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Inhaltsverzeichnis - Schwerpunktthemen - Leitfaden Bildanalyse - Entwicklung der Malerei - Künstlerwissen - Bildzitat - Appropriation Art - Fotografie - Plakate und Werbung - Architektur.
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Inhaltsverzeichnis Schwerpunktthemen Q1 Entwicklung der Malerei 1. Leitfaden Bildanalyse 2. Leitfaden Grafik 3. Überblick über die Kunstgeschichte 4. Künstlerwissen 5. Bildzitat 6. Appropriation Art Q2 Fotografie, Plakate und Werbung 1. Leitfaden Fotografie 2. Leitfaden Typografie 3. Leitfaden Plakate Kunst-LK 4. Arten der Fotografie 5. Künstler der Sozialdokumentarische Fotografie 6. Künstler der Dokumentarischen Fotografie 7. Künstler der Inszenierten Fotografie 8. Moralische und ethische Grenzen der Fotografie 9. Welche Faktoren bedingen ein gutes" Foto? 10. Inszeniert oder nicht? 11. Plakat und Werbung 12. KISS-Prinzip 13. AIDA-Prinzip Q3 Architektur 1. Leitfaden 2. Architektur: Was ist das? 3. Lexikon 4. Kategorien von Bautypen 5. Architektur visuell darstellen 6. Was macht eine gute Architekturskizze aus? 7. Die fünf wichtigsten Baumaterialien 8. Epochen 9. Architekten 1 SCHWERPUNKTTHEMEN Q1.1 Ausdrucksmöglichkeiten von Malerei und Zeichnung am Beispiel des Wandels von der gegenständlichen zur ungegenständlichen Kunst grundlegendes Niveau (Grundkurs und Leistungskurs) Bilderschließung - charakteristische Bildbeispiele von Künstlerinnen und Künstlern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, deren Werk die Grundlagen für die moderne Kunst bilden; Berücksichtigung des kunst- und kulturhistorischen Kontexts, insbesondere am Beispiel surrealistischer Kunst anhand von Werken René Magrittes und Frida Kahlos - Abkehr vom Bild als illusionistisches Abbild - Eigendynamik von Form und Farbe - Kultivierung der Skizze und der fragmentarischen Gestaltung erhöhtes Niveau (Leistungskurs) Bilderschließung - Rolle von Farb- und Gestaltungstheorien [...], insbesondere am Beispiel abstrakter Kunst Wassily Kandinskys - Abkehr von der illusionistischen Darstellungsweise - weltanschaulicher Hintergrund (z. B. Turner, Mondrian) Q1.5 Zitat als künstlerische Strategie grundlegendes Niveau (Grundkurs und Leistungskurs) Bilderschließung - anhand einer Kategorie des Zitierens ([...] Motivzitat...

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Alternativer Bildtext:

[...]) - Berücksichtigung des kunst- und kulturhistorischen Kontexts - Deutung der Art und Weise der Umgestaltung eines Vorbildes (z. B. Hommage, Paraphrasierung, Parodie) Bildgestaltung - Umgestaltung eines Vorbildes, Entwickeln eigener Bildideen zu einem Bildthema (z. B. Transponieren in ein Medium anderer Art, Aktualisierung eines Zitats) 2 - Verwendung von Ausdrucksmitteln der klassischen Bildkünste erhöhtes Niveau (Leistungskurs) Bilderschließung - Appropriation Art (die Kopie als Zitat) in Abgrenzung zu Kopie, Replik, Plagiat, Fälschung - unterschiedliche Kategorien des Zitierens, insbesondere Stilzitat Q2.1 Ausdrucksmöglichkeiten von Fotografie - Hinterfragung der Wirklichkeit grundlegendes Niveau (Grundkurs und Leistungskurs) Bilderschließung - charakteristische Bildbeispiele unter Berücksichtigung des kunst- und kulturhistorischen Kontexts - dokumentarische Fotografie (z. B. Cartier-Bresson, Klemm, Goldin) - inszenierte Fotografie (z. B. Avedon, Wall, Leibovitz) - grundlegende Ausdrucksmittel der Fotografie (Komposition, Bildausschnitt, Blickwinkel, Schärfe, Ausleuchtung/Licht) erhöhtes Niveau (Leistungskurs) Bildererschließung - Überprüfen und Beurteilen der Kategorisierung von Fotografien Q2.2 Nutzung fotografischer und gebrauchsgrafischer Ausdrucksmittel für die eigene gestalterische Darstellung grundlegendes Niveau (Grundkurs und Leistungskurs) Bildgestaltung - Erstellen einer inszenierten Fotografie und Einbindung in ein Layout ([...] Plakat, Fotoreportage [...]) Q2.5 Montage und Collage als künstlerische Strategie grundlegendes Niveau (Grundkurs und Leistungskurs) Bilderschließung - charakteristische Bildbeispiele ([...] klassische Formen von Montage und Collage [...], Umsetzungen in den Neuen Medien) unter Berücksichtigung des kultur- und kunsthistorischen Kontexts 3 - grundlegende Ausdrucksmittel der Montage und Collage (Verwendung von Versatzstücken (z. B. vorgefundenes Material aus Bildmedien), Überschneidung, Spiel mit Proportionen) - Erzeugung von Irritation Bildgestaltung - Entwickeln eigener Bildideen zu einem Bildthema (z. B. Medienwirklichkeit, experimenteller Umgang) - Verwendung grundlegender Ausdrucksmittel der Montage [...], insbesondere am Beispiel der digitalen oder analogen Fotomontage Q3.1 Ausdrucksmöglichkeiten von Architektur im Spannungsfeld von Weltverständnis und künstlerischem Anspruch grundlegendes Niveau (Grundkurs und Leistungskurs) Bilderschließung - charakteristische Bauten in [...] Moderne und Postmoderne anhand von Grund- und Aufrissen - Berücksichtigung ihrer praktischen, ästhetischen und symbolischen Funktion sowie des kunst- und kulturhistorischen Kontexts - Konzepte der Versinnbildlichung weltanschaulicher und künstlerischer Haltungen und Überzeugungen - grundlegende Merkmale der Baugestaltung - Baukörper (z. B. Wand, Dach, Öffnung und Durchdringung von Räumen) - Oberflächengestaltung (z. B. Innen- und Außenwandgestaltung, Dekor) - Erschließung (Zugangswege) erhöhtes Niveau (Leistungskurs) Bilderschließung - [...] - Konzepte der Versinnbildlichung weltanschaulicher und künstlerischer Haltungen und Überzeugungen, insbesondere an Profanbauten der Renaissance Q3.2 Nutzung von architektonischen Ausdrucksmitteln für die eigene gestalterische Darstellung 4 grundlegendes Niveau (Grundkurs und Leistungskurs) Bildgestaltung - entwickeln einer Bildlösung (z. B. Fassade, Innenraum; Berücksichtigung von Architektur- Beispielen) in Form von Grund- und Aufrisszeichnungen - Findung eigener plausibler, begründeter Ideen unter Berücksichtigung der ästhetischen, symbolischen und praktischen Funktion - Verwendung grundlegender Elemente der Baugestaltung (Baukörper, Oberflächengestaltung, Erschließung) - Nutzung künstlerischer Strategien (z. B. stilisieren, zitieren, verfremden) erhöhtes Niveau (Leistungskurs) Bildgestaltung - Erstellung einer aussagefähigen Entwurfsgrafik oder eines dreidimensionalen Modells Q3.5 Architektur und Raumgestaltung im Spannungsfeld von Kunst und Alltag grundlegendes Niveau (Grundkurs und Leistungskurs) Bilderschließung - anhand zweier charakteristischer Beispiele unterschiedlicher Ausprägungen des künstlerisch- skulpturalen Bauens (z. B. in Postmoderne, Dekonstruktivismus) oder raumgreifender Installationen im jeweiligen kulturellen Kontext, insbesondere anhand skulpturaler Architektur von Zaha Hadid - Brechung von und Spiel mit Konventionen - Infragestellung von ästhetischer, praktischer und symbolischer Funktion von Architektur (z. B. durch Konflikt, Provokation, Irritation) Bildgestaltung - Anknüpfung an die theoretische Arbeit [...] - Verwendung geeigneter Ausdrucksmittel der Architektur erhöhtes Niveau (Leistungskurs) Bilderschließung und Bildgestaltung - Aufbrechen von Gattungsgrenzen zwischen Architektur, Kunst und Design, insbesondere Entwickeln eigener skulpturaler Architekturphantasie - Kunst im öffentlichen Raum 5 Q1 ENTWICKLUNG DER MALEREI 1. Leitfaden zur Bildanalyse und Interpretation Leitfrage: Wer stellt was mit welchen Mitteln (wie) für wen mit welcher Absicht (warum) dar? 1) Beschreibung (Was...?) Kunst-LK ● Einleitungssatz mit den Werkdaten: Name des Künstlers/ Bildtitel/ Entstehungsjahr/ Technik und Maße/ Ort/ Gattung (z. B. Selbstporträt, Landschaftsbild, Vanitasstilleben, Andachtsbild...) Beschreibung des inhaltlichen Bestandes (Was ist dargestellt?): - Umschreibung der Gesamtszene/ des gesamten Werkes in 1-2 Sätzen zu Anfang - Beschreibung in einer fürs Werk logischen Ordnung (z. B. vom Vorder- zum Hintergrund, von rechts nach links, von ,,Eyecatcher" zu weniger dominanten Bildgegenständen, vom Mittelpunkt zu den Seiten, vom Großen zum Kleinen...) - Keine unwesentlichen und verwirrenden Details -Beziehungen der Bildgegenstände zueinander (z.B. Größenverhältnisse, räumliche Anordnung, Blickrichtungen, Gestik, Körperhaltung) - Beziehungen der Bildgegenstände zum Bildraum (z.B. Position im Bildraum, was liegt auf der Mittelsenkrechten/ Mittelwaagerechten, ungefährer Anteil des Bildgegenstandes am Bildraum) - Beziehungen der Bildgegenstände zum Betrachter (z. B. Blickrichtungen, Mimik) ● Interieur/ Exterieur ● Ganzfigurendarstellung ● Kopfdarstellung ● Erster Eindruck/ Wirkung: Wiedergabe von subjektiven Eindrücken, Assoziationen, der wahrgenommenen Stimmung (z.B. ,,Das Gemälde wirkt ... durch/aufgrund ..." 2) Analyse der formalen Gestaltung (Wie...?) Benennen, Belegen und Erläutern! Farbanalyse: - Primärfarben (Gelb, Blau, Rot), Sekundärfarben, Terziärfarben - warme/ kalte Farben und Nicht-Farben - Farbhelligkeit/ Farbreinheit: leuchtende/ eingetrübte oder aufgehellte Farben - Farbton: Farbbereich bzw. Farbrichtung, z.B. Rot als bunter, Braun als schwachbunter, Schwarz als unbunter Farbton - Farbkonzept: Valeuristisch (Tonwertige Malerei, eine von eher unbunten Grundtönen beherrschte Malerei), koloristisch (Eine Malerei, die auf einer buntfarbigen Farbwahl beruht und Farbe bzw. Farbkontraste als vorrangiges Gestaltungsmittel einsetzt), Grisaille (Beschränkt sich auf den Einsatz von Grautönen die meist fein moduliert sind), monochrom (Eine Farbe), chromatisch (leuchtende Primärfarben) - Funktion der Farbe: Darstellungswert der Farbe (Natur des Farbträgers sowie die Stofflichkeit werden wiedergegeben, z.B. Holz, Haar und Metall), Eigenwert der Farbe (ohne Rücksicht auf Farbträger verwendet), Symbolfarbe (Rot-Liebe), Lokal- oder Gegenstandsfarbe (unter neutralem Licht), Ausdrucksfarbe (drückt Gefühle und innere Zustände aus), Erscheinungsfarbe (durch Lichtverhältnisse beeinflusste Erscheinung eines Gegenstandes, z.B. Morgen- oder Abendrot) ● Farbkontraste: - Kontrastreiche/ kontrastarme Farbgestaltung - Komplementärkontrast (Zwei sich im Farbkreis gegenüberliegende Farben mit höchster Leuchtkraft, z.B. Blau-Orange, Rot-Grün, Lila-Gelb) - Hell-Dunkel-Kontrast (Farbhelligkeitskontrast) - Farb-an-sich-Kontrast (möglichst reinbunte Farben nebeneinander) - Qualitätskontrast (Farbintensität/ Buntheit) - Quantitätskontrast (Ungleichgewicht der Mengen bestimmter Farbtöne) - Warm-Kalt-Kontrast Malweise: - naturalistisch, realistisch, grob, skizzenhaft, vereinfacht, abstrahiert, abstrakt, detailgenau, idealisiert, illusionistisch - Pinselduktus und Herstellungsprozess (Pinselstriche, Umrisslinien) - Farbauftrag: lasierend (wenig Farbe, viel Wasser), deckend (viel Farbe, wenig Wasser), malerisch (man sieht, dass es gemalt ist), fleckenhaft, pastos (dicker Farbauftrag) 7 ● ● ● ● - Farbübergänge: weich und malerisch oder konturbetont mit klarer Abgrenzung der einzelnen Bildgegenstände Räumlichkeit: - Gesamtkonzept: Tiefenräumlichkeit mit mehreren Raumebenen/ wenig Raumtiefe/a-perspektivische Darstellung des Raumes mit mehrdeutiger Räumlichkeit - Überschneidung/Überdeckung(Bildgegenstände im Vordergrund verdecken Bildgegenstände im