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Klas sieht seinen Vater

Klas sieht seinen Vater

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Marlene Gipperich

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Klas sieht seinen Vater

 19.01.2019
Interpretation einer Kurzgeschichte: Klas sieht seinen Vater
Einleitung
Das Thema der Kurzgeschichte „Klas sieht seinen Vater",

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Interpretation und Analyse zu der Kurzgeschichte ''Klas sieht seinen Vater''

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19.01.2019 Interpretation einer Kurzgeschichte: Klas sieht seinen Vater Einleitung Das Thema der Kurzgeschichte „Klas sieht seinen Vater", die von Wolfgang Koeppen geschrieben wurde, ist die komplizierte Beziehung zwischen einem Vater und dessen Sohn. Inhaltsangabe Die Kurzgeschichte beginnt damit, dass ein Junge namens Klas in seiner Schulzeit oftmals von seinem Lehrer nach seinem Vater gefragt wird und immer antwortet, dass er keinen Vater habe, da in seiner Geburtsurkunde „unehelich“ steht. Er lebt alleine mit seiner Mutter und als diese verstirbt, wandert er obdachlos in einer Hauptstadt umher. Eines Abends ist es besonders kalt auf den Straßen und er sucht Schutz und Wärme in einem Kino auf. Durch Zufall entdeckt er auf der Leinwand in dem laufenden Film das Gesicht seines Vaters und sieht diesen später persönlich, als er auf die Bühne kommt und sich verbeugt. Sein Vater erweckt in Klas den Anschein, dass er psychisch angeschlagen ist und ihm kommt der Gedanke, dass er diese Veranlagung geerbt haben muss. Voller Wut darüber läuft er zu dem Haus seines Vaters und findet diesen in einem langen Saal auf. Die Kurzgeschichte endet damit, dass der Vater den Raum verlässt und wie durch Zufall auf einem Tisch ein Revolver liegt, aus welchem im gleichen Moment ein Schuss fällt. Analyse & Interpretation Ich vermute, dass der Autor dem Leser klar machen will, dass...

