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Franz Kafka der Prozess

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Franz Kafka der Prozess

 Der Prozess - Franz Kafka
Abi 2017, Deutsch-LK, Q2
Hauptpersonen
Figuren sind keine realistischen Charaktere →lediglich aus der Perspektive

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Der Prozess - Franz Kafka Abi 2017, Deutsch-LK, Q2 Hauptpersonen Figuren sind keine realistischen Charaktere →lediglich aus der Perspektive K. geschildert/Inneneinsicht fehlt → eindimensionale/flache Charaktere mit reduzierter Individualität → episodische Figuren, die aus dem Nichts auftauchen und dorthin wieder verschwinden Josef K. Kafka verwendet nur die Initiale K., um seiner Hauptfigur einen Namen zu geben, so wird der Rest des Namens und der Person unwesentlich. → Platzhalterfunktion arbeitseifrig und karrierefreudig Prokurist in einer Bank (hohe Position), erst der Prozess gefährdet seine Karriere ,,Workaholic" → kaum soziale Kontakte, keine Hobbys, trotzdem nur kleine Wohnung keine feste Partnerin (außer Elsa, die bei Gelegenheit mit Leni ersetzt wird, nur Sex) Vater tot, zu Mutter kaum Kontakt → oberflächliches/kein Verhältnis zu Verwandten → Besuch des Onkels erschreckt ihn, dieser besucht ihn nur wegen der Familienehre (K. ist wegen seines Berufs gut für die Familie, doch wegen des Prozesses kann die Familie in Verruf geraten → Onkel leiten nur egoistische Motive) Mirjam Kobold Grund für Verhaftung wird nicht genannt, K. hat aber manchmal Schuldgefühle (vor Hinrichtung der Überzeugung, er müsse sich selbst das Messer in den Bauch rammen) nimmt den Prozess zunächst nicht ernst, später ändert sich dies allerdings stark, fixiert sich auf das Gericht (erscheint unaufgefordert zum zweiten Mal) → geht sogar freiwillig zum Gericht → Anzeichen für Wichtigkeit Prozess nimmt ihn stark psychisch mit (bricht...

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in der Nähe von Kanzleien zusammen, Konzentration bei der Arbeit lässt nach, Müdigkeit steigt) will diese Probleme nicht wahrhaben, schiebt sie auf körperliche Beschwerden → hat Probleme, Signale seines Körpers zu deuten (?) ignoriert seine Gefühle, sozial isoliert, Workaholic, Fixierung auf das Gericht, Suizidgedanken → Hang zum selbstzerstörerischen Verhalten ➜ Nach Auflehnung und Empörung und einer Phase der Apathie sukzessive Unterwerfung bis hin zum vorauseilenden Gehorsam → Nach ursprünglicher Sorglosigkeit zunehmende Hoffnungslosigkeit → Nach anfänglicher Selbstsicherheit totale Orientierungslosigkeit Fräulein Bürstner Initialen ,,F.B." könnten für „Felice Bauer“ stehen → zeitweise Verlobte Kafka Nachbarin von Josef K. in der Pension ihr Bild schwankt zwischen dem eines kleinbürgerlichen-ordentlichen Schreibmaschenfräuleins und dem einer ,,Halbweltdame", die nachts in der Vorstadt ,,auf Abwegen" anzutreffen ist K. fängt sie am Abend seiner Verhaftung extra im Flur ab, um sich bei ihr für die Umstände zu entschuldigen, die seine Verhaftung gemacht hat → lässt K.s sexuelle Aggressionen über sich ergehen der erste Eindruck täuscht: K. kennt Frl. Bürstner kaum, sie scheint nur eine untergeordnete Rolle zu spielen ,,er hatte mit ihr nicht viel mehr als die Grußworte gewechselt" die Wahrheit ist: das Verhältnis zu Frl. Bürstner schwankt entsprechend dem Prozess 1 Der Prozess - Franz Kafka Abi 2017, Deutsch-LK, Q2 Mirjam Kobold Vor der Hinrichtung glaubt K. Frl. Bürstner in der Ferne zu sehen; letzte vage Erinnerung an die Liebe zu einer Frau, die es