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Buchvorstellung Schachnovelle

Buchvorstellung Schachnovelle

 Buchvorstellung
Schachnovelle
STEFAN ZWEIG
| Gliederung
1. Schachnovelle
1.1 Inhalt
1.2 Erzählperspektiven
1.3 Personen (Konstellationen)
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Buchvorstellung Schachnovelle STEFAN ZWEIG | Gliederung 1. Schachnovelle 1.1 Inhalt 1.2 Erzählperspektiven 1.3 Personen (Konstellationen) 1.4 Entstehungsgeschichte 1.5 Die Gattung der Novelle 2. Der Autor 2.1 Erfolg der Novelle / Rezeption 2 1. Schachnovelle 1.1 Der Inhalt Dampfer: New York → Buenos Aires Ich-Erzähler erhält Informationen über den Schachweltmeister Czentovic ► Psychologische Interesse des Ich-Erzählers für Czentovic Schachspiel im Rauchersalon als Köder Bekanntschaft mit McConnor Durch die Finanzierung McConnors spielt der Schachweltmeister mit einer Gruppe interessierten Unbekannter greift in das Spiel ein und erringt ein Remis, obwohl er 25 Jahre kein Schachbrett vor sich liegen hatte 3 ► Ich-Erzähler kann den Unbekannten (Dr.B.) umstimmen, gegen den Schachweltmeister anzutreten ▶ Dr.B. war Anwalt und verwaltete die Gelder des österreichischen Kaisers und einigen Klöstern Nationalsozialisten wollten an das Geld gelangen und Dr.B. wird verhaftet ► Er wird monatelang in absoluter Isolation gehalten und brutaler Gehirnwäsche ausgesetzt ► Dr.B. gelang es bei einem Verhör ein Schachbuch zu stehlen ► Dr.B. versucht gegen sich selbst Schach zu spielen und neue Partie zu erfinden Im Schachwahnsinn griff er einen Wächter an, verletzte sich und kam in ein Krankenhaus Dem zuständigen Arzt gelang es, seine Entlassung zu erringen ▶ Dr.B. tritt gegen Czentovic an ▶ Dr.B. erleidet einen Rückfall und wird vom Ich-Erzähler gerettet 4 1.2 Erzählperspektiven > > > Der Erzähler ködert Czentovic > Schachamateure treten gegen den Weltmeister an 1. Kräftemessen: zwischen Czentovic und Dr. B. + Amateure > Erzählgegenwart / Rahmenerzählung Rückblenden / Binnenerzählung Vor dem Ablegen des Schiffs: Der Erzähler wird auf...

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Czentovic aufmerksam > > Rückblende: Biographie von Czentovic: indirekte Vermittlung vom Erzähler berichtet > Rückblende: Biographie von Dr. B. : direkte Vermittlung → von ihm selbst berichtet 2. Kräftemessen: zwischen Czentovic und Dr. B. → Sieg Dr. B. 3. Kräftemessen: zwischen Czentovic und Dr. B. → Niederlage Dr. B. (→Psychisch) 5 1. Buchvorstellung Schachnovelle Die Schachnovelle 1.1 Inhalt 1.2 Erzählperspektiven 1.3 Personen (konstellationen) 1.4 Entstehungsgeschichte 1.5 Die Gattung der Novelle 2. Der Autor 2.2 Erfolg der Novelle / Rezeption 1. Die Schachnovelle 1.1 Inhalt Die Novelle beginnt an deck eines Dampfers, der seine Passagiere von New York nach Buenos Aires, Argentinien, ngen soll. Hier unterhält sich der Ich-Erzähler mit einem guten Bekannten, als der amtierende Schachweltmeister Mirko Czentovic an Bord des Schiffes geht, was für ein großes Presseaufgebot sorgt. Der Ich-Erzähler hat bereits einige Informationen über die erstaunliche Karriere des Weltschachmeisters, allerdings ergänzt sein Bekannter, ein aufmerksamer Zeitungsleser, einige Anekdoten. Czentovic lebt als Waisenkind, das aus einfachsten Verhältnissen stammt, in einem abgelegenen Balkandorf auf. Sein Vater war ein ,,blutarmer, südslawischer Donauschiffer, dessen Schiffsbaracke eines Nachts von einem Getreidedampfer überrannt wurde" (S. 6) und dieser hierbei ums Leben kam. Aus Mitleid wurde er von einem Pfarrer aufgenommen und erzogen. Allerdings blieben die Anstrengungen des Pfarrers, ihm Schreiben und Rechen beizubringen, umsonst, da Mirko die ihm schon einhundert Mal erklärten Schrifteichen immer wieder fremd ansah. So kommt es, dass er nicht im Stande ist, einen Satz ohne orthographische Fehler zu schreiben. Allerdings ist er weder widerspenstig noch unwillig, denn er tat seine Aufgaben stets ordentlich und willig, nur mit einer verärgernden Langsamkeit. Der Pfarrer ist ein begeisterter Schachspieler, welcher jeden Abend mit einem Freund eine Partie Schach spielt, bei der der junge Czentovic jedes Mal