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Kritik an Hobbes‘ Staatsphilosophie

Kritik an Hobbes‘ Staatsphilosophie

 Philosophie Q1 ZAN GK
Asli Aydin
Ist die Staatsform nach Thomas Hobbes überzeugend?
eine Kritik bezüglich seiner Staatsphilosphie
25. Septe

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Philosophie Q1 ZAN GK Asli Aydin Ist die Staatsform nach Thomas Hobbes überzeugend? eine Kritik bezüglich seiner Staatsphilosphie 25. September 2021 Die Staatsphilosophie von Thomas Hobbes war ursprünglich eine der ersten Methoden, um eine koexistierende Ordnung von bürgerlichem Staat und Gesellschaft zu bilden. In Anbetracht der Zeit, in der Hobbes lebte, ist dies ein wichtiger und außergewöhnlicher Schritt in die Zukunft und den Fortschritt der Menschheit. Hobbes betrachtete zunächst die Menschen selbst, um aus ihnen und durch ihr Wesen einen gebildeten Staat bilden zu können. Daher sollte dies kein Widerspruch in sich sein, sondern als Gesamtlösung Frieden und soziales Zusammenleben gewährleisten. Trotz dieses praktisch-modernen Ansatzes wird die Philosophie von Hobbes an manchen Stellen noch immer kritisiert, was auch im Folgenden behandelt werden wird. Zunächst soll es um das Menschenbild nach Hobbes gehen: Auch wenn die Idee eins Staatsgebildes durch natürliche Begründungen, wie dem Wunsch nach Frieden oder dem Egoismus eigentlich nicht schlecht zu sein scheint, muss man einen Blick auf die Ergründung des Menschenbildes legen, auf welches sich Hobbes in seiner Philosophie bezieht. So lässt sich zum Beispiel kritisieren, dass Hobbes sein Menschenbild zwar zeitgemäß, doch viel zu einseitig ausgestaltete. So würde doch kaum jemand behaupten, dass Menschen lediglich rational nutzen-kalkulierende Wesen sind, die weder über Emotionen, noch über altruistische Eigenschaften und Wünsche verfügen. Allein unsere heutige Sicht auf die Entwicklung des...

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Menschen legt dar, dass der Mensch durchaus ein soziales Wesen ist. Einen Naturzustand wie Hobbes ihn beschreibt, in dem der Mensch als Einzelgänger mit jedem anderen Menschen in Feindschaft lebte, hat es folglich nie gegeben. Die Ausbildung konfliktzugeneigter Eigenschaften wie Machtgier und Ruhmsucht sind demnach Folgen von Sozialisierungsprozessen. Jedoch kann auch die Idee des Leviathanen kritisiert werden. Hier lässt sich der Konflikt zwischen dem absolutistischen Herrschaftskonzept und dem Streben nach allgemeinem Frieden und Sicherheit benennen. Bei Hobbes entstehen diese nämlich durch die Unterwerfung des Individualwillen gegenüber dem Willen des Souveräns. Das mag bei einem friedenstreuen Souverän zwar funktionieren, findet man sich jedoch unter einem willkürlichen Souverän wieder, ist man durch ungeschützte Rechte der Willkür dieses Souveräns ausgesetzt. Der Souverän ist trotz Gesellschaftsvertrag weitestgehend frei von Bindungen und letztendlich nicht zu einer Einhaltung verpflichtet. Für die individuelle Freiheit muss die staatliche Macht durch Rechtsnormen, wie zum Beispiel Grundgesetze eingeschränkt werden können. Für den Leviathan als Ganzes bedeutet dies, dass er seine Politik weder Reflektieren noch verändern oder verbessern kann. Philosophie Q1 ZAN GK Asli Aydin 25. September 2021 Er würde sich lediglich durch eine komplette Revolution verändern oder vernichten lassen, und diese würde vermutlich wieder zum Naturzustand zurückführen. Dies zeigt, dass der Leviathan kein stabiles Staatsgerüst bildet, da er bei zu viel Stabilität nicht mehr dem Grundgedanken des Leviathans entspricht und bei zu wenig Stabilität zu zerbrechen droht. Zum Schluss lässt sich auch eine Kritik am Gesellschaftsvertrag äußern, auf welchem der Leviathan basiert. Wenn man sich die Entstehung von Staaten genauer anschaut, wird man feststellen, dass ein entstandener Staat immer lange vor dem Bewusstsein der Bürger über die Existenz jenen Staates entstanden ist. Folglich ist ein Gesellschaftsvertrag unnötig, da der Staat bereits ohnehin als Resultat unter unbewusster Institutionsbildung entsteht. Einen bewusst geschlossenen Gesellschaftsvertrag hat es so nie gegeben und wird es vermutlich auch niemals geben. Tatsächlich handelt es sich in den meisten fällen eher um Ausbeutung der Individuen in einem geografischen Bereich, egal ob diese nun damit einverstanden sind oder nicht. Kein Volk hatte jemals die Macht, einstimmig und eigenständig einen absolutistischen uneigenwilligen Herrscher auszuwählen. Wenn man nun bedenkt, dass die eigentliche Macht unter diesem einem Herrscher beim Volk bleiben soll, merkt man, dass ein solcher Gesellschaftsvertrag wohl eher einer Idealvorstellung entspricht und vermutlich kaum realisierbar sei. Des Weiteren lässt sich auch der Aspekt des Friedens kritisieren, nach welchem sich alles richten soll, und für welchen der Leviathan unumgänglich sorgen soll. Das bedeutet auch, dass jegliche Friedensgefahr eliminiert werden muss. Doch was genau gefährdet nun den Frieden und was nicht? Wären Freiheiten, wie die freie Meinungsäußerung, die Pressefreiheit oder die Versammlungsfreiheit auch schon genügend Gefahr für den Frieden, sodass sie verboten werden müssen? Letztendlich ist nicht festgelegt wie viel Eigenfreiheit die Bürger nun tatsächlich bereit sind zu opfern, denn der Vertrag verlangt eigentlich bedingungslose Sicherung des Friedens, was im schlimmsten Szenario den absoluten Verlust der Freiheit des Individuums bedeuten würde. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Leviathan als erste Herangehensweise an eine nicht anarchistische und geordnete Staatsweise sicherlich plausibel für die Zeitgenossen schien, doch nach heutigen Maßstäben wohl kaum noch erstrebenswert ist. Der Frieden hat auch heute noch eine große Bedeutung, doch er ist längst nicht die einzige Forderung der heutigen menschlichen Individuen an einen Staat.

