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Sprachwandel und Sprachverfall

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 Patricia Siebke, 12a Deutsch
Material Sprachwandel Sprachverfall Erläuterung des Arguments un eigenen Worten
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Deutsch - Klausurersatzleistung zum Thema Sprachwandel / Sprachverfall in Form eines Radiofeatures. Note: 14 Punkte(1). 😊

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Patricia Siebke, 12a Deutsch Material Sprachwandel Sprachverfall Erläuterung des Arguments un eigenen Worten M1 M1 M1 M1 M1 M1 X X X X X Klausurersatzleistung ,,Radiofeature: Sprachwandel oder Sprachverfall?" Material für die Argumentation X Die deutsche Sprache war nur 1x bedroht und das war im 16. & 17. Jahrhundert. Zu der Zeit sprachen die gebildeten Menschen nur Französisch und Latein. Nur die Bauern nutzten noch die deutsche Sprache. Es wurde als mühsam angesehen, das Deutsch wieder allgemein einzuführen. Doch heute gibt es diese Bedrohung keines Wegs mehr. Es gibt nur einen Sprachwandel, welcher vollkommen normal ist. Englische Wörter dominieren heutzutage die deutsche Sprache. 1985 war nur einer von 100 Begriffen englisch, heute sind es schon 23. Der AnglizismenIndex macht 6.000 Wörter aus. Zwischen 1892 & 1996 ist der Fremdwörter-Anteil fast gleich geblieben. Wenn Beispielsweise Anglizismen zur deutschen Sprache hinzukommen, dann verschwinden dafür französische Lehnwörter. Es gibt einen ständigen Austausch. Es kommt darauf an, wo man hinschaut. Auf Firmenschildern oder in Slogans findet man oft Anglizismen, doch in Nachrichten oder Zeitungen wie der Tagesschau oder der Welt findet man vernünftiges Deutsch. Von 1.000 Anglizismen haben nur 100 einen Sinn, wie z.B. ,,foul" oder "fair". Andere Begriffe wie „Stalker" können beispielsweise mit ,,Nachsteller" ersetzt werden. Anglizismen sind eine Bereicherung und machen die deutsche Sprache vielfältiger. Der Begriff ,,Mädchen" hat beispielsweise eine ganz andere Wirkung als der Begriff ,,Girl". 1 22.04.2021 Zitate Rudi Keller, Professor für Germanistik an der Universität Düsseldorf: ,,Was wir als Sprachverfall wahrnehmen, ist nichts anderes als...

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der allgegenwärtige Sprachwandel. Und den hat es immer schon gegeben." Rudi Keller, Professor für Germanistik an der Universität Düsseldorf: ,,Ich bin auch absolut sicher, dass in 20 jähren kein Mensch mehr cool sagen wird, so wie man heute nicht mehr knorke oder dufte sagt." Patricia Siebke, 12a Deutsch Material Sprachwandel Sprachverfall M1 M2 M2 M2 M2 X X Xx X X Erläuterung des Arguments un eigenen Worten Durch das häufige Verwenden von Englisch hat die Sprache darunter gelitten. Dadurch, dass es eine globale Sprache ist, wurde es oftmals verbogen und vereinfacht. Man sollte sich Sorgen um den Bestand der deutschen Sprache machen. Englisch dominiert die Alltagssprache. Auf Bahnhöfen gibt es beispielsweise keine Schalter für Auskünfte, sondern einen Service Point. Zudem findet man häufig das englische Genitiv-Apostroph im Deutschen, obwohl es grammatikalisch falsch ist. Man verwendet Anglizismen / Englisch, um Satzstrukturen moderner wirken zu lassen. Sie dienen also sozusagen als Dekoration. Die sprachliche Modernisierung, die hier erzielt werden soll, ist dadurch unecht. Sprachwandel ist normal. Im 18. Jahrhundert gab es beispielsweise einen Import von französischen Wendungen, was das deutsche allerdings gut überstanden hat. Die meisten Ausdrücke sind nämlich wieder in den Hintergrund geraten und einzelne andere haben sich eingedeutscht. So wird es womöglich auch mit den englischen Ausdrücken laufen. Die deutsche Sprache wird auch diese Periode gut überstehen. Das globalisierte Englisch geht mit einer Simplifizierung einher. Zum einen ersetzen die neuen Ausdrücke deutsche Begrifflichkeiten und zum anderen verdrängen diese die natürliche Wortbildung des Deutschen. Die deutsche Sprache wird also allgemein eingeschränkt und nicht vollständig ausgeschöpft. 