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Philosophie, Sartre, Freiheit

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Sartres Ansatz beim Einzelsubjekt lässt erst einmal keinen Raum für eine Ethik, welche die Belange anderer Menschen berücksichtigt. Der Essay ,,Der Existentialismus ist ein Huma- nismus" ist unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Möglicherweise war es der Schock, den der Faschismus in Europa verursachte, der Sartre dazu bewog, seine Skepsis gegenüber ethischen Vorstellungen in diesem Essay zu relativieren. me Wenn wir sagen, der Mensch wählt sich, ver- stehen wir darunter, jeder von uns wählt sich, doch damit wollen wir auch sagen, sich wählend wählt er alle Menschen In der Tat 5 gibt es für uns keine Handlung, die, den Menschen schaffend, der wir sein wollen, nicht auch zugleich ein Bild des Menschen hervorbringt, wie er unserer Ansicht nach sein soll. Wählen, dies oder das zu sein, heißt 10 gleichzeitig, den Wert dessen, was wir wäh- len, zu bejahen [...]. So ist unsere Ver- hängt. Gewiss hängt die Freiheit als Defini- 40 antwortung viel größer, als wir vermuten können, denn sie betrifft die gesamte Menschheit. Wenn ich Arbeiter bin und 15 wähle, eher einer christlichen Gewerkschaft tion des Menschen nicht von anderswem ab, aber sobald ein Engagement vorliegt, bin ich gezwungen, gleichzeitig mit meiner Freiheit die der anderen zu wollen, ich kann meine Freiheit nur zum Ziel machen, indem ich 45 auch die der anderen zum Ziel mache. Wenn ich also auf der Ebene totaler Authentizität erkannt habe,...

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dass der Mensch ein Wesen ist, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, dass er ein freies Wesen ist, das unter den ver- schiedensten Umständen nur seine Freiheit wollen kann, habe ich gleichzeitig erkannt, dass ich nur die Freiheit der anderen wollen kann. beizutreten, als Kommunist zu sein, wenn ich mit diesem Beitritt zeigen will, dass im Grunde Resignation die Lösung ist, die dem Menschen entspricht, dass das Reich des 20 Menschen nicht auf Erden ist, betrifft das nicht nur meinen Fall: ich will für alle resig- niert sein, folglich zieht mein Vorgehen die gesamte Menschheit nach sich. Wenn ich- eine individuellere Angelegenheit mich 25 verheiraten und Kinder haben will, ziehe ich dadurch, selbst wenn diese Heirat einzig von meiner Situation oder meiner Leidenschaft oder meinem Begehren abhängt, nicht nur mich selbst, sondern die gesamte Mensch- - heit auf den Weg zur Monogamie. So bin ich 30 für mich selbst und für alle verantwortlich, und ich schaffe ein bestimmtes Bild vom Menschen, den ich wähle, mich wählend wähle ich den Menschen. [...] Wir wollen die Freiheit um der Freiheit 35 willen und unter jedem Umstand. Und die Freiheit wollend, entdecken wir, dass sie ganz von der Freiheit der anderen und dass die der anderen von unserer Freiheit ab- (Jean-Paul Sartre: Der Existentialismus ist ein Humanis- mus und andere philosophische Essays. Übersetzt von Vincent von Wroblewsky. Rowohlt: Reinbek 2000, S. 150 f., 172) 50 1.) Arbeiten Sie den Gedankengang des vorliegenden Textes heraus und formulieren Sie die Hauptaussage! 