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 Aufgabe 1: Leguane im White Sands Nationalpark
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1. Beschreiben Sie mithilfe von Material 1 Merkmale, die eine Ang

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Aufgabe 1: Leguane im White Sands Nationalpark Arbeitsaufträge Aufgabe 1: 1. Beschreiben Sie mithilfe von Material 1 Merkmale, die eine Angepasstheit von Reptilien an trockene Lebensräume kennzeichnen. (12 Punkte) 2. Erklären Sie unter Berücksichtigung von Material 2 die Verteilung der Farbvarianten der drei Leguan-Arten beider Standorte im White Sands Nationalpark. Geben Sie eine mögliche Erklärung, warum die jeweils seltenere Variante nicht vollständig verschwindet. Erläutern Sie, ob das Auftreten der Farbvarianten der drei Leguan-Arten auf Verwandtschaft oder auf Konvergenz beruht. (24 Punkte) 3. Erläutern Sie mögliche Ursachen für den unterschiedlichen Verwandtschaftsgrad der Individuen an den Standorten A bis E (Material 3). (15 Punkte) 4. Diskutieren Sie, welcher Artbildungsprozesse derzeit beim Zaunleguan ablaufen könnte. (15 Punkte) 2002 Dunkle Farbvariante des Taubleguans (Holbrookia macu- lata) Im White Sands Nationalpark in der nördlichen Chihuahua-Wüste (New Mexico) kommen der Streifenleguan (Aspidoscelis inornata), der Taubleguan (Holbrookia maculata) und der Zaunleguan (Sceloporus undulatus) jeweils in einer hellen und einer dunklen Farbvariante vor. Die Färbung beruht auf unterschiedlichen Allelen (Genvarianten), die den Stoffwechsel des Hautpigments Melanin beeinflussen. Namensgebend für den White Sands Nationalpark ist eine Dünenlandschaft aus weißem Gipsgestein, die von Buschland mit vielen niedrigen Sträuchern umgeben ist. Material 1: Angepasstheit der Reptilien an trockene Lebensräume Tiere geben nicht benötigte Stoffwechselprodukte durch Exkretion nach außen ab. Überschüssigen Stickstoff scheiden Säugetiere über die Nieren in Form von Harnstoff aus. Reptilien, Vögel und Insekten führen den Stickstoff als Harnsäure, Fische als Ammoniak ab. Bis auf...

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wenige Arten, die ihre Jungen lebend ge- bären, legen Reptilien nach einer inneren Befruchtung hartschalige Eier. Die Zehen sind bei vielen Reptilienarten stark verlängert. Die Farbe der schuppigen Haut (s. Abbildung) kann teilweise in Abhängigkeit von der Tageszeit verändert und somit mal etwas heller, mal etwas dunkler sein. Viele Reptilien können in eine Kälte- oder eine Hitzestarre fallen und so Temperaturen um den Gefrierpunkt oder bis zu 47 °C überleben. Wasser (ml) 500 50 1 Ammoniak Harnstoff Harnsäure Wasserbedarf für die Ausscheidung von 1g Stickstoff Hornschuppen Hornschicht Epidermis (Oberhaut) Dermis (Lederhaut) Bindegewebe Reptilienhaut im Querschnitt, schematisch Material 2: Häufigkeit der Farbvarianten Im White Sands Nationalpark wurde die Häufigkeit heller und dunkler Farbvarianten der drei Leguan-Arten Streifenleguan, Taubleguan und Zaunleguan in den unterschiedlichen Habitaten untersucht. Die Gipsdünen sind durch Erosion erst in den letzten ca. 6000 Jahren entstanden. Häufigkeit (%) 100 90 80 50 40 30 20 10 0 Streifenleguan San And Buschland hell gefärbte Tiere dunkel gefärbte Tiere Häufigkeitsverteilung hell und dunkel gefärbter Leguane puntains Düne Sacramento-Mountains M Häufigkeit (%) M 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Fangstellen (A-E) der Zaunleguane im White Sands Nationalpark Taubleguan Buschland Düne Material 3: Verwandtschaftsbeziehungen zwischen 13 Zaunleguan-Individuen An fünf Fangstellen (A-E, s. Karte unten links) wurden insgesamt 13 Zaunleguan-Individuen gefangen. Anhand von DNA-Analysen wurden die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Individuen untersucht. Ein aus den Ergebnissen abgeleiteter, möglicher Stammbaum ist unten rechts abgebildet. Die Bezeichnungen der Individuen ergibt sich aus dem Buchstaben des Standorts und einer laufenden Nummer. A1 B1 B2 A2 A3 B3 C1 Düne Häufigkeit (%) 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Zaunleguan Buschland C2 D1 Düne D2 E1 E2 E3 Buschland Bergzüge Aus den Untersuchungen abgeleiteter, möglicher Stammbaum der 13 gefangenen Zaunleguan-Individuen 3 Aufgabe 2: Artbildungsprozesse beim Grünen Laubsänger M1: Verbreitung des Grünen Laubsängers Der Grüne Laubsänger (Phylloscopus trochiloides) ist in mehreren Unterarten in Südschweden, Osteuropa, Zentralasien und China verbreitet. Die Unterarten unterscheiden sich nur geringfügig in der Färbung und sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Grüne Laubsänger sind an das Vorkommen von Wäldern gebunden, in den Steppen und Wüsten Zentralasiens kommen sie nicht vor. Auch das fast 4000 Meter hoch liegende Hochland von Tibet können diese Vögel weder bewohnen noch durchqueren. In Mittelsibirien überlappen die Verbreitungsgebiete von P. t. plumbeitarsus und P. t. viridanus. Dort kommt es nicht zu Hybridisierungen, obwohl die Tiere dieselben Habitate besiedeln. Während der wechselhaften Klimageschichte seit dem Quartär vor rund zwei Millionen Jahren veränderten sich die Lebensräume des Grünen Laubsängers. So verschob sich im Verlauf der Eiszeiten der bewaldete Bereich aus Sibirien allmählich nach Süden. Südlich des Himalajas, im heutigen Verbreitungsgebiet von P. t. trochiloides, überdauerte ein bewaldetes Resthabitat die Kältephasen. Außer klimatischen Faktoren veränderte auch der Mensch die Vegetation. In Nordchina, nordöstlich des heutigen Verbreitungsgebietes von P. t. obscuratus, wurde der Wald vermutlich in prähistorischer Zeit gerodet. TU P. t. nitidus P. t. viridanus AA PK P. t. ludowi KS keine Hybridisierung YK MN TL LN ST ehemals bewaldet P. t. obscuratus EM P. t. plumbeitarsus BK P. t. trochiloides pugl Verbreitungsgebiet der verschiedenen Unterarten des Grünen Laubsängers und Lage der verschiedenen Orte, an denen die Spektrogramme erfasst wurden. YK = Yekatarinenburg, TL = Teletsk, ST= Stolbi, BK = Baikal, Xn = Xining, EM = Emeishan, LN = Langtan, MN = Manali, KS = Kashmir, PK = Pakistan, AA = Ala Archa M2 Untersuchungen zum Gesang verschiedener Unterarten des Grünen Laubsängers Wie bei allen Singvögeln finden sich auch beim Grünen Laubsänger die Geschlechtspartner vorwiegend über den Gesang. Die charakteristischen Merkmale dieses Balzgesanges sind bei den Jungvögeln teilweise gene- tisch fixiert, teilweise lernen sie das Singen von den Eltern. An verschiedenen Orten im Verbrei- tungsgebiet des Grünen Laubsängers wurden während der Brutsaison die Gesänge der Männchen aufgezeich- net. Die Buchstabenkombinationen stehen für die Orte, an denen die entsprechenden Spektrogramme erstellt wurden. Die Achsen des nebenstehenden Di- agramms stehen jeweils für vonei- nander unabhängige Messgrößen der