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Dramentheorien_2021_Abi

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Darstellendes Spiel

 

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Ausarbeitung

Dramentheorien_2021_Abi

 Erwartungshorizont - Reflexionsaufgabe
Ziel: vorrangig Überprüfung soziokultureller Kompetenzen
zu Aufgabe 1:
Schreyer betrachtet das Theat
 Erwartungshorizont - Reflexionsaufgabe
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Schreyer betrachtet das Theat
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Lernzettel zu den Dramentheorien aus dem DS GK 2021: Stanislawski, Brecht + V-Effekte, Craig und Wilson + die Übermarionette, Boal + Rimini Protokoll, Peter Brook, Aristoteles, Schiller, Lessing, Dürrenmatt, Ionesco, Jelinek, Fischer-Lichte

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Erwartungshorizont - Reflexionsaufgabe Ziel: vorrangig Überprüfung soziokultureller Kompetenzen zu Aufgabe 1: Schreyer betrachtet das Theater als Gesamtkunstwerk - als ,,selbständiges Kunstwerk" ... in der die künstlerische Vision des Bühnenkünstlers umgesetzt wird. Er betrachtet es als ,,künstlerische Einheit" aus den primären Ausdrucksmitteln ,,Form, Farbe, Bewegung und Ton" ● Die Nachahmung der Natur ist nicht das künstlerische Ziel, dadurch distanziert sich Schreyer deutlich von den Ansätzen des Naturalismus und Realismus (Stanislawski) Ein zentrales Ausdrucksmittel ist die Bewegung des menschlichen Körpers. Mehrere Körper (,,Menschenmassen") oder der Einzelkörper ,,wandelt den Raum" und schafft die ,,Bewegung" im Raum Der Mensch/Schauspieler hat dabei aber den Vorstellungen des Künstlers zu folgen. Vergleich mit Robert Wilsons Bildertheater: Idealistischer Grundsatz: Opposition gegenüber dem konventionellen bzw. naturalistischen Theater - ähnlicher Ansatz wie Schreyer Im Vordergrund steht die Bildvorstellung, die Poetik in Bildern, Bewegungen und Objekten = Schaffung einer Bühnenkomposition, gleichwertiger Einsatz der Ausdrucksmittel, Bühnenbild stark stilisiert, kontrastreich, Objekte, farbiges Licht, Gegensatz zu Schreyer: Nicht die Bewegung des menschlichen Körpers steht im Vordergrund, sondern ist gleichwertig neben anderen theatralen Mitteln Schauspieler bei Wilson: selten ausdifferenzierten Charaktere, sondern Kunstfiguren mit verlangsamten mechanischen Bewegungen keine illusionistische, an der Realität orientierte Nachahmung der Wirklichkeit bei beiden Nebeneinander von Bildern, Tönen und Licht Bei R. Wilson sehr häufig gezielter, Raum, Atmosphäre und Rhythmus schaffender Einsatz von Musik Einsatz von Musik und Ton auch bei Schreyer hervorgehoben Vergleich mit E.G. Craig: Übermarionette Ebenso Schaffung...

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eigenständiger Kunst. Jedes Material muss geplant in dieses Kunstwerk eingebracht werden. Schauspieler ist eigentlich Sklave seiner eigenen Gefühle, sein Eigenwille und der Zufall prägen häufig die Darstellung (der Schauspieler ist für die Kunst untauglich) - dieser Schauspieler muss der manipulierbaren, Übermarionette' weichen. Jede Bewegung, jeder Ausdruck muss gesteuert werden Auch bei Schreyer „verwandelt“ der Künstler den Menschen. Er „scheint nur" Mensch zu sein. zu Aufgabe 2: Begriffe Proxemik → (Raum-)Bewegung/Position vom eigenen Körper in Beziehung zu einem anderen, Positionen der Spieler zueinander Linguistik → sprachliche Ebene Paralinuistik → Kommunikation durch nonverbale Mittel (Bsp. Mimik, Gestik, Lautstärke, Sprachtempo,...) Mobilität → Bewegung auf der Bühne Dynamik → Verhältnis der dramaturgisch bewusst inszenierten Hoch- & Tiefpunkte des Stückes, ähnlich wie: Energie, Spannung(-sborgen), Rythmus, Atmosphäre Klimax → stufenartige Steigerung Montage → Kombination verschiedener Elemente (Technik) verwendeten Materialien nur Fragmente, sollen nicht "erzählt" werden keine gespielte Handlung, Aufbrechen & Unvollständigkeit (zB. von Sprache) Gleichzeitigkeit als wichtiges Kriterium (Simultaneität) Collage → Aneinanderreihung von Szenen, die thematisch zusammengehören Stehgreiftheater → Spieler spielen spontan, aus "dem Stehgreif" Happening → improvisiertes Ereignis, bei dem Publikum mit einbezogen wird (Bsp. Ball zuwerfen), je nach Reaktion des Zuschauers kann improvisiert werden, selten zeitliche Begrenzung festgelegt Performance → reale Handlung, die meist mit Risiko, Anstrengung und Zufall verbunden ist und daher nicht vorherzusehen oder zu planen ist Katharsis → seelische Reinigung des Publikums von Erregungszuständen (Jammer, Schauder,..) während eines Stückes Subtext → Innenleben der Figur; Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Absichten, die Figur zu etwas veranlasst; Subtext wird von Darstellern selber erarbeitet Theatrale Mittel / Zeichen - Sprache folgt einer offenen Dramaturgie (folgt keiner bestimmten Dramentheorie, entsteht zT während Vorbereitungen, kein dramatischer Text als Vorlage - Mimik - Gestik - Kostüm - Proxemik - Akustik (Musik, Soundeffekte.. - Maske - Frisur - Beleuchtung - Medien Mobilität - Requisiten / Bühnenbild Kompositionsmethoden Wiederholung → Wiederholung einer Handlung, eines Textfragments, einer Lichteinstellung, etc. in identischer Weise Funktion → macht das wiederholte Element nachdrücklicher, verstärkt die Wirkung Reihung → bringt bestimmte Elemte/theatrale Mittel in eine nachvollziehbare Reihenfolge Publikum Abfolge soll als nicht beliebig gewählt zu erkennen sein keine Gewichtung, alle Elemente gleichrangig, bilden keine Gegensätze Funktion → Kontrastierung → Gegenüberstellung zweier gegensätzlicher/widersprüchlicher Elemente/Extremen Großer Einfluss auf Dynamik & Wirkung einer Szene Funktion → Verdichtung → Komprimierung des Bühnengeschehens Handlung/Szene wird mit hoher Spannung aufgeladen Erhöhung der Intensität Funktion → Szenen strukturieren, setzt Spannungsbogen, Neugier bleibt erhalten/wird geweckt Steigerung → Aktion wird größer & energievoller ausgeführt Macht Entwicklungspotenzial einer Figur, einer Szene, eines Stückes deutlich Funktion →verhilft zu mehr Spannung, Dramatik & Absurdität, treibt Konflikte voran Umkehrung /→ verändert Impuls, Entwicklung o. Motiv in entgegengesetzte Richtung Peripetie plötzlicher Umschlag, meist entscheidender Wendepunkt Unterschied zu Kontrastierung = langsamere Entwicklung der Veränderung ins Gegenteil Funktion → Variation → Motiv / Handlung wird in leicht veränderter Art nochmal gezeigt Funktion → zeigt Vieldimensionalität einer Figur, Handlung, Aktion, ... Parallelführung → zwei ähnlich/gleich komplexe Handlungen/Vorgänge auf Bühne - zeitgleich, zeitlich versetzt, oder verschachtelt Bruch → Abweichung einer Gestaltungsform, die keine Variation oder Kontrastierung ist harter Einschnitt in eine ästhetische Komposition unerwartetes Geschehen (Bsp. Brecht - Frau aus Rolle in Monolog aus anderer Rolle) dramaturgisch gewählt, hat Funktion Funktion → Aristotelisches Theater - Aristoteles beschäftigte sich als einer der ersten mit Theorie des Dramas & des Theaters → setzte damals obersten, bis heute noch geltenden Regeln für Drama & Poetik, die gutes Theaterstück ausmachen - Tragödie → Lebenswirklichkeit, Problematiken, erzielt emotionale Reaktion & Erkenntnis, angesehene Figuren (Adlige, Geistige), für höhere Stände gedacht - Komödie → lächerlich, witzig, nicht beleidigend, für einfache Volk gedacht/gemacht, Alltagssituationen wird von Komödie (lächerlich, witzig, jedoch ohne jmd zu verletzen) abgegrenzt - Einheit von Ort & Zeit, chronologisch, Handlung nicht mehr als 24 h, keine Nebenhandlungen, schlüssig - typisch für aristotelisches Theater: Peripetie: Umschlag der Handlung ins Gegenteil Katastrophe: schicksalhaftes Ende, äußerer Niedergang, innerer Sieg - Lessing hat im 18. Jahrhundert einen Teil der aristotelischen Poetik neu interpretiert Postdramatik - weicht von Strukturen & Vorlagen des Dramas bzw. des dramatischen Textes ab, Auflösung von Chronologie, keine klare Handlung - keine Einheit von Zeit & Ort - Themen statt Geschichten → dramatische Strukturen lösen sich auf, Bsp. keine 5 Akte Erkundung von Themen, Motiven, Fragestellungen, etc. im Vordergrund Stücke bestehen aus Momentaufnahmen, fragmentarischen Ausschnitten der Wirklichkeit & kleinen Geschichten/Handlungen Vieldimensional - oft aus verschiedenen Blickwinkeln, theatrale Mittel gleichgestellt - Realität statt Repräsentation → reale Aktion auf Bühne (nicht im "Als-ob Modus) oft keine fiktiven Geschichten, sondern eher auf Realität bezogen (durch Bezüge zum Alltag) - offenes Ereignis statt abgeschlossenes Werk → Theater als Live-Ereignis Aspekte, die Theater mit seiner Ereignishaftigkeit von anderen Medien abhebt, werden betont ↓ →Bsp. Wechselwirkung zwischen Spieler & Zuschauer; Zufall; Überforderung; Risiko; Improvisation - Irritation statt Eindeutigkeit → keine Eindeutigkeit, stattdessen Irritation & Nichterkennbarkeit Nutzung vieler theatraler Mittel oft auch inhaltliche Widersprüche➜ Zuschauer soll selber denken, interpretieren & aktiv werden - Bühnensubjekte statt Figuren → keine klassischen Verkörperungen von Rollen durch Spieler Charakter & Verhalten nicht eindeutig zu erkennen eher theatrale Subjekte, nur beschreibbar durch Verhalten in einzelnen Situationen - Vielschichtigkeit statt Einheit → Vielfalt & Heterogenität theatrale Zeichen gleichwertig & als Gesamtwerk betrachtet zerstreuter Fokus - Ziel: Spiegel der modernen Welt, Zuschauer hinterfragt & interpretiert & beschäftigt sich mit Thema → Regeln der Darstellung und Rezeption: ● ● →Kopräsenz von Akteuren und Publikum: ● ● ● ● ● ● DSP Lernzettel → Das einmalige Ereignis: Kommunikation zwischen Darstellern und Publikum beeinflusst durch: → räumliches und gesellschaftliches Umfeld, Stimmung, Erwartungen & Vorinformationen des Publikums, Deutung des Geschehens, etc. =Keine Vorstellung wie die andere! → Faktoren variieren Jeder Zuschauer sieht Vorstellung mit anderen Augen (positiv, negativ) Vorinformationen, Erwartungen & Stimmung kann von Theaterschaffenden beeinflusst werden → Die Annahme einer „Als-ob" Realität: Zwischen Darstellern und Publikum gibt es eine unausgesprochene Vereinbarung, dass alles auf der Bühne als Teil einer „Als-ob"-Realität akzeptiert wird → Figuren und Objekte können als etwas behauptet werden, was sie gar nicht sind →mit einfachen Mitteln Illusionen herstellen, macht einen Teil des Zaubers des Theaters aus → Präsenz auf der Bühne: ● ● Menschliche Wahrnehmung gekoppelt an Deutung + Interpretation Trifft besonders auf Darstellungen im Theater zu → alles was auf der Bühne geschieht ist für das Publikum gestaltet Publikum geht davon aus, dass alles bewusst auf der Bühne geschieht und Bedeutung hat →Jedes Detail verändert die Interpretation der Zuschauer ● Darstellung und Rezeption ereignen sich in räumlich-zeitlicher Einheit → Publikum und Akteure befinden sich zur selben Zeit im Raum Nichts was auf der Bühne geschieht bleibt im Verborgenen Darstellung und Rezeption beeinflussen sich gegenseitig → unaufmerksames Publikum erschwert den Darstellern konzentriert zu bleiben → begeistertes Publikum = motiviert Darsteller im Spiel → unkonzentrierte Darsteller = unmotiviertes Publikum = Darsteller müssen auf der Bühne IMMER präsent & konzentriert sein → um jederzeit auf Spielimpulse reagieren zu können Höhere Präsenz und Ausstrahlung entsteht durch: → neutrale Haltung: Jeder Mensch besitzt eine persönliche Haltung = hinderlich Private Körperhaltung ablegen → neutrale annehmen → Aus dieser neutralen Haltung entwickelt sich durch bewussten Körpereinsatz die Figuren Körperspannung → aus neutraler Haltung entwickeln Peripherer Blick → aufmerksame Wahrnehmung (offen für alles) → ohne direkten Blick erspüren, was andere Akteure tun oder wo sie sich befinden Abi2020 → Bühnenräume: → Wie ein Bühnenraum strukturiert ist, beeinflusst immer die Beziehung zwischen Publikum und Akteuren ● Konfrontationsbühne (Guckkastenbühne) ● Aufführungsraum und Zuschauerraum räumlich getrennt → stehen gegenüber → am häufigsten anzutreffen → Entwicklung geht weit zurück Vorbühne Theaterreformer suchen im 20. Jahrhundert immer nach neuen architektonischen, dramaturgischen und spielerischen Mitteln, um Trennung zwischen Schauspieler und Publikum zu durchbrechen Darsteller werden, solange sie sich auf der Vorbühne befinden, eher als Teil des Zuschauerraumes gesehen ➜ Alles was auf der Bühne geschieht = in unmittelbarer Nähe der Zuschauer →gelichzeitige Anwesenheit von Publikum und Akteure wird deutlich Raumbühne (Arenabühne) Publikum rund um Spielfläche angeordnet Erinnert an Stadion von Boxing Akteure & Publikum klar voneinander getrennt → jedoch keine begrenzte Rampe + Akteure können nahe an Publikum agieren Zuschauer erleben Theaterereignis direkter und unmittelbarerer Raumbühne ist eine anti-illusionistische Bühne Umfassende Sicht des Publikums = Arbeit mit Kulissen Aufwendiger & zusätzliche Schwierigkeit: Bühnengeschehen muss überall gleich interessant sein Environmental (Umwelt, Umgebung) Flexible Raumverhältnisse (Aufführungs- und Zuschauerraum vermischen sich) Formen von Theater außerhalb architektonischer Strukturen, wie zum Beispiel Straßentheater = Environmental (A und Z Raum nicht deutlich getrennt) Interaktion von Darsteller und Zuschauer m höchsten (einbeziehen in Geschehen) Nähe zum Publikum = Jede kleinste Bewegung & Details von Mimik & Körpersprache bleiben nicht verborgen Umgang mit Bühnenbild gestaltet sich oft schwierig → Aufbauten können Sicht von Publikum einschränken Darsteller und Publikum eine Art Gemeinschaft Abi2020 Theatrale Zeichen Theater als Zeichensystem: ● ● Theater als kultweites System → Kultur: Das von Menschen geschaffene Mensch lebt in Welt, in der alles, was er wahrnimmt, eine Bedeutung haben muss → alles was Mensch herstellt ist ebenfalls bedeutend Erbrachte Leistung von kulturellen Systemen = Erzeugung von Bedeutung → Theater als Bedeutung mittels Herstellung von Zeichen (Leute, Handlungen, Gegenstände, ...) Allgemein: Theater passiert, wenn ein Schauspieler eine Figur verkörpert, während Zuschauer zusehen → der Spieler giert auf bestimmte Weise (a), mit spezifischen Äußeren (b) und in einem besonderen Raum (c) a) b) c) Agieren des Schauspielers durch Bewegungen → visuell → Bewegungen Gesicht: mimische Zeichen →Bewegung Körper: gestische Zeichen (Körperbewegungen ohne Positionswechsel), Proxemische Zeichen (Bewegung im Raum) → kinesische Zeichen Agieren des Schauspielers durch akustische Zeichen → sprechen, singen, Musik- und Geräusche machen → bei sprechen und singen Unterscheidung zweier Zeichensysteme → sind spezifisch aufeinander bezogen → Sprachliche Zeichen → ausgedrückt durch Sprechen mit spezifischer Stimme, Betonung, Tonhöhe, Lautstärke, Stimmfarbe, etc. → auf diese Weise produziert Zeichen → paralinguistische Zeichen Maske = Aussehen Gestalt und des Gesichts Für „natürliches“ Aussehen, Herrichtung der Haare → Friseur Weitere Ausgestaltung Äußeres besondere