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textanalyse „das fenstertheather“

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 Textanalyse „Das Fenstertheater"
Die Kurzgeschichte „Das Fenstertheater“ von Ilse Aichinger, die im Jahr 1953 erschienen ist,
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hier eine von mir verfasste textanalyse zur kurzgeschichte „das fenstertheater“ von ilse aichinger. auf diese textanalyse gab mir meine deutschlehrerin eine 1.

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Textanalyse „Das Fenstertheater" Die Kurzgeschichte „Das Fenstertheater“ von Ilse Aichinger, die im Jahr 1953 erschienen ist, handelt von einer sozial vereinsamten Frau, die aufgrund ihrer stark ausgeprägten Neugierde und Sensationslust das theatralische Verhalten eines älteren Mannes im Haus gegenüber fälschlicherweise auf sich bezieht, sich dadurch belästigt fühlt und aufgrund ihrer falschen Einschätzung der Situation missverständlich die Polizei alarmiert. Zu Beginn der Kurzgeschichte steht die sensationsgierige Frau, die den vorletzten Stock eines Hauses bewohnt, an ihrem Fenster und beobachtet ihre Umgebung. Dabei bemerkt sie, dass in der Wohnung gegenüber das Licht eingeschaltet wird und ein alter Mann an das Fenster tritt. Dieser fängt an zu winken und treibt unterhaltsame Faxen und die Frau, die sich sicher ist, die einzige Bewohnerin ihres Hauses zu sein, bezieht die Gestikulationen ihres Gegenübers auf sich. Zunächst gefällt ihr sein ausgelassenes Verhalten, doch als er einen Kopfstand macht und seine Beine in die Luft hält, fühlt sie sich belästigt. Dies veranlasst sie dazu, die Polizei zu rufen. Davon bemerkt der Mann nichts und führt daher mit seiner Vorführung fort. Als die Polizei ankommt, versammeln sich die Anwohner vor dem Haus. Mehrere Polizisten und die Frau suchen die Wohnung des alten Mannes auf, und als dieser aufgrund seiner Schwerhörigkeit nicht auf das Klingeln und Klopfen der Polizei reagiert, brechen sie die Wohnung auf....

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Sie finden den Mann immer noch am Fenster stehend vor. Von diesem Zimmer aus wird im Haus gegenüber ein kleiner Junge, der ebenfalls am Fenster steht, sichtbar. Dieser ist in der Wohnung über der Frau, ohne dass sie es bemerkt hat, mit seinen Eltern eingezogen. Dadurch wird klar, dass die Späße des alten Mannes an diesen Jungen gerichtet waren. Bereits der Titel verrät einiges über das Geschehen. Theater ist jedem bekannt: Zuschauer, in dieser Kurzgeschichte die Frau, sitzen auf ihren Plätzen und schauen den Schauspieler, also den alten Mann, bei ihrer Darbietung zu. So spielt das Fenster in dieser Geschichte eine bedeutende Rolle, da es die Bühne sowie die Zuschauerplätze ersetzt. Zwischen den beiden handelnden Figuren, die Frau und der alte Mann, besteht kaum eine Beziehung. Womöglich kennt die Frau nur den Mann, was sich anhand der Bezeichnung ,,der Alte" (Z. 11) zeigt. Dadurch wird deutlich, dass sie weiß, dass er da wohnt und ihn auch schon öfters dort gesehen hat. Auch zeigt sich, dass sie ihn nur durch sein Alter identifizieren kann. Bereits zu Beginn der Kurzgeschichte bekommt der Leser einen kurzen Einblick in das Leben der Protagonistin, die Frau. Diese, deren Name man nicht erfährt, lebt isoliert in einen Hochhaus. Sie hat kaum Abwechslung und weiß, vermutlich aus Langeweile, nichts anderes zu tun, als am Fenster ihrer Wohnung zu stehen und das Geschehen in ihrer Umgebung zu beobachten. Dies scheint sie öfters zu tun: „Die Frau lehnte am Fenster und sah hinüber.