Komplexität des Vogelgesangs. M3 Stammesgeschichtliche Beziehungen der verschie- denen Populationen Die Basensequenz eines 1200 bp langen Abschnittes mitochondrialer DNA von Cytochrom b wurde bei 149 Individuen aus verschiedenen Populationen ermittelt. Auf der Basis dieser Daten wurde folgender vereinfachter Stammbaum erstellt. Die Buchstabenkombinationen stehen für die in M1 gezeigten Orte. Die Länge der schwarzen Dreiecke repräsentiert die Variation innerhalb einer Population. Zunahme der Komplexität - Frequenzbereich - Länge der einzelnen Abschnitte LN KS YK MN PK EM AA XN ST Zunahme der Komplexität - Art der verschiedenen Abschnitte - Anzahl verschiedener Abschnitte Kaukasus (TU) BK Westsibirien und Europa (YK, TL) Zentralasien bis Kaschmir (AA, PK, KS) Kaschmir bis Nepal (MN, LN) Zentralchina (XN) Ostsibirien (ST, BK) Arbeitsaufträge Aufgabe 2: 1. Fassen Sie die Ergebnisse der Untersuchungen in M2 und M3 zusammen. Erläutern Sie auf Basis sämtlicher Materialien, wie es vermutlich zur Entstehung der Unterarten des Grünen Laubsängers nach der Eiszeit kam. (30 Punkte) 2. Erklären Sie, warum P. t. viridanus und P. t. plumbeitarsus in Mittelsibirien nicht hybridisieren, obwohl sie dort das gleiche Habitat besiedeln. (18 Punkte) 3. Diskutieren Sie auf der Grundlage der verschiedenen Artdefinitionen, ob man P. t. viridanus und P. t. plumbeitarsus den Rang von eigenen Arten zuerkennen kann. (18 Punkte). Aufgabe 1: Leguane a) Inhaltliche Aspekte Der Prüfling nennt Folgendes 1. Beschreiben Sie mithilfe von Material 1 Merkmale, die eine Angepasstheit von Reptilien an trockene Lebensräume kennzeichnen. ● Wassersparen: Ausscheidung von Stickstoff in Form von Harnsäure → nur 1 ml Wasser pro 1g Stickstoff; ● Schutz vor Austrocknung: trockene Körperbedeckung aus Hornschuppen, innere Befruchtung, hartschalige Eier; Schutz vor Überhitzung: hellere Hautfarbe bei hohen Temp., Hitzestarre. ● ● ● 2. Erklären Sie unter Berücksichtigung von Material 2 die Verteilung der Farbvarianten 24 der drei Leguan-Arten beider Standorte im White Sands Nationalpark. Geben Sie eine mögliche Erklärung, warum die jeweils seltenere Variante nicht vollständig verschwindet. Erläutern Sie, ob das Auftreten der Farbvarianten der drei Leguan- Arten auf Verwandtschaft oder auf Konvergenz beruht. ● ● ● Sara Erklären: O Streifenleguan: Buschland (B) 10% hell (h): 90% dunkel (d), Düne (D) ca. 92% h: ca. 8% d; o Taubleguan: B ca. 1% h: 99% d, D ca. 89% h : 11% d; ✓ o Zaunleguan: B 100 % d, D ca. 40% h: 60% d; auf hellem Untergrund sind nur helle Ind., auf dunklem Untergrund nur dunkle getarnt; Tarnfarbe → Selektionsvorteilhöherer Fortpflanzungserfolg → Allelhäufigkeit der Pigmentgene verändert sich durch Selektionsdruck in Richtung der besseren Angepasstheit →D: Zunahme der Allele für Melaninmangel, B: negative Selektion der Allele für Melaninmangel. (Mögliche) Erklärung geben: O Rezessive Vererbung; Neumutationen; Zuwanderung; Häufigkeit von Allelen (je seltener, desto geringer der Selektionsdruck). J Erläutern: O Auf Merkmal Färbung wurde bei allen drei Arten unabhängig in dieselbe Richtung selektiert (Angepasstheit an Lebensraum Düne); Angepasstheit hat sich erst in den letzten ca. 6000 Jahren entwickelt, Artaufspaltung zwischen den drei Leguan-Arten muss schon viel früher stattgefunden haben → ökologische Konvergenz der drei Arten. 