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Analyse Goebbels Sportpalastrede (vollständig)

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 Deutsch GK Q2: Goebbels Sportpalastrede
Analyse:
Die vorliegende Rede wurde von Joseph Goebbels, dem Reichspropagandaminister, sowie
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11/12/13

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Analyse der Rede Joseph Goebbels im Sportpalast Berlin

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Deutsch GK Q2: Goebbels Sportpalastrede Analyse: Die vorliegende Rede wurde von Joseph Goebbels, dem Reichspropagandaminister, sowie Gauleiter Berlins während der Zeit der Nationalsozialisten, geschrieben und im Berliner Sportpalast im Jahre 1943 von eben diesem gehalten. Sie wurde vor 15.000 ausgewählten Zuhörern, darunter hauptsächlich treue NSDAP-Anhänger, sowie Parteifunktionäre, vorgetragen und außerdem über den deutschen Rundfunk an das gesamte deutsche Volk übertragen, unter Anderem auch, um die Alliierten von dem Vertrauen der Deutschen in die Nationalsozialisten zu bezeugen. Sofia Pluch Es war die Regierungszeit Hitlers und der 2. Weltkrieg befand sich zwar in vollem Gange, doch es war bereits die Niederlage Deutschlands erkennbar. Die zahlreichen Bombenanschläge, brennenden Städte und zu guter letzt, die Kapitulation der deutschen Truppen in Stalingrad, setzten das NS-Regime unter Druck. Der für seine stimmungsvollen Reden bekannte deutsche Propagandaminister Goebbels will die Stimmung wieder drehen, um für weiteres Durchhaltevermögen und Stärke zu sorgen. Er wollte die Feinde einschüchtern, und durch die Euphorisierung der Masse zum "totalen Krieg" aufrufen. Die fast zweistündige Rede lässt sich dabei in verschiedene thematische Abschnitte einteilen. Zunächst leitet Goebbels seine Rede durch einen Rückgriff auf die Ereignisse an der Ostfront ein (Z.1-50). Er gedenkt dabei an die gefallenen (gescheiterten), deutschen Soldaten in Stalingrad (Vgl. Z.46-50) und lobt deren Tapferkeit und Durchhaltevermögen (Vgl. Z.32-38). Gleichzeitig warnt er auch vor der Invasion durch den Bolschewismus (Vgl. Z.38-42 "Stalingrad...

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war und ist der große Alarmruf des Schicksals an die deutsche Nation."). Danach, im zweiten gedanklichem Abschnitt der Rede, adressiert er die Anwesenden und betitelt sie als Repräsentanten der gesamten Nation (Vgl. Z. 91f.). Er nennt die Opfer/Verletzten der Ostfront namentlich, sowie zahlreich weitere Gruppierungen, wie zum Beispiel die Rüstungsarbeiter, die Parteiorganisatoren, die Wehrmacht, die Ärzte und andere Berufsgruppen, die Frauen und Jugendliche, sowie weitere Soldaten (Vgl. Z. 53-84). Daraufhin leitet er in seinem Hauptabschnitt 10 rhetorische Fragen ein, die durch das Publikum jubelnd beantwortet werden (Vgl. Z.92- 185). Er beginnt damit angebliche Aussagen der Engländer zu zitieren (Vgl. Z. 98-139) und sorgt letztendlich für eine allgemeine Kampfbereitschaft. Dies diente dazu, sein Hauptziel, den Aufruf zu einem "totalen Krieg" zu unterstützen. Im Schlussteil fasst er die Antworten des Publikums