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Faust

Faust

 Fach: Deutsch
2. Klausur
Thema: Faust
Zeit: 135 min.
Anzahl der Wörter: 1837 1. Gesamtzusammenhang
Die Tragödie ,,Faust I", welche von Joha

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Jules

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Fach: Deutsch 2. Klausur Thema: Faust Zeit: 135 min. Anzahl der Wörter: 1837 1. Gesamtzusammenhang Die Tragödie ,,Faust I", welche von Johann Wolfgang von Goethe geschrie- ben und nach Jahrzehnten langer Arbeit schließlich im Jahre 1808 veröffent- licht wurde, gehört zu den wohl bekanntesten Werken der heutigen Weltlite- ratur. Im ersten Teil der Tragödie geht der Prolog im Himmel voraus, in wel- cher die wesentliche Voraussetzung zur Wette um Faust zwischen Mephisto und dem Herrn hervorgeht. Das Drama thematisiert Fausts Suche nach über- irdischer Erkenntnis sowie allumfassender Erfahrung. In diesem Zusammen- hang geht Faust einen Pakt mit Mephisto, dem Gegenspieler Gottes, ein. Ne- ben dem Pakt, in welchem Mephisto Faust zur Überwindung seiner inneren Zufrieden- und Zerrissenheit verhelfen verspricht, gehen die Beiden zudem eine Wette ein. Die Szene ,,Der Nachbarin Haus" ist eine bedeutende Schlüsselszene, um die Gretchentragödie voranzutreiben. Nachdem Faust das bürgerliche Mädchen Gretchen in der Szene „Straße“ zum ersten Mal sieht und auch sofort an- spricht¹, verlangt er von Mephisto dafür zu sorgen, dass er Gretchen be- kommt². So entscheiden sich die beiden Gretchen ein Schmuckkästchen zu schenken und sich in der Szene ,,Abend“ heimlich in ihr Zimmer zu schlei- chen und somit ihre Privatsphäre zu stören. In der darauffolgenden Szene ,,Spaziergang" verkündet Mephisto sogleich, dass Gretchens Mutter das Kästchen zu finden bekam³ und gleich an die Kirche spendete. Daraufhin beschließt Faust...

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ihr ein neues zu schenken und befiehlt Mephisto sich an ihre Nachbarin Marthe dranzuhängen, um eher an Gretchen heranzukommen.4 In der genannten Szene „Der Nachbarin Haus“ führt Mephisto Fausts Befehl aus, sich an Marthe dranzuhängen und stattet ihr und Gretchen einen kleinen Besuch ab, in dem er ihr mitteilt, dass ihr verschollener Mann verstorben sei.5 Höchstwahrscheinlich war es Mephistos Ziel sie von ihrem Mann los zu reißen, damit sie die Chance nutzt, ohne schlechtes Gewissen und ¹ Johann Wolfgang von Goethe, „Faust“, 1808, Vgl. V. 2605 2 Ebd. Vgl. V. 2619 3 Ebd. Vgl. V. 2815 4 Ebd. Vgl. V. 2858 5 Ebd. Vgl. V. 2916 2 Rückzieher einen Neuen an ihrer Seite zu suchen und offen für Mephisto ist, welcher sie zu seinen Gunsten manipuliert, um die Gretchentragödie voran- zutreiben, wie man in Szene „Garten“ schon sehen kann. Dort treffen sich die Vier. Während Mephisto die Zeit mit Marthe verbringt, um höchstwahr- scheinlich dafür zu sorgen, dass sie Faust und Gretchen nicht stört, kommen sich Gretchen und Faust in einem Gespräch immer näher. Sie kommen sich sogar so nah, dass am Ende der Szene Faust in der 3. Person Gretchen mit- teilt, dass er sie liebt: „Er liebt dich!". Auch ist die Szene ,,Garten" beson- ders wichtig, da sich in der darauffolgenden Szene „Ein Gartenhäuschen" Faust und Gretchen zum aller ersten Mal küssen und Gretchen den Kuss auch ihrerseits aus aktiv erwidert.7 Somit ist zu sagen, dass besonders die beiden Szenen in Bezug auf Gretchen, die Handlung des Dramas und somit auch die Gretchentragödie im Haupt- sinne vorantreiben und quasi als Grundbaustein dienen für die darauffolgen- den Handlungen und Geschehnisse. 