Hintergrund) als einfaches Raum schaffendes Mittel - Perspektive: Zentralperspektive (Alle Linien, die gerade in die Tiefe führen, treffen sich in einem Punkt, dem Fluchtpunkt), Luftperspektive (Die Farben verblassen in Richtung Hintergrund immer mehr und die Konturen werden in Richtung Hintergrund immer unschärfer), Farbperspektive (Im Vordergrund werden kräftige, warme Farben verwendet und es kommt zu einer Verblauung im Hintergrund - die Farben werden immer kälter), Staffelung (gestaffelt nach oben), Größenperspektive/ Staffelung (Bildgegenstände erscheinen kleiner, weiter hinten sie sich im Bildraum befinden), Licht-Schatten-Modulation Licht und Schatten: - Lichtquelle: unklar/ diffus (mehrere Strahlen)/ direkt (ein strahlig)/ natürlich (Sonne, Kerze)/ künstlich (Lampe)/ harte Schatten und deutliche Konturen durch direktes Licht/ weiche Schatten durch diffuses Licht/ Schlagschatten (harte Konturen)/ Wurfschatten - ,,Lichtregie" - Betonung einzelner Gegenstände Komposition: - Bildformat: Quadrat/ Hochformat/ Querformat/ Tonde (Oval) - Gesamtstruktur: symmetrisch/ asymmetrisch, nicht/ trotzdem ausgewogen - Gliederung der Bildfläche durch Linien/ Flächen - offen/ geschlossen, statisch/ dynamisch, harmonisch/ disharmonisch - Optischer und Geometrischer Mittelpunkt - Goldener Schnitt Gestik und Mimik der Figuren, soweit vorhanden: - sitzende/ stehende/ liegende ... Körperhaltung - Ansicht des Gesichts: en face/ 3/4-Ansicht/ Profil - Gestik: senkrecht/ angewinkelt/ raumgreifend/ abweisend ... - Figurenkonstellation: Gesten, Berührungen und Blicke Betrachterstandpunkt: - Normalperspektive: Auf Augenhöhe, fühlt sich mit den dargestellten Personen gleichgestellt - Identifizierung 8 - Froschperspektive: Unterhalb der Augenhöhe, Person wirkt z.B. erhaben, imposant, größer - Vogelperspektive: Oberhalb der Augenhöhe, Person wirkt dadurch z.B. kleiner, unbedeutender, nicht mächtig Möglichkeiten um den Betrachterstandpunkt festzumachen: - Lage der Horizontlinie (Augenhöhe des Betrachter) - Bei Portraits: Bereich unter Kinn und Nasenlöcher zu sehen -> Untersicht - Ist der Betrachter nah an der Szene, ein Teil von ihr oder stiller Beobachter von außerhalb? Die relevantesten Punkte der formalen Analyse sollten stets mit einer Wirkung verknüpft werden. ● 3) Interpretation (Warum...?) ● Werkimmanente Interpretation: - Aussageabsicht des Künstlers durch Deutung einzelner Aspekte - Deutung der gesamten Darstellungsabsicht, z.B.: Warum hat der Künstler diese Art der Darstellung für sein Selbstporträt gewählt? Erweiterte Interpretation: - Der biografische Kontext - Der kulturelle, politische und gesellschaftliche Kontext - Der Kunsthistorische Kontext - Bezug zur Gegenwart - Wirklichkeitsbezug - Ist das Werk moralisierend, belehrend, kritisierend? - persönliche, subjektive Wertung des Bildes 4) Wirkungs-ABC A B Wirkungen abstrakt, ausgewogen, aggressiv beruhigend, blockhaft C chaotisch D düster, dynamisch E F G H I intensiv, irritierend, ironisch, inszeniert, intim J jung K kontrakariert, kontrastreich, kontrastarm expressiv, erdrückend, endlich frisch, freundlich, fröhlich geordnet hell 9 ● ● L M N 0 P privat, profan qualvoll ruhig, realistisch, reif 5) Formen der Darstellung eines Porträts (Beschreibung) ● KOPFSTÜCK: Kopf unter Einbeziehung des Halses laut, leise, langweilig, lebendig monoton, mächtig natürlich, naturalistisch, neutral ordentlich Q R S T U W Z ● SCHULTERSTÜCK: Kopf, Hals, Schulterpartie und ein mehr oder weniger großer Teil des Oberkörpers BRUSTSTÜCK: Großteil des Oberkörpers mit dem ganzen oder teilweise wiedergegebenen Arm HALBFIGUR: Oberkörper bis zur Taille ● HÜFTBILD: Zeigt Figur bis zum Schritt KNIESTÜCK: Der Portraitierte ist bis zum Knie gemalt GANZFIGUR: Die Person ist in ihrer Gesamtheit zu sehen ● ● symmetrisch, statisch, sakral, surreal traurig, trüb, traumhaft unheimlich, unruhig, unendlich warm, wehrhaft zurückhaltend 6) Kopfdarstellung (Beschreibung) ● FRONTAL-/ VORDERANSICHT, EN FACE HALBPROFIL: Halb von einer Seite gemaltes Portrait ● DREIVIERTELANSICHT: Eine Kopfseite ist voll zu sehen, die andere in starker Verkürzung PROFIL: Ein halb zur Seite gedrehtes Gesicht ist dargestellt VERLORENES PROFIL: Das Gesicht ist nicht erkennbar Allgemeine Tipps: - Präsens, objektiv und sachlich - Reihenfolge und Einteilung kann und sollte nicht schematisch angewendet werden - Manchmal ist es sinnvoll zu beschreiben worauf der Künstler bewusst verzichtet - Durch Inhalt und Form wird eine bestimmte Bedeutung vermittelt - Form und Inhalt müssen bei der Deutung aufeinander bezogen werden 10 2. Analyseleitfaden Grafik Wichtig: Wenn möglich auch die durch die bildnerischen Mittel hervorgerufene Wirkung nennen! 1) Die grafischen Gestaltungselemente Punkt Linie ● ● ● 2) Der grafische Spannungsaufbau durch Kontraste ● ● ● - suchende Linie (Vielzahl von fließenden Linien; angedeutet) - Konturlinie (Umrisslinien) - Binnenlinie (detailliert) - Materialangebende Linien (Textur charakterisiert) - Formgebende Linien (Plastizität schaffen) - Schraffuren (Licht- und Schattensituation herausarbeiten; Kreuz/ Parallel) Fläche 3) Komposition (S: Malerei) 4) Zeichnerische Mittel und Verfahren ● Helldunkelkontraste (Schwarz, Weiß und Tonwerte -> Licht und Schatten, Räumlichkeit Großkleinkontraste (Größendimension in Relation zu anderen Objekten) Kontraste durch unterschiedliche Formen (Spannungsgefüge) Kontraste durch Andeutung und Ausformulierung (Ausformulierung -> Fokus) Eventuell Farbkontraste (s. Malerei) Bleistift, Grafitstift, Kohle, Kreide, Pastell, Rötel, Feder und Tusche, Füller, Kugelschreiber, Filzstift Kolorierte Zeichnung (farbige Akzente) Pinselzeichnung ● Zeichnungen auf ungewöhnliche Art (schlechte Hand, beide Hände, Füße) ● Druckgrafische Verfahren: ● ● ➤ Hochdruck nach dem Stempeldruckprinzip (z.B. Linolschnitt, Holzschnitt, Holzstich, Außereuropäisch, Zeitgenössisch) Tiefdruck also in eine Platte geritzt (z.B. Kaltnadelradierung, Kupferstich, Ätzradierung, Vernis Mou, Aquatinta) Flachdruck also fetthaltige Farbe auf nassem Litho Stein (z.B. Lithografie/Steindruck, Offsetdruck) ▸ Zufallsverfahren (z.B. Klecksografie, Frottage, Schnurverfahren, Materialdruck, Monotypie) ➤ Digitale Grafiken und Zeichnungen (z. B. Grafiksoftware; Digitaldruck) 11 3. Überblick über die Kunstgeschichte Antike 3050 v. Chr. 500 n. Chr. Gotik 1130-1500 Romantik 1780/90-1850 Jugendstil 1880-1920 1) Klassizismus 2) Romantik ● ● Frühes Christentum 300-500 n. Chr. ● Renaissance 1400-1600 Historismus 1830-1900 Klassische Moderne 1905-1933/45 3) Realismus Vorromantik 500-1000 Barock und Rokoko 1600-1800 Realismus 1840-1870 Nachkriegsmoderne 1945-1970 Zeitraum: 1800 1830 • Hauptvertreter: Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge Epochentypische Merkmale: Pantheismus (Gott in der Natur), Seelenlandschaften, mystische Themen ● Zeitraum: 1840-1880 Romanik 1000-1200 1770-1840 Rückbesinnung auf die Antike und die italienische Frührenaissance, Betonung auf Vernunft und Pathos, häufiger Einsatz der Zentralperspektive. Vor allem bei Profanbauten in der Aufklärung verwendet. ,,Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" • Darstellungsweise: weitgehend realistische, annähernd naturgetreue Malweise, wenn auch keine Anlehnung an ,,reale" Welten Klassizismus 1770-1840 Impressionismus 1870-1920 Hauptvertreter: Gustave Courbet Postmoderne Nach 1970 Historischer Kontext: Französische Revolution, Napoleons Herrschaft (Koalitionskriege), Preußische Reformen, Befreiungskriege, Wiener Kongress (Machtgleichgewicht, Neuordnung Europas) Rebellion gegen: Rationalismus und Aufklärung Bekannte Werke: ,,Der Wanderer über dem Nebelmeer", 1818 ,,Der Mönch am Meer", 1808-1810 Von C. D. Friedrich Ziel: Nicht die Natur in aller Richtigkeit darstellen, sondern den Betrachter die Szenerie des Bildes mitempfinden lassen (Rückenfiguren). 12 Epochentypische Merkmale: ,,Unverzerrte Darstellung der Wirklichkeit", Alltagsszenen, das einfache Leben wurde bildwürdig • Darstellungsweise: weitgehend realistische, annähernd naturgetreue Malweise nach so auch in der Realität existierenden Motiven ● ● ● 4) Impressionismus ● ● Historischer Kontext: Unmengen an Innovationen (Technik, Medizin und Wissenschaft), Volk erhofft sich Mitspracherecht durch Märzrevolution, 3 Schichten (Adel/ Klerus mit gesicherten Privilegien, Bürgertum mit finanzieller Absicherung und Proletariat ohne jegliche Sicherheit bei Arbeitslosigkeit, Krankheiten oder Alter) Rebellion gegen: Romantik Bekannte Werke: ,,Der Verzweifelte", 1843 ,,Die Steinklopfer", 1849 Von Gustave Courbet Ziel: Dem Betrachter sollte das Leid der Arbeiter übermittelt werden. Zeitraum: 1860 - 1900 Hauptvertreter: Claude Monet, Pier-Auguste Renoir und Edouard Manet Epochentypische Merkmale: Verzicht auf überhöhte Motive, Szenen aus der Natur und dem alltäglichen, die bestimmte Lichtstimmungen einfangen und wie Schnappschüsse wirken ● Darstellungsweise: schnelle Malweise, grober Pinselduktus, Verzicht auf die vorrangige Abbildfunktion der Malerei, Freilichtmalerei keine realitätsgetreue / naturalistische Darstellungsweise Historischer Kontext: Industrielle Revolution (Welt gilt als erklärbar und entdeckbar), Erfindung der Fotografie (,,Wettkampf": Foto vs. Gemälde), Art Revolution (Subjektiver Eindruck im Vordergrund) Rebellion gegen: Salonmalerei, die vom Geschmack der Obrigkeit bestimmt wurde Bekannte Werke: ,,Das Frühstück der Ruderer", 1880-1881 von P-A. Renoir ,, Impression, Sonnenaufgang", 1872 von Claude Monet Ziel: Eine Sache in ihrer momentanen Erscheinung in einem zufälligen Ausschnitt und nicht in ihrer inhaltlichen Bedeutung darzustellen. 