren Sinn und die Funktionsweise Gendoping im engeren Sinn basiert auf denselben Verfahren wie Gentherapien. In fast jeder Körperzelle befindet sich das Erbgut des Menschen (DNA). Hier enthalten Chromosomen spiralförmig und stark komprimiert alle Informationen für verschiedenste Körperfunktionen. Die DNA besitzt sehr viele Gene. Diese sind dann aktiv, wenn ihre Informationen abgelesen (,,exprimiert") werden und die Zelle aufgrund dieser Informationen ein spezifisches Protein herstellt, welches verschiedenste Körperfunktionen steuert, wie z.B. das Muskelwachstum oder die Hormonproduktion. Dabei...

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Trotzdem wurden schon einige Gene gefunden, die eine potenzielle Steigerung versprechen und dem einen oder anderen Athleten die Möglichkeit geben würden, es endlich bis an die Spitze zu schaffen. Das therapeutische Gen muss in die spezielle Körperzelle eingeschleust werden, das heißt es muss durch die Membran zum Zellkern vordringen und dort das “alte" Gen austauschen. Dies kann entweder innerhalb des Körpers durch eine direkte Injektion geschehen oder außerhalb in einem Labor, wobei davor dem Körper Zellen entnommen wurden und im Labor die gewünschten Gene hinzugefügt werden. Danach werden sie vermehrt und wieder in den Körper eingebracht. Dieser Vorgang bereitet den Wissenschaftlern große Sorgen, denn keine der verschiedenen Möglichkeiten, auf chemische, physikalische oder biologische Art, kann die „neuen" Gene mit hoher Wahrscheinlichkeit am richtigen Ort verankern. Kommt das Gen zur falschen Zelle, hat das sehr schwerwiegende Folgen. Am sichersten sind zurzeit die Viralen Vektoren. Dabei werden Viren als Transportmittel benutzt, da sie Körperzellen infizieren können, um ihr normalerweise schädliches Erbgut zu übertragen. Doch zuvor wird der Vire dieses schädliche Erbgut entfernt und durch das gewünschte Gen ersetzt. Außerdem werden dem Virus im Labor vermehrungsunschädlich gemacht, um weitere Risiken zu vermeiden. Die Viren transportieren dann über die Blutbahn oder durch eine Injektion die Gene zur spezifischen Körperzelle. Trotzdem haben sie sich im Laufe der Jahre nicht etabliert, da sie keine hohe Sicherheit bieten. Denn die Schwierigkeit liegt darin, dass es für jede Therapie unterschiedlich gut geeignete Vektoren gibt und es schwer ist, das ideale Transportmittel zu finden. Gelingt das Verfahren jedoch, müsste dem Patienten ein fehlendes Protein nicht mehr durch Medikamente zugeführt werden (wie z. B. das Protein-Hormon Insulin bei Diabetes Typ 1), sondern das ,,neue Gen“ in der DNA der Körperzelle würde das Protein selber produzieren. Der Patient würde somit seine eigene Medizin herstellen. Das ist natürlich auch für einen Betrüger ein verlockendes Angebot, denn wenn es klappt, müsste er sich nicht 2 regelmäßig Doping besorgen, sondern müsste „nur“ einmal seine Gene austauschen und der Körper würde dann selber das Dopingmittel produzieren. 3.3. Gendoping im weiteren Sinn Beim Gendoping im weiteren Sinn werden die Gene pharmazeutisch beeinflusst. Durch diese (umstrittene) Erweiterung fallen schon bekannte Dopingmittel wie z.B. EPO unter diesen neuen Begriff, aber auch neuartige Pharmazeutika. Durch die Einnahme von starken Medikamenten können viele unterschiedliche Körperfunktion gehemmt, gesteigert oder blockiert werden, um dem Sportler einen Vorteil zu verschaffen. Auch hier werden moderne Behandlungsstrategien missbraucht, um die Genaktivität zu manipulieren. Durch das Medikament werden meist Proteine an dem gewünschten Teilabschnitt der DNA angelagert und somit die Genexpression verändert, gehemmt oder aktiviert. Die Transkription wird so verändert, dass der Sportler seine Leistung steigern kann. Beim Gendoping im weiteren sowie im engeren Sinn kommen alle Gene in Frage, die die sportliche Leistungsfähigkeit des Menschen steigern könnten. 4. Wie kann man Gendoping nachweisen? Gendoping im weiteren Sinne ist über den Nachweis der Fremdsubstanz, die dem Körper zugeführt wurde, möglich und oftmals auch sehr einfach. Gendoping im engeren Sinne ist über einen längeren Zeitraum anhand des Nachweises der von außen eingebrachten transgenen DNA in Blutproben prinzipiell nachweisbar. 5. Welche Nebenwirkungen, Folgen und Risiken hat Gendoping? Es lässt sich speziell beim Gendoping schwer vorhersagen, wie der Körper auf den Eingriff reagiert. Denn beim Doping entsteht ein ganz anderer Sachverhalt als bei den bereits durchgeführten medizinischen Studien. Die Medikamente sind für kranke Patienten und nicht für gesunde Menschen oder Athleten entwickelt und getestet worden. Aber trotzdem geben die Studien einen Einblick auf mögliche Risiken und Nebenwirkungen, die sich auch auf Sportler übertragen lassen können. Zunächst gibt es einige Probleme beim Gendoping im engeren Sinn. Hierbei wird versucht, Gene in den Zellen zu verankern. 