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Kunstepoche "Realismus"

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Kunstepoche "Realismus"

 Realismus
Heutzutage lernen wir viele verschiedene Kunstepochen wie beispielsweise
die Renaissance, die Romantik oder auch den Expressionis

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Dies ist ein ausführlicher Text über die Kunstepoche des Realismus mit Bezug auf die Landschaftsmalerei. Bewertet mit 13 Punkten.

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Realismus Heutzutage lernen wir viele verschiedene Kunstepochen wie beispielsweise die Renaissance, die Romantik oder auch den Expressionismus im Unterricht oder außerhalb kennen. Im Folgenden möchte ich eine von ihnen genauer thematisieren und zwar den Realismus. Der Begriff Realismus, welcher von dem lateinischen Wort „realis" abstammt und die Sache betreffend" bedeutet, bezeichnet in der Kunst die Epoche, welche sich mit der Darstellung der ungeschönten Wahrheit beschäftigt. Des Weiteren geht es um die Erkenntnis der Wirklichkeit und damit wendet sich diese Epoche gegen die Romantik und den Klassizismus. Auch wenn es bereits seit der Antike realistische Strömungen gab, nahm die Kunstepoche im Jahr 1850 mit Gustave Courbet, welcher der Begründer und Namensträger der Epoche ist, in Frankreich seinen Ursprung. Schon nach kurzer Zeit entwickelte sich diese Stilrichtung der Kunst in ganz Europa und Nordamerika. Mit dem Übergang in den Impressionismus endete der Realismus im Jahr 1925. Wie vielen andere Epochen, hatte auch der Realismus eine Hochphase, welche von 1870 bis 1890 ging. Doch wie sieht eigentlich der geschichtliche Hintergrund aus? Der Realismus entwickelte sich nach der gescheiterten Märzrevolution 1848, wodurch es noch keine große Veränderung in der Gesellschaft gab. Die Bedingungen der Revolution wurden nämlich nur teilweise erfüllt, jedoch waren die Wünsche nach politischer Freiheit und staatlicher Einheit vergeblich. Es gab immer noch die Klassengesellschaft und die daraus resultierende Ungleichheit. Die Arbeiterklasse hatte einen...

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schlechten Rang in der Gesellschaft und schlechtere Lebensbedingungen, welche zum zentralen Thema in der realistischen Kunst wurden. Aus diesen bereits genannten Rängen entstanden ebenfalls große, soziale Problemen, welche teilweise zu Existenzkrisen führten. Ebenfalls die Industrialisierung, welche in Frankreich zwischen 1830 und 1860 forschritt, wirkte auf die Entstehung des Realismus ein. Denn durch die neu erbauten Firmen, gab es viele neue Arbeitsplätze und viele Menschen zogen in die Städte. Trotz den positiven Aspekten wurden die Arbeiter schlecht bezahlt und das Geld eines einzelnen Arbeiters reichte fast nie für die ganze Famile. Des Weiteren führte das Verhältnis zwischen den Unternehmern der neuen Firmen und den Arbeitern und Bauern nicht immer zu einer friedlichen Atmosphäre. Doch wie kann man nun den Realismus von anderen Kunstepochen unterscheiden? Anhand welcher Merkmale erkennt man, dass ein Gemälde im Realismus gemalt wurde? Wie auch jede andere Epoche, hat auch diese einige wesentliche Stilmerkmale. Ein ganz wesentliches Merkmal ist, dass in den Kunstwerken Darstellungen aus dem älltäglichen Leben vorhanden sind. Dieser Punkt schließt auch die alltäglichen Probleme mit ein. Dazu gehören zum Beispiel Armut, die harte Arbeit, die Lebensumstände und einiges mehr. Das bedeutet, dass