5) Jugendstil: 1880 - 1920 ● Alle Gattungen der ● bildenden Kunst einbeziehender und zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen lassender Stil. Äußere Merkmale sind geschwungene Linien, pflanzliche Ornamente und die Verwendung kostbarer Materialien. (Klimt) 13 6) Expressionismus ● Zeitraum: 1905-1919 Hauptvertreter: Paul Klee, Franz Marc Epochentypische Merkmale: Vereinfachung der Formen, die subjektive, emotionale Ausdrucksfähigkeit des Künstlers im Mittelpunkt des Schaffens, Deformation der Figuren und der gegenständlichen Motive, Farbe galt zum Ausdruck von Emotionen und Empfindungen Darstellungsweise: starke, oft kontrastreiche Farben, reine, starkfarbige Flächen und kraftvolle Linie Historischer Kontext: Erster Weltkrieg, Psychoanalyse von Freud, Erfindung Röntgenstrahlung, Weimarer Republik, Untergang Titanic Rebellion gegen: Realismus, Naturalismus und Impressionismus Bekannte Werke: ,, Dorfstraße in Murnau", 1908 von Kandinsky Ziel: Malerei von ihrer traditionellen Abbild-Funktion zu befreien. Zentren des Expressionismus/ Künstlergemeinschaften: ➤ Dresden 1905, ,,Die Brücke" Erfahrungen, Selbstporträts Malweise: Motive sehr grob und kantig (wie Holschnitte) - Kollektivstil ➤ München 1911, ,,Der Blauer Reiter" Mitglieder: Gabriele Münter, Paul Klee, Alfred Kubin, August Macke, Alexej von Jawlensky, Lyonel Feininger, Franz Marc, Wassily Kandinsky Bildinhalte: Landschaften, Menschen, Porträts, Stillleben Malweise: klar abgegrenzte Flächen, weiche Formen, weniger grob Mitglieder: Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Emil Nolde, Otto Mueller Bildinhalte: Schattenseiten des großstädtischen Lebens, eigene negative 7) Kubismus Zeitraum: 1907 - 1925 Hauptvertreter: Pablo Picasso, Georges Braque und Juan Gris Analytischer Kubismus: ,,Zerlegung", neue Bildsprache Synthetischer Kubismus: ,,Zusammensetzung", Collage ● Epochentypische Merkmale: Körper zerlegen und neu zusammensetzen, ,,würfelartig", ohne körperlich-räumliche Illusion. Verzahnung und Schichtung aller Bildformen, Simultanperspektive ● ● Darstellungsweise: gleichmäßig verteilte erdige Grau-Brauntöne, flächenrhythmisierende Hell-Dunkel-Schattierungen, bei Collagen. Tapetenfetzten, Zeitungsausschnitte etc. Historischer Kontext: Untergang der Titanic, Erster Weltkrieg, Weimarer Republik 14 8) Konstruktivismus 1913 ● 9) Neue Sachlichkeit 1918-1933 Auf die Abstrakte und gegenstandslose Malerei reagierende Bewegung, deren figürliche Bilder teils sozialkritische Inhalte transportierten (Verismus). ● ● Rebellion gegen: Realismus Bekannte Werke: ,,Les Demoiselles d'Avignon", 1907 von Picasso Ziel: Die künstlerische Reduzierung eines Objektes auf geometrische Figuren, wie Kugel, Kegel oder Pyramiden und sich von der Realität zu entfernen. ● ● ● 10) Surrealismus Überbegriff aller gegenstandslosen Kunst, auf geometrischen Formen basierend oder dem alleinigen verwenden von Grundfarben oder deren Mischfarben. In der Architektur vor allem in Bauhaus vertreten Darstellungsweise: Gemalte Gedanken, Abstraktionen von realen Gedanken, meist naturalistisch gezeichnet ● Historischer Kontext: Hitler wird ,,Führer und Reichskanzler", Zweiter Zeitraum: 1924 - 1945 Hauptvertreter: Salvador Dali, Rene Magritte, (Frida Kahlo) Epochentypische Merkmale: genau und präzise gezeichnet, klare und voneinander abgegrenzte Formen und Farben, Motive scheinen nicht zusammen zu passen/ stehen widernatürlich zueinander, für den Betrachter sind die Darstellungen nicht möglich, da er weiß so kann das nicht existieren, sarkastisch und ironisch Weltkrieg Rebellion gegen: die herrschende Gesellschaft und das kulturellem System Bekannte Werke: ,,Die Beständigkeit der Erinnerung", 1931 von S. Dali ,,La trahison des images", 1928-1929 von Rene Magritte (,,Die gebrochene Säule", 1944 von Frida Kahlo) Ziel: Erweiterung des Bewusstseins zur surrealen Sicht der Dinge 11) Postmoderne: Allgemeiner, nicht nur auf Bildende Kunst bezogener, umstrittener Begriff für die Zeit nach 1970/80, auch als anything goes umschrieben. Die verschiedenen gleichzeitigen Tendenzen in Bildender Kunst und Architektur können mit verschiedenen Begriffen belegt werden. 15 4. Künstlerwissen Romantik William Turner ● ● ● ● Deutung: ging ihm ums Festhalten von atmosphärischen Erscheinungen und bestimmter Lichtstimmungen als um eine tiefere Bedeutung Interesse an Goethes und Newtons wissenschaftlicher Erforschung der Farben Auflösung der Formen und das in großartigen Kompositionen freigesetzte Licht Vom Symbolhaften und der Faszination für Naturgewalten beeinflusst Farbe als wichtigstes Medium Farbe verselbständigt sich in späteren Bildern zunehmend Sie verlieren die darstellerische Funktion und gewinnen an Eigenwert Rücktritt des Gegenständlichen ● Grenzenlosigkeit -> Gefühl der Romantik ● Neuartiger Umgang mit Farbe -> Inspiriert Impressionisten ● Als exzentrischer Turner wurde ihm eine gewisse Verrücktheit unterstellt ● ● 1775 ● Bedeutendster Vertreter der englischen Romantik Beherrschung des Lichts, lichtdurchfluteter Malstil Malweise: Wenige klare Linien Farben gehen weich und diffus ineinander über Farben sind ruhig und gedeckt Verträumte Atmosphäre Motive: Ufer an der Themse Schiffe und Schiffswracks Orte Europa 16 Surrealismus Frida Kahlo ● 1907 - 1954 Wird zu Surrealisten gezählt unterscheidet sich aber dadurch, dass sie sich von ihren Gefühlen leiten lässt Bedeutend bei ihr ist ihre Biografie, da sie ihre Schicksalsschläge in ihren Bildern verarbeitet: 1913 Kinderlähmung 1925 Busunfall -> ihr Becken von einer Stahlstange durchbohrt, die Folgen davon sind lebenslange Schmerzen und starke körperliche Einschränkungen, ihr Leben lang leidet sie stark unter den Beschwerden des Unfalls, außer der Malerei helfen ihr Alkohol und Drogen mit den Schmerzen umzugehen ➜ mehrere Fehlgeburten: keine Kinder 1929 Heirat mit weltberühmten mexikanischen Freskenmaler Diego Rivera 1939 Scheidung aufgrund seiner Untreue (Schwester) 1940 2. Hochzeit mit Rivera -> bleiben für immer zusammen 1954 stirbt sie an einer Lungenembolie Funktion der Selbstbildnisse: eigenes Schicksal verarbeitet physische und psychische Verletzungen in eine zum Teil symbolische Bildsprache übersetzt und damit sichtbar gemacht 55 von ihren 143 bekannten Bildern sind Selbstbildnisse ● Malweise: Leuchtende Farben (Spiegeln Lebensmut) keine Räumlichkeit frontal axial Beschriftungen unmittelbare Beziehung zum Betrachter ● Motive & Deutung: Stützkorsett aus Stahl oder Gips = Knochenbrüche an Wirbelsäule und Becken nach Busunfall; viele Monate im Bett verbracht Taube und Elefant = Vater benannte sie und Diego Taube und Elefant Frau mit zusammengewachsenen Augenbrauen = Sie Mexikanische Kleider und Frisuren, Skelete, Totenköpfe = Bezug auf die Traditionen des Vaterlandes Affen, Papageien, Pflanzen ihre Haustiere und Bezug zur Natur Gekleidet wie ein Mann = Feminismus, bisexuell, erfüllt nicht der Stereotyp einer Frau, Recht auf Selbstbestimmung 17 ● Ikonendarstellung und Bezug zur christlichen Kunst Die Räumlichkeit ist manchmal gegeben (biografische Darstellungen), dennoch ist sie oft falsch und verwirrend Auf ihren Ikonendarstellungen fehlt die Räumlichkeit oft durch den dichten Blätterhintergrund Körperlichkeit ist gegeben, die dargestellten Gegenstände können als dreidimensional gesehen werden ● ● ● Rene Magritte Nägel, Pfeile = Bezug heiliger Sebastian ein Märtyrer im christlichen Glauben Dornenhalsband = Dornenkranz Jesu Casa Azul Familienhaus Fetus, Geburt, Tod = mehrere Fehlgeburten ● Zeichnerische Richtigkeit ist bedingt vorhanden, Details sind nicht besonders ausgearbeitet (Was auch mit der plakativen Malweise zu tun hat) ,,Ich habe in meinen Bildern niemals Traumwelten gemalt, sondern immer meine Realität." 1898 - 1967 ● Biografischer Hintergrund: - 1912 Mutter ertränkt sich - 1923 wird durch ,,Das Lied der Liebe", 1914 von Kiriko zum Surrealismus geleitet - 1926 Erste Ausstellung, die jedoch scheitert - 1929 Konflikt mit Breton -> versteh sich nicht mit Surrealisten - 1945 tritt für kurze Zeit einer kommunistischen Partei bei - 1948 erste Pariser Ausstellung - 1967 natürlicher Tod Malweise: naturalistische Farben Größenverhältnisse entsprechen nicht der Realität Surreal reduziert und einfach naturalistisch -> Kontrast Comichaft Bunt, jedoch oft getrübte Farben Linear, flächig -> keine Werkspuren 18 Schatten ● Surreale Sujets - realistische Malweise Bei Surrealismus notwendig, denn nur wenn die Malweise naturalistisch ist, kann ein surreales Bild als solches identifiziert werden. ● ● ● Motive annähernd realistisch, so kombiniert, dass sich eine neue Bildwelt ergibt - einfache Gegenstände wild kombiniert Künstlerische Arbeitsweise: Ideen genau überlegt (inkl. Bildtitel) erstmal Umrisse viele Variationen einer Idee natürliches und unnatürliches kombinieren Mischung aus Traum und Wirklichkeit fremde Welten per Analogie verschmolzen Motive & Deutung: Särge = Ersatz von Personen Wortbilder = Verwirrung Rückenansicht, Masken = Anonymität, Verlust von Identität Weiße Tücher = Mutter hatte bei Bergung der Leiche ihr weißes Nachthemd um den Kopf gewickelt Kerze, Flamme, Schatten, Silhouette und Bildausschnitt = Höhlengleichnis Ei, Huhn Frage = Frage nach der menschlichen Existenz Apfel, Auge, Kugel, Himmel, Tag/Nacht, Melone, Regenschirm, Rückenansicht, Maske, Wasserlandschaft, Anzüge, Heißluftballons, Männer = Symbol, biografische Bezüge Verlust von Schwerkraft und fliegende Motive, Widerspruch zwischen Innen und Außen = Haus wurde von Heißluftballon zerstört Fenster: Leitmotiv = steht für die Verbindung zwischen Innen und Außen Auge = die Außenwelt wahrnehmen Bild in Bild = Auge gibt sich mit vorgefertigter Wahrheit zufrieden Eine verwirrende oder nicht erschließliche Räumlichkeit ist Teil des wiederkehrenden Bildmotivs Magrittes, Dennoch ist eine Räumlichkeit gegeben! Die Stofflichkeit ist in Magrittes Bildern meist nicht gegeben, weswegen sie etwas comichaft und plakatives haben Die zeichnerische Richtigkeit ist auch nur bedingt gegeben, meistens sind die Motive nicht besonders detailliert ausgearbeitet, dies ist jedoch stark abhängig vom Motiv Die anatomische Richtigkeit ist oft mit Absicht falsch, da Proportionsveränderungen ebenfalls ein Bildmotiv Magrittes sind Ziel: Gedanken auf Leinwand Bannen und in Bildern denken Neugierde erwecken 19 interessant sein das logische Denken des Betrachters außer Kraft setzen Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu sprengen Weg zur Abstraktion Ist die Außenwelt nur Einbildung unseres Geistes oder existiert sie wirklich? Surrealismus: psychischer Automatismus / Magritte: Frage nach der menschlichen Existenz, Malerei zum Beschreiben von Gedanken Allgemein gut an Picassos Stier Abstraktion zu erkennen Wassily Kandinsky ● ● 1866-1944 ● Gründete 1911 den ,,Blauen Reiter" Entwicklung von gegenständlich zu abstrakt: drückt das Geistige durch Farbe und Form aus Kompositionen analog zur Musik: intensivierte Farben, flächig vereinfachte, geometrische Formen Musikinstrumente durch Bestimmte Farben ausgedrückt - Synästhesie, hört Farben und sieht töne sehr dynamische, stark bewegte Bildwirkung Malweise: Leuchtende, strahlende Farben Kein Licht und Schatten Lichtsituation nicht deutlich zu erkennen Kein Betrachterstandpunkt Überschneidungen sorgen für Vor- und Hintergrund Malerische, als auch grafische Elemente Viele Formen (z. B. Kreise, Quadrate, Ovale, Dreiecke, Raute) Gewellte, gewölbte und gerade Linien Motive & Deutung: Ruderer, Reiter = in aufgelöster Form Gesichter, Schachbretter = Deutungsansatz und nicht Beschreibung, da keine Fertigbilder nicht abrufbar sein sollten Farbwirkung Kandinsky: Blau: kalt, Himmel, übersinnliches, Unendlichkeit und ruhe 20 ● ● ● ● ● ● Gelb: warm, irdisch bis zu aufdringlich, aggressiv Grün: Ruhe Rot/ Orange: Energie, Freude Rot-Grün: Komplementärkontrast Orange - Violett: Simultankontrast Formen: ● Kreis: Vollkommenheit Halbkreis: Ruhe Aufrecht stehendes Dreieck: Energie Linie: ● Versagen herkömmlicher Kategorien wie ,,oben" und "unten" Werke mit den Titeln ,,Improvisationen" und „Kompositionen" ziehen Parallelen zur Musik: möchte den Geist und die Seele des Betrachters in Vibrationen versetzen Wollte Gefühle wie z.B. Harmonie oder Dissonanz auslösen horizontal: Ruhe aufwärts: Freude abwärts: Trauer Wollte Mauern des alten Denkens niederwerfen Nimmt den Dingen ihre Form 2 Elemente: Seele des Inneren, Seele des Betrachters Geometrie und Strenge beherrschen seine Bilder Gibt mit seinen Bildern einen Rhythmus vor Piet Mondrian 1872-1944 Entwicklung von gegenständlich zu abstrakt Auch realistische Darstellungen gemalt Malte Porträts bei denen sich seine eigenen Werke im Hintergrund befinden (Bild im