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Interpretation "Konrad und was übrig bleibt" von Gabrielle Wohmann

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 Interpretation ,,Konrad und was übrig bleibt" - Gabrielle Wohmann
Die Kurzgeschichte ,,Konrad und was übrig bleibt" von Gabrielle Wohmann i

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11/12/10

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Interpretation ,,Konrad und was übrig bleibt" - Gabrielle Wohmann Die Kurzgeschichte ,,Konrad und was übrig bleibt" von Gabrielle Wohmann ist 1968, das Jahr des Umbruchs, veröffentlicht worden. Sie thematisiert den schwierigen Umgang und das Verhalten einer Familie, vor allem den Eltern, mit ihrem gestörten Kind. Die Kurzgeschichte „Konrad und was übrig bleibt“ beginnt mit einer Beschreibung des Aussehens von Konrad mit vor allem der Aussage, dass Konrad komisch aussieht. Er trägt eine Jacke, die nicht gut an ihm aussieht, hat einen großen Kopf und abstehende Haare. (vgl. Z.1-14). Im zweiten Abschnitt wird über die Arbeit des Vaters berichtet, dieser hat nämlich zwei Metzgergeschäfte und kauft ein neues Auto für die Familie (vgl. Z. 15-20). Danach wird über den Onkel Wachsmann geredet, da dieser in einem Obdachlosenheim wohnt und öfter auf Konrad aufpasst, indem er mit ihm spazieren geht (vgl. Z. 22-43). Im vierten Abschnitt wird über die Gewohnheit der Familie berichtet, am Samstag als Kind immer im Bett der Eltern zu liegen und dort einzuschlafen (vgl. Z. 44-49). Es wird darüber erzählt, wie Konrads Zukunft nach dem Kindergarten in der Sonderschule ablaufen soll, denn sein Onkel soll ihn immer hinbringen und abholen, sowie danach den Nachmittag mit ihm zu verbringen (vgl. Z. 50-58). Zuletzt wird beschrieben, dass Konrad oft von anderen Kindern geärgert wurde...

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(vgl. Z. 59-66). Konrad stirbt und sein Vater muss vor Gericht und seine Spielsachen werden von der Mutter unter den anderen Geschwistern aufgeteilt (vgl. Z. 66-83). Die Eltern von Konrad können und wollen nicht mit ihrem behinderten Kind umgehen und ignorieren bzw. vernachlässigen ihn und ihre elterlichen Pflichten komplett. Konrad stellt eine Belastung für sie dar, die sie nicht tragen wollen, da es ihr Ansehen ruiniert. Die Kurzgeschichte wird durch einen heterodiegetischen Erzähler erzählt, der die Allsicht hat und somit nullfokalisiert wird. Die Allsicht wird dadurch deutlich, dass man Einblicke in die Gefühle der Figur bekommt, z.B., dass die Mutter ihre anderen Kinder lieber mag als Konrad (vgl. Z. 76-77). Oftmals sind die Gefühle aber nicht direkt ausgedrückt, sondern sind eher zwischen den Zeilen zu finden. Zudem hat man als Leser das Gefühl, dass der Erzähler mehr weiß, als er eigentlich sagt. Teilweise fehlen in der Kurzgeschichte Zusammenhänge und Hintergründe, die der Erzähler zwar kennt, aber nicht mitteilt. Der Leser bekommt beim Lesen den Eindruck, als würde er direkt in das Geschehen hineingeschleudert werden. Dies sind allerdings typische Merkmale einer Kurzgeschichte, denn es findet eine Zeitraffung statt, da die erzählte Zeit, also der Zeitraum über den sich die Geschichte erstreckt, deutlich größer ist als die Erzählzeit, welche die Zeit meint, die der Erzähler braucht, um die Geschichte zu erzählen. Der Text ist hauptsächlich hypotaktisch aufgebaut, da der heterodiegetische Erzähler außerhalb der erzählten Welt steht und der Satzbau keine