3. Erläutern Sie mögliche Ursachen für den unterschiedlichen Verwandtschaftsgrad der Individuen an den Standorten A bis E (Material 3). Punkte Erläutern: Ind. von Standort A teilw. näher mit Ind. von Standort B verwandt als untereinander: Standorte A und B auf den Gipsdünen, geogr. nicht von- einander isoliert → Fortpflanzungsgemeinschaft, Genfluss möglich, gemein- samer Genpool; 12 15 Davon erreicht ^^ 19 12 1 Ind. aus C, D, E jeweils mit Ind. des eigenen Standortes am nächsten verwandt; C1, C2 nächste Verwandte zu Ind. A1-3 und B1-3: Standort am Rand der Dünen →Genfluss möglich, aber in geringerem Umfang als zw. A und B; D zwar näher an B als an C, aber trotzdem mit C näher verwandt, da gleicher Lebensraum; Standort E geogr. isoliert: Berge bilden Barriere, vermutl. kein Genaustausch mehr mit den anderen Standorten (evtl. Gründerpopulationen). 4. Diskutieren Sie, welcher Artbildungsprozesse derzeit beim Zaunleguan ablaufen könnte. Beschreiben O Allopatrisch: räumliche Auftrennung der Ursprungspopulation, ausgelöst durch Änderung der Umwelt → keine Verpaarung zw. Mitgliedern der Teilpopulationen mehr → Auseinanderentwicklung bis zur Reproduktionsbarriere; ● ● ● 5. Erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium Summe b) Darstellungsleistung Anforderung: Der Prüfling... ● O ● sympatrisch: in gemeinsamem Lebensraum, Kombination aus disruptiver und sexueller Selektion; kann schneller als bei allopatrischer Artbildung zur kompletten Reproduktionsbarriere führen (Selektionsdruck gegen Hybridisierung). Diskutieren: Hoher Anteil allopatrischer Artbildung: kein Genfluss mehr zwischen Populationen, die durch Berge voneinander getrennt sind → Divergenz, evtl. beschleunigt durch Gründereffekt; aber auch sympatrische Artbildung möglich, falls Färbung zum Selektionsfaktor bei der Fortpflanzung wird. Führt seine Gedanken flüssig, stringent und klar aus. Strukturiert seine Darstellung sachgerecht Verwendet eine differenzierte und präzise Sprache Gestaltet seine Arbeit formal ansprechend Aufgabe 2: Grüner Laubsänger a) Inhaltliche Aspekte Der Prüfling nennt Folgendes 1. Fassen Sie die Ergebnisse der Untersuchungen in M2 und M3 zusammen. Erläutern Sie auf Basis sämtlicher Materialien, wie es vermutlich zur Entstehung der Unterarten des Grünen Laubsängers nach der Eiszeit kam. M2: Die geringste Komplexität des Vogelgesanges findet sich in Langtang (LN) bei der Unterart P.t. trochiloides. Die Komplexität des Vogelgesanges nimmt dann schrittweise in unterschiedlicher Weise zu: Die Art und Anzahl verschiedener Abschnitte des Gesanges wird über die Standorte EM, XN, St bis hin nach BK zunehmend komplexer. Der Frequenzbereich und die Länge 15 (2) 66 Punkte 9 Punkte 30 10 5.2 Davon erreicht Davon erreicht 22 2

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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wenige Arten, die ihre Jungen lebend ge- bären, legen Reptilien nach einer inneren Befruchtung hartschalige Eier. Die Zehen sind bei vielen Reptilienarten stark verlängert. Die Farbe der schuppigen Haut (s. Abbildung) kann teilweise in Abhängigkeit von der Tageszeit verändert und somit mal etwas heller, mal etwas dunkler sein. Viele Reptilien können in eine Kälte- oder eine Hitzestarre fallen und so Temperaturen um den Gefrierpunkt oder bis zu 47 °C überleben. Wasser (ml) 500 50 1 Ammoniak Harnstoff Harnsäure Wasserbedarf für die Ausscheidung von 1g Stickstoff Hornschuppen