zusieht. Eines Tages erkennt der Pfarrer die Schachbegabung des Waisenkindes und Czentovic gelingt ein schneller Aufstieg von den regionalen Schachvereinen bis hin zu einer internationalen Schachgröße, sodass er mit bereits 20 Jahren Weltmeister wird. Hierbei hat ihn sein Erfolg und sein schnelles Geld ihn zu einer selbstgefälligen und habgierigen Person gemacht, wobei seine Fähigkeiten vollkommen einseitig sind. Er ist immer noch der stumpfsinnige, unkultivierte Provinzler geblieben, völlig ungebildet und kaum fähig sind mündlich - geschweige denn schriftlich - zu artikulieren. Da diese eine Person in sich selbst so widersprüchlich ist, beginnt auch der Ich-Erzähler sich aus psychologischem Interesse sich für Czentovic zu interessieren, doch er wird von seinem Freund über die gesellschaftsmeidende Arte des Schachweltmeisters gewarnt. Die Aussage des Bekannten erweist sich als richtig, denn in den ersten Tagen der Reise bietet sich, zum Ärger des Erzählers, nach vergeblichen Versuchen keine Möglichkeit, mit dem Schachweltmeister ins Gespräch zu kommen. Um dies schließlich doch zu erreichen, legt der Erzähler dem Weltschachmeister eine Falle: Er beginnt im Rauchersalon des Schiffes mit einer Frau Schach zu spielen und lockt damit eine Schar von Schaulustigen an, die das Spiel interessiert verfolgen. Einer der Zuschauer ist ein reicher schottischer Tiefbauingenieur names McConnor, welcher in Amerika durch Erdöl ein Vermögen gemacht hatte und bald sein neuer Gegner wird. Da McConnor kein begabter Schachspieler ist, sein Ehrgeiz aber keine Niederlage verträgt, schließt sich eine Partie an die andere an. Am dritten Tag an Bord würdigt der Schachmeister einen interessierten Blick auf die Partie, wendet sich allerdings schnell wieder ab. Als McConnor erfährt, dass sich der amtierende Schachweltmeister an Bord befindet, ist ganz versessen darauf, eine Partie gegen ihn auszutragen, allerdings verlangt Czentovic einen hohen Dollarbetrag für jede Partie. Am nächsten Tag tritt der Schachweltmeister gegen eine Gruppe Interessierter an. Das erste Spiel gewinnt der Weltmeister mit Leichtigkeit und legt eine arrogante Gleichgültigkeit an den Tag. Gegen Geld lässt er sich auf eine Revanche ein und hat auch dieses Spiel gut in der Hand und stellt den Interessierten eine Falle, bis schließlich ein Unbekannter den Amateuren zu Hilfe kommt und durch sein eingreifen dem nicht mehr so gleichgültig agierenden Schachmeister ein Remis abringt. Nun bietet Czentovic eine dritte Partie, auf Kosten von McConnor, an. Der Sponsor der Partien möchte aber, dass der Retter der Sachpartie alleine gegen den Schachmeister antritt. Der Retter, der nun als Dr. B. bekannt ist, zieht sich allerdings verwirrt zurück und behauptet, er habe seit 25 Jahren nicht mehr vor einem Schachbrett gesessen habe. Anschließend bittet man den Erzähler, er möge versuchen den Unbekannten umzustimmen, denn nach Erkundigung der Identität und des Namens des Retters bei Schiffsangestellten ist bekannt, dass der Unbekannte Dr. B. genannt wird und, genauso wie der Erzähler, Österreicher ist. Dem Ich-Erzähler kommt der vom Personal genannte Namen sehr bekannt vor, denn die Familie des Retters war eine der hochangesehenen altösterreichischen Familien. Ein Träger dieses Familiennamens gehörte sogar zum engsten Familienkreis Schuberts an und auch einer der Leibärzte des Kaisers entstammte dieser Familie. Tatsächlich zeigt sich Dr. B. als sehr offen und berichtet, dass seine Schachkünste nicht spielerischen Ursprungs geschweige denn Praxiserfahrung sei und erzählt dem Erzähler sein Schicksal. Dr. B. entstammt einer traditionsreichen österreichischen Familie und hatte als Anwalt eine Kanzlei in Wien und Kontakte zur Kirche und zu den höchsten Kreisen des Adels. Allerdings arbeitete er mehr als Finanzverwalter als als Anwalt. Das zog das Interesse der Nationalsozialisten, an das durch ihn Verwaltete Geld zu gelangen, auf ihn. Durch einen eingeschleusten Verbindungsmann der Nationalsozialisten in der Kanzlei wurden die Informationen der Geldgeschäfte an die Nationalsozialisten weitergegeben und Dr. B. wurde einen Tag vor