2 Zitate 22.04.2021 Jens Jensen: ,,Den Import von französischen Wendungen des 18. Jahrhunderts hat das Deutsche allerdings gut überstanden. Die meisten Ausdrücke sind wieder verschwunden; die übrigen haben sich bis zur Unkenntlichkeit in den Wurzelbestand des Deutschen eingedost." Jens Jensen: „Die englischen oder pseudoenglischen Ausdrücke kommen nämlich nicht einfach hinzu, sie ersetzen auch nicht nur deutsche Wörter, was schlimmstenfalls überflüssig wäre. Sie verdrängen vielmehr die natürliche Wortbildung des Deutschen, die keinerlei Schwierigkeiten mit Neologismen hätte..." Patricia Siebke, 12a Deutsch Material Sprachwandel Sprachverfall M3 M3 M3 M3 X X X X Erläuterung des Arguments un eigenen Worten Die heute normalisierte deutsche Sprache stützt sich sogar teilweise auf dem Englischen. Das Wort „Keks“ ist heute für alle Bürgerinnen und Bürger vollkommen Deutsch. Doch dieses Wort stützt sich auf dem englischen „Cake“. Durch die Germanisierung des Wortes wurde es 1919 auch im Duden aufgenommen. Nun war das Wort „Feingebäck" nicht mehr modern. Es wäre also unfair neue englische Trendwörter zu kritisieren, da sie in Zukunft vielleicht sogar zu unserem normalen Sprach-Repertoire gehören könnten. Der Sprachwandel ist ein Prozess, auf den keiner einen Einfluss hat. In dem Punkt Sprache, kann niemand ein Machtwort sprechen, welche Wörter man nutzen soll und welche nicht. In der deutschen Sprache kommt es ständig zu Veränderungen, das ist normal. Wörter kommen und gehen, was den Gebrauch angeht. Es gibt Wörter, die vom aussterben bedroht sind, wie „Federbüchse" oder ,,Jahrweiser", es gibt aber auch Wörter wie ,,Lebensmensch", die jetzt erst richtig in Fahrt kommen. Sprachwandel entsteht durch Bequemlichkeit. Je einfacher man sich ausdrücken möchte, desto mehr formale Fehler macht man. Es gibt immer wieder die Verurteilung, dass es sich um einen schlampigen Sprachgebrauch handele. Doch solange man den Fehler nicht mit Absicht macht, bestehe kein Problem bzw. Keine schwerwiegende Folge. 3 Zitate 22.04.2021 Rudi Keller, Professor für Germanistik an der Universität Düsseldorf: ,,Solange Fehler nicht systematisch gemacht werden. Bleiben sie folgenlos. Machen aber alle denselben Fehler, dann ist er keiner mehr." Patricia Siebke, 12a Deutsch Material Sprachwandel Sprachverfall Erläuterung des Arguments un eigenen Worten M3 M4 M4 M4 X X X X Neue Normen etablieren sich so gesehen wie von selbst. Es gibt eine unsichtbare Hand", die das Geschehen steuert. Besonders in der gesprochenen Sprache gibt es viele Abweichungen, bzw. Abkürzungen, die auf Faulheit / Bequemlichkeit beruhen. Aus „wir haben“ ist in der gesprochenen Sprache beispielsweise „wir ham" geworden. Dieses Phänomen hat jedoch keine Auswirkung auf die Orthographie oder auf die Schriftsprache dieser Satzstruktur. Dies kann sich ja aber natürlich auch noch ändern, das weiß man nie. Die geschriebene und gesprochene Sprache befindet sich nämlich ständig in einem Wandel. So wie sich die Sprache entwickelt, entwickelt sich auch der Duden. Aus diesem Grund findet man im Duden eine Menge englischsprachiger Wörter, wie z. B. „Elektroscooter". Auch Wörter wie ,,helikoptern" sind zu finden. Das Wörterbuch ist also nicht ironiefrei oder humorlos. Man findet Trendwörter. Jahr für Jahr kommen neue dazu, wie im 2009 ,,Weltfinanzkrise“ oder „Kreditklemme“, 2017 „Flüchtlingskrise" oder ,,Willkommenskultur und 2020 natürlich „Atemschutzmaske“, „Lockdown“ und „Covid-19". Trendwörter ändern sich nunmal, genauso wie unsere Sprache sich ändert. Das Ziel: den Wortschatz unserer Gegenwart abbilden. 2013 hat der Verein Deutsche Sprache auf den Duden reagiert. Der Verein gab dem Duden den Titel: ,,Sprachpanscher" des Jahres. (Verfälscher) Es gebe angeblich zu viele Anglizismen im Duden, die das Gesamtbild der deutschen Sprache verfälschen. Das Sprechen von Englisch ist vollkommen normal und standardisiert. Viele technische Neuerungen kommen aus Ländern, in denen Englisch gesprochen wird. Die Deutschen sprechen immer besser und lieber Englisch, im Beruf und auch im Privaten. Somit ist einem die englische Sprache nicht mehr fremd, sondern vielmehr vertraut. 