Bild) ● Verschiedenen Phasen seiner künstlerischen Entwicklung nicht so einfach trennbar betont die lineare Grundstruktur der Bildgegenstände Systematisierung bis hin zur gegenstandsfreien Flächengeometrie, wollte ausgewogene Beziehung der Elemente ● Malweise: senkrechte & waagerechte Linien in rhythmischen Abständen 21 ● Schwarze Linien = Harmonie Senkrechten (männliches Prinzip -> Geist, Ratio); Waagerechten (weibliches Prinzip -> Materie, Sinne) Kontrast zwischen Senkrechten und Waagerechten: Kreuzung = Ausgleich ● streben nach Reinheit und Klarheit Gegenstandlosigkeit ● ● ● Schwarz, Grau, Weiß, Rot, Blau und Gelb Geometrische Formen abstrahiert immer weiter von Formen und Strukturen aus der realen Welt (Natur und Architektur) immer stärkere lineare Ordnung ,,Motive": Primärfarben = Totalität und Harmonie Komplementärfarben Größter Kontrast ● Mondrian's Aufgabe: Unausgeglichene Menschen heilen, Kunst als Mittel zum Zweck sehr statische, klare, geometrische, geordnete Bildwirkung 5. Bildzitat Unter einem Bildzitat versteht man in bildender Kunst und Architektur die Übernahme eines einzelnen Formelements aus einem anderen Werk als bewusste Bezugnahme auf dieses fremde Werk (z. B. im Sinne einer geistreichen symbolhaften oder verfremdenden Anspielung). Das Zitat will als ein solches erkannt werden und schafft dadurch eine inhaltliche Beziehung zu dem zitierten Werk. Auch bedeutungsvolle Motive können zitiert werden. Als eigenständiges Ausdrucksmittel in der Kunst unterscheidet sich das Zitat wesentlich (d. h. inhaltlich) von der Kopie, von der Wiederaufnahme und von der Weiterentwicklung (z. B. eines Motivs) und graduell von der formalen Anspielung. Stilzitat (Beispiel: Historismus): Die Handschrift", der unverkennbare Stil eines Künstlers wird nachgeahmt 22 ● Paraphrasierung: Umarbeitung eines bestehenden Werkes in den Kontext eines anderen Stilbereiches, für gewöhnlich durch einen anderen Künstler in einer anderen Zeit/ Epoche ● Parodie: 6. Appropriation Art ● Appropriation (Aneignung) ist eine Ausdrucksform des künstlerischen und zeitgenössischen Schaffens; Zurechnung Konzeptkunst Appropriation Art -> Wenn Künstler bewusst und mit strategischer Überlegung die Werke anderer Künstler kopieren, wobei der Akt des Kopierens und das Resultat selbst als Kunst angesehen werden soll ● Anderenfalls spricht man von Fälschung Strategien -> Ausleihen, Klauen, Aneignen, Erben, Umgestalten, Interpretation, Hommage Jede Kunst, die sich mit vorgefundenem ästhetischem Material beschäftigt Exakte, detailgetreue Kopie ● ● ● ● ● Motivzitat (Magritte nach Manet): Ein Motiv wird zitiert, der Bezug zum Originalwerk ist klar erkennbar, es kann sich um das komplette Bildmotiv/ die komplette Szene oder um Teile davon handeln ● Verzerrende, übertreibende, manchmal auch verspottende Nachahmung eines Werkes oder Genres (die charakteristischen Eigenschaften eines Werkes werden überzeichnend nachgeahmt, das Original muss dabei nicht zwingend abgewertet werden) Hommage: ,,Ehrung" oder ,,Huldigung" eines Künstlers und seines Werkes ● Konzentration auf Paradoxien und Selbstwidersprüche und macht diese sichtbar und ästhetisch erfahrbar Individuelle Strategien einzelner Künstler differieren sehr stark ● Kein einheitliches Gesamtprogramm ● Oft aber auch Manipulationen der Kopie an Größe, Farbe, Material des Originals Merkmale: Werke problematisieren durch den Akt der Aneignung Grundlegende Kategorien der Kunstwelt (Kreativität, Originalität, Kreativität, geistiges Eigentum, Signatur, Marktwert, Museumsraum, Geschichte, Gender, Identität) Techniken: u. a. Malerei, Fotografie, Collage Philosophie: Strategien der Appropriation Art der Intersexualität nahe Kunstrichtung, die aktiv die Bedingungen und Grenzen der Kunst ausloten und das Kunstsystem zwingen 23 ● ● ● ● ● können, sich neu zu definieren Appropriation Art in Abgrenzung zu... Kopie : Originalgetreue Reproduktion Replik: Elaine Sturtevant ● Nachbildung/Wiederholung eines Kunstwerkes durch den Künstler selbst oder einen Copyright-Besitzer/ eine autorisierte Person. Ein Replik wird ganz klar als solches benannt. 1924-2014 technisch exakte Wiederholungen bestimmter Werke ● versieht sie mit ihrer Signatur ● Plagiat: Anmaßung fremder geistiger Leistungen (z.B. nicht gekennzeichnetes Zitat in Bild und Wort) Fälschung: In der Kunst handelt es sich um ein Werk, das vorsätzlich als ein Werk eines bestimmten Künstlers angefertigt wurde und einem Interessenten als originales Werk vorgestellt oder verkauft wurde Bei den angeeigneten Vorbildern handelt es sich um Originalwerke von berühmten Künstlern wie Andy Warhol, Marcel Duchamp, Joseph Beuys, Sherrie Levine und Claes Oldenburg konzentriert sich zeitweise auf bestimmte Künstler, beschäftigt sich intensiv mit ihnen und fertigt teilweise Wiederholungen ganzer Werkzyklen großer quantitativer Umfang und zeichnet sich durch Facettenreichtum aus Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Film Intention, eine ,,kritische Auseinandersetzung mit Originalität zu erreichen, ohne dabei die Kategorie der Originalität untergraben zu wollen 24 Q2 FOTOGRAFIE, PLAKATE UND WERBUNG 1. Leitfaden zur Beschreibung, Analyse und Deutung von Fotografien Leitfrage: Wer stellt was mit welchen Mitteln (wie) für wen mit welcher Absicht (warum) dar? 1) Beschreibung (Was..?) ● Kunst-LK 2) Analyse ● Einleitungssatz mit Werkdaten: Titel, Name des Fotografen, Entstehungsjahr, Technik/ Material, Format, Größe, Ausstellungsort, etc. 1-2 Sätze Inhalt/ Thematik/ dargestellte Szene zusammenfassen Ausführliche Beschreibung: logische Ordnung/ Struktur Wirkung Benennen, Belegen und Erläutern! ● Farbe: - Schwarzweiß- oder Farbfotografie - Farbkontraste (Hell-Dunkel-Kontrast, Komplementärkontrast, Quantitätskontrast, Kalt-Warm-Kontrast) Licht: - natürliche oder künstliche Lichtquelle oder beides, genaue Bezeichnung und Verortung der Lichtquelle - Schatten (Schlagschatten, Eigen- oder Körperschatten, Kernschatten, Halbschatten, etc. - Streulicht, diffuses Licht oder Schlaglicht - Intensität und Wärme des Lichtes Komposition - Kompositionslinien, geometrische Formen wie Horizontalen, Vertikalen (insbesondere Mittelsenkrechte und Mittelwaagrechte), aufsteigende oder fallende Diagonalen, Dreiecke, Kreise, etc.) - sinngebende Formbezüge, Schwerpunkte, Spannungsmomente, Verbindungselemente - Blickrichtungen der im Bildraum befindlichen Personen Betrachterstandpunkt und Perspektive - Bei Fotografien entspricht der Betrachterstandpunkt stets dem Blick durch die Kamera! 25 ● ● - Vogel-, Frosch- oder Normalperspektive - auf Augenhöhe mit den Personen, Gegenstände im Bild, darunter oder darüber? - ist der Betrachter gefühlt Teil der Szene? Evtl. Darstellungsweise der Personen auf der Fotografie - idealisiert, neutral, entstellt Fotografische Mittel - Blende (große Blendenöffnung = kleine Blendenzahl = geringe Tiefenschärfe, kleine Blendenöffnung = große Blendenzahl = hohe Tiefenschärfe) ● - Belichtungszeit (lange Belichtungszeit = mehr Helligkeit und mehr Bewegungsunschärfe z. B. Autobahn, kurze Belichtungszeit = weniger Helligkeit und weniger Bewegungsunschärfe) - Wahl des Bildausschnittes (Detailaufnahme oder komplette Szene, wurde evtl. ein Bildgegenstand durch Wahl eines kleineren Bildausschnittes aus seinem Kontext genommen? - Einstellungsgröße ( Extreme Totale, Totale, Halbtotale, Halbnahe, Nahe, Großaufnahme, Detail) Objektiv ( Normale Brennweite, Zoom, Weitwinkel, Fisheye) - Schärfe und Fokus (Bereiche, Bildgegenstände, allgemeiner Fokus) Art der Fotografie und Begründung für diese Einordnung - sozialdokumentarische, dokumentarische/ neutrale, inszenierte/ gestellte Ist das Foto gestellt oder nicht? Ist das Foto bearbeitet, manipuliert, ist es eine Fotomontage oder nicht? 3) Deutung/Interpretation ● Auf Basis der Analyse: Welche Absichten lassen sich auf Grund der formalen Gestaltung ableiten? Deutung der Thematik, des Titels, der Zielsetzung des Fotografen oder Auftraggebers. Der Situation des Dargestellten Auf der Basis des Hintergrundwissens zum Fotografen und seiner Arbeitsweise und Biografie, Nähe zur Kunst, Einsatz des Mediums, gesellschaftlicher Bezug, historisch-politischer Bezug... Evtl. eigene Stellungnahme zur Fragestellung 26 2. Leitfaden Typografie 1) Schriftarten/Schriftfamilien ● ● Groteskschriften: keine Serifen, wirken technisch konstruiert, sachlich und modern, werden schnell erfasst und eignen sich für Überschriften Schreibschriften: schräg gestellt, Buchstaben hängen zusammen, wirken persönlich und individuell, geeignet für persönliche Ansprachen, bremsen den Lesefluss, als Blickfänger geeignet, nicht für längere Textpassagen ● 2) Proportionen Antiquaschriften: Kopf und Fuß der Buchstaben enden in Serifen, wirken elegant, klassisch und ausgewogen, geeignet für größere Textmengen, verbinden Buchstaben optisch miteinander, gut lesbar, oft als Grundschrift für Bücher und Zeitungen ● Klassisch: Einzelne Buchstaben lassen sich in ein Kreis oder Quadrat integrieren Schmal hoch: Einzelne Buchstaben lassen sich in ein Hohes Rechteck und in eine darin gedachte Ellipse integrieren Breit nieder: Einzelne Buchstaben lassen sich in breites Rechteck und eine darin gedachte Ellipse integrieren ● 3) Ordnungsweisen/Spationierung (Spatie = Abstände) Spationierung bezeichnet den Umgang mit dem Zwischenraum der Buchstaben und Wörter, z.B. für eine optimierte Leserlichkeit oder als künstlerischer Ausdruck im Schriftsatz ● Offen: Abstand zwischen Buchstaben ist schmaler als die Buchstaben selbst, normale Lesbarkeit Gesperrt: Abstand zwischen Buchstaben so groß wie Buchstaben selbst Geschlossen: Abstand zwischen Buchstaben ist extrem schmal 4) Majuskeln und Minuskeln ● Majuskel: Großbuchstaben, Majuskelschrift oder Kapitalschrift ● Minuskel: Kleinbuchstaben 5) Schriftparameter ● ● Gleichstrich: Striche, aus denen die Buchstaben bestehen, haben alle die gleiche Breite Wechselstrich: Striche sind unterschiedlich breit Serifen: Füßchen Dicke der Schrift: fett, halbfett, schmal 27 3. Leitfaden Plakatgestaltung 1) Beschreibung ● Siehe Malerei 2) Analyse Bildsprachlicher Mittel ● ● 3) Analyse Textsprachlicher Mittel Wo ist die Schrift platziert Farbe der Schrift Siehe Typografie ● 4) Deutung Farbe, Komposition, ... siehe Malerei, Fotografie, Grafik Platzierung des Logos • Zielgruppe? ● 4. Arten der Fotografie Intention? Zum Kauf anregen? Bezieht sich der Text auf das Bild? Wirken das KISS und AIDA-Prinzip? Historischer Hintergrund Hintergrundinfos zu Betreiber etc. 1) Sozialdokumentarische Fotografie ● ● Sozialkritisch Ziel: Missstände aufzeigen und gesellschaftliche Veränderungen hervorrufen Will mit der Realität provozieren ● Beschäftigt sich mit den Lebenslagen von bestimmten sozialen Schichten Armut würdevoll dargestellt Botschaft 2) Dokumentarische Fotografie Objektivität ● Neutrale Dokumentationen Unauffällig aufgenommen Ereignisse festhalten 28 3) Inszenierte Fotografie Definition: Inszenierte Fotografie ist der strategische Aufbau der Bildaussage einer fotografischen Aufnahme mit dem Schwerpunkt auf Motiv und Gestaltung - vor oder während der Aufnahme. Durch die Inszenierung sollen Elemente des Bildinhaltes in einem definierten Zusammenhang dargestellt werden und bestimmte emotionale Reaktionen beim Betrachter geweckt werden. Der technische Aufwand bei einer fotografischen Inszenierung ist oft sehr hoch, aber immer nur Mittel zum Zweck. Weder steht die verwendete Technik noch die Realitätsnähe im Vordergrund - was zählt, ist die Bildaussage. Das Gegenteil einer fotografischen Inszenierung ist der Schnappschuss. Grad der Beeinflussung: Name und Grad Passive Inszenierung (Geringster Inszenierungsgrad) Aktive Objekt-Inszenierung (Mittlerer Inszenierungsgrad) Aktive Subjekt-Inszenierung (Höchster Inszenierungsgrad) Beeinflussung des Bildmotivs Keine Änderung des Bildinhaltes. Nur Motivbetrachtung wird geändert. Bildinhalt wird geändert. Alle geänderten Elemente sind passiv (Objekte). Bildinhalt wird geändert. Geänderte Elemente können interagieren (Subjekte). Diese Interaktion wird gesteuert. Beispielaktionen Betrachtungswinkel und Belichtungszeit ändern Personen und Gegenstände ändern, zusätzliche Beleuchtung Theatralische Gesten der Subjekte,,,bitte lächeln" usw. Nachbearbeitung: Die Strategie einer fotografischen Inszenierung bezieht auch die Planung der Nachbearbeitung mit ein. Dabei wird eine der folgenden Varianten favorisiert: Der komplette Verzicht auf technisch nicht notwendige Arbeiten Techniken der Bildbearbeitung, die die Kernaussage der Inszenierung nicht ändern. Ein typisches Beispiel ist die Beautyretusche. Die Nacharbeit ist Teil der Strategie durch Arbeitstechniken wie der Bildmontage. 