dem Einmarsch Hitlers Truppen in Wien von der SS (Schutzstaffel) verhaftet, konnte aber zuvor die relevanten Briefe und Belege in Sicherheit bringen. Um die wichtigen Informationen aus Dr. B. herauszupressen, sperrte man ihn im Hotel Metropole, dem Hauptquartier der Gestapo (=Geheime Staatspolizei), in ein Einzelzimmer. Monatelang wurde er in absoluter Isolation gehalten, ohne die Möglichkeit zum Gespräch oder zu irgendeiner geistigen Betätigung und so dem Nichts, dem größten Feind des Geistes, ausgesetzt. Schon fast bereit, nach viermonatiger Einzelhaft die geforderten Informationen über das verwaltete Geld preiszugeben, gelang es ihm schließlich vor einem Verhör sich in den Besitz eines Buches zu machen, das er in einem Warteraum, wo er mehrere Stunden stehen mussten, damit das Verhör so qualvoll wie möglich werde. Das Buch stahl Dr. B. aus einer Jackentasche, aus einer an einer Garderobe hängenden Jacke eines Offiziers. Doch die Hoffnung, etwas geistig Anspruchsvolles zu lesen zu bekommen, zerschlug sich schlagartig, als er sah, dass das Buch eine Sammlung von Schachpartien war. Enttäuscht begann er mit dem Nachspielen der im Buch beschriebenen Partien, zunächst auf einem karierten Betttuch mit selbstgekneteten Schachfiguren aus Brotkrümeln. Schon bald war ihm diese optische Schachhilfe nicht mehr nötig, da er die Partien im Kopf nachspielte, um damit sein Gehirn zu trainieren und dem Nichts zu entfliehen. Diese Waffe gegen das Nichts erwies sich allerdings als zweischneidig, denn Dr. B. wurde das Einüben und Rekapitulieren alter, schon hundertmal durchgespielter Schachpartien überdrüssig und widmete sich stattdessen der Erfindung neuer Partien. Dies führte allerdings zur Aufspaltung seines Bewusstseins, da es erforderlich war, für jeden der beiden imaginären Gegnern jeweils die Spielzüge vorauszudenken, ohne die des anderen zu kennen. Dr. B. nannte seine beiden Schachspieler ,,Ich -Schwarz“ und „Ich-Weiß“ (S.55). Er geriet durch dies Spielweise geistig völlig aus dem Gleichgewicht und ließ, vom Schachspiel als Mittelpunkt seiner Existenz geradezu besessen, die Verhöre und sogar die Nahrungsaufnahme zu Nebensachen werden und steigerte sich immer Weiter in diesen Wahnsinn hinein. Schließich erwachte er eines Tages in einer Krankenstation, wohin man ihn im Zustand unkontrollierter fiebriger Erregung gebracht hatte. Er hatte in seinem Schachwahnsinn vertieft einen Wächter, der ihm sein Essen bringen wollte, überfallen und angeschrien, er solle mal seinen Zug machen und sich etwas beeilen. Der Wächter wurde so stark von dem wild gewordenen Dr. B. misshandelt und gewürgt, dass dieser um Hilfe schreien musste. Dr. B. wurde von einigen Wächtern zur Ärztlichen Untersuchung geschleppt, wo er anschließend eine Scheibe einschlug und in Ohnmacht fiel und erst wieder in der Krankenstation aufwachte. Dem zuständigen Arzt gelang es, Dr.B.s Entlassung durchzusetzen, sodass dieser Österreich ungehindert verlassen konnte und sich nun auf dem Dampfer von New York nach Buenos Aires befindet, allerdings erhält er die Anweisung, nie wieder mit Schach in Verbindung zu kommen, da sonst ein Rückfall wahrscheinlich wäre. Dr. B. erklärt sein unhöfliches eingreifen in die begonnene Schachpartie damit, dass er sich in seinem Denken abgewöhnt habe, Schachpartien mit Spielern aus Fleisch und Blut in Verbindung zu bringen. Am nächsten Tag tritt Dr. B. tatsächlich aus eigenem Interesse und um endlich einen Schlussstrich unter seine Schachbesessenheit zu setzen für Partie gegen den Schachweltmeister Czentovic an, entgegen des therapeutischen Rats des Arztes. Tatsächlich gelingt es Dr. B. Czentovic zu besiegen. Somit hat jemand, der mehr als 20 Jahre kein Schachbrett mehr gesehen hatte, in der ersten Partie den amtierenden Schachweltmeister besiegt. Aber entgegen seinem Vorsatz, nur eine Partie zu spielen, lässt er sich auf eine Revanche ein. Allerdings hat Czentovic die ungeduldige Spielweise Dr. B.s bereits gemerkt und zieht absichtlich in einem verzögerten Abstand von 10 Minuten. Das ist für den Kontrahenten zu langsam, und er beginnt, während der Zugzeit unruhig umherzulaufen