Eigenschaften der Figuren wiederspielt. Der Text startet direkt mit der Aussage, dass Konrad ,,in der pelzgefütterten Wildlederjacke nicht vorteilhaft" (Z.1) aussah. Er wird für den Eindruck des Lesers direkt runtergemacht. Direkt danach folgt die Aussage, dass „sowohl seine älteren als auch seine jüngeren Geschwister" (Z.2-3) den Eltern von Anfang an" (Z.3) besser gefielen als Konrad. Konrad wird also von den Eltern nicht als Person betrachtet, sondern immer direkt mit seinen Geschwistern verglichen. Konrads großer Kopf wird mit dem seines zweijährigen Bruders Tillmann verglichen, während beide wiederum mit den anderen hübschen Geschwistern verglichen werden (vgl. Z.5-7). Konrad war tollpatschig und „fiel so oft hin“ (Z.10), was anscheinend im Gegensatz zu den anderen Kindern etwas Neues war und somit hervorhebt, dass Konrad anders ist als seine Geschwister. Weiterhin wird gesagt, dass Konrad nach dem Kindergarten eine „Sonderschule“ (Z.55) besuchen muss und bei den Übernachtungen zusammen mit den anderen Geschwistern im Elternbett „nicht niedlich aussah“ (Z.47-48). Es wird gesagt, dass man sich im Kindergarten so um Konrad gekümmert habe, „wie um ein wohlgelungenes Kind“ (Z.59-60). All diese Aussagen lassen darauf schließen, dass Konrad ein gestörtes bzw. behindertes Kind ist, dessen Behinderung sich sowohl geistig als auch körperlich zeigt. Den Eltern fällt es schwer, Konrad zu beschreiben (vgl.13-14), was auf ein schlechtes Verhältnis zwischen beiden schließen lässt. Konrad scheint den Eltern aufgrund der Behinderung kaum etwas wert zu sein, denn im Gegensatz zu seinen Geschwistern, die zum Friseur gehen durften, wurden ihm die Haare von seiner Mutter geschnitten und das ,,ohne großen Ehrgeiz“ (Z.11). Die Eltern waren also weder bereit, etwas in Konrad zu investieren, sei dies nun Geld oder Arbeit, noch war es ihnen wichtig, wie er aussieht, da er für sie ohnehin behindert ist. Sie ignorieren ihn so sehr, dass die Mutter nicht mal weiß, welche Haarfarbe Konrad hat (vgl. Z. 12-13). Der Vater wiederum ist sehr erfolgsorientiert, da er bereits zwei Metzgergeschäfte hat (vgl. 15-16). Ihm ist wichtig, seinen Erfolg nach außen hin zu tragen und dadurch Ansehen zu erlangen, was durch den neuen Peugeot 404 und die Familienausflüge damit symbolisiert wird. Aufgrund seiner Arbeit sieht der Vater Konrad kaum und wenn er mal Zeit hat, verbringt er sie lieber mit den anderen Kindern oder schläft (vgl. Z.14-15; 18-21). Konrad ist also sowas wie das schwarze Schaf der Familie, da es ihr gesellschaftliches Ansehen schwächt und eventuell für das Versagen steht, ein gesundes Kind zu zeugen. Dadurch, dass Konrad anders als die anderen Kinder ist, wird er im Kindergarten geärgert (vgl. Z. 30). Aufgrund dessen nehmen die Eltern ihn aus dem Kindergarten, womit sie ihm seinen Kontakt zu Gleichaltrigen und Bildung verwähren, obwohl ein Konflikt zwischen Kindern kein ausschlaggebender Grund dafür ist. Dadurch ist Konrad viel Zuhause und wodurch die Mutter sich mehr um ihn kümmern muss. Konrads Anwesenheit ist nicht nur mühsam für die Mutter, er steht ihr „im Weg“ (Z.32). Es wirkt auf den Leser so, als würde die Mutter eine starke Abneigung gegen ihren eigenen Sohn Konrad hegen, da dieser nicht einfach nur da ist, sondern sie explizit bei ihren Aufgaben stört. Es scheint so, als wäre Konrad ihr lästig, was an vernachlässigter Erziehung ihrerseits oder daran liegen könnte, dass Konrad als behindertes Kind nicht dasselbe