Hornschicht Epidermis (Oberhaut) Dermis (Lederhaut) Bindegewebe Reptilienhaut im Querschnitt, schematisch Material 2: Häufigkeit der Farbvarianten Im White Sands Nationalpark wurde die Häufigkeit heller und dunkler Farbvarianten der drei Leguan-Arten Streifenleguan, Taubleguan und Zaunleguan in den unterschiedlichen Habitaten untersucht. Die Gipsdünen sind durch Erosion erst in den letzten ca. 6000 Jahren entstanden. Häufigkeit (%) 100 90 80 50 40 30 20 10 0 Streifenleguan San And Buschland hell gefärbte Tiere dunkel gefärbte Tiere Häufigkeitsverteilung hell und dunkel gefärbter Leguane puntains Düne Sacramento-Mountains M Häufigkeit (%) M 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Fangstellen (A-E) der Zaunleguane im White Sands Nationalpark Taubleguan Buschland Düne Material 3: Verwandtschaftsbeziehungen zwischen 13 Zaunleguan-Individuen An fünf Fangstellen (A-E, s. Karte unten links) wurden insgesamt 13 Zaunleguan-Individuen gefangen. Anhand von DNA-Analysen wurden die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Individuen untersucht. Ein aus den Ergebnissen abgeleiteter, möglicher Stammbaum ist unten rechts abgebildet. Die Bezeichnungen der Individuen ergibt sich aus dem Buchstaben des Standorts und einer laufenden Nummer. A1 B1 B2 A2 A3 B3 C1 Düne Häufigkeit (%) 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Zaunleguan Buschland C2 D1 Düne D2 E1 E2 E3 Buschland Bergzüge Aus den Untersuchungen abgeleiteter, möglicher Stammbaum der 13 gefangenen Zaunleguan-Individuen 3 Aufgabe 2: Artbildungsprozesse beim Grünen Laubsänger M1: Verbreitung des Grünen Laubsängers Der Grüne Laubsänger (Phylloscopus trochiloides) ist in mehreren Unterarten in Südschweden, Osteuropa, Zentralasien und China verbreitet. Die Unterarten unterscheiden sich nur geringfügig in der Färbung und sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Grüne Laubsänger sind an das Vorkommen von Wäldern gebunden, in den Steppen und Wüsten Zentralasiens kommen sie nicht vor. Auch das fast 4000 Meter hoch liegende Hochland von Tibet können diese Vögel weder bewohnen noch durchqueren. In Mittelsibirien überlappen die Verbreitungsgebiete von P. t. plumbeitarsus und P. t. viridanus. Dort kommt es nicht zu Hybridisierungen, obwohl die Tiere dieselben Habitate besiedeln. Während der wechselhaften Klimageschichte seit dem Quartär vor rund zwei Millionen Jahren veränderten sich die Lebensräume des Grünen Laubsängers. So verschob sich im Verlauf der Eiszeiten der bewaldete Bereich aus Sibirien allmählich nach Süden. Südlich des Himalajas, im heutigen Verbreitungsgebiet von P. t. trochiloides, überdauerte ein bewaldetes Resthabitat die Kältephasen. Außer klimatischen Faktoren veränderte auch der Mensch die Vegetation. In Nordchina, nordöstlich des heutigen Verbreitungsgebietes von P. t. obscuratus, wurde der Wald vermutlich in prähistorischer Zeit gerodet. TU P. t. nitidus P. t. viridanus AA PK P. t. ludowi KS keine Hybridisierung YK MN TL LN ST ehemals bewaldet P. t. obscuratus EM P. t. plumbeitarsus BK P. t. trochiloides pugl Verbreitungsgebiet der verschiedenen Unterarten des Grünen Laubsängers und Lage der verschiedenen Orte, an denen die Spektrogramme erfasst wurden. YK = Yekatarinenburg, TL = Teletsk, ST= Stolbi, BK = Baikal, Xn = Xining, EM = Emeishan, LN = Langtan, MN = Manali, KS = Kashmir, PK = Pakistan, AA = Ala Archa M2 Untersuchungen