und blinde Partien im Kopf durchzuspielen. Und so kommt es, dass er, wie in seiner Haft, die Kontrolle über sich selbst verliert und fällt in eine fiebrig erregte Anspannung. Dies geht soweit, dass er seinem Gegenüber ein falsches Schach bietet. Nur der Abbruch der Partie durch den Ich-Erzähler bewahrt Dr. B. vor einem geistigen Zusammenbruch. Aus seiner Trance erwachend, schwört er dem Schachspiel ab, während Czentovic gönnerhaft die Qualitäten seines Gegenspielers lobt. 1.2 Erzählperspektiven Die Novelle ist um zwei gegensätzliche Charaktere angelegt, über deren Begegnung ein namenloser Ich-Erzähler in der Gegenwartshandlung berichtet. Der biographische Hintergrund der beiden Kontrahenten wird durch zwei Binnengeschichten erhellt, die mittels Kontrastdramaturgie die Voraussetzung für die große Konfrontation am Schluss der Novelle abgeben. Erzählgegenwart / Rahmenerzählung Rückblenden / Binnenerzählung > Vor dem Ablegen des Schiffs: Der Erzähler wird auf Czentovic aufmerksam > Der Erzähler ködert Czentovic Schachamateure treten gegen den Weltmeister an 1. Kräftemessen: zwischen Czentovic und Dr. B. + Amateure > > Rückblende: Biographie von Czentovic: indirekte Vermittlung →vom Erzähler berichtet > > Rückblende: Biographie von Dr. B. : direkte Vermittlung →von ihm selbst berichtet 2. Kräftemessen: zwischen Czentovic und Dr. B. → Sieg Dr. B. > 3. Kräftemessen: zwischen Czentovic und Dr. B. → Niederlage Dr. B. (→Psychisch) Die Rückblenden versuchen Erklärungen für die Verhaltensweisen zu geben, die Czentovic an den Tag legt. So erscheint die Geldgier des Schachweltmeisters angesichts seiner Jugend in kargen Verhältnissen nachvollziehbar. Wichtiger für das Verständnis gegenwärtiger Handlungsweisen ist die Erzählung Dr. B.s über das was ihm in seiner Gefangenschaft wiederfahren ist. Denn nur so wird verständlich, dass es ihn nicht übersteigender Ehrgeiz zum Kräftemessen mit dem Weltmeister antreibt, sondern dass er mit der Herausforderung zum Spiel Klarheit über sich selbst gewinnen möchte, dass er wissen will, was wirklich mit ihm geschehen ist, ob der Wahnsinn damals tatsächlich von ihm Besitz ergriffen hat, oder nicht. Die Nacherzählung Dr. B.s Schicksals bedeutet, dass der Versuch, gegen den Schachweltmeister zu spielen, ein riskanter Selbstversuch in der Gegenwart darstellt, indem er erprobt, ob er gegen die manische Gewalt, die das Spiel über ihn zeitweise gewonnen hat, bestehen kann. Die aktiven Handlungen der Novelle spielen sich komplett auf auf dem Dampfer ab, wobei die Rückblenden, welche jeweils von verschiedenen Person erzählt werden, an anderen Orten stattfanden. 1.3 Personen (Konstellationen) Im gesamten Roman kommen zwei Hauptpersonen vor: Dr. B. und Czentovic als Gegner. Dr. B. Niemand weiß genaueres als er das erste Mal in der Novelle vorkommt - Dr. B., der Retter aus dem Nichts, der die Amateure vor dem drohenden Untergang bewahrt. Man lernt zuerst sein äußerliches Erscheinungsbild kennen: ein Mittvierziger mit auffällig schmalem, scharfem Gesicht, dessen kreidige Blässe vom Erzähler hervorgehoben wird. Sein Schicksal steht stellvertretend für viele Opfer der NS-Herrschaft: Dr. B. wird von heute auf morgen aus dem Berufsleben gerissen, inhaftiert und brutaler Gehirnwäsche ausgesetzt. Seine Kontakte zur Außenwelt wurden gekappt und und jegliche sinnvolle Tätigkeit unterbunden. So wird er ein „Sklave des Nichts" (S. 51), losgelöst von allem, was ein menschliches Leben lebenswert macht. In der Zeit nach seiner Haft bricht für Ihn eine Zeit der Trennung und des Verlustes an. Er begibt sich ins Exil und entzieht sich so dem Zugriff Hitlers, allerdings verliert er hierbei nicht nur seine eigentliche Heimat, sondern auch einen Teil seines Ichs. Deutlich wird dies in der Partie gegen den Schachweltmeister Czentovic, als er zusehends die Kontrolle über seinen Körper verliert und und etwas anderes von ihm Besitz ergreift, allerdings nicht er selbst. Dr. B. verkörpert auch die Tradition des alten Österreichs und damit vieles, was schon vor dem Anschluss" an das Deutsche Reich 1938 der Vergangenheit angehörte. Seine Familie pflegte den Umgang mit