Nazismus und Menschenfeindlichkeit: Trude Dohms Rolle im Roman
Die Figur der Trude Dohm erfüllt im Gesamtkontext des Romans "Unter der Drachenwand" eine wichtige Funktion als Verkörperung der NS-Ideologie und ihrer zerstörerischen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Trude Dohm steht in direktem Gegensatz zu ihrem Bruder, dem Brasilianer, der sich selbst als Antifaschist bezeichnet und voller Utopien ist. Dieser Kontrast verdeutlicht die Spaltung der Gesellschaft und die unterschiedlichen Reaktionen auf den Nationalsozialismus.
Highlight: Trude Dohms Gewaltbereitschaft steht im Kontrast zu Veit Kolbes Abscheu vor der Brutalität des Krieges und der NS-Politik.
Die Ehe von Trude Dohm mit Max Dohm, einem SS-Offizier, der im Generalgouvernement Karriere gemacht hat, unterstreicht ihre Verbindung zum NS-Regime. Max Dohms Auftreten in SS-Uniform symbolisiert die allgegenwärtige Präsenz des Nationalsozialismus im Alltag.
Definition: Das Generalgouvernement war während des Zweiten Weltkriegs der von Deutschland besetzte Teil Polens, der nicht direkt ins Deutsche Reich eingegliedert wurde.
Trude Dohms Charakter dient als Spiegel für die Verrohung und Entmenschlichung, die durch die NS-Ideologie gefördert wurde. Ihre Entwicklung im Laufe des Romans zeigt, wie die Indoktrination und der Krieg selbst normale Menschen in hasserfüllte und gewalttätige Individuen verwandeln können.
Vocabulary: Indoktrination - Die systematische Beeinflussung des Denkens, oft im Zusammenhang mit politischen oder ideologischen Zielen.
Durch die Charakterisierung von Trude Dohm und ihren Gegensatz zu Figuren wie Veit Kolbe und dem Brasilianer schafft Arno Geiger ein nuanciertes Bild der deutschen Gesellschaft während des Zweiten Weltkriegs. Er zeigt die Komplexität menschlicher Reaktionen auf Krieg und Totalitarismus und unterstreicht die zersetzende Wirkung extremistischer Ideologien auf zwischenmenschliche Beziehungen und individuelle Charaktere.