29 5. Künstler der Sozialdokumentarischen Fotografie 1) Lewis Hine ● ● ● ● geboren 1874, war Lehrer und Photograph in New York fotografierte Kinderarbeit in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg wollte verhindern das Kinder nicht in die Schule gehen und für immer in Armut leben wollte auf Hungerlohn und gesundheitsgefährdende Bedingungen aufmerksam machen ,,Seeing is Believing" Menschen sollten mit eigenen Augen sehen was hinter Kinderarbeit steckt und neue Gesetze fordern Ziel war die amerikanische Gesetzgebung hinsichtlich Kinderarbeit zu ändern 2) Dorothea Lange ● 1895-1965 wollte überzeugen, bewegen, Meinung machen ● emotional behaftet ● kommentiert sprach mit den Personen und machte sich mit der Umgebung bekannt thematisiert die Folgen der großen Depression der 30er Jahre in der USA 3) Walker Evans SALL 1903-1975 Bedeutung als Fotograf beruht im Wesentlichen auf seinen Fotografien, die er während der Großen Depression Mitte der 1930er Jahre machte werden in den Vereinigten Staaten als Dokumente zur Identität der weißen Amerikaner, die auch unter schwierigsten Umständen aufrechten Hauptes ihre Moral nicht verlieren und für das Gute einstehen, genommen 30 6. Künstler der Dokumentarischen Fotografie 1) Henri Cartier-Bresson ● ● ● ● ● ● ,,Auge des 20. Jahrhunderts" 1908 als Sohn eines Fabrikanten geboren 1927-29 studierte in Paris Malerei 30er begann er zu fotografieren Fotografische Entdeckungsreisen ,, einzigartige Gabe, das Wesentliche einer Situation zu erfassen" machte ihn bekannt 1933 erste Ausstellung in New York 1940 Gefangenschaft im 2. Weltkrieg, 1943 Flucht ab 1947 20 Jahre lang Bildjournalist für die mitgegründete Fotoagentur ,,Magnum" ab Mitte 70er widmete er sich mehr dem zeichnen, wollte der Welt etwas geben ● Arbeitsweise: Schwarzweißfotografien Ästhetik Besondere Momente festhalten, Essenz des Moments Porträt der Namenlosen, Fremde fotografiert versuchte immer die Stimmung festzuhalten lehnte gestellte Bilder ab perfekte Komposition von Linien, Menschen, Licht und Schatten kein Blitzlicht Kamera glich einem Skizzenblock hat immer das Negativ vergrößert, schon bei Aufnahme perfekt gestaltet 31 2) Nan Goldin ● 3) Barbara Klemm ● Geboren 1939 in Karlsruhe 1955-1958 Fotografenlehre 1959 Umzug nach FFM und Arbeit im Fotolabor der FAZ 1970-2005 Redaktionsfotografin der FAZ ● Fotoapparat immer dabei Ging mit Mann auf Demos Musste sich bei Demos & Co. Zurückhalten um gute Aufnahmen zu machen ● 1953 in Washington DC geboren Ihre Schwester stirbt und sie fängt an zu fotografieren um Erinnerungen festzuhalten Sie zieht nach Boston -> Transvestitenszene (sie stellt die Menschen als gleichwertig dar und wertet sie nicht ab) Sie selbst war bereits häufiger drogenabhängig und zeigt Realität, verschönt nicht Arbeitsweise: ● sehr persönliche und unverblümte Porträtaufnahmen Bilder dokumentieren sie selbst und ihre nahestehenden Menschen, visuelle Autobiografie Fotos entstehen aus Beziehungen, nicht aus Beobachtungen Bunt und schrill Intime und emotionale Fotos gilt als eine der verstörenden Fotografinnen der Welt Tabuthemen werden behandelt: Homosexuelle, Transvestiten, Opfer von Gewalt (in Beziehungen) war unter anderem bei Geschlechtsverkehr anwesend, so intim ● Bildikonen gelten als ,,fotografisches Gedächtnis" der Gesellschaft Themen: Deutschland (Landschaft, Politik, historische Ereignisse) Die Welt (Reisen, Reportagen) Die Kunst (Porträts von Künstlerpersönlichkeiten) Arbeitsweise: 32 ● ● 4) Diane Arbus ● Motive zeigen Weltgeschichte, bewegende Momente Analoge Schwarzweißfotografien Porträts: Essenz der Person ● sehr gute Bildkomposition spielt mit Licht und Schatten Augenblick vor/ nach dem offiziellen oder symbolischen Akt festgehalten Zufällige und Individuelle hervorheben Vertieft Gegenstand: Bilder wirken eindrücklicher als eigentliches Ereignis Arrangiert und verdichtet Szenen Will Fremden ihre Geheimnisse nicht entreißen Durchkomponiert, keine Schnappschüsse 1923-1971 Arbeitsweise: Schwarzweißfotografien Unwohl/ voyeuristisch Privat und intim Schnappschüsse aus einem vielen nicht zugänglichen Bereich der Welt Außergewöhnlich und ernst Viele männliche Personen Portraitierte haben oft eine negative Ausstrahlung Wirken verstörend und gruselig Fotografierte Orte die andere mieden Unglaubliche Perfektion, Ehrgeiz, fast aggressive Kühnheit und politischer Verstand ließen ihre Aufnahmen entstehen Zeigt Prüderie, Ressentiments, Kriegsstimmung mit hinreißender Schrecklichkeit in Amerika in den 50/60ern Geht am liebsten dahin wo noch niemand war - ohne chronologische oder thematische Anordnung Hielt Gesellschaft tabulos den Spiegel vor Fotografierte ,,Freaks"/ Randgruppen Empfand ihre Fotografie als Widerstand Jedes Motiv bezeichnete sie als ,,Geheimnis eines Geheimnisses" Motive als Reisen in die Abgründe der Seele und als mystisch verklärte individuelle Suche nach den Geheimnissen des Lebens 33 7. Künstler der Inszenierten Fotografie 1) Annie Leibovitz 1949 ● ● ● ● Selbstmord durch Schlafmittelüberdosis ● gilt als die "Königin der Kamera" Ihre Fotomappe machte im Jahre 1970 beim "Rolling Stone" so viel Eindruck, dass sie sofort angestellt wurde und bereits mit 23 Jahren Cheffotografin des Musikmagazins wurde 1981 war sie an der Gründung des Vanitiy Fair Magazines beteiligt 1983 wechselte Leibovitz zum Hochglanzmagazin "Vanity Fair" Im Jahr 2001 hatte sie im Alter von 51 Jahren nach einer Samenspende bereits ihre erste Tochter Sarah auf die Welt gebracht 2004 starb ihre Lebensgefährtin, die US-Essayistin Susan Sontag, nach 16 gemeinsamen Jahren an Krebs - kurz darauf ihr Vater Samuel. Leibovitz stürzte in eine schwere Krise, verlor die Übersicht über ihre Finanzen Ein Jahr später ließ Leibovitz von einer Leihmutter Zwillingsmädchen austragen 2007 beauftragte Queen Elizabeth II. die Fotografin für das offizielle Hofporträt. Anlässlich des 90. Geburtstags durfte Leibovitz die Königin wieder fotografieren. 2009 bat die US-Präsidentenfamilie Obama die Starfotografin ins Weiße Haus für ein Familienfoto. Leibovitz hat alle US-Präsidenten seit Nixon fotografiert. die bestbezahlte weibliche Fotografin weltweit mehreren zehntausend Dollar pro Tag Themen/ Werkgruppen: fotografiert Prominente Bildreportagen spektakuläre Werbeaufträge, u.a. für American Express oder Honda US-Präsidenten "Schönheiten-Buch" über Orte, die sie gemeinsam mit Susan Sontag besuchen wollte für ihre Portraits bekannt Arbeitsweise: 34 ● 2) Richard Avedon ● ● ● ● ● Ihre Fotos zeichnen sich durch Inszeniertheit, unerwartete Posen der Porträtierten und eine verblüffende Farbkomposition aus Um ihre Portrait-Fotos zu schießen, verbringt Annie gern einige Tage mit den Stars und begleitet diese unauffällig in ihrem Alltag für authentische Werke Verbindung zu Models aufgebaut aufwendige Lichtchoreographien, große Gesten und Accessoires Bei ihr sieht man die Inszenierung direkt Kein filmischer Charakter ● Fotografierte auch Landschaften Räumte Rollenbilder der Frau auf 1923 - 2004 Mit seiner zweiten Frau Evelyn Franklin hat der Fotograf einen Sohn Militärzeit bei der US-Handelsmarine 1942-1944 seit den vierziger Jahren maßgeblich dazu beigetragen, aus der Modefotografie eine Kunstform zu machen begann seine Karriere in den 40er Jahren bei dem Pariser Modeblatt ,,Harper's Bazaar" später wurde er für eine Millionen-Gage erster Chef-Fotograf von ,,Vogue" wurde durch seine Porträts von Marilyn Monroe, Charlie Chaplin, Jackie Kennedy und Truman Capote berühmt 1950 ,,Highest Achievement Medal" mit dem ersten "Berlin Photography Prize" ausgezeichnet In der New Yorker Kulturszene freundete er sich eng mit Andy Warhol an 1992 wurde er der erste Hausfotograf der Wochenzeitschrift ,,The New Yorker" bis zu seinem Tod als Fotograf tätig verstarb an einer Gehirnblutung Viele Bilder sind heute ikonisch Bekam einer der reichsten und bekanntesten Fotografen weltweit Themen/ Werkgruppen: Modefotograph für Vogue und ,,Harper's Bazaar" Landstreicher, Strafgefangene und Kriegsopfer in Vietnam Landschaftsfotografien empfand er als uninteressant 35 Fotografierte Vater über 7 Jahre hinweg politisches Engagement für das ,,andere Amerika" Außerdem ging der Künstler in Kliniken und porträtierte dort Geisteskranke ● gigantische Gruppenfotos der New Yorker ,,Factory", wo die sexuelle Revolution zelebriert wurde ● Arbeitsweise: ● fotografierte auch Dinge die ihn frustrierten/ beängstigten verändert die Ansicht auf Personen durch seine Porträts fotografierte A-Promis Wie ein Filmregisseur schuf er Szenen, in denen Models agieren wie Schauspieler Ende der fünfziger Jahre änderte Avedon seinen Stil. Nicht mehr im Freien, sondern im Studio vor nackter, weißer Leinwand posieren jetzt seine Models Baut eine Beziehung zu Models auf für schönere Porträts ,,zufällige Momente" inszeniert Zu Avedons Markenzeichen gehört der weiße, leere Hintergrund, auf dem nichts vom Motiv ablenkt schonungslos und detailgenau Haute Couture in alltäglicher Umgebung Models vor der Kamera in Bewegung gesetzt filmischer Charakter Suche nach Wahrheit und Authentizität jenseits des schönen Scheins der Fashionwelt Fotografierte Person würdevoll und respektvoll Keine aufwendige Lichtchoreographie, keine großen Gesten, keine Accessoires Wollte kreieren und nicht beobachten Schwarzweißfotografien 3) Jeff Wall Ästhetisch 1946 in Kanada zeitgenössischer Künstler und Kritiker Ist der Meinung, dass die Post-Renaissance-Malerei in die Kunst der Gegenwart integriert werden kann 36 ● ● Arbeitsweise: großen Gegenlichtaufnahmen und Fotografien mit kinematografischem Ansatz ● Wall hat seine Fotografie mit modernen Elementen aktualisiert und verwendet die Gegenlichttechnik, die