Kleidung → Kostüm Unterscheidung spezifische Raumaufteilung in Teil der Schauspieler und Zuschauer → Raumkonzeption ➤ Aussehen Ort des Agierens des Schauspielers wird durch Objekte bewirkt, die über längeren Zeitraum verbunden sind und unverändert bleiben → Bühnenbild bzw. Dekoration ➤ Objekte, deren Lage, Gestalt, Aussehen etc. von Schauspielern verändert wird → Requisiten Theater erfindet keine eigenen Zeichen, sondern bedient sich in anderen kulturellen Systemen, z.B. Musik, Literatur → werden aber nicht in ursprünglicher Funktion verwendet → ,,Zeichen von Zeichen" ➤ Mobilität von Zeichen: → Ersetzung Dekoration durch Worte, Requisiten durch Gesten etc. möglich Abi2020 ● ● ➜ Requisiten: ● ● ● ● ● ● ● →theatralische Zeichen nicht nur „Zeichen von Zeichen", das sich materiell selbst darstellt, sondern „Zeichen von Zeichen", das zu jeden beliebigen Zeichensystem gehören kann Polyfunktionalität von Zeichen: → theatralische Zeichen kann nur anderes theatralisches Zeichen ersetzen, wenn es unterschiedliche Zeichenfunktionen übernehmen kann → Zeichen nimmt Bedeutung an, die Schauspieler ihm gibt Zeichen aus unterschiedlichen Zeichensystemen können gleichberechtigt oder hierarchisch sein →gleichrangig: von den unterschiedlichen Zeichen hervorgebrachte Bedeutung sind gleich → Hierarchisch: ein oder mehrere Zeichensysteme sind dominanter als andere → Dominantenbildung kann auch innerhalb einer Aufführung wechseln Meist bewegliche Gegenstände, an denen, oder mit denen Schauspieler Handlung vollzieht Sind bühnenspezifische Ausdrucksträger → Teil der Gesamtaussage einer Inszenierung Sozio-kulturellen Hintergrund beachten → Gegenstände haben in unterschiedlichen Teilen der Welt andere Bedeutung Gegenstände, die nicht bespielt werden = keine Requisite, nur Dekoration Requisiten kann man in verschiedene Kategorien einordnen Reale Gegenstände: → befinden sich wirklich auf der Bühne und sind für Schauspieler „greifbar" → können in ursprünglicher oder abweichender Bedeutung verwendet werden Imaginäre Requisiten: → werden erst durch Darstellung des Schauspielers für Publikum erfassbar gemacht Multifunktionale Requisiten: → kommen auf sehr verschiedene Weise zum Ausdruck Vor allem bei Gegenständen, die als Teil von Kostümen benutzt werden nicht immer klar definierbar, was Kostüm und was Requisit → Mischform Requisiten erlauben viele verschiedene Funktionen in Bezug auf Verwendung → meistens wirken anmutend (werden nicht aus Verwendungszusammenhang gerissen) → unterstützen Illusionen der Wirklichkeit auf Bühne („Als-Ob“ Realität) Requisit kann allegorisch dargestellt werden → wenn abstrakte Begriffe und Ideen konkret darstellt → kann also auch symbolisch wirken Requisit ist hinweisend → sagt z.B. etwas über soziale oder materielle Situationen einer Figur aus Requisit kann unterstützend anmuten → König nimmt Krone bei Machtabgabe ab Historische Wirkung → Requisiten haben konkreten geschichtlichen Hintergrund Können Mitspieler bzw. Gegenspieler sein Können auch verfremdend eingesetzt werden (Brecht/Artaud) In normalen Theaterbetrieb Requisiteur für Beschaffung, Kontrolle, Bereitstellung der Requisiten verantwortlich → gehören zu theatralen Zeichen!! Abi2020 Kompositionsmethoden: Reihung → Beispiel: ● Bringt theatrale Elemente in Form einer nachvollziehbaren Reihe → Publikum muss Form der Reihe erkennen und nicht als beliebig empfinden Verschieden bunte & große Edelsteine aufgereiht → eindeutig! → Elemente der Reihe nicht identisch, sonst Wiederholung! Keine Gewichtung der Elemente (alle gleichrangig) Bilden keine Gegensätze → ähnlich wie Variation → stehen aber dramaturgisch in einem deutlich stärkeren & engeren räumlichen/zeitlichen Zusammenhang Inhaltlich (Handlungsbogen): Szene: Figur empfängt verschiedene Besucher → Märchenvariation: Prinzessin begrüßt der Reihe nach Bewerber, die Aufgaben erfüllen müssen Rhythmisch (Dynamik): Szene: Figuren vollführen nacheinander Bewegungen, um sich vorzustellen Visuell/Atmosphärisch (Bildwirkung): → Beispiel Szene: Zehn Spieler in einer Reihe Stück: Jede Szene des Stückes wird mit dem gleichen Standbild begonnen → daraus unterschiedliche Szenen Wiederholung: Handlung, Textfragment, Lichteinstellung zu einem späteren Zeitpunkt auf identische Weise wiederholt macht Element nachdrücklicher (zeigt aber auch Differenzierung) → Kann deshalb auch sowohl zur Verdichtung und Steigerung beitragen + Ironisierung Inhaltlich (Handlungsbogen): Szene: Figur wiederholt immer letztes Wort des Satzes oder Satz des Gesprächspartners Stück: Anfangs- und Endsituation nahezu identisch = Stück gerät in Wiederholungsschleife Rhythmisch (Dynamik): Szene: Bewegung oder Sprache werden rhythmisiert Stück: Theaterchor eröffnet jeden Akt immer mit ein paar Sätzen, die beispielsweise Hoffnung auf ein gutes Ende des Stückes ausdrückt Visuell/Atmosphärisch (Bildwirkung: Szene: Immer, wenn eine Figur eines Spruchs bestimmter Qualität sagt (Beispielsweise: Moralvorstellungen) wird ein Gong geschlagen