zum Gesang verschiedener Unterarten des Grünen Laubsängers Wie bei allen Singvögeln finden sich auch beim Grünen Laubsänger die Geschlechtspartner vorwiegend über den Gesang. Die charakteristischen Merkmale dieses Balzgesanges sind bei den Jungvögeln teilweise gene- tisch fixiert, teilweise lernen sie das Singen von den Eltern. An verschiedenen Orten im Verbrei- tungsgebiet des Grünen Laubsängers wurden während der Brutsaison die Gesänge der Männchen aufgezeich- net. Die Buchstabenkombinationen stehen für die Orte, an denen die entsprechenden Spektrogramme erstellt wurden. Die Achsen des nebenstehenden Di- agramms stehen jeweils für vonei- nander unabhängige Messgrößen der Komplexität des Vogelgesangs. M3 Stammesgeschichtliche Beziehungen der verschie- denen Populationen Die Basensequenz eines 1200 bp langen Abschnittes mitochondrialer DNA von Cytochrom b wurde bei 149 Individuen aus verschiedenen Populationen ermittelt. Auf der Basis dieser Daten wurde folgender vereinfachter Stammbaum erstellt. Die Buchstabenkombinationen stehen für die in M1 gezeigten Orte. Die Länge der schwarzen Dreiecke repräsentiert die Variation innerhalb einer Population. Zunahme der Komplexität - Frequenzbereich - Länge der einzelnen Abschnitte LN KS YK MN PK EM AA XN ST Zunahme der Komplexität - Art der verschiedenen Abschnitte - Anzahl verschiedener Abschnitte Kaukasus (TU) BK Westsibirien und Europa (YK, TL) Zentralasien bis Kaschmir (AA, PK, KS) Kaschmir bis Nepal (MN, LN) Zentralchina (XN) Ostsibirien (ST, BK) Arbeitsaufträge Aufgabe 2: 1. Fassen Sie die Ergebnisse der Untersuchungen in M2 und M3 zusammen. Erläutern Sie auf Basis sämtlicher Materialien, wie es vermutlich zur Entstehung der Unterarten des Grünen Laubsängers nach der Eiszeit kam. (30 Punkte) 2. Erklären Sie, warum P. t. viridanus und P. t. plumbeitarsus in Mittelsibirien nicht hybridisieren, obwohl sie dort das gleiche Habitat besiedeln. (18 Punkte) 3. Diskutieren Sie auf der Grundlage der verschiedenen Artdefinitionen, ob man P. t. viridanus und P. t. plumbeitarsus den Rang von eigenen Arten zuerkennen kann. (18 Punkte). Aufgabe 1: Leguane a) Inhaltliche Aspekte Der Prüfling nennt Folgendes 1. Beschreiben Sie mithilfe von Material 1 Merkmale, die eine Angepasstheit von Reptilien an trockene Lebensräume kennzeichnen. ● Wassersparen: Ausscheidung von Stickstoff in Form von Harnsäure → nur 1 ml Wasser pro 1g Stickstoff; ● Schutz vor Austrocknung: trockene Körperbedeckung aus Hornschuppen, innere Befruchtung, hartschalige Eier; Schutz vor Überhitzung: hellere Hautfarbe bei hohen Temp., Hitzestarre. ● ● ● 2. Erklären Sie unter Berücksichtigung von Material 2 die Verteilung der Farbvarianten 24 der drei Leguan-Arten beider Standorte im White Sands Nationalpark. Geben Sie eine mögliche Erklärung, warum die jeweils seltenere Variante nicht vollständig verschwindet. Erläutern Sie, ob das Auftreten der Farbvarianten der drei Leguan- Arten auf Verwandtschaft oder auf Konvergenz beruht. ● ● ● Sara Erklären: O Streifenleguan: Buschland (B) 10% hell (h): 90% dunkel (d), Düne (D) ca. 92% h: ca. 8% d; o Taubleguan: B ca. 1% h: 99% d, D ca. 89% h : 11% d; ✓ o Zaunleguan: B 100 % d, D ca. 40% h: 60% d; auf hellem Untergrund sind nur helle Ind., auf dunklem Untergrund nur dunkle getarnt; Tarnfarbe → Selektionsvorteilhöherer Fortpflanzungserfolg → Allelhäufigkeit der Pigmentgene verändert sich durch