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Hilfestellungen zum Vorgehen einer Werkanalyse

19.1.2022

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Skulptur
Von lat. ,,sculpere":
herausschneiden
Subtraktiv:
Die Form wird durch Abtragen
von Material herausgearbeitet:
subtraktives Verfahre
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Die Form wird durch Abtragen
von Material herausgearbeitet:
subtraktives Verfahre

Skulptur Von lat. ,,sculpere": herausschneiden Subtraktiv: Die Form wird durch Abtragen von Material herausgearbeitet: subtraktives Verfahren Holz, Marmor, Sandstein, Speckstein,... Naturalistisch/gegenständlich Fachbegriffe dreidimensionaler Kunst wirklichkeitsnah, naturgetreu Plastik Von griechisch ,,plastein": formen, gestalten Sockel Schutz, Überhöhung, Wertsteigerung, Isolation, Bedeutsamkeit, Überlegenheit, Exponiertheit, Künstlichkeit, Herausstellung Gattung Additiv: Die Form wird durch Antragen von Material aufgebaut: additives Verfahren Ton/Keramik, Wachs, Gips, Bronzeguss, Eisenguss, Papiermaché, ... Statue/Standbild Skulptur oder Plastik, die eine Person, eine göttliche Figur oder ein Tier darstellt. Die Bezeichnung Statue wird gewöhnlich für Darstellungen in (ungefähr) natürlicher Größe und bezeichnet für überlebensgroße Figuren verwendet. X Ansichtigkeit: Allansichtigkeit → Schauseite Bei den Figuren kann man zwar alle Seiten betrachten, aber meist ist nur eine Ansicht der Träger der Hauptaussage. Die Einbeziehung aller Ansichten, also ein Zusammenfassen aller Eindrücke und Aussagen, erfordert eine allansichtige Plastik. Man muss also diese Plastik umschreiten. Je nach Blickwinkel des Betrachters ändern sich die Silhouette und die Erfahrbarkeit der E elformen. Thema/Motiv Objekt Begriff für Werke der modernen Kunst, die aus verschiedenen Materialien, auch vorgefundene oder vorgefertigte Teile, komponiert/montiert werden Metalle, Holz, Textil, Sand, Gips, Schrott, Medien, Licht, Fotografie, Kunststoffe,... Statuette Deutlich kleinere Figuren werden als Statuette oder Figurine Darstellungsweise Plinthe Flache Bodenplatte (meist aus demselben Material wie das Werk) Nässeschutz, Abgrenzung zur Umgebung abstrahiert In der Bildenden Kunst bezeichnet abstrahiert die mehr oder weniger ausgeprägte stilistische Reduzierung der dargestellten Dinge auf wesentliche oder bestimmte Aspekte XKörper-Raum-Beziehung Installation Künstlerische Umgestaltung eines Raumes oder Montage verschiedener Objekte und Materialien zu einem raumbezogenen Ensemble, verschiedene Medien (Akustik, Geruch, Video, ...). Manchmal wird der Begriff Installation" auch verwendet, wenn Skulpturen/Objekte/ Plastiken im Außenraum aufgestellt sind. Figurengruppe Arrangement aus mehreren Figuren zu einem Ensemble Bodenplastik Das Werk befindet sich auf gleicher Ebene wie der Betrachter (Gleichwertigkeit, Ebenbürtigkeit, demokratisch) Monumentalstatue Sehr große Statuen werden als Monumentalstatue oder Kolossalstatue bezeichnet. abstrakt Ein Kunstwerk ist...

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Alternativer Bildtext:

abstrakt durch die völlige Abwesenheit eines konkreten Gegenstandsbezuges Installation ein meist raumgreifendes, ortsgebundenes und oft auch orts- oder situationsbezogenes dreidimensionales Kunstwerk; im Innen- und Außenraum Attribute: ist in der bildenden Kunst die charakteristische Beigabe einer Figur, anhand derer sie erkannt werden kann (der biblische David ist an seiner Steinschleuder zu erkennen) Proportionen: Künstler haben zu allen Zeiten entsprechend ihrer Gestaltungsabsichten versucht, Ausgewogenheit und Schönheit zu definieren. Ein solches Prinzip ist die Proportion (lat. proportio= Verhältnis), d.h. sie stellt das Verhältnis eines Teiles zum Ganzen dar. Goldener Schnitt: Die bekannteste Proportionsregel wird goldener Schnitt genannt. Sie fand bereits in Kunstwerken und der Architektur der Antike Anwendung und lässt sich nicht mit rationalen Zahlen ausdrücken, sondern nur durch Konstruktion erreichen. Der goldene Schnitt ist die Teilung einer Strecke in der Weise, dass sich der kleinere Abschnitt (lat. minor = kleiner, geringer) zum größeren Abschnitt (lat. maior = größer) verhält, wie der größere Abschnitt zur gesamten Strecke. In der Antike herrschte die Auffassung, dass der menschliche Körper und seine Teile eine gewisse symmetrische Harmonie, die sich auch mathematisch beschreiben ließe, besitzen müsse, um vollkommen zu sein. Sein goldener Punkt sei der Nabel, der darüber liegende Teil sollte dem Minor und der darunter liegende dem Major der Körpergröße entsprechen. monumental: in großen Dimensionen gehalten und daher beeindruckend; ins Gewaltige, Übermächtige gesteigert konvex: nach außen gewölbt Merksatz: Trink dein Bier auf Ex dann wird dein Bauch konvex konkav: nach innen gewölbt plan: flach, gerade, eben statisch (ruhig) → dynamisch (bewegt) raumgreifend (in den Raum hineinragend) raumoffen (Durchbrüche, Zwischenräume) Nachahmung von Stofflichkeit: z.B. Textilien, Haare, Haut Fassung: Überarbeitung der Oberfläche mit einem anderen Material z.B. Metall oder Farbe Bearbeitungsspuren/Faktur: Werkspuren, z.B. vom Meißel, oder Fingerabdrücke Brechung des Lichtes auf unruhigen Oberflächen: Lebendiges Licht-Schatten-Spiel Absorption des Lichtes auf stumpfen oder dunklen Oberflächen Reflexion des Lichtes auf spiegelnden oder glatten Oberflächen Transparenz bei durchscheinenden Materialien Kontrapost: Der Kontrapost (von ital. contrapposto ,,Gegensatz, -stück") ist ein Gestaltungsmittel in der Bildhauerei. Er bezeichnet das Nebeneinander von Stand- und Spielbein einer menschlichen Figur zum Ausgleich der Gewichtsverhältnisse. Das Becken tritt dabei aus der senkrechten Körperachse. Der durch die hieraus resultierende Gewichtsverlagerung einsetzende Hüftschwung mit der Schieflage des Beckens in der Balance ist ebenfalls symptomatisch für das Spiel mit Gegensätzen wie Ruhe -Bewegung, Spannung - Entspannung, Hebung - Senkung, die letzten Endes zu einem homogenen Ausgleich führen. Ponderation: (lat. pondere = lasten, wiegen), Ponderation meint den Ausgleich der Gewichtsverhältnisse des Körpers. Eine Optimale Ponderation hat ein Körper beim aufrechten symmetrischen Stehen → Er braucht wenig Muskelkraft, um sich aufrecht zu halten. Sobald die Körperteile nicht mehr vertikal übereinander stehen, muss die Muskulatur den Körper stabilisieren. Es kommt zu einer Verschiebung der Körperhälften →Kompensatorischer Gegensatz (z. B. ,Kontrapost"). Erster Eindruck Werkdaten Gattung Thema/Motiv Elemente Darstellungsweise Ansichtigkeit Nonverbale Analyse →zeichnerische Analyse auf der Abbildung Aufbau/ Komposition Körper-Raum- Beziehung Plastische Form Material und Oberfläche Werkimmanente Interpretation Werkbetrachtungsschema Plastik (Dreidimensionale Kunst) Einleitung Wie wirkt das Werk auf mich? Welche Assoziationen oder Gefühle löst es in mir aus?. Künstler, Titel, Technik/Material, Entstehungsjahr, Größe, Aufbewahrungsort Skulptur, Plastik, Objekt, Installation Was ist auf den ersten Blick zu sehen? Standbild/Statue, Statuette, Figurengruppe Beschreibung WAS? (anschaulich (Adjektive) und übersichtlich (Reihenfolge)) Welche Gegenstände/Personen sind dargestellt? Wie ist ihre Haltung, Mimik, Gestik, Kleidung, welches Alter? Vollzieht sich eine Handlung? Woran erkennt man die dargestellten Personen? z.B. Attribute Beschreibung verschiedener Ansichten (falls vorhanden) Naturalistisch/gegenständlich abstrahiert → abstrakt Schauseite Allansichtigkeit Analyse WIE? (Gestaltungsmittel und deren Wirkung benennen) Richtungen, Körperachsen und Ausrichtung, Bewegungslinien, Blickrichtungen, Symmetrien → Asymmetrien, Statik/Balance Dynamik, Ponderation (Aufbau/Komposition) - Umrisslinie, Durchbrüche, Verhältnis zum Raum (Körper-Raum-Beziehung) - Binnenformen, Faltenwürfe oder Rhythmisierungen, Schraffieren von Volumen, Übergänge, Kontraste, Proportionen ausmessen (plastische Form) -Ordnungsprinzipien: Komplexität → Einfachheit, Symmetrien → Asymmetrien, Statik/Balance → Dynamik, Kontraste oder Harmonien -Ausrichtung/Bewegung: vertikal/horizontal/diagonal, Bewegungsrichtungen, Blickrichtungen, Statik/Dynamik, Ponderation, Kontrapost (Standbein/Spielbein) -Aufstellung/Präsentation: Sockel, Plinthe, Bodenplatte, Bodenplastik, Installation, Betrachterstandpunkt, im Außenraum - Wie fügt sich das Werk in den umgebenden Raum: raumgreifend blockhaft, raumoffen → geschlossen, Durchbrüche, Hohlräume, Umrisslinie - Größenbeziehung: verkleinert, lebensgroß, überlebensgroß, monumental Gestaltung der Gesamtform - Gestaltung der Einzelformen -Übergänge, Formverbindungen, Formkontraste - Proportionen: natürlich, verzerrt, verändert, gleichmäßig, unnatürlich, übertrieben, individuell, ideal,... - Materialeigenschaften: Härte, Struktur, Dichte, Wert, Verwitterbarkeit, ... -Oberflächenbeschaffenheit und Oberflächengestaltung: Struktur des Materials, Bearbeitungsspuren (Faktur), Nachahmung von Stofflichkeit, ... Farbe des Materials -farbige Fassung -Lichtwirkung auf dem Material: Brechung, Absorption, Reflexion, Transparenz, sanfte Verläufe, starke Schattenpartien, ... Interpretation WARUM? (die Aussagen müssen am Werk belegt werden) Warum präsentiert der/die Künstler*in das Thema/Motiv auf diese Weise? Epochengeschichtliche Einordnung + Deutung was Ausgedrückt wird Biografische Deutung Was an diesem Werk ist typisch für seine Entstehungszeit? Was an diesem Werk ist typisch für den/die Künstler*in? Wie beeinflussen die Lebensumstände des/der Künstler*in das Werk? Schluss: Zusammenfassung, Fazit, abschließende Stellungnahme, Gegenwartsbezug, ... Perioden Griechischer Kunst Archaik 700-500 v. Chr. Klassik ca. 470- ca. 320 v. Chr. Hellenismus 325 - ca. 30 v. Chr. Historischer Kontext: Zeit starker Epenrezeption, Herausbildung der Polisstruktur (noch keine Demokratie), viele Kriege unter den Poleis Stilelemente: monumentale Figuren, oft gruppiert, bspw. Kouroi (nackte Jünglinge), Koren (bekleidete Frauen) Körperlichkeit; plastische, ausgewölbte Darstellungsweise überwiegt die flächige Starre Frontalität, blockhafte Körper Schematisches Haar, vereinfachte Muskulatur Vereinfachte Gesichtszüge: Anonymität Typisch: ,,archaisches Lächeln", mandelförmige Augen Themen aus Epen (Homer etc.), Übergangszeit zu Klassik: Strenger Stil Historischer Kontext: Einführung Demokratie Zeit der Philosophie/Wissenschaft, tw. Abwendung von Götterglaube, Fokus: Vernunftsbegabung d. Menschen (andere Auffassung vom Menschen, Seelenzustand erfahrbar) Peloponnesischer Krieg sog. Hochklassik: 20 Jahre extreme viel Kunstschaffung). Kunst Vorbildlich Stilelemente: Klare Unterscheidung zwischen Stand- und Spielbein, → Ponderation (leichte Hebung der Hüfte auf Standbeinseite, später auch Schulter, S- förmige ) eine Körperseite trägt nach vorn drängende Aktion, andere Seite zurückgenommen vermehrt Einsatz v. Bronze (heute als römische Kopien vorhanden), meist Standmotiv Symmetrie (,,gutes Maßverhältnis") wird wichtig Einsatz von Regeln, Streben nach Ausgleich zw. bspw. Bewegung/Gegenbewegung; Aktion/Reaktion hochklassische Form: chiastisch (=kreuzweise) aufgebauter, durchponderierter Kontrapost: Der Mensch im Gleichgewicht, unabhängig von ruhigem Stand oder bewegter Aktion. → Polyklet: Vollendung von harmonischem Ausgleich von Gegensätzen: Tragen/Lasten, Bewegung/Gegenbewegung, Heben/Senken, Anspannung/Entspannung Ab 430 v. Chr. Reicher Stil: Manierismus, viel Dekor, spielerische Bewegtheit, bspw. Nike Historischer Kontext: Ab Alexander d. Große - Griechische Welt nun ausgedehnt nach Asien u. Nordafrika, intensive Auseinandersetzung mit dem Orient und den Barbaren, Herrschaftsform: Monarchie ,,Hellenen" = Eigenbezeichnung der Griechen Ende dieser Epoche = Schlacht bei Actium - Griechische Welt wird Teil des römischen Reiches. Bau großer Residenzstädte, bspw. Pergamon Stilelemente: Kunst dient herrscherlicher Selbstdarstellung verstärktes Streben nach Realismus: nun auch Portraitdarstellungen Naturbeobachtung, inkl. Darstellung unterer Schichten tw. grotesk Expressionistische (ausdrucksstarke) Stilelemente, s. Laokon. Pathetische Motive, Darstellung von Seelenzustand mit starker Emotion Ausgreifen der Figuren in den Raum Einbettung der Figuren in narrativen (erzählerischen) oder szenischen Kontext, Vorbild: Theater Beispiele: Pergamonaltar, Venus von Milo (Aphrodite von Melos), Sterbender Gallier Kleobis und Biton Polyklet: Doryphoros Phidias: Athena Lemnia Pergamonaltar Venus von Milo