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man nur einen Vater hat und er lebenslang eine Bedeutung für einen haben wird. (Interpretationshypothese) Der vorliegende Text entspricht vom Aufbau dem einer typischen Kurzgeschichte: Man wird als Leser unmittelbar zu Beginn in Klas` Lebensumstände, vaterlos zu sein, eingeführt (Z. 1f). In Z. 24 findet der Wendepunkt der Geschichte statt: Die tatsächliche Begegnung mit seinem Vater. Darauf folgen rasch aufeinander verschiedene Ereignisse, dadurch wird der Text spannend. Der für eine Kurzgeschichte typische, offene Schluss liegt hier auch vor: Es ist unklar, wer den Revolver benutzt hat. Dem Leser bleiben dadurch unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten, zum Beispiel: Der Sohn erschießt den Vater, der Diener erschießt den Sohn. Der Schluss beinhaltet somit eine Vorausdeutung. In dieser Kurzgeschichte wird das auktoriale Erzählverhalten verwendet und der allgemeine Erzähler dient hier als Vermittler. Der Autor hat seine eigenen Lebenserfahrungen in den Text einfließen lassen, denn er ist selber als uneheliches Kind ohne Vater aufgewachsen. Die beiden in den Fokus gerückten Personen sind Klas, der Sohn und sein Vater, dessen Name nicht bekannt ist. Klas präsentiert sich als junger, verzweifelter und armer Mann, während über seinen Vater kaum Informationen preisgegeben werden außer, dass er reich ist, in einem feinen Haus lebt und psychisch gestört ist (Z. 34ff). 19.01.2019 Durch die Verwendung verschiedener Stilmittel und der Wortwahl versucht der Verfasser dem Leser den Inhalt der Geschichte nahezubringen. Er beginnt mit der Schilderung, wie Klas scheinbar unberührt auf die häufig gestellte Frage des Lehrers nach seinem Vater reagiert (Z.1). Die Frage wirkt provokant, ist „überflüssig“. Außerdem galten uneheliche Kinder früher als minderwertig. Klas´ gelassene Reaktion ist ungewöhnlich für sein Alter und die Situation. Dass er von der Klasse estarrt wird, muss sehr unangenehm für ihn sein. Es lässt sich nur vermuten, dass dies ein äußerer Schein ist und er innerlich gar nicht so ruhig ist (Z.3-6). Der Begriff ,,muffiges Nest“ ist eine Metapher und verweist darauf, wie wenig Luft Klas zum Atmen, zum frei sein, in seiner Jugend bleibt (Z.17). Die Hauptstadt bietet ihm eine neue Chance, das Alte hinter sich zu lassen. Er möchte Geld von seinem Vater für einen Neuanfang bekommen (Z.16f), da er selbst arm (Z. 14f), sein Vater jedoch reich ist (Z.13). Um dieses Ziel zu erreichen, erträgt er viele Qualen (Z.17f). Er wünscht sich Ruhe und Entspannung (Z.22f), doch als er seinen Vater auf der Leinwand erblickt, fängt er aus Angst und Anspannung an zu zittern (Z. 27f). Durch die Anapher „Hier, wo gleichgültige Geschehen über die Leinwand flimmerten, wo man warm und traumnah saß, schien es ihm gut, Körper und Geist auszuspannen.