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Der Tod des Marat

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Bildbeschreibung, Bildanalyse und Bildinterpretation von Der Tod des Marat (1793) von Jaques-Louis David.

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Bildbeschreibung, Bildanalyse und -interpretation Hintergrundinfo zum Bild Eine der berühmtesten Darstel- lungen von Ereignissen der fran- zösischen Revolution ist das Ge- mälde "Der Tod des Marat" (1793) von Jacques-Louis David. Es zeigt die Leiche des soeben er- mordeten Jean-Paul Marat, Arzt, Mitglied des Nationalkonvents und Journalist der radikalen Zeitung L' Ami du peuple (Freund des Vol- kes) sowie Mitglied der Jakobiner. Marat wurde, während er in seiner "schäbigen" Wohnung in der Ba- dewanne Texte verfasste, von der republikanisch gesinnten Adeli- gen, einer Anhängerin der Giron- disten, Charlotte Corday, ersto- chen. Marat war auf Grund einer Hauter- krankung in den letzten drei Jah- ren seines Lebens auf kühle Bäder zur Linderung der Symptome an- gewiesen, wo er auch den größten Teil seiner Post erledigte. Der Maler Jacques-Louis David war ein enger Freund Marats und Unterstützer von Ro- bespierre und den Jakobinern. Er war entschlossen, Marats Andenken zu bewahren. So bezahlte er nicht nur das grandiose Begräbnis, sondern malte auch das Bild innerhalb von nur vier Monaten. Er schenkte es der Nationalversammlung. Trotz stehungsperiode wird es als bestes Werk Davids angesehen. Oft verglichen mit Michelangelos Pietà - man be- achte die herabhängenden Arme - ist die Ähnlich- keit wahrscheinlich nicht zufällig. Die Darstellung des Revolutionärs in der Pose und Lichtgebung eines christlichen Märtyrers übertrug die Bildsprache der Monarchie und des katholischen Glaubens auf die der kurzen Ent- neue französische Republik. David hatte Marat am Tag vor dessen Ermordung zuletzt besucht, die...

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Bildbeschreibung, Bildanalyse und -interpretation Hintergrundinfo zum Bild Eine der berühmtesten Darstel- lungen von Ereignissen der fran- zösischen Revolution ist das Ge- mälde "Der Tod des Marat" (1793) von Jacques-Louis David. Es zeigt die Leiche des soeben er- mordeten Jean-Paul Marat, Arzt, Mitglied des Nationalkonvents und Journalist der radikalen Zeitung L' Ami du peuple (Freund des Vol- kes) sowie Mitglied der Jakobiner. Marat wurde, während er in seiner "schäbigen" Wohnung in der Ba- dewanne Texte verfasste, von der republikanisch gesinnten Adeli- gen, einer Anhängerin der Giron- disten, Charlotte Corday, ersto- chen. Marat war auf Grund einer Hauter- krankung in den letzten drei Jah- ren seines Lebens auf kühle Bäder zur Linderung der Symptome an- gewiesen, wo er auch den größten Teil seiner Post erledigte. Der Maler Jacques-Louis David war ein enger Freund Marats und Unterstützer von Ro- bespierre und den Jakobinern. Er war entschlossen, Marats Andenken zu bewahren. So bezahlte er nicht nur das grandiose Begräbnis, sondern malte auch das Bild innerhalb von nur vier Monaten. Er schenkte es der Nationalversammlung. Trotz stehungsperiode wird es als bestes Werk Davids angesehen. Oft verglichen mit Michelangelos Pietà - man be- achte die herabhängenden Arme - ist die Ähnlich- keit wahrscheinlich nicht zufällig. Die Darstellung des Revolutionärs in der Pose und Lichtgebung eines christlichen Märtyrers übertrug die Bildsprache der Monarchie und des katholischen Glaubens auf die der kurzen Ent- neue französische Republik. David hatte Marat am Tag vor dessen Ermordung zuletzt besucht, die...

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Details um den Leichnam wie das Leintuch, den grünen Teppich und die Kiste hatte er selbst gesehen. Auf dem Zettel in Marats linker Hand steht der Name seiner Mörderin Corday. Die erwähnte Hauterkrankung Marats jedoch hat David nicht dargestellt, stattdessen ist der Körper Marats in milchiges Licht getaucht. avotre bienveillance pour avoir Droit bien A MARAT DAVID il suffit que je sois malheureur Corday au citoyen marat. SUL Marie anne Charlotte du 13. juillet, 1793 Detail: Zettel in Marats linker Hand 1. Allgemeines zum Bild Jaques-Louis David "Der Tod des Marat" 1793 Klassizismus 162x128 cm - Historienmalerei (Porträtmalerei) Öl auf Leinwand 2. Bildbeschreibung Man sieht einen Mann in der Badewanne, der tot/schwer verwundet ist Sein rechter Arm hängt aus der Wanne und zeigt nach unten - Der Kopf ist leicht geneigt In seiner linken Hand hält er ein Schriftstück, in der anderen eine Schreibfeder Am unteren linken Bildrand befindet sich ein blutiges Messer Vor der Wanne steht ein Holzkasten, worauf zu lesen ist "A Marat David" Auf dem Kasten befindet sich ein Tintenfass und Papierstücke Das Bild ist in der Länge geteilt: Der obere Teil ist sehr düster/dunkel, während der untere Teil von dem Mann in der Wanne eingenommen wird Als einziges Element vor der Wanne steht die Holzkiste 3. Bildanalyse Die Längsachse verläuft ziemlich genau durch die Schreibfeder Die Querachse verläuft in etwa durch den Kopf Der Schnittpunkt der beiden Achsen liegt in der Nähe des Papiers, das der Mann in seiner Hand hält - Die Lichtquelle scheint links, leicht vor der Wanne zu sein, wie der Schattenwurf zeigt Mitten im "Scheinwerferlicht" liegen das Gesicht, die Kiste sowie das Schreiben → Diese müssen dem Maler wichtig gewesen sein - Der Hintergrund ist grün gehalten 4. Bildinterpretation Das Bild zeigt den extremen Jakobiner Marat, der von einer jungen Frau ermordet worden ist Die Kiste symbolisiert einen Grabstein, was sich aus der Widmung und der Darstellung entnehmen lässt - Für den Künstler ist Marat ein Held, ein Märtyrer der Revolution (ein Vergleich mit mittelalterlichen Bildern zeigt nämlich eine Ähnlichkeit zu Jesusdarstellungen) Marat war als brillanter Redner und Autor bekannt, was der Künstler dadurch betonen, dass er seinen Kopf ("ein helles Köpfchen") und die Schreibfeder ins Licht rückt Auch die grüne Farbe ist nicht ganz zufällig gewählt: sie symbolisiert nämlich "frater- nité" ("Brüderlichkeit"), eines der Schlagworte der Revolution der Jakobiner Gleichzeitig geht es offensichtlich darum, die Mörderin anzuprangern, indem er das Besucherschreiben und die Mordwaffe abbildet. Kurz: > Marat wird mit Jesus gleichgesetzt → Marat wird zum Propheten und Märtyrer > Wort und Schrift als zentrales Element > ärmlicher Marat als Personifizierung der Bescheidenheit als republikanisches Ideal