2.) Legen Sie Sartres Ansatz dar und skizzieren Sie, inwiefern dieser Ansatz beim Einzelsubjekt ,,erst einmal keinen Raum für eine Ethik" lässt, ,,welche die Belange anderer Menschen berücksichtigt" (vgl. Einl.)! 3.) Kann Sartre mit seiner Forderung, die Freiheit der Mitmenschen zu wollen, dem gegenüber ihm und seinem Ansatz erhobenen Vorwurf, einem grenzenlosen Subjektivismus ohne ethische Maßstäbe Vorschub zu leisten, entgehen? Klausur PL, Q1, 28.10.2020, Erwartungshorizont, Sartre: Ethik 1.) Arbeiten Sie den Gedankengang des vorliegenden Textes heraus und formulieren Sie die Hauptaussage! 1.1.1-4: These: sich selbst zu wählen bedeutet alle Menschen zu wählen (0-2) 1.2.4-9: erste Begründung bzw. erstes Argument: Indem wir uns schaffen, schaffen wir ein Bild, d.h. wir machen eine Aussage darüber, wie der Mensch unserer Ansicht nach sein sollte. (0-2) 1.3.9-11: Vertiefung: etwas wählen heißt, den Wert dessen, was wir wählen, zu bejahen. (0-2) 1.4. 11-14: Folgerung und weitere Vertiefung: Deswegen haben wir bei jeder Wahl Verantwortung für die gesamte Menschheit. (0-2) 1.5. 14-23: 1. Beispiel: Mitgliedschaft in einer christlichen Gewerkschaft bedeutet Resignation, insofern es mir mehr um das Jenseits als um das Diesseits geht und insofern ich damit zeige, dass dies insgesamt, also für die gesamte Menschheit, die Lösung ist. (0-2) 1.6.23-30: 2. Beispiel: mich verheiratend ziehe ich die gesamte Menschheit auf den Weg zur Monogamie (0-2) 1.7.30-33: Wiederholung und Zusammenfassung: mit meiner Wahl bin ich immer für mich und für alle verantwortlich, weil ich immer ein bestimmtes Bild vom Menschen schaffe. (0-2) 1.8.35-36: zweite Begründung bzw. zweites Argument: Wenn ich die Freiheit um der Freiheit Willen will, muss ich auch die Freiheit der anderen wollen. (0-2) 1.9.36-46: Vertiefung bzw. weitergehende Begründung des zweiten Arguments: wechselseitiges Abhängigkeitsverhältnis von Freiheit; ich kann Freiheit für mich nur wählen, wenn ich Freiheit insgesamt wähle (0-2) 1.10. 46-54: Zusammenfassung: Wenn ich wirklich erkannt habe, dass der Mensch ein Wesen ist, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, also erkannt habe, dass der Mensch ein freies Wesen ist, habe ich erkannt, dass ich nur die Freiheit der anderen wollen kann. (0-2) 1.11. Hauptaussage: Der ethische Maßstab für den Existentialisten ist immer die Freiheit überhaupt und zwar nicht nur seine Freiheit, sondern auch die Freiheit des Anderen, da er als Existenzialist, der immer davon ausgeht, dass jeder Mensch sich wählen muss, die Unfreiheit des anderen nie wollen kann! (0-6) 1.12. Begriffliche und fachsprachliche Klarheit, sinnvolle kontextuelle Verknüpfung und Aufbau (0-6) (32) 2.) Legen Sie Sartres Ansatz dar und skizzieren Sie, inwiefern dieser Ansatz beim Einzelsubjekt „erst einmal keinen Raum für eine Ethik" lässt, ,,welche die Belange anderer Menschen berücksichtigt" (vgl. Einl.) ! 