4 Zitate 22.04.2021 Der Spiegel / Tobias Becker: ,,Sprache lebt und entwickelt sich weiter, der Duden offenbar auch. Die neue Normalität verlangt nach neuen Wörtern." Patricia Siebke, 12a Deutsch Material Sprachwandel Sprachverfall M4 M5 M6 X X X Erläuterung des Arguments un eigenen Worten Der Duden entwickelt sich auch anhand neuer gesellschaftlicher Normen. Es gibt nun erstmals im Duden Tipps zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch, also eine Anleitung zum „gendern“. Zu dem wurden Wörter gestrichen mit dem Zweitglied -mann, die Frauen ausschließen (Bsp. Schulmann, Beckerjunge) und auch Wörter, die Rollenklisches ausmachen (Bsp. Eheweib, Jungfernkranz). Nicht alle Anglizismen bzw. Wörter, die englisch klingen, werden eins zu eins aus der englischen Sprache übernommen. Die deutschen bauen sich aus der fremden Sprache eigene Wortneuschöpfungen zusammen. Dies hat dann nichts mehr damit zu tun, dass in Deutschland nur noch mit Englisch rumhantiert wird, sondern die Deutschen basteln sich selber neue Trendwörter zusammen. Diese kann man dann hingegen wieder als ,,deutsch" bezeichnen, denn solche Wörter werden in anderen Ländern gar nicht so verwendet. Beispiele sind „Talkmaster“ – „talk show host“, „Handy“ - „mobile“ und ,,Service Point“ - Information". Das Wort ,,Handy" gilt als Pseudoanlizismus, denn es kommt nicht aus dem Englischen, wie viele denken. In der englischen Sprache heißt „Handy“ nämlich ,,mobile phone" und „handy" bedeutet ,,handlich". Da das neue Wort anfangs nicht bei allen beliebt war, gab es 1995 eine öffentliche Ausschreibung für ein Ersatzwort. Doch da man nicht wirklich fündig geworden ist, blieb es bei der alten Bezeichnung. Das neu in Verbindung gebrachte Wort wurde in Deutschland etabliert und hat Karriere gemacht. Man spricht ja auch beispielsweise von der ,,Generation Handy". So ändert sie die Sprache immer weiter. Aus ,,Mobiltelefon" wurde ,,Handy" und auch für ,,Handy" wird es bestimmt bald eine neue Bezeichnung geben. Anfangs mag die Umstellung für einige schwierig sein, doch es ist ja offensichtlich, dass sich die Wortneuschöpfungen bzw. Anglizismen mit der Zeit in die deutsche Sprache einfinden bzw. Eingedeutscht werden. 5 22.04.2021 Zitate Der Spiegel / Tobias Becker: „Gendergerecht und genderneutral ist nun einmal der Geist der Zeit." Fanni Aspetsberger: ,,Über einen ,,Talkmaster" kann sich der englische Mutterspachler nur wundern. Der heißt für ihn nämlich ,,talk show host"." Patricia Siebke, 12a Deutsch ● Klausurersatzleistung 12.2 [Titel ,,Die Veränderung unserer Alltagssprache“ und Autor „Patricia Siebke" – mit Musik Instrumentalmusik im klassischen Stil mit einem konstanten Rhythmus] ● • O-Ton (leichter dumpfer Glockenschlag, welcher den Zuhörer aufmerksam macht.) Einleitung / Begrüßung (Moderator): Hallo und herzlich willkommen zu unserem heutigen Radio- Feature „Die Veränderung unserer Alltagssprache“. Das Thema unserer Show lautet: „Sollte man die Veränderungen in der deutschen Gegenwartssprache als Sprachwandel oder als Sprachverfall ansehen?". Persönlicher Bezug: Sie alle haben bestimmt schon einmal eine Diskussion über diesen Diskurs mitbekommen oder sich gar dazu positioniert, denn es handelt sich vollkommen um ein aktuelles Thema, welches man kritisch von verschiedenen Seiten betrachten kann. Vorstellung des Inhaltes: Aus diesem Grund möchte ich Ihnen heute ein objektives Bild von dieser Thematik geben und verschiedene Positionen und Meinungen präsentieren. Besonders für Lehramtsstudenten ist dieses Feature interessant, also bleiben Sie dran! Hier erhalten Sie einen allumfassenden Überblick über das Thema „Sprache“, welches unbedingt in der Schule behandelt werden muss! Sie werden überrascht sein - Falls Sie noch keine Meinung zu diesem Thema haben, dann werden Sie es definitiv nach dem Feature und wenn sie schon felsenfest auf eine bestimmte Position pochen, dann wird sich diese womöglich noch ändern. O-Ton (leichter dumpfer Glockenschlag, welcher den Zuhörer aufmerksam macht.) Überleitung: Bevor verschiedene Meinungsbilder präsentiert werden, erkläre ich zum allgemeinen Verständnis die Begriffe „Sprachwandel“ und „Sprachverfall“. Der Sprachwandel bezeichnet den Prozess der Veränderung von Sprachelementen in der Zeit. Der Sprachwandel sagt aus, dass bei dieser Veränderung die ursprüngliche Qualität der Sprache schwindet. Der Wandel bzw. der Verfall geht mit der Verwendung von Anglizismen einher, das sind englischsprachige Trendwörter die in das Deutsche komponentenweise eingebaut werden. • [Titel „Die Veränderung unserer Alltagssprache" und Autor „Patricia Siebke" - mit Musik s.o.] Erste Illustration (Zitat aus M1 / M3): Im folgenden hören Sie ein Zitat von Rudi Keller, er ist Professor für Germanistik an der Universität in Düsseldorf und positioniert sich eindeutig dem Sprachwandel: „Was wir als Sprachverfall wahrnehmen, ist nichts anderes als der allgegenwärtige Sprachwandel (…..) und den hat es immer schon gegeben". Erster Inhaltsschwerpunkt (M3): Wie Christian Heinrich in seinem Artikel „Fehler machen