“ (Z. 21ff) macht der Autor auf die Bedeutsamkeit des Ortes „Kino“ aufmerksam. Mit dem Satz ,,In diese müde Ruhe sprang plötzlich der Name seines Vaters, den er schon fast vergessen hatte.", der die Tautologie „müde Ruhe“ enthält, verweist Wolfgang Koeppen auf die plötzliche Gefühlsänderung des jungen Mannes. Dieser erschreckt sich in der ruhigen Kinosituation über den Namen seines Vaters auf der Leinwand. Als Klas seinen Vater erblickt, wie er sich zu der Musik bewegt, erweckt dies den Eindruck in ihm, dass dieser psychisch gestört ist und Klas denkt, dass er diese Eigenart von ihm geerbt hat (Z.33-36). „Schicksalschlägiges“ ist eine Ellipse und bekommt nicht nur durch seine Nominalisierung eine besondere Gewichtung, sondern auch durch den Aufbau als Parataxe, da der Rest der Kurzgeschichte aus Hypotaxen besteht (Z. 39). Das Schicksal lässt sich nicht ändern und so denkt Klas, dass er nichts hat und er auch noch das verrückte Verhalten seines Vaters in sich trägt (Z. 36-39). Der Autor beschreibt, dass der junge Mann aus dem Kino hinausstürmt, um seinen Vater zu töten (Z. 40ff). Hiermit möchte er darlegen, wie erregt, aber auch entschlossen der Sohn ist. Mit Hilfe der Antithese um dort den fremden, ihm doch nahen Mann zu töten." (Z.41f), wird das schwierige Verhältnis zwischen Vater und Sohn veranschaulicht. Beim Betreten des Hauses stößt Klas den Diener seines Vaters aggressiv beiseite (Z. 44f). Dieses Verhalten zeigt seine Anspannung und wie fixiert er auf die Konfrontation mit seinem Vater ist. Er ist mit der Situation überfordert (Z. 28). Der hohe und lange Saal löst in Klas ein beklemmendes Gefühl aus (Z.46f) und die einzige Lampe unterstreicht die gedrückte und schwere Stimmung in dem Raum (Z. 49). Als Klas seinen Vater anschreit, wird seine Verzweiflung und seine Distanz zum Vater ersichtlich, da er ihn mit „Sie“ anredet (Z. 51-52) und er gibt ihm die Schuld an seinem Leiden, wünscht sich aber gleichzeitig Antworten, warum alles so kommen musste (Z. 52ff). Der Verfasser lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers mit der Anapher ,,Lebens Leid“ auf Klas´ traurige Lebenssituation (Z.55). Der Vater reagiert auf die Anschuldigungen seines Sohnes lediglich mit einem „Ja“, was auf Klas wie eine Provokation wirkt (Z. 56). Die Beschreibung, dass die Tür ,,behutsam" geschlossen wird, verwirrt den Leser, da eigentlich ein aggressives Verhalten auf die Anschuldigungen von Klas erwartet wird (Z. 59). "}***) Dieses Verhalten kann man unterschiedlich deuten: Der Vater ist schuldbewusst, weil er den Vorwurf von Klas versteht, als Vater versagt zu haben oder er entzieht sich der unangenehmen Konfrontation durch das Weggehen oder ihn belastet die nicht vorhandene Vater-Sohn- Beziehung auch. Wie oben bereits erwähnt, gibt es ein offenes Ende, die Situation wird nicht geklärt. Man erfährt nicht, wie sich das Verhältnis zwischen den beiden Handlungsträgern weiterentwickelt. Konklusion: 19.01.2019 Meiner Meinung nach stimmt die Interpretationshypothese. Geschickt setzt Wolfgang Koeppen Stilmittel und Formulierungen des Gegensatzes ein, um die widersprüchlichen Gefühle des Sohnes gegenüber seinem Vater zu veranschaulichen. Dadurch zeigt er Klas' Ablehnung und Trauer, die entstanden sind, weil er ohne Vater aufwachsen musste. Gleichzeitig führt er dem Leser vor Augen, dass der Sohn sich ungewollt durch Empfindungen der Zuneigung mit dem Vater verbunden fühlt, weil er sein biologischer Vater ist. Durch den bereits erwähnten Spannungsaufbau nach dem Wendepunkt in der Kurzgeschichte gelingt es dem Autor, die Verzweiflung und die Traurigkeit des Sohnes klar zu machen. Wörter: 1185 Marlene Gipperich