2.1. Sartres Ansatz: 2.1.1.Die Existenz geht der Essenz voraus. Der Mensch ist, wozu er sich macht. (0-2) 2.1.2. Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. D.h., er kann gar nicht anders, als sich selbst verwirklichen zu müssen, d.h. aus sich zu machen, was er ist, also sich zu entwerfen. (0-2) 2.1.3. Die Freiheit wird durch das faktisch Gegebene (z. B. Widerstand der Dinge, 0. Mitmenschen ...) nicht augehoben, denn erst die Freiheit, erst der konkrete Lebensentwurf enthüllt diese Grenze. (0-2) 2.1.4. Für Sartre gibt es keinen Gott, der dem Menschen sein Wesen vorgibt. (0-2) 2.1.5. Der Mensch ist in die volle Verantwortung für sich geworfen; er hat aber auch die Möglichkeit der Unwahrhaftigkeit sich selbst gegenüber (mauvaise foi). (0-2) 2.1.6. Bedeutung des Anderen: allein für sich ist der Einzelne hingegeben an sein unmittelbares Tun; im Erblickt-werden durch den Anderen erstarrt er zum Objekt, er ist dem Urteil des anderen ausgeliefert, da ist er festgelegt als der, der er ist. Um sich selbst zu erkennen, bedarf es des anderen. (0-2) 2.1.7. Das darin liegende Ausgeliefertsein wird überwunden, wenn der Einzelne sich bewusst auf seine Möglichkeiten hin entwirft. (0-2) 2.2 Der Ansatz Sartres lässt erst einmal keinen Raum für eine Ethik, welche die Belange anderer Menschen berücksichtigt", insofern : 2.2.1 es bei Sartre immer darum geht, dass der Einzelne sich selbst entwirft, also sein eigenes Leben im Blick hat, sich um sich selbst kümmert. Wozu er sich macht, steht im Mittelpunkt und nicht, wozu er dem anderen verhilft. (0-2) 2.2.2 Sartre von seinem Ansatz her den Entwurf des Einzelnen nur durch Widerstände begrenzt sieht, die durch das Engagement auftauchen und die durch Dinge bzw. andere Menschen begründet sind. Die Rede ist hier nicht von Einsichten oder Werten, die dadurch entstehen, dass der Mensch auch die Bedürfnisse anderer Menschen etwas in seinen Entwurf von vorneherein einkalkuliert. (0-2) www 2.2.3 Sartre auch die Bedeutung des Anderen streng von sich aus sieht, insofern der Andere für ihn bedutsam ist. Es geht darum, was der Andere für mich bedeutet und nicht z.B., was ich für ihn bedeuten kann. In der Auseinandersetzung mit dem anderen kommen meine Belange, aber nicht die des Anderen in den Blick. (0-2) 2.2.4. Begriffliche und fachsprachliche Klarheit, sinnvolle kontextuelle Verknüpfung und Aufbau (0-6) (26) 3.) Kann Sartre mit seiner Forderung, die Freiheit der Mitmenschen zu wollen, dem gegenüber ihm und seinem Ansatz erhobenen Vorwurf, einem grenzenlosen Subjektivismus ohne ethische Maßstäbe Vorschub zu leisten, entgehen? 