dem Komponisten Franz Schubert und dem Kaiser. Als Anwalt steht er auch den Adeligen und der Kirche nahe, die die alte Monarchie gestützt haben. Daher ist Dr. B. Noch stark in seiner als positiv empfundenen Welt von gestern so stark verwurzelt, so dass er an der nun Anbrechenden Diktatur des Hitlerstaats zu zerbrechen droht. Als Vermögensverwalter der Klöster und Adeligen und seiner klerikal-monarchistischen Einstellung ist er den neuen Machthabern ein Dorn im Auge. Herkunft und Umgang wurde vom Großbürgertum geprägt. So weiß er, im Gegensatz zu Czentovic, wie er sich in der Gesellschaft zu bewegen und zu verhalten hat. Dank seiner verbalen Wendigkeit bereitet es ihm keine Schwierigkeiten, die Konversation mühelos zu meistern und Situationen sprachlich exakt zu analysieren. Trotz diesen Fähigkeiten ist er um eine unauffällige Erscheinung bemüht und frei von Arroganz, was einen weiteren Unterschied im Vergleich zu Czentovic bildet. Mirko Czentovic Wie Dr.B. Ist der Weltmeister ebenfalls eine ungewöhnliche Erscheinung, dessen Wesenszüge sich allerdings komplett von denen Dr. B.s unterscheiden. Czentovic tritt gleich am Beginn der Novelle auf und es wird sein sensationeller Aufstieg vom Waisenknaben zur internationalen Schachkoryphäe erklärt. Die außerordentliche Begabung des Wunderkindes ist allerdings nur einseitig und so ist er Geistig ein völliger „Outsider“ (S. 11). Inwiefern diese Informationen über den Weltmeister stimmen ist Fraglich, da alle

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Der Ich-Erzähler hat bereits einige Informationen über die erstaunliche Karriere des Weltschachmeisters, allerdings ergänzt sein Bekannter, ein aufmerksamer Zeitungsleser, einige Anekdoten. Czentovic lebt als Waisenkind, das aus einfachsten Verhältnissen stammt, in einem abgelegenen Balkandorf auf. Sein Vater war ein ,,blutarmer, südslawischer Donauschiffer, dessen Schiffsbaracke eines Nachts von einem Getreidedampfer überrannt wurde" (S. 6) und dieser hierbei ums Leben kam. Aus Mitleid wurde er von einem Pfarrer aufgenommen und erzogen. Allerdings blieben die Anstrengungen des Pfarrers, ihm Schreiben und Rechen beizubringen, umsonst, da Mirko die ihm schon einhundert Mal erklärten Schrifteichen immer wieder fremd ansah. So kommt es, dass er nicht im Stande ist, einen Satz ohne orthographische Fehler zu schreiben. Allerdings ist er weder widerspenstig noch unwillig, denn er tat seine Aufgaben stets ordentlich und willig, nur mit einer verärgernden Langsamkeit. Der Pfarrer ist ein begeisterter Schachspieler, welcher jeden Abend mit einem Freund eine Partie Schach spielt, bei der der junge Czentovic jedes Mal zusieht. Eines Tages erkennt der Pfarrer die Schachbegabung des Waisenkindes und Czentovic gelingt ein schneller Aufstieg von den regionalen Schachvereinen bis hin zu einer internationalen Schachgröße, sodass er mit bereits 20 Jahren Weltmeister wird. Hierbei hat ihn sein Erfolg und sein schnelles Geld ihn zu einer selbstgefälligen und habgierigen Person gemacht, wobei seine Fähigkeiten vollkommen einseitig sind. Er ist immer noch der stumpfsinnige, unkultivierte Provinzler geblieben, völlig ungebildet und kaum fähig sind mündlich - geschweige denn schriftlich - zu artikulieren. Da diese eine Person in sich selbst so widersprüchlich ist, beginnt auch der Ich-Erzähler sich aus psychologischem Interesse sich für Czentovic zu interessieren, doch er wird von seinem Freund über die gesellschaftsmeidende Arte des Schachweltmeisters gewarnt. Die Aussage des Bekannten erweist sich als richtig, denn in den ersten Tagen der Reise bietet sich, zum Ärger des Erzählers, nach vergeblichen Versuchen keine Möglichkeit, mit dem Schachweltmeister ins Gespräch zu kommen. Um dies schließlich doch zu erreichen, legt der Erzähler dem Weltschachmeister eine Falle: Er beginnt im Rauchersalon des Schiffes mit einer Frau Schach zu spielen und lockt damit eine Schar von Schaulustigen an, die das Spiel interessiert verfolgen. Einer der Zuschauer ist ein reicher schottischer Tiefbauingenieur names McConnor, welcher in Amerika durch Erdöl ein Vermögen gemacht hatte und bald sein