Wirtschaft und Recht4.381Aktualisiert 13. Sept. 20268 Seiten

Die AG: Aufbau und Merkmale einfach erklärt

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Julia@julia._31
Zeit für ein Business-Update! Als Schüler:in der 11. Klasse wirst du hier alles Wichtige über Aktiengesellschaften (AGs) lernen - von der Gründung bis zur Gewinnverteilung. Das ist mega relevant, weil AGs die großen Player in der Wirtschaft sind und du täglich mit ihnen zu tun hast, ohne es zu merken.
Die Aktiengesellschaft – Seite 1

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Die Aktiengesellschaft - Grundlagen und Kapitalaufbringung

Du kennst bestimmt Unternehmen wie BMW oder SAP - das sind Aktiengesellschaften! Eine AG ist eine juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit, die klagen und verklagt werden kann. Das Coole daran: Die Gesellschafter (= Aktionäre) haften nicht persönlich, nur das Gesellschaftsvermögen haftet.

Das Grundkapital beträgt mindestens 50.000€ und ist in Aktien zerlegt. Diese Wertpapiere geben dir einen Anteil an der Gesellschaft. Es gibt zwei Aktientypen: Stückaktien (rechnerischer Anteil mindestens 1€) und Nennbetragsaktien (Nennwert mindestens 1€, höhere Beträge auf volle Euro).

Beim Ausgabebetrag wird's interessant: Aktien werden meist über ihrem Nennwert verkauft. Der übersteigende Betrag heißt Agio und wandert in die Kapitalrücklage der Bilanz.

Merke dir: AG = "Aktiengesellschaft" ist ein zwingender Rechtsformzusatz - ohne diesen Zusatz keine echte AG!

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Aktienarten und Berechnungsbeispiele

Hier wird's praktisch! Bei einem Verkaufswert von 7,50€ und Nennwert von 5,00€ pro Aktie fließen der AG bei 1.356.065 Aktien insgesamt 10.170.487,50€ zu. Das gezeichnete Kapital beträgt dabei 6.780.325€, die Kapitalrücklage 3.390.162,50€.

Aktienarten nach Eigentumsübertragung: Inhaberaktien gehören dem jeweiligen Inhaber und sind leicht handelbar. Namensaktien sind auf eine Person ausgestellt und erfordern ein Blanko-Indossament zur Übertragung. Vinkulierte Namensaktien können nur mit Zustimmung der AG übertragen werden.

Nach Rechten unterschieden: Stammaktien bieten alle normalen Rechte (Stimmrecht, Dividende, etc.). Vorzugsaktien haben Vorteile bei der Gewinnverteilung, verlieren aber oft das Stimmrecht.

Bei Kapitalerhöhungen entstehen junge Aktien, während Altaktionäre ein Bezugsrecht haben, um ihren Anteil zu wahren.

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AG-Gründung und Aufsichtsrat

Eine AG zu gründen ist kein Hexenwerk! Mindestens ein Gründer schließt einen notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag (= Satzung). Wichtige Inhalte: Firma mit "AG"-Zusatz, Grundkapital (mind. 50.000€), wobei bei Geldeinlagen nur 25% sofort eingezahlt werden müssen.

Nach der Satzung werden Aufsichtsrat, Vorstand und Abschlussprüfung bestellt. Die Gründer erstellen einen Gründungsbericht, es folgt die Gründungsprüfung und schließlich die Handelsregistereintragung - erst dann existiert die AG rechtlich!

Der Aufsichtsrat ist das Überwachungsorgan mit mindestens 3 Mitgliedern (durch drei teilbar). Er tagt mindestens halbjährlich, bei börsennotierten AGs vierteljährlich. Wichtig: Bestimmte Personen können nicht Mitglied werden - zum Beispiel Vorstände der AG oder wer bereits in zehn anderen Aufsichtsräten sitzt.

Fun Fact: Wer vor der Handelsregistereintragung für die AG handelt, haftet persönlich - also Finger weg!

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Die drei Organe einer AG

Jede AG hat drei Organe: Vorstand (leitet), Aufsichtsrat (überwacht) und Hauptversammlung (beschließt). Je nach Mitarbeiterzahl gelten unterschiedliche Mitbestimmungsgesetze.

Bei bis zu 500 Arbeitnehmern gilt nur das Aktiengesetz. Der Aufsichtsrat besteht aus Aktionärsvertretern, der Vorstand wird für 5 Jahre bestellt.

Bei 500-2000 Arbeitnehmern greift das Drittelbeteiligungsgesetz: 2/3 Aktionärsvertreter, 1/3 Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat.

Bei über 2000 Arbeitnehmern wird's richtig demokratisch durch das Mitbestimmungsgesetz: 50:50-Verteilung im Aufsichtsrat, aber der Aufsichtsratsvorsitzende (immer ein Aktionärsvertreter) hat bei Pattsituationen doppeltes Stimmrecht. Plus: Es muss einen Arbeitsdirektor im Vorstand geben.