Einfühlungsvermögen hat, wie normale Kinder. Gerade diese Kinder brauchen noch mehr das Gefühl, dass sie gewollt sind und mit ihnen nichts falsch ist, was in Konrads Familie allerdings komplett fehlt, denn er bekommt von seiner Familie weder Liebe, noch Fürsorge, noch Zuspruch in irgendeiner Form. Er wird nur als Last angesehen, daher schiebt die Mutter ihn an den Onkel Wachsmann ab, der ihr anbietet die Last in Form von Konrad abzunehmen und Zeit mit ihm zu verbringen. Der Onkel ist durch einige „Unannehmlichkeiten“ obdachlos geworden und somit nicht der beste Umgang und vor allem kein Vorbild für ein Kind. Er wohnt in einem Obdachlosenheim, dass von 8 bis 15 Uhr schließt. Beide gehen gemeinsam durch Kaufhäuser und sehen sich Spielsachen an, wobei bemerkt wird, dass Konrad noch nie welche angefasst hat (vgl. Z.34-36). Auch das weist auf die fehlende Fürsorge der Eltern hin. Danach sehen sie einen Grill und werden beide hungrig (vgl. Z.36-37). Für einen Obdachlosen ist dies erklärbar, da er wenig Geld besitzt, ein Kind sollte jedoch von seinen Eltern so umsorgt werden, dass er genug essen bekommt und nicht direkt ,,mit tödlicher Sicherheit" (Z.36) hungrig wird. Auch das deutet auf die Vernachlässigung durch die Eltern hin. Des Weiteren bringt der Onkel Konrad direkt wieder nach Hause, als sein Obdachlosenheim um 15 Uhr wieder öffnet (vgl. Z.37-38), verbringt also nicht länger Zeit mit ihm als nötig. Zudem sagt er, dass er Konrad zwar mag, sich aber nach der gemeinsamen Zeit trotzdem von ihm erholen muss (vgl. Z.41- 42). Das spricht dafür, dass auch der Onkel Konrad als Last empfindet und er anstrengend für ihn ist. Später im Text wird zudem Zusammengefasst, wie Konrads Tagesablauf in der Sonderschule sein soll. Dieser soll zuerst durch den Onkel Wachsmann zur Schule gebracht werden, danach von diesem wieder abgeholt werden und zusammen Zeit mit ihm verbringen, bis das Obdachlosenheim wieder öffnet (vgl. Z. 51-58). Der Name des Onkels kann also auch als Symbol gesehen werden, da der „Wachsmann" Konrad den Tag über überwachen und auf ihn aufpassen soll. Es wirkt so auf den Leser, als wollten die Eltern ihn so möglichst wenig Zuhause haben und sie behandeln ihn durch dieses vorausplanen wie ein Ding, den Konrad wird gar nicht gefragt, ob er das überhaupt so möchte. Die Eltern erzählen, dass es sie wundert, dass Konrad Opfer eines „Triebverbrecher“ (Z.65) wurde und nicht andere, hübschere Kinder (vgl. Z.60-65). Konrad wurde also Opfer einer Straftat, wahrscheinlich einer Vergewaltigung, was zusätzlich zu der Vernachlässigung zu psychischen Schäden führen kann. Kurz danach wird in der Kurzgeschichte erzählt, dass Konrad vom Vater getötet wurde (vgl. Z.74-75). Konrad war danach „hin“ (Z.71) und die Mutter musste ihn identifizieren, was aufgrund seines besonderen Aussehens nicht schwer gewesen sein sollte. Sie sagt hingegen, dass „eine Mutter ihr Kind immer identifizieren kann“ (Z.72-73), was so wirkt als hätte sie durch die Geburt und die Liebe eine Verbindung zum Kind, was bei Konrad jedoch nicht der Fall war. Zudem wird hervorgehoben, dass obwohl Konrad tot ist, seine warme Winterjacke heil ist, was sehr erfreulich“ (Z.70) sei. Auch das lässt darauf schließen, dass die Eltern weniger um Konrad trauern, da ihnen materialistische Dinge wichtiger sind, die sie an ihre anderen Kinder weitergeben können. Vor Gericht sagt der Vater, dass er Konrad erst jetzt so richtig liebhabe (vgl. Z.77-78), wo er tot