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 Deutsch (Sachsen): Abiturprüfung 2021
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Aufgabe 1: Hermann Hesse: Frühling

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Deutsch (Sachsen): Abiturprüfung 2021 Grundkurs und Leistungskurs Abiturprüfungsaufgaben Grundkurs 2021 Aufgabe 1: Hermann Hesse: Frühling / Heinrich Heine: Unterm weißen Baume sitzend Aufgabe 2: Katharina Döderlein: Die Diskrepanz zwischen Recht und Rechtsgefühl in der Literatur / Euripides: Medea / Christoph Hein: In seiner frühen Kindheit ein Garten / Juli Zeh: Corpus Delicti / Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame Aufgabe 3: Eugen Ruge: Versuch über eine aussterbende Sprache Abiturprüfungsaufgaben Leistungskurs 2021 Aufgabe 1: Hilde Domin: Vorsichtige Hoffnung / Günter Kunert: Häuser an der Spree Aufgabe 2: Christoph Hein: Landnahme / Johann Wolfgang von Goethe: Brief an Riemer Aufgabe 3: Andreas Gardt: Ich spreche, also bin ich. Sprache ist Identität Autorinnen und Autoren: Grundkurs: Leistungskurs: Sylke Liehr (2021/1-3) Ina Krenzke (2021/1), Mareen Witte (2021/2), Wolfgang Mohn (2021/3) GK 2021-1 GK 2021-7 .. GK 2021-14 LK 2021-1 LK 2021-12 LK 2021-22 © 2021 Stark Verlag GmbH Das Werk und alle seine Bestandteile sind urheberrechtlich geschützt. Jede vollständige oder teilweise Vervielfältigung, Verbreitung und Veröffentlichung bedarf der ausdrück- lichen Genehmigung des Verlages. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Mikro- verfilmungen sowie die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Grundkurs Deutsch (Sachsen): Abiturprüfung 2021 Aufgabe 1: Interpretation lyrischer Texte Hermann Hesse (1877–1962): Frühling (1907) Es fahren leise junge Wolken durchs Blaue, Kinder singen und Blumen lachen im Gras; Meine müden Augen, wohin ich schaue, Wollen vergessen, was ich in Büchern las. 5 Wahrlich alles Schwere, das ich gelesen, Stäubt hinweg und war nur ein Winterwahn, Meine Augen...

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schauen erfrischt und genesen Eine neue, erquellende Schöpfung an. Aber was mir im eigenen Herzen geschrieben 10 Von der Vergänglichkeit aller Schöne steht, Ist von Frühling zu Frühling stehen geblieben, Wird von keinem Winde mehr weggeweht. Aus: Hesse, Hermann: Die Gedichte 1892–1962. Hg. von Volker Michels. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag 1977, S. 246. Heinrich Heine (1797–1856): Unterm weißen Baume sitzend (1830) Unterm weißen Baume sitzend, Hörst du fern die Winde schrillen, Siehst, wie oben stumme Wolken Sich in Nebeldecken hüllen: 5 Siehst, wie unten ausgestorben Wald und Flur, wie kahl geschoren; — Um dich Winter, in dir Winter, Und dein Herz ist eingefroren. Plötzlich fallen auf dich nieder 10 Weiße Flocken, und verdrossen Meinst du schon, mit Schneegestöber Hab der Baum dich übergossen. Doch es ist kein Schneegestöber, Merkst es bald mit freud'gem Schrecken: 15 Duft'ge Frühlingsblüten sind es, Die dich necken und bedecken. GK 2021-1 Welch ein schauersüßer Zauber! Winter wandelt sich in Maie, Schnee verwandelt sich in Blüten, 20 Und dein Herz, es liebt aufs neue. Aus: Nationale Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen Literatur in Weimar (Hg.): Heines Werke in fünf Bänden. Erster Band. Gedichte. Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag 1964, S. 123 f. Arbeitsanweisung: Interpretieren Sie das Gedicht von Hermann Hesse. Vergleichen Sie die Gestaltung des Frühlingsmotivs in den Gedichten von Hermann Hesse und Heinrich Heine. Der Schwerpunkt der Aufgabe liegt auf der Interpretation des Gedichts von Hermann Hesse. GK 2021-2 Lösungsvorschlag Wenn Sie sich für die diese Aufgabe entscheiden, müssen Sie wissen, wie Gedichte interpretiert werden. Bearbeiten Sie zuerst das Gedicht von Hermann Hesse, indem Sie zunächst dessen Aufbau und Inhalt analysieren. Anschließend sollten Sie in den Blick nehmen, wie die formale und sprachliche Textgestaltung die Gedichtaussage stützt. Achten Sie hier darauf, rhetorische Mittel stets in ihrer Funktion zu betrachten, ein Aufzählen sprachlicher Besonderheiten genügt nicht. Ausgehend von einer Ge- samtdeutung vergleichen Sie das Hesse-Gedicht nun mit dem von Heinrich Heine, zeigen Sie also Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Orientieren Sie sich dabei an der Auf- gabenstellung, die von Ihnen verlangt, die jeweilige Gestaltung des Frühlingsmotivs in den Fokus zu rücken. Beziehen Sie neben inhaltlichen Aspekten ebenfalls sprach- liche und formale Aspekte in Ihre Überlegungen mit ein. Den Schluss sollte ein Resü- mee bilden, in dem Sie Ihre Erkenntnisse nochmals klar herausstellen und zusammen- fassen. Der Titel des Gedichts von Hermann Hesse Frühling schafft beim Leser eine positive Erwartungshaltung, denn das Frühjahr steht sym- bolisch für Frische, Erwachen und Neuanfang. Beim genaueren Lesen stellt man fest, dass Hesse in seinem Gedicht aus dem Jahr 1907 die Bedeutung des Frühlings für das lyrische Ich thematisiert. Die Jahreszeit wird zum Anlass für eine Selbstreflexion und löst verschiedene Empfindungen aus, wie Hoffnung und Sorge. In der ersten Strophe werden zunächst Leichtigkeit und Freude in der erwachenden Natur geschildert. Das lyrische Ich wünscht sich, schwere Gedanken und das, was es ,,in Büchern las“ (V. 4), verges- sen zu können. Die vorübergehende Erfüllung dieses Wunsches zeigt sich in der folgenden Strophe. Hier spürt das lyrische Ich Kraft sowie Erholung durch den Frühling, alle Schwermut ist verschwun- den. Abschließend formuliert das lyrische Ich, dass es sich der ,,Ver- gänglichkeit aller Schöne“ (V. 10) bewusst ist, trotz der glückli- chen Momente, die es im Frühling erlebt. Das Gedicht ist regelmäßig aufgebaut. Es besteht aus drei Strophen, die jeweils vier Verse umfassen und durchgehend im Kreuzreim ge- schrieben sind. Weibliche Kadenzen wechseln mit männlichen. Dies spiegelt eine gewisse Struktur und gedankliche Klarheit wider. Im Gegensatz dazu verdeutlicht das freie Metrum die ungebundenen Gedanken des lyrischen Ichs. Im Selbstgespräch reflektiert das lyrische Ich verschiedene Empfin- dungen im Angesicht des Frühlings, der von ihm durchweg positiv wahrgenommen wird. Das zeigt sich schon zu Beginn des Gedichts durch die Verwendung des Bewegungsverbs ,,fahren" (V. 1) sowie GK 2021-3 Einleitung Hinführung zu Hesses Gedicht Interpretation Inhalt von Frühling Aufbau und Form positive Wahr- nehmung des Frühlings der Verben,,singen“ und „lachen“ (V. 2), welche zusammen mit Per- sonifikationen der Wolken (vgl. V. 1) und der Blumen (vgl. V. 2) ein lebendiges und fröhliches Geschehen beschreiben. Die Sinnesbe- reiche des Hörens und Sehens werden angesprochen: „Kinder singen und Blumen lachen“ (V. 