Die Präsidialkabinette - Als die Demokratie außer Kraft gesetzt wurde
Stell dir vor, dein Klassensprecher würde plötzlich ohne eure Zustimmung alle Regeln ändern - genau das passierte 1930 in Deutschland. Nach dem Scheitern der großen Koalition ernannte Reichspräsident Hindenburg Heinrich Brüning zum Reichskanzler, obwohl dieser keine Mehrheit im Parlament hatte.
Die Präsidialkabinette regierten ab sofort über Notverordnungen nach Artikel 48 der Verfassung. Das bedeutete: Der Reichspräsident konnte Gesetze ohne Zustimmung des Reichstags erlassen und bis zu 90 Tage ohne Parlament regieren. Die Demokratie war praktisch ausgehebelt.
Brünings Deflationspolitik sollte die Weltwirtschaftskrise durch drastisches Sparen beenden. Er erhöhte Steuern und kürzte Löhne - was die Not der Menschen nur verschlimmerte. Das Vertrauen in die Regierung schwand rapide, während radikale Parteien wie die NSDAP immer mehr Anhänger gewannen.
Merke dir: Die drei Präsidialkanzler waren Brüning , von Papen (1932) und von Schleicher - alle regierten verfassungswidrig ohne Parlamentsmehrheit.



