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 Aljosha Sowi: Frauen auf dem Arbeitsmarkt
03.04.2020
2. Inwiefern kann man von einem gleichberechtigten Nebeneinander der
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Aljosha Sowi: Frauen auf dem Arbeitsmarkt 03.04.2020 2. Inwiefern kann man von einem gleichberechtigten Nebeneinander der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt sprechen. Schon immer war es so, dass die Frauen meistens in Berufen schlechter verdienen als Männer. So sind auch die Aufstiegschancen von Frauen oft nicht sonderlich gut. Die Statistik der Jahre 1999 bis 2011 zeigt auch, dass die Frauen häufig Berufe haben, die nur Teilzeit sind, während die Männer eher in ,,höheren" Berufsbranchen tätig sind. Sogar im Jahre 2011 sind 36% der Frauen Teilzeitbeschäftigt und nur 6,5% der Männer. Wenn man nun Frauen und Männer in vollzeitbeschäftigten Berufen betrachtet, fällt auch auf, dass Frauen schlechter verdienen. Bei dem Verdienst ohne zusätzliche Sonderzahlungen verdienen Männer im Jahre durchschnittlich 19% mehr als Frauen, nämlich 3595 €, im Gegensatz zu Frauen mit nur 2925 € für dieselbe Arbeit. Immerhin ist aber im Vergleich zu 1991 ein deutlicher Unterschied vorhanden. Zu dieser Zeit haben Männer etwa 29% mehr verdient. Generell lag das Einkommen ohnehin nicht so hoch. Frauen bekamen durchschnittlich 2010 € und Männer 1440 €. Im Prinzip ist also eine Besserung vorhanden, aufgrund dessen, dass der Lohn steigt und der Unterschied vom Lohn der Geschlechter langsam geringer wird. Gründe, warum Frauen schlechter bezahlt werden, gibt es natürlich einige. Als Argumente, welche sicherlich auch mit dazu beitragen, gehören beispielsweise weniger Überstunden. Auch andere Faktoren wie längere Familienpausen...

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und weniger Schichtarbeit führen zu einem niedrigeren Einkommen. Weitere Gründe können dann auch noch die generelle Berufswahl sein. Schließlich gibt es auch in Teilzeitberufen besser und schlechter bezahlte Arbeiten. So wird in M26 als Beispiel genannt, dass Männer sich mehr mit der Pflege von Tieren beschäftigen, welche besser bezahlt wird, und Frauen mehr mit der Pflege von Menschen, welche schlechter bezahlt wird. Selbst wenn Frauen eine fertige Berufsausbildung haben, sind sie nur selten in Führungspositionen vertreten. Noch vor 2010 sogar weniger als zu einem Prozent. Die Tendenz ist aber zumindest ein wenig steigend, so waren es 2013 in 191 Führungspositionen 12 Frauen tätig, im Gegensatz zum Jahr 2008, wo es nur eine Frau im Gegensatz zu 182 Männern in die Führungsposition schaffte. Bei den Aufsichts- und Verwaltungsräten sind sogar no mehr Frauen vertreten, wenn auch noch längst nicht die Hälfte wie es sein sollte. Im Jahre 1 Aljosha Sowi: Frauen auf dem Arbeitsmarkt 03.04.2020 2008 waren etwa 15% Frauen dort und im Jahre 2013 schon fast doppelt so viele, nämlich 27,8%. Eine Steigerung ist also auch dort vorhanden, nur noch lange nicht stark genug. 3. Analyse der Einschätzung der Soziologin Jutta Allmendinger zu den Schwierigkeiten von Männern und Frauen, den Beruf mit der Familie zu vereinbaren ( 03.04.2020 M28) Jutta Allmendiger ist Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Sie spricht in dem vorliegenden Interview über die Vereinbarung von Beruf und Familie und in diesem Zusammenhang über die Frage, ob eine Präsenz am Arbeitsplatz notwendig ist. In ihren Augen ist es durchaus machbar, Beruf und Familie zu vereinbaren, die Lösung liegt für sie darin, dass Männer und Frauen gleichermaßen ihre Arbeitszeit reduzieren müssten (S. 313, Z. 78-80). So könnte die Betreuung der Kinder besser aufgeteilt werden und beide, Mann und Frau, könnten im Beruf erfolgreich sein. Weiterhin besteht in ihren Augen eine wichtige Hilfe darin, keine ständige Anwesenheit am Arbeitsplatz zu fordern. Sie ist gegen eine Anwesenheitspflicht, sie bevorzugt für ihr Team z.B. unterschiedliche, von den Arbeitnehmern selbst organisierte Arbeitszeiten (S. 313, Z. 32-38). Dieses Prinzip nennt sie „Self Managing Team“, es schließt auch ein, teilweise von zuhause aus zu arbeiten. Dies erleichtert in ihren Augen auch wieder die Kinderbetreuung und führt darüber hinaus ihrer Meinung nach sogar zu besseren Arbeitsergebnissen. Also würde jeder davon profitieren. Als weiteren wichtigen Aspekt, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, sieht sie den Ausbau von Erziehungsmöglichkeiten wie Ganztageskindergärten und Ganztagesschulen. In dem Artikel werden aber auch die Schwierigkeiten genannt, die diesen Lösungen entgegenstehen könnten: - So stellen sich aus für Jutta Allmendinger unerfindlichen Gründen manche Leitungskräfte dagegen und verlangen ständige Anwesenheit am Arbeitsplatz. Oder Chefs sind gegen Reduzierungen der Arbeitszeit. 