Wichtig: 30% Frauen- und Männerquote muss bei den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat erfüllt sein!

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Vorstand und Hauptversammlung

Der Vorstand ist der Chef der AG! Er wird vom Aufsichtsrat für maximal 5 Jahre bestellt und leitet die Gesellschaft komplett. Bei Grundkapital über 3 Mio. € müssen es mindestens 2 Personen sein.

Hauptaufgaben des Vorstands: Gesamtgeschäftsführung, Vertretung der AG, Vorbereitung der Hauptversammlung, regelmäßige Berichte an den Aufsichtsrat. Bei Verlusten über 50% des Grundkapitals muss er sofort eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.

Die Hauptversammlung (HV) ist das Parlament der Aktionäre. Die ordentliche HV findet jährlich statt und entscheidet über Gewinnverwendung, Aufsichtsratswahl und Entlastung von Vorstand/Aufsichtsrat (einfache Mehrheit).

Außerordentliche HV für wichtige Entscheidungen: Satzungsänderungen, Auflösung der AG oder Aktienoptionen brauchen 75% Mehrheit. Einberufen können sie Aufsichtsrat, Vorstand oder Aktionäre mit 5% des Grundkapitals.

Tipp: Als Aktionär hast du Auskunftsrecht - der Vorstand muss dir auf der HV Rede und Antwort stehen!

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Aktionärsrechte im Überblick

Als Aktionär bist du Miteigentümer der AG und hast wichtige Rechte! Das Stimmrecht gibt dir Einfluss - jede Aktie = eine Stimme. Beim Gewinnanteil (Dividende) bekommst du deinen Anteil am Erfolg der AG.

Das HV-Teilnahmerecht ermöglicht dir, bei wichtigen Entscheidungen mitzureden. Mit dem Auskunftsrecht kannst du vom Vorstand Informationen verlangen, die für die Tagesordnung relevant sind.

Bei einer Liquidation (Auflösung der AG) erhältst du deinen Anteil am verbleibenden Vermögen. Das Bezugsrecht schützt dich bei Kapitalerhöhungen - du kannst neue Aktien im Verhältnis zu deinem bisherigen Anteil kaufen.

Diese Rechte sind gesetzlich geschützt und können dir nicht einfach weggenommen werden. Sie machen dich zum echten Teilhaber des Unternehmens, nicht nur zum stillen Geldgeber.

Wusstest du: Auch mit nur einer Aktie hast du alle diese Rechte - du bist dann offiziell Miteigentümer von BMW, SAP & Co!

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Innenfinanzierung und Gewinnverwendung

Selbstfinanzierung bedeutet: Die AG behält Teile des Jahresüberschusses ein, statt alles als Dividende auszuschütten. Das ist Innenfinanzierung aus eigener Kraft und stärkt das Eigenkapital.

Die Gewinnverwendung läuft nach einem festen Schema: Vom Jahresüberschuss werden erst 5% in die gesetzliche Rücklage gesteckt (bis diese 10% des Grundkapitals erreicht). Dann können bis zu 50% in andere Gewinnrücklagen fließen. Der Rest wird Bilanzgewinn - darüber entscheiden die Aktionäre in der Hauptversammlung.

Gesetzlich erzwungene vs. freiwillige Selbstfinanzierung: Die 5% für gesetzliche Rücklagen sind Pflicht. Die anderen Gewinnrücklagen beschließen Vorstand und Aufsichtsrat freiwillig - das stärkt die Finanzlage, bedeutet aber weniger Dividende für dich als Aktionär.

Die Dividende ist deine Belohnung als Aktionär und wird meist als Prozentsatz vom Nennwert oder als Euro-Betrag je Aktie angegeben.

Rechenbeispiel: Bei 1 Mio. € Jahresüberschuss fließen 50.000€ (5%) automatisch in die gesetzliche Rücklage!

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Wichtige Berechnungsformeln

Zeit für die Mathe-Power! Diese Formeln brauchst du für Klausuren und um AGs zu verstehen:

Grundlagen: Gesamte Aktienanzahl = Grundkapital ÷ Nennwert. Die Stückdividende (€/Aktie) = Bilanzgewinn ÷ Aktienanzahl. Der Dividendenprozentsatz = (Stückdividende ÷ Nennwert) × 100.

Gesetzliche Rücklage: 5% des bereinigten Jahresüberschusses, aber nur bis die Summe aus gesetzlicher Rücklage und Kapitalrücklage 10% des Grundkapitals erreicht. Beispiel: Bei 1 Mio. € Jahresüberschuss sind das 50.000€ für die Rücklage.

Dividendenausschüttung: Gesamte Aktienanzahl × Stückdividende = Gesamtbetrag der Dividendenzahlung.

Diese Formeln helfen dir, die Finanzlage einer AG zu durchblicken und zu verstehen, wie viel Geld zwischen Unternehmen und Aktionären fließt.

Praxis-Tipp: Bei Abituraufgaben kommen diese Berechnungen garantiert dran - übe sie, bis sie sitzen!

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