3.1. positiv: Sartres Forderung, die Freiheit der Mitmenschen zu wollen, wird von ihm durchaus begründet: Sein Gedanke, dass der Existenzialist, der immer davon ausgeht, dass jeder Mensch sich wählen muss, die Unfreiheit des anderen nie wollen kann, ist grundsätzlich nicht widersprüchlich (0-5) 3.2. negativ: Sartre geht aber nicht auf mögliche Konfliktfelder ein, bei denen meine Freiheit mit der Freiheit anderer Menschen im Widerspruch steht, bzw. sich gegenseitig ausschließt. (0-5) 3.3. negativ: außerdem geht es, wie wir in 2.2. gesehen haben, bei Sartre tendenziell immer darum, wie ein einzelnes Ich, seinen Entwurf plant und durchführt; dabei hat das Du letztlich eine Funktion fürdas Ich; Sartre denkt nicht vom Du, nicht vom Anderen aus (0-5) 3.4. S. entwickelt einen eigenen Standpunkt und legt ihn dar. (0-5) 3.5. Begriffliche und fachsprachliche Klarheit, sinnvolle kontextuelle Verknüpfung und Aufbau (0-6) (26) 4. Sprache u. Darstellung (0-10) gesamt: 32+26+26+10 = 94 Stufe 1 ab 86 Stufe 2 ab 76 Stufe 3 ab 63 Stufe 4 ab 47 Stufe 5 ab 28 Sara Azad Mahmod Klausur Pl Q1 28.10.2020 Der vorliegende Text ist ein Erray von Jean-Paul Sartre mit dem Titel, Dec Existentielimmus ist ein Humanimus", den er unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg geschrieben het. Sartre fang mit einer There an. Diere erwähnt er in den ersten vier Zeilen. Seite There beregt, dass, wenn ein Hewrch Mich selbst wählt, gleichzeitig auch alle anderen Mehrchen wählt. Von Zeile vier bis 14 ܘܐܐܘܠܛ ܬܚܝ ܫܘWܠ ueܢܩܐ ܨܘ ܛܠܘܓܓܘܓ wam een <ܢܘܟܢ ܠܠܐܠܥ ܘܛ ܘ ܂ܫeܠܟ݁ܝܢeܬ ܣܚܢܝܤܐ will, gibt der Hearch wie die anderen Heuschen rein sollen. ܕ ܩ ܥ ܧܛܕܠ ܫ ܠܠܠܘܥܢ mܚ deum stelt man hinter dem Wert demren. Des heipt mit unserer Wahl zeigen wir wie die anderen whrerer Anticht nach sein sollen. Mܠ ܔܔ aܛ ܘ ܟ ܠܠܚܓܔ ܬܢܥdevܢ ܙܘܦܓ ܦܥ ܥe Sebaܓܘ ܗܬ ܐܐܐܠܩܬ ܠܠܘܟ reܢܘܬܐ ܓܢܥ ܕܓܛܠܐܠܢܘܢܢܥܓܟܓ m heiteܥ gerantellektchhet. 2 .ܐܬ 4.3 1 ܠ.A verständlich zu machen, führt Sartre you Zeale 14 bis 34 zuer Benspiele hervor. Das erste Bempiel, welches von Zeile 14 bes 23 geht handelt von einem Arbeiter. Sartre erklärt, dass ein Arbeiter mit 서를 .3,4 1.6.7 4 ܝܠ ܐܠܠܩ ܡܣܬܠܓܛܝܬ ܫܘܝܢܘ ܓܠܘܠ ܫܘܚܧܐ . beizutreten, austett Rommunist zures, der Arbeiter für sich, dass die toring ܛܦܠܩܒ 7 ܠܠܦܬܦ ܫܥܬ ܛܦܟܠ ܘܠܢܥ ܐܩ ܫܘܬܝܥ ܚܬܐ ܫQ ܘ ܕܢܢ ܕܙܘܠܕܩܠܐ ܠܠܘ ܚܥܝܢ ܫܘܢܬܥܢ ܥܠܠ und somit zielt mein Handeln die gerende Menschhet nach Mch. Mit Resignation mecut Sartre, dass der Arbeter sich eher un ܐܢܘ ܫܦ ܫܢ ܗ ܠܘܟܢ ܛ ܠܫܫ ܠܗ ܩܩܬ Panaders und Hölle glamist, als gih... ܔܛܔܔܔ ܔܢ ܝܚܝ acܬܝܤܣܥܢܝܡ .ܔܛܔܔܔܔܓܚܘܢ ܩܠܥܘ zu seinem zunahen Besprel, vou Zale 23 bis 34, exclut Sartre die Meiret. 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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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dass der Mensch ein Wesen ist, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, dass er ein freies Wesen ist, das unter den ver- schiedensten Umständen nur seine Freiheit wollen kann, habe ich gleichzeitig erkannt, dass ich nur die Freiheit der anderen wollen kann. beizutreten, als Kommunist zu sein, wenn ich mit diesem Beitritt zeigen will, dass im Grunde Resignation die Lösung ist, die dem Menschen entspricht, dass das Reich des 20 Menschen nicht auf Erden ist, betrifft das nicht nur meinen Fall: ich will für alle resig- niert sein, folglich zieht mein Vorgehen die gesamte Menschheit nach sich. Wenn ich- eine individuellere Angelegenheit