Warum ist Framing (un)wichtig?

Hey, habt ihr Ideen zu der Frage: Warum ist es (un)wichtig, sich mit dem Thema „Framing“ auseinanderzusetzen? Inwiefern betrifft Framing eurer Leben?

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Warum ist Framing (un)wichtig?

Hey, habt ihr Ideen zu der Frage: Warum ist es (un)wichtig, sich mit dem Thema „Framing“ auseinanderzusetzen? Inwiefern betrifft Framing eurer Leben?

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Antworten (4)

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Nici

vor 1 Jahren

beste Antwort

Ich habe das aus dem Internet: (spectrum.de) Les es mal durch vielleicht hilft das ;) . Wer in das Thema Framing einsteigt, merkt schnell, dass die Forschung zum Thema ein zerklüftetes Gebiet ist. Schon Robert Entman, Koryphäe der Framing-Forschung, schrieb im Jahr 1993: »Trotz der Allgegenwart des Framing in den Sozialwissenschaften sucht man vergebens nach einer Theorie, die erklärt, wie Frames sich in Texte einbetten und sich dort manifestieren oder wie Framing das Denken beeinflusst.« Mehr als 20 Jahre später fällt der Befund immer noch ähnlich aus. So erklärt der Psychologe und Medienwissenschaftler Jörg Matthes von der Universität Wien in seinem Buch »Framing« von 2014: »Wir finden in der Literatur kein kohärentes Theoriegebäude oder ein Netz von theoretischen Aussagen. Vielmehr gibt es eine Reihe von ganz unterschiedlichen Arbeiten, die den Frame-Begriff verwenden, ohne jedoch konkrete Vorhersagen aus einer Framing-Theorie abzuleiten.« Das mache es schwierig, die Framing-Forschung zu fassen und wissenschaftlich zu beschreiben.Unter den Versuchspersonen, die diese Beschreibung gelesen hatten, wählten lediglich 22 Prozent das erste Programm, 78 Prozent entschieden sich hingegen für Programm Nummer zwei. Das Risikoverhalten beeinflussen Wer genau hinschaut, bemerkt schnell: Beide Textvarianten beschreiben exakt dieselben Konsequenzen. Im jeweils ersten Programm (A und C) sterben 400 Menschen und 200 überleben. Und im jeweils zweiten (B und D) überleben alle mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/3 – oder alle sterben mit einer Wahrscheinlichkeit von 2/3. Ob die Teilnehmer eher auf die sichere Option setzten oder aber ein Risiko eingingen, schien also von der Art und Weise der Darstellung abzuhängen. Kahneman und Tversky bezeichneten das als »Framing-Effekt« (von »to frame« = einrahmen). Bis heute wird die Studie in der Psychologie und den Wirtschaftswissenschaften immer wieder zitiert. Die Arbeiten von Kahneman und Tversky sind zu einem der wichtigsten Pfeiler der so genannten Verhaltensökonomik und der psychologischen Risikoforschung geworden. Im Jahr 2002 wurde Daniel Kahneman für seinen Beitrag sogar mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. Auch in der Kommunikationswissenschaft beruft man sich auf die beiden. »Hier hat man den experimentellen Ansatz allerdings etwas abgewandelt«, sagt Christian Schemer, Professor für Allgemeine Kommunikationswissenschaft am Institut für Publizistik an der Universität Mainz. »De facto werden häufig Experimente gemacht, in denen Menschen nicht der gleichen, sondern unterschiedlichen Situationen ausgesetzt sind und dann zu unterschiedlichen Urteilen kommen.« Im Gegensatz zu den Experimenten von Kahneman und Tversky werden Framing-Probanden in den Kommunikationswissenschaften mit ganz verschiedenen Geschichten konfrontiert Eine dieser Studien erschien im Jahr 2007 im »Journal of Communication«. Die Autoren Adam Simson von der Yale University und Jennifer Jerit von der Florida State University analysierten darin, welche Begriffe Journalisten und Politiker in den USA rund um das Thema Abtreibungsverbot verwendeten. Dabei entdeckten sie, dass Befürworter und Gegner eines Abtreibungsverbots jeweils ein recht exklusives Vokabular nutzten, um für ihre Position zu werben: So sprachen Befürworter zum Beispiel fast ausschließlich von »Babys« statt von »Föten«. Bei den Gegnern war es hingegen genau umgekehrt. In einem Experiment konnten Simson und Jerit zeigen, dass Menschen, die Medienberichte lasen, in denen ausschließlich eines der beiden Wörter verwendet wurde, ihre Meinung der einen oder anderen politischen Position anglichen: kontra Abtreibungsverbot beim Wort »Fötus« oder aber in Richtung pro Abtreibungsverbot beim Wort »Baby«. Ähnliche Ergebnisse hatten Forscher aus Stanford bereits 2005 im Fachjournal »Psychological Science« zu einer ganz anderen Frage vorgestellt. Sie konnten zeigen, dass der Fleischkonsum bei Probanden abnahm, die in Medienberichten häufiger mit dem Wort »Rinderwahnsinn« konfrontiert waren. Die Verwendung des Wortes »Creutzfeld-Jakob-Krankheit« hatte hingegen keinen solchen Effekt. »Was Eltern mit ›Baby‹ und Mediziner mit ›Fötus‹ meinen, sind zwei verschiedene Dinge«, sagt Schemer. Während der eine Begriff ein Kind mit Gesicht und