zusammen (Vgl. Z.186-201) und beendet seine Rede mit der Parole; “Nun, Volk, steh' auf und Sturm, brich los!” (Z.200f.). Goebbels Argumentation besteht hauptsächlich aus der Kontrastierung der Aussagen der Alliierten, gegenüber den Aussagen der Deutschen selbst. Er versucht dabei zum einen den Gegner abzuwerten, vor allem aber, wertet er seine Partei und im Zuge dessen besonders das deutsche Volk auf. Der argumentative Hauptteil besteht somit aus den 10 gestellten rhetorischen Fragen, in welchen er zunächst die Vorurteile der Alliierten (Engländer) kritisiert, um daraufhin die Deutschen selbst nach ihrer Einschätzung bezüglich ihrem Vertrauen in die Führung und weiteren Aspekten zu befragen. So fragt er sein Publikum unter anderem, ob sie tatsächlich Kriegsmüde seien und ob sie nicht an den Sieg glaubten, wie die Engländer es behaupten würden (Vgl. Z.98f. + Z.110f.). Nachdem diese, den Aussagen der Engländer widersprechen, fragt er sie, ob sie denn dann auch bereit seien, ihre gesamte Kraft im und für den Krieg einzusetzen und ob sie mit unerschütterlicher Moral hinter der Front stehen würden (Vgl. Z.149-158). Es geht vorallem darum, ein klares Feindbild zu schaffen und gleichzeitig eine eindeutige Einheit und Stärke dem deutschen Volk zuzuschreiben. Die Argumente selbst sind demnach eher simple und nicht gerade vielfältig, wie man es auch aus anderen Reden Goebbels kennt. Viel interessanter ist es sich dabei anzusehen, wie Goebbels diese Argumente präsentiert und den Zuschauern geradezu verkauft. Goebbels Rede besteht dabei fast nur aus rhetorischen Mitteln und Figuren, die den Zuhörer manipulieren und emotional aufnahmebereit machen sollen. Er nutzt dabei im Besonderen die Möglichkeit zur Manipulation der Massen aus. Zunächst einmal fällt es einem leicht, die Prinzipien von Auf- und Abwertung, die wir bereits in anderen Reden dieses Redners erkennen konnten, wieder zu erkennen. So lobt er zu Beginn die Soldaten aus Stalingrad und heroisiert sie, indem er sie als "heldenhafte Kämpfer" (Vgl. Z.19) bezeichnet. Das Herunterspielen des seit vier Jahren tobenden Krieges auf eine "simple Krise" wirkt dabei euphemistisch, wenn nicht sogar ironisch und die zahlreichen sinnlos verstorbenen Soldaten aus Stalingrad werden dabei durch das Wort "Front" neutralisiert und entpersonifiziert. Auf diesem Wege lenkt er die Bevölkerung von negativen Gefühlen, wie Wut und Trauer, gegenüber der Kriegsstrategie und damit der Regierung ab. Er will damit erreichen, dass die Zuhörer Kraft aus der "Haltung deutschen Soldatentums in dieser großen Zeit" (Vgl. Z. 29-31) schöpfen. In Zeile 43 bis 46 sagt er dazu auch, dass "ein Volk, dass die Stärke besitzt, ein solches Unglück zu ertragen und auch zu überwinden, ja, daraus noch zusätzlich Kraft zu schöpfen, [...] unbesiegbar [sei]". Das deutsche Volk wird dabei auch durch ein positives, superlativistisches Wortfeld hervorgehoben, indem Goebbels beispielsweise die “unerschütterliche Moral" (Vgl. 156) oder die "feste Willenskraft" (Vgl.13f.) der Deutschen herausstellt, oder von einer "Geschlossenheit" (Vgl. Z.13) und einer "Erkämpfung des Sieges" (Vgl. Z.105) spricht, wenn