Worte" erklärt, entstehe der Sprachwandel durch Bequemlichkeit. Je einfacher man sich ausdrücken wolle, desto mehr formale Fehler mache man. Dies sei aber kein ungebildeter Sprachausdruck, denn solange man den Fehler nicht mit Absicht mache, bestehe auch keine schwerwiegende Folge. Genauso wie der Sprachwandel ein Prozess sei, auf den keiner Einfluss habe. In der deutschen Sprache komme es ständig zu Veränderungen, das sei normal. Zweite Illustration (Interviewausschnitt M1): Dass die Veränderung von Sprache mit einem Austausch von Trendwörtern einhergeht, wird an dem folgenden Interviewausschnitt deutlich: „Der Anteil an Fremdwörtern (...) ist in 100 Jahren nahezu gleich geblieben - dem Zuwachs an Anglizismen steht ein großer Schwund an französischen Lehnwörtern gegenüber“. Rudi Keller nennt in diesem Zusammenhang folgendes Beispiel: „Ich bin auch absolut sicher, dass in 20 Jahren kein Mensch mehr cool sagen wird, so wie man heute nicht mehr knorke oder dufte sagt“. Zweiter Inhaltsschwerpunkt (M1): Zwischen 1892 und 1996 sei der Fremdwörter-Anteil fast gleichgeblieben. Wenn beispielsweise Anglizismen zur deutschen Sprache hinzukommen würden, dann würden dafür französische Fremdwörter verschwinden. Es gebe einen ständigen Austausch. Die Sprache würde wandeln und nicht zerfallen. • O-Ton (leichter dumpfer Glockenschlag, welcher den Zuhörer aufmerksam macht.) 1 von 3 Patricia Siebke, 12a Deutsch Klausurersatzleistung 12.2 Dritte Illustration (Interviewausschnitt M2): Der Autor Jens Jensen positioniert sich mit der folgenden Aussage ganz klar dem Sprachverfall: „Die englischen oder pseudoenglischen Ausdrücke kommen (...) nicht einfach hinzu, sie ersetzen auch nicht nur deutsche Wörter (...). Sie verdrängen vielmehr die natürliche Wortbildung des Deutschen, die keinerlei Schwierigkeiten mit Neologismen hätte (…)“. Dritter Inhaltsschwerpunkt (M2): Die neuen Wörter würden zum einen deutsche Begrifflichkeiten ersetzen und zum anderen würden diese die natürliche Wortbildung des Deutschen verdrängen. Die deutsche Sprache würde also eingeschränkt und nicht vollständig ausgeschöpft werden. Vierte Illustration (Kommentar des Moderators): Wow, darüber habe ich persönlich noch nie nachgedacht. Hatten Sie schon mal den Gedanken im Kopf, dass unsere Sprache verdrängt werden würde? Vierter Inhaltsschwerpunkt (M2): Dem Autoren Jensen zufolge, solle man sich um den Bestand der deutschen Sprache Sorgen machen. Englisch dominiere nämlich unsere Alltagssprache. Auf Bahnhöfen gebe es beispielsweise keinen „Schalter für Auskünfte", sondern einen ServivePoint". Unter anderem habe aber auch die englische Sprache durch das häufige Verwenden gelitten. Dadurch, dass Englisch eine globale Sprache sei, wäre es oftmals verbogen und vereinfacht worden. Es gehe ein allgemeiner Sprachverfall einher, wie der Professor für Mikrobiologie Alexander Kekulé erklärt. O-Ton (leichter dumpfer Glockenschlag, welcher den Zuhörer aufmerksam macht.) Fünfte Illustration (Kommentar des Moderators): Unglaublich, wie das Deutsche umgestellt wird, oder? Ich persönlich frage mich gerade auch: „Sprechen wir denn nur noch und überall Englisch?". Fünfter Inhaltsschwerpunkt (M1): Die Antwort ist Nein. Keller behauptet, dass es doch darauf ankomme, wo man hinschaue. Natürlich finde man in Slogans oder auf Werbeschildern oftmals Anglizismen. Konzentriere man sich jedoch auf andere Medien, wie beispielsweise auf die Nachrichten oder Zeitungen, dann werde einem klar, dass dort vernünftiges und formales Deutsch gebräuchlich sei. Außerdem seien Anglizismen eine klare Bereicherung und würden die deutsche Sprache vielfältiger machen. Der Begriff „Mädchen“ hätte beispielsweise eine ganz andere Wirkung als das Wort „Girl". Man könne zwischen den Sprachen wechseln, wie es in der Situation gerade am besten passe. Sechste Illustration (Kommentar des Moderators): Haben die Anglizismen denn noch andere positive Auswirkungen? Was denken Sie, liebe Zuhörer? Sechster Inhaltsschwerpunkt (M4): Natürlich gebe es noch einen weiteren dominanten Vorteil durch die englischen Wörter in der deutschen Sprache. Dem Autoren Tobias Becker zufolge, sei das Sprechen von Englisch vollkommen standardisiert. Die Deutschen würden immer besser und lieber Englisch sprechen, im Beruf wie auch im Privaten. Dies führe zu einer guten Beherrschung der Weltsprache, die man immer und überall gebrauchen könne. • O-Ton (leichter dumpfer Glockenschlag, welcher den Zuhörer aufmerksam macht.) Fazit (Moderator): Wow, das waren aber viele Infos! Und wie kann man nun die dargestellte Kontroverse einschätzen? Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Argumentation hinsichtlich des Sprachwandels verständlicher und logischer erscheint. Es handelt sich bei den Veränderungen in der deutschen Gegenwartssprache um einen Sprachwandel, welcher vollkommen normal ist und seit eh und je existiert. Es gibt einen ständigen Austausch von Trendwörtern, der Fremdwörteranteil bleibt im deutschen Sprachrepertoire immer gleich. Formales Deutsch ist, wie sonst auch, sehr gebräuchlich. Die englischen Trendwörter machen die deutsche Sprache vielfältiger sowie wortgewandter, wobei die Verwendung von Englisch im Alltag zu einer guten Beherrschung der Weltsprache führt. Die Veränderung des sprachlichen Gebrauchs ist ein Prozess, auf den keiner einen Einfluss hat. Wenn man eine Sprache spricht, dann verändert sich diese auch. Es handelt sich um keinen Verfall. 2 von 3 Patricia Siebke, 12a Deutsch Klausurersatzleistung 12.2 Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit Hilfe dieses Features einen inhaltlichen Überblick verschaffen. Vergessen Sie nicht: Das Thema „Sprache“ sollte durchaus kontrovers diskutiert werden, also sprechen Sie über den Sprachwandel mit Ihrer Klasse, Ihren Freunden und Bekannten. Und wie sieht es bei Ihnen aus? Hat sich Ihre Meinung während der Sendung geändert? • [Titel „Die Veränderung unserer Alltagssprache“ und Autor „Patricia Siebke“ – mit Musik s.o.] 3 von 3

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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Sie dienen also sozusagen als Dekoration. Die sprachliche Modernisierung, die hier erzielt werden soll, ist dadurch unecht. Sprachwandel ist normal. Im 18. Jahrhundert gab es beispielsweise einen Import von französischen Wendungen, was das deutsche allerdings gut überstanden hat. Die meisten Ausdrücke sind nämlich wieder in den Hintergrund geraten und einzelne andere haben sich eingedeutscht. So wird es womöglich auch mit den englischen Ausdrücken laufen. Die deutsche Sprache wird auch diese Periode gut überstehen. Das globalisierte Englisch geht mit einer Simplifizierung einher. Zum einen ersetzen die neuen Ausdrücke deutsche Begrifflichkeiten und zum anderen verdrängen diese die natürliche Wortbildung des Deutschen. Die deutsche Sprache wird also allgemein eingeschränkt und nicht vollständig ausgeschöpft. 2 Zitate 22.04.2021 Jens Jensen: ,,Den Import von französischen Wendungen des 18. Jahrhunderts hat das Deutsche allerdings gut überstanden. Die meisten Ausdrücke sind wieder verschwunden; die übrigen haben sich bis zur Unkenntlichkeit in den Wurzelbestand des Deutschen eingedost." Jens Jensen: „Die englischen oder pseudoenglischen Ausdrücke kommen nämlich nicht einfach hinzu, sie ersetzen auch nicht nur deutsche Wörter, was schlimmstenfalls überflüssig wäre. Sie verdrängen vielmehr die natürliche Wortbildung des Deutschen, die keinerlei Schwierigkeiten mit Neologismen hätte..." Patricia Siebke, 12a Deutsch Material Sprachwandel Sprachverfall M3 M3 M3 M3 X X X X Erläuterung des Arguments un eigenen Worten Die heute normalisierte deutsche Sprache stützt sich sogar teilweise auf dem Englischen. Das Wort „Keks“ ist heute für alle Bürgerinnen und Bürger vollkommen Deutsch. Doch dieses Wort stützt sich auf dem englischen „Cake“. Durch die Germanisierung des Wortes wurde es 1919 auch im Duden aufgenommen. Nun war das Wort „Feingebäck" nicht mehr modern. Es wäre also unfair neue englische Trendwörter zu kritisieren, da sie in Zukunft vielleicht sogar zu unserem normalen Sprach-Repertoire gehören könnten. Der Sprachwandel ist ein Prozess, auf den keiner einen Einfluss hat. In dem Punkt Sprache, kann niemand ein Machtwort sprechen, welche Wörter man nutzen soll und welche nicht. In der deutschen Sprache kommt es ständig zu Veränderungen, das ist normal. Wörter kommen und gehen, was den Gebrauch angeht. Es gibt Wörter, die vom aussterben bedroht sind, wie „Federbüchse" oder ,,Jahrweiser", es gibt aber auch Wörter wie ,,Lebensmensch", die jetzt erst richtig in Fahrt kommen. Sprachwandel entsteht durch Bequemlichkeit. Je einfacher man sich ausdrücken möchte, desto mehr formale Fehler macht man. Es gibt immer wieder die Verurteilung, dass es sich um einen schlampigen Sprachgebrauch handele. Doch solange man den Fehler nicht mit Absicht macht, bestehe kein Problem bzw. Keine schwerwiegende Folge. 