neuer Gegner wird. Da McConnor kein begabter Schachspieler ist, sein Ehrgeiz aber keine Niederlage verträgt, schließt sich eine Partie an die andere an. Am dritten Tag an Bord würdigt der Schachmeister einen interessierten Blick auf die Partie, wendet sich allerdings schnell wieder ab. Als McConnor erfährt, dass sich der amtierende Schachweltmeister an Bord befindet, ist ganz versessen darauf, eine Partie gegen ihn auszutragen, allerdings verlangt Czentovic einen hohen Dollarbetrag für jede Partie. Am nächsten Tag tritt der Schachweltmeister gegen eine Gruppe Interessierter an. Das erste Spiel gewinnt der Weltmeister mit Leichtigkeit und legt eine arrogante Gleichgültigkeit an den Tag. Gegen Geld lässt er sich auf eine Revanche ein und hat auch dieses Spiel gut in der Hand und stellt den Interessierten eine Falle, bis schließlich ein Unbekannter den Amateuren zu Hilfe kommt und durch sein eingreifen dem nicht mehr so gleichgültig agierenden Schachmeister ein Remis abringt. Nun bietet Czentovic eine dritte Partie, auf Kosten von McConnor, an. Der Sponsor der Partien möchte aber, dass der Retter der Sachpartie alleine gegen den Schachmeister antritt. Der Retter, der nun als Dr. B. bekannt ist, zieht sich allerdings verwirrt zurück und behauptet, er habe seit 25 Jahren nicht mehr vor einem Schachbrett gesessen habe. Anschließend bittet man den Erzähler, er möge versuchen den Unbekannten umzustimmen, denn nach Erkundigung der Identität und des Namens des Retters bei Schiffsangestellten ist bekannt, dass der Unbekannte Dr. B. genannt wird und, genauso wie der Erzähler, Österreicher ist. Dem Ich-Erzähler kommt der vom Personal genannte Namen sehr bekannt vor, denn die Familie des Retters war eine der hochangesehenen altösterreichischen Familien. Ein Träger dieses Familiennamens gehörte sogar zum engsten Familienkreis Schuberts an und auch einer der Leibärzte des Kaisers entstammte dieser Familie. Tatsächlich zeigt sich Dr. B. als sehr offen und berichtet, dass seine Schachkünste nicht spielerischen Ursprungs geschweige denn Praxiserfahrung sei und erzählt dem Erzähler sein Schicksal. Dr. B. entstammt einer traditionsreichen österreichischen Familie und hatte als Anwalt eine Kanzlei in Wien und Kontakte zur Kirche und zu den höchsten Kreisen des Adels. Allerdings arbeitete er mehr als Finanzverwalter als als Anwalt. Das zog das Interesse der Nationalsozialisten, an das durch ihn Verwaltete Geld zu gelangen, auf ihn. Durch einen eingeschleusten Verbindungsmann der Nationalsozialisten in der Kanzlei wurden die Informationen der Geldgeschäfte an die Nationalsozialisten weitergegeben und Dr. B. wurde einen Tag vor dem Einmarsch Hitlers Truppen in Wien von der SS (Schutzstaffel) verhaftet, konnte aber zuvor die relevanten Briefe und Belege in Sicherheit bringen. Um die wichtigen Informationen aus Dr. B. herauszupressen, sperrte man ihn im Hotel Metropole, dem Hauptquartier der Gestapo (=Geheime Staatspolizei), in ein Einzelzimmer. Monatelang wurde er in absoluter Isolation gehalten, ohne die Möglichkeit zum Gespräch oder zu irgendeiner geistigen Betätigung und so dem Nichts, dem größten Feind des Geistes, ausgesetzt. Schon fast bereit, nach viermonatiger Einzelhaft die geforderten Informationen über das verwaltete Geld preiszugeben, gelang es ihm schließlich vor einem Verhör sich in den Besitz eines Buches zu machen, das er in einem Warteraum, wo er mehrere Stunden stehen mussten, damit das Verhör so qualvoll wie möglich werde. Das Buch stahl Dr. B. aus einer Jackentasche, aus einer an einer Garderobe hängenden Jacke eines Offiziers. Doch die Hoffnung, etwas geistig Anspruchsvolles zu lesen zu bekommen, zerschlug sich schlagartig, als er sah, dass das Buch eine Sammlung von Schachpartien war. Enttäuscht begann er mit dem Nachspielen der im Buch beschriebenen Partien, zunächst auf einem karierten Betttuch mit selbstgekneteten Schachfiguren aus Brotkrümeln. Schon bald war ihm diese optische Schachhilfe nicht mehr nötig, da er die Partien im Kopf nachspielte, um damit sein Gehirn zu trainieren und dem Nichts zu entfliehen. Diese Waffe gegen das Nichts erwies sich