“ (Z. 1) Ihr alltägliches Leben wird nicht näher thematisiert, doch es ist anzunehmen, dass sie nicht sonderlich viele soziale Kontakte hat und demnach sehr einsam und monoton lebt. Die Distanz ihrer Wohnung vom Leben auf der Straße, das sie von ihrem Fenster aus beobachten kann, entspricht auch ihrer Einsamkeit sowie ihrer sozialen Isolation: ,,Außerdem wohnte sie im vorletzten Stock, die Straße lag zu tief unten.“ (Z. 7) Die Textstelle ,,Die Frau hatte den starren Blick neugieriger Leute, die unersättlich sind. Es hatte ihr noch niemand den Gefallen getan, vor ihrem Haus niedergefahren zu werden.“ (Z. 3 ff.) zeigt, dass sie es sich wünscht und förmlich darauf wartet, dass vor ihrem Haus ein Unfall oder etwas Aufregendes geschieht. Auch wird ihre Boshaftigkeit dadurch hervorgehoben. Daraus lässt sich schließen, dass ihr Leben nicht wirklich abwechslungsreich ist und sich ihr ganzer Lebensinhalt darauf beschränkt, andere Leute zu beobachten und sich somit einen Zutritt in deren Privatsphäre zu verschaffen. Es ist ihr egal, auf welche Art und Weise Abwechslung in ihr Leben kommt oder eine Sensation stattfindet, auch wenn dabei sogar ein Mensch sterben muss. Sie ist voller Sensationsgier, die durch ihre soziale Isolation wächst. Somit ist sie auf eine negative Art neugierig und blüht auf, sobald etwas Schlimmes passiert. Sie möchte alles mitbekommen und verhält sich rücksichtslos um ihre Sucht nach Skandalen zu befriedigen. Dadurch ist sie emotional abgestoßen und hat für Menschen kaum Empfindungen, da sie sich solche schlimme Sachen wünscht. Zu Beginn ihrer Beobachtung nimmt sie die merkwürdigen Gesten des alten Mannes wahr und denkt, er will ihre Aufmerksamkeit erringen. Allerdings weiß sie nicht, dass in der Wohnung über ihr ein kleiner Junge mit seinen Eltern eingezogen. Auch geht sie fälschlicherweise davon aus, dass die sich unter ihr befindende Werkstatt bereits geschlossen hat und denkt, dass der Mann mit ihr kommunizieren möchte, wodurch sie die Gestikulationen ihres Gegenübers auf sich bezieht. Anfangs amüsiert sie das noch, sie fühlt sich durch die Darbietung ihres Nachbars unterhalten und findet seine Aktionen interessant: „Meint er mich?“ (Z. 19 f.) Doch als dieser einen Kopfstand macht und seine Beine in die Luft hält, ist für sie der Spaß vorbei. Sie wird in Angst versetzt, fühlt sich belästigt und alarmiert die Polizei. Sie kann daher nicht auf andere Menschen eingehen und weist somit eine Kommunikationsunfähigkeit auf. Womöglich schwingt such etwas Sorge mit, als sie die Polizei ruft, denn sie entdeckt die soziale Schwäche und Armut des alten Mannes: ,,Das bereitete ihr so lange Vergnügen, bis sie plötzlich nur mehr seine Beine in dünnen, geflickten Samthosen in die Luft ragen sah." (Z. 43 ff.) Sie zeigt keine Toleranz für sein Verhalten und stuft ihn als „abnormal“ ein, da sie nicht damit umgehen kann, dass jemand aus dem Rahmen fällt. Die Frau passt ins Bild einer typischen ,,Tratschtante", die von allen schlecht denkt und daher misstrauisch ist. Somit kann festgehalten werden, dass die Frau einen vereinsamten Menschen voller