mich 25 verheiraten und Kinder haben will, ziehe ich dadurch, selbst wenn diese Heirat einzig von meiner Situation oder meiner Leidenschaft oder meinem Begehren abhängt, nicht nur mich selbst, sondern die gesamte Mensch- - heit auf den Weg zur Monogamie. So bin ich 30 für mich selbst und für alle verantwortlich, und ich schaffe ein bestimmtes Bild vom Menschen, den ich wähle, mich wählend wähle ich den Menschen. [...] Wir wollen die Freiheit um der Freiheit 35 willen und unter jedem Umstand. Und die Freiheit wollend, entdecken wir, dass sie ganz von der Freiheit der anderen und dass die der anderen von unserer Freiheit ab- (Jean-Paul Sartre: Der Existentialismus ist ein Humanis- mus und andere philosophische Essays. Übersetzt von Vincent von Wroblewsky. Rowohlt: Reinbek 2000, S. 150 f., 172) 50 1.) Arbeiten Sie den Gedankengang des vorliegenden Textes heraus und formulieren Sie die Hauptaussage! 2.) Legen Sie Sartres Ansatz dar und skizzieren Sie, inwiefern dieser Ansatz beim Einzelsubjekt ,,erst einmal keinen Raum für eine Ethik" lässt, ,,welche die Belange anderer Menschen berücksichtigt" (vgl. Einl.)! 3.) Kann Sartre mit seiner Forderung, die Freiheit der Mitmenschen zu wollen, dem gegenüber ihm und seinem Ansatz erhobenen Vorwurf, einem grenzenlosen Subjektivismus ohne ethische Maßstäbe Vorschub zu leisten, entgehen? Klausur PL, Q1, 28.10.2020, Erwartungshorizont, Sartre: Ethik 1.) Arbeiten Sie den Gedankengang des vorliegenden Textes heraus und formulieren Sie die Hauptaussage! 1.1.1-4: These: sich selbst zu wählen bedeutet alle Menschen zu wählen (0-2) 1.2.4-9: erste Begründung bzw. erstes Argument: Indem wir uns schaffen, schaffen wir ein Bild, d.h. wir machen eine Aussage darüber, wie der Mensch unserer Ansicht nach sein sollte. (0-2) 1.3.9-11: Vertiefung: etwas wählen heißt, den Wert dessen, was wir wählen, zu bejahen. (0-2) 1.4. 11-14: Folgerung und weitere Vertiefung: Deswegen haben wir bei jeder Wahl Verantwortung für die gesamte Menschheit. (0-2) 1.5. 14-23: 1. Beispiel: Mitgliedschaft in einer christlichen Gewerkschaft bedeutet Resignation, insofern es mir mehr um das Jenseits als um das Diesseits geht und insofern ich damit zeige, dass dies insgesamt, also für die gesamte Menschheit, die Lösung ist. (0-2) 1.6.23-30: 2. Beispiel: mich verheiratend ziehe ich die gesamte Menschheit auf den Weg zur Monogamie (0-2) 1.7.30-33: Wiederholung und Zusammenfassung: mit meiner Wahl bin ich immer für mich und für alle verantwortlich, weil ich immer ein bestimmtes Bild vom Menschen schaffe. (0-2) 1.8.35-36: zweite Begründung bzw. zweites Argument: Wenn ich die Freiheit um der Freiheit Willen will, muss ich auch die Freiheit der anderen wollen. (0-2) 1.9.36-46: Vertiefung bzw. weitergehende Begründung des zweiten Arguments: wechselseitiges Abhängigkeitsverhältnis von Freiheit; ich kann Freiheit für mich nur wählen, wenn ich Freiheit insgesamt wähle (0-2) 1.10. 