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 Erkenntnistheorien: Philosophie-Klausur
Definitionen der Erkenntnistheorie:
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Erkenntnistheorien: Philosophie-Klausur Definitionen der Erkenntnistheorie: 1) Theorie über das Zustandekommen, die Reichweite und Valenz der Erkenntnis mit den theoretischen Mitteln rationaler Auseinandersetzung. 2) Kurz: Versuch, die Gültigkeit von Erkenntnis zu begründen 3) Alte Definition: Erkenntnistheorie ist kritische Vernunftwissenschaft von den Möglichkeitsbedingungen der Erfahrungserkenntnis insgesamt. Platons Erkenntnistheorie: Beruht auf seiner „Ideenlehre“ ● Ausgangsfrage: Was ist das Wesen eines Dinges im Allgemeinen und sind Erkenntnisse auf Wahrnehmungen zurückzuführen? Für Platon ist die Erkenntnistheorie ein Baustein der Ethik. Wie bei jeder Erkenntnistheorie stehen am Anfang ein Subjekt und ein Objekt. Ich erlebe etwas, ich nehme als Subjekt meine Außenwelt objektiv wahr. Diese Betrachtungsweise der Welt nennt man Ontologie. Das, was ich von meiner Außenwelt wahrnehme als Mensch, ist meine Realität. ● Wie aber können Erfahrung und Erkenntnis zusammenwirken? 1) Woher habe ich eine allgemeine Vorstellung von Dingen, wenn es in dieser Welt doch nur konkrete Dinge gibt? Frage nach dem Ursprung möglicher Erkenntnis: Vernunft/Verstand ODER Erfahrung erkennendes Subjekt Erkenntnis? Frage nach der Beschaffenheit (Seinsweise): Wie sind Subjekt und Objekt beschaffen? Materie etc.? Frage nach der Realität (Dasein): Gibt es unabhängig vom e.S. eine existierende Welt? zu erkennendes. Objekt 2) Wenn es doch nur einzelne Menschen, also Individuen, gibt, woher habe ich dann die Vorstellung „Mensch“? 3) Woher gewinne ich die abstrakte Idee, dass etwas gut ist, wenn ich gute Handlungen bereits erkennen kann? Es muss also unbedingte Abstrakte geben, nach denen wir die Dinge benennen und sie erkennen können. ➡ Diese Abstrakte nennt Platon „Ideen“...

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(griech. „idea“; auch Urbild oder Form). ➡ Die konkret sinnlich wahrnehmbaren Dinge nennt er „Phänomene“ (griech. ,,phenomena"). Die Ideen können nicht aus der Erfahrung gewonnen werden, weil man bei der Erfahrung nur objektive Dinge erlebt. Die Ideen müssen also mehr sein als die Phänomene, sie müssen diesen übergeordnet sein, die ich wahrnehme. ➡ Sinneswahrnehmungen zeigen uns also lediglich Abbilder, denen ein unvollkommenes Sein zukommt. Das wahre Sein sind die Ideen, welche nur auf geistigen Wegen erkannt werden können, niemals aber über die Sinne. ➡ Kernpunkt der platonischen Ideenlehre: Die uns bekannte Erfahrungswelt wird von Platon veruneigentlicht. Woher aber kommen diese Ideen? Tatsächlich spricht Platon diesen Ideen oder Urbildern der Gegenstände eine eigene reale Existenz in einem unseren Sinnen entzogenen Bereich zu, der sogenannten „Sinneswelt“. Das "Zwei-Welten-Modell" Platons: Die "Wirklichkeit" ist in zwei Welten aufgeteilt. Sinneswelt: Innerhalb von Raum und Zeit; abhängig von Materie und Geist > Die Wirklichkeit der Sinneswelt wird von den eigenen menschlichen Positionen und Meinungen (doxa) verändert > Schlechtes Abbild der Ideenwelt und geringer Wahrheits- bzw. Realitätsgehalt Ideenwelt: > Außerhalb von Raum und Zeit; unabhängig von Materie und Geist > Außerhalb unserer Erfahrungswelt; wir sind ihrer nur indirekt teilhaftig => Inbegriff der vollkommenen Wirklichkeit; der Sinneswelt übergeordnet Beispiel: Die Idee eines Baumes existiert in perfekter Form in der Ideenwelt. In unserer Welt, der sinnlich wahrnehmbaren Welt, hingegen kann nur ein sich dem annäherndes Abbild dieses Baumes existieren. ● Wir müssen diese Sphäre annehmen, weil wir sonst in einer Welt der reinen Objektivität leben würden, in einer Welt, in der es ,,abstrakter" nicht geben könnte. Die Ideenwelt ist zudem ihrerseits geordnet: Es gibt eine obere Idee, die Idee des Guten. Von dieser Idee geht