Vorurteile verkörpert. Ihr Verhalten und Handeln ist durch ihre stark ausgeprägte Sensationsgier und Kontaktunfähigkeit geprägt. Der zweite Protagonist, der alte Mann, könnte als Gegenteil betrachtet werden. Dieser ist zwar schwerhörig und somit auf eine gewisse Weise eingeschränkt, doch trotzdem bereit zur Kontaktaufnahme und Kommunikation, was anhand seiner Gesten (vgl. Z. 23 ff.), seinem Lachen (vgl. Z. 55) und dem Winken (vgl. Z. 29) zu erkennen ist. Er erweist sich als eine freundliche, für sein Alter sportliche, aktive und dem Leben zugewandte Person. In der Kurzgeschichte repräsentiert er einen positiven Außenseiter, der seine Nachbarin, die Frau, ungewollt anzieht. Er verkleidet sich (vgl. Z. 25 ff.) und gestikuliert verrückt, da er einen kleinen Jungen, der in der Wohnung gegenüber wohnt, unterhalten möchte und durch seine Aktivitäten, das Theaterspiel, zum Lachen bringt. Der alte Mann besitzt eine positive Lebenseinstellung, die durch den ,,bunten Schal“ (Z. 34 f.) und seine fantasievollen Bewegungen widergespiegelt wird. Diese fantasievollen Bewegungen verdeutlichen sein Engagement und den Einfallsreichtum, dem Jungen eine Freude zu bereiten. Auch zeigen sie, dass er wirkliche Freude an dem ,,Fenstertheater" mit dem Jungen hat und er mit ihm so spielt, als wäre er selbst noch ein Kind. Dies untermauert die Autorin durch folgende Textstelle: ,,Der alte Mann lachte jetzt, sodass sich sein Gesicht in tiefe Falten legte [...].“ (Z. 55 ff.) Des Weiteren hält er sich nicht an Konventionen und interessiert sich nicht dafür, was die Nachbarn über ihn denken könnten, wenn sie ihn am Fenster sehen. Anders als seine Nachbarin, ist er zur Kommunikation und Kontaktaufnahme bereit und wirkt deshalb offen, lebensfreudig und kreativ. Er nutzt, im Gegensatz zur Frau, das Fenster zur Kontaktaufnahme, denn diese „versteckt" sich eher hinter ihrem Fenster und tritt nicht mit anderen in Verbindung. Man kann daher sagen, dass die Eigenschaften und Verhaltensweisen der Frau und des Mannes gegensätzlich sind. Somit handelt es sich bei den beiden Protagonisten um Kontrastfiguren. Dieser Kontrast wird dadurch verstärkt, indem das Fenster der Frau als finster beschrieben wird (vgl. Z. 92 f) und das des Mannes hell erleuchtet (vgl. Z. 12). Der alte Mann steht für das Symbol des Lichts, denn er strahlt Menschenfreundlichkeit und Lebensfreude aus, was auch durch sein Lachen (vgl. Z. 27) hervorgehoben wird. Sein Auftreten wird durch die Lichtmetaphorik besonders poetisch gestaltet. Mit dem Auftauchen des Mannes am Fenster wechselt die Atmosphäre der Kurzgeschichte. Statt Langeweile, Bedrückung am Anfang (vgl. 1-10) und Eintönigkeit lassen die Beschreibungen und sprachliche Bilder den Leser nun Lebendigkeit, Fröhlichkeit und auch Schönheit assoziieren. Im Gegensatz dazu steht die Frau für das Symbol der Dunkelheit, der Finsternis. Ihr finsteres Fenster (vgl. Z. 92) spricht für die Einsamkeit und die Finsternis, die in ihrem Herzen herrscht. Während der Mann im „Lichtschein“ (Z. 80) steht, ist es um die Frau herum finster und dunkel. Mit dem Bild des „eigene[n] finstere[n] Fensters[s] (Z. 92) wird ihre negative Haltung gegenüber dem Leben und ihren Mitmenschen, insbesondere ihre Feindseligkeit gegenüber dem Mann und ihr Versuch, auf seine Kosten ihre Sensationsgier zu befriedigen, metaphorisch ausgedrückt. So bildet die Frau in ihrem finsteren Fenster durch ihr verbittertes, unzufriedenes und von Sensationsgier bestimmtes Verhalten eine Gegenwelt zu der Welt des Mannes, denn sie fasst verbiestert das, was anderen Freude bringen sollte, das Miteinander- Spielen und Zusammen-Lachen, als Belästigung auf. Darüber hinaus wird durch die symbolische Bedeutung des Lachens der Gegensatz zwischen den beiden Figuren verdeutlicht: „Der alte Mann lachte jetzt, [...] und warf es dann hinüber.