im Roman nicht gibt → bei Anblick wird ihm klar, dass Widerstand zwecklos ist Fräulein Montag auffällig ist, dass K. den Ruf von Frl. Bürstner verteidigt; dass er sich Sorgen um sie macht; dass er den Namen eines Zimmernachbars (auf den er wegen ihr eifersüchtig ist) nennt, als er den Weg zum Verhandlungssaal nicht findet Verbindung zum Prozess: Frl. Bürstner als eigentliche Instanz, vor der sich K. zu verantworten hat → tatsächliche Antagonistin K.s➜ Fixierung auf Prozess = Fixierung auf Frl. Bürstner Frau Grubach Leni Selbstbewusste Mittlerfigur vereitelt jede Beziehung K.s zu ihrer Freundin Frl. Bürstner Elsa Josefs Onkel Karl Vermieterin der Pension, in der Josef K. wohnt er spricht nur einmal mit ihr (nach der Verhaftung) Advokat Huld (Anwalt) kommt ,,vom Lande“ -> Rest der Familie ebenfalls (?) Repräsentant der Familie im jüdischen Sinne: Clan, vor dem die Mitglieder verantwortlich sind → um die Reputation der Familie besorgt bis er von der Verhaftung seines Neffen hört, hat er keinen Kontakt zu ihm autoritärer Charakter: vermittelt sofort den Kontakt zu Advokat Huld, der K. aber kaum weiterhilft alter Schulkollege von Josefs Onkel erklärt sich dazu bereit, den Fall zu übernehmen ist herzkrank und muss deshalb vom Bett aus arbeiten → Zeichen seiner relativen Schwäche / Einflusslosigkeit → Machtlosigkeit gegenüber des Gerichtes O Josef K. wird nach und nach immer unzufriedener mit der Arbeit des Anwalts (keine positiven Fortschritte, K. wird immer nur vertröstet) eitel (schwärmt von seinen „großartigen“ Kontakten) kompensiert Machtlosigkeit gegenüber des Gerichts mit Entwürdigung seiner Klienten beteuert ständig, dass die Fertigstellung der ersten Einreichung" kurz bevorstehe hält moralische Vorträge, stellt aber keine Fragen zu Josef K.s Schuld Josef K. entzieht ihm schließlich die Verantwortung für den Fall Pflegerin des Advokaten Huld jung (wird als Mädchen beschrieben, auch wenn ihr genaues Alter nicht erwähnt wird) kontaktfreudig, neugierig, offensiv möchte um jeden Preis Kontakt mit K. → wirft für Aufmerksamkeit Teller gegen eine Wand, um K. aus dem Raum zu locken nutzt Funktion als Pflegerin um Kollektion an sexuell abhängigen Angeklagten zu erweitern/ Machtbedürfnis zu befriedigen hat Kontakte zum Gericht und will diese zugunsten von K. nutzen spricht offen über seine Geliebte Elsa und möchte offenbar ihre Position einnehmen 2 Der Prozess - Franz Kafka Abi 2017, Deutsch-LK, Q2 Geliebte von Josef K. tritt im Buch selbst nicht auf, sondern wird nur erwähnt arbeitet abends und nachts in einem Weinlokal als Kellnerin → Prostituierte? scheinbar oberflächliche und lockere Beziehung, K. liegt offenbar nichts an ihr Gerichtsmaler Titorelli erbliches Amt des Gerichtsmaler: kein wahrere Künstler → Funktionär des Gerichts zeigt K. die widersprüchliche Struktur des Gesetzes auf: 1. Echter Freispruch (Das Gericht entscheidet den Freispruch von sich aus) 2. Scheinbarer Freispruch (Maler müsste eine Musterformulierung für den Freispruch verwenden und für K.s Unschuld bürgen, ginge in Richtung Dokumentenfälschung) 3. Verschleppung (Es wird auf Zeit gespielt, indem ständig neue Zeugen etc. erfunden werden. So wird der Prozess am Laufen gehalten und ein Urteil hinausgeschoben) Aufzeigen der Hoffnungslosigkeit des Prozesses von K. Gefängniskaplan (Gefängnispfarrer) ist im Staatsdienst und weiß von Josefs Prozess Vertreter des Gerichts → instruiert K. über bevorstehende Verurteilung erzählt Josef die Parabel ,,Vor dem Gesetz", gibt aber keine klare Interpretation (erwähnt einige Möglichkeiten, verwirft sie aber wieder, offenbar um K. zu verwirren) konkrete Absicht hinter dem Treffen bleibt unklar weist K. den Weg, als dieser sich am Ende des Treffens im dunklen Dom verirrt → geistige Desorientierung K.s Parallelen zwischen Franz Kafka und Josef K. Mirjam Kobold Kafka litt sein Leben lang unter seinem strengen, autoritären Vater Kafka nach Kaiser Franz Joseph benannt → Josef K. → Kafka Kafka arbeitet in einer Versicherung, eine Branche die den Banken sehr ähnlich ist beginnt im August 1914 im Alter von 31 Jahren mit Arbeit am ,,Prozess" am Vorabend seines 31. Geburtstages entlobt er sich mit Felice Bauer, hier lässt Kafka seinen Helden Josef K. sterben. Er fährt zu ihr und hat eine folgenschwere Aussprache in ihrem Hotelzimmer, fast so wie die Untersuchung in dem Zimmer der Frau Bürstner in Josef K.s Pension. → Kafka einen Prozess mit sich selbst, verurteilt sich und fühlt sich schuldig. auch seiner Familie gegenüber große Schuldgefühle, da er Felice Bauer bereits schon einmal heiraten wollte. Diese Schuld, dieser innere Prozess, findet sich auch im Werk wieder das zentrale Thema: schuldig sein ohne aktiv etwas getan zu haben (,,Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet".) Der Erzähler und das Erzählverhalten Personaler Erzähler Josef K. = Wahrnehmungszentrum Beschränkte Perspektive = begrenztes Wissen → Beklemmung und Unausweichlichkeit des Geschehens für Leser 3 Der Prozess Franz Kafka Abi 2017, Deutsch-LK, Q2 Vieles wird hypothetisch (als Vermutung K.s) dargestellt. ➜ Irritierung des Lesers, aktiv an der Sinnstiftung beteiligt Jedoch immer wieder Momente des Kommentierens, der Distanz/Relativierung von K.s Position (durch andere Figuren) Zeitgestaltung Das 31. Lebensjahr Josef K.s (Übergang von Jüngling zum reifen Mann) Relative Zeitangaben → kein Bezug zur historischen Zeit Ereignisse stagnierend dargestellt z. B. Folterszene, Eingabe ans Gericht, die Verhöre Schauplätze und Raumgestaltung Symbolisch aufgeladene Räume Existenz zweier Welten: Stadt = Lebensumfeld K.s, bürgerliche Normalität →"ordentlich, pünktlich, arbeitssam" von der Gegenwelt des Gerchts unterwandert hinter bürgerlicher Fassade auch Verwerfliches (z. B. Prügler in Rumpelkammer der Bank) Schuld Merkmale der Schuld im ,,Proceß": Vorstadt Mirjam Kobold = Welt des Gerichts, proletarisches Milieu Sprache und Stil ,,Kanzleistil": Sachlichkeit, kein rhetorischer Schmuck, wenig Metaphern → ,,kafkaesk" Themen und Motive Die Schuld K.s könnte bestehen in: Nüchternheit in scharfem Kontrast zu grotesken Vorgängen Genauigkeit, aber kein Realismus: Darstellung des Fantastischen, als wäre es real Stil der Schwebe: keine Eindeutigkeit, sondern Ambivalenz; keine Fakten, sondern Hypothesen Figurenrede: der Rolle, dem Beruf, der seelischen Situation des Sprechenden angepasst Gericht und Kanzleien labyrinthisch angelegt →Undurchdringbarkeit d. Gerichts K. wird im Verlauf des Prozesses zunehmend schuldig Das Gericht wird von K.s Schuld angezogen Huld weist K. auf den Aberglauben hin, man könne die Schuld eines Beklagten an dessen Lippen ablesen; der Antragsteller, mit dem K. in den Kanzleien spricht, liest dessen Lippen - und erschrickt! Seiner Unkenntnis des Gesetzes und seiner Weigerung, den Weisungen des Der Prozess - Franz Kafka Abi 2017, Deutsch-LK, Q2 Gerichts Folge zu leisten Der Tatsache, dass er sich seinen Mitmenschen entzieht und keine Bindung aufrecht erhalten kann → Verantwortung der Familie gegenüber? seinem berechnenden, egozentrischen