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Facharbeit Sport- und Muskelsucht (Muskeldysmorphie)

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 Sportsucht und Muskelsucht
Wie kommt sie zustande und was sind die Folgen?
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Meine Facharbeit über Sportsucht, wie sie entsteht und was für Therapiemöglichkeiten es gibt✌️ sie wurde mit 12 Punkten bewertet😊

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Sportsucht und Muskelsucht Wie kommt sie zustande und was sind die Folgen? Abbildung 1: Sport running woman on white background vector image Gymnasium Schuljahr 2020/2021 Seminarfach Sport und Gesundheit bei Herrn Bewertung: Ort, Datum, Unterschrift Schüler Mali Sportsucht und Muskelsucht Ausgabedatum: 08. Februar 2021 Abgabedatum: 23. März 2021 Unterschrift Lehrkraft Inhaltsverzeichnis 1. Einführung... 2. Definition Sportsucht…...... 2.1 Primäre Sportsucht.... 2.2. Sekundäre Sportsucht... 3. Definition Muskelsucht............ 3.1. Entstehung und Verbreitung. 4. Einordnung der Sportsucht...... 5. Mögliche Ursachen für die Sportsucht.….............. 5.1. Ursachen primärer Sportsucht und Muskelsuch..…...... 5.2. Ursachen sekundärer Sportsucht... 6. Folgen von Sportsucht.......... 6.1. Folgen primärer Sportsucht und Muskelsucht... 6.2. Folgen sekundärer Sportsucht….............. 7. Erfahrungsberichte.............. 7.1. Therapiemöglichkeiten. 8. Fazit............ Literatur- und Quellenverzeichnis.. Literatur..... Internetquellen........ Videoverzeichnis.... Anhang............... Erklärung der Selbstständigkeit......... .2 .3 ..8 ..8 ..8 .10 .11 12 13 15 .15 15 .15 ..16 17 1. Einführung Im Rahmen des Seminarfachs „Sport und Gesundheit“ lautet das Thema mei- ner Facharbeit ,,Sportsucht und Muskelsucht Wie kommt sie zustande und was sind die Folgen?". Sich vergnügen oder sich verstreuen, das ist die eigentliche Bedeutung des Wortes ,,Sport". Laut Joch dient der Sport als Mittel zur Befriedigung von In- teressen und Bedürfnissen, ebenso zur Bewältigung von Sorgen und Proble- men.¹ Sport und Bewegung sollten also stets von Spaß gekennzeichnet sein und positive Auswirkungen haben, aber was ist, wenn die Bewegung zur Sucht wird und das Gesunde dem Pathologischen weicht? In dieser Facharbeit werde ich zunächst die Sport- und Muskelsucht in Kapitel 2 und 3 näher erläutern, um anschließend näher auf die Ursachen und Folgen dessen in Kapitel 5 und 6 ein- zugehen. Hierbei halte ich...

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mich an die Leitfrage ,,Wie kommt die Sucht zustan- de und was sind die Folgen?". Im Anschluss an die Erläuterungen der Konse- quenzen, folgen in Kapitel 7 Beispielberichte von betroffenen Personen. Fort- laufend soll sich die Frage nach Therapiemöglichkeiten gestellt werden. Meine Untersuchungsergebnisse werde ich in einem Fazit festhalten, das die bereits geführte Leitfrage beantworten wird. Nachträglich werde ich aus meiner Sicht ergänzen, welche Bedenken ich bezüglich dieser Krankheiten habe. Die Intention dieser Arbeit ist die Aufklärung über die noch wenig erforschten Krankheiten Sportsucht und Muskelsucht. Bezüglich der Informationsquellen stütze ich mich hauptsächlich auf wissenschaftliche Arbeiten, die in dem Lite- ratur- und Quellenverzeichnis aufgelistet sind. 2. Definition Sportsucht Baekelund entdeckte 1970 erstmalig Sportler, die auch gegen finanzielle Ent- schädigung nicht auf ihr Training verzichten wollten. Er schloss daraus, dass die Sporttreibenden durch ihren übermäßigen Konsum von Sport eine Sports- ucht entwickelt haben. Bedingt durch die Laufbewegung Ende der 1970er und der Fitnesswelle ist diese Art von Sucht immer mehr in das Blickfeld der Öf- 1 Vgl. Klingmann, J., Sportsucht im Breitensport, in: https://my-final-blog.de/wp-content/uploads/2018/08/Sportsucht-im-Breitensport.pdf; Zugriff am 12. Februar 2021, Seite 3 Seite 1 fentlichkeit und der Wissenschaft gerückt.