2. Charakterisierung Marthe Die Tragödie ,,Faust I“, welche von Johann Wolfgang von Goethe geschrie- ben und nach Jahrzehnten langer Arbeit schließlich im Jahre 1808 veröffent- licht wurde, gehört zu den wohl bekanntesten Werken der heutigen Weltlite- ratur. Im ersten Teil der Tragödie geht der Prolog im Himmel voraus, in wel- cher die wesentliche Voraussetzung zur Wette um Faust zwischen Mephisto und dem Herrn hervorgeht. Das Drama thematisiert Fausts Suche nach über- irdischer Erkenntnis sowie allumfassender Erfahrung. In diesem Zusammen- hang geht Faust einen Pakt mit Mephisto, dem Gegenspieler Gottes, ein. Ne- ben dem Pakt, in welchem Mephisto Faust zur Überwindung seiner inneren Zufrieden- und Zerrissenheit verhelfen verspricht, gehen die Beiden zudem eine Wette ein. Im Folgenden werde ich Marthe, in den Szenen ,,Der Nach- barin Haus" und „Garten“ charakterisieren. 6 Ebd. V. 3186 7 Ebd. Vgl. V. 3205 f. 3 12 13 Marthe Schwerdtlein kommt erstmals in der Szene ,,Der Nachbarin Haus" zum Vorschein, in welcher sie Gretchens Vertrauensperson darstellt, in dem Gretchen ihr den Fund des Schmuckkästchens anvertraut und auch zugleich mitteilt, dass ihre Mutter das Kästchen gefunden und der Kirche gespendet hat. Gleich danach stiftet sie Gretchen dazu an zu lügen, bzw. das Kästchen zu verheimlichen und dieses Geheimnis stattdessen zur Beichte zu tragen. ¹0 Dies symbolisiert auch den Kontrast zwischen ihr und Gretchen, welche im- mer darauf bedacht ist das Richtige zu tun. In dieser Szene trauert sie anfangs über ihren verschollenen Mann und hofft, dass er gar nicht tot sei¹¹. In die- sem Zusammenhang ist somit anzumerken, dass sie verheiratet ist und zu- dem Kinder hat.¹² Sie hegt noch immer die Hoffnung, dass ihr verschollener Mann irgendwann wieder zurückkommen würde und gar nicht tot ist.¹3 Im späteren Verlauf erscheint Mephisto in der Szene, welcher Marthe über den Tod ihres Mannes berichtet und mit Marthe ein Gespräch anfängt. Im Ver- lauf des Gesprächs lässt sich feststellen, dass Marthe sehr manipulativ ist und sich immer wieder von Mephisto manipulieren lässt. Sie ist seinen manipu- lativen Gesprächen nicht gewachsen. Auch ist die Zuneigung bzw. Verbin- dung zu ihrem Mann zwiespältig dargestellt. Auf der einen Seite wünscht sich Mathe, dass ihr ,,Schatz“¹4 noch am Leben ist¹5 und bittet Mephisto ,,sei- nes Lebens Schluss"¹6 zu erzählen. Auf der anderen Seite, nachdem Me- phisto den Tod ihres Mannes verkündete und die beiden über ihn ins Ge- spräch kommen, erfährt man, dass sie nicht gut auf ihn zu sprechen ist: „Das lügt er! Was! Am Rand des Grabs lügen“¹7, „Der Dieb an seinen Kindern!“¹8, „Könnt nicht sein schändlich Leben hindern“¹9. Es wird deutlich, dass zwi- schen den beiden etwas vorgefallen ist. Mephisto erklärt so somit, dass sich 8 Ebd. V. 2899 9 Ebd. Vgl. 2874 ff. 10 Ebd. Vgl. 2879 f. 11 Vgl. V. 2871 12 Ebd. Vgl. V. 2864 & V. 2985 ¹³ Ebd. Vgl. V. 2871 14 Ebd. V. 3010 15 Ebd. Vgl. V. 2871 16 Ebd. V. 2924 17 Ebd. V. 2961 18 Ebd. V. 2985 19 Ebd. V. 2987 A ,,ein schönes Fräulein"20 sich seiner annahm.2¹ Zuvor berichtet Marthe, dass sie ,,ihm längst vergeben"²² hat. In der Szene ,,Garten“ befinden sich Faust mit Margarete und Mephisto mit Marthe zusammen in ihrem Garten, in dem sie spazieren und miteinander reden. Hier wird die Beziehung zu ihrem Mann deutlich. Nicht lange, nach- dem ihr Mann offiziell verstorben ist, ist sie schon auf der Suche nach je- mand Neues an ihrer Seite - in diesem Fall Mephisto. Während des Spazier- gangs versucht sie Mephisto vergeblich über seinen Beziehungsstand auszu- fragen: ,,Die armen Weiber