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Im Folgenden werde ich das Gedicht „Weltende" von Hans Davidson welches
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Interpretation zum Gedicht "Weltende" von Hans Davidson

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Interpretation Im Folgenden werde ich das Gedicht „Weltende" von Hans Davidson welches im Jahr 1911 unter seinem Pseudonym Jakob van Hoddis veröffentlicht, und so- mit aus der Epoche des Expressionismus stammt, interpretieren. Der jüdische Autor aus Berlin wurde aufgrund einer 1914 diagnostizierten Geisteskrankheit in eine Heilanstalt eingewiesen und 1942 zusammen mit vielen weiteren Patien- ten und Mitarbeitern verschleppt und wohlmöglich dort umgebracht. Das Ge- dicht wurde zeitgemäß verfasst und besteht aus zwei Strophen mit jeweils vier Versen und ist in einem fünfhebigen Jambus geschrieben wobei in der ersten Strophe eine männliche Kadenz verwendet wurde und in der zweiten Strophe eine weibliche. Die erste Strophe wurde in einem umarmenden Reim (ABBA) verfasst, wobei die zweite Strophe in einem Kreuzreim (ABAB) geschrieben wurde. Schon aus dem Titel ist zu entnehmen, dass es sich bei diesem Gedicht um den Weltuntergang in der Welt der Menschen, als auch deren Umwelt han- delt, was wiederum perfekt den Expressionismus widerspiegelt. Van Hoddis verwendet in seinem Gedicht viele sprachliche Mittel, wie die Per- sonifikation der Umwelt, beziehungsweise der Katastrophen in Vers 5 „Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen". In diesem Vers wird der Sturm so dar- gestellt, als wäre er eine reale Person, die zu Besuch gekommen ist und die „wil- den Meere" (V. 5) freuen sich, dass der Sturm angekommen ist. Umgedreht werden...

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die Menschen verdinglicht: „Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei" (V. 3). Damit wird der Tod der Dachdecker mit dem „gehn ent- zwei“ verniedlicht und sehr harmlos dargestellt. Weitere Verniedlichungen gibt es in Vers 5 ,,die wilden Meere hupfen". Die Beobachtungen werden verharmlost und durch den fünfhebigen Jambus monoton dargestellt. Dies hat zur Folge, dass es dem Leser als „egal“ dargestellt wird. Der Autor macht mit der Parenthese „liest man“ (V. 4) deutlich, dass er sich nicht von den geschilderten Situationen betroffen fühlt und gibt dem Leser, wie zuvor erwähnt, das Gefühl, dass es ihm egal ist, was passiert. Wie auch in diesem Beispiel werden viele Katastrophen gegenübergestellt und gelten zum einen als 1 bedrohlich, aber im nächsten Moment wieder als komisch, wie man in den ersten beiden Versen deutlich sieht, „In allen Lüften hallt es wie Geschrei" (V. 2) und „Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut“ (V. 1), welches zudem auch eine Metapher mit sich trägt („spitzen Kopf"). Im ersten genannten Vers wird die Situation bedrohlich dargestellt – etwas schlimmes ist passiert, viele Menschen schreien auf. Doch im vorherigen Vers wird eine Tragödie beschrieben, die al- lerdings nicht so bedrohlich ist, wie die in Vers 2. Hierbei wird der Bürger eher spießig dargestellt. Van Hoddis benutzt in seinem Gedicht oft den Reihungsstil (eine im Expressionismus häufig benutzte Form), in dem ein oder zwei Verse einen Absatz bilden. Mit Hinblick darauf, lässt der erste Vers den zweiten deut- lich ungefährlicher und harmlos darstellen. Die meiste Zeit jedoch haben die Verse mit Reihungsstil kaum einen Zusammenhang und wirken daher auf den Leser sehr abgehackt und lassen alles zusammenhangslos wirken. In der zweiten Strophe verwendet van Hoddis die Alliteration ,,dicke Dämme" (V. 6) und sorgt dafür, dass diese Formulierung dem Leser länger im Gedächtnis bleibt. Sie sorgt dafür alles nochmal deutlicher auszudrücken. Im darauffolgenden Vers schreibt er über Menschen, die Schnupfen haben (vgl. V. 7). Wie schon zuvor erwähnt nimmt dies wieder den Wind aus den Segeln der bedrohlichen Katastrophen, die schon zuvor erwähnt wurden und kommt dem Leser unscheinbar, ungefährlich und beinahe lächerlich rüber, obwohl dies wirklich als tragisches Ereignis gelten kann, würde es nicht hinterrücks mit an- deren, gefährlicheren Situationen verglichen werden. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Jakob van Hoddis mithilfe seines Gedichtes die Zeit des Expressionismus erfolgreich veranschaulicht und geprägt hat. Er spricht innerhalb kürzester Zeit nicht nur die Probleme der Menschen an, son- dern auch die der Natur und macht den Expressionismus dort sehr deutlich. An- fangs war es für mich persönlich sehr schwer nachzuvollziehen, ob vieles der geschriebenen Aspekte ironisch gemeint war und ich wusste auch nicht, wie ich damit umgehen sollte, dass er vieles einfach verharmlost dargestellt hat, zwi- schen den wirklich bedrohlichen Dingen. Allerdings ist mir später klar gewor- den, dass er wohlmöglich damit versucht hat die Leser mehr zum Nachdenken und Reden zu bringen, wie all die Dilemma, welche er beschrieben hatte und die 2 anschließenden tragischen Ereignisse der Bürger, die vergleichsweise dazu lä- cherlich rüberkommen. 3