3 Zitate 22.04.2021 Rudi Keller, Professor für Germanistik an der Universität Düsseldorf: ,,Solange Fehler nicht systematisch gemacht werden. Bleiben sie folgenlos. Machen aber alle denselben Fehler, dann ist er keiner mehr." Patricia Siebke, 12a Deutsch Material Sprachwandel Sprachverfall Erläuterung des Arguments un eigenen Worten M3 M4 M4 M4 X X X X Neue Normen etablieren sich so gesehen wie von selbst. Es gibt eine unsichtbare Hand", die das Geschehen steuert. Besonders in der gesprochenen Sprache gibt es viele Abweichungen, bzw. Abkürzungen, die auf Faulheit / Bequemlichkeit beruhen. Aus „wir haben“ ist in der gesprochenen Sprache beispielsweise „wir ham" geworden. Dieses Phänomen hat jedoch keine Auswirkung auf die Orthographie oder auf die Schriftsprache dieser Satzstruktur. Dies kann sich ja aber natürlich auch noch ändern, das weiß man nie. Die geschriebene und gesprochene Sprache befindet sich nämlich ständig in einem Wandel. So wie sich die Sprache entwickelt, entwickelt sich auch der Duden. Aus diesem Grund findet man im Duden eine Menge englischsprachiger Wörter, wie z. B. „Elektroscooter". Auch Wörter wie ,,helikoptern" sind zu finden. Das Wörterbuch ist also nicht ironiefrei oder humorlos. Man findet Trendwörter. Jahr für Jahr kommen neue dazu, wie im 2009 ,,Weltfinanzkrise“ oder „Kreditklemme“, 2017 „Flüchtlingskrise" oder ,,Willkommenskultur und 2020 natürlich „Atemschutzmaske“, „Lockdown“ und „Covid-19". Trendwörter ändern sich nunmal, genauso wie unsere Sprache sich ändert. Das Ziel: den Wortschatz unserer Gegenwart abbilden. 2013 hat der Verein Deutsche Sprache auf den Duden reagiert. Der Verein gab dem Duden den Titel: ,,Sprachpanscher" des Jahres. (Verfälscher) Es gebe angeblich zu viele Anglizismen im Duden, die das Gesamtbild der deutschen Sprache verfälschen. Das Sprechen von Englisch ist vollkommen normal und standardisiert. Viele technische Neuerungen kommen aus Ländern, in denen Englisch gesprochen wird. Die Deutschen sprechen immer besser und lieber Englisch, im Beruf und auch im Privaten. Somit ist einem die englische Sprache nicht mehr fremd, sondern vielmehr vertraut. 4 Zitate 22.04.2021 Der Spiegel / Tobias Becker: ,,Sprache lebt und entwickelt sich weiter, der Duden offenbar auch. Die neue Normalität verlangt nach neuen Wörtern." Patricia Siebke, 12a Deutsch Material Sprachwandel Sprachverfall M4 M5 M6 X X X Erläuterung des Arguments un eigenen Worten Der Duden entwickelt sich auch anhand neuer gesellschaftlicher Normen. Es gibt nun erstmals im Duden Tipps zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch, also eine Anleitung zum „gendern“. Zu dem wurden Wörter gestrichen mit dem Zweitglied -mann, die Frauen ausschließen (Bsp. Schulmann, Beckerjunge) und auch Wörter, die Rollenklisches ausmachen (Bsp. Eheweib, Jungfernkranz). Nicht alle Anglizismen bzw. Wörter, die englisch klingen, werden eins zu eins aus der englischen Sprache übernommen. Die deutschen bauen sich aus der fremden Sprache eigene Wortneuschöpfungen zusammen. Dies hat dann nichts mehr damit zu tun, dass in Deutschland nur noch mit Englisch rumhantiert wird, sondern die Deutschen basteln sich selber neue Trendwörter zusammen. Diese kann man dann hingegen wieder als ,,deutsch" bezeichnen, denn solche Wörter werden in anderen Ländern gar nicht so verwendet. Beispiele sind „Talkmaster“ – „talk show host“, „Handy“ - „mobile“ und ,,Service Point“ - Information". Das Wort ,,Handy" gilt als Pseudoanlizismus, denn es kommt nicht aus dem Englischen, wie viele denken. In der englischen Sprache heißt „Handy“ nämlich ,,mobile phone" und „handy" bedeutet ,,handlich". Da das neue Wort anfangs nicht bei allen beliebt war, gab es 1995 eine öffentliche Ausschreibung für ein Ersatzwort. Doch da man nicht wirklich fündig geworden ist, blieb es bei der alten Bezeichnung. Das neu in Verbindung gebrachte Wort wurde in Deutschland etabliert und hat Karriere gemacht. Man spricht ja auch beispielsweise von der ,,Generation Handy". So ändert sie die Sprache immer weiter. Aus ,,Mobiltelefon" wurde ,,Handy" und auch für ,,Handy" wird es bestimmt bald eine neue Bezeichnung geben. Anfangs mag die Umstellung für einige schwierig sein, doch es ist ja offensichtlich, dass sich die Wortneuschöpfungen bzw. Anglizismen mit der Zeit in die deutsche Sprache einfinden bzw. Eingedeutscht werden. 