² Bei dieser Sucht kippt die gesund- heitsförderliche körperliche Aktivität in ein Übermaß an Training, was zu psy- chischen sowie physischen Problemen führen kann.³ Die Sportsucht ist be- schrieben als „exzessives Verhalten [...], das eine hohe psycho-physische Ab- hängigkeit erzeugt" .4 Sie wird in die folgenden Kategorien eingeteilt: 2.1. Primäre Sportsucht Bei der primären Sportsucht liegt der Fokus auf der sportlichen Aktivität, wel- che hier als Selbstzweck dient. Das bedeutet, dass die Menschen mit dieser sportbezogenen Zwangsneurose hauptsächlich die Leistungssteigerung und den Erfolg als Ziel sehen. Diese Differenzierung der Sportsucht findet sich über- wiegend bei Männern und im Bereich des Bodybuildings. Forscher sind sich allerdings uneinig darüber, ob die primäre Sucht als eigenständige Sucht aner- kannt werden sollte.5 2.2. Sekundäre Sportsucht Das Ziel der sekundären Sportsucht ist dagegen die Gewichtsreduzierung. Das zwanghafte Sporttreiben steht oft in Verbindung mit Essstörungen, wie zum Beispiel Bulimie oder Adipositas, jedoch besonders mit Anorexia Nervosa (Magersucht). Es wird als zwanghaft-perfektionistisch betrachtet und ist meist auf äußere Verhaltensfolgen wie Anerkennung oder Belohnung ausgerichtet. Diese Differenzierung der Sportsucht tritt häufiger bei Frauen auf.6 3. Definition Muskelsucht Die Muskelsucht ist auch bekannt als Adoniskomplex oder als Muskeldysmor- phie. Es ist eine psychische Störung, bei der hauptsächlich Männer unter einem unrealistisch verzerrtem Körperbild leiden. Die Betroffenen schämen sich für 2 Vgl. Castillon, M., Das Phänomen der Sportsucht, Berlin 2007, Seite 3 f. 3 Vgl. Brandhoff, E., Felchner, C., Sportsucht, in: https://www.netdoktor.de/krankheiten/sportsucht/ [2020], Zugriff am 16. März 2021 4 Klingmann, J., Sportsucht im Breitensport, Seite 4 5 Vgl. Schipfer, M., Sportbindung und Sportsucht im Ausdauersport: Theorie-Diagnostik-Empirie, in: https://www.researchgate.net/profile/Melanie_Schipfer/publication/ 275892752 Sportbindung_und_Sportsucht im Ausdauersport_Theorie- Diagnostik-Empirie/links/ 5719e83008aed43f63235e12.pdf [2015], Zugriff am 12. Februar 2021, Seite 8 6 Vgl. Ebd., Seite 9 f. Seite 2 ihren schwächlichen Körper, trotz einer bereits gut ausgeprägten Muskulatur. Diese gestörte Körperwahrnehmung wurde erstmals als Reverse Anorexia beti- telt, da es das Gegenteil zu Anorexia Nervosa darstellt.7 3.1. Entstehung und Verbreitung In den 1980er Jahren wurde eine Körperunzufriedenheit bei Männern festge- stellt, wobei exzessives Gewichtstraining und eine strenge Diät die Folge wa- ren. Der Harvard Professor Harrison-Pope untersuchte im Jahr 1990 den Stero- idkonsum von männlichen Bodybuildern und zeigte damit diese neuartige Kör- perbildstörung auf. Popes Entdeckung wurde vorerst als „Reverse Anorexia" bezeichnet, bis es später in Muskeldysmorphie unbenannt wurde. Es wurde der Begriff ,,umgekehrte Anorexie Nervosa" gewählt, da sich die Menschen mit ei- ner Muskeldysmorphie für ihren schwachen Körper schämen, obwohl sie ziem- lich muskulös sind. Es stellt also das Gegenteil zur Magersucht da, wo sich die Betroffenen trotz ihres dünnen Körpers zu dick halten. Da es kaum epidemio- logische Studien zu der Muskeldysmorphie gibt, um aussagekräftige Zahlen zu der Prävalenz von Sport- und Muskelsüchtigen zu ermitteln, basiert der folgen- de Teil auf Schätzungen und Befragungen. In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil der Muskelsüchtigen bei circa 0,5% bis 1% und ist somit gleichwertig wie bei Anorexia Nervosa. Dieser Wert erhöht sich