Beschäftigungsorientierte Lohnpolitik
Im Gegensatz zur offensiven Lohnpolitik steht die beschäftigungsorientierte Lohnpolitik, die von Arbeitgebern und Arbeitgeberverbänden vertreten wird. Diese Politik zielt auf niedrigere Löhne ab, um die Kosten für Unternehmen zu senken.
Grundprinzipien der beschäftigungsorientierten Lohnpolitik
Die beschäftigungsorientierte Lohnpolitik orientiert sich an der Steigerung der Arbeitsproduktivität als Indikator für Lohnerhöhungen. Dies wird auch als produktivitätsorientierte Lohnpolitik bezeichnet.
Definition: Die produktivitätsorientierte Lohnpolitik ist eine Form der Lohnpolitik, bei der Lohnsteigerungen an die Zunahme der Arbeitsproduktivität gekoppelt sind.
Ziele und Annahmen
Die Ziele dieser Politik sind:
- Niedrigere Kosten für Unternehmen
- Vermeidung einer Lohn-Preis-Spirale
- Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit
Es wird angenommen, dass Lohnsteigerungen, die über dem Produktivitätszuwachs liegen, zu Inflation führen können.
Kritik an der beschäftigungsorientierten Lohnpolitik
Trotz ihrer Vorteile gibt es auch Kritikpunkte an dieser Lohnpolitik:
- Die Arbeitsproduktivitätssteigerung ist branchenabhängig und schwer zu berechnen.
- Weitere Kostenfaktoren werden nicht berücksichtigt.
- Corporate Social Responsibility (CSR) Ziele können vernachlässigt werden.
- Der Gerechtigkeitsaspekt wird möglicherweise nicht ausreichend berücksichtigt.
Example: In der IT-Branche könnte die Produktivität schneller steigen als in der Pflegebranche, was bei strenger Anwendung der produktivitätsorientierten Lohnpolitik zu großen Lohnunterschieden führen würde.
Highlight: Die Tarifautonomie in Deutschland ermöglicht es Arbeitgebern und Gewerkschaften, Löhne und Arbeitsbedingungen ohne direkte staatliche Einflussnahme auszuhandeln.



