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Werkbetrachtung/ Werkanalyse

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Der ,,Kouros von Tenea" - eine Werkbetrachtung
-images/A'
Kouros von Tenea (Apollo), Marmor,
153 cm, Korinth, 560-550 v. Chr.,
Glyptothek Mü
Der ,,Kouros von Tenea" - eine Werkbetrachtung
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Kouros von Tenea (Apollo), Marmor,
153 cm, Korinth, 560-550 v. Chr.,
Glyptothek Mü
Der ,,Kouros von Tenea" - eine Werkbetrachtung
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Kouros von Tenea (Apollo), Marmor,
153 cm, Korinth, 560-550 v. Chr.,
Glyptothek Mü
Der ,,Kouros von Tenea" - eine Werkbetrachtung
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Kouros von Tenea (Apollo), Marmor,
153 cm, Korinth, 560-550 v. Chr.,
Glyptothek Mü
Der ,,Kouros von Tenea" - eine Werkbetrachtung
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Kouros von Tenea (Apollo), Marmor,
153 cm, Korinth, 560-550 v. Chr.,
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Der ,,Kouros von Tenea" - eine Werkbetrachtung -images/A' Kouros von Tenea (Apollo), Marmor, 153 cm, Korinth, 560-550 v. Chr., Glyptothek München Nackt und unerschütterlich lächelnd steht der Kouros von Tenea in der Glypto- thek München dem Betrachter gegenüber. Ob die marmorne Skulptur eines jun- gen Mannes schreitet oder steht, ist schwer zusagen. Entstanden ist sie un 560-550 v. Chr. in Korinth und ist mit 153 cm unterlebensgroß. 5 Kerzengerade ist der Kouros aufgerichtet, die Arme liegen parallel am Körper an und die Hände sind zu einer lockeren Faust geschlossen. Die Beine sind durch- gestreckt und in kleiner Schrittstellung, wobei das rechte Bein vorne ist, ange- ordnet. In der seitlichen Ansicht ist zu erkennen, dass das linke Bein leicht nach hinten zeigt, der Oberkörper ruht mittig über dem Schritt. Die Fußspitzen zeigen 10 nach vorne. Darüber ist der Kopf gerade aufgerichtet und der Blick aus den gro- Ben mandelförmigen Augen geht geradeaus. Die Haare fallen in wohlgeordne- ten Wellen über die Schultern auf den Rücken und umrahmen das Gesicht. Die- ses ist in einer symmetrischen Dreiecksform gestaltet und zeigt ein freundliches Lächeln mit geschlossenem Mund. Die rundum ausgearbeitete Figur ist für die 15 Ansicht von vorne geschaffen. Schlank und mit durchtrainierten Muskeln wirkt die Figur wie ein Sportler, be- sonders die kräftige Bein- und Gesäßmuskulatur erinnern an einen Sprinter. Ebenso auffallend ist die...

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Alternativer Bildtext:

klar definierte Bauchmuskulatur. Die nahezu symmetrische Figur besitzt eine durchweg glatte Oberfläche und ist 20 sorgfältig bearbeitet. Der Marmor zeigt sich weiß ohne eine Maserung. Beson- ders im Gesicht, an den Kniescheiben und der Bauchmuskulatur fällt die lineare Gestaltung der Formen auf, sie wirken wie aufgezeichnet und sind nur leicht plastisch ausgearbeitet. Die Vertikale ist durch die aufrechte Haltung und die Parallelität der Glieder betont und wird durch die breiten Schultern und die 25 greifbaren Volumen von Gesäß- und Beinmuskulatur harmonisch ausgeglichen. Der Körper ist stimmig proportioniert. Dies alles verleiht der Skulptur einen schmückenden, vornehmen Charakter. Hier ist nichts Wildes oder Ausbrechen- Westermann Gruppe Best-Nr. 018145 des zu entdecken, was dem ersten Eindruck eines aktiven Sportlers entgegenwir- ken würde. Überhaupt wirkt alles an der Figur schematisiert: Das Gesicht ist 30 maskenhaft, die Muskeln erscheinen wie aus einem