Belege für die Evolution: Morphologie und Anatomie
Die Belege für die Evolution aus dem Bereich der Morphologie und Anatomie liefern wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung und Verwandtschaft von Organismen. Diese Seite konzentriert sich auf vier Hauptkonzepte: Analogie, Homologie, Rudimente und Atavismen.
Analogie bezieht sich auf Ähnlichkeiten zwischen Organismen, die aus gleicher oder ähnlicher Funktion resultieren. Diese Ähnlichkeiten sind das Ergebnis einer konvergenten Entwicklung und lassen keine Rückschlüsse auf Verwandtschaft zu.
Beispiel: Die Vorderextremitäten von Maulwurf und Maulwurfsgrille sind sehr ähnlich, da beide zum Graben im Erdreich dienen.
Homologie hingegen zeigt Ähnlichkeiten aufgrund gemeinsamer Abstammung und gleicher Erbinformation. Homologe Strukturen können trotz unterschiedlicher Funktionen und Erscheinungsformen eine Verwandtschaft belegen. Es gibt drei Kriterien für Homologie:
- Kriterium der Lage
- Kriterium der Stetigkeit/Kontinuität
- Kriterium der spezifischen Qualität
Definition: Homologie in der Evolution bedeutet, dass Strukturen oder Organe verschiedener Arten aufgrund gemeinsamer Abstammung ähnlich sind, auch wenn sie unterschiedliche Funktionen haben können.
Rudimente sind zurückgebildete, meist funktionslose Organe, die von stammesgeschichtlichen Vorfahren übrig geblieben sind und Informationen über Verwandtschaft und Abstammung liefern.
Atavismen sind anatomische oder verhaltensbiologische Merkmale, die Ähnlichkeiten mit Eigenschaften stammesgeschichtlicher Vorfahren aufweisen. Sie deuten darauf hin, dass Gene von früheren Merkmalen im Genotyp vorhanden, aber deaktiviert sind.
Beispiel: Dritte Brustwarze oder Ganzkörperbehaarung beim Menschen sind Beispiele für Atavismen.
Diese Belege für die Evolution aus Morphologie und Anatomie bieten zusammen ein starkes Fundament für das Verständnis der evolutionären Beziehungen zwischen verschiedenen Arten.