für Werbeaufnahmen typisch ist jüngere Werke umfassen digitale Montagen, mit denen er makellose fast skurrile Kompositionen farbigen Fotografien, welche in Leuchtkästen zur Schau gestellt werden bis ins kleinste Detail durchdacht und inszeniert wollte Bildern eine dokumentarische Stimmung verleihen Absichtsvolle Inszenierung des Alltäglichen >> wirken wie Momentaufnahmen Inspiration von Gemälden, Romanen, Skulpturen Jedes Bild besitzt eine einmalige Komposition Bezug zu bekannten Werken und Kunstgeschichte auffindbar inszenierte Wirklichkeit: Rekonstruktion des Umfelds seiner Erinnerung 4) Cindy Sherman 1954 Wusste schon in der High-School, dass sie Künstlerin werden wollte Liebte es schon als Kind sich zu ,,verunstalten" Verkleidete sich während ihrer Zeit auf dem College, wenn sie sich niedergeschlagen oder einsam fühlte Werkgruppen: ,,Film Stils": Mehrdeutigkeit, mysteriöses schaffen und offene Fragen beim Betrachter auslösen waren das Ziel ,,History Portraits": Wollte zeigen wie Personen auf historischen Gemälden wohl in echt aussehen und ihnen Charakter verleihen Clowns: Wollte das Wesen unter der Maske zeigen und verschiedene Charaktere festhalten ● Arbeitsweise: Personen nicht wahrhaftig dargestellt, man sollte das künstliche sehen Sie selbst stellt diese Personen da (Selbstporträts) Überlegte sich zu jeder Person einen Charakter Computer diente nur zur Veränderung des Hintergrundes, alles andere wäre Mogelei Ging ihr um den Spaß, daher ,,machte sie einfach" 37 8. Moralische/ Ethische Grenzen der Fotografie ● Sind intime/ entwürdige Situation gerechtfertigt? Hätte Fotograf in extremer Situation lieber helfen sollen? Ist das Ziel die Welt mit Problemen zu konfrontieren über die Würde des Einzelnen zu stellen? ● Bekommt das Opfer vielleicht sogar seine Würde zurück? ● ● ,,Accessoires" (z. B. künstliche Brust, Perücke,...), Schminke (z.B. ganz klare Bikinistreifen, Augenbrauen über den eigenen geschminkt), etc. wirken so übertrieben, dass man schnell merkt, dass die Fotos inszeniert sind Aussageabsicht: Möchte die Schönheit bloßstellen Hält analysierte Menschenbilder fest (Verhalten beobachteter Personen) In die Augen von jemandem schauen und den Charakter sehen Kreativität der Menschen anregen 9. Welche Faktoren bedingen ein ,,gutes" Foto? Ungewohnte Perspektive Klare Struktur Geometrie Nicht auf den ersten Blick zu erkennen was dargestellt ist Beziehung der Bildgegenstände zueinander Der ,,entscheidende Moment": richtigen Moment erkennen und Kamera bereit zum abdrücken haben ● 10. Inszenierung oder nicht? ● Der richtige Augenblick": das Formale stimmt, Formen und Linien sind sorgfältig komponiert, warten bis ein Mensch ins Bild läuft ● Keine Intimität Häufig bei Politikern und Schauspielern Sprung in die Luft perfekt getroffen ● Z.B. Modefotografie Personen stellen sich dar, posieren 38 11. Plakat und Werbung 1) Definition Ist ein ein- oder mehrfarbiger, in der Regel mit Text und Bild gestalteter Papierbogen, der an einer geeigneten Fläche im öffentlichen Raum platziert wird, um eine Botschaft zu übermitteln. Es handelt sich um eine Mitteilung an eine Gruppe anonymer Empfänger. 2) Ziel und Funktion von Plakaten Ein Plakat soll: Auffordern Mittleinen Informieren Überzeugen Provozieren ● ● Beeinflussung der Entscheidung eines Betrachters Neugierde, beziehungsweise die emotionale Seite, den Verstand des Betrachters ansprechen ● ● Kommunikationsmittel: Botschaft eines Einzelnen, einer Gruppe, Institution oder ähnliches wird mit Hilfe des Plakates an mehrere anonyme Empfänger weitergegeben, um diese zu beeinflussen Massenmedium 3) Kontrollfragen zur Plakatanalyse ● ● Aufgabe: Aufmerksamkeit erregen (optischer Blickfang durch Form und Farbe) Einprägsam sein (originelle Texte und Motive) Interessant gestaltet sein (originelle Kombination von Schrift und Farbe) Klar gegliederte Botschaft, beziehungsweise Aussage ● Wie deutlich ist die Botschaft auf eine Zielgruppe bezogen? Überzeugt die gestalterische Umsetzung in Bezug auf die Kommunikation und die Zielgruppe? 4) Bewertungsgrundlagen ● Wie hoch ist der Grad an Glaubwürdigkeit / Identifikationsmöglichkeit der Botschaft des Plakats für den Betrachter? Aufmerksamkeit des Plakates Informationsgehalt ● Schrift / Text / Komposition Originalität / Gestaltungsidee 39 5) Faktoren, welche auf den Betrachter der Werbung besonders aktivierend wirken Neuheit: Die Faszination des Neuen beruht auf der biologisch programmierten Neugierde des Menschen Neben neuen Formen der Gestaltung geht es dabei vorrangig um neue Inhalte 12. KISS Zusammenhang Bildmaterial und Text Format / Raumaufteilung Farbauswahl ● ● Die Kampagne muss etwas Neues zu sagen haben Erotik: Menschliche Sexualität -> Am stärksten ausgeprägtes Grundbedürfnis, übt eine besondere Faszinationskraft aus ● Abweichung: Werbung fasziniert wenn sie von Gewohnheiten abweicht Wenn sie anders ist als die Norm Angst: in der werblichen Ansprache das psychologisch sinnvollste Motiv Angst aktiviert und erregt -> instinktiv Die angstbeladene Botschaft funktioniert nur, wenn sie zugleich glaubhaft verspricht, das aufgeworfene Angstpotential auf überzeugende Weise zu bekämpfen / lindern Provokation: Möglichkeit aufzufallen Dem langfristigen Image-Aufbau kann sie jedoch schaden -> unharmonisch ● Einfachheit: Komplizierte Gedanken -> Einfach darstellen Hohe Kunst der Kommunikation Was am einfachsten zu verstehen ist, wird unterbewusst bewilligt und vollständig adaptiert Keep It Short & Simple Beispiel: Kussmund der Aida Kreuzfahrtschiffe 13. AIDA-Prinzip Attention - Aufmerksam werden auf die Werbung: Werbung muss Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe erregen, damit sich der Werbeadressat überhaupt mit der Werbebotschaft beschäftigt 40 ● Ziel wird der sogenannte ,,Eye-catcher" Ungewöhnliche Bilder Auffällige, überdimensionierte Typographie Markante Slogans Signalfarben Interest - Interesse am Produkt wecken: Das Interesse des Betrachters soll geweckt werden Die in der ersten Stufe erzeugte Aufmerksamkeit soll weiter gestaltet werden, sodass Interesse entsteht sich näher mit dem Plakat zu beschäftigen Durch einen Werbeslogan, ein Versprechen Die Aussage muss kurz und leicht gehalten sein, damit sie schnell vom Betrachter aufgenommen wird Desire - Wunsch nach dem Produkt: Werbung muss den Wunsch nach dem beworbenen Produkt wecken Dazu muss die Werbung Informationen hinsichtlich dem Unternehmen sowie Informationen zur Abgrenzung von Konkurrenzprodukten (Vorteile des eigenen Produktes, Nachteile der Konkurrenz) Nutzen von emotionalen oder rationalen Gründen, die für das Produkt sprechen Emotionale Ebene -> Erwecken von Hoffnung auf höheres gesellschaftliches Ansehen durchlas Produkt, Gefühl von mehr Sicherheit Rationale Ebene -> Preise, Preissparnisse Action - Handlung: Werbung löst den Kauf aus 14. Montage und Collage COLLAGE (VON FRZ. COLLER - KLEBEN): Bild, das aus verschiedenen Materialien, etwa Zeitungsausschnitten, Fotofragmenten, Tapetenresten, Stoffresten, Zetteln etc. besteht, die auf einer Unterlage aufgeklebt sind Erfinder -> Pablo Picasso und George Braque, die in ihren ,,papiers colliers" (1911 1912) erstmals Zeitungsausschnitte und Tapetenstücke integrierten, die Wirklichkeit im Kunstwerk zu erfassen, näher zu kommen MONTAGE (VON FRZ. ZUSAMMENFÜGEN, BAUEN): Bild -> Zusammenfügen von dreidimensionalen Materialien (Gegenstände werden mit in das Bild integriert) -> Kurt Schmitters HANNAH HÖCH (*1889, GESTORBEN 1978) deutsche Malerin, Grafikerin und Collagekünstlerin des Dadaismus Liebesbeziehung mit Raoul Hausmann (deutscher Künstler des Dadaismus) Mit ihm entwickelte sie Fotomontagen 41 ● Themen: Collagen -> Geschlecht, Frau in der modernen Gesellschaft, Politik, Gesellschaft Ziel: das Aufrütteln und Infrage stellendeutender Normen und Werte Auseinandersetzung mit den politischen Verhältnissen in Deutschland Aufzeigen der gesellschaftlichen Widersprüche ,,Schnitt mit Küchenmesser Dada durch die letzte Bierbauchkulture poche Deutschland" (1919) Ausdrucksmittel der Collage: Proportionen Überschneidungen Größenunterschiede Versatzstücke Text und Bild Körperteile Satire / Irritation 42 Q3 Architektur 1. Leitfaden Architektur 1) Beschreibung (Was...?) ● ● ● Kunst-LK Einleitungssatz: Name, Ort, Architekt und Baujahr Beschreibung (Was ist dargestellt...? Erster Eindruck/ Wirkung Vom Allgemeinen zum Besonderen, beginnend beim Ganzen, über zu den Teilen und von dort zu Einzelheiten 2) Analyse der formalen Gestaltung (Wie...?) Bautechnische Aspekte: - Material: Stein, Stahl, Glas, ... - Bauweise und Konstruktion: Skelettbauweise, Massivbauweise, Flächentragwerke - Maße: Grundriss und Höhe - Besonderheiten Innerer Aufbau: - Innenraum: richtungsbetonter Longitudinalraum/ Zentralraum / komplexer Raum ohne dominierende Richtung - Grundriss: Anordnung der Einzelräume, Gliederung (z. B. in Mittelschiff, Seitenschiff...) - Gestaltung (z.B. durch Farbe, Kreuzgratgewölbe, Pfeiler..) Äußere Erscheinung: Gesamtform: Gliederung des Baukörpers: Einzelform, Addition von mehreren Grundformen, Durchdringung von Einzelelementen - Dachform: Satteldach, Pultdach, Kegel, Walmdach, Flachdach, ... ● Fassade: - Gestaltung der verschiedenen Seiten: gleichwertige Gestaltung aller Seiten, Betonung einer Ansicht als Schauseite - Gestaltung der Fassade/ Schauseite: symmetrisch, asymmetrisch - Gliederung der Fassade: horizontal (z. B. durch ein Sockelgeschoss, Gesims,...), vertikal (z.B. durch Lisenen, Pilaster,...), andere Gliederung, z. B. durch Farbe, Materialien 43 ● - Gliederung der Fassade durch plastische Elemente: Säulen, Pfeiler, hervortretende Fassadenelemente... - Eingangsbereich: hervorgehoben (z. B. durch Portikus, Portal...), unscheinbar... - Fenster (z. B. Drillingsfenster, Fensterrose..) und Türen - Schmuckformen, z. B. Reliefs, Skulpturen, Fialen... Das Gebäude in seinem Umfeld: 3) Interpretation (Warum...?) ● - Verhältnis zum umgebenden Raum: abweisend, offen - freistehend, eingebunden in einen größeren Gebäudekomplex ● Wird das Gebäude seiner Funktion gerecht? Wodurch? Warum nicht? Erscheint das Gebäude unter ästhetischen Gesichtspunkten gelungen? Kunstgeschichtliche Einordnung: - zeitliche Einordnung in eine Epoche oder einen Baustil, Begründung anhand von typischen Merkmalen - Vergleich mit anderen Bauwerken (z. B. vorherige Entwicklungsstufen) ● 2. Architektur Architektur bezeichnet die Gesamtheit aller Bauwerke mit künstlerischer Gestaltung, die über die Erfordernisse ihres reinen Zweckes oder der Nützlichkeit hinausgehen. In Abhängigkeit von natürlichen und kulturellen Gegebenheiten, von Ideen, Vorstellungen und Funktionen eines Bauwerkes werden die Form und die Konstruktion entwickelt. ● Naturräumliche Faktoren: Flächen sparend bauen Untergrund (Sand, Stein, Fels, ...) Bezug zum ästhetischen Erscheinungsbild der naturräumlichen Umgebung (Entweder Harmonie oder Kontrast) Vorhandene Materialien/ Rohstoffe - Klima (Hitze, Kälte, Niederschlag) Veränderung oder Miteinbezug der natürlichen Gegebenheiten des Bauortes Schutz vor evtl. Naturkatastrophen ● Kulturelle Faktoren: Religion, Politik Technische und Finanzielle Möglichkeiten (der Region, der