Charakter seinem Versagen als Mitmensch (Prügler-Szene, Erna, Frau des Gerichtsdieners) Die Weigerung, die ihm zugemutete Schuld anzuerkennen (und im Festhalten an seiner Unschuld) seiner Hingabe an den Beruf (und damit in seiner Entfremdung vom Ich) seiner Hingabe an den Prozess (und in der Vernachlässigung seiner weiteren Verpflichtungen) seiner Unfähigkeit, seine existenzielle Schuld wahrzunehmen Mirjam Kobold Kafka zeigt in Metaphern das Verborgene und Verdrängte aus der Seele des Josef K. auf. So ist die Kammer im Kapitel der Prügler auch ein Sinnbild für das Verdrängte in ihm. Kafkas Werk beschreibt die Versuche des Angeklagten Josef K., sich von der ihm auferlegten Schuld zu befreien. → Auch innere Schuldzuweisung bedeutsam → die äußeren Vorgänge sind stets Stellvertreter für das was im Inneren vor sich geht. Prozess gegen Josef K. = innerer Kampf von Kafka gegen sich selbst und seine Schuldgefühle Josef K. wandelt im ganzen Roman zwischen zwei Extremen: Zum Einen versucht er die Anklage abzustreiten, will sie verdrängen, zum anderen geht er in die Offensive. Bis zum Kapitel im Dom wechselt er zwischen diesen Polen hin und her, erst am Ende gibt er auf. Was bleibt ist Scham. Der Zusammenhang zwischen Schuld und Scham ist mit einigem Nachdenken schlüssig - wer etwas getan hat, sich also schuldig gemacht hat, der schämt sich dafür nachdem er seine Schuld erkannt hat. Das Ende des Romans ist als kein Zufall. Frauen Insgesamt fällt auf: K. wird von den ihn umgebenden Frauen verehrt (Ausnahme: Fräulein Bürstner) K. ,,wirbt Helferinnen“, nutzt deren Gerichtsbezug für seine Zwecke (Objektbeziehung zu Frauen) Fräulein Bürstner scheint in Verbindung zum Prozess zu stehen (Gespräch nach der Verhaftung, Auftauchen auf dem Weg zur Tötung K.s) Drei Frauentypen treten auf: Die verlockende, fremde, rätselhafte Frau: Leni, Elsa, Frau des Gerichtsdieners(K. steht immer in Konkurrenz zu anderen Männern) Die Mutterfigur: Frau Grubach, K.s Mutter (verwitwet oder unverheiratet, Ausfall der Vaterfigur) Die Unschuldige, Reine, Hilfreiche: Fräulein Bürstner, Fräulein Montag, Erna, Mädchen in der Kanzlei (halten Distanz zu K. oder sind seinem Zugriff entzogen) → Keine Beständige Bindung zu Frauen Allen 5 Frauen (Frl. Bürstner, Frau des Gerichtsdieners, K's Freundin Elsa, Leni, Hasterers Freundin Helene) haftet etwas Dirnenhaftes, Unheimliches an. Die Vaterproblematik Gericht als autoritäre System → stellvertretende Vaterstelle für Josef K. Gericht = absolut regierende Machtgestalt: Isolation, Reduktion des Selbstwertgefühls → totale Unterwerfung 5

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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Bürstner kaum, sie scheint nur eine untergeordnete Rolle zu spielen ,,er hatte mit ihr nicht viel mehr als die Grußworte gewechselt" die Wahrheit ist: das Verhältnis zu Frl. Bürstner schwankt entsprechend dem Prozess 1 Der Prozess - Franz Kafka Abi 2017, Deutsch-LK, Q2 Mirjam Kobold Vor der Hinrichtung glaubt K. Frl. Bürstner in der Ferne zu sehen; letzte vage Erinnerung an die Liebe zu einer Frau, die es im Roman nicht gibt → bei Anblick wird ihm klar, dass Widerstand zwecklos ist Fräulein Montag auffällig ist, dass K. den Ruf von Frl. Bürstner verteidigt; dass er sich Sorgen um sie macht; dass er den Namen eines Zimmernachbars (auf den er wegen ihr eifersüchtig ist) nennt, als er den Weg zum Verhandlungssaal nicht findet Verbindung zum Prozess: Frl. Bürstner als eigentliche Instanz, vor der sich K. zu verantworten hat → tatsächliche Antagonistin K.s➜ Fixierung auf Prozess = Fixierung auf Frl. Bürstner Frau Grubach Leni Selbstbewusste Mittlerfigur vereitelt jede Beziehung K.s zu ihrer Freundin Frl. Bürstner Elsa Josefs Onkel Karl Vermieterin der Pension, in der Josef K. wohnt er spricht nur einmal mit ihr (nach der Verhaftung) Advokat Huld (Anwalt) kommt ,,vom Lande“ -> Rest der Familie ebenfalls (?) Repräsentant der Familie im jüdischen Sinne: Clan, vor dem die Mitglieder verantwortlich sind → um die Reputation der Familie besorgt bis er von der Verhaftung seines Neffen hört, hat er keinen Kontakt zu ihm autoritärer Charakter: vermittelt sofort den Kontakt zu Advokat Huld, der K. aber kaum weiterhilft alter Schulkollege von Josefs Onkel erklärt sich dazu bereit, den Fall zu übernehmen ist herzkrank und muss deshalb vom Bett aus arbeiten → Zeichen seiner relativen Schwäche / Einflusslosigkeit → Machtlosigkeit gegenüber des Gerichtes O Josef K. wird nach und nach immer unzufriedener mit der Arbeit des Anwalts (keine positiven Fortschritte, K. wird immer nur vertröstet) eitel (schwärmt von seinen „großartigen“ Kontakten) kompensiert Machtlosigkeit gegenüber des Gerichts mit Entwürdigung seiner Klienten beteuert ständig, dass die Fertigstellung der ersten Einreichung" kurz bevorstehe hält moralische Vorträge, stellt aber keine Fragen zu Josef K.s Schuld Josef K. entzieht ihm schließlich die Verantwortung für den Fall Pflegerin des Advokaten Huld jung (wird als Mädchen beschrieben, auch wenn ihr genaues Alter nicht erwähnt wird) kontaktfreudig, neugierig, offensiv möchte um jeden Preis Kontakt mit K. → wirft für Aufmerksamkeit Teller gegen eine Wand, um K. aus dem Raum zu locken nutzt Funktion als Pflegerin um Kollektion an sexuell abhängigen Angeklagten zu erweitern/ Machtbedürfnis zu befriedigen hat Kontakte zum Gericht und will diese zugunsten von K. nutzen spricht offen über seine Geliebte Elsa und möchte offenbar ihre Position einnehmen 2 Der Prozess - Franz Kafka Abi 2017, Deutsch-LK, Q2 Geliebte von Josef K. tritt im Buch selbst nicht auf, sondern wird nur erwähnt arbeitet abends und nachts in einem Weinlokal als Kellnerin → Prostituierte? scheinbar oberflächliche und lockere Beziehung, K. liegt offenbar nichts an ihr Gerichtsmaler Titorelli erbliches Amt des Gerichtsmaler: kein wahrere Künstler → Funktionär des Gerichts zeigt K. die widersprüchliche Struktur des Gesetzes auf: 1. Echter Freispruch (Das Gericht entscheidet den Freispruch von sich aus) 2. Scheinbarer Freispruch (Maler müsste eine Musterformulierung für den Freispruch verwenden und für K.s Unschuld bürgen, ginge in Richtung Dokumentenfälschung) 3. Verschleppung (Es wird auf Zeit gespielt, indem ständig neue Zeugen etc. erfunden werden. So wird der Prozess am Laufen gehalten und ein Urteil hinausgeschoben) Aufzeigen der Hoffnungslosigkeit des Prozesses von K. Gefängniskaplan (Gefängnispfarrer) ist im Staatsdienst und weiß von Josefs Prozess Vertreter des Gerichts → instruiert K. über bevorstehende Verurteilung erzählt Josef die Parabel ,,Vor dem Gesetz", gibt aber keine klare Interpretation (erwähnt einige Möglichkeiten, verwirft sie aber wieder, offenbar um K. zu verwirren) konkrete Absicht hinter dem Treffen bleibt unklar weist K. den Weg, als dieser sich am Ende des Treffens im dunklen Dom verirrt → geistige Desorientierung K.s Parallelen zwischen Franz Kafka und Josef K. Mirjam Kobold Kafka litt sein Leben lang unter seinem strengen, autoritären Vater Kafka nach Kaiser Franz Joseph benannt → Josef