man anhand der Themen schon auf die Epoche schlussfolgern kann. Jedoch wurden nicht nur Menschen bei harter Arbeit auf dem Feld gemalt, sondern es gab beispielsweise auch unkonventionelle Darstellungen wie nackte Frauen beim Baden. Sie wurden abgebildet, da diese ebenfalls ein der Wahrheit entsprechender Teil des Lebens waren. Jedoch wirkten sie durch die Farbauswahl, welche noch im Verlauf des Textes beschrieben wird, nicht erotisch, sondern erdrückend. Auch aus den zuvor im historischen Hintergrund genannten Gründen, waren die Realisten (die Künstler in dieser Zeit) in ihren Kunstwerken oftmals sehr sozialkritisch und überbrachten eine Botschaft. Gleichermaßen ist auch die Farbauswahl ein besonderes Stilmerkmal des Realismus. Denn im Gegensatz zum Expressionismus, wo die Farbauswahl öfters auch bunte Farben enthielt, sind in dieser Kunstepoche andere Farben dominant. Fast immer vorzufinden waren gedämpfte Braun- und Grautöne, wie aber auch Ocker- und Rottöne. Diese Farbauswahl ist auch der Grund dafür, dass alle Bilder des Realismus sehr trist und düster wirken. Ein weiteres Stilmerkmal war das Spiel mit Licht und Schatten, was in fast jedem Bild dieser Zeit vorhanden war. Das liegt daran, dass Licht und Schatten für eine dreidimensionale Darstellung, welche realistischer und naturgetreuer wirkte, hilfreich waren. Sie unterstützen also die realistische Sichtweise. Dazu kam eine sehr detailgetreue Darstellung von Gegenständen und Menschen, denn man wollte in der Epoche des Realismus die Wirklichkeit abbilden. Aus diesem Grund gab es keine Idealisierung und Verschönerung von Dingen. Jedes noch so kleine Detail wurde der Wahrheit gemäß gezeichnet. Selbst die charakteristische Züge eines Menschen wie zum Beispiel die Gesichtszüge wurden ohne Veränderung dargestellt. Durch diese Darstellungsform kam es auch zu dem Phänomen, dass viele der Kunstwerke und Bilder eher einem Foto ähneln. Ein weiteres in der Kunst zu erkennendes Merkmal ist, dass es nicht nur Platz für das Schöne und Idealisierte gab, sondern auch für das Hässliche. Ein Beispiel dafür ist die bereits beschriebene harte Arbeit. Allerdings können wir das Hässliche auch in der Landschaft erkennen, was mit Bezug auf die generelle Landschaftsmalerei im Realismus noch erläutert wird. Das hier abgebildete Bild ist das Werk ,,Die Steinklopfer" von Gustave Courbet aus dem Jahr 1849. Anhand dieses Gemäldes möchte ich nun noch einmal die Stilmerkmale verdeutlichen. Zuerst fällt auf, dass die Malerei nur aus gedämpften und unauffälligen Farben besteht, wie Braun-, Grau-, und Grüntönen. Auch die Kleidung der Arbeiter wird mit diesen Farbtönen dargestellt, wodurch sie auch nicht von dem Arbeitsplatz hervorstechen. Ebenso ist das erwähnte Spiel mit Licht und Schatten zu erkennen, was dem Bild mehr Dreidimensionalität und Realität verleiht. Kommen wir nun zu dem Themenbereich. Wie viele andere realistische Malereien, zeigt auch dieses die harte Arbeit von Menschen auf dem Land. Daurch sollen die Lebensumstände der Arbeiter verdeutlicht werden. Des Weiteren hat dieses Bild auch eine Botschaft. Durch die zerissene Kleidung und die ausgetretenen Schuhe soll der soziale Stand der Arbeiter deutlich werden, wodurch auch zum Ausdruck gebracht wird, dass die Arbeiterschicht oftmals nicht genug Geld für vernünftige Kleidung hatten. Auch das keine Gesichter zu erkennen sind, wurde bewusst entschieden. Somit wird nämlich verdeutlicht, dass es keine Rolle spielt, um wen genau es