er über die Pläne bezüglich der zukünftigen Vorgehensweise spricht. Er erzeugt und stärkt dabei auch besonders das Wir-Bewusstsein der Zuhörerschaft und stellt sich mit ihnen auf eine Ebene, um sie besser emotional ansprechen zu können und Konformität und Volksnähe zu signalisieren. Goebbels spricht sein Publikum dabei mit "Volksgenossen" (Vgl. Z. 1), aber auch mit den Pronomen "wir" oder "uns alle" und adressiert sie dabei direkt, indem er Sätze wie "ich frage euch: seid ihr bereit" (Vgl. Z.11f.) verwendet. Goebbels stellt sie dabei als “Ausschnitt des ganzen deutschen Volkes" (Vgl. Z.52) dar und zählt alle möglichen Zuschauergruppierungen auf, um unter Beweis zu stellen, dass "eine stolze Vertretung unseres geistigen Lebens in all seinen Schichtungen" (Vgl. Z.76f.) vertreten sei und dass “kein, Stand, kein Beruf und kein Lebensjahr [...] bei der Einladung unberücksichtigt [geblieben sei]" (Vgl. Z.83f. ). Dies nutzt er im Folgenden, um eine legitime Basis für das Frage-Antwort-Prinzip zu haben, denn er stellt heraus, dass die Zuschauer für das Ausland und sonstige Außenstehende in diesem Moment die Nation repräsentieren würden und das sie somit als eine Art Sprachrohr für das gesamte deutsche Volk antworten könnten und sollten. Aus der zuvor herausgearbeiteten Not (Vgl. Z.40f. "Alarmruf des Schickssals") folgert er mit den Worten "total" und “radikal” (Vgl. Z.135) eine Notwendigkeit des Krieges und die Vorstellung eines anderen Ausweges wird so verworfen. Im Weiteren stellt er die Prinzipien und Einstellungen, die er von den Deutschen erwartet heraus und und hebt das Bildnis Hitlers als Retter in Not hervor. Dabei wird ein klares Feindbild herausgearbeitet, angefangen mit (dem Bolschewismus im Allgemeinen und) den Juden, welche nicht zu dieser deutschen Volksvereinigung eingeladen wurden (Vgl. 89), danach die Alliierten, dessen deutschlandkritischen "Behauptungen" wiedergegeben werden (Vgl. Z.89-139) und zuletzt die Missbilligung von Deserteuren (Vgl. Z.170ff.). Goebbels verwendet dabei eine Vielzahl von Anaphern (Vgl. Z.142f "Ich frage euch”, Z.98-139 "Die Engländer behaupten") um so Eindringlichkeit zu äußern und Aufmerksamkeit zu erlangen. Außerdem erfolgt daraus eine Art Appell zur Rache. Des Weiteren nutzt er Alliterationen (Vgl. Z.105 "dick und dünn") sowie die Beschimpfung von "Drückebergern und Schiebern" (Vgl. Z. 170ff., siehe auch “kleiner Kreis", "Frieden spielen wollen", "Not des Volkes ausnutzen..."), um so den einzelnen Zuhörer zu einer Art Bekenntnis zu zwingen, bei welcher er sich entscheiden muss, ob er sich zum Deutschen Reich und damit zum Führer bekennt, oder ob er in die Gruppe der schwächlichen Feinde eingeordnet werden möchte. Außerdem wird hier die Rolle des treuen Freundes oder des Kameraden im kämpferischen Sinne gezeichnet und somit die Verpflichtung eingebracht, sich niemals im Stich zu lassen. Er bringt dabei auch biblische Anspielungen durch das betiteln eines "heiligen Eides" (Vgl. Z. Z.155f.), sowie die permanente Wiederholung des Wortes/Wortfeldes "glauben". Die 10 gestellten Fragen haben dabei sicherlich auch manch einen an die zehn Gebote