ist. Er empfindet Konrad also als Last, die er durch dessen Tod endlich losgeworden ist. Die Mutter hingegen stimmt diesen Gefühlen nicht zu, denn sie mag immer noch ihre anderen Kinder lieber als Konrad (vgl. Z.76-77). Die Aussage des Vaters klingt, als wäre Konrad jetzt sein Lieblingskind, da er weg ist und er sich somit nicht mehr mit ihm rumärgern muss. Er empfindet also auch für seine anderen Kinder nicht sonderlich viel Zuneigung, da sie versorgt werden müssen, was Arbeit bedeutet. Die Mutter hingegen liebt ihre anderen Kinder sehr, nur Konrad aufgrund seiner Behinderung nicht. Auf die Aussage des Vaters hin sagt die Mutter, dass er nicht parteiisch sein darf, welches Kind er am liebsten mag (vgl. 79-80), denn sonst würde er die andern benachteiligen. Diese ganzen Aussagen sind höchst ironisch, da die Mutter sich so darstellt, als dürfte es keine Bevorzugung bei Kindern geben, während sie das ihr Leben lang schon tut. Auch die Aussage, dass sie Ihre Kinder immer wiedererkennen würde, ist bei Konrad eher negativ konnotiert, da er einen großen Kopf hat. Beide aussagen hat sich öffentlich getätigt, sie will also ihr Ansehen bewahren und als gute Mutter dastehen, während sie die Aussage, dass sie Konrad nie geliebt hat und nur ihre anderen Kinder mag, gedacht hat. Zuletzt teilt sie Konrads Spielsachen, die er nie angefasst hat, gerecht unter allen Kindern auf und ist froh, dass sie Tillmann nun die Leier geben kann, da er sie Konrad ohnehin weggenommen hätte (vgl. Z.80-83). Auch das ist ein Widerspruch in sich, da es ungerecht ist, dass Tillmann Konrad die Leier klauen wollte, sie die anderen Dinge aber gerecht aufteilen will. Es gibt also nur eine gerechte Behandlung für ihre normalen Kinder und nicht für den behinderten Konrad. Zuletzt sagt der Onkel, dass er den „lästigen Konrad" (Z.67) vermisst, er vergleicht ihn aber auch direkt danach als einen Gefährten wie ein Hund, also sieht auch der Onkel, der ihn am meisten aus seiner Familie mochte, nicht als das Kind was er war, sondern sieht nur seine Behinderung und nimmt ihn deshalb nicht als vollwertigen Menschen. Auch darin zeigt sich, dass Konrad von keiner Seite Liebe oder Fürsorge erhalten hat. Insgesamt zieht sich durch den ganzen Text die Vernachlässigung und damit emotionale Verkümmerung von Konrad durch seine Eltern. ER wird in seiner Kindheit weder geliebt noch umsorgt und bekommt aber mit, dass das bei seinen Geschwistern ganz anders ist. Er erfährt reine Ablehnung von allen Seiten und kommt sehr früh durch seinen eigenen Vater ums Leben. Er musste oft darunter leiden, dass seinen Eltern das gesellschaftliche Ansehen wichtiger ist, als sich um ihren Sohn zu kümmern. Im Endeffekt starb er an der Engstirnigkeit seiner Eltern, die ihn aufgrund seiner Behinderung nicht als vollwertigen Menschen akzeptierten konnten. Der Text soll auf die Problematik der Behandlung behinderter Kinder aufmerksam machen, da diese trotz ihrem ,,Anderssein" Menschen sind, die es verdienen, auch so behandelt zu werden. Gerade zu der Zeit der Veröffentlichung wurde dieses Thema kaum angesprochen, obwohl es wichtig ist. Außerdem wird in dieser Kurzgeschichte nur auf das Verhalten anderer auf Konrad beschrieben, nicht aber wie sich Konrad selbst mit der ganzen Situation fühlt. Dies hat die Wirkung, dass man als Leser darüber nachdenkt, es wäre aber auch schön gewesen, ein paar Gedanken Konrads zu kennen, damit man sich besser in seine Lage hineinversetzen kann.

