Deutsch /

Gedichtsanalyse „Der Schiffer“ von Joseph Eichendorff

Gedichtsanalyse „Der Schiffer“ von Joseph Eichendorff

 Gedichtsanalyse:
Das Gedicht,, Der Schiffer" wurde 1808 von Joseph von Eichendorff veröffentlicht und lässt sich der
Epoche der Romantik zu

Gedichtsanalyse „Der Schiffer“ von Joseph Eichendorff

user profile picture

Anja🤍

21 Followers

Teilen

Speichern

15

 

11

Ausarbeitung

Gedichtsanalyse

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Gedichtsanalyse: Das Gedicht,, Der Schiffer" wurde 1808 von Joseph von Eichendorff veröffentlicht und lässt sich der Epoche der Romantik zuordnen. Es thematisiert die Verführung eines Schiffers durch eine Frau und die tödlichen Folgen von Hingabe und Lust, die diese Verführung mit sich bringt. Das Gedicht hat vier Strophen mit jeweils vier Versen in den ersten beiden Strophen und drei Versen in den letzten beiden Strophen. Die ersten beiden Strophen beinhalten einen umarmenden Reim. Die letzten beiden Strophen werden durch eine dreifache Reimreihe miteinander verbunden (abc abc). Das durchgehende Metrum des Gedichts ist der Jambus und es handelt sich in jeder Zeile ausschließlich um weibliche Kadenzen. Das Gedicht hat die Struktur eines Sonetts. Schon im ersten Vers der ersten Strophe findet durch den Neologismus „Wunderblume süßer Frauen" (S.1 V. 1), eine bildliche Darstellung der anziehenden Schönheit der beschriebenen Frauen statt. Auch die Gleichsetzung und Vergleich der Frau mit den Elementen des Meeres (vgl. S.1 V. 2ff), verschaffen dem Leser eine bildliche Vorstellung der Gefühle des Lyrischen Ichs. Dazu kommt noch, dass der Autor in beinah jeder Strophe mit Personifikationen und Methapern arbeitet. Ein Beispiel dafür ist der Vers: „Der Wünsche blühende Segel voll Vertrauen“ (S. 1, V.4), eine Personifikation, die den Gefühlen des lyrischen Ichs lebendige Züge verleiht. Der Autor versucht also in der ersten Strophe...

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Alternativer Bildtext:

zu beschreiben, wie der Schiffer die Frau sieht und mit was er den Anblick verbindet. Das hilft dem Leser zu verstehen, warum das Lyrische Ich am Ende des Gedichts den Tod durch die Verführung gut redet und verharmlost. In der zweiten Strophe wird dieser Gedankenzug fortgeführt. Es folgen weitere Umschreibungen der anziehenden Schönheit der Frauen, die das Lyrische Ich sieht. ,,Des Munds Koralln in weißem Glanze baden" (S.2, V.3) steht beispielsweise für den schönen Mund und die schöne Haut, die dem Lyrischen Ich besonders ins Auge gefallen sein muss. In der dritten Strophe beginnt das Lyrische Ich über den Mythos der Sirenen zu sprechen und deutet damit an, dass die Anziehung durch die Frau mit der Anziehung einer Sirene zu vergleichen sei. (In der Mythologie eine singende Meerjungfrau, die mit ihrem Gesang Schiffer verführte und umbrachte.) Diese Aussage ist eine Metapher für die negative Folgen von Verführung und der Anziehung, die das Lyrische Ich zu spüren scheint. Außerdem könnte das für die tiefen Ängste des Lyrischen Ichs stehen, die mit der Liebe zusammenhängen. In der letzten Strophe spricht das lyrische Ich über die Opfer, die es der Liebe bringen muss. „Ich muss dem Zauber ewige Liebe schwören (S.4, V.1) ist eine Metapher für die ewige Liebe in Form von Heirat oder Versprechen. Im nächsten Vers spricht das Lyrische ich davon, dass es alles für die Liebe aufgeben würde: ,,Und Ruder laß ich gerne fallen" (S.4,V.2). Darauf folgt im aller letzten Vers: ,,Denn schönres Leben blüht aus solchem Tode“ (S.4, V.3) die Verharmlosung des Todes durch die Hingabe zu der Liebe. Das Lyrische Ich spricht von einem schönem neuen Leben, welches erst nach dem Tod durch die Liebe erreicht werden kann. Das steht für die bedingungslose Hingabe eines Verliebten, die auch wenn sie viele Dinge zerstört und durcheinanderbringt, am Ende mit etwas Schönem und Neuem belohnt wird. Der letzte Vers handelt also davon, dass die Opfer die man der Liebe bringt, sich schlussendlich immer auszahlen. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Lyrische Ich innerhalb des Gedichts gedanklich mehrere Phasen durchläuft. Von der harmlosen Beschreibung der Person seiner Begierde bis zum gewollten Tod durch Hingabe. Außerdem thematisiert das Gedicht sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte der Liebe und deren Auswirkung auf das Leben. Man kann das Gedicht also als eine Liebesgeschichte interpretieren, die eine Message darstellen soll. Diese wäre, dass Liebe sowohl schöne als auch gefährliche Seiten hat, aber es am Ende immer noch besser ist durch die Liebe verletzt zu werden, als gar nicht erst geliebt zu haben.