bei männlichen Studenten im Alter von 18 bis 28 Jahren auf 6,99%. Bei der Gruppe der Bodybuilder und Leistungssportlern können deutlich mehr von der Muskeldsymorphie betroffen sein, bis zu 54%. Die Betroffenen sind durchschnittlich 19,5 Jahre und haupt- sächlich männlich.10 4. Einordnung der Sportsucht Angesichts des kaum erforschten Phänomens der Sportsucht, ist keine genaue Zuordnung in eine diagnostische Entität möglich. Es folgen verschiedene Ein- ordnungsvorschläge. Da sich die von der Muskeldysmorphie betroffenen Men- Vgl. Strobel, C., Sport- und Muskelsucht. Wenn Muskeln süchtig machen, in: https://www.ugb.de/ugb-medien/einzelhefte/gendermedizin-typisch-frau-typisch-mann/sport-und-muskelsucht- wenn-muskeln-suechtig-machen/druckansicht.pdf, Zugriff am 13.Februar 2021, Seite 270 f. 8 Vgl. Schaarschmidt, F., Krafttraining bei männlichen Jugendlichen – Das Streben nach dem Körperideal und sei- ne psychischen Auswirkungen, in: 7 https://opendata.uni-halle.de/bitstream/1981185920/34894/1/SchaarschmidtFriedemann_Krafttraining_bei_m %C3%A4nnlichen Jugendlichen.pdf [2020], Zugriff am 20.Februar 2021, Seite 13 Vgl. Ebd., Seite 20 9 10 Vgl. Strobel, C., Sport- und Muskelsucht. Wenn Muskeln süchtig machen, Seite 271 Seite 3

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mich an die Leitfrage ,,Wie kommt die Sucht zustan- de und was sind die Folgen?". Im Anschluss an die Erläuterungen der Konse- quenzen, folgen in Kapitel 7 Beispielberichte von betroffenen Personen. Fort- laufend soll sich die Frage nach Therapiemöglichkeiten gestellt werden. Meine Untersuchungsergebnisse werde ich in einem Fazit festhalten, das die bereits geführte Leitfrage beantworten wird. Nachträglich werde ich aus meiner Sicht ergänzen, welche Bedenken ich bezüglich dieser Krankheiten habe. Die Intention dieser Arbeit ist die Aufklärung über die noch wenig erforschten Krankheiten Sportsucht und Muskelsucht. Bezüglich der Informationsquellen stütze ich mich hauptsächlich auf wissenschaftliche Arbeiten, die in dem Lite- ratur- und Quellenverzeichnis aufgelistet sind. 2. Definition Sportsucht Baekelund entdeckte 1970 erstmalig Sportler, die auch gegen finanzielle Ent- schädigung nicht auf ihr Training verzichten wollten. Er schloss daraus, dass die Sporttreibenden durch ihren übermäßigen Konsum von Sport eine Sports- ucht entwickelt haben. Bedingt durch die Laufbewegung Ende der 1970er und der Fitnesswelle ist diese Art von Sucht immer mehr in das Blickfeld der Öf- 1 Vgl. Klingmann, J., Sportsucht im Breitensport, in: https://my-final-blog.de/wp-content/uploads/2018/08/Sportsucht-im-Breitensport.pdf; Zugriff am 12. Februar 2021, Seite 3 Seite 1 fentlichkeit und der Wissenschaft gerückt.² Bei dieser Sucht kippt die gesund- heitsförderliche körperliche Aktivität in ein Übermaß an Training, was zu psy- chischen sowie physischen Problemen führen kann.³ Die Sportsucht ist be- schrieben als „exzessives Verhalten [...], das eine hohe psycho-physische Ab- hängigkeit erzeugt" .4 Sie wird in die folgenden Kategorien eingeteilt: 2.1. Primäre Sportsucht Bei der primären Sportsucht liegt der Fokus auf der sportlichen Aktivität, wel- che hier als Selbstzweck dient. Das bedeutet, dass die Menschen mit dieser sportbezogenen Zwangsneurose hauptsächlich die Leistungssteigerung und den Erfolg als Ziel sehen. Diese Differenzierung der Sportsucht findet sich über- wiegend bei Männern und im Bereich des Bodybuildings. Forscher sind sich allerdings uneinig darüber, ob die primäre Sucht als eigenständige Sucht aner- kannt werden sollte.5 2.2. Sekundäre Sportsucht Das Ziel der sekundären Sportsucht ist dagegen die Gewichtsreduzierung. Das zwanghafte Sporttreiben steht oft in Verbindung mit Essstörungen, wie zum Beispiel Bulimie oder