geht. Es ist keine besondere Person, sondern nur irgendjemand des einfachen Volkes. Gleichermaßen wird erkennbar, dass die einzelnen Personen anonym, wie auch ersetzbar sind, was genauso die sozialkritische Botschaft vermittelt. Jede Epoche hat bestimmte Künstler, die diese dominierten, beziehungsweise sehr bekannt waren. Einige Künstler oder Künstlerinnen des Realismus werde ich nun vorstellen. Als erstes kommt Gustave Courbet, welcher am 10. Juni 1819 in Ornans in Frankreich geboren wurde und am 31. Dezember 1877 in der Schweiz verstarb. In seiner Kunst ging es um die Lebensbedingungen der Menschen und ihre Heimat. Inspiriert hat ihn dabei seine eigene Heimat und die dortigen Umstände, welche auch zum Motiv seiner Kunst wurden. Er gilt, wie bereits am Anfang gesagt, als Begründer und Namensträger des Realismus. Denn als im Jahr 1955 die Weltausstellung standfand, lehnte die Jury seine Werke ab und daraufhin stellte er seine Werke direkt neben dem Schauplatz der Weltausstellung selbst aus. Dafür hatte er einen Pavillon angemietet, welchen er für die Ausstellung mit dem Namen „Pavillon du Réalisme" versah. Durch diesen Titel erhielt die Epoche den Namen Realismus. Anfangs dominierten Menschen seine Werke, bis er sich später mehr auf die Darstellung von Landschaften konzentrierte. So kam es dazu, dass ca. zwei Drittel seiner Werke Landschaftsdarstellungen waren. Einige seiner bekanntesten Werke sind „Das Begräbnis in Ornans“, „Die Steinklopfer" oder auch „Das Atelier des Künstlers". Jean-François Millet war ebenfalls ein bekannter französischer Künstler des Realismus. Er lebte von 1814 bis 1875 und war der Sohn eines Landwirtes. Nach Porträts von Familienangehörigen und Gemälden mit mythologischen Szenen, wandte sich Jean-François Millet der bäuerlichen Arbeitswelt zu. Er erklärte, wie viele andere Realisten dieser Zeit, alltägliche Tätigkeiten für bildwürdig und zeigte dies auch in seinem wohl bekanntesten Werk „Ährenleserinnen". Außerdem schloss sich Millet der Schule von Barbizon an, welche sich mit der Landschaftsmalerei beschäftigte. Ein deutscher Maler des Realismus war Adolph Friedrich Erdmann Menzel, der ab dem Jahr 1898 von Menzel hieß. Er wurde 1815 in Breslau geboren und starb 1905 in Berlin. Er besuchte die Berliner Akademie der Künste und wurde 1853 sogar zu einem Mitglied der Königlichen Akademie der Künste gewählt, an der er später auch als Professor tätig war. Sein mit Abstand bekanntestes Werk ist „Das Eisenwalzwerk", welches er zwischen 1872 und 1875 anfertigte. Dieses Gemälde erregte in dieser Zeit großen Aufsehen, da er die Arbeit durch die industrielle Revolution wahrheitsgetreu darstellte. Inspiriert hat ihn dabei zum Teil das Gemälde „Die Steinklopfer" von Gustave Courbet. Auch Honoré Daumier war eine wichtiger Vertreter des Realismus. Der im Jahr 1808 geborene und 1879 verstorbene Franzose, war in mehreren Teilbereichen der Kunst tätig. Zu Beginn malte er nur Karikaturen, welche ihn sogar für eine gewisse Zeit in das Gefängnis brachten. Im späteren Verlauf seines Lebens, begann er dann mit der Malerei, da seine Karikaturen in der Gesellschaft keine Aufmerkamkeit mehr erhielten. Auch in diesem Bereich der Kunst beschäftigte er sich mit dem Negativen und stellte die schlechten Lebensbedingungen der Menschen dar. Er malte zum Beispiel einfache Bürger, welche eng an eng in einem Wagon der dritten Klasse saßen oder auch Frauen beim Waschen der Wäsche. Mit diesen Themen und Darstellungen in der Kunst