alles aus. Die Idee des Bösen existiert in der Auffassung Platons nicht. Die Auffassung der Seele bei Platon: ● Geist/ Seele Körper Platon stellte dar, dass jeder Mensch eine vom Körper unterschiedene Seele besäße, welche unsterblich und unsichtbar sei und den Menschen ausmache. Diese bestehe aus drei Teilen: der Geistseele (Vernunft = Denken+Verstand), der mutigen Seele (Wille) und der Begierdeseele (Begierden, wie z.B. Appetit). Nach Platons Auffassung sei der Körper ein Schatten, der die Seele einsperre. ➡ Die Ideen seien bereits in unserer Seele vorhanden, wenn sie uns jemand beibringt bzw. wir uns erinnern, werden sie zurück ins Gedächtnis geholt. Wie aber kommt die Idee in unsere Seele? (=> Methexis) 1) Die Seele existiert zuerst in der Ideenwelt. Dort erlangt sie Erkenntnis (Wahrheit) über alle Ideen. 2) Dann durchlebt sie ihre erste Geburt in einen menschlichen Körper. 3) Auf dem Weg dorthin, von der Grenze der Ideenwelt zur Sinneswelt, geraten alle Ideen der Seele in Vergessenheit, bleiben aber dennoch bestehen. 4) Diese Ideen erhalten wir aufgrund der sogenannten Anamnesis oder Wiedererkennung zurück, welchen Prozess wir nur mit Vernunft (einem Teil der Seele) auslösen können. (=> Rationalismus) Beweis: Über geschickte Fragen kann man einem Unwissenden das Lösen mathematischer Aufgaben aus sich selbst heraus ermöglichen können. ➡ Grundlegende Konzepte seien in unserer Seele also bereits als Ideen angelegt; sie müssen nicht erlernt, sondern nur wieder erlernt werden. ➡ Die ursprünglichen Formen wiederum zu erkennen ist den Gelehrten vorbehalten oder zumindest einem gut ausgebildeten Verstand Platon unterscheidet zwischen denen, die sich ihr Leben lang blenden lassen, also die sinnliche Welt als Wahrheit anerkennen, und denen, die sich aus dem Schein befreien. Wer zur Erkenntnis gelangt, ist ein Philosoph. ➡ Das Höhlengleichnis veranschaulicht diese Unterscheidung. Kritik an Platon: 1) Tertium comparationis: Das Argument des dritten Menschen Wenn man als einzelner Mensch Teil an der Idee Mensch ist, eine wie auch immer geartete Kopie der Idee Mensch, dann muss man in seiner individuellen Verschiedenheit von der Idee Mensch, diese individuelle Verschiedenheit doch irgendwo herbekommen, also von einem dritten Menschen. Ich, die Idee des Menschen und der dritte Mensch. Tisch: Dieser konkrete einzelne Tisch hat Teil an der Idee des Tischs 1 insofern, als dass er einer unter vielen denkbaren möglichen Tischen ist Komma die alle an der Idee des Tischseins partizipieren. Dann kann man unterstellen, Dass der Tisch und die Idee des Tischseins nicht identisch sind. Denn er ist ja nur Fall von Und der ist nicht einmal Reinform davon, sondern erst ist sozusagen Abklatsch (eidos oder Mimesis = Nachahmung). Dieser Tisch muss also eine Qualität (= Beschaffenheit; Gesamtheit der charakteristischen Eigenschaften) Haben, Die noch etwas anderes ist als das Tischsein. Das heißt, man braucht eine weitere Einflussquelle. Um von der Idee abzuweichen, muss man ja einen weiteren Einfluss haben. Wenn a und b nicht identisch sind, dann muss b Anteil an c haben. Eine weitere Einflussquelle, woher der Unterschied sich überhaupt erst definiert differenziert. Ein Vergleich der dritten Welt. 2) Von was gibt es eigentlich alles Ideen? Gibt es eine Idee von Kot/Schmutz/ Dreck/Missgunst? Von all diesen negativen Dingen in der Welt? Die Ideenlehre hat etwas sehr sphärisch Positives. Dieser Gedanke wird natürlich verneint, Wenn die Idee des Guten Oberhaupt der Ideenwelt ist und die Idee des Bösen nicht existiert. Aber wenn es von diesen Dingen keine Ideen gibt, wo kommen die her? Keine Antwort. Die Ideenlehre wird von Aristoteles geerdet. Aristoteles Erkenntnistheorie: Grundideen: ● ● Im Gegensatz zu Platon: Vertreter des Empirismus Erfahrungswirklichkeit verkehrt über Sinneswahrnehmungen Die „Idee" ist nur im Kopf Wir verarbeiten die Wahrnehmung durch unsere Vernunft/unsere Logik ➤ Aristoteles dockt mit seinen Überlegungen an die Ideenlehre Platons an. Es wird gesagt, Aristoteles habe die Ideenlehre „aus dem Himmel geholt und auf der Erde angesiedelt". ➤ Er hat sie nicht grundsätzlich verworfen > Er hat die Ideenlehre im Prinzip angenommen, nur das Zwei-Weltenmodell durchgestrichen. ➤ Es gibt für ihn also nur eine Welt, die Sinneswelt (unsere konkret sinnlich wahrnehmbare Welt). Ausgangsfrage: Was ist der Unterschied zwischen dem individuellen konkreten Ding und der Idee dieses Phänomens? (Was ist der Unterschied zwischen dem Tischsein und einem Einzeltisch?) ➤ Er setzt an keinem metaphysischen Modell wie der Ideenlehre an, sondern an einem nicht ganz metaphysikfreien Modell der Substanzontologie. Substanzontologie = Annahme, dass fundamentale Entitäten (Dasein) der Welt voneinander unabhängige Substanzen zu gelten haben, die durch ihnen zukommende oder nicht zukommende akzidentielle Eigenschaften individuell bestimmt sind. Mit anderen Worten: Die Dinge der Welt haben übergeordnete substanzielle Eigenschaften, die den Kern der Entität ausmachen („Oberbegriff), und veränderbare akzidentielle Eigenschaften, welche die Individualität bestimmen. Der Anfang ist hier wieder der gleiche: Ich mache, als Subjekt, reale Erfahrungen, d.h. ich nehme etwas objektiv wahr. Diese Wahrnehmungen sind nur die der Phenomina, nicht der Ideen. ➤ Aristoteles war Universalgelehrter. Anders als Platon hatte er ein unglaubliches Interesse an Naturwissenschaften (er betrieb Botanik, Zoologie und er hat darüber Bücher geschrieben). Er hat die gesamte Erfahrungswelt systematisiert und in einzelne Disziplinen aufgespalten und über jede dieser Disziplinen eigene Werke geschrieben. Es ist unglaublich bemerkenswert, dass Aristoteles es schafft, ein alternatives Modell zu erstellen, das keine zwei Welten braucht, sondern mit einer auskommt.

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Sinneswelt: Innerhalb von Raum und Zeit; abhängig von Materie und Geist > Die Wirklichkeit der Sinneswelt wird von den eigenen menschlichen Positionen und Meinungen (doxa) verändert > Schlechtes Abbild der Ideenwelt und geringer Wahrheits- bzw. Realitätsgehalt Ideenwelt: > Außerhalb von Raum und Zeit; unabhängig von Materie und Geist > Außerhalb unserer Erfahrungswelt; wir sind ihrer nur indirekt teilhaftig => Inbegriff der vollkommenen Wirklichkeit; der Sinneswelt übergeordnet Beispiel: Die Idee eines Baumes existiert in perfekter Form in der Ideenwelt. In unserer Welt, der sinnlich wahrnehmbaren Welt, hingegen kann nur ein sich dem annäherndes Abbild dieses Baumes existieren. ● Wir müssen diese Sphäre annehmen, weil wir sonst in einer Welt der reinen Objektivität leben würden, in einer Welt, in der es ,,abstrakter" nicht geben könnte. Die Ideenwelt ist zudem ihrerseits geordnet: Es gibt eine obere Idee, die Idee des Guten. Von dieser Idee geht alles aus. Die Idee des Bösen existiert in der Auffassung Platons nicht. Die Auffassung der Seele bei Platon: ● Geist/ Seele Körper Platon stellte dar, dass jeder Mensch eine vom Körper unterschiedene Seele besäße, welche unsterblich und unsichtbar sei und den Menschen ausmache. Diese bestehe aus drei Teilen: der Geistseele (Vernunft = Denken+Verstand), der mutigen Seele (Wille) und der Begierdeseele (Begierden, wie z.B. Appetit). Nach Platons Auffassung sei der Körper ein Schatten, der die Seele einsperre. ➡ Die Ideen seien bereits in unserer Seele vorhanden, wenn sie uns jemand beibringt bzw. wir uns erinnern, werden sie zurück ins Gedächtnis geholt. Wie aber kommt die Idee in unsere Seele? (=> Methexis) 1) Die Seele existiert zuerst in der Ideenwelt. Dort erlangt sie Erkenntnis (Wahrheit) über alle Ideen. 2) Dann durchlebt sie ihre erste Geburt in einen menschlichen Körper. 3) Auf dem Weg dorthin, von der Grenze der Ideenwelt zur Sinneswelt, geraten alle Ideen der Seele in Vergessenheit, bleiben aber dennoch bestehen. 