sind doch übel dran: Ein Hagestolz ist schwerlich zu bekehren. "23 „Sagt grad, mein Herr, habt Ihr noch nichts gefunden? Hat sich das Herz nicht irgendwo gebunden?"24. Mephisto hingegen umgeht ihre Fragen, indem er vorgibt sie nicht zu verstehen²5. Nachdem Mephisto ver- kündet, dass Faust und Mephisto aufbrechen wollen, spielt Marthe die schutzbedürftige Frau und bittet Mephisto länger zu bleiben, mit der Begrün- dung, dass es allein „ein gar zu böser Ort"26 wäre. Auch durch ihren Mann befindet sich Marthe als alleinstehende, bürgerliche Frau in einer problema- tischen sozialen Situation. Sie hat keine Absicherung in ihrem Leben und hat als einzige Notwendigkeit einen neuen Versorger zu suchen. Sie ist gleich nach der Verkündung über den Tod ihres Mannes auf der Suche nach einer neuen Verbindung und zweiten Heimat und sucht dafür eine gesellschaftlich höhere Person in ihrem Leben, wie Mephisto. 3 Man könnte auch denken, dass Marthe sich egoistisch verhält, weil sie dazu beiträgt Gretchen ins Verderben zu stürzen, um selbst die Möglichkeit zu bekommen aus ihrem bürgerlichen Milieu mithilfe von Mephisto und Faust zu fliehen. Somit hilft sie Gretchen auch nur, um Mephisto und Faust nah bei sich zu halten. 20 Ebd. V.2981 21 Ebd. Vgl. V. 2981 22 Ebd. Vgl. V. 2959 23 Ebd. V. 3149 f. 24 Ebd. V. 3153 f. 25 Ebd. Vgl. V. 3161 26 Ebd. V. 3197 5

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Während Mephisto die Zeit mit Marthe verbringt, um höchstwahr- scheinlich dafür zu sorgen, dass sie Faust und Gretchen nicht stört, kommen sich Gretchen und Faust in einem Gespräch immer näher. Sie kommen sich sogar so nah, dass am Ende der Szene Faust in der 3. Person Gretchen mit- teilt, dass er sie liebt: „Er liebt dich!". Auch ist die Szene ,,Garten" beson- ders wichtig, da sich in der darauffolgenden Szene „Ein Gartenhäuschen" Faust und Gretchen zum aller ersten Mal küssen und Gretchen den Kuss auch ihrerseits aus aktiv erwidert.7 Somit ist zu sagen, dass besonders die beiden Szenen in Bezug auf Gretchen, die Handlung des Dramas und somit auch die Gretchentragödie im Haupt- sinne vorantreiben und quasi als Grundbaustein dienen für die darauffolgen- den Handlungen und Geschehnisse. 2. Charakterisierung Marthe Die Tragödie ,,Faust I“, welche von Johann Wolfgang von Goethe geschrie- ben und nach Jahrzehnten langer Arbeit schließlich im Jahre 1808 veröffent- licht wurde, gehört zu den wohl bekanntesten Werken der heutigen Weltlite- ratur. Im ersten Teil der Tragödie geht der Prolog im Himmel voraus, in wel- cher die wesentliche Voraussetzung zur Wette um Faust zwischen Mephisto und dem Herrn hervorgeht. Das Drama thematisiert Fausts Suche nach über- irdischer Erkenntnis sowie allumfassender Erfahrung. In diesem Zusammen- hang geht Faust einen Pakt mit Mephisto, dem Gegenspieler Gottes, ein. Ne- ben dem Pakt, in welchem Mephisto Faust zur Überwindung seiner inneren Zufrieden- und Zerrissenheit verhelfen verspricht, gehen die Beiden zudem eine Wette ein. Im Folgenden werde ich Marthe, in den Szenen ,,Der Nach- barin Haus" und „Garten“ charakterisieren. 6 Ebd. V. 3186 7 Ebd. Vgl. V. 3205 f. 3 12 13 Marthe Schwerdtlein kommt erstmals in der Szene ,,Der Nachbarin Haus" zum Vorschein, in welcher sie Gretchens Vertrauensperson darstellt, in dem Gretchen ihr den Fund des Schmuckkästchens anvertraut und auch zugleich mitteilt, dass ihre Mutter das Kästchen gefunden und der Kirche gespendet hat. Gleich danach stiftet sie Gretchen dazu an zu lügen, bzw. das Kästchen zu verheimlichen und dieses Geheimnis stattdessen zur Beichte zu tragen. ¹0 Dies symbolisiert auch den Kontrast zwischen ihr und Gretchen, welche im- mer darauf bedacht ist das Richtige zu tun. In dieser Szene trauert sie anfangs über ihren verschollenen Mann und hofft, dass er gar nicht tot sei¹¹. In die- sem Zusammenhang ist somit anzumerken, dass sie verheiratet ist und zu- dem Kinder hat.