Szene: Wenn Figur Unwahrheit sagt, flackert ein Licht Stück: In jeder Umbaupause tritt eine Clownstruppe auf und spielt gleichen Sketch Kontrastierung Stellt zwei gegensätzliche oder widersprüchliche Inhalte aller Formen gegenüber Abi2020 Das naturalistische Theater nach Stanislawski (Identifikationstheater) Stanislawski war ein Fanatiker der Wirklichkeitstreue Ziel: kein Schauspiel, sondern Darstellung des Realen / realistische Darstellung / Illusion der Realität Mittel zur naturalistischen Darstellung: illusionistische Reproduktion des wirklichen Lebens auf der Bühne (z.B. echte Tränen) durch ,,The Method/Method Acting": Der Schauspieler ist die Rolle; Identifikation mit allen Emotionen und Eigenschaften; auch außerhalb der Bühne; ohne Überlegen zu Handeln = Spontanität, weil der Schauspieler die Rolle ist und exakt so handeln würde, ohne vorher darüber nachzudenken; inneres Erleben wird durch physische Handlungen ermöglicht emotionale Erschütterung des Zuschauers → → „Methode der psychophysischen Handlung": die Wahrheit entsteht auf der Bühne aus der inneren und äußeren Handlung Handlungen sind zweckgerichtet: durch aufrichtiges Erleben soll der Zuschauer emotional erschüttern werden Voraussetzung: Identifikation des Schauspielers mit der Rolle (z. B. durch die Methode des ,,emotional recalls") Zusammenwirken von Körper und Seele: das intuitive Handeln steht im Vordergrund; man soll nicht nachdenken, wie man fühlt oder was man tut Äußeres und Inneres wirken demnach zusammen auf einer Ebene, beeinflussen sich gegenseitig und befinden sich in einem alternierenden Verhältnis: innerliches Fühlen und wahrheitsgemäßes Erleben Das Bühnenbild, die Kulisse und die Requisiten sind von hoher Wichtigkeit für die Aufrechterhaltung der Illusion (z. B. echtes Essen, echtes Kaminfeuer, ...) Die vierte Wand wird nicht durchbrochen Vor- und Nachteile: Authentizität vs. Psychische Belastung (Gefahr für die Schauspieler in der Rolle ,,gefangen" zu sein) Diese Theaterform ist für alle Schichten der Gesellschaft geeignet → Gegensatz zu Brecht, der eine klare Trennung zwischen Rolle und Schauspieler fordert und für das Publikum den Schein der Illusion zu brechen versucht und damit die sozialkritischen Aussagen im Vordergrund stehen (V-Effekte); Brecht lehnte nicht die komplette Theorie Stanislawskis ab, sondern nur den Terminus der „Einfühlung“ Das epische Theater nach Berthold Brecht Veränderungen in der Gesellschaft und der Politik Merkmale des epischen Theaters: Soziale und politische Missstände Episches Theater soll aufklären → Ziel: große gesellschaftliche Konflikte darstellen; Zuschauer anregen etwas im Leben zu verändern; durch kritische Betrachtung sollen Erkenntnisse gezogen und umgesetzt werden: politisches Theater, um Menschenmassen zu erreichen nicht-aristotelische Bühnenkunst, bricht bisher bestehende Theatertradition fundamentaler Funktionswechsel der Kunst, denn Inszenierungen: "Lehrstücke" = = Episch erzählend → Dargestellte Realität soll durch erzählende Elemente gebrochen werden Zuschauer soll sich nicht in die dargestellten Personen hineinfühlen, sondern: → kritisch distanziert betrachten: Abstand statt Mitgefühl und Distanz zur Rolle → Die dafür notwendigen Anforderungen an den Schauspieler: Distanz zur Figur, der Darstellungszweck bestimmt die Detailltreue, keine Verwandlung in die Figur, keine künstlerische Perfektion oder Darstellung der Wirklichkeit, da keine Illusion geschaffen wird, Verfremdungseffekte Der Zuschauer wird zum Nachdenken angeregt Durchbrechen der 4. Wand: Zuschauer wird miteinbezogen Meistens ein offenes Ende Anstatt der Gefühle soll an die Vernunft und den Verstand appelliert werden Rational, nüchtern, neugierig (selbst informieren), gesellschaftlicher Zweck, kritisch Geschehen auf der Bühne wurde mit erzählenden Formen verbunden, welche die Vortäuschung einer Realität brechen sollten, denn durch Moralisierung würden sich die Menschen zu sehr identifizieren, fehlende Rationalität Kritisches Denken → Erkenntnisse → Handeln Gesellschaftliche und politische Veränderungen sollen erkannt und hinterfragt werden → Verfremdungseffekte / V-Effekte: sollten das Publikum von der alleinigen Unterhaltung abbringen und durch eine offensichtliche Dissonanz zum Nachdenken anregen. (Lehrgehalt) Ansprache des Publikums durch die Schauspieler Musikeinlagen durch Chöre oder Lieder Einblendung von Texten, Filmen oder Bildern (z. B. Plakate oder Slogans) Eine krage Bühne, keine Requisiten, keine aufwändigen Kostüme Sprechen in Versen Schauspieler, die nicht zur Rolle passen, z. B. wenn ein junger Schauspieler eine alte Figur darstellt Sehr helle Beleuchtung mit sichtbaren Scheinwerfern Umbau der Bühne bei offenen Vorgang Das Vorhandensein von mehreren Bühnen nebeneinander (Simultanbühnen) Drehscheiben, bewegliche Brücken und Laufbänder → Zerstörung Illusion=keine Identifizierung Straßenszene-Theaterszene: Den Zuschauern soll symbolisiert werden, dass es verschiedene Ausgänge geben