allerdings als zweischneidig, denn Dr. B. wurde das Einüben und Rekapitulieren alter, schon hundertmal durchgespielter Schachpartien überdrüssig und widmete sich stattdessen der Erfindung neuer Partien. Dies führte allerdings zur Aufspaltung seines Bewusstseins, da es erforderlich war, für jeden der beiden imaginären Gegnern jeweils die Spielzüge vorauszudenken, ohne die des anderen zu kennen. Dr. B. nannte seine beiden Schachspieler ,,Ich -Schwarz“ und „Ich-Weiß“ (S.55). Er geriet durch dies Spielweise geistig völlig aus dem Gleichgewicht und ließ, vom Schachspiel als Mittelpunkt seiner Existenz geradezu besessen, die Verhöre und sogar die Nahrungsaufnahme zu Nebensachen werden und steigerte sich immer Weiter in diesen Wahnsinn hinein. Schließich erwachte er eines Tages in einer Krankenstation, wohin man ihn im Zustand unkontrollierter fiebriger Erregung gebracht hatte. Er hatte in seinem Schachwahnsinn vertieft einen Wächter, der ihm sein Essen bringen wollte, überfallen und angeschrien, er solle mal seinen Zug machen und sich etwas beeilen. Der Wächter wurde so stark von dem wild gewordenen Dr. B. misshandelt und gewürgt, dass dieser um Hilfe schreien musste. Dr. B. wurde von einigen Wächtern zur Ärztlichen Untersuchung geschleppt, wo er anschließend eine Scheibe einschlug und in Ohnmacht fiel und erst wieder in der Krankenstation aufwachte. Dem zuständigen Arzt gelang es, Dr.B.s Entlassung durchzusetzen, sodass dieser Österreich ungehindert verlassen konnte und sich nun auf dem Dampfer von New York nach Buenos Aires befindet, allerdings erhält er die Anweisung, nie wieder mit Schach in Verbindung zu kommen, da sonst ein Rückfall wahrscheinlich wäre. Dr. B. erklärt sein unhöfliches eingreifen in die begonnene Schachpartie damit, dass er sich in seinem Denken abgewöhnt habe, Schachpartien mit Spielern aus Fleisch und Blut in Verbindung zu bringen. Am nächsten Tag tritt Dr. B. tatsächlich aus eigenem Interesse und um endlich einen Schlussstrich unter seine Schachbesessenheit zu setzen für Partie gegen den Schachweltmeister Czentovic an, entgegen des therapeutischen Rats des Arztes. Tatsächlich gelingt es Dr. B. Czentovic zu besiegen. Somit hat jemand, der mehr als 20 Jahre kein Schachbrett mehr gesehen hatte, in der ersten Partie den amtierenden Schachweltmeister besiegt. Aber entgegen seinem Vorsatz, nur eine Partie zu spielen, lässt er sich auf eine Revanche ein. Allerdings hat Czentovic die ungeduldige Spielweise Dr. B.s bereits gemerkt und zieht absichtlich in einem verzögerten Abstand von 10 Minuten. Das ist für den Kontrahenten zu langsam, und er beginnt, während der Zugzeit unruhig umherzulaufen und blinde Partien im Kopf durchzuspielen. Und so kommt es, dass er, wie in seiner Haft, die Kontrolle über sich selbst verliert und fällt in eine fiebrig erregte Anspannung. Dies geht soweit, dass er seinem Gegenüber ein falsches Schach bietet. Nur der Abbruch der Partie durch den Ich-Erzähler bewahrt Dr. B. vor einem geistigen Zusammenbruch. Aus seiner Trance erwachend, schwört er dem Schachspiel ab, während Czentovic gönnerhaft die Qualitäten seines Gegenspielers lobt. 1.2 Erzählperspektiven Die Novelle ist um zwei gegensätzliche Charaktere angelegt, über deren Begegnung ein namenloser Ich-Erzähler in der Gegenwartshandlung berichtet. Der biographische Hintergrund der beiden Kontrahenten wird durch zwei Binnengeschichten erhellt, die mittels Kontrastdramaturgie die Voraussetzung für die große Konfrontation am Schluss der Novelle abgeben. Erzählgegenwart / Rahmenerzählung Rückblenden / Binnenerzählung > Vor dem Ablegen des Schiffs: Der Erzähler wird auf Czentovic aufmerksam > Der Erzähler ködert Czentovic Schachamateure treten gegen den Weltmeister an 1. Kräftemessen: zwischen Czentovic und Dr. B. + Amateure > > Rückblende: Biographie von Czentovic: indirekte Vermittlung →vom Erzähler berichtet > > Rückblende: Biographie von Dr. B. : direkte Vermittlung →von ihm selbst berichtet 2. Kräftemessen: zwischen Czentovic und Dr. B. → Sieg Dr. B. > 3. Kräftemessen: zwischen Czentovic und Dr. B. → Niederlage Dr. B. (→Psychisch) Die Rückblenden versuchen