46-54: Zusammenfassung: Wenn ich wirklich erkannt habe, dass der Mensch ein Wesen ist, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, also erkannt habe, dass der Mensch ein freies Wesen ist, habe ich erkannt, dass ich nur die Freiheit der anderen wollen kann. (0-2) 1.11. Hauptaussage: Der ethische Maßstab für den Existentialisten ist immer die Freiheit überhaupt und zwar nicht nur seine Freiheit, sondern auch die Freiheit des Anderen, da er als Existenzialist, der immer davon ausgeht, dass jeder Mensch sich wählen muss, die Unfreiheit des anderen nie wollen kann! (0-6) 1.12. Begriffliche und fachsprachliche Klarheit, sinnvolle kontextuelle Verknüpfung und Aufbau (0-6) (32) 2.) Legen Sie Sartres Ansatz dar und skizzieren Sie, inwiefern dieser Ansatz beim Einzelsubjekt „erst einmal keinen Raum für eine Ethik" lässt, ,,welche die Belange anderer Menschen berücksichtigt" (vgl. Einl.) ! 2.1. Sartres Ansatz: 2.1.1.Die Existenz geht der Essenz voraus. Der Mensch ist, wozu er sich macht. (0-2) 2.1.2. Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. D.h., er kann gar nicht anders, als sich selbst verwirklichen zu müssen, d.h. aus sich zu machen, was er ist, also sich zu entwerfen. (0-2) 2.1.3. Die Freiheit wird durch das faktisch Gegebene (z. B. Widerstand der Dinge, 0. Mitmenschen ...) nicht augehoben, denn erst die Freiheit, erst der konkrete Lebensentwurf enthüllt diese Grenze. (0-2) 2.1.4. Für Sartre gibt es keinen Gott, der dem Menschen sein Wesen vorgibt. (0-2) 2.1.5. Der Mensch ist in die volle Verantwortung für sich geworfen; er hat aber auch die Möglichkeit der Unwahrhaftigkeit sich selbst gegenüber (mauvaise foi). (0-2) 2.1.6. Bedeutung des Anderen: allein für sich ist der Einzelne hingegeben an sein unmittelbares Tun; im Erblickt-werden durch den Anderen erstarrt er zum Objekt, er ist dem Urteil des anderen ausgeliefert, da ist er festgelegt als der, der er ist. Um sich selbst zu erkennen, bedarf es des anderen. (0-2) 2.1.7. Das darin liegende Ausgeliefertsein wird überwunden, wenn der Einzelne sich bewusst auf seine Möglichkeiten hin entwirft. (0-2) 2.2 Der Ansatz Sartres lässt erst einmal keinen Raum für eine Ethik, welche die Belange anderer Menschen berücksichtigt", insofern : 2.2.1 es bei Sartre immer darum geht, dass der Einzelne sich selbst entwirft, also sein eigenes Leben im Blick hat, sich um sich selbst kümmert. Wozu er sich macht, steht im Mittelpunkt und nicht, wozu er dem anderen verhilft. (0-2) 2.2.2 Sartre von seinem Ansatz her den Entwurf des Einzelnen nur durch Widerstände begrenzt sieht, die durch das Engagement auftauchen und die durch Dinge bzw. andere Menschen begründet sind. Die Rede ist hier nicht von Einsichten oder Werten, die dadurch entstehen, dass der Mensch auch die Bedürfnisse anderer Menschen etwas in seinen Entwurf von vorneherein einkalkuliert. (0-2) www 2.2.3 Sartre auch die Bedeutung des Anderen streng von sich aus sieht, insofern der Andere für ihn bedutsam ist. Es geht darum, was der Andere für mich bedeutet und nicht z.B., was ich für ihn bedeuten kann. In der Auseinandersetzung mit dem anderen kommen meine Belange, aber nicht die des Anderen in den Blick. (0-2) 2.2.4. Begriffliche und fachsprachliche Klarheit, sinnvolle kontextuelle Verknüpfung und Aufbau (0-6) (26) 3.) Kann Sartre mit seiner Forderung, die Freiheit der Mitmenschen zu wollen, dem gegenüber ihm und seinem Ansatz erhobenen Vorwurf, einem grenzenlosen Subjektivismus ohne ethische Maßstäbe Vorschub zu leisten, entgehen? 