2), „Wolken [ziehen] durchs Blaue“ (V. 1). Auch wenn nur eine Farbe konkret benannt wird, erschließen sich weitere durch die entsprechenden Substantive: So sind Wolken weiß, Blumen bunt und das Gras ist grün. „Kinder“ (V. 2) und „jun- ge Wolken" (V. 1) verweisen hierbei auf etwas Unberührtes, Unbe- schwertes bzw. Neues. In der zweiten Strophe erfährt diese Wahr- nehmung noch eine Steigerung, denn der Frühling wird als „neue, erquellende Schöpfung“ (V. 8) bezeichnet, womit das lyrische Ich sein Erleben als eine naturreligiöse Erfahrung beschreibt. Im Kontrast zur positiven Darstellung der Jahreszeit formuliert das lyrische Ich seine eigenen Befindlichkeiten. Seine „müden Augen" (V. 3) stehen pars pro toto für eine gewisse Melancholie und Er- schöpfung des Sprechers. Durch diese Augen hat sich das lyrische Ich Wissen aus „Büchern“ (V. 4) angelesen. Den Inhalt seiner Lek- türe bezeichnet das lyrische Ich als „schwer" (vgl. V. 5) und als ,,Winterwahn" (V. 6) und verdeutlicht damit, dass seine bisherige Aneignung der Welt theoretisch und nicht naturnah war und viel- leicht sogar krank macht. Die Augen als Spiegel der Seele, die an- fangs noch müde vom Lesen sind (vgl. V. 3 f.), werden durch den Anblick der erwachenden Natur ,„,erfrischt und genesen" (V. 7). Dies zeigt auch die neue Energie, die das lyrische Ich durchströmt. Schließlich thematisiert es seine Erfahrungen, die ihren Weg ins ei- gene Herz (vgl. V. 9) gefunden haben. Hierbei zeigt die Herz-Meta- pher die Tiefe der Erkenntnisse und Erfahrungen, die „von keinem Winde mehr weggeweht" (V. 12) werden können, sie sind vertraut und beständig. Das lyrische Ich distanziert sich abschließend von der Leichtigkeit des Frühlings und stellt auch dessen Einzigartigkeit infrage, indem es den Aspekt der Vergänglichkeit thematisiert (vgl. V. 10) und dabei auch den Frühling miteinbezieht (,,von Frühling zu Frühling“, V. 11). Die entgegenstellende Konjunktion „Aber“ (V. 9) zu Beginn der letzten Strophe hebt den Gegensatz zwischen der Welt des lyri- schen Ichs, die durch theoretische Wissensaneignung gekennzeich- net ist, und der erwachenden und sich ständig verändernden Natur hervor. Es ist ein ambivalentes Verhältnis von Hoffnung und Re- signation, das im letzten Vers benannt wird. Zusammenfassend kann man feststellen, dass der Frühling im gleich- namigen Gedicht von Hermann Hesse - so wie es der Leser erwartet - symbolisch für das Erwachen der Natur und ein neues Beginnen GK 2021-4 Symbolik des geschilderten Szenarios Kontrast: Gemütszustand des lyrischen Ichs Reaktion des lyrischen Ichs auf den Frühling trotz Frühling: Einsicht in Vergänglichkeit Fazit zu Hesses Frühling

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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schauen erfrischt und genesen Eine neue, erquellende Schöpfung an. Aber was mir im eigenen Herzen geschrieben 10 Von der Vergänglichkeit aller Schöne steht, Ist von Frühling zu Frühling stehen geblieben, Wird von keinem Winde mehr weggeweht. Aus: Hesse, Hermann: Die Gedichte 1892–1962. Hg. von Volker Michels. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag 1977, S. 246. Heinrich Heine (1797–1856): Unterm weißen Baume sitzend (1830) Unterm weißen Baume sitzend, Hörst du fern die Winde schrillen, Siehst, wie oben stumme Wolken Sich in Nebeldecken hüllen: 5 Siehst, wie unten ausgestorben Wald und Flur, wie kahl geschoren; — Um dich Winter, in dir Winter, Und dein Herz ist eingefroren. Plötzlich fallen auf dich nieder 10 Weiße Flocken, und verdrossen Meinst du schon, mit Schneegestöber Hab der Baum dich übergossen. Doch es ist kein Schneegestöber, Merkst es bald mit freud'gem Schrecken: 15 Duft'ge Frühlingsblüten sind es, Die dich necken und bedecken. GK 2021-1 Welch ein schauersüßer Zauber! Winter wandelt sich in Maie, Schnee verwandelt sich in Blüten, 20 Und dein Herz, es liebt aufs neue. Aus: Nationale Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen Literatur in Weimar (Hg.): Heines Werke in fünf Bänden. Erster Band. Gedichte. Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag 1964, S. 123 f. Arbeitsanweisung: Interpretieren Sie das Gedicht von Hermann Hesse. Vergleichen Sie die Gestaltung des Frühlingsmotivs in den Gedichten von Hermann Hesse und Heinrich Heine. Der Schwerpunkt der Aufgabe liegt auf der Interpretation des Gedichts von Hermann Hesse. GK 2021-2 Lösungsvorschlag Wenn Sie sich für die diese Aufgabe entscheiden, müssen Sie wissen, wie Gedichte interpretiert werden. Bearbeiten Sie zuerst das Gedicht von Hermann Hesse, indem Sie zunächst dessen Aufbau und Inhalt analysieren. Anschließend sollten Sie in den Blick nehmen, wie die formale und sprachliche Textgestaltung die Gedichtaussage stützt. Achten Sie hier darauf, rhetorische Mittel stets in ihrer Funktion zu betrachten, ein Aufzählen sprachlicher Besonderheiten genügt nicht. Ausgehend von einer Ge- samtdeutung vergleichen Sie das Hesse-Gedicht nun mit dem von Heinrich Heine, zeigen Sie also Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Orientieren Sie sich dabei an der Auf- gabenstellung, die von Ihnen verlangt, die jeweilige Gestaltung des Frühlingsmotivs in den Fokus zu rücken. Beziehen Sie neben inhaltlichen Aspekten ebenfalls sprach- liche und formale Aspekte in Ihre Überlegungen mit ein. Den Schluss sollte ein Resü- mee bilden, in dem Sie Ihre Erkenntnisse nochmals klar herausstellen und zusammen- fassen. Der Titel des Gedichts von Hermann Hesse Frühling schafft beim Leser eine positive Erwartungshaltung, denn das Frühjahr steht sym- bolisch für Frische, Erwachen und Neuanfang. Beim genaueren Lesen stellt man fest, dass Hesse in seinem Gedicht aus dem Jahr 1907 die Bedeutung des Frühlings für das lyrische Ich thematisiert. Die Jahreszeit wird zum Anlass für eine Selbstreflexion und löst verschiedene Empfindungen aus, wie Hoffnung und Sorge. In der ersten Strophe werden zunächst Leichtigkeit und Freude in der erwachenden Natur geschildert. Das lyrische Ich wünscht sich, schwere Gedanken und das, was es ,,in Büchern las“ (V. 4), verges- sen zu können. Die vorübergehende Erfüllung dieses Wunsches zeigt sich in der folgenden Strophe. Hier spürt das lyrische Ich Kraft sowie Erholung durch den Frühling, alle Schwermut ist verschwun- den. Abschließend formuliert das lyrische Ich, dass es sich der ,,Ver- gänglichkeit aller Schöne“ (V. 10) bewusst ist, trotz der glückli- chen Momente, die es im Frühling erlebt. Das Gedicht ist regelmäßig aufgebaut. Es besteht aus drei Strophen, die jeweils vier Verse umfassen und durchgehend im Kreuzreim ge- schrieben sind. Weibliche Kadenzen wechseln mit männlichen. Dies spiegelt eine gewisse Struktur und gedankliche Klarheit wider. Im Gegensatz dazu verdeutlicht das freie Metrum die ungebundenen