2 Aljosha Sowi: Frauen auf dem Arbeitsmarkt 03.04.2020 - Viele ArbeitnehmerInnen fürchten Nachteile bzgl. ihrer Karriere; sie haben Angst, nicht für motiviert genug gehalten zu werden, wenn sie Arbeitszeit reduzieren wollen. - Für Frauen sei eine Teilzeitstelle besonders nachteilig, da sie ja schon durch die Schwangerschaft eine komplette Auszeit hatten. Diese Probleme ließen sich aber laut Jutta Allmendinger alle lösen, wenn unter fairen Bedingungen gearbeitet würde. Dies sind für sie neben den anfangs angesprochenen Faktoren (Arbeitszeitreduzierung, Home-Office, Ganztagsbetreuung für Kinder) insgesamt vernünftige Arbeitszeiten, gerechte Löhne und Karriereperspektiven. 4. Beurteilung der Umsetzbarkeit von den Forderungen der verschiedenen Arbeitsfelder (04.04.2020 mit Hilfe von M29) Die Forderungen von Jutta Allmendinger (Arbeitszeitreduzierung, flexible Arbeitszeiten, Home-Office) scheinen eine gute Lösung zu bieten, für Männer und Frauen Beruf und Privatleben zu vereinbaren. Es könnte aber in einigen Arbeitsfeldern schwieriger als in anderen werden, diese Forderungen umzusetzen. In der Computerbranche, der Produktion oder im Maschinenbau kommt es beispielsweise nicht unbedingt darauf an, wann etwas genau fertiggestellt wird oder wann daran gearbeitet wird. Ob man ein neues Programm nachts oder tagsüber, zuhause oder im Büro schreibt, ändert nichts am Ergebnis. In anderen Berufsfeldern jedoch ist eine flexible Arbeitszeit oder ein Arbeiten von zuhause aus nahezu unmöglich. Dazu gehört vor allem das Berufsfeld Gesundheit und Soziales. Pflegekräfte, Ärzte, Sozialarbeiter können ihren Beruf nicht von zuhause ausüben, höchstens zu einem sehr geringen Teil (Dokumentation machen o.ä.). 3 Aljosha Sowi: Frauen auf dem Arbeitsmarkt 03.04.2020 Ein weiterer Punkt, warum die Umsetzung der Forderungen schwierig sein könnte, liegt in den Vorurteilen vieler Arbeitgeber. So werden (wie in der Karikatur M29 dargestellt) Frauen in manchen Bereichen immer noch als nicht so fähig wie Männer angesehen (z. B. Technik, Maschinenbau). Außerdem wird selbst in unserer modernen Gesellschaft oft Haushalt/Kinder den Frauen zugeschrieben und die Karriere den Männern. Die Rollenbilder sind teilweise noch die alten und es gibt viele geschlechtsspezifische Vorurteile. Ein Umdenken müsste also schon sehr früh einsetzen, indem zum Beispiel Kindern Spielzeug nach ihren Interessen geschenkt wird und nicht danach, ob sie Jungen oder Mädchen sind. Die alten Rollenbilder sind auch oft daran schuld, dass Frauen in den Berufen arbeiten, in denen eine Umsetzung der Forderungen besonders schwierig ist, z. B. in der Pflege. Bevor also die angesprochenen Ideen umgesetzt werden, müsste sich also zunächst einiges an den Rollenbildern ändern. In manchen Berufen (z.B. sozialer Bereich oder Pflege) werden Home-Office und flexible Arbeitszeiten nie möglich sein und es wäre auch nicht wünschenswert. +

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Aljosha Sowi: Frauen auf dem Arbeitsmarkt 03.04.2020 2. Inwiefern kann man von einem gleichberechtigten Nebeneinander der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt sprechen. Schon immer war es so, dass die Frauen meistens in Berufen schlechter verdienen als Männer. So sind auch die Aufstiegschancen von Frauen oft nicht sonderlich gut. Die Statistik der Jahre 1999 bis 2011 zeigt auch, dass die Frauen häufig Berufe haben, die nur Teilzeit sind, während die Männer eher in ,,höheren" Berufsbranchen tätig sind. Sogar im Jahre 2011 sind 36% der Frauen Teilzeitbeschäftigt und nur 6,5% der Männer. Wenn man nun Frauen und Männer in vollzeitbeschäftigten Berufen betrachtet, fällt auch auf, dass Frauen schlechter verdienen. Bei dem Verdienst ohne zusätzliche Sonderzahlungen verdienen Männer im Jahre durchschnittlich 19% mehr als Frauen, nämlich 3595 €, im Gegensatz zu Frauen mit nur 2925 € für dieselbe Arbeit. Immerhin ist aber im Vergleich zu 1991 ein deutlicher Unterschied vorhanden. Zu dieser Zeit haben Männer etwa 29% mehr verdient. Generell lag das Einkommen ohnehin nicht so hoch. Frauen bekamen durchschnittlich 2010 € und Männer 1440 €. Im Prinzip ist also eine Besserung vorhanden, aufgrund dessen, dass der Lohn steigt und der Unterschied vom Lohn der Geschlechter langsam geringer wird. Gründe, warum Frauen schlechter bezahlt werden, gibt es natürlich einige. Als Argumente, welche sicherlich auch mit dazu beitragen, gehören beispielsweise weniger Überstunden. Auch andere Faktoren wie längere Familienpausen...