Lehrbuch abgezeichnet, die Haare gleichen einer Theaterperücke, die Haltung wirkt inszeniert. Alle Einzel- teile scheinen gezielt ausgesucht und zu einem Ganzen zusammengefügt, zu ei- nem Musterbeispiel eines sportlichen und vornehmen jungen Mannes. Durch die gleichmäßige, perfekte Bearbeitung und den einheitlich weißen Marmor ent- 35 steht dennoch eine harmonische Gestalt. Das verschmitzte Lächeln gibt der Fi- gur etwas Natürliches, wirkt fast wie ein ironisches Augenzwinkern. Was bzw. wen stellt diese Figur dar? Die mustergültige Gestaltung des Körpers lässt darauf schließen, dass der Bildhauer hier ein Ideal geschaffen hat. Es gibt keine individuelle Porträthaftigkeit. Die Figur ist ein Vorbild für den Mann der 40 griechischen Gesellschaft. Als gut trainierter Sportler kann er bei panhelleni- schen Wettkämpfen für seine Stadt Ruhm erlangen und im Krieg Heldentaten vollbringen. Die sorgfältigen Locken markieren ein Bewusstsein für gepflegtes Äußeres, gleichzeitig verweist es auf die orientalischen Hochkulturen und bele- gen den gehobenen Status des Mannes. Dies gilt ebenfalls für das Lächeln; auch 45 wenn uns das heute amüsiert, war es in der Archaik ein Symbol für die adelige Abstammung. Die aufrechte Schritthaltung ist aus dem ägyptischen Kulturkreis übernommen, doch anders als die meisten ägyptischen Standbilder steht diese Figur frei und selbstständig. Zusammen mit den lockeren Fäusten entsteht hier der Eindruck von Tatkraft und Selbstbewusstsein. Dies ist analog zur erstarken- 50 den griechischen Gesellschaft und deren wachsendem Selbstbewusstsein zu se- hen. Die tatkräftige und selbstbewusste Wirkung erscheint heute durch die ge- ringe Größe abgeschwächt, doch muss man sich die Figur ursprünglich auf einem Sockel, den Betrachter überragend, vorstellen, was ihre Repräsentativität verstärkt. Die Skulptur ist ein gutes Beispiel für den Typus des Kouros, eine weit 35 verbreitete Darstellungsform nackter, junger und aufrechtstehender Männer in der griechischen Antike. In seiner eher als statisch aufzufassenden Haltung und der schematisch idealisierten Gestaltung ist er eindeutig der Archaik, die im 6. Jahrhundert v. Chr. ihren Höhepunkt erreichte, zuzuordnen. Die Menschen ver- standen sich selbst als Abbild der Götter, deren Perfektion sie nacheiferten. In o diesem Sinne erfüllt der Kouros eine Vorbildfunktion und versinnbildlicht die Tugenden der griechischen Gesellschaft: Mut, Schnelligkeit, Beweglichkeit und eine edle Abstammung. Meist stellt ein Kouros einen Gott dar, seltener einen mythischen Helden, und war in Heiligtümern aufgestellt. Dort war er gleichzei- tig Repräsentant der stiftenden Stadt bzw. Familie. Als Grabfigur konnte der Kouros die Tugenden des Beerdigten symbolisieren. Der Münchner Kouros von Tenea wird oft auch als Apoll bezeichnet - in seiner Mustergültigkeit ist er leicht als Gott vorstellbar. Auch wenn uns heute das mas- kenhafte Gesicht fast als Karikatur erscheint, so zeigt sich hier bereits ein ideales Menschenbild eines selbstbewussten und tatkräftigen Mannes, wie es knapp hundert Jahe später in der Klassik zur Perfektion getrieben wurde und heute noch Gültigkeit hat. Autorentext 42 Lesen Sie die Werkbetrachtung zum Kouros von Tenea. Finden Sie passende Sinnab- schnitte, um Aufbau zu analysieren. Unterstreichen Sie weiterhin Schlüsselgedanken zur Skulptur. Westermann Gruppe Best.