3.1. positiv: Sartres Forderung, die Freiheit der Mitmenschen zu wollen, wird von ihm durchaus begründet: Sein Gedanke, dass der Existenzialist, der immer davon ausgeht, dass jeder Mensch sich wählen muss, die Unfreiheit des anderen nie wollen kann, ist grundsätzlich nicht widersprüchlich (0-5) 3.2. negativ: Sartre geht aber nicht auf mögliche Konfliktfelder ein, bei denen meine Freiheit mit der Freiheit anderer Menschen im Widerspruch steht, bzw. sich gegenseitig ausschließt. (0-5) 3.3. negativ: außerdem geht es, wie wir in 2.2. gesehen haben, bei Sartre tendenziell immer darum, wie ein einzelnes Ich, seinen Entwurf plant und durchführt; dabei hat das Du letztlich eine Funktion fürdas Ich; Sartre denkt nicht vom Du, nicht vom Anderen aus (0-5) 3.4. S. entwickelt einen eigenen Standpunkt und legt ihn dar. (0-5) 3.5. Begriffliche und fachsprachliche Klarheit, sinnvolle kontextuelle Verknüpfung und Aufbau (0-6) (26) 4. Sprache u. Darstellung (0-10) gesamt: 32+26+26+10 = 94 Stufe 1 ab 86 Stufe 2 ab 76 Stufe 3 ab 63 Stufe 4 ab 47 Stufe 5 ab 28 Sara Azad Mahmod Klausur Pl Q1 28.10.2020 Der vorliegende Text ist ein Erray von Jean-Paul Sartre mit dem Titel, Dec Existentielimmus ist ein Humanimus", den er unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg geschrieben het. Sartre fang mit einer There an. Diere erwähnt er in den ersten vier Zeilen. Seite There beregt, dass, wenn ein Hewrch Mich selbst wählt, gleichzeitig auch alle anderen Mehrchen wählt. Von Zeile vier bis 14 ܘܐܐܘܠܛ ܬܚܝ ܫܘWܠ ueܢܩܐ ܨܘ ܛܠܘܓܓܘܓ wam een <ܢܘܟܢ ܠܠܐܠܥ ܘܛ ܘ ܂ܫeܠܟ݁ܝܢeܬ ܣܚܢܝܤܐ will, gibt der Hearch wie die anderen Heuschen rein sollen. ܕ ܩ ܥ ܧܛܕܠ ܫ ܠܠܠܘܥܢ mܚ deum stelt man hinter dem Wert demren. Des heipt mit unserer Wahl zeigen wir wie die anderen whrerer Anticht nach sein sollen. Mܠ ܔܔ aܛ ܘ ܟ ܠܠܚܓܔ ܬܢܥdevܢ ܙܘܦܓ ܦܥ ܥe Sebaܓܘ ܗܬ ܐܐܐܠܩܬ ܠܠܘܟ reܢܘܬܐ ܓܢܥ ܕܓܛܠܐܠܢܘܢܢܥܓܟܓ m heiteܥ gerantellektchhet. 2 .ܐܬ 4.3 1 ܠ.A verständlich zu machen, führt Sartre you Zeale 14 bis 34 zuer Benspiele hervor. Das erste Bempiel, welches von Zeile 14 bes 23 geht handelt von einem Arbeiter. Sartre erklärt, dass ein Arbeiter mit 서를 .3,4 1.6.7 4 ܝܠ ܐܠܠܩ ܡܣܬܠܓܛܝܬ ܫܘܝܢܘ ܓܠܘܠ ܫܘܚܧܐ . beizutreten, austett Rommunist zures, der Arbeiter für sich, dass die toring ܛܦܠܩܒ 7 ܠܠܦܬܦ ܫܥܬ ܛܦܟܠ ܘܠܢܥ ܐܩ ܫܘܬܝܥ ܚܬܐ ܫQ ܘ ܕܢܢ ܕܙܘܠܕܩܠܐ ܠܠܘ ܚܥܝܢ ܫܘܢܬܥܢ ܥܠܠ und somit zielt mein Handeln die gerende Menschhet nach Mch. Mit Resignation mecut Sartre, dass der Arbeter sich eher un ܐܢܘ ܫܦ ܫܢ ܗ ܠܘܟܢ ܛ ܠܫܫ ܠܗ ܩܩܬ Panaders und Hölle glamist, als gih... ܔܛܔܔܔ ܔܢ ܝܚܝ acܬܝܤܣܥܢܝܡ .ܔܛܔܔܔܔܓܚܘܢ ܩܠܥܘ zu seinem zunahen Besprel, vou Zale 23 bis 34, exclut Sartre die Meiret. 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