kann (je nach dem, wie der Zuschauer selbst in solch einer Lage reagieren würde), es wird ein gesellschaftlich praktischer Zweck verfolgt Das politische Theater - Form der performativen Kunst politische Themen als Mittelpunkt der Inszenierung und des Bühnengeschehens Theater mit allgemein politischem Gehalt oder politisch/interventionistisches Theater (Kritische Untersuchung gesellschaftlicher Strukturen, der Kampf um gesellschaftliche Veränderung, provokant, Debatten) Provokant und führt zu gesellschaftlichen Kontroversen/Diskussionen Häufig epische Elemente nach Berthold Brecht oft verwendete Spielmethoden sind Happening, Performance & szenische Installation Auflösung der Trennung von Bühne und Zuschauerraum direkte Ansprache zur Einbeziehung des Publikums Zwei Grundsätze: Das Publikum soll als passives Wesen zum aktiven Teil der Handlung werden und das Theater darf sich nicht nur mit der Vergangenheit auseinandersetzen, sondern muss auch die Gegenwart und die Zukunft in den Blick nehmen Boal (,,Theater der Unterdrückten“): wirklichkeitsnah, Vorbild Bertolt Brecht (aber Weiterentwicklung, denn das Theater solle als ,,Generalprobe" für Aufstände dienen), Zuschauer sollen etwas aus dem Stück lernen, Barriere zwischen Zuschauer und Schauspieler auflösen (vierte Wand überwinden) = ,,Volkstheater", Publikum wird zum Aktivisten der Handlung, Kombination von Kunst und Selbsterfahrungen mit politischen Probehandlungen Das Forum Theater: Es wird der Verlauf sozialer, gesellschaftlicher und politischer Probleme in verschiedenen Variationen szenisch durchgespielt, um ein Bewusstsein für die Hintergründe dieser Probleme zu schaffen und Lösungsansätze zu entwickeln. Es geht um eine Veränderung der Realität durch Theater, um die Lösung sozialer Probleme und eine Demokratisierung durch Theater. Die Zuschauer werden zu Akteuren und gestalten das Geschehen mit. Dies soll sie ermutigen, auch ihr privates Schicksal in die Hand zu nehmen und sich aus den unterdrückenden Verhältnissen zu befreien. → Darstellung einer Alltagsszene, in der Unterdrückung stattfindet: Das Publikum wechselt in eine aktive Rolle und versucht das Problem zu lösen Unsichtbares Theater: Es werden Theaterszenen von Schauspielern in der Öffentlichkeit gespielt, ohne dass das Publikum weiß, dass es sich hier um ein inszeniertes Ereignis handelt, danach keine Aufklärung Der Zuschauer soll in die Handlung eingreifen bzw. sich in das Geschehen einmischen Zweck: Der Zuschauer soll politisch bzw. sozial aktiv werden, außerdem sollen gesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen aufgezeigt werden, es soll den Zuschauer veranlassen, das Richtige zu tun, Zivilcourage zeigen Das Zeitungstheater: Theatrale Inszenierung von Zeitungsartikeln, Zugang zum Textverständnis, hinterfragt Wirklichkeit der Presse und mediale Konstrukte, dient der Agitation und der politischen Aufklärung ➜ Soll aufzeigen, dass vermeintlich objektive Texte eigentlich manipulieren und beeinflussen Rimini Protokoll: Das Ideenkollektiv besteht aus Daniel Wetzel, Helgard Haug und Stefan Kaegi, keine politische Botschaft der Stücke, sondern Ästhetik, die Spielform ist nicht immer eindeutig: mehr Fragen als Antworten Im Stil des Laientheaters: Keine Schauspieler, sondern Experten, um ein hohes Niveau und eine Diskussionsbasis zu schaffen Die Experten sind keine geschulten Darsteller, die eine Rolle spielen, sondern treten als Ichs auf, die Geschichten aus ihrem eigenem Leben darstellen Das postdramatische Theater Was ist das postdramatische Theater? Hans-Thies Lehmanns Theorie thematisiert die Beschäftigung des Theaters mit Antworten auf die Welt der elektronischen Medien Ziel: Antworten auf die gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen geben (moderne Welt) Offen für andere künstlerische, darstellende und mediale Genres und Techniken Aktualitätsbezug (Realität anstatt Illusionismus) durch Veränderung der gesellschaftlichen Kommunikation, Ereignisse, soziale Themen Reflektion gesellschaftspolitischer Geschehnisse Keine typische Figurenführung, Rollen Abgrenzung zum traditionellen Sprechtheater Dramatische Literatur nicht als Grundlage/Inszenierungskonzept Kein vorherrschender Text Musik und Tanz führen zu performancenahen Aufführungen Kommunikation zwischen Zuschauer und Schauspieler Typische Elemente Fragmentierung, Erzählungen, Stilheterogenität (Verschiedenartigkeit), Hyponaturalistisches, Grotesk, Spontanität, Vermischung verschiedener Genres, keine Fabel, Vermischung verschiedener Stilmittel Konstellation der Elemente entscheidend über Dramatik oder Postdramatik Postdramatische Theaterzeichen und Stilzüge Parataxis/Non-Hierarchie: Enthierarchisierung der Theatermittel, keine eindeutige Verknüpfung der Elemente, alle Mittel gleichgewichtig → Folge: Wechsel der Einstellungen auf Seiten des Zuschauer Simultanität/Multiperspektivität: Viele Elemente gleichzeitig, Reizüberflutung (unmöglich alles gleichzeitig wahrzunehmen) → Überforderung des