5 22.04.2021 Zitate Der Spiegel / Tobias Becker: „Gendergerecht und genderneutral ist nun einmal der Geist der Zeit." Fanni Aspetsberger: ,,Über einen ,,Talkmaster" kann sich der englische Mutterspachler nur wundern. Der heißt für ihn nämlich ,,talk show host"." Patricia Siebke, 12a Deutsch ● Klausurersatzleistung 12.2 [Titel ,,Die Veränderung unserer Alltagssprache“ und Autor „Patricia Siebke" – mit Musik Instrumentalmusik im klassischen Stil mit einem konstanten Rhythmus] ● • O-Ton (leichter dumpfer Glockenschlag, welcher den Zuhörer aufmerksam macht.) Einleitung / Begrüßung (Moderator): Hallo und herzlich willkommen zu unserem heutigen Radio- Feature „Die Veränderung unserer Alltagssprache“. Das Thema unserer Show lautet: „Sollte man die Veränderungen in der deutschen Gegenwartssprache als Sprachwandel oder als Sprachverfall ansehen?". Persönlicher Bezug: Sie alle haben bestimmt schon einmal eine Diskussion über diesen Diskurs mitbekommen oder sich gar dazu positioniert, denn es handelt sich vollkommen um ein aktuelles Thema, welches man kritisch von verschiedenen Seiten betrachten kann. Vorstellung des Inhaltes: Aus diesem Grund möchte ich Ihnen heute ein objektives Bild von dieser Thematik geben und verschiedene Positionen und Meinungen präsentieren. Besonders für Lehramtsstudenten ist dieses Feature interessant, also bleiben Sie dran! Hier erhalten Sie einen allumfassenden Überblick über das Thema „Sprache“, welches unbedingt in der Schule behandelt werden muss! Sie werden überrascht sein - Falls Sie noch keine Meinung zu diesem Thema haben, dann werden Sie es definitiv nach dem Feature und wenn sie schon felsenfest auf eine bestimmte Position pochen, dann wird sich diese womöglich noch ändern. O-Ton (leichter dumpfer Glockenschlag, welcher den Zuhörer aufmerksam macht.) Überleitung: Bevor verschiedene Meinungsbilder präsentiert werden, erkläre ich zum allgemeinen Verständnis die Begriffe „Sprachwandel“ und „Sprachverfall“. Der Sprachwandel bezeichnet den Prozess der Veränderung von Sprachelementen in der Zeit. Der Sprachwandel sagt aus, dass bei dieser Veränderung die ursprüngliche Qualität der Sprache schwindet. Der Wandel bzw. der Verfall geht mit der Verwendung von Anglizismen einher, das sind englischsprachige Trendwörter die in das Deutsche komponentenweise eingebaut werden. • [Titel „Die Veränderung unserer Alltagssprache" und Autor „Patricia Siebke" - mit Musik s.o.] Erste Illustration (Zitat aus M1 / M3): Im folgenden hören Sie ein Zitat von Rudi Keller, er ist Professor für Germanistik an der Universität in Düsseldorf und positioniert sich eindeutig dem Sprachwandel: „Was wir als Sprachverfall wahrnehmen, ist nichts anderes als der allgegenwärtige Sprachwandel (…..) und den hat es immer schon gegeben". Erster Inhaltsschwerpunkt (M3): Wie Christian Heinrich in seinem Artikel „Fehler machen Worte" erklärt, entstehe der Sprachwandel durch Bequemlichkeit. Je einfacher man sich ausdrücken wolle, desto mehr formale Fehler mache man. Dies sei aber kein ungebildeter Sprachausdruck, denn solange man den Fehler nicht mit Absicht mache, bestehe auch keine schwerwiegende Folge. Genauso wie der Sprachwandel ein Prozess sei, auf den keiner Einfluss habe. In der deutschen Sprache komme es ständig zu Veränderungen, das sei normal. Zweite Illustration (Interviewausschnitt M1): Dass die Veränderung von Sprache mit einem Austausch von Trendwörtern einhergeht, wird an dem folgenden Interviewausschnitt deutlich: „Der Anteil an Fremdwörtern (...) ist in 100 Jahren nahezu gleich geblieben - dem Zuwachs an Anglizismen steht ein großer Schwund an französischen Lehnwörtern gegenüber“. Rudi Keller nennt in diesem Zusammenhang folgendes Beispiel: „Ich bin auch absolut sicher, dass in 20 Jahren kein Mensch mehr cool sagen wird, so wie man heute nicht mehr knorke oder dufte sagt“. Zweiter Inhaltsschwerpunkt (M1): Zwischen 1892 und 1996 sei der Fremdwörter-Anteil fast gleichgeblieben. Wenn beispielsweise Anglizismen zur deutschen Sprache hinzukommen würden, dann würden dafür französische Fremdwörter verschwinden. Es gebe einen ständigen Austausch. Die Sprache würde wandeln und nicht zerfallen. • O-Ton (leichter dumpfer Glockenschlag, welcher den Zuhörer aufmerksam macht.) 