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Menschen legt dar, dass der Mensch durchaus ein soziales Wesen ist. Einen Naturzustand wie Hobbes ihn beschreibt, in dem der Mensch als Einzelgänger mit jedem anderen Menschen in Feindschaft lebte, hat es folglich nie gegeben. Die Ausbildung konfliktzugeneigter Eigenschaften wie Machtgier und Ruhmsucht sind demnach Folgen von Sozialisierungsprozessen. Jedoch kann auch die Idee des Leviathanen kritisiert werden. Hier lässt sich der Konflikt zwischen dem absolutistischen Herrschaftskonzept und dem Streben nach allgemeinem Frieden und Sicherheit benennen. Bei Hobbes entstehen diese nämlich durch die Unterwerfung des Individualwillen gegenüber dem Willen des Souveräns. Das mag bei einem friedenstreuen Souverän zwar funktionieren, findet man sich jedoch unter einem willkürlichen Souverän wieder, ist man durch ungeschützte Rechte der Willkür dieses Souveräns ausgesetzt. Der Souverän ist trotz Gesellschaftsvertrag weitestgehend frei von Bindungen und letztendlich nicht zu einer Einhaltung verpflichtet. Für die individuelle Freiheit muss die staatliche Macht durch Rechtsnormen, wie zum Beispiel Grundgesetze eingeschränkt werden können. Für den Leviathan als Ganzes bedeutet dies, dass er seine Politik weder Reflektieren noch verändern oder verbessern kann. Philosophie Q1 ZAN GK Asli Aydin 25. September 2021 Er würde sich lediglich durch eine komplette Revolution verändern oder vernichten lassen, und diese würde vermutlich wieder zum Naturzustand zurückführen. Dies zeigt, dass der Leviathan kein stabiles Staatsgerüst bildet, da er bei zu viel Stabilität nicht mehr dem Grundgedanken des Leviathans entspricht und bei zu wenig Stabilität zu zerbrechen droht. Zum Schluss lässt sich auch eine Kritik am Gesellschaftsvertrag äußern, auf welchem der Leviathan basiert. Wenn man sich die Entstehung von Staaten genauer anschaut, wird man feststellen, dass ein entstandener Staat immer lange vor dem Bewusstsein der Bürger über die Existenz jenen Staates entstanden ist. Folglich ist ein Gesellschaftsvertrag unnötig, da der Staat bereits ohnehin als Resultat unter unbewusster Institutionsbildung entsteht. Einen bewusst geschlossenen Gesellschaftsvertrag hat es so nie gegeben und wird es vermutlich auch niemals geben. Tatsächlich handelt es sich in den meisten fällen eher um Ausbeutung der Individuen in einem geografischen Bereich, egal ob diese nun damit einverstanden sind oder nicht. Kein Volk hatte jemals die Macht, einstimmig und eigenständig einen absolutistischen uneigenwilligen Herrscher auszuwählen. Wenn man nun bedenkt, dass die eigentliche Macht unter diesem einem Herrscher beim Volk bleiben soll, merkt man, dass ein solcher Gesellschaftsvertrag wohl eher einer Idealvorstellung entspricht und vermutlich kaum realisierbar sei. Des Weiteren lässt sich auch der Aspekt des Friedens kritisieren, nach welchem sich alles richten soll, und für welchen der Leviathan unumgänglich sorgen soll. Das bedeutet auch, dass jegliche Friedensgefahr eliminiert werden muss. Doch was genau gefährdet nun den Frieden und was nicht? Wären Freiheiten, wie die freie Meinungsäußerung, die Pressefreiheit oder die Versammlungsfreiheit auch schon genügend Gefahr für den Frieden, sodass sie verboten werden müssen? Letztendlich ist nicht festgelegt wie viel Eigenfreiheit die Bürger nun tatsächlich bereit sind zu opfern, denn der Vertrag verlangt eigentlich bedingungslose Sicherung des Friedens, was im schlimmsten Szenario den absoluten Verlust der Freiheit des Individuums bedeuten würde. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Leviathan als erste Herangehensweise an eine nicht anarchistische und geordnete Staatsweise sicherlich plausibel für die Zeitgenossen schien, doch nach heutigen Maßstäben wohl kaum noch erstrebenswert ist. Der Frieden hat auch heute noch eine große Bedeutung, doch er ist längst nicht die einzige Forderung der heutigen menschlichen Individuen an einen Staat.