4) Diese Ideen erhalten wir aufgrund der sogenannten Anamnesis oder Wiedererkennung zurück, welchen Prozess wir nur mit Vernunft (einem Teil der Seele) auslösen können. (=> Rationalismus) Beweis: Über geschickte Fragen kann man einem Unwissenden das Lösen mathematischer Aufgaben aus sich selbst heraus ermöglichen können. ➡ Grundlegende Konzepte seien in unserer Seele also bereits als Ideen angelegt; sie müssen nicht erlernt, sondern nur wieder erlernt werden. ➡ Die ursprünglichen Formen wiederum zu erkennen ist den Gelehrten vorbehalten oder zumindest einem gut ausgebildeten Verstand Platon unterscheidet zwischen denen, die sich ihr Leben lang blenden lassen, also die sinnliche Welt als Wahrheit anerkennen, und denen, die sich aus dem Schein befreien. Wer zur Erkenntnis gelangt, ist ein Philosoph. ➡ Das Höhlengleichnis veranschaulicht diese Unterscheidung. 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Dieser Tisch muss also eine Qualität (= Beschaffenheit; Gesamtheit der charakteristischen Eigenschaften) Haben, Die noch etwas anderes ist als das Tischsein. Das heißt, man braucht eine weitere Einflussquelle. Um von der Idee abzuweichen, muss man ja einen weiteren Einfluss haben. Wenn a und b nicht identisch sind, dann muss b Anteil an c haben. Eine weitere Einflussquelle, woher der Unterschied sich überhaupt erst definiert differenziert. Ein Vergleich der dritten Welt. 2) Von was gibt es eigentlich alles Ideen? Gibt es eine Idee von Kot/Schmutz/ Dreck/Missgunst? Von all diesen negativen Dingen in der Welt? Die Ideenlehre hat etwas sehr sphärisch Positives. Dieser Gedanke wird natürlich verneint, Wenn die Idee des Guten Oberhaupt der Ideenwelt ist und die Idee des Bösen nicht existiert. Aber wenn es von diesen Dingen keine Ideen gibt, wo kommen die her? Keine Antwort. Die Ideenlehre wird von Aristoteles geerdet. Aristoteles Erkenntnistheorie: Grundideen: ● ● Im Gegensatz zu Platon: Vertreter des Empirismus Erfahrungswirklichkeit verkehrt über Sinneswahrnehmungen Die „Idee" ist nur im Kopf Wir verarbeiten die Wahrnehmung durch unsere Vernunft/unsere Logik ➤ Aristoteles dockt mit seinen Überlegungen an die Ideenlehre Platons an. Es wird gesagt, Aristoteles habe die Ideenlehre „aus dem Himmel geholt und auf der Erde angesiedelt". ➤ Er hat sie nicht grundsätzlich verworfen > Er hat die Ideenlehre im Prinzip angenommen, nur das Zwei-Weltenmodell durchgestrichen. ➤ Es gibt für ihn also nur eine Welt, die Sinneswelt (unsere konkret sinnlich wahrnehmbare Welt). Ausgangsfrage: Was ist der Unterschied zwischen dem individuellen konkreten Ding und der Idee dieses Phänomens? (Was ist der Unterschied zwischen dem Tischsein und einem Einzeltisch?) ➤ Er setzt an keinem metaphysischen Modell wie der Ideenlehre an, sondern an einem nicht ganz metaphysikfreien Modell der Substanzontologie. Substanzontologie = Annahme, dass fundamentale Entitäten (Dasein) der Welt voneinander unabhängige Substanzen zu gelten haben, die durch ihnen zukommende oder nicht zukommende akzidentielle Eigenschaften individuell bestimmt sind. Mit anderen Worten: Die Dinge der Welt haben übergeordnete substanzielle Eigenschaften, die den Kern der Entität ausmachen („Oberbegriff), und veränderbare akzidentielle Eigenschaften, welche die Individualität bestimmen. Der Anfang ist hier wieder der gleiche: Ich mache, als Subjekt, reale Erfahrungen, d.h. ich nehme etwas objektiv wahr. Diese Wahrnehmungen sind nur die der Phenomina, nicht der Ideen. ➤ Aristoteles war Universalgelehrter. Anders als Platon hatte er ein unglaubliches Interesse an Naturwissenschaften (er betrieb Botanik, Zoologie und er hat darüber Bücher geschrieben). Er hat die gesamte Erfahrungswelt systematisiert und in einzelne Disziplinen aufgespalten und über jede dieser Disziplinen eigene Werke geschrieben. Es ist unglaublich bemerkenswert, dass Aristoteles es schafft, ein alternatives Modell zu erstellen, das keine zwei Welten braucht, sondern mit einer auskommt.