1 von 3 Patricia Siebke, 12a Deutsch Klausurersatzleistung 12.2 Dritte Illustration (Interviewausschnitt M2): Der Autor Jens Jensen positioniert sich mit der folgenden Aussage ganz klar dem Sprachverfall: „Die englischen oder pseudoenglischen Ausdrücke kommen (...) nicht einfach hinzu, sie ersetzen auch nicht nur deutsche Wörter (...). Sie verdrängen vielmehr die natürliche Wortbildung des Deutschen, die keinerlei Schwierigkeiten mit Neologismen hätte (…)“. Dritter Inhaltsschwerpunkt (M2): Die neuen Wörter würden zum einen deutsche Begrifflichkeiten ersetzen und zum anderen würden diese die natürliche Wortbildung des Deutschen verdrängen. Die deutsche Sprache würde also eingeschränkt und nicht vollständig ausgeschöpft werden. Vierte Illustration (Kommentar des Moderators): Wow, darüber habe ich persönlich noch nie nachgedacht. Hatten Sie schon mal den Gedanken im Kopf, dass unsere Sprache verdrängt werden würde? Vierter Inhaltsschwerpunkt (M2): Dem Autoren Jensen zufolge, solle man sich um den Bestand der deutschen Sprache Sorgen machen. Englisch dominiere nämlich unsere Alltagssprache. Auf Bahnhöfen gebe es beispielsweise keinen „Schalter für Auskünfte", sondern einen ServivePoint". Unter anderem habe aber auch die englische Sprache durch das häufige Verwenden gelitten. Dadurch, dass Englisch eine globale Sprache sei, wäre es oftmals verbogen und vereinfacht worden. Es gehe ein allgemeiner Sprachverfall einher, wie der Professor für Mikrobiologie Alexander Kekulé erklärt. O-Ton (leichter dumpfer Glockenschlag, welcher den Zuhörer aufmerksam macht.) Fünfte Illustration (Kommentar des Moderators): Unglaublich, wie das Deutsche umgestellt wird, oder? Ich persönlich frage mich gerade auch: „Sprechen wir denn nur noch und überall Englisch?". Fünfter Inhaltsschwerpunkt (M1): Die Antwort ist Nein. Keller behauptet, dass es doch darauf ankomme, wo man hinschaue. Natürlich finde man in Slogans oder auf Werbeschildern oftmals Anglizismen. Konzentriere man sich jedoch auf andere Medien, wie beispielsweise auf die Nachrichten oder Zeitungen, dann werde einem klar, dass dort vernünftiges und formales Deutsch gebräuchlich sei. Außerdem seien Anglizismen eine klare Bereicherung und würden die deutsche Sprache vielfältiger machen. Der Begriff „Mädchen“ hätte beispielsweise eine ganz andere Wirkung als das Wort „Girl". Man könne zwischen den Sprachen wechseln, wie es in der Situation gerade am besten passe. Sechste Illustration (Kommentar des Moderators): Haben die Anglizismen denn noch andere positive Auswirkungen? Was denken Sie, liebe Zuhörer? Sechster Inhaltsschwerpunkt (M4): Natürlich gebe es noch einen weiteren dominanten Vorteil durch die englischen Wörter in der deutschen Sprache. Dem Autoren Tobias Becker zufolge, sei das Sprechen von Englisch vollkommen standardisiert. Die Deutschen würden immer besser und lieber Englisch sprechen, im Beruf wie auch im Privaten. Dies führe zu einer guten Beherrschung der Weltsprache, die man immer und überall gebrauchen könne. • O-Ton (leichter dumpfer Glockenschlag, welcher den Zuhörer aufmerksam macht.) Fazit (Moderator): Wow, das waren aber viele Infos! Und wie kann man nun die dargestellte Kontroverse einschätzen? Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Argumentation hinsichtlich des Sprachwandels verständlicher und logischer erscheint. Es handelt sich bei den Veränderungen in der deutschen Gegenwartssprache um einen Sprachwandel, welcher vollkommen normal ist und seit eh und je existiert. Es gibt einen ständigen Austausch von Trendwörtern, der Fremdwörteranteil bleibt im deutschen Sprachrepertoire immer gleich. Formales Deutsch ist, wie sonst auch, sehr gebräuchlich. Die englischen Trendwörter machen die deutsche Sprache vielfältiger sowie wortgewandter, wobei die Verwendung von Englisch im Alltag zu einer guten Beherrschung der Weltsprache führt. Die Veränderung des sprachlichen Gebrauchs ist ein Prozess, auf den keiner einen Einfluss hat. Wenn man eine Sprache spricht, dann verändert sich diese auch. Es handelt sich um keinen Verfall. 2 von 3 Patricia Siebke, 12a Deutsch Klausurersatzleistung 12.2 Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit Hilfe dieses Features einen inhaltlichen Überblick verschaffen. Vergessen Sie nicht: Das Thema „Sprache“ sollte durchaus kontrovers diskutiert werden, also sprechen Sie über den Sprachwandel mit Ihrer Klasse, Ihren Freunden und Bekannten. Und wie sieht es bei Ihnen aus? Hat sich Ihre Meinung während der Sendung geändert? • [Titel „Die Veränderung unserer Alltagssprache“ und Autor „Patricia Siebke“ – mit Musik s.o.] 3 von 3