aus der Bibel erinnert. Goebbels nutzt hierbei die rhetorischen Fragen, um eine Art Einverständnis des repräsentierten gesamten Volkes zu erlangen (Vgl. Z.174 "seid ihr damit einverstanden") und erzeugt gleichzeitig insbesondere bei den anwesenden Zuhörern das Gefühl eines Entschlusses aus freiem Willen und eigener Überzeugung. So kann er seine Politik und die gefällten Entscheidungen legitimieren und die Stellungnahme des Volkes "in der Welt manifestier[en]" (Vgl. Z.188f.). Die Masse äußert dabei unbewusst geradezu blindes Vertrauen, nicht nur durch die verbal geäußerte Rede, sondern insbesondere durch die im Sportpalast erzeugte Stimmung und Atmosphäre. Durch die Vielzahl an aufspringenden, schreienden Zuhörern wird auch ein zunächst eher kritisch eingestimmter Zuhörer leichter mitgerissen und überzeugt. Als Fazit fasst Goebbels dabei die gemachten Aussagen zu einer "Parole (Vgl. Z.199) einem "Gebot der Stunde" (Vgl. Z.200) zusammen und lässt das Deutschlandlied erklingen. Dies bindet die Zuhörer noch einmal und lässt sie nach dieser langen Rede mit einem klaren Fazit und einem klaren Ziel vor Augen aus dem Saal gehen. Man kann also zusammenfassend sagen, dass eine Intention der Aufruf zum totalen Krieg ist. Er nutzt die Euphorisierung der Gleichgesinnten im Sportpalast als Brücke zum deutschen Volk und bemächtigt sich so des Vertrauens des Volkes. Außerdem ist es ein eindeutiges Zeichen gegenüber den Alliierten und sonstigen Regimefeinden, welche er Einzuschüchtern versuchte. Die Sportpalastrede lässt sich dabei eindeutig als 'Genus deliberativum' einordnen, da sie eine politische Propagandarede ist, die sich mit der Zukunft und zukünftigen Ereignissen beschäftigt. Es ist allerdings keine 'demokratische' Rede in dem Sinne, als dass die Zuhörer keine Vorschläge anbringen können und ihnen nur vorgegaukelt wird, dass sie Einfluss auf die tatsächlichen Entscheidungen der Partei und der Regierung nehmen könnten. Die Rede vermittelt dabei aber eher Züge einer Festrede, aufgrund der überschwänglichen Aufwertung des deutschen Volkes. Es wirkt fast schon, als wolle man einen noch nicht (und niemals) erreichten Sieg feiern. Ich denke, dass dies der Grund ist, weshalb die Rede so gut ankam und überzeugte. Niemand fühlte sich manipuliert oder von Propaganda eingenommen und die Rede wirkt dadurch eher appellativ, was den Zuhörern das Gefühl vermittelt, dass sie diejenigen mit der Macht und der Entscheidungskraft seien. Auf einer rhetorischen Ebene ist diese Rede also als äußerst wirkungsvoll und manipulativ zu bewerten und Goebbels inneren sowie äußeren rhetorischen Fähigkeiten und Überzeugungseinsätze sind absolut perfektioniert und schaffen es sogar die Psyche auf Massenebene zu beeinflussen. Goebbels hat dabei eindeutig verstanden, dass es nicht immer (insbesondere bei einem bestimmten Publikum) auf die eigentlichen Inhalte, sondern vielmehr auf die Vorstellungs- und Wirkungsweise ankommt. Die großen Banner im Sportpalast und die jubelnde Masse haben demnach mindesten genauso viel zur Überzeugung des Publikums beigetragen, wie die eigentlichen Aussagen und rhetorischen Mittel des Redners.