“ (Z. 55-60) Während die Frau, die sich ängstlich, abwartend und skeptisch verhält, die Polizei ruft, wird der Mann immer fröhlicher und ausgelassener. Die Metapher des geworfenen Lachens verbildlicht die Lebensfreude des alten Mannes und kann auch als Aufforderung verstanden werden, dass die Frau diese Fröhlichkeit teilen sollte, denn es fehlt ihr an Humor, Unbeschwertheit, Offenheit für andere sowie Kreativität und Lebensbejahung. Für all diese Dinge steht das Lachen hier. Ihre Reaktion zeigt, wie sehr sie solch ein „Lachen“ vermisst. Und obwohl ihr das Verhalten des Mannes zutiefst verdächtig ist, kann sie sich von dem Bild des Glückes, das ihr fehlt, kaum ,,los[...]reißen." (Z. 62) Die Kurzgeschichte weist die Er-/Sie-Erzählform auf. Innerhalb dieser wechselt das Erzählverhalten: Zum einen wird beim neutralen Erzählverhalten das Geschehen ohne die Gedanken der Frau dargelegt und zum anderen werden durch das personale Erzählverhalten die Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle der Frau dem Leser mitgeteilt. Dieser Wechsel ist vor allem ab Z. 49 ff. zu erkennen. Gleichzeitig mit den Polizisten und der Frau erfährt der Leser die wahren Gründe für das Verhalten des alten Mannes, für das Missverständnis der Frau und für ihre peinliche Überreaktion darauf. So wird der Leser zur Reflexion angeregt und muss sich sein eigenes Urteil über die Frau bilden. Dabei muss er sich auch fragen, ob er nicht auch wie die Frau gedacht und gehandelt hätte. Bereits zu Beginn bekommt der Leser einen Einblick in das Leben der Frau. Dort erweist sie sich als eine einsame, sensationslüsterne und neugierige Person. Die Beschreibungen der Frau durch den Erzähler dienen der Charakterisierung und sorgen dafür, dass sie unsympathisch auf den Leser wirkt. Sie hat „den starren Blick neugieriger Leute“ (Z. 4), ist „unersättlich“ (Z. 4 f.), hetzt „atemlos“ (Z. 63) zum Polizeieinsatz, um nichts zu verpassen, und schleicht sich wie ein Dieb hinter den Polizisten in die Wohnung des Mannes (vgl. Z. 82 ff.). Umgekehrt enthalten die Beschreibungen des Mannes durch den Erzähler positive Wendungen, die ihn sympathisch machen. Der Mann „lächelt[...]“ (Z. 27 u. 36) und bereitet selbst der skeptischen Frau „Vergnügen" (Z. 43). Der Text weist die Merkmale einer Kurzgeschichte auf, etwa den unvermittelten Anfang ohne namentliche Einführung der Figuren: „Die Frau lehnte ab Fenster[...]