Positionen zum Theodizee-Problem
Es gibt verschiedene Ansätze, um das Theodizee-Problem zu lösen oder zu erklären. Hier sind einige der wichtigsten Positionen:
- Die beste aller möglichen Welten (Leibniz)
Gottfried Wilhelm Leibniz argumentierte, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben. Er geht von einer unendlichen Anzahl möglicher Welten aus, wobei unsere Welt die beste unter ihnen sei. Jede Form des Übels sei letztlich notwendig und erklärbar.
Highlight: Leibniz unterscheidet drei Arten des Übels: metaphysisches, physisches und moralisches Übel.
- Metaphysisches Übel (malum metaphysicum): Notwendige Unvollkommenheit, da sonst die Schöpfung mit Gott identisch wäre.
- Physisches Übel (malum physicum): Physische Übel wie Krankheiten, die nötig sind, um größeren Schaden abzuwenden.
- Moralisches Übel (malum morale): Von Menschen verursachtes Leid, wie Krieg, das aus der Abwendung von Gott resultiert.
- Das Übel als unerkennbarer Wille Gottes
Diese Position besagt, dass der Mensch das Übel nicht objektiv beurteilen kann und es für Gott einen Sinn hat. Gott ist demnach nicht nur für das vom Menschen als "gut" Empfundene verantwortlich, sondern auch für das Unheil.
Quote: "Bewirke das Unheil und erschaffe das Gute" (Jesaja 45,7)
- Überdenken der Eigenschaften Gottes
Einige Ansätze schlagen vor, die traditionellen Eigenschaften Gottes zu überdenken:
a) Relativierung von Gottes Allgüte b) Gegenüberstellung von Gottes Gerechtigkeit und Güte c) Relativierung von Gottes Allmacht
Example: Die Theorie des Dualismus geht von zwei konkurrierenden Weltprinzipien aus: dem Guten und dem Bösen.