Zuschauers linear-sukzessives Wahrnehmungen: Vorgänge laufen nacheinander ab Spiel mit der Dichte der Zeichen: Überfüllung oder Ausdünnung im Verhältnis zu Raum Zeit und Wichtigkeit Musikalisierung: Theater mit Musik, Performance → Entstehung von auditiver Semiotik Einbruch des Realen: dargestellte Realität wird unterbrochen → Frage nach Bühnenrealität oder Gegenwart Vergleich zu dramatischen Theater Unterschied: Art der Nutzung von theatralen Zeichen, die er verändert, um sich vom dramatischen Theater abzugrenzen Dramatik Drama möglichst textgetreu Bühnenwirklichkeit Sprechtheater Die Bühne verkörpert einen Vorgang (Ort, Zeit, Handlung) Handlungsorientiert (auch durch Text) Riskantes Theater mit Kritik Postdramatik Kein traditionelles Sprechtheater Reaktion auf gesellschaftliche und soziale Veränderung Aktualitätsbezug Einfluss der Medien Performative Leistung der Schauspieler (auch Chöre) Dramentext nicht vorherrschend Keine Bindung an Dramentext Vielfältigkeit steht den Erwartungen an das traditionelle Theater mit dramatischen Texten gegenüber Verstoß gegen traditionelle Vorgaben Schwierig dem Theater zu folgen, wegen Vermischung der Genres, Stilmittel und Elemente Postdramatik (nochmals mit anderen Blickpunkten) - weicht von Strukturen & Vorlagen des Dramas bzw. des dramatischen Textes ab, Auflösung von Chronologie, keine klare Handlung - keine Einheit von Zeit & Ort - Themen statt Geschichten → dramatische Strukturen lösen sich auf, Bsp. keine 5 Akte ➤ Erkundung von Themen, Motiven, Fragestellungen, etc. im Vordergrund ➤ Stücke bestehen aus Momentaufnahmen, fragmentarischen Ausschnitten der Wirklichkeit & kleinen Geschichten/Handlungen Vieldimensional - oft aus verschiedenen Blickwinkeln, theatrale Mittel gleichgestellt - Realität statt Repräsentation → reale Aktion auf Bühne (nicht im "Als-ob Modus) ➤ oft keine fiktiven Geschichten, sondern eher auf Realität bezogen (durch Bezüge zum Alltag) - offenes Ereignis statt abgeschlossenes Werk → Theater als Live-Ereignis Aspekte, die Theater mit seiner Ereignishaftigkeit von anderen betont Medien abhebt, werden →Bsp. Wechselwirkung zwischen Spieler & Zuschauer; Zufall; Überforderung; Risiko; - Irritation statt Eindeutigkeit Improvisation → keine Eindeutigkeit, stattdessen Irritation & Nutzung vieler theatraler Mittel Nichterkennbarkeit oft auch inhaltliche Widersprüche→ Zuschauer soll selber denken, interpretieren & aktiv werden - Bühnensubjekte statt Figuren → keine klassischen Verkörperungen von Rollen durch Spieler Charakter & Verhalten nicht eindeutig zu erkennen eher theatrale Subjekte, nur beschreibbar durch Verhalten in einzelnen Situationen - Vielschichtigkeit statt Einheit → Vielfalt & Heterogenität theatrale Zeichen gleichwertig & als Gesamtwerk betrachtet zerstreuter Fokus - Ziel: Spiegel der modernen Welt, Zuschauer hinterfragt & interpretiert & beschäftigt sich mit Thema Erika Fischer-Lichte (semiosmotische Zeichen des Theaters) Literatur arbeitet mit einem Zeichensystem (Sprache); Theater hat mehrere Zeichensysteme: Gestik, Kostüm, Beleuchtung und Musik → Im theatralischen Prozess transportieren diese Zeichen eine bestimmte Bedeutung Theater als kulturelles System: → Theater als konstituierender Bestandteil unserer Gesellschaft (grundlegend darin verankert) → Kultur sei das vom Menschen Geschaffene → Der Mensch erzeugt durch Zeichen Bedeutung, denn in unserer Welt wird allem Bedeutung zugeschrieben, somit auch dem, was der Mensch selbst produziert. Diesen Vorgang bezeichnet Fischer-Lichte als Leistung → Schlussfolgernd habe Theater die Funktion Bedeutung zu erzeugen → Kulturelle Systeme (also auch das Theater) erzeugen Bedeutung als etwas sinnlich Wahrnehmbares (Laute, Handlungen, Gegenstände) durch bestimmte Zeichen und je nach dem aus welcher Kultur dieses Zeichen entstanden ist, wird dem Zeichen eine bestimmte Bedeutung zugeschrieben Die Zeichen des Theaters: drei konstitutiven Faktoren: 1. Das Agieren auf eine bestimmte Art und Weise (agieren meint hier die bewusste Handlung) 2. Das spezifische Äußere 3. Der bestimmte Raum Theater ereignet sich dann, wenn Spieler A eine Figur X verkörpert, während der Zuschauer Z zuschaut; Voraussetzung dafür sind die drei konstitutiven Faktoren Bewegungen des Schauspieler: 1. Körper = kinesische Zeichen 2. Gesicht = mimische Zeichen Differenz der kinesischen Zeichen in gestische (Körperbewegungen ohne Positionswechsel) und proxemische (Bewegung durch den Raum) Agieren des Schauspielers: visuelle kinesische Zeichen und akustische Zeichen (sprechen, singen, Geräusche machen, Musik) wenn Schauspieler akustische Zeichen verwendet sind mindestens zwei Zeichensysteme daran beteiligt: sprachliche Zeichen (eigene Stimme, Betonung, Tonhöhe, Lautstärke, Stimmfärbung) : paralinguistische Zeichen = Das spezifische Äußere (Aussehen der Gestalt (Kleidung, Haare) und des Gesichts) = Maske Der besondere Raum unterteilt sich in (Raumaufteilung): 1. Die Zonen des Schauspielers und des Zuschauers: → Raumkonzeption: gibt vor, wo sich die Zuschauer und die Schauspieler befinden 2. Das Aussehen des Raumabschnittes, in dem die Schauspieler agieren: → Bühnenbild/Dekoration: entsteht durch das unveränderte Vorhandensein von Objekten über einen längeren Zeitraum und den Requisiten, wobei dessen Lage, Gestalt und Aussehen von den Schauspielern im Prozess des Agierens verändert werden kann Besonderheit des Theater: Theater erfindet keine eigenen Zeichen, sondern bezieht sich auf die der anderen kulturellen Systeme (z.B. Literatur und Musik): ,,Zweck-Entwendung", denn Zeichen fungieren als ,,Zeichen für Zeichen“ (das meint, dass das ursprüngliche Zeichen aus der Literatur dem Theater nun als ein anderes Zeichen dient); daraus folgt: 1. Mobilität von Zeichen: meint die Ersetzbarkeit von Zeichen durch andere Bedeutung (z. B. Gesten durch Geräusche darstellen) 2. Polyfunktionalität von Zeichen: meint, dass Zeichen die Bedeutung annehmen, die der Schauspieler ihm zuschreibt (z.B. kann ein Stuhl auch als Berg, Treppe, Auto, ... fungieren) Zeichen unterschiedlicher Zeichensysteme können in einer Aufführung gleichberechtigt oder hierarchisch (dominant) erscheinen

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W

So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

Lernzettel zu den Dramentheorien aus dem DS GK 2021: Stanislawski, Brecht + V-Effekte, Craig und Wilson + die Übermarionette, Boal + Rimini Protokoll, Peter Brook, Aristoteles, Schiller, Lessing, Dürrenmatt, Ionesco, Jelinek, Fischer-Lichte

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Postdramatik

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Konstantin S. Stanislawski

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Erwartungshorizont - Reflexionsaufgabe Ziel: vorrangig Überprüfung soziokultureller Kompetenzen zu Aufgabe 1: Schreyer betrachtet das Theater als Gesamtkunstwerk - als ,,selbständiges Kunstwerk" ... in der die künstlerische Vision des Bühnenkünstlers umgesetzt wird. Er betrachtet es als ,,künstlerische Einheit" aus den primären Ausdrucksmitteln ,,Form, Farbe, Bewegung und Ton" ● Die Nachahmung der Natur ist nicht das künstlerische Ziel, dadurch distanziert sich Schreyer deutlich von den Ansätzen des Naturalismus und Realismus (Stanislawski) Ein zentrales Ausdrucksmittel ist die Bewegung des menschlichen Körpers. Mehrere Körper (,,Menschenmassen") oder der Einzelkörper ,,wandelt den Raum" und schafft die ,,Bewegung" im Raum Der Mensch/Schauspieler hat dabei aber den Vorstellungen des Künstlers zu folgen. Vergleich mit Robert Wilsons Bildertheater: Idealistischer Grundsatz: Opposition gegenüber dem konventionellen bzw. naturalistischen Theater - ähnlicher Ansatz wie Schreyer Im Vordergrund steht die Bildvorstellung, die Poetik in Bildern, Bewegungen und Objekten = Schaffung einer Bühnenkomposition, gleichwertiger Einsatz der Ausdrucksmittel, Bühnenbild stark stilisiert, kontrastreich, Objekte, farbiges Licht, Gegensatz zu Schreyer: Nicht die Bewegung des menschlichen Körpers steht im Vordergrund, sondern ist gleichwertig neben anderen theatralen Mitteln Schauspieler bei Wilson: selten ausdifferenzierten Charaktere, sondern Kunstfiguren mit verlangsamten mechanischen Bewegungen keine illusionistische, an der Realität orientierte Nachahmung der Wirklichkeit bei beiden Nebeneinander von Bildern, Tönen und Licht Bei R. Wilson sehr häufig gezielter, Raum, Atmosphäre und Rhythmus schaffender Einsatz von Musik Einsatz von Musik und Ton auch bei Schreyer hervorgehoben Vergleich mit E.G. Craig: Übermarionette Ebenso Schaffung...

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eigenständiger Kunst. Jedes Material muss geplant in dieses Kunstwerk eingebracht werden. Schauspieler ist eigentlich Sklave seiner eigenen Gefühle, sein Eigenwille und der Zufall prägen häufig die Darstellung (der Schauspieler ist für die Kunst untauglich) - dieser Schauspieler muss der manipulierbaren, Übermarionette' weichen. Jede Bewegung, jeder Ausdruck muss gesteuert werden Auch bei Schreyer „verwandelt“ der Künstler den Menschen. Er „scheint nur" Mensch zu sein. zu Aufgabe 2: Begriffe Proxemik → (Raum-)Bewegung/Position vom eigenen Körper in Beziehung zu einem anderen, Positionen der Spieler zueinander Linguistik → sprachliche Ebene Paralinuistik → Kommunikation durch nonverbale Mittel (Bsp. Mimik, Gestik, Lautstärke, Sprachtempo,...) Mobilität → Bewegung auf der Bühne Dynamik → Verhältnis der dramaturgisch bewusst inszenierten Hoch- & Tiefpunkte des Stückes, ähnlich wie: Energie, Spannung(-sborgen), Rythmus, Atmosphäre Klimax → stufenartige Steigerung Montage → Kombination verschiedener Elemente (Technik) verwendeten Materialien nur Fragmente, sollen nicht "erzählt" werden keine gespielte Handlung, Aufbrechen & Unvollständigkeit (zB. von Sprache) Gleichzeitigkeit als wichtiges Kriterium (Simultaneität) Collage → Aneinanderreihung von Szenen, die thematisch zusammengehören Stehgreiftheater → Spieler spielen spontan, aus