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

Interpretation und Analyse zu der Kurzgeschichte ''Klas sieht seinen Vater''

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man nur einen Vater hat und er lebenslang eine Bedeutung für einen haben wird. (Interpretationshypothese) Der vorliegende Text entspricht vom Aufbau dem einer typischen Kurzgeschichte: Man wird als Leser unmittelbar zu Beginn in Klas` Lebensumstände, vaterlos zu sein, eingeführt (Z. 1f). In Z. 24 findet der Wendepunkt der Geschichte statt: Die tatsächliche Begegnung mit seinem Vater. Darauf folgen rasch aufeinander verschiedene Ereignisse, dadurch wird der Text spannend. Der für eine Kurzgeschichte typische, offene Schluss liegt hier auch vor: Es ist unklar, wer den Revolver benutzt hat. Dem Leser bleiben dadurch unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten, zum Beispiel: Der Sohn erschießt den Vater, der Diener erschießt den Sohn. Der Schluss beinhaltet somit eine Vorausdeutung. In dieser Kurzgeschichte wird das auktoriale Erzählverhalten verwendet und der allgemeine Erzähler dient hier als Vermittler. Der Autor hat seine eigenen Lebenserfahrungen in den Text einfließen lassen, denn er ist selber als uneheliches Kind ohne Vater aufgewachsen. Die beiden in den Fokus gerückten Personen sind Klas, der Sohn und sein Vater, dessen Name nicht bekannt ist. Klas präsentiert sich als junger, verzweifelter und armer Mann, während über seinen Vater kaum Informationen preisgegeben werden außer, dass er reich ist, in einem feinen Haus lebt und psychisch gestört ist (Z. 34ff). 19.01.2019 Durch die Verwendung verschiedener Stilmittel und der Wortwahl versucht der Verfasser dem Leser den Inhalt der Geschichte nahezubringen. Er beginnt mit der Schilderung, wie Klas scheinbar unberührt auf die häufig gestellte Frage des Lehrers nach seinem Vater reagiert (Z.1). Die Frage wirkt provokant, ist „überflüssig“. Außerdem galten uneheliche Kinder früher als minderwertig. Klas´ gelassene Reaktion ist ungewöhnlich für sein Alter und die Situation. Dass er von der Klasse estarrt wird, muss sehr unangenehm für ihn sein. Es lässt sich nur vermuten, dass dies ein äußerer Schein ist und er innerlich gar nicht so ruhig ist (Z.3-6). Der Begriff ,,muffiges Nest“ ist eine Metapher und verweist darauf, wie wenig Luft Klas zum Atmen, zum frei sein, in seiner Jugend bleibt (Z.17). Die Hauptstadt bietet ihm eine neue Chance, das Alte hinter sich zu lassen. Er möchte Geld von seinem Vater für einen Neuanfang bekommen (Z.16f), da er selbst arm (Z. 14f), sein Vater jedoch reich ist (Z.13). Um dieses Ziel zu erreichen, erträgt er viele Qualen (Z.17f). Er wünscht sich Ruhe und Entspannung (Z.22f), doch als er seinen Vater auf der Leinwand erblickt, fängt er aus Angst und Anspannung an zu zittern (Z. 27f). Durch die Anapher „Hier, wo gleichgültige Geschehen über die Leinwand flimmerten, wo man warm und traumnah saß, schien es ihm gut, Körper und Geist auszuspannen.“ (Z. 21ff) macht der Autor auf die Bedeutsamkeit des Ortes „Kino“ aufmerksam. Mit dem Satz ,,In diese müde Ruhe sprang plötzlich der Name seines Vaters, den er schon fast vergessen hatte.", der die Tautologie „müde Ruhe“ enthält, verweist Wolfgang Koeppen auf die plötzliche Gefühlsänderung des jungen Mannes. Dieser erschreckt sich in der ruhigen Kinosituation über den Namen seines Vaters auf der Leinwand. Als Klas seinen Vater erblickt, wie er sich zu der Musik bewegt, erweckt dies den Eindruck in ihm, dass dieser psychisch gestört ist und Klas denkt, dass er diese Eigenart von ihm geerbt hat (Z.33-36). „Schicksalschlägiges“ ist eine Ellipse und bekommt nicht nur durch seine Nominalisierung eine besondere Gewichtung, sondern auch durch den Aufbau als Parataxe, da der Rest der Kurzgeschichte aus Hypotaxen besteht (Z. 39). Das Schicksal lässt sich nicht ändern und so denkt Klas, dass er nichts hat und er auch noch das verrückte Verhalten seines Vaters in sich trägt (Z. 36-39). 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Als Klas seinen Vater anschreit, wird seine Verzweiflung und seine Distanz zum Vater ersichtlich, da er ihn mit „Sie“ anredet (Z. 51-52) und er gibt ihm die Schuld an seinem Leiden, wünscht sich aber gleichzeitig Antworten, warum alles so kommen musste (Z. 52ff). Der Verfasser lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers mit der Anapher ,,Lebens Leid“ auf Klas´ traurige Lebenssituation (Z.55). Der Vater reagiert auf die Anschuldigungen seines Sohnes lediglich mit einem „Ja“, was auf Klas wie eine Provokation wirkt (Z. 56). Die Beschreibung, dass die Tür ,,behutsam" geschlossen wird, verwirrt den Leser, da eigentlich ein aggressives Verhalten auf die Anschuldigungen von Klas erwartet wird (Z. 59). "}***) Dieses Verhalten kann man unterschiedlich deuten: Der Vater ist schuldbewusst, weil er den Vorwurf von Klas versteht, als Vater versagt zu haben oder er entzieht sich der unangenehmen Konfrontation durch das Weggehen oder ihn belastet die nicht vorhandene Vater-Sohn- Beziehung auch. Wie oben bereits erwähnt, gibt es ein offenes Ende, die Situation wird nicht geklärt. Man erfährt nicht, wie sich das Verhältnis zwischen den beiden Handlungsträgern weiterentwickelt. Konklusion: 19.01.2019 Meiner Meinung nach stimmt die Interpretationshypothese. Geschickt setzt Wolfgang Koeppen Stilmittel und Formulierungen des Gegensatzes ein, um die widersprüchlichen Gefühle des Sohnes gegenüber seinem Vater zu veranschaulichen. Dadurch zeigt er Klas' Ablehnung und Trauer, die entstanden sind, weil er ohne Vater aufwachsen musste. Gleichzeitig führt er dem Leser vor Augen, dass der Sohn sich ungewollt durch Empfindungen der Zuneigung mit dem Vater verbunden fühlt, weil er sein biologischer Vater ist. Durch den bereits erwähnten Spannungsaufbau nach dem Wendepunkt in der Kurzgeschichte gelingt es dem Autor, die Verzweiflung und die Traurigkeit des Sohnes klar zu machen. Wörter: 1185 Marlene Gipperich