Epigenetik in Aktion: Von Mäusen und Menschen
Das Agouti-Maus-Experiment zeigt eindrucksvoll, wie Ernährung Gene steuert. Gelbe Agouti-Mäuse bekommen normalerweise gelbe, übergewichtige Nachkommen. Erhalten die Mütter jedoch während der Schwangerschaft Nahrungsergänzungsmittel mit Methylgruppen (wie Folsäure), entstehen schlanke, braune Babys.
Menschen zeigen ähnliche Muster: Der Hungerwinter 1944/45 in den Niederlanden hatte dramatische Folgen. Kinder von unterernährten Müttern trugen lebenslang gesundheitliche Probleme davon - und gaben diese epigenetischen Veränderungen sogar an ihre eigenen Kinder weiter.
In der Krebsforschung spielt Epigenetik eine zentrale Rolle. Tumorzellen haben oft veränderte Methylierungsmuster: Manche Krebsgene sind zu wenig methyliert (also zu aktiv), andere wichtige Schutzgene sind übermäßig methyliert (also ausgeschaltet).
⚠️ Callout: Die gute Nachricht: Da epigenetische Veränderungen umkehrbar sind, eröffnen sie völlig neue Therapiemöglichkeiten in der Medizin - von der Krebsbehandlung bis zur Traumatherapie!