Wie hängen Bestandsaufnahme, Vermögensliste und die finale Übersicht eines Unternehmens...
Inventur, Inventar und Bilanz einfach erklärt — Unterschiede, Arten und Beispiele





Inventur & Inventar
Inventur: Die Bestandsaufnahme
Die Inventur ist das tatsächliche Zählen und Erfassen aller Vermögenswerte und Schulden.
- Körperliche Inventur: Erfassung durch Zählen, Wiegen oder Messen von Sachanlagen.
- Permanente Inventur: Laufende Erfassung im System plus mindestens eine körperliche Prüfung pro Jahr.
- Stichtagsinventur: Durchführung genau am Bilanzstichtag (meist 31.12.).
Inventar: Das Verzeichnis
Das Inventar ist das detaillierte, in Staffelform tabellarisch dargestellte Ergebnis der Inventur.
- Aufbau: Vermögen minus Schulden ergibt das Eigenkapital (Reinvermögen).
- Aufbewahrung: Das Dokument muss gesetzlich 10 Jahre lang aufbewahrt werden.
💡 Tipp: Der Unterschied zwischen Inventur und Inventar ist einfach erklärt: Inventur ist die Tätigkeit (das Zählen), das Inventar ist das fertige Papier (die Liste).

Bilanz & Wertveränderungen
Bilanz Aufbau
Die Bilanz ist eine Kurzfassung des Inventars in Kontoform mit zwei Seiten.
- Aktiva (Links): Zeigt das Vermögen und die Mittelverwendung (z. B. Kasse, Forderungen).
- Passiva (Rechts): Zeigt das Eigenkapital sowie Schulden (Fremdkapital) und die Mittelherkunft.
- Gleichung: Die Summe der Aktiva entspricht immer exakt der Summe der Passiva.
Die 4 Buchungsfälle
Geschäftsvorfälle verändern die Bilanzwerte auf unterschiedliche Weise.
- Aktivtausch: Eine Aktivposition steigt, eine andere sinkt. Bilanzsumme bleibt gleich.
- Aktiv-Passiv-Mehrung: Sowohl eine Aktiv- als auch eine Passivposition steigen. Bilanzsumme wächst.
Beispiel: Kunde zahlt € bar auf sein Girokonto ein.
- Buchung: Kasse (+ Aktiva) an Sichtguthaben (+ Passiva)
- Effekt: Aktiv-Passiv-Mehrung um €.
💡 Tipp: Merk dir für die 3 Unterschiede zwischen Inventar und Bilanz: Die Bilanz ist kürzer (nur Gruppen), steht in Kontoform und braucht im Gegensatz zum Inventar zwingend eine Unterschrift.

Buchungstechnik & Konten
Grundbuch und Hauptbuch
Jeder Geschäftsvorfall wird nach dem Prinzip „Keine Buchung ohne Beleg“ zweifach erfasst.
- Grundbuch: Chronologisches Journal, das Buchungssätze zeitlich sortiert auflistet.
- Hauptbuch: Sachlich geordnete Konten, aufgeteilt in Soll (links) und Haben (rechts).
- Regel: Gebucht wird immer im Schema Soll an Haben.
Eröffnungs- und Schlussbilanz (EBK & SBK)
Hilfskonten übertragen die Bestände aus der Bilanz auf die Konten und zurück.
- EBK (Spiegelbild): Aktivkonten im Soll an EBK im Haben; EBK im Soll an Passivkonten im Haben.
- SBK (Ebenbild): SBK an Aktivkonten; Passivkonten an SBK.
Beispiel: Eröffnung eines Kassenbestands von €.
- Buchungssatz: Kasse an EBK €
💡 Tipp: Das EBK ist spiegelverkehrt zur Bilanz aufgebaut, das SBK ist das exakte Ebenbild der Bilanz.

Erfolgskonten & Geschäftsfälle
Erfolgswirksam vs. Erfolgsneutral
Geschäftsfälle verändern das Eigenkapital entweder direkt oder lassen es unberührt.
- Erfolgsneutral: Betrifft nur Aktiv- oder Passivkonten. Das Eigenkapital bleibt unverändert.
- Erfolgswirksam: Verändert das Eigenkapital durch Aufwendungen (Minderung) oder Erträge (Mehrung).
Das GuV-Konto
Erfolgskonten haben keine Anfangsbestände und werden über das Gewinn- und Verlustkonto (GuV) abgeschlossen.
- Aufwendungen: Mindern den Erfolg (z. B. Zinsaufwand, Mietzahlungen), stehen im GuV links (Soll).
- Erträge: Erhöhen den Erfolg (z. B. Provisionserträge, Zinserträge), stehen im GuV rechts (Haben).
- Abschluss: Der Saldo des GuV-Kontos wird direkt auf das Eigenkapitalkonto übertragen.
💡 Tipp: Aufwandskonten werden im Soll gebucht (Minderung EK), Ertragskonten immer im Haben (Mehrung EK).
Wir dachten schon, du fragst nie...
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