Deutsch /

Gedichtsanalyse „Der Schiffer“ von Joseph Eichendorff

user profile picture

Anja🤍  

Follow

21 Followers

 Gedichtsanalyse:
Das Gedicht,, Der Schiffer" wurde 1808 von Joseph von Eichendorff veröffentlicht und lässt sich der
Epoche der Romantik zu

App öffnen

Gedichtsanalyse

Ähnliche Knows

J

3

Letzte Rede einer vormals stolzen und gleich jetzt sterbenden Jungfrau (1638), Gedichtinterpretation

Know Letzte Rede einer vormals stolzen und gleich jetzt sterbenden Jungfrau (1638), Gedichtinterpretation thumbnail

13

 

11/10

user profile picture

2

Gedichtsanalyse "Ach liebste lass uns eilen" von Martin Opitz

Know Gedichtsanalyse "Ach liebste lass uns eilen" von Martin Opitz  thumbnail

3

 

12

user profile picture

3

Analyse "Der verspätete Wanderer": Joseph von Eichendorff

Know Analyse "Der verspätete Wanderer": Joseph von Eichendorff  thumbnail

79

 

12

user profile picture

6

Clemens Brentano: "der Spinnerin Nachtlied"

Know Clemens Brentano: "der Spinnerin Nachtlied" thumbnail

22

 

11

Gedichtsanalyse: Das Gedicht,, Der Schiffer" wurde 1808 von Joseph von Eichendorff veröffentlicht und lässt sich der Epoche der Romantik zuordnen. Es thematisiert die Verführung eines Schiffers durch eine Frau und die tödlichen Folgen von Hingabe und Lust, die diese Verführung mit sich bringt. Das Gedicht hat vier Strophen mit jeweils vier Versen in den ersten beiden Strophen und drei Versen in den letzten beiden Strophen. Die ersten beiden Strophen beinhalten einen umarmenden Reim. Die letzten beiden Strophen werden durch eine dreifache Reimreihe miteinander verbunden (abc abc). Das durchgehende Metrum des Gedichts ist der Jambus und es handelt sich in jeder Zeile ausschließlich um weibliche Kadenzen. Das Gedicht hat die Struktur eines Sonetts. Schon im ersten Vers der ersten Strophe findet durch den Neologismus „Wunderblume süßer Frauen" (S.1 V. 1), eine bildliche Darstellung der anziehenden Schönheit der beschriebenen Frauen statt. Auch die Gleichsetzung und Vergleich der Frau mit den Elementen des Meeres (vgl. S.1 V. 2ff), verschaffen dem Leser eine bildliche Vorstellung der Gefühle des Lyrischen Ichs. Dazu kommt noch, dass der Autor in beinah jeder Strophe mit Personifikationen und Methapern arbeitet. Ein Beispiel dafür ist der Vers: „Der Wünsche blühende Segel voll Vertrauen“ (S. 1, V.4), eine Personifikation, die den Gefühlen des lyrischen Ichs lebendige Züge verleiht. Der Autor versucht also in der ersten Strophe...

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Knowunity

Schule. Endlich einfach.

App öffnen

Alternativer Bildtext:

zu beschreiben, wie der Schiffer die Frau sieht und mit was er den Anblick verbindet. Das hilft dem Leser zu verstehen, warum das Lyrische Ich am Ende des Gedichts den Tod durch die Verführung gut redet und verharmlost. In der zweiten Strophe wird dieser Gedankenzug fortgeführt. Es folgen weitere Umschreibungen der anziehenden Schönheit der Frauen, die das Lyrische Ich sieht. ,,Des Munds Koralln in weißem Glanze baden" (S.2, V.3) steht beispielsweise für den schönen Mund und die schöne Haut, die dem Lyrischen Ich besonders ins Auge gefallen sein muss. In der dritten Strophe beginnt das Lyrische Ich über den Mythos der Sirenen zu sprechen und deutet damit an, dass die Anziehung durch die Frau mit der Anziehung einer Sirene zu vergleichen sei. (In der Mythologie eine singende Meerjungfrau, die mit ihrem Gesang Schiffer verführte und umbrachte.) Diese Aussage ist eine Metapher für die negative Folgen von Verführung und der Anziehung, die das Lyrische Ich zu spüren scheint. Außerdem könnte das für die tiefen Ängste des Lyrischen Ichs stehen, die mit der Liebe zusammenhängen. In der letzten Strophe spricht das lyrische Ich über die Opfer, die es der Liebe bringen muss. „Ich muss dem Zauber ewige Liebe schwören (S.4, V.1) ist eine Metapher für die ewige Liebe in Form von Heirat oder Versprechen. Im nächsten Vers spricht das Lyrische ich davon, dass es alles für die Liebe aufgeben würde: ,,Und Ruder laß ich gerne fallen" (S.4,V.2). Darauf folgt im aller letzten Vers: ,,Denn schönres Leben blüht aus solchem Tode“ (S.4, V.3) die Verharmlosung des Todes durch die Hingabe zu der Liebe. Das Lyrische Ich spricht von einem schönem neuen Leben, welches erst nach dem Tod durch die Liebe erreicht werden kann. Das steht für die bedingungslose Hingabe eines Verliebten, die auch wenn sie viele Dinge zerstört und durcheinanderbringt, am Ende mit etwas Schönem und Neuem belohnt wird. Der letzte Vers handelt also davon, dass die Opfer die man der Liebe bringt, sich schlussendlich immer auszahlen. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Lyrische Ich innerhalb des Gedichts gedanklich mehrere Phasen durchläuft. Von der harmlosen Beschreibung der Person seiner Begierde bis zum gewollten Tod durch Hingabe. Außerdem thematisiert das Gedicht sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte der Liebe und deren Auswirkung auf das Leben. Man kann das Gedicht also als eine Liebesgeschichte interpretieren, die eine Message darstellen soll. Diese wäre, dass Liebe sowohl schöne als auch gefährliche Seiten hat, aber es am Ende immer noch besser ist durch die Liebe verletzt zu werden, als gar nicht erst geliebt zu haben.