Epoche, Zeit) Bevölkerungsdichte Interessen der Bevölkerung Stilrichtungen, abhängig von Epoche oder kulturellem Hintergrund Bedeutsamkeit eines Gebäudes für die Bevölkerung 44 3. Lexikon Begriff Architrav Arkaden Atriumhaus Basilika Cella (Naos) Drillingfenster Fensterrose Fiale Flächentragwerk Gesims Insula Interkolumnium Lauben Lisene Loggia Longitudinalraum Massivbau Definition Waagerecht auf den Säulen aufliegender Balken Bogen auf zwei Pfeilern oder Säulen In der Mitte einen zum Himmel geöffneten zentralen Raum, Licht wird vo oben zu den Räumen geführt, Haus kann seitlich ohne Fenster sein Drei- oder fünfschiffiges Bauwerk, Mittelschiff erhöht Rechteckige Kernkammer des antiken Tempels; Aufbewahrungsort des Götterbildes großes Fenster, bestehend aus drei durch "Stiele", d. h. Pfosten oder Pfeiler getrennte Einzelfenster, wobei das mittlere Fenster oft höher ist großes, rundes, mit Maßwerk ausgefülltes, oft buntes Kirchenfenster Spitztürmchen als verzierende Bekrönung von Strebepfeilern Elemente, deren Dicke im Verhältnis zu den Seitenlängen viel kleiner ist. waagerecht aus einer Mauer hervortretendes, fensterbrettartiges Bauteil zur Gliederung von Außenwänden Häuserblocks in meist rechtwinklig angelegten Städten, römische Mietshäuser Abstand zwischen zwei Säulen eines antiken Tempels an der Seite offenes, leicht gebautes Gartenhäuschen [aus Holz oder Holzlatten], das oft von Pflanzen umrankt ist] schmale und leicht hervortretende vertikale Verstärkung der Wand Raum, welcher sich mittels Bögen oder anderen Konstruktionen zum Außenraum öffnet; Erdgeschoss: Übergangsbereich zw. Innen- und Außenbereich, Obergeschoss: Verbindungsgang oder Freisitz ein längsgerichteter, meist auch längsaxialer Bau (oder großer Raum) raumabschließende Elemente wie Wände und Decken auch die statisch tragende Funktion erfüllen 45 Peristyl Pilaster Portal Portikus Profanbau Pultdach Sakralbau Satteldach Säulentempel Skelettbau Sockelgeschoss Solitär Walmdach Wolkenkratzer Zentralraum 4. Kategorien von Bautypen Wohnbauten Öffentliche Bauten Sozialbauten In Antike ein rechteckiger Hof, der auf allen Seiten von durchgehenden Säulenhallen (Kolonnaden) umgeben ist flach aus der Wand hervortretender, in Fuß, Schaft und Kapitell gegliederter Pfeiler großes repräsentatives Tor Säulenhalle als Vorbau an der Haupteingangsseite eines Gebäudes Nicht kirchliches Bauwerk Gerades Dach Gefängnisbauten Bildungsbauten Sportarenen Verkehrsbauten Bauwerke, die für sakrale, rituelle oder kultische Handlungen wie Gottesdienste oder Opferungen durch religiöse Gemeinschaften genutzt werden zwei entgegengesetzt geneigten Dachflächen, die an der höchsten, waagerechten Kante, dem Dachfirst, aufeinandertreffen von Säulen getragener antiker Tempel Art des Tragwerks eines Bauwerks. Dabei wird der Rohbau des Bauwerks aus Elementen zusammengesetzt, die eine primär tragende Funktion haben. Wie bei einem Skelett entsteht so eine Tragstruktur. ein Geschoss, das den Sockel eines Gebäudes bildet Profanbau (Weltlicher Bau) Wehrbauten (Burg, Festung, Kaserne, Bunker) Repräsentationsbauten (Schloss, Palast, Villa, Jagdschloss) Frei stehendes Gebäude nicht nur auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite geneigte Dachflächen hat Ab 100 Metern Höhe Bauwerk, dessen Hauptachsen gleich lang sind oder nur geringfügig differieren 46 ● 5. Architektur visuell darstellen ● ● ● Geschäftsbauten Industriebauten (Bergwerk, Brauerei, Fabrik, Molkerei, Schlachthof) Landwirts. Bauten (Stall, Scheune, Speicher, Silo, Mühle) Landschaftsgestaltungen (Damm, Deich, Kanal, Schleuse, Park) Sakralbau (Geistlicher Bau) ● Kirchenbauten Grabstätten Architekturskizze: Gedächtnisstütze, Gedanken nehmen Gestalt an Grundriss: horizontaler Schnitt, sehr genau Aufriss: zeigt die Außenansicht, auch Ansicht genannt 1 FRE M Längsschnitt: Schneidet Baukörper in Längsachse SMET- Querschnitt: quer verlaufend Alte akademische Bilddarstellung: Innenräume in Zentralperspektive, Außenräume in Zwei-Fluchtpunkt-Perspektive 47 6. Was macht eine gute Architekturskizze aus? Dynamischer Strich (Ungenauigkeiten und Dopplungen zulassen) Durchgängiges ästhetisches Konzept verfolgen, z.B. ausdrucksstarke Schraffur Techniken verwenden ● Farbwahl ● ● ● ● Der persönliche, subjektive Eindruck fließt in die Skizze mit ein (in der Wahl der Komposition, der Perspektive, der Zeichenmaterialien...) Linien- und Flächenkonzept entstehen lassen 7. Die 5 wichtigsten Baumaterialien ● Form wird durch Umrisslinien definiert Licht und Schatten können durch Farbnuancen (Helligkeitswerte) umschrieben werden Stein: Pont du Gard, eine Wasserleitung, die aus großen Bögen besteht, form follows function (Bogenbauprinzip der Römer) - Gr.: Säulen und Balken, dürfen nicht weit auseinander gebaut werden, sonst hält es nicht Röm.: Säulen und Bögen; Bögen durch Schlussstein gehalten Können Einschlüsse drin sein, Hohlräume, Adern Handwerker baut an der Baustelle Ziegel: Backstein Schon in Jungsteinzeit Ziegel aus Lehm geformt und in Sonne getrocknet Gebrannte Ziegel haben sich durchgesetzt, da es bei Regen zu Schwierigkeiten kam Lehm ist beliebig formbar Gebrannt genauso haltbar wie Stein, jedoch handlicher und leicht, somit transportfähiger Schöne Kuppeln wurden damit geformt, z.B. Hagia Sofia, Dom in Florenz Berechenbar: Alle genau gleich, genormt Praktisch für große Konstruktionen, z.B. Marienburg in Polen Ziegel konnte Angriffen durch Kanonen standhalten Holz: Urbaustoff der Architektur Jungsteinzeit Pfahlbauten, Holz gab es häufig Leichter zu bearbeiten, als Stein Holz faulte durch Feuchtigkeit und wurde statisch unstabil; man begann einen Steinsockel zu bauen und dann die Holzbauten darauf, z.B. Fachwerkhaus Quedlinburg 48 Stabilität durch Quer- und Schrägbalken Verbindungen zwischen den Pfosten Fachwerkhäuser in der Skelettbauweise gebaut, so wie Hochhäuser; revolutionär Holz fault unter Wasser nicht, Altstadt von Amsterdam wird z. B. von Holzpfählen getragen, ganze Regionen dafür abgeholzt Flexibel, relativ leicht, hoch belastbar Handwerker baut an der Baustelle Unvorhersehbar, bewegt sich und arbeitet Stahl: Nicht massiv verwendbar, sehr schwer Baustahl erst seit 1880, davor wurde das Rohmaterial in Formen gegossen und Gusseisen genannt (Ironbridge) Gusseisen kann in der Fabrik vorkonfektioniert werden, in großen Mengen herstellbar und auf die Baustellen bringen Vorhersagbares Material Technik verbreitete sich schnell europaweit verbreitet Kristallpalast für Weltausstellung konnte schnell gebaut werden (1851) Geburtsstunde der modernen Fertigung Gusseisen und Stahl nicht das selbe Gusseisen ist brüchig, rostet Moderner Stahl viel belastbarer, vor allem in Form von T-Trägern Hochhäuser nur durch T-Träger bau bar, auch bei Eisenbahnen Seagram Building in NYC ist ein Stahlskelettbau aus Stahl Stabil, gibt jedoch Wind und Wetter nach und gleicht der Druck aus, sehr flexibel Beton: Seit Römerzeit, haben ihn erfunden, Pantheon in Rom Beton musste nicht gemauert werden, sondern es wurde zwischen zwei Schalen mit Beton das Mauerwerk gegossen, auch Kuppeln (Pantheon) Stahlbeton ist modern Stahlstangen werden in Beton eingelegt, gegossen; Wie ein Netz, eine Matte Brasilia in Brasilien ist eine Stadt aus Stahlbeton Gebäude können extrem leicht wirken Leistungsfähig, günstig, gut transportierbar, nahe jede Form ist möglich 49 8. Architektur Epochen ● Urzeit: ,,Jungsteinzeit", Holzbauten Viele Steinarbeiten, z.B. Steinhedge, der astronomische Kalender ● Antike 1.200 v. Chr. - 30 v. Chr.: Griechisch: - Parthenon in Athen Bunte Arbeiten, Marmor und Kalkstein Gute Handwerker benötigt, viele Arbeiter, Kräne, Flaschenzüge Überwältigungsarchitektur; Machtsymbole Säulenordnung: Kapitell Säulenschaft TH Basis ionische Säule Das wichtigste für die Griechen waren Tempel, diese galten als Wohnstätten der Götter dorische Säule Kanneluren korinthische Säule Skulpturen schmückten die Räume und die Außenseiten wurden oft von künstlerisch gestalteten Reliefs verziert An der Vorderseite des Tempels und an den Seiten wurde ein durchgehender Säulengang errichtet. Durch diesen Gang gelangte man in das Pronaos, das war die Vorhalle des Tempels und von dort aus in den Innenraum mit der Cella. In der Cella stand dann die Götterstatue. Dieser Raum durfte nur von den Priestern betreten werden. Der eigentliche Gottesdienst fand also vor dem Tempel beim Altar statt und nicht wie bei uns im Inneren. 50 Römisch Pantheon, Rom Kolosseum Erfindung Gussmörtel aus Kalk, Bruchsteinen und Wasser Kuppel Romanik 750-1250: Religion und Feudalismus prägen die mittelalterliche Gesellschaft Kirchen und Klöster als wichtigste Kulturträger Rundbögen, Gewölben, Säulen und Pfeilern Vor allem der Rundbogen ist ein typisches Stilmerkmal der romanischen Architektur. An ihm lassen sich romanische Bauten am einfachsten erkennen und von der Gotik unterscheiden dicken Mauern mit kleinen Fenstern Die Kirchen wirken sehr mächtig. Der große Kirchenraum wird mit einem Gewölbe ausgestattet Auch in der Buch- und Wandmalerei sowie bei Skulpturen spricht man von romanischem Stil. Typisch ist hier, dass die Abbildungen sehr viele Symbole zeigen. Aneinander geschobene und gestaffelte Teilkörper ● Gotik 1130 - 1500: Man erkennt gotische Bauten leicht an dem typischen Spitzbogen (während die Romanik mit Rundbögen baute). Typisch sind auch gerippte Gewölbe (Kreuzrippengewölbe) und ein Strebewerk, bei dem Strebepfeiler mit Strebebögen verbunden sind und die Last des Gewölbes auffangen. Gerne verwendete man große, runde Rosettenfenster. Die Fenster waren licht und mit Maßwerk ausgestaltet. So nennt man geometrische Muster, die von Steinmetzen ganz fein gearbeitet wurden und die vor allem Fenster schmückten. 