“ (Z. 1) und den abrupten, offenen Schluss, der dem Leser viele Deutungsmöglichkeiten bietet sowie die Auseinandersetzung einer alltäglichen Begebenheit. Auch weitere Merkmale deuten auf die Gattung Kurzgeschichte hin: Die Ereignisse werden chronologisch und linear wiedergegeben. Das alltägliche Leben der beiden Protagonisten wird nicht näher thematisiert, es handelt sich um einen kurzen, eigentlich bedeutungslos erscheinenden Ausschnitt aus dem Alltagsleben der beiden Figuren. Man erfährt kaum Details über sie und weiß nicht, was vorher geschehen ist. Man kennt die Figuren nicht. Ich denke, dass die Kurzgeschichte auf das vorschnelle und unüberlegte Handeln der Gesellschaft verweist, welches sich häufig negativ auf andere Aktionen auswirkt. Man sollte vor seinen Taten immer nachdenken und überlegen, ob es richtig ist so zu handeln oder es sich eventuell negativ auswirken könnte. Zudem geht es in dieser Kurzgeschichte um die verschiedenen Wahrnehmungen der Realität sowie die zwischen den Menschen herrschenden Vorteile und die Distanz, die im sozialen Bereich der Gesellschaft die Handlungsweisen der Menschen bestimmen. Anhand des Verhaltens der Frau verweist die Autorin darauf hin, dass sozial vereinsamte Menschen dazu neigen, sensationshungrig und teilweise auch schadenfreudig zu sein und deshalb vieles humorlos und negativ sehen. Auch wird die Kommunikationsunfähigkeit und das Ordnungsdenken der Gesellschaft thematisiert. Man sollte sich also nicht von dem blenden lassen, was man sieht und auch nicht auf eine Sensation hoffen und sich so stark darin vertiefen, dass diese bald stattfindet. Vielmehr kennt es darum aufzuhören, vorschnell zu handeln und urteilen, denn wir machen uns zu schnell ein Urteil über andere Personen und ihr Verhalten, auch wenn wir eigentlich nichts über diese wissen. Jeder Einzelne hat eine gewisse Selbstverantwortung, wenn es darum geht, auf Andere zuzugehen und Kontakt aufzubauen.

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Auch zeigt sich, dass sie ihn nur durch sein Alter identifizieren kann. Bereits zu Beginn der Kurzgeschichte bekommt der Leser einen kurzen Einblick in das Leben der Protagonistin, die Frau. Diese, deren Name man nicht erfährt, lebt isoliert in einen Hochhaus. Sie hat kaum Abwechslung und weiß, vermutlich aus Langeweile, nichts anderes zu tun, als am Fenster ihrer Wohnung zu stehen und das Geschehen in ihrer Umgebung zu beobachten. Dies scheint sie öfters zu tun: „Die Frau lehnte am Fenster und sah hinüber.“ (Z. 1) Ihr alltägliches Leben wird nicht näher thematisiert, doch es ist anzunehmen, dass sie nicht sonderlich viele soziale Kontakte hat und demnach sehr einsam und monoton lebt. Die Distanz ihrer Wohnung vom Leben auf der Straße, das sie von ihrem Fenster aus beobachten kann, entspricht auch ihrer Einsamkeit sowie ihrer sozialen Isolation: ,,Außerdem wohnte sie im vorletzten Stock, die Straße lag zu tief unten.“ (Z. 7) Die Textstelle ,,Die Frau hatte den starren Blick neugieriger Leute, die unersättlich sind. Es hatte ihr noch niemand den Gefallen getan, vor ihrem Haus niedergefahren zu werden.“ (Z. 3 ff.) zeigt, dass sie es sich wünscht und förmlich darauf wartet, dass vor ihrem Haus ein Unfall oder etwas Aufregendes geschieht. Auch wird ihre Boshaftigkeit dadurch hervorgehoben. Daraus lässt sich schließen, dass ihr Leben nicht wirklich abwechslungsreich ist und sich ihr ganzer Lebensinhalt darauf beschränkt, andere Leute zu beobachten und sich somit einen Zutritt in deren Privatsphäre zu verschaffen. Es ist ihr egal, auf welche Art und Weise Abwechslung in ihr Leben kommt oder eine Sensation stattfindet, auch wenn dabei sogar ein Mensch sterben muss. Sie ist voller Sensationsgier, die durch ihre soziale Isolation wächst. Somit ist sie auf