gehört er zu den Vertretern des Realismus. Wilhelm Leibl war ebenso wie Menzel ein deutscher Vertreter der realistischen Kunst. Er lebte von 1844 bis 1900 und starb in einem Alter von 56 Jahren an Wassersucht. Obwohl seine Kunst zu Beginn durch die Klassik geprägt war, wandte er sich durch die Werke Courbets der realistischen Malerei zu. Als sein bekanntestes Bild gilt wohl das Gemälde „Drei Frauen in der Kirche", welches an der Seite dargestellt ist, in dem er enorm detailgetreu eine alltägliche Situation wiedergibt. Es gibt keine Verschönerung oder Idealisierung der Menschen oder Gegenstände, was man zum Beispiel an der genauen Schrift in den Büchern oder aber an dem Staub in den Bänken erkennen kann. cong

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Realismus Heutzutage lernen wir viele verschiedene Kunstepochen wie beispielsweise die Renaissance, die Romantik oder auch den Expressionismus im Unterricht oder außerhalb kennen. Im Folgenden möchte ich eine von ihnen genauer thematisieren und zwar den Realismus. Der Begriff Realismus, welcher von dem lateinischen Wort „realis" abstammt und die Sache betreffend" bedeutet, bezeichnet in der Kunst die Epoche, welche sich mit der Darstellung der ungeschönten Wahrheit beschäftigt. Des Weiteren geht es um die Erkenntnis der Wirklichkeit und damit wendet sich diese Epoche gegen die Romantik und den Klassizismus. Auch wenn es bereits seit der Antike realistische Strömungen gab, nahm die Kunstepoche im Jahr 1850 mit Gustave Courbet, welcher der Begründer und Namensträger der Epoche ist, in Frankreich seinen Ursprung. Schon nach kurzer Zeit entwickelte sich diese Stilrichtung der Kunst in ganz Europa und Nordamerika. Mit dem Übergang in den Impressionismus endete der Realismus im Jahr 1925. Wie vielen andere Epochen, hatte auch der Realismus eine Hochphase, welche von 1870 bis 1890 ging. Doch wie sieht eigentlich der geschichtliche Hintergrund aus? Der Realismus entwickelte sich nach der gescheiterten Märzrevolution 1848, wodurch es noch keine große Veränderung in der Gesellschaft gab. Die Bedingungen der Revolution wurden nämlich nur teilweise erfüllt, jedoch waren die Wünsche nach politischer Freiheit und staatlicher Einheit vergeblich. Es gab immer noch die Klassengesellschaft und die daraus resultierende Ungleichheit. Die Arbeiterklasse hatte einen...

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Wie auch jede andere Epoche, hat auch diese einige wesentliche Stilmerkmale. Ein ganz wesentliches Merkmal ist, dass in den Kunstwerken Darstellungen aus dem älltäglichen Leben vorhanden sind. Dieser Punkt schließt auch die alltäglichen Probleme mit ein. Dazu gehören zum Beispiel Armut, die harte Arbeit, die Lebensumstände und einiges mehr. Das bedeutet, dass man anhand der Themen schon auf die Epoche schlussfolgern kann. Jedoch wurden nicht nur Menschen bei harter Arbeit auf dem Feld gemalt, sondern es gab beispielsweise auch unkonventionelle Darstellungen wie nackte Frauen beim Baden. Sie wurden abgebildet, da diese ebenfalls ein der Wahrheit entsprechender Teil des Lebens waren. Jedoch wirkten sie durch die Farbauswahl, welche noch im Verlauf des Textes beschrieben wird, nicht erotisch, sondern erdrückend. Auch aus den zuvor im historischen Hintergrund genannten Gründen, waren die Realisten (die Künstler in dieser Zeit) in ihren Kunstwerken oftmals sehr sozialkritisch und überbrachten eine Botschaft. Gleichermaßen ist auch die Farbauswahl ein besonderes