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Z.186-201) und beendet seine Rede mit der Parole; “Nun, Volk, steh' auf und Sturm, brich los!” (Z.200f.). Goebbels Argumentation besteht hauptsächlich aus der Kontrastierung der Aussagen der Alliierten, gegenüber den Aussagen der Deutschen selbst. Er versucht dabei zum einen den Gegner abzuwerten, vor allem aber, wertet er seine Partei und im Zuge dessen besonders das deutsche Volk auf. Der argumentative Hauptteil besteht somit aus den 10 gestellten rhetorischen Fragen, in welchen er zunächst die Vorurteile der Alliierten (Engländer) kritisiert, um daraufhin die Deutschen selbst nach ihrer Einschätzung bezüglich ihrem Vertrauen in die Führung und weiteren Aspekten zu befragen. So fragt er sein Publikum unter anderem, ob sie tatsächlich Kriegsmüde seien und ob sie nicht an den Sieg glaubten, wie die Engländer es behaupten würden (Vgl. Z.98f. + Z.110f.). Nachdem diese, den Aussagen der Engländer widersprechen, fragt er sie, ob sie denn dann auch bereit seien, ihre gesamte Kraft im und für den Krieg einzusetzen und ob sie mit unerschütterlicher Moral hinter der Front stehen würden (Vgl. Z.149-158). Es geht vorallem darum, ein klares Feindbild zu schaffen und gleichzeitig eine eindeutige Einheit und Stärke dem deutschen Volk zuzuschreiben. Die Argumente selbst sind demnach eher simple und nicht gerade vielfältig, wie man es auch aus anderen Reden Goebbels kennt. Viel interessanter ist es sich dabei anzusehen, wie Goebbels diese Argumente präsentiert und den Zuschauern geradezu verkauft. Goebbels Rede besteht dabei fast nur aus rhetorischen Mitteln und Figuren, die den Zuhörer manipulieren und emotional aufnahmebereit machen sollen. Er nutzt dabei im Besonderen die Möglichkeit zur Manipulation der Massen aus. Zunächst einmal fällt es einem leicht, die Prinzipien von Auf- und Abwertung, die wir bereits in anderen Reden dieses Redners erkennen konnten, wieder zu erkennen. So lobt er zu Beginn die Soldaten aus Stalingrad und heroisiert sie, indem er sie als "heldenhafte Kämpfer" (Vgl. Z.19) bezeichnet. Das Herunterspielen des seit vier Jahren tobenden Krieges auf eine "simple Krise" wirkt dabei euphemistisch, wenn nicht sogar ironisch und die zahlreichen sinnlos verstorbenen Soldaten aus Stalingrad werden dabei durch das Wort "Front" neutralisiert und entpersonifiziert. Auf diesem Wege lenkt er die Bevölkerung von negativen Gefühlen, wie Wut und Trauer, gegenüber der Kriegsstrategie und damit der Regierung ab. Er will damit erreichen, dass die Zuhörer Kraft aus der "Haltung deutschen Soldatentums in dieser großen Zeit" (Vgl. Z. 29-31) schöpfen. In Zeile 43 bis 46 sagt er dazu auch, dass "ein Volk, dass die Stärke besitzt, ein solches Unglück zu ertragen und auch zu überwinden, ja, daraus noch zusätzlich Kraft zu schöpfen, [...] unbesiegbar [sei]". Das deutsche Volk wird dabei auch durch ein positives, superlativistisches Wortfeld hervorgehoben, indem Goebbels beispielsweise die “unerschütterliche Moral" (Vgl. 156) oder die "feste Willenskraft" (Vgl.13f.) der Deutschen herausstellt, oder von einer "Geschlossenheit" (Vgl. Z.13) und einer "Erkämpfung des Sieges" (Vgl. Z.105) spricht, wenn er über die Pläne bezüglich der zukünftigen Vorgehensweise spricht. Er erzeugt und stärkt dabei auch besonders das Wir-Bewusstsein der Zuhörerschaft und stellt sich mit ihnen auf eine Ebene, um sie besser emotional ansprechen zu können und Konformität und Volksnähe zu signalisieren. Goebbels spricht sein Publikum dabei mit "Volksgenossen" (Vgl. Z. 1), aber auch mit den Pronomen "wir" oder "uns alle" und adressiert sie dabei direkt, indem er Sätze wie "ich frage euch: seid ihr