¹² Sie hegt noch immer die Hoffnung, dass ihr verschollener Mann irgendwann wieder zurückkommen würde und gar nicht tot ist.¹3 Im späteren Verlauf erscheint Mephisto in der Szene, welcher Marthe über den Tod ihres Mannes berichtet und mit Marthe ein Gespräch anfängt. Im Ver- lauf des Gesprächs lässt sich feststellen, dass Marthe sehr manipulativ ist und sich immer wieder von Mephisto manipulieren lässt. Sie ist seinen manipu- lativen Gesprächen nicht gewachsen. Auch ist die Zuneigung bzw. Verbin- dung zu ihrem Mann zwiespältig dargestellt. Auf der einen Seite wünscht sich Mathe, dass ihr ,,Schatz“¹4 noch am Leben ist¹5 und bittet Mephisto ,,sei- nes Lebens Schluss"¹6 zu erzählen. Auf der anderen Seite, nachdem Me- phisto den Tod ihres Mannes verkündete und die beiden über ihn ins Ge- spräch kommen, erfährt man, dass sie nicht gut auf ihn zu sprechen ist: „Das lügt er! Was! Am Rand des Grabs lügen“¹7, „Der Dieb an seinen Kindern!“¹8, „Könnt nicht sein schändlich Leben hindern“¹9. Es wird deutlich, dass zwi- schen den beiden etwas vorgefallen ist. Mephisto erklärt so somit, dass sich 8 Ebd. V. 2899 9 Ebd. Vgl. 2874 ff. 10 Ebd. Vgl. 2879 f. 11 Vgl. V. 2871 12 Ebd. Vgl. V. 2864 & V. 2985 ¹³ Ebd. Vgl. V. 2871 14 Ebd. V. 3010 15 Ebd. Vgl. V. 2871 16 Ebd. V. 2924 17 Ebd. V. 2961 18 Ebd. V. 2985 19 Ebd. V. 2987 A ,,ein schönes Fräulein"20 sich seiner annahm.2¹ Zuvor berichtet Marthe, dass sie ,,ihm längst vergeben"²² hat. In der Szene ,,Garten“ befinden sich Faust mit Margarete und Mephisto mit Marthe zusammen in ihrem Garten, in dem sie spazieren und miteinander reden. Hier wird die Beziehung zu ihrem Mann deutlich. Nicht lange, nach- dem ihr Mann offiziell verstorben ist, ist sie schon auf der Suche nach je- mand Neues an ihrer Seite - in diesem Fall Mephisto. Während des Spazier- gangs versucht sie Mephisto vergeblich über seinen Beziehungsstand auszu- fragen: ,,Die armen Weiber sind doch übel dran: Ein Hagestolz ist schwerlich zu bekehren. "23 „Sagt grad, mein Herr, habt Ihr noch nichts gefunden? Hat sich das Herz nicht irgendwo gebunden?"24. Mephisto hingegen umgeht ihre Fragen, indem er vorgibt sie nicht zu verstehen²5. Nachdem Mephisto ver- kündet, dass Faust und Mephisto aufbrechen wollen, spielt Marthe die schutzbedürftige Frau und bittet Mephisto länger zu bleiben, mit der Begrün- dung, dass es allein „ein gar zu böser Ort"26 wäre. Auch durch ihren Mann befindet sich Marthe als alleinstehende, bürgerliche Frau in einer problema- tischen sozialen Situation. Sie hat keine Absicherung in ihrem Leben und hat als einzige Notwendigkeit einen neuen Versorger zu suchen. Sie ist gleich nach der Verkündung über den Tod ihres Mannes auf der Suche nach einer neuen Verbindung und zweiten Heimat und sucht dafür eine gesellschaftlich höhere Person in ihrem Leben, wie Mephisto. 3 Man könnte auch denken, dass Marthe sich egoistisch verhält, weil sie dazu beiträgt Gretchen ins Verderben zu stürzen, um selbst die Möglichkeit zu bekommen aus ihrem bürgerlichen Milieu mithilfe von Mephisto und Faust zu fliehen. Somit hilft sie Gretchen auch nur, um Mephisto und Faust nah bei sich zu halten. 20 Ebd. V.2981 21 Ebd. Vgl. V. 2981 22 Ebd. Vgl. V. 2959 23 Ebd. V. 3149 f. 24 Ebd. V. 3153 f. 25 Ebd. Vgl. V. 3161 26 Ebd. V. 3197 5