Stilmerkmal des Realismus. Denn im Gegensatz zum Expressionismus, wo die Farbauswahl öfters auch bunte Farben enthielt, sind in dieser Kunstepoche andere Farben dominant. Fast immer vorzufinden waren gedämpfte Braun- und Grautöne, wie aber auch Ocker- und Rottöne. Diese Farbauswahl ist auch der Grund dafür, dass alle Bilder des Realismus sehr trist und düster wirken. Ein weiteres Stilmerkmal war das Spiel mit Licht und Schatten, was in fast jedem Bild dieser Zeit vorhanden war. Das liegt daran, dass Licht und Schatten für eine dreidimensionale Darstellung, welche realistischer und naturgetreuer wirkte, hilfreich waren. Sie unterstützen also die realistische Sichtweise. Dazu kam eine sehr detailgetreue Darstellung von Gegenständen und Menschen, denn man wollte in der Epoche des Realismus die Wirklichkeit abbilden. Aus diesem Grund gab es keine Idealisierung und Verschönerung von Dingen. Jedes noch so kleine Detail wurde der Wahrheit gemäß gezeichnet. Selbst die charakteristische Züge eines Menschen wie zum Beispiel die Gesichtszüge wurden ohne Veränderung dargestellt. Durch diese Darstellungsform kam es auch zu dem Phänomen, dass viele der Kunstwerke und Bilder eher einem Foto ähneln. Ein weiteres in der Kunst zu erkennendes Merkmal ist, dass es nicht nur Platz für das Schöne und Idealisierte gab, sondern auch für das Hässliche. Ein Beispiel dafür ist die bereits beschriebene harte Arbeit. Allerdings können wir das Hässliche auch in der Landschaft erkennen, was mit Bezug auf die generelle Landschaftsmalerei im Realismus noch erläutert wird. Das hier abgebildete Bild ist das Werk ,,Die Steinklopfer" von Gustave Courbet aus dem Jahr 1849. Anhand dieses Gemäldes möchte ich nun noch einmal die Stilmerkmale verdeutlichen. Zuerst fällt auf, dass die Malerei nur aus gedämpften und unauffälligen Farben besteht, wie Braun-, Grau-, und Grüntönen. Auch die Kleidung der Arbeiter wird mit diesen Farbtönen dargestellt, wodurch sie auch nicht von dem Arbeitsplatz hervorstechen. Ebenso ist das erwähnte Spiel mit Licht und Schatten zu erkennen, was dem Bild mehr Dreidimensionalität und Realität verleiht. Kommen wir nun zu dem Themenbereich. Wie viele andere realistische Malereien, zeigt auch dieses die harte Arbeit von Menschen auf dem Land. Daurch sollen die Lebensumstände der Arbeiter verdeutlicht werden. Des Weiteren hat dieses Bild auch eine Botschaft. Durch die zerissene Kleidung und die ausgetretenen Schuhe soll der soziale Stand der Arbeiter deutlich werden, wodurch auch zum Ausdruck gebracht wird, dass die Arbeiterschicht oftmals nicht genug Geld für vernünftige Kleidung hatten. Auch das keine Gesichter zu erkennen sind, wurde bewusst entschieden. Somit wird nämlich verdeutlicht, dass es keine Rolle spielt, um wen genau es geht. Es ist keine besondere Person, sondern nur irgendjemand des einfachen Volkes. Gleichermaßen wird erkennbar, dass die einzelnen Personen anonym, wie auch ersetzbar sind, was genauso die sozialkritische Botschaft vermittelt. Jede Epoche hat bestimmte Künstler, die diese dominierten, beziehungsweise sehr bekannt waren. Einige Künstler oder Künstlerinnen des Realismus werde ich nun vorstellen. Als erstes kommt Gustave Courbet, welcher am 10. Juni 1819 in Ornans in Frankreich geboren wurde und am 31. Dezember 1877 in der Schweiz verstarb. In seiner Kunst ging es um die Lebensbedingungen der Menschen und ihre Heimat. Inspiriert hat ihn dabei seine eigene Heimat und die dortigen Umstände, welche auch zum Motiv