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(vgl. Z. 59-66). Konrad stirbt und sein Vater muss vor Gericht und seine Spielsachen werden von der Mutter unter den anderen Geschwistern aufgeteilt (vgl. Z. 66-83). Die Eltern von Konrad können und wollen nicht mit ihrem behinderten Kind umgehen und ignorieren bzw. vernachlässigen ihn und ihre elterlichen Pflichten komplett. Konrad stellt eine Belastung für sie dar, die sie nicht tragen wollen, da es ihr Ansehen ruiniert. Die Kurzgeschichte wird durch einen heterodiegetischen Erzähler erzählt, der die Allsicht hat und somit nullfokalisiert wird. Die Allsicht wird dadurch deutlich, dass man Einblicke in die Gefühle der Figur bekommt, z.B., dass die Mutter ihre anderen Kinder lieber mag als Konrad (vgl. Z. 76-77). Oftmals sind die Gefühle aber nicht direkt ausgedrückt, sondern sind eher zwischen den Zeilen zu finden. Zudem hat man als Leser das Gefühl, dass der Erzähler mehr weiß, als er eigentlich sagt. Teilweise fehlen in der Kurzgeschichte Zusammenhänge und Hintergründe, die der Erzähler zwar kennt, aber nicht mitteilt. Der Leser bekommt beim Lesen den Eindruck, als würde er direkt in das Geschehen hineingeschleudert werden. Dies sind allerdings typische Merkmale einer Kurzgeschichte, denn es findet eine Zeitraffung statt, da die erzählte Zeit, also der Zeitraum über den sich die Geschichte erstreckt, deutlich größer ist als die Erzählzeit, welche die Zeit meint, die der Erzähler braucht, um die Geschichte zu erzählen. Der Text ist hauptsächlich hypotaktisch aufgebaut, da der heterodiegetische Erzähler außerhalb der erzählten Welt steht und der Satzbau keine Eigenschaften der Figuren wiederspielt. Der Text startet direkt mit der Aussage, dass Konrad ,,in der pelzgefütterten Wildlederjacke nicht vorteilhaft" (Z.1) aussah. Er wird für den Eindruck des Lesers direkt runtergemacht. Direkt danach folgt die Aussage, dass „sowohl seine älteren als auch seine jüngeren Geschwister" (Z.2-3) den Eltern von Anfang an" (Z.3) besser gefielen als Konrad. Konrad wird also von den Eltern nicht als Person betrachtet, sondern immer direkt mit seinen Geschwistern verglichen. Konrads großer Kopf wird mit dem seines zweijährigen Bruders Tillmann verglichen, während beide wiederum mit den anderen hübschen Geschwistern verglichen werden (vgl. Z.5-7). Konrad war tollpatschig und „fiel so oft hin“ (Z.10), was anscheinend im Gegensatz zu den anderen Kindern etwas Neues war und somit hervorhebt, dass Konrad anders ist als seine Geschwister. Weiterhin wird gesagt, dass Konrad nach dem Kindergarten eine „Sonderschule“ (Z.55) besuchen muss und bei den Übernachtungen zusammen mit den anderen Geschwistern im Elternbett „nicht niedlich aussah“ (Z.47-48). Es wird gesagt, dass man sich im Kindergarten so um Konrad gekümmert habe, „wie um ein wohlgelungenes Kind“ (Z.59-60). All diese Aussagen lassen darauf schließen, dass Konrad ein gestörtes bzw. behindertes Kind ist, dessen Behinderung sich sowohl geistig als auch körperlich zeigt. Den Eltern fällt es schwer, Konrad zu beschreiben (vgl.13-14), was auf ein schlechtes Verhältnis zwischen beiden schließen lässt. Konrad scheint den