Erklärungen für die Verhaltensweisen zu geben, die Czentovic an den Tag legt. So erscheint die Geldgier des Schachweltmeisters angesichts seiner Jugend in kargen Verhältnissen nachvollziehbar. Wichtiger für das Verständnis gegenwärtiger Handlungsweisen ist die Erzählung Dr. B.s über das was ihm in seiner Gefangenschaft wiederfahren ist. Denn nur so wird verständlich, dass es ihn nicht übersteigender Ehrgeiz zum Kräftemessen mit dem Weltmeister antreibt, sondern dass er mit der Herausforderung zum Spiel Klarheit über sich selbst gewinnen möchte, dass er wissen will, was wirklich mit ihm geschehen ist, ob der Wahnsinn damals tatsächlich von ihm Besitz ergriffen hat, oder nicht. Die Nacherzählung Dr. B.s Schicksals bedeutet, dass der Versuch, gegen den Schachweltmeister zu spielen, ein riskanter Selbstversuch in der Gegenwart darstellt, indem er erprobt, ob er gegen die manische Gewalt, die das Spiel über ihn zeitweise gewonnen hat, bestehen kann. Die aktiven Handlungen der Novelle spielen sich komplett auf auf dem Dampfer ab, wobei die Rückblenden, welche jeweils von verschiedenen Person erzählt werden, an anderen Orten stattfanden. 1.3 Personen (Konstellationen) Im gesamten Roman kommen zwei Hauptpersonen vor: Dr. B. und Czentovic als Gegner. Dr. B. Niemand weiß genaueres als er das erste Mal in der Novelle vorkommt - Dr. B., der Retter aus dem Nichts, der die Amateure vor dem drohenden Untergang bewahrt. Man lernt zuerst sein äußerliches Erscheinungsbild kennen: ein Mittvierziger mit auffällig schmalem, scharfem Gesicht, dessen kreidige Blässe vom Erzähler hervorgehoben wird. Sein Schicksal steht stellvertretend für viele Opfer der NS-Herrschaft: Dr. B. wird von heute auf morgen aus dem Berufsleben gerissen, inhaftiert und brutaler Gehirnwäsche ausgesetzt. Seine Kontakte zur Außenwelt wurden gekappt und und jegliche sinnvolle Tätigkeit unterbunden. So wird er ein „Sklave des Nichts" (S. 51), losgelöst von allem, was ein menschliches Leben lebenswert macht. In der Zeit nach seiner Haft bricht für Ihn eine Zeit der Trennung und des Verlustes an. Er begibt sich ins Exil und entzieht sich so dem Zugriff Hitlers, allerdings verliert er hierbei nicht nur seine eigentliche Heimat, sondern auch einen Teil seines Ichs. Deutlich wird dies in der Partie gegen den Schachweltmeister Czentovic, als er zusehends die Kontrolle über seinen Körper verliert und und etwas anderes von ihm Besitz ergreift, allerdings nicht er selbst. Dr. B. verkörpert auch die Tradition des alten Österreichs und damit vieles, was schon vor dem Anschluss" an das Deutsche Reich 1938 der Vergangenheit angehörte. Seine Familie pflegte den Umgang mit dem Komponisten Franz Schubert und dem Kaiser. Als Anwalt steht er auch den Adeligen und der Kirche nahe, die die alte Monarchie gestützt haben. Daher ist Dr. B. Noch stark in seiner als positiv empfundenen Welt von gestern so stark verwurzelt, so dass er an der nun Anbrechenden Diktatur des Hitlerstaats zu zerbrechen droht. Als Vermögensverwalter der Klöster und Adeligen und seiner klerikal-monarchistischen Einstellung ist er den neuen Machthabern ein Dorn im Auge. Herkunft und Umgang wurde vom Großbürgertum geprägt. So weiß er, im Gegensatz zu Czentovic, wie er sich in der Gesellschaft zu bewegen und zu verhalten hat. Dank seiner verbalen Wendigkeit bereitet es ihm keine Schwierigkeiten, die Konversation mühelos zu meistern und Situationen sprachlich exakt zu analysieren. Trotz diesen Fähigkeiten ist er um eine unauffällige Erscheinung bemüht und frei von Arroganz, was einen weiteren Unterschied im Vergleich zu Czentovic bildet. Mirko Czentovic Wie Dr.B. Ist der Weltmeister ebenfalls eine ungewöhnliche Erscheinung, dessen Wesenszüge sich allerdings komplett von denen Dr. B.s unterscheiden. Czentovic tritt gleich am Beginn der Novelle auf und es wird sein sensationeller Aufstieg vom Waisenknaben zur internationalen Schachkoryphäe erklärt. Die außerordentliche Begabung des Wunderkindes ist allerdings nur einseitig und so ist er Geistig ein völliger „Outsider“ (S. 11). Inwiefern diese Informationen über den Weltmeister stimmen ist Fraglich, da alle