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Interpretation Im Folgenden werde ich das Gedicht „Weltende" von Hans Davidson welches im Jahr 1911 unter seinem Pseudonym Jakob van Hoddis veröffentlicht, und so- mit aus der Epoche des Expressionismus stammt, interpretieren. Der jüdische Autor aus Berlin wurde aufgrund einer 1914 diagnostizierten Geisteskrankheit in eine Heilanstalt eingewiesen und 1942 zusammen mit vielen weiteren Patien- ten und Mitarbeitern verschleppt und wohlmöglich dort umgebracht. Das Ge- dicht wurde zeitgemäß verfasst und besteht aus zwei Strophen mit jeweils vier Versen und ist in einem fünfhebigen Jambus geschrieben wobei in der ersten Strophe eine männliche Kadenz verwendet wurde und in der zweiten Strophe eine weibliche. Die erste Strophe wurde in einem umarmenden Reim (ABBA) verfasst, wobei die zweite Strophe in einem Kreuzreim (ABAB) geschrieben wurde. Schon aus dem Titel ist zu entnehmen, dass es sich bei diesem Gedicht um den Weltuntergang in der Welt der Menschen, als auch deren Umwelt han- delt, was wiederum perfekt den Expressionismus widerspiegelt. Van Hoddis verwendet in seinem Gedicht viele sprachliche Mittel, wie die Per- sonifikation der Umwelt, beziehungsweise der Katastrophen in Vers 5 „Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen". In diesem Vers wird der Sturm so dar- gestellt, als wäre er eine reale Person, die zu Besuch gekommen ist und die „wil- den Meere" (V. 5) freuen sich, dass der Sturm angekommen ist. Umgedreht werden...

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die Menschen verdinglicht: „Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei" (V. 3). Damit wird der Tod der Dachdecker mit dem „gehn ent- zwei“ verniedlicht und sehr harmlos dargestellt. Weitere Verniedlichungen gibt es in Vers 5 ,,die wilden Meere hupfen". Die Beobachtungen werden verharmlost und durch den fünfhebigen Jambus monoton dargestellt. Dies hat zur Folge, dass es dem Leser als „egal“ dargestellt wird. Der Autor macht mit der Parenthese „liest man“ (V. 4) deutlich, dass er sich nicht von den geschilderten Situationen betroffen fühlt und gibt dem Leser, wie zuvor erwähnt, das Gefühl, dass es ihm egal ist, was passiert. Wie auch in diesem Beispiel werden viele Katastrophen gegenübergestellt und gelten zum einen als 1 bedrohlich, aber im nächsten Moment wieder als komisch, wie man in den ersten beiden Versen deutlich sieht, „In allen Lüften hallt es wie Geschrei" (V. 2) und „Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut“ (V. 1), welches zudem auch eine Metapher mit sich trägt („spitzen Kopf"). Im ersten genannten Vers wird die Situation bedrohlich dargestellt – etwas schlimmes ist passiert, viele Menschen schreien auf. Doch im vorherigen Vers wird eine Tragödie beschrieben, die al- lerdings nicht so bedrohlich ist, wie die in Vers 2. Hierbei wird der Bürger eher spießig dargestellt. Van Hoddis benutzt in seinem Gedicht oft den Reihungsstil (eine im Expressionismus häufig benutzte Form), in dem ein oder zwei Verse einen Absatz bilden. Mit Hinblick darauf, lässt der erste Vers den zweiten deut- lich ungefährlicher und harmlos darstellen. Die meiste Zeit jedoch haben die Verse mit Reihungsstil kaum einen Zusammenhang und wirken daher auf den Leser sehr abgehackt und lassen alles zusammenhangslos wirken. In der zweiten Strophe verwendet van Hoddis die Alliteration ,,dicke Dämme" (V. 6) und sorgt dafür, dass diese Formulierung dem Leser länger im Gedächtnis bleibt. Sie sorgt dafür alles nochmal deutlicher auszudrücken. Im darauffolgenden Vers schreibt er über Menschen, die Schnupfen haben (vgl. V. 7). Wie schon zuvor erwähnt nimmt dies wieder den Wind aus den Segeln der bedrohlichen Katastrophen, die schon zuvor erwähnt wurden und kommt dem Leser unscheinbar, ungefährlich und beinahe lächerlich rüber, obwohl dies wirklich als tragisches Ereignis gelten kann, würde es nicht hinterrücks mit an- deren, gefährlicheren Situationen verglichen werden. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Jakob van Hoddis mithilfe seines Gedichtes die Zeit des Expressionismus erfolgreich veranschaulicht und geprägt hat. Er spricht innerhalb kürzester Zeit nicht nur die Probleme der Menschen an, son- dern auch die der Natur und macht den Expressionismus dort sehr deutlich. An- fangs war es für mich persönlich sehr schwer nachzuvollziehen, ob vieles der geschriebenen Aspekte ironisch gemeint war und ich wusste auch nicht, wie ich damit umgehen sollte, dass er vieles einfach verharmlost dargestellt hat, zwi- schen den wirklich bedrohlichen Dingen. Allerdings ist mir später klar gewor- den, dass er wohlmöglich damit versucht hat die Leser mehr zum Nachdenken und Reden zu bringen, wie all die Dilemma, welche er beschrieben hatte und die 2 anschließenden tragischen Ereignisse der Bürger, die vergleichsweise dazu lä- cherlich rüberkommen. 3