Eltern aufgrund der Behinderung kaum etwas wert zu sein, denn im Gegensatz zu seinen Geschwistern, die zum Friseur gehen durften, wurden ihm die Haare von seiner Mutter geschnitten und das ,,ohne großen Ehrgeiz“ (Z.11). Die Eltern waren also weder bereit, etwas in Konrad zu investieren, sei dies nun Geld oder Arbeit, noch war es ihnen wichtig, wie er aussieht, da er für sie ohnehin behindert ist. Sie ignorieren ihn so sehr, dass die Mutter nicht mal weiß, welche Haarfarbe Konrad hat (vgl. Z. 12-13). Der Vater wiederum ist sehr erfolgsorientiert, da er bereits zwei Metzgergeschäfte hat (vgl. 15-16). Ihm ist wichtig, seinen Erfolg nach außen hin zu tragen und dadurch Ansehen zu erlangen, was durch den neuen Peugeot 404 und die Familienausflüge damit symbolisiert wird. Aufgrund seiner Arbeit sieht der Vater Konrad kaum und wenn er mal Zeit hat, verbringt er sie lieber mit den anderen Kindern oder schläft (vgl. Z.14-15; 18-21). Konrad ist also sowas wie das schwarze Schaf der Familie, da es ihr gesellschaftliches Ansehen schwächt und eventuell für das Versagen steht, ein gesundes Kind zu zeugen. Dadurch, dass Konrad anders als die anderen Kinder ist, wird er im Kindergarten geärgert (vgl. Z. 30). Aufgrund dessen nehmen die Eltern ihn aus dem Kindergarten, womit sie ihm seinen Kontakt zu Gleichaltrigen und Bildung verwähren, obwohl ein Konflikt zwischen Kindern kein ausschlaggebender Grund dafür ist. Dadurch ist Konrad viel Zuhause und wodurch die Mutter sich mehr um ihn kümmern muss. Konrads Anwesenheit ist nicht nur mühsam für die Mutter, er steht ihr „im Weg“ (Z.32). Es wirkt auf den Leser so, als würde die Mutter eine starke Abneigung gegen ihren eigenen Sohn Konrad hegen, da dieser nicht einfach nur da ist, sondern sie explizit bei ihren Aufgaben stört. Es scheint so, als wäre Konrad ihr lästig, was an vernachlässigter Erziehung ihrerseits oder daran liegen könnte, dass Konrad als behindertes Kind nicht dasselbe Einfühlungsvermögen hat, wie normale Kinder. Gerade diese Kinder brauchen noch mehr das Gefühl, dass sie gewollt sind und mit ihnen nichts falsch ist, was in Konrads Familie allerdings komplett fehlt, denn er bekommt von seiner Familie weder Liebe, noch Fürsorge, noch Zuspruch in irgendeiner Form. Er wird nur als Last angesehen, daher schiebt die Mutter ihn an den Onkel Wachsmann ab, der ihr anbietet die Last in Form von Konrad abzunehmen und Zeit mit ihm zu verbringen. Der Onkel ist durch einige „Unannehmlichkeiten“ obdachlos geworden und somit nicht der beste Umgang und vor allem kein Vorbild für ein Kind. Er wohnt in einem Obdachlosenheim, dass von 8 bis 15 Uhr schließt. Beide gehen gemeinsam durch Kaufhäuser und sehen sich Spielsachen an, wobei bemerkt wird, dass Konrad noch nie welche angefasst hat (vgl. Z.34-36). Auch das weist auf die fehlende Fürsorge der Eltern hin. Danach sehen sie einen Grill und werden beide hungrig (vgl. Z.36-37). Für einen Obdachlosen ist dies erklärbar, da er wenig Geld besitzt, ein Kind sollte jedoch von seinen Eltern so umsorgt werden, dass er genug essen bekommt und nicht direkt ,,mit tödlicher Sicherheit" (Z.36) hungrig wird. Auch das deutet auf die