Adipositas, jedoch besonders mit Anorexia Nervosa (Magersucht). Es wird als zwanghaft-perfektionistisch betrachtet und ist meist auf äußere Verhaltensfolgen wie Anerkennung oder Belohnung ausgerichtet. Diese Differenzierung der Sportsucht tritt häufiger bei Frauen auf.6 3. Definition Muskelsucht Die Muskelsucht ist auch bekannt als Adoniskomplex oder als Muskeldysmor- phie. Es ist eine psychische Störung, bei der hauptsächlich Männer unter einem unrealistisch verzerrtem Körperbild leiden. Die Betroffenen schämen sich für 2 Vgl. Castillon, M., Das Phänomen der Sportsucht, Berlin 2007, Seite 3 f. 3 Vgl. Brandhoff, E., Felchner, C., Sportsucht, in: https://www.netdoktor.de/krankheiten/sportsucht/ [2020], Zugriff am 16. März 2021 4 Klingmann, J., Sportsucht im Breitensport, Seite 4 5 Vgl. Schipfer, M., Sportbindung und Sportsucht im Ausdauersport: Theorie-Diagnostik-Empirie, in: https://www.researchgate.net/profile/Melanie_Schipfer/publication/ 275892752 Sportbindung_und_Sportsucht im Ausdauersport_Theorie- Diagnostik-Empirie/links/ 5719e83008aed43f63235e12.pdf [2015], Zugriff am 12. Februar 2021, Seite 8 6 Vgl. Ebd., Seite 9 f. Seite 2 ihren schwächlichen Körper, trotz einer bereits gut ausgeprägten Muskulatur. Diese gestörte Körperwahrnehmung wurde erstmals als Reverse Anorexia beti- telt, da es das Gegenteil zu Anorexia Nervosa darstellt.7 3.1. Entstehung und Verbreitung In den 1980er Jahren wurde eine Körperunzufriedenheit bei Männern festge- stellt, wobei exzessives Gewichtstraining und eine strenge Diät die Folge wa- ren. Der Harvard Professor Harrison-Pope untersuchte im Jahr 1990 den Stero- idkonsum von männlichen Bodybuildern und zeigte damit diese neuartige Kör- perbildstörung auf. Popes Entdeckung wurde vorerst als „Reverse Anorexia" bezeichnet, bis es später in Muskeldysmorphie unbenannt wurde. Es wurde der Begriff ,,umgekehrte Anorexie Nervosa" gewählt, da sich die Menschen mit ei- ner Muskeldysmorphie für ihren schwachen Körper schämen, obwohl sie ziem- lich muskulös sind. Es stellt also das Gegenteil zur Magersucht da, wo sich die Betroffenen trotz ihres dünnen Körpers zu dick halten. Da es kaum epidemio- logische Studien zu der Muskeldysmorphie gibt, um aussagekräftige Zahlen zu der Prävalenz von Sport- und Muskelsüchtigen zu ermitteln, basiert der folgen- de Teil auf Schätzungen und Befragungen. In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil der Muskelsüchtigen bei circa 0,5% bis 1% und ist somit gleichwertig wie bei Anorexia Nervosa. Dieser Wert erhöht sich bei männlichen Studenten im Alter von 18 bis 28 Jahren auf 6,99%. Bei der Gruppe der Bodybuilder und Leistungssportlern können deutlich mehr von der Muskeldsymorphie betroffen sein, bis zu 54%. Die Betroffenen sind durchschnittlich 19,5 Jahre und haupt- sächlich männlich.10 4. Einordnung der Sportsucht Angesichts des kaum erforschten Phänomens der Sportsucht, ist keine genaue Zuordnung in eine diagnostische Entität möglich. Es folgen verschiedene Ein- ordnungsvorschläge. Da sich die von der Muskeldysmorphie betroffenen Men- Vgl. Strobel, C., Sport- und Muskelsucht. Wenn Muskeln süchtig machen, in: https://www.ugb.de/ugb-medien/einzelhefte/gendermedizin-typisch-frau-typisch-mann/sport-und-muskelsucht- wenn-muskeln-suechtig-machen/druckansicht.pdf, Zugriff am 13.Februar 2021, Seite 270 f. 8 Vgl. Schaarschmidt, F., Krafttraining bei männlichen Jugendlichen – Das Streben nach dem Körperideal und sei- ne psychischen Auswirkungen, in: 7 https://opendata.uni-halle.de/bitstream/1981185920/34894/1/SchaarschmidtFriedemann_Krafttraining_bei_m %C3%A4nnlichen Jugendlichen.pdf [2020], Zugriff am 20.Februar 2021, Seite 13 Vgl. Ebd., Seite 20 9 10 Vgl. Strobel, C., Sport- und Muskelsucht. Wenn Muskeln süchtig machen, Seite 271 Seite 3