Händen beschreibe, transportiere der andere das Bild eines Zellhaufens. Und während sich »Rinderwahnsinn« auf ein bestimmtes beobachtbares Verhalten beziehe, sei »Creutzfeld-Jakob« der medizinische Fachbegriff für eine komplexe Erkrankung. Im Gegensatz zu den Experimenten von Kahneman und Tversky werden Framing-Probanden in den Kommunikationswissenschaften also eher mit ganz verschiedenen Geschichten konfrontiert. »Eine Wirkung auf den Rezipienten haben beide Ansätze«, sagt Schemer. Mächtige Metaphern? Es gibt noch eine weitere Denkschule, die sich mit dem Framing befasst: die so genannte kognitive Linguistik. Begründet wurde sie Anfang der 1980er Jahre von dem Linguisten und Chomsky-Schüler George Lakoff von der University of California, Berkeley. In seinem Buch »Moral Politics« aus dem Jahr 1996 argumentiert Lakoff, dass ein Großteil des Denkens unbewusst stattfinde und unsere Urteile, inklusive moralischer Urteile, von »konzeptuellen Metaphern« abhingen, die durch Sprache aktiviert würden. »Bei der Diskussion moralischer Fragen nutzen wir etliche Metaphern«, schreibt Lakoff. »Wir nutzen diese Metaphern, um moralische Fragen zu framen; um sie zu interpretieren, sie zu verstehen und um ihre Konsequenzen abzuschätzen.« (»Moral Politics«, S. 44) Auf dieser Auffassung gründet Lakoff seine »Moral Politics Theory«. Die Kernaussage darin lautet, dass die amerikanische Politik von zwei moralischen Weltsichten geprägt ist, die von Familien-Metaphern getragen sind: Liberale (Demokraten) orientierten sich bei politischen Urteilen an der Metapher der »nährenden Familie«, Konservative (Republikaner) dagegen an der Metapher eines »strengen Vaters«. Nach Lakoffs Theorie werden diese Erziehungsmodelle mittels der Metapher einer »Nation als Familie« auf die nationale Politik abgebildet. Der Sprachgebrauch stehe im Einklang mit den beiden Modellen und beeinflusse (durch das jeweilige Framing) die Wahrnehmung der Bürger bei politischen Themen. Aber Lakoffs Denkschule geht noch weiter. In seinem Buch »Metaphors we live by« heißt es: »Unser gewöhnliches konzeptuelles System, in dem wir sowohl denken als auch handeln, ist grundsätzlich metaphorischer Natur. […] Metapher ist nicht nur eine Frage der Sprache, das heißt der bloßen Worte. Wir argumentieren, dass im Gegenteil menschliche Denkprozesse weitgehend metaphorisch sind.« Zwar beginne alles Denken mit wenigen nichtmetaphorischen, körperlichen Eindrücken: Sinnesempfindungen, Handlungen und Emotionen. Spätestens aber wenn ein aktueller Eindruck mit früheren assoziiert wird, entstünden neue konzeptuelle Metaphern: etwa wenn man eine Beziehung als Reise auffasst, die »etwas holprig« sein kann. . . . Framing-Effekte 1. Begriff: Effekte auf die Wahrnehmung sowie auf Bewertungen und Entscheidungen, die durch die Darstellung bzw. „Rahmung“ eines Themas bewirkt werden. Insbesondere die Risikowahrnehmung und Entscheidungen unter Unsicherheit sind für Framing-Effekte sensitiv. 2. Beispiele: Ob z.B. etwas als Gewinn (100 von 500 Leben gerettet) oder als Verlust (400 von 500 Leben verloren) dargestellt wird, beeinflusst Präferenzurteile. Unterschieden wird zwischen Attribut-Framing (z.B. 10 % Fettgehalt versus 90 % fettfrei), Risky-Choice-Framing (hier werden die Verluste oder die Gewinne betont, siehe das obige Beispielzu „Leben gerettet vs. verloren“) und Ziel-Framing (positive Konsequenzen von Handlungen werden gegen negative Konsequenzen von Unterlassungen gestellt). Framing-Effekte können aber auch durch unterschiedliche Stories erzielt werden, in die Risiken bzw. riskante Technologien eingebettet sind (Risikowahrnehmung). 3. Einordnung und neuere Forschung: Zur Erklärung von Framing-Effekten i. S. d. risky choices kann die Prospect-Theorie herangezogen werden. Insgesamt sind aber Framing-Effekte bei Weitem nicht so invariant wie ursprünglich angenommen. Die neuere Forschung zeichnet ein differenziertes Bild: So hängen Framing-Effekte bei risky choices z.B. vom Informationsverarbeitungsstil des Rezipienten sowie von der Art und Höhe der Verluste ab. . Wenn ich dir helfen konnte, würde ich mich über eine akzeptierte Antwort freuen 😊

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Iman Jamil Khidir

vor 2 Monaten

Und warum Betreff ist wichtig im Gäschftbrief

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Emma

vor 1 Jahren

soory

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julia

vor 1 Jahren

Framing betrifft jedermans Leben. Zum Beispiel in der Politik, wenn Wörter bewusst anders aufgenommen werden sollen. Sowas wie Flüchtlingswelle, weil die Menschen dann an etwas Plötzliches und Bedrohliches denken. Oder auch das Wort Asyltourismus, da Tourismus uns eher an Urlaub denken lässt und es ist außerdem in dem Sinne unpassend, weil man nach einen Urlaub auch wieder nach Hause fahren kann.

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