seiner Kunst wurden. Er gilt, wie bereits am Anfang gesagt, als Begründer und Namensträger des Realismus. Denn als im Jahr 1955 die Weltausstellung standfand, lehnte die Jury seine Werke ab und daraufhin stellte er seine Werke direkt neben dem Schauplatz der Weltausstellung selbst aus. Dafür hatte er einen Pavillon angemietet, welchen er für die Ausstellung mit dem Namen „Pavillon du Réalisme" versah. Durch diesen Titel erhielt die Epoche den Namen Realismus. Anfangs dominierten Menschen seine Werke, bis er sich später mehr auf die Darstellung von Landschaften konzentrierte. So kam es dazu, dass ca. zwei Drittel seiner Werke Landschaftsdarstellungen waren. Einige seiner bekanntesten Werke sind „Das Begräbnis in Ornans“, „Die Steinklopfer" oder auch „Das Atelier des Künstlers". Jean-François Millet war ebenfalls ein bekannter französischer Künstler des Realismus. Er lebte von 1814 bis 1875 und war der Sohn eines Landwirtes. Nach Porträts von Familienangehörigen und Gemälden mit mythologischen Szenen, wandte sich Jean-François Millet der bäuerlichen Arbeitswelt zu. Er erklärte, wie viele andere Realisten dieser Zeit, alltägliche Tätigkeiten für bildwürdig und zeigte dies auch in seinem wohl bekanntesten Werk „Ährenleserinnen". Außerdem schloss sich Millet der Schule von Barbizon an, welche sich mit der Landschaftsmalerei beschäftigte. Ein deutscher Maler des Realismus war Adolph Friedrich Erdmann Menzel, der ab dem Jahr 1898 von Menzel hieß. Er wurde 1815 in Breslau geboren und starb 1905 in Berlin. Er besuchte die Berliner Akademie der Künste und wurde 1853 sogar zu einem Mitglied der Königlichen Akademie der Künste gewählt, an der er später auch als Professor tätig war. Sein mit Abstand bekanntestes Werk ist „Das Eisenwalzwerk", welches er zwischen 1872 und 1875 anfertigte. Dieses Gemälde erregte in dieser Zeit großen Aufsehen, da er die Arbeit durch die industrielle Revolution wahrheitsgetreu darstellte. Inspiriert hat ihn dabei zum Teil das Gemälde „Die Steinklopfer" von Gustave Courbet. Auch Honoré Daumier war eine wichtiger Vertreter des Realismus. Der im Jahr 1808 geborene und 1879 verstorbene Franzose, war in mehreren Teilbereichen der Kunst tätig. Zu Beginn malte er nur Karikaturen, welche ihn sogar für eine gewisse Zeit in das Gefängnis brachten. Im späteren Verlauf seines Lebens, begann er dann mit der Malerei, da seine Karikaturen in der Gesellschaft keine Aufmerkamkeit mehr erhielten. Auch in diesem Bereich der Kunst beschäftigte er sich mit dem Negativen und stellte die schlechten Lebensbedingungen der Menschen dar. Er malte zum Beispiel einfache Bürger, welche eng an eng in einem Wagon der dritten Klasse saßen oder auch Frauen beim Waschen der Wäsche. Mit diesen Themen und Darstellungen in der Kunst gehört er zu den Vertretern des Realismus. Wilhelm Leibl war ebenso wie Menzel ein deutscher Vertreter der realistischen Kunst. Er lebte von 1844 bis 1900 und starb in einem Alter von 56 Jahren an Wassersucht. Obwohl seine Kunst zu Beginn durch die Klassik geprägt war, wandte er sich durch die Werke Courbets der realistischen Malerei zu. Als sein bekanntestes Bild gilt wohl das Gemälde „Drei Frauen in der Kirche", welches an der Seite dargestellt ist, in dem er enorm detailgetreu eine alltägliche Situation wiedergibt. Es gibt keine Verschönerung oder Idealisierung der Menschen oder Gegenstände, was man zum Beispiel an der genauen Schrift in den Büchern oder aber an dem Staub in den Bänken erkennen kann. cong