-Nr. 018145 Geometrischer Stil, Mittelachse, Symmetrie Kouros und Kore, archaisches Lächeln Archaik (700-500 v.Chr.) Kontrapost. Ponderation, S-Schwung Athleten, fruchtbarer Moment. Muskulatu Klassik (500-300 v. Chr.) Naturalismus, Spannung, dramatische Steigerung Seelischer Ausdruck (Emotionen), Bewegung, Heroik Hellenismus (300-50 v. Chr.) SCEN vom Dipylon-Meister 1. Achsensystem des attisch-archaischen Kuros II. Achsensystem des Doryphoros von Polyklet III. Achsensystem des Schlafenden Satyrn(Barberinischer Faun) Die griechische Antike: Skulptur Polyklet und das ,,richtige Maß" Der Bildhauer Polyklet entwickelte um 440 v. Chr. den „Kanon“. Der Kanon fast alles zusammen, was man zur Erstellung einer idealen Skulptur braucht. Darin entwickelt er eine Theorie zu den perfekten Proportionen eines menschlichen Körpers. Ein perfekter Körper war fest mit dem idealen Menschenbild der Klassik verbunden. Dieses Proportionsschema ist aus der Beobachtung der Natur entwickelt. Der „Goldene Schnitt" spielt als ideales Maßverhältnis darin eine große Rolle. Dieses Proportionsschema wird bis heute von Künstlern immer wieder aufgegriffen. A Schulterbreite 1/4 Schnitt Goldenen Proportion im 1/10 VA 1/8 Polyklet und das richtige" Maß Körper in der griechischen Kunst Verkörperungen - Die Bildkunst der Griechen Welche Bedeutung hatten die Bildnisse für die Menschen im antiken Griechenland? Welche sozialen Hintergründe gibt es für die Darstellung von menschlichen Körper? Wie wurden die Körperbildnisse gestaltet? Welche Rolle spielt die Darstellung von Schönheit in der griechischen Antike? Warum wurden die Körperdarstellungen idealisiert? Welche Regeln galten in der Darstellung der griechischen Skulpturen? Worauf verweisen antike Bildnisse? Welche gesellschaftliche, moralische Funktion ging von den Erforderlichkeiten: Statuen aus? Was versteht man unter dem. Körperkult der Griechen? Warum wurden die Skulpturen nackt dargestellt? Bildnisse waren in das soziale Handeln einbezogen soziale, identitätsstiftende Funktion →kultische Verehrung → politische und gesellschaftliche Wertschätzung sinnstiftende Rituale Die Bilderwelt war ein Teil der Lebenswelt. Wie werden weibliche Körper dargestellt? Gesellschaftsformen präferierten die Auseinandersetzung in körperlicher Präsenz miteinander politische Gleichheit unter den führenden Schichten überzeugendes persönliches Auftreten und brillante körperliche Erscheinung ausschlaggebend hohe physische Qualitäten im Krieg (Privileg der oberen und mittleren Schichten) Tugenden der Männlichkeit → Kampf Mann gegen Mann Kultur des ,,unmittelbaren Handelns" Arete" = die Vortrefflichkeit, körperliche und sittliche Vollkommenheit wurde von Männern und Jünglingen der herrschenden Klasse in Griechenland angestrebt gutes Aussehen geeignete Liebesbeziehung Erfolg im Sport und bei öffentlichen Reden bereitwilliger Griff zur Waffe zur Verteidigung der Stadt gegebenenfalls der "schöne Tod" (kalos thanatos) auf dem Schlachtfeld Kouros" junger Mann Modell, das dazu diente, die wichtigen Bestandteile idealer Männlichkeit abzubilden → Vorbildfunktion → politische Funktion im Sinne einer Machtdemonstration → Charakter des Andenkens Der Körper = essenzieller Leistungsträger des Menschen und seiner Handlungen Wesen der antiken Skulptur → menschliche Persönlichkeit wurde auf einen allgemein gültigen Typus reduziert → Aussehen übertraf das eines jeden Individuums → Schönheit wurde als absoluter Wert darauf projiziert Streben nach Vortrefflichkeit = persönliche und soziale Pflicht bewunderte Eigenschaften Zurückhaltung und Besonnenheit Die Skulptur der Klassik entspricht dem idealen Bild des Menschen "Kanon" Lehrschrift Polyklets beruht auf dem mathematischen System des goldenen