Brexit und die erschütterte englische Identität
Robert Winder erklärt in seinem Artikel, wie der Brexit die englische Identität völlig durcheinanderbringt. Normalerweise entwickeln sich nationale Identitäten über Jahrhunderte langsam wie Korallen – aber England erlebt gerade einen rasanten Wandel.
Das Land, das früher als Musterbeispiel für Stabilität und Besonnenheit galt, zeigt sich plötzlich launisch und unberechenbar. Die Brexit-Verhandlungen zwingen die Engländer zum ersten Mal seit 300 Jahren dazu, wirklich über ihre eigene Identität nachzudenken, statt sich einfach als führende Macht in Großbritannien zu sehen.
Besonders peinlich wird es, wenn man die internationalen Reaktionen betrachtet. Deutsche Zeitungen nennen Großbritannien den "Lachanfall der Welt", während andere Länder die Briten als verwöhntes Kind oder Außenseiter beschreiben. Dean Acheson hatte einst gesagt, Großbritannien habe ein Imperium verloren und noch keine neue Rolle gefunden – heute scheint diese Rolle die eines schlechten Witzes zu sein.
Merksatz: Der Begriff "Brexit" sollte eigentlich "Exit" heißen, denn es waren hauptsächlich englische Stimmen, die den EU-Austritt vorangetrieben haben.