eine negative Art neugierig und blüht auf, sobald etwas Schlimmes passiert. Sie möchte alles mitbekommen und verhält sich rücksichtslos um ihre Sucht nach Skandalen zu befriedigen. Dadurch ist sie emotional abgestoßen und hat für Menschen kaum Empfindungen, da sie sich solche schlimme Sachen wünscht. Zu Beginn ihrer Beobachtung nimmt sie die merkwürdigen Gesten des alten Mannes wahr und denkt, er will ihre Aufmerksamkeit erringen. Allerdings weiß sie nicht, dass in der Wohnung über ihr ein kleiner Junge mit seinen Eltern eingezogen. Auch geht sie fälschlicherweise davon aus, dass die sich unter ihr befindende Werkstatt bereits geschlossen hat und denkt, dass der Mann mit ihr kommunizieren möchte, wodurch sie die Gestikulationen ihres Gegenübers auf sich bezieht. Anfangs amüsiert sie das noch, sie fühlt sich durch die Darbietung ihres Nachbars unterhalten und findet seine Aktionen interessant: „Meint er mich?“ (Z. 19 f.) Doch als dieser einen Kopfstand macht und seine Beine in die Luft hält, ist für sie der Spaß vorbei. Sie wird in Angst versetzt, fühlt sich belästigt und alarmiert die Polizei. Sie kann daher nicht auf andere Menschen eingehen und weist somit eine Kommunikationsunfähigkeit auf. Womöglich schwingt such etwas Sorge mit, als sie die Polizei ruft, denn sie entdeckt die soziale Schwäche und Armut des alten Mannes: ,,Das bereitete ihr so lange Vergnügen, bis sie plötzlich nur mehr seine Beine in dünnen, geflickten Samthosen in die Luft ragen sah." (Z. 43 ff.) Sie zeigt keine Toleranz für sein Verhalten und stuft ihn als „abnormal“ ein, da sie nicht damit umgehen kann, dass jemand aus dem Rahmen fällt. Die Frau passt ins Bild einer typischen ,,Tratschtante", die von allen schlecht denkt und daher misstrauisch ist. Somit kann festgehalten werden, dass die Frau einen vereinsamten Menschen voller Vorurteile verkörpert. Ihr Verhalten und Handeln ist durch ihre stark ausgeprägte Sensationsgier und Kontaktunfähigkeit geprägt. Der zweite Protagonist, der alte Mann, könnte als Gegenteil betrachtet werden. Dieser ist zwar schwerhörig und somit auf eine gewisse Weise eingeschränkt, doch trotzdem bereit zur Kontaktaufnahme und Kommunikation, was anhand seiner Gesten (vgl. Z. 23 ff.), seinem Lachen (vgl. Z. 55) und dem Winken (vgl. Z. 29) zu erkennen ist. Er erweist sich als eine freundliche, für sein Alter sportliche, aktive und dem Leben zugewandte Person. In der Kurzgeschichte repräsentiert er einen positiven Außenseiter, der seine Nachbarin, die Frau, ungewollt anzieht. Er verkleidet sich (vgl. Z. 25 ff.) und gestikuliert verrückt, da er einen kleinen Jungen, der in der Wohnung gegenüber wohnt, unterhalten möchte und durch seine Aktivitäten, das Theaterspiel, zum Lachen bringt. Der alte Mann besitzt eine positive Lebenseinstellung, die durch den ,,bunten Schal“ (Z. 34 f.) und seine fantasievollen Bewegungen widergespiegelt wird. Diese fantasievollen Bewegungen verdeutlichen sein Engagement und den Einfallsreichtum, dem Jungen eine Freude zu bereiten. Auch zeigen sie, dass er wirkliche Freude an dem ,,Fenstertheater" mit dem Jungen hat und er mit ihm so spielt, als wäre er selbst noch ein Kind. Dies untermauert die Autorin durch folgende Textstelle: ,,Der alte Mann lachte jetzt, sodass sich sein Gesicht in tiefe Falten legte [...].