bereit" (Vgl. Z.11f.) verwendet. Goebbels stellt sie dabei als “Ausschnitt des ganzen deutschen Volkes" (Vgl. Z.52) dar und zählt alle möglichen Zuschauergruppierungen auf, um unter Beweis zu stellen, dass "eine stolze Vertretung unseres geistigen Lebens in all seinen Schichtungen" (Vgl. Z.76f.) vertreten sei und dass “kein, Stand, kein Beruf und kein Lebensjahr [...] bei der Einladung unberücksichtigt [geblieben sei]" (Vgl. Z.83f. ). Dies nutzt er im Folgenden, um eine legitime Basis für das Frage-Antwort-Prinzip zu haben, denn er stellt heraus, dass die Zuschauer für das Ausland und sonstige Außenstehende in diesem Moment die Nation repräsentieren würden und das sie somit als eine Art Sprachrohr für das gesamte deutsche Volk antworten könnten und sollten. Aus der zuvor herausgearbeiteten Not (Vgl. Z.40f. "Alarmruf des Schickssals") folgert er mit den Worten "total" und “radikal” (Vgl. Z.135) eine Notwendigkeit des Krieges und die Vorstellung eines anderen Ausweges wird so verworfen. Im Weiteren stellt er die Prinzipien und Einstellungen, die er von den Deutschen erwartet heraus und und hebt das Bildnis Hitlers als Retter in Not hervor. Dabei wird ein klares Feindbild herausgearbeitet, angefangen mit (dem Bolschewismus im Allgemeinen und) den Juden, welche nicht zu dieser deutschen Volksvereinigung eingeladen wurden (Vgl. 89), danach die Alliierten, dessen deutschlandkritischen "Behauptungen" wiedergegeben werden (Vgl. Z.89-139) und zuletzt die Missbilligung von Deserteuren (Vgl. Z.170ff.). Goebbels verwendet dabei eine Vielzahl von Anaphern (Vgl. Z.142f "Ich frage euch”, Z.98-139 "Die Engländer behaupten") um so Eindringlichkeit zu äußern und Aufmerksamkeit zu erlangen. Außerdem erfolgt daraus eine Art Appell zur Rache. Des Weiteren nutzt er Alliterationen (Vgl. Z.105 "dick und dünn") sowie die Beschimpfung von "Drückebergern und Schiebern" (Vgl. Z. 170ff., siehe auch “kleiner Kreis", "Frieden spielen wollen", "Not des Volkes ausnutzen..."), um so den einzelnen Zuhörer zu einer Art Bekenntnis zu zwingen, bei welcher er sich entscheiden muss, ob er sich zum Deutschen Reich und damit zum Führer bekennt, oder ob er in die Gruppe der schwächlichen Feinde eingeordnet werden möchte. Außerdem wird hier die Rolle des treuen Freundes oder des Kameraden im kämpferischen Sinne gezeichnet und somit die Verpflichtung eingebracht, sich niemals im Stich zu lassen. Er bringt dabei auch biblische Anspielungen durch das betiteln eines "heiligen Eides" (Vgl. Z. Z.155f.), sowie die permanente Wiederholung des Wortes/Wortfeldes "glauben". Die 10 gestellten Fragen haben dabei sicherlich auch manch einen an die zehn Gebote aus der Bibel erinnert. Goebbels nutzt hierbei die rhetorischen Fragen, um eine Art Einverständnis des repräsentierten gesamten Volkes zu erlangen (Vgl. Z.174 "seid ihr damit einverstanden") und erzeugt gleichzeitig insbesondere bei den anwesenden Zuhörern das Gefühl eines Entschlusses aus freiem Willen und eigener Überzeugung. So kann er seine Politik und die gefällten Entscheidungen legitimieren und die Stellungnahme des Volkes "in der Welt manifestier[en]" (Vgl. Z.188f.). Die Masse äußert dabei unbewusst geradezu blindes Vertrauen, nicht nur durch die verbal geäußerte Rede, sondern insbesondere durch die im Sportpalast erzeugte Stimmung und Atmosphäre. Durch die Vielzahl an aufspringenden, schreienden Zuhörern wird auch ein zunächst eher kritisch eingestimmter Zuhörer leichter mitgerissen und überzeugt. Als Fazit fasst Goebbels dabei die gemachten Aussagen zu einer "Parole (Vgl. Z.199) einem "Gebot der Stunde" (Vgl. Z.200) zusammen und lässt das Deutschlandlied erklingen. 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