Gedanken des lyrischen Ichs. Im Selbstgespräch reflektiert das lyrische Ich verschiedene Empfin- dungen im Angesicht des Frühlings, der von ihm durchweg positiv wahrgenommen wird. Das zeigt sich schon zu Beginn des Gedichts durch die Verwendung des Bewegungsverbs ,,fahren" (V. 1) sowie GK 2021-3 Einleitung Hinführung zu Hesses Gedicht Interpretation Inhalt von Frühling Aufbau und Form positive Wahr- nehmung des Frühlings der Verben,,singen“ und „lachen“ (V. 2), welche zusammen mit Per- sonifikationen der Wolken (vgl. V. 1) und der Blumen (vgl. V. 2) ein lebendiges und fröhliches Geschehen beschreiben. Die Sinnesbe- reiche des Hörens und Sehens werden angesprochen: „Kinder singen und Blumen lachen“ (V. 2), „Wolken [ziehen] durchs Blaue“ (V. 1). Auch wenn nur eine Farbe konkret benannt wird, erschließen sich weitere durch die entsprechenden Substantive: So sind Wolken weiß, Blumen bunt und das Gras ist grün. „Kinder“ (V. 2) und „jun- ge Wolken" (V. 1) verweisen hierbei auf etwas Unberührtes, Unbe- schwertes bzw. Neues. In der zweiten Strophe erfährt diese Wahr- nehmung noch eine Steigerung, denn der Frühling wird als „neue, erquellende Schöpfung“ (V. 8) bezeichnet, womit das lyrische Ich sein Erleben als eine naturreligiöse Erfahrung beschreibt. Im Kontrast zur positiven Darstellung der Jahreszeit formuliert das lyrische Ich seine eigenen Befindlichkeiten. Seine „müden Augen" (V. 3) stehen pars pro toto für eine gewisse Melancholie und Er- schöpfung des Sprechers. Durch diese Augen hat sich das lyrische Ich Wissen aus „Büchern“ (V. 4) angelesen. Den Inhalt seiner Lek- türe bezeichnet das lyrische Ich als „schwer" (vgl. V. 5) und als ,,Winterwahn" (V. 6) und verdeutlicht damit, dass seine bisherige Aneignung der Welt theoretisch und nicht naturnah war und viel- leicht sogar krank macht. Die Augen als Spiegel der Seele, die an- fangs noch müde vom Lesen sind (vgl. V. 3 f.), werden durch den Anblick der erwachenden Natur ,„,erfrischt und genesen" (V. 7). Dies zeigt auch die neue Energie, die das lyrische Ich durchströmt. Schließlich thematisiert es seine Erfahrungen, die ihren Weg ins ei- gene Herz (vgl. V. 9) gefunden haben. Hierbei zeigt die Herz-Meta- pher die Tiefe der Erkenntnisse und Erfahrungen, die „von keinem Winde mehr weggeweht" (V. 12) werden können, sie sind vertraut und beständig. Das lyrische Ich distanziert sich abschließend von der Leichtigkeit des Frühlings und stellt auch dessen Einzigartigkeit infrage, indem es den Aspekt der Vergänglichkeit thematisiert (vgl. V. 10) und dabei auch den Frühling miteinbezieht (,,von Frühling zu Frühling“, V. 11). Die entgegenstellende Konjunktion „Aber“ (V. 9) zu Beginn der letzten Strophe hebt den Gegensatz zwischen der Welt des lyri- schen Ichs, die durch theoretische Wissensaneignung gekennzeich- net ist, und der erwachenden und sich ständig verändernden Natur hervor. Es ist ein ambivalentes Verhältnis von Hoffnung und Re- signation, das im letzten Vers benannt wird. Zusammenfassend kann man feststellen, dass der Frühling im gleich- namigen Gedicht von Hermann Hesse - so wie es der Leser erwartet - symbolisch für das Erwachen der Natur und ein neues Beginnen GK 2021-4 Symbolik des geschilderten Szenarios Kontrast: Gemütszustand des lyrischen Ichs Reaktion des lyrischen Ichs auf den Frühling trotz Frühling: Einsicht in Vergänglichkeit Fazit zu Hesses Frühling