Vernachlässigung durch die Eltern hin. Des Weiteren bringt der Onkel Konrad direkt wieder nach Hause, als sein Obdachlosenheim um 15 Uhr wieder öffnet (vgl. Z.37-38), verbringt also nicht länger Zeit mit ihm als nötig. Zudem sagt er, dass er Konrad zwar mag, sich aber nach der gemeinsamen Zeit trotzdem von ihm erholen muss (vgl. Z.41- 42). Das spricht dafür, dass auch der Onkel Konrad als Last empfindet und er anstrengend für ihn ist. Später im Text wird zudem Zusammengefasst, wie Konrads Tagesablauf in der Sonderschule sein soll. Dieser soll zuerst durch den Onkel Wachsmann zur Schule gebracht werden, danach von diesem wieder abgeholt werden und zusammen Zeit mit ihm verbringen, bis das Obdachlosenheim wieder öffnet (vgl. Z. 51-58). Der Name des Onkels kann also auch als Symbol gesehen werden, da der „Wachsmann" Konrad den Tag über überwachen und auf ihn aufpassen soll. Es wirkt so auf den Leser, als wollten die Eltern ihn so möglichst wenig Zuhause haben und sie behandeln ihn durch dieses vorausplanen wie ein Ding, den Konrad wird gar nicht gefragt, ob er das überhaupt so möchte. Die Eltern erzählen, dass es sie wundert, dass Konrad Opfer eines „Triebverbrecher“ (Z.65) wurde und nicht andere, hübschere Kinder (vgl. Z.60-65). Konrad wurde also Opfer einer Straftat, wahrscheinlich einer Vergewaltigung, was zusätzlich zu der Vernachlässigung zu psychischen Schäden führen kann. Kurz danach wird in der Kurzgeschichte erzählt, dass Konrad vom Vater getötet wurde (vgl. Z.74-75). Konrad war danach „hin“ (Z.71) und die Mutter musste ihn identifizieren, was aufgrund seines besonderen Aussehens nicht schwer gewesen sein sollte. Sie sagt hingegen, dass „eine Mutter ihr Kind immer identifizieren kann“ (Z.72-73), was so wirkt als hätte sie durch die Geburt und die Liebe eine Verbindung zum Kind, was bei Konrad jedoch nicht der Fall war. Zudem wird hervorgehoben, dass obwohl Konrad tot ist, seine warme Winterjacke heil ist, was sehr erfreulich“ (Z.70) sei. Auch das lässt darauf schließen, dass die Eltern weniger um Konrad trauern, da ihnen materialistische Dinge wichtiger sind, die sie an ihre anderen Kinder weitergeben können. Vor Gericht sagt der Vater, dass er Konrad erst jetzt so richtig liebhabe (vgl. 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Auch die Aussage, dass sie Ihre Kinder immer wiedererkennen würde, ist bei Konrad eher negativ konnotiert, da er einen großen Kopf hat. Beide aussagen hat sich öffentlich getätigt, sie will also ihr Ansehen bewahren und als gute Mutter dastehen, während sie die Aussage, dass sie Konrad nie geliebt hat und nur ihre anderen Kinder mag, gedacht hat. Zuletzt teilt sie Konrads Spielsachen, die er nie angefasst hat, gerecht unter allen Kindern auf und ist froh, dass sie Tillmann nun die Leier geben kann, da er sie Konrad ohnehin weggenommen hätte (vgl. Z.80-83). Auch das ist ein Widerspruch in sich, da es ungerecht ist, dass Tillmann Konrad die Leier klauen wollte, sie die anderen Dinge aber gerecht aufteilen will. Es gibt also nur eine gerechte Behandlung für ihre normalen Kinder und nicht für den behinderten Konrad. 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