“ (Z. 55 ff.) Des Weiteren hält er sich nicht an Konventionen und interessiert sich nicht dafür, was die Nachbarn über ihn denken könnten, wenn sie ihn am Fenster sehen. Anders als seine Nachbarin, ist er zur Kommunikation und Kontaktaufnahme bereit und wirkt deshalb offen, lebensfreudig und kreativ. Er nutzt, im Gegensatz zur Frau, das Fenster zur Kontaktaufnahme, denn diese „versteckt" sich eher hinter ihrem Fenster und tritt nicht mit anderen in Verbindung. Man kann daher sagen, dass die Eigenschaften und Verhaltensweisen der Frau und des Mannes gegensätzlich sind. Somit handelt es sich bei den beiden Protagonisten um Kontrastfiguren. Dieser Kontrast wird dadurch verstärkt, indem das Fenster der Frau als finster beschrieben wird (vgl. Z. 92 f) und das des Mannes hell erleuchtet (vgl. Z. 12). Der alte Mann steht für das Symbol des Lichts, denn er strahlt Menschenfreundlichkeit und Lebensfreude aus, was auch durch sein Lachen (vgl. Z. 27) hervorgehoben wird. Sein Auftreten wird durch die Lichtmetaphorik besonders poetisch gestaltet. Mit dem Auftauchen des Mannes am Fenster wechselt die Atmosphäre der Kurzgeschichte. Statt Langeweile, Bedrückung am Anfang (vgl. 1-10) und Eintönigkeit lassen die Beschreibungen und sprachliche Bilder den Leser nun Lebendigkeit, Fröhlichkeit und auch Schönheit assoziieren. Im Gegensatz dazu steht die Frau für das Symbol der Dunkelheit, der Finsternis. Ihr finsteres Fenster (vgl. Z. 92) spricht für die Einsamkeit und die Finsternis, die in ihrem Herzen herrscht. Während der Mann im „Lichtschein“ (Z. 80) steht, ist es um die Frau herum finster und dunkel. Mit dem Bild des „eigene[n] finstere[n] Fensters[s] (Z. 92) wird ihre negative Haltung gegenüber dem Leben und ihren Mitmenschen, insbesondere ihre Feindseligkeit gegenüber dem Mann und ihr Versuch, auf seine Kosten ihre Sensationsgier zu befriedigen, metaphorisch ausgedrückt. So bildet die Frau in ihrem finsteren Fenster durch ihr verbittertes, unzufriedenes und von Sensationsgier bestimmtes Verhalten eine Gegenwelt zu der Welt des Mannes, denn sie fasst verbiestert das, was anderen Freude bringen sollte, das Miteinander- Spielen und Zusammen-Lachen, als Belästigung auf. Darüber hinaus wird durch die symbolische Bedeutung des Lachens der Gegensatz zwischen den beiden Figuren verdeutlicht: „Der alte Mann lachte jetzt, [...] und warf es dann hinüber.“ (Z. 55-60) Während die Frau, die sich ängstlich, abwartend und skeptisch verhält, die Polizei ruft, wird der Mann immer fröhlicher und ausgelassener. Die Metapher des geworfenen Lachens verbildlicht die Lebensfreude des alten Mannes und kann auch als Aufforderung verstanden werden, dass die Frau diese Fröhlichkeit teilen sollte, denn es fehlt ihr an Humor, Unbeschwertheit, Offenheit für andere sowie Kreativität und Lebensbejahung. Für all diese Dinge steht das Lachen hier. Ihre Reaktion zeigt, wie sehr sie solch ein „Lachen“ vermisst. Und obwohl ihr das Verhalten des Mannes zutiefst verdächtig ist, kann sie sich von dem Bild des Glückes, das ihr fehlt, kaum ,,los[...]reißen." (Z. 62) Die Kurzgeschichte weist die Er-/Sie-Erzählform auf. Innerhalb dieser wechselt das Erzählverhalten: Zum einen wird beim neutralen Erzählverhalten das Geschehen ohne die Gedanken der Frau dargelegt und zum anderen werden durch das personale Erzählverhalten die Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle der Frau dem Leser mitgeteilt. Dieser Wechsel ist vor allem ab Z. 49 ff. zu erkennen. Gleichzeitig mit den Polizisten und der Frau erfährt der Leser die wahren Gründe für das Verhalten des alten Mannes, für das Missverständnis der Frau und für ihre peinliche Überreaktion darauf. So wird der Leser zur Reflexion angeregt und muss sich sein eigenes Urteil über die Frau bilden. Dabei muss er sich auch fragen, ob er nicht auch wie die Frau gedacht und gehandelt hätte. Bereits zu Beginn bekommt der Leser einen Einblick in das Leben der Frau. Dort erweist sie sich als eine einsame, sensationslüsterne und neugierige Person. Die Beschreibungen der Frau durch den Erzähler dienen der Charakterisierung und sorgen dafür, dass sie unsympathisch auf den Leser wirkt. Sie hat „den starren Blick neugieriger Leute“ (Z. 4), ist „unersättlich“ (Z. 4 f.), hetzt „atemlos“ (Z. 63) zum Polizeieinsatz, um nichts zu verpassen, und schleicht sich wie ein Dieb hinter den Polizisten in die Wohnung des Mannes (vgl. Z. 82 ff.). Umgekehrt enthalten die Beschreibungen des Mannes durch den Erzähler positive Wendungen, die ihn sympathisch machen. Der Mann „lächelt[...]“ (Z. 27 u. 36) und bereitet selbst der skeptischen Frau „Vergnügen" (Z. 43). Der Text weist die Merkmale einer Kurzgeschichte auf, etwa den unvermittelten Anfang ohne namentliche Einführung der Figuren: „Die Frau lehnte ab Fenster[...]“ (Z. 1) und den abrupten, offenen Schluss, der dem Leser viele Deutungsmöglichkeiten bietet sowie die Auseinandersetzung einer alltäglichen Begebenheit. Auch weitere Merkmale deuten auf die Gattung Kurzgeschichte hin: Die Ereignisse werden chronologisch und linear wiedergegeben. Das alltägliche Leben der beiden Protagonisten wird nicht näher thematisiert, es handelt sich um einen kurzen, eigentlich bedeutungslos erscheinenden Ausschnitt aus dem Alltagsleben der beiden Figuren. Man erfährt kaum Details über sie und weiß nicht, was vorher geschehen ist. Man kennt die Figuren nicht. Ich denke, dass die Kurzgeschichte auf das vorschnelle und unüberlegte Handeln der Gesellschaft verweist, welches sich häufig negativ auf andere Aktionen auswirkt. Man sollte vor seinen Taten immer nachdenken und überlegen, ob es richtig ist so zu handeln oder es sich eventuell negativ auswirken könnte. Zudem geht es in dieser Kurzgeschichte um die verschiedenen Wahrnehmungen der Realität sowie die zwischen den Menschen herrschenden Vorteile und die Distanz, die im sozialen Bereich der Gesellschaft die Handlungsweisen der Menschen bestimmen. Anhand des Verhaltens der Frau verweist die Autorin darauf hin, dass sozial vereinsamte Menschen dazu neigen, sensationshungrig und teilweise auch schadenfreudig zu sein und deshalb vieles humorlos und negativ sehen. Auch wird die Kommunikationsunfähigkeit und das Ordnungsdenken der Gesellschaft thematisiert. Man sollte sich also nicht von dem blenden lassen, was man sieht und auch nicht auf eine Sensation hoffen und sich so stark darin vertiefen, dass diese bald stattfindet. Vielmehr kennt es darum aufzuhören, vorschnell zu handeln und urteilen, denn wir machen uns zu schnell ein Urteil über andere Personen und ihr Verhalten, auch wenn wir eigentlich nichts über diese wissen. Jeder Einzelne hat eine gewisse Selbstverantwortung, wenn es darum geht, auf Andere zuzugehen und Kontakt aufzubauen.