3 Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Gene schon beim Transport durch die Vektoren, durch mangelnde Gewebespezifität zu den falschen Zellen gelangen. Dadurch könnte sich zum Beispiel nicht nur die Skelettmuskulatur beim Blockieren von Myostatin erweitern, sondern auch die Herzmuskulatur. Außerdem könnten auch durch nicht-verbreitungsunfähig gemachte Virale Vektoren Unbeteiligte ,,sich das wie einen Schnupfen holen“. Das hätte katastrophale Folgen, da diese dann mit denselben Nebenwirkungen rechnen und das Nachverfolgen des Ursprungs der angesteckten Athleten unmöglich wäre. Ein weiteres Risiko der Viralen Vektoren ist die mögliche Ausbreitung ihrer eigentlich krankmachenden Wirkung und somit die Verbreitung ihres Virus. Da der Transport der künstlichen Gene immer noch eines der größten Hindernisse der Gentherapie ist, wird weiter an anderen Möglichkeiten geforscht, wie z.B. die ,,nackte-DNA“ ohne Transportpartikel in die Zelle zu schleusen. Das hätte geringere Nebenwirkungen, jedoch auch eine geringere Wirkung. Doch scheint der Transport der Gene zur DNA der Zelle ein Problem zu sein, welches in der Zukunft höchstwahrscheinlich gelöst werden kann. Gelingt es Athleten trotzdem ihre Gene unbeschadet zu manipulieren, gibt es weitere Risiken. So kann eine gewollte Zunahme der roten Blutkörperchen das Thromboserisiko stark erhöhen. Im medizinischen Verfahren können die Viren vermehrungsunfähig gemacht werden, beim Gendoping könnte aber durch unprofessionelles Handeln und um Geld zu sparen, dieser Prozess nicht korrekt ausgeführt werden. So entstehen auch sehr häufig Krebs oder Tumore. Da die Genexpression einen sehr komplexen Prozess darstellt, können ziemlich leicht andere ungewollte Prozesse in Gang gesetzt werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gendoping bereits unter medizinisch professionellen Umständen eine Vielzahl von Nebenwirkungen hervorruft, die meistens mit dem Ausbrechen von lebensbedrohlichen Krankheiten enden. Denn der Gentransfer ist meistens nicht rückgängig zu machen und ruft so in den meisten Fällen langfristige Nebenwirkungen hervor. Das kann sowohl ein eindeutiger Vorteil der Therapie sein, der aber genauso einen Nachteil darstellt. Wird dieses Verfahren nun aber noch nicht einmal von ausgebildeten Ärzten oder Medizinern in hochmodernen Kliniken durchgeführt, sondern von dem Sportler selber oder von Kriminellen mit meist nur angelesenem Wissen, vervielfacht sich das ohnehin schon sehr hohe Nebenwirkungsrisiko. 4 6. Was ist der Unterschied zwischen Gendoping und einer somatischen Gentherapie? Als Gentherapie versteht man im Allgemeinen das Hinzufügen von Nukleinsäure in die Körperzellen eines Menschen. Das bedeutet, dass ein kaputtes Gen durch ein funktionierendes Gen ersetzt werden kann. Der weitere Teil bezieht sich nur auf die somatische Gentherapie, also nur die Körperzellen betreffend, die ihre Informationen nicht weitervererben. Es gibt verschiedene Ansätze, die für die Gentherapie in Frage kommen: Genkorrektur (bislang nur eine Theorie), Genersatz, Genaddition (ein Gen wird hinzugefügt, ohne das „,alte“ Gen zu ersetzen), Geninaktivierung und Genaktivierung. Es werden aber stets neue Therapien gegen viele verschieden Krankheiten entwickelt. Waren zu Beginn der 90er Jahre nur monogenetische Erbkrankheiten im Fokus, so hat man heute auch die Hoffnung schwere Erkrankungen (z.B. Krebs, AIDS oder Blutkreislaufstörungen) zu heilen. Das könnte auch einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Gendopings haben (s. Kap. 8.). Bei einer (somatischen) Gentherapie werden die neuen Genelemente also zur Heilung von Krankheiten genutzt, während sie beim Gendoping für leistungssteigernde Zwecke missbraucht werden. 7. Wirkungsweisen und Folgen in der Leichtathletik Bisher gab es in der Leichtathletik erst einen Gendoping-Verdachtsfall: 2004 hatte sich der, mittlerweile wegen Dopings bestrafte, Leichtathletik-Trainer Thomas Springstein in einer inzwischen beschlagnahmten E-Mail bei einem spanischen Dopingarzt erkundigt, wie er das Gendopingmittel Repoxygen beziehen könne. Dieses Mittel wurde bis dahin vor allem an Mäusen getestet und über die Folgen beim Menschen ist bis heute nicht viel bzw. gar nichts bekannt. Ob und wie Gendoping schon im Sport benutzt wird, kann niemand sagen. Einige Experten vermuten, dass schon bei den Olympischen Spielen von Peking im Jahr 2008 gengedopte Athleten an den Start gegangen sind, während andere Experten davon ausgehen, dass der Einbau neuer Gene zu leistungssteigernden Zwecken noch weit weg liegt. Nachgewiesen wurde Gendoping noch niemandem. Das ist aber auch nicht verwunderlich, da man bisher noch nicht darauf getestet werden konnte. Die ersten Nachweisverfahren sind zwar entwickelt, wann sie angewendet werden können, ist allerdings noch unklar. 5