Tradition und Modifikation von Verhalten
Tradition spielt eine wichtige Rolle in der Verhaltensbiologie von Tieren. Lokal verbreitetes Verhalten wird durch Beobachtung und Nachahmung von einer Generation zur nächsten weitergegeben.
Beispiel: Durch Tradition können Tiere Erfahrungen auf indirektem Weg sammeln und riskante Situationen vermeiden.
Modifikation beschreibt die Anpassung angeborener Verhaltensprogramme durch Erfahrung.
Beispiel: Eichhörnchen optimieren ihre Nagetechnik durch Erfahrung.
Prägung in der Verhaltensbiologie
Prägung ist ein wichtiger Lernprozess in der frühen Entwicklung vieler Tiere. Es gibt verschiedene Arten der Prägung:
- Nachfolgeprägung
- Sexuelle Prägung
- Ortsprägung
- Nahrungsprägung
Definition: Prägung erfolgt schnell, dauerhaft und während einer kurzen, genetisch festgelegten sensiblen Phase in der frühen Entwicklung.
Beispiel: Bei der Nachfolgeprägung speichern Jungtiere kurz nach dem Schlüpfen irreversibel die Merkmale des ersten sich bewegenden und Laute äußernden Objekts.
Highlight: Die verschiedenen Prägungsprozesse laufen unabhängig voneinander ab und ihre sensiblen Phasen sind nicht zeitgleich.
Kognitives Lernen in der Verhaltensbiologie
Kognitives Lernen ermöglicht einsichtiges Verhalten bei Tieren.
Definition: Beim kognitiven Lernen findet der Lernprozess losgelöst von der konkreten Lernsituation in der Vorstellung statt.
Highlight: Voraussetzung für einsichtiges Verhalten ist das gedankliche Erfassen des Problems.
Die Verhaltensbiologie unterscheidet zwischen proximaten (unmittelbaren) und ultimaten (evolutionären) Erklärungen für Verhalten. Diese Unterscheidung hilft, Verhalten auf verschiedenen Ebenen zu verstehen und zu erklären.



