Das Besondere an "Heimsuchung"
Stell dir vor, ein Haus könnte erzählen - genau das macht Jenny Erpenbeck in ihrem 2008 erschienenen Roman. Das Haus selbst ist der eigentliche Protagonist, während die Menschen kommen und gehen.
Der Aufbau ist ziemlich ungewöhnlich: Statt einer durchgehenden Handlung gibt es einzelne Kapitel über verschiedene Bewohner. Dazwischen taucht immer wieder der Gärtner auf - er ist wie ein ruhender Pol, der alle Zeiten miterlebt.
Die Sprache ist poetisch und ruhig, aber nicht kompliziert. Erpenbeck arbeitet viel mit Wiederholungen und Symbolik - der Garten, das Haus und sogar der Boden werden zu wichtigen "Charakteren".
Merktipp: Das Haus "überlebt" alle politischen Systeme - NS-Zeit, DDR, Wende. Die Menschen sind vergänglich, der Ort bleibt.