Selektionsdruck in Richtung der besseren Angepasstheit →D: Zunahme der Allele für Melaninmangel, B: negative Selektion der Allele für Melaninmangel. (Mögliche) Erklärung geben: O Rezessive Vererbung; Neumutationen; Zuwanderung; Häufigkeit von Allelen (je seltener, desto geringer der Selektionsdruck). J Erläutern: O Auf Merkmal Färbung wurde bei allen drei Arten unabhängig in dieselbe Richtung selektiert (Angepasstheit an Lebensraum Düne); Angepasstheit hat sich erst in den letzten ca. 6000 Jahren entwickelt, Artaufspaltung zwischen den drei Leguan-Arten muss schon viel früher stattgefunden haben → ökologische Konvergenz der drei Arten. 3. Erläutern Sie mögliche Ursachen für den unterschiedlichen Verwandtschaftsgrad der Individuen an den Standorten A bis E (Material 3). Punkte Erläutern: Ind. von Standort A teilw. näher mit Ind. von Standort B verwandt als untereinander: Standorte A und B auf den Gipsdünen, geogr. nicht von- einander isoliert → Fortpflanzungsgemeinschaft, Genfluss möglich, gemein- samer Genpool; 12 15 Davon erreicht ^^ 19 12 1 Ind. aus C, D, E jeweils mit Ind. des eigenen Standortes am nächsten verwandt; C1, C2 nächste Verwandte zu Ind. A1-3 und B1-3: Standort am Rand der Dünen →Genfluss möglich, aber in geringerem Umfang als zw. A und B; D zwar näher an B als an C, aber trotzdem mit C näher verwandt, da gleicher Lebensraum; Standort E geogr. isoliert: Berge bilden Barriere, vermutl. kein Genaustausch mehr mit den anderen Standorten (evtl. Gründerpopulationen). 4. Diskutieren Sie, welcher Artbildungsprozesse derzeit beim Zaunleguan ablaufen könnte. Beschreiben O Allopatrisch: räumliche Auftrennung der Ursprungspopulation, ausgelöst durch Änderung der Umwelt → keine Verpaarung zw. Mitgliedern der Teilpopulationen mehr → Auseinanderentwicklung bis zur Reproduktionsbarriere; ● ● ● 5. Erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium Summe b) Darstellungsleistung Anforderung: Der Prüfling... ● O ● sympatrisch: in gemeinsamem Lebensraum, Kombination aus disruptiver und sexueller Selektion; kann schneller als bei allopatrischer Artbildung zur kompletten Reproduktionsbarriere führen (Selektionsdruck gegen Hybridisierung). Diskutieren: Hoher Anteil allopatrischer Artbildung: kein Genfluss mehr zwischen Populationen, die durch Berge voneinander getrennt sind → Divergenz, evtl. beschleunigt durch Gründereffekt; aber auch sympatrische Artbildung möglich, falls Färbung zum Selektionsfaktor bei der Fortpflanzung wird. Führt seine Gedanken flüssig, stringent und klar aus. Strukturiert seine Darstellung sachgerecht Verwendet eine differenzierte und präzise Sprache Gestaltet seine Arbeit formal ansprechend Aufgabe 2: Grüner Laubsänger a) Inhaltliche Aspekte Der Prüfling nennt Folgendes 1. Fassen Sie die Ergebnisse der Untersuchungen in M2 und M3 zusammen. Erläutern Sie auf Basis sämtlicher Materialien, wie es vermutlich zur Entstehung der Unterarten des Grünen Laubsängers nach der Eiszeit kam. M2: Die geringste Komplexität des Vogelgesanges findet sich in Langtang (LN) bei der Unterart P.t. trochiloides. Die Komplexität des Vogelgesanges nimmt dann schrittweise in unterschiedlicher Weise zu: Die Art und Anzahl verschiedener Abschnitte des Gesanges wird über die Standorte EM, XN, St bis hin nach BK zunehmend komplexer. Der Frequenzbereich und die Länge 15 (2) 66 Punkte 9 Punkte 30 10 5.2 Davon erreicht Davon erreicht 22 2