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Im Jahre 1 Aljosha Sowi: Frauen auf dem Arbeitsmarkt 03.04.2020 2008 waren etwa 15% Frauen dort und im Jahre 2013 schon fast doppelt so viele, nämlich 27,8%. Eine Steigerung ist also auch dort vorhanden, nur noch lange nicht stark genug. 3. Analyse der Einschätzung der Soziologin Jutta Allmendinger zu den Schwierigkeiten von Männern und Frauen, den Beruf mit der Familie zu vereinbaren ( 03.04.2020 M28) Jutta Allmendiger ist Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Sie spricht in dem vorliegenden Interview über die Vereinbarung von Beruf und Familie und in diesem Zusammenhang über die Frage, ob eine Präsenz am Arbeitsplatz notwendig ist. In ihren Augen ist es durchaus machbar, Beruf und Familie zu vereinbaren, die Lösung liegt für sie darin, dass Männer und Frauen gleichermaßen ihre Arbeitszeit reduzieren müssten (S. 313, Z. 78-80). So könnte die Betreuung der Kinder besser aufgeteilt werden und beide, Mann und Frau, könnten im Beruf erfolgreich sein. Weiterhin besteht in ihren Augen eine wichtige Hilfe darin, keine ständige Anwesenheit am Arbeitsplatz zu fordern. Sie ist gegen eine Anwesenheitspflicht, sie bevorzugt für ihr Team z.B. unterschiedliche, von den Arbeitnehmern selbst organisierte Arbeitszeiten (S. 313, Z. 32-38). Dieses Prinzip nennt sie „Self Managing Team“, es schließt auch ein, teilweise von zuhause aus zu arbeiten. Dies erleichtert in ihren Augen auch wieder die Kinderbetreuung und führt darüber hinaus ihrer Meinung nach sogar zu besseren Arbeitsergebnissen. Also würde jeder davon profitieren. Als weiteren wichtigen Aspekt, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, sieht sie den Ausbau von Erziehungsmöglichkeiten wie Ganztageskindergärten und Ganztagesschulen. In dem Artikel werden aber auch die Schwierigkeiten genannt, die diesen Lösungen entgegenstehen könnten: - So stellen sich aus für Jutta Allmendinger unerfindlichen Gründen manche Leitungskräfte dagegen und verlangen ständige Anwesenheit am Arbeitsplatz. Oder Chefs sind gegen Reduzierungen der Arbeitszeit. 2 Aljosha Sowi: Frauen auf dem Arbeitsmarkt 03.04.2020 - Viele ArbeitnehmerInnen fürchten Nachteile bzgl. ihrer Karriere; sie haben Angst, nicht für motiviert genug gehalten zu werden, wenn sie Arbeitszeit reduzieren wollen. - Für Frauen sei eine Teilzeitstelle besonders nachteilig, da sie ja schon durch die Schwangerschaft eine komplette Auszeit hatten. Diese Probleme ließen sich aber laut Jutta Allmendinger alle lösen, wenn unter fairen Bedingungen gearbeitet würde. Dies sind für sie neben den anfangs angesprochenen Faktoren (Arbeitszeitreduzierung, Home-Office, Ganztagsbetreuung für Kinder) insgesamt vernünftige Arbeitszeiten, gerechte Löhne und Karriereperspektiven. 4. 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Die alten Rollenbilder sind auch oft daran schuld, dass Frauen in den Berufen arbeiten, in denen eine Umsetzung der Forderungen besonders schwierig ist, z. B. in der Pflege. Bevor also die angesprochenen Ideen umgesetzt werden, müsste sich also zunächst einiges an den Rollenbildern ändern. In manchen Berufen (z.B. sozialer Bereich oder Pflege) werden Home-Office und flexible Arbeitszeiten nie möglich sein und es wäre auch nicht wünschenswert. +