K. → Kafka Kafka arbeitet in einer Versicherung, eine Branche die den Banken sehr ähnlich ist beginnt im August 1914 im Alter von 31 Jahren mit Arbeit am ,,Prozess" am Vorabend seines 31. Geburtstages entlobt er sich mit Felice Bauer, hier lässt Kafka seinen Helden Josef K. sterben. Er fährt zu ihr und hat eine folgenschwere Aussprache in ihrem Hotelzimmer, fast so wie die Untersuchung in dem Zimmer der Frau Bürstner in Josef K.s Pension. → Kafka einen Prozess mit sich selbst, verurteilt sich und fühlt sich schuldig. auch seiner Familie gegenüber große Schuldgefühle, da er Felice Bauer bereits schon einmal heiraten wollte. Diese Schuld, dieser innere Prozess, findet sich auch im Werk wieder das zentrale Thema: schuldig sein ohne aktiv etwas getan zu haben (,,Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet".) Der Erzähler und das Erzählverhalten Personaler Erzähler Josef K. = Wahrnehmungszentrum Beschränkte Perspektive = begrenztes Wissen → Beklemmung und Unausweichlichkeit des Geschehens für Leser 3 Der Prozess Franz Kafka Abi 2017, Deutsch-LK, Q2 Vieles wird hypothetisch (als Vermutung K.s) dargestellt. ➜ Irritierung des Lesers, aktiv an der Sinnstiftung beteiligt Jedoch immer wieder Momente des Kommentierens, der Distanz/Relativierung von K.s Position (durch andere Figuren) Zeitgestaltung Das 31. Lebensjahr Josef K.s (Übergang von Jüngling zum reifen Mann) Relative Zeitangaben → kein Bezug zur historischen Zeit Ereignisse stagnierend dargestellt z. B. Folterszene, Eingabe ans Gericht, die Verhöre Schauplätze und Raumgestaltung Symbolisch aufgeladene Räume Existenz zweier Welten: Stadt = Lebensumfeld K.s, bürgerliche Normalität →"ordentlich, pünktlich, arbeitssam" von der Gegenwelt des Gerchts unterwandert hinter bürgerlicher Fassade auch Verwerfliches (z. B. Prügler in Rumpelkammer der Bank) Schuld Merkmale der Schuld im ,,Proceß": Vorstadt Mirjam Kobold = Welt des Gerichts, proletarisches Milieu Sprache und Stil ,,Kanzleistil": Sachlichkeit, kein rhetorischer Schmuck, wenig Metaphern → ,,kafkaesk" Themen und Motive Die Schuld K.s könnte bestehen in: Nüchternheit in scharfem Kontrast zu grotesken Vorgängen Genauigkeit, aber kein Realismus: Darstellung des Fantastischen, als wäre es real Stil der Schwebe: keine Eindeutigkeit, sondern Ambivalenz; keine Fakten, sondern Hypothesen Figurenrede: der Rolle, dem Beruf, der seelischen Situation des Sprechenden angepasst Gericht und Kanzleien labyrinthisch angelegt →Undurchdringbarkeit d. 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Frauen Insgesamt fällt auf: K. wird von den ihn umgebenden Frauen verehrt (Ausnahme: Fräulein Bürstner) K. ,,wirbt Helferinnen“, nutzt deren Gerichtsbezug für seine Zwecke (Objektbeziehung zu Frauen) Fräulein Bürstner scheint in Verbindung zum Prozess zu stehen (Gespräch nach der Verhaftung, Auftauchen auf dem Weg zur Tötung K.s) Drei Frauentypen treten auf: Die verlockende, fremde, rätselhafte Frau: Leni, Elsa, Frau des Gerichtsdieners(K. steht immer in Konkurrenz zu anderen Männern) Die Mutterfigur: Frau Grubach, K.s Mutter (verwitwet oder unverheiratet, Ausfall der Vaterfigur) Die Unschuldige, Reine, Hilfreiche: Fräulein Bürstner, Fräulein Montag, Erna, Mädchen in der Kanzlei (halten Distanz zu K. oder sind seinem Zugriff entzogen) → Keine Beständige Bindung zu Frauen Allen 5 Frauen (Frl. Bürstner, Frau des Gerichtsdieners, K's Freundin Elsa, Leni, Hasterers Freundin Helene) haftet etwas Dirnenhaftes, Unheimliches an. 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