51 - Das herausragende Bauwerk der Gotik ist die Kathedrale. In diesen großen Kirchen eines Bischofssitzes kamen die Stilelemente der Gotik in der Architektur, Malerei, Glasmalerei und Plastik (Skulpturen) zusammen. Anders als die gedrungenen romanischen Bauten strebten die gotischen Kathedralen in die Höhe, waren lichter und größer. Höher als breiter ● Renaissance 1420-1610: - ww Wiedergeburt der Antike Grundziele: Geometrisierung (Verwendung elementarer und geometrischer Formen, einfache mathematische Verhältnisse) und Anthropomorphisierung (Wiedereinführung der klassischen Ordnungen) Architekten und Baumeister besannen sich, die Harmonie des Gleichgewichts und der Proportionen zu vereinen Klare geometrische Strukturen, Symmetrie und harmonische Proportionen Zahlreiche Bauwerke entstanden nach der Proportionsregel des Goldenen Schnitts Symmetrische Grundformen (polygonale, runde oder quadratische Elemente, um harmonische Proportionen zu erhalten) Antike Säulenordnungen (dorische, ionische, korinthische), z.B. Komposite Ordnung: Zusammengesetzte Ordnung von ionischen Voluten (schmückende spiralförmige oder schneckenförmige Ornamente) und korinthischem Kapitell (oberer Abschluss einer Säule) Kuppeln Tonnen- und Kreuzgratgewölbe Arkaden (Rundbögen, getragen von schlanken Säulen) Rustikamauerwerk (grob behauenes Quadersteinmauerwerk mit tiefliegenden Fugen) Fries und Gesims (horizontales Gestaltungselemente von Wandflächen und Fassaden) Villa Rotonda: Saal in der Mittelachse und streng symmetrische Anordnung der kleineren Räume zu beiden Seiten Palazzo Medici: toskanischer repräsentationsbau der Frührenaissance Bedürfnis nach einer komfortablen und repräsentativen Architektur Baukörper erscheint als lagernder Block Drei - vier Geschosse und ein Dachgesims 52 ● Boych do mle Barock, Frühen Neuzeit (15. - 18. Jahrhundert): Die Architektur des Barocks zeichnete sich durch Prachtbauten aus. Prunkvolle Paläste, Kirchen und Schlösser mit großzügigen Parkanlagen repräsentierten den feudalen Lebensstil von Fürsten und Klerus symmetrischen Bauweise mit geschwungenen Formen im Grundriss Innenräume erhielten üppige Verzierungen oft aus kostbaren Materialien wie Marmor und Goldauflagen. Mit Kartuschen - flächigen Dekorationsrahmen - und filigranen Stuckarbeiten wurden Wände, Fassaden und Decken ausgestattet. Prunkvolle Spiegelsäle sollten die Raumwirkung erweitern. Schlösser mit weitläufigen Parkanlagen bildeten prächtige Gesamtkunstwerke. Die in streng geometrischen Formen angelegten Barockgärten sind durch großzügige Rasenflächen, üppige Blumenbeete und feingeschnittenen Hecken gegliedert und mit Wasserspielen - ausgestattet. Barockkirchen erhielten meist konkav und konvex geschwungene Fassaden mit einem zentralen Kuppelbau. Der Lichteinfall in Kirchen war für die barocken Architekten ein wichtiges Gestaltungselement. Effekte aus Licht und Schatten sollten den Kirchenbesuch zu einem eindrucksvollen Erlebnis machen. Konkav-konvex geschwungene Bauelemente Kolossalordnung (über zwei Geschosse verlaufende Säulen oder Pilaster) Doppelsäulen Pilaster (Säulen ohne statische Funktion zur optischen Gliederung von Wänden und Fassaden) Kuppeln Gesprengter Giebel (in der Mitte geöffneter Giebel zur Gestaltung von Fassaden) Kolonnaden (Säulengang mit geradem Gebälk) Kartusche (schmückendes Gestaltungselement) Volute (schmückendes schneckenförmiges Gestaltungselement) Skulpturen, Stuckarbeiten, Fresken Geschwungene, große Treppen im Außenbereich Schloss von Versailles 53 ● Historismus 1850-1895: - Aufgreifen und Verwenden vorangegangener Stile - die Neoromanik die Neugotik die Neorenaissance der Neobarock Kirchen, Parlamente und gelegentlich Wohnhäuser mit Stilelementen der Gotik Museen, Theater und Opern in Anlehnung an Renaissancebauten errichtet Repräsentanzbauten des Bürgertums Merkmale des Barocks Eisenkonstruktionen und Brücken romanische Bauwerke Eklektizismus: mehrere Stile in einem Gebäude gemischt Warf Frage auf, ob man den Bedürfnissen der eigenen Zeit noch nachgeht und ob die Kreativität verloren geht Palace of Westminister, Schloss Neuschwanstein, Reichstag SLI LELAK ww ● Jugendstil 1896 bis 1920: benannt nach der 1896 gegründeten Münchner illustrierten Kulturzeitschrift Die Jugend Bauwerk ist ein Gesamtkunstwerk An der Natur orientiert, organisch-plastische Konzeption geschwungene Linien, ornamentale Muster und die Idee, dass sich die Funktion eines Gebäudes in dessen Gestaltung niederschlagen sollte, wobei es nicht notwendig war, dass die Symmetrie - also die spiegelbildliche Gestaltung - ein Bauwerk bestimmte Fassade erkennen lassen, wie ein Gebäude von Innen aussah prägenden Materialien Eisen, Stahl und Glas, wobei darüber hinaus vor allem Sandstein genutzt wurde, um Bauwerke entstehen zu lassen eigenwillige Interpreten wie zum Beispiel Antoni Gaudi Wohnhäuser nur für die wohlhabenden bestimmt 54 Arme Menschen lebten in Mietskasernen: überfüllt, niedriger sanitärer Standard, große Familien in 1-Zimmer-Wohnungen, Betten wurden vermietet, feuchte und dunkle Kellerwohnungen, Fabriken im Innenhof, wie im Dreck wälzen - 66558 SACRVM Bauhaus 1919-1933: 80008 1998 Weiße Fassaden Balkone THE Würfelartige, quaderförmige Bauweise Flachdach THI ,,form follows function" Dominier von klaren Senkrechten und Waagerechten, rechten Winkeln, geraden Formen Wenige oder keine organischen, geschwungenen Formen 10 Bauelemente haben teilweise mehrere Funktionen (z.B. Balkon und Vordach) Teilweise nach oben hin kleiner werdende Bauelemente Teilweise Gebäude auf Säulen Wenige bis keine bunten Farben und Verzicht auf Dekor, wenig Bezug zur Umgebung, Harmonie mit der umgebenden Natur Wirkung: eintönig, schlicht, hoher Wiedererkennungswert, modern, sauber, wenig individuell/ persönlich, vorlagenartig, kühl, austauschbar, anonym, anpassungsfähig ,,Neues Bauen" war die ideelle Grundlage, welche aus dem deutschen Werkbund stammte Sozialverantwortung, da Wohnungsnot Glas, Stahl, Beton und Backstein Kubische Formen, ineinandergeschobene Raumvolumen, freistehende Wandscheiben und kühne Auskragungen Freie Formen bei wenig konstruktivem Aufwand Bauhaus Dessau: Zentrum des Bauhaus, Hochschule für Gestaltung, Zusammenspiel zw. Symmetrie und Asymmetrie, Industriedesign (neues 55 sachliches Design) in etwa einem Jahr gebaut, Paul Klemm und Kandinsky unterrichteten hier Sozialbau Siedlungen: Einfamilienhäuser reihen sich aneinander, ,,Einfachheit, Bescheidenheit, Gleichheit und Gemeinsamkeit", Frankfurter Küche, May-Häuschen CDICDUW ● Dekonstruktivismus: Verschiebung von Werten und Bedeutungen, speziell die Infragestellung der Existenz von zweiseitigen Beziehungen, verbunden mit der Untersuchung der Zwischenräume Un-Harmonischer Zusammenstoß von Materialien, Richtungen und - Räumen Ablehnung des rechten Winkels zugunsten der dynamischen Diagonalen Auflehnung gegen das Traditionelle Freier Grundriss und fließende Formen Massiv, hoch, lichtdurchflutet, wirr, asymmetrisch Teilweise kubisch, teilweise organisch Dynamisch, bewegt, lebhaft, auffallend Frei, offen, schwerelos, leicht trotz schwerer Baumaterialien Statisch hochkomplex Türen, Treppen und Fenster dienen nicht unbedingt einer Funktion Kritik: Mainstream, Architainment: Verbindung zw. Kapitalismus, Angeberei und Architektur Skulpturale Architektur: Skulpturale Architektur ist ein Grenzgebiet zwischen Architektur und Kunst. Kunsthistorisch betrachtet ist Architektur sogar die ,,Mutter" aller anderen Kunstformen, da sich in und an ihr Malerei und Skulptur erst herausgebildet und etabliert haben. Definiert sich nach wie vor über ihre Funktion als Behausung, die wiederum Zwecken wie Arbeit, Repräsentation oder Ausstellung von Kunst 56 unterliegt und sich somit von zweckfreier (abstrakter) Skulptur unterscheidet Alte Wahrnehmungsmuster aufgebrochen und neue angeregt, ja geradezu provoziert Ästhetischer Wert oft höher als Gebrauchswert Biomorph, ausdrucksstark, organisch und zusätzlich in eine Art von monumentalen oder minimalistischen Rationalismus kategorisiert Unkonventionelle, ausufernde Formen Grenzen zwischen Dekonstruktivismus und skulpturaler Architektur verschwimmen 9. Architekten 1) Andrea Palladio (Renaissance) Einer der bedeutendsten Architekten dieser Zeit Eig: Andrea di Pietrol, wurde von seinem Förderer dem Dichter Gian Giorgio Tressino Palladio genannt; In Anspielung auf die Göttin der Weisheit, Pallas Athene Durch Tressino Möglichkeit eines Architekturstudiums und Reise nach Rom, wo er sich mit den Bauten und Ruinen der römischen Antike beschäftigte Bauten in drei Gruppen unterscheidbar: repräsentative Palazzi, Sakralbauten und Villen Der römischen Antike nachstrebender Baustil, typisch sind tempelartige Fassaden Villa: Haupthaus eines landwirtschaftlichen Anwesens im Unterschied zum städtischen Palast; um Venedig wurde es als Landhaus wohlhabender Kaufleute und Patrizier immer beliebter In Venetien Villen als vollkommene Zentralbauten, wobei die Einbindung in die umgebende Landschaft, oft mit zugehörigen Gartenanlagen, immer mehr Bedeutung erlangen Palladianismus/ Palladios Gesetz: harmonische Proportionen und seine bevorzugte Formgebung: strenge Klarheit und Rationalismus, blockhafter Baukörper, Fassaden mit Strukturen antiker Tempelfronten ,,Villa La Rotonda" verkörpert das Ideal einer vollkommenen Baukunst: ,,Man genießt nach allen Seiten eine hervorragende Aussicht." (Palladio) 57 Prägte die Entwicklung der europäischen Baukunst 2) Antonio Gaudi (Jugendstil) Führender Vertreter der Jugendstils, des so genannten Modernismo Architekt, Kunsthandwerker, Möbeldesigner, Bildhauer, Stadtplaner Bauten wurden als Gesamtwerk verstanden Beeinflusst durch Gotik und Barock in Spanien, aber auch die Baukunst Nordafrikas, speziell Marokko An der Natur orientierte Formsprache, welche den Baukörper als plastisches Element sah Baukörper, Fassaden und Räume unterliegen einer einheitlich, organisch- plastischen Konzeption Viele plastische Details und Elemente Vegetabile ornamentale Durchgestaltung und Polychromie ,,Originalität ist die Rückkehr des Ursprungs" (Gaudi) Markenzeichen: Kreuz 58 3) Ernst May (Bauhaus) Baute zwischen 1925-1930 mehr als 30.000 Wohnungen Beabsichtigte eine räumliche Neustrukturierung Frankfurts Alles sollte dezentral aufgebaut werden: Stadtrandsiedlungen entsprechend des urbanistischen Prinzips englischer Trabantenstädte Häuser sehen alle gleich aus Funktion bestimmt die Form, detaillos May-Häuschen: Heute noch sehr beliebte Ein-Familienhäuser Häuser werden über Generationen vererbt Große Gemeinschaft innerhalb der Siedlung 4) Mies van der Rohe (Bauhaus) ,,Reine Architektur" Offene Anordnung des Grundrisses Kostbare Materialien: Marmor, Travertin, Onyx, verchromter Stahl Streben höchster Qualität und Vollendung seiner Bauwerke Fließende Räume Auflösung der traditionellen Anordnung abgeschlossener Räume Großraum in verschiedene Nutzungsbereiche unterteilt -> freistehende Wände - Fließender Übergang von Außen- und Innenraum Große Steinplatten wirken gleichzeitig massiv und leicht, edel, individuell 5) Zaha Hadid (1951-2016) (Dekonstruktivismus, Skulpturale Architektur) Im Irak geboren und in London tätig gewesen 2004 als erst Frau den Pritzker-Preis, die wichtigste Auszeichnung der Architekturwelt Bauten scheinen sich der Schwerkraft zu entziehen Modernistische, futuristische Entwürfe Niemand traute sich ihre verrückten Entwürfe zu verwirklichen, dauerte Jahre bis zum ersten Bau 59 - Verzichtet auf den rechten Winkel; geschwungene Formen Übergang von Innen nach Außen Grünflächen (Innenhöfe, Außenanlagen, Dächer) Glasflächen, große Fensterfronten Dynamisch und fließend Organisch und frei Kinetisch und fluid Lichtsstimmung besonders berücksichtigt Kurven gewählt eingesetzt, ,,Königin der Kurven" Musste als Frau ziemlich viele Hürden überwinden; hatte großen Mut Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschoben Wollte andere inspirieren Raumgreifende Persönlichkeit: Behauptet sich in der Starwelt 6) Frank O. Gehry (Dekonstruktivismus, Skulpturale Architektur) 1929 heute Kanadier, studierte und arbeitete in L.A. Entwirft Planungen u.a. für Museen, Einkaufszentren, Wohnsiedlungen, Banken, Restaurants und andere Gebäude Wohnhaus Santa Monica: Wellblech, Sperrholz und Maschendraht Distanziert sich von form follows function, Form dominiert die Funktion Asymmetrisch, verschwommen wirkend Gebrochene Geometrien Geschwungene, schwebende Elemente Neue Materialien Außenwände streben von innen nach außen 60 Viele Museen: Große Ideen verwirklichen, kulturelles Zusammenleben fördern, Kunst als Gebäude herstellen (Skulptur), Kunst soll mehr Aufsehen erregen 61