Schnitts → Balance, Rhythmus, Proportion, Harmonie, Symmetrie Ziel = idealisierende Darstellungen vollkommener Schönheit Menschliche Gestalt = Objekt von Schönheit und Sinnlichkeit Körper = Mittel, um persönliche und kollektive Werte darzustellen Der Körperkult war nie zuvor in der Antike größer als bei den Griechen Vorliebe für Nacktheit in der Kunst Der „reine" Körper Grundlage des gesellschaftlichen Rangs → Ausbildung zu den Fähigkeiten des Kriegers wie des Bürgers in den Gymnasien Schöne Körper = Inkarnation der höchsten physischen und ethischen Werte = zentrales Element der griechischen Kultur „Kore" = junge Frau Darstellung mit Schmuck, Gewand, Mantel → Anzeichen für Wohlstand und Ansehen Bestimmung = Frau, Mutter und Herrin ihres eigenes Hauses zu sein weibliche Nacktheit → Ausstrahlung von Erotik weibliche Nacktheit im alten Griechenland nicht gesellschaftliche Norm Stellung der Frau in der Gesellschaft - kein Anrecht auf eigenen Besitz vom politischen Leben, der Gesetzgebung und kriegerischen Auseinandersetzungen ausgeschlossen verbrachten den größten Teil ihres Lebens im Haus - Haushalt führen, gesunde Kinder gebären Ausnahme in der Darstellung weiblicher Nacktheit = Göttin der Liebe, Aphrodite Auffassung Sokrates: Wie entwickelte sich die Darstellung des männlichen Körpers? →wahres Wesen der Schönheit erkennen → junge Männer werden davon profitieren → Kunstwerke üben Einfluss aus Wie sahen göttliche Bildnisse aus? Darstellung einer nackten Frau wird zum philosophisches Konstrukt = bedeutende Entwicklung →weibliche Form hielt Einzug in die zuvor männliche Gedankenwelt →der Typus Darstellung der Aphrodite errang dauerhaften Platz in der Geschichte der westlichen Ästhetik Archaik (ab 9. Jh v. Chr.) schematische Form Betonung grundlegender Elemente einfache und abstrakte Form Klassik (ab 5. Jh. V. Chr.) Erscheinungsbild der freistehenden männlichen Statue ganzheitlicher, entspannter formale Symmetrie und frontale Haltung der früheren Typen verschwindet Tendenz zu größerer Beweglichkeit Vorstellung von Harmonie, Ausgeglichenheit, Rhythmus und Proportion → Idee ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper → Darstellungen der Ruhmestaten der freien Bürger und Helden Athens unter der klugen Führung ihrer Götter und Göttinnen Hellenismus (ab 3. Jh. v. Chr.) realistische Züge betonen von Individualität ausladende Gesten Dehnung, Drehung und dynamische Faltenwürfe der Kleidung → Darstellung von Alltagssituationen oder Groteskem → Steigerung ins Dramatische Herrscherporträts und Statuen großer Staatsmänner → Individualität, Charakter und Persönlichkeit spielen besondere Rolle Funktion der Herrscherbildnisse: →stützen herrschaftliche Verhältnisse →vermitteln Rang und Bedeutung, Herrschaftsanspruch der Dargestellten In welchem Verhältnis standen die Griechen stellten sich ihre Götter und Göttinnen in menschlicher Gestalt vor Griechen zu ihren Göttern? = Ausdruck ihres Humanismus Merkmale der Götter Unsterblichkeit - übernatürlichen Kräften - wurden wie Sterbliche angesehen →Fühlen wie Menschen. →Streitereien Kultstatue des jeweiligen Gottes - Beherbergung in Tempel - verkörperten die göttliche Präsenz - standen im Zentrum der Verehrung - wurden von den besten Bildhauern ihre Zeit geschaffen - als großartige Kunstwerke angesehen → oftmals riesige Statuen → riefen Ehrfurcht und Bewunderung hervor Die figürlichen Darstellungen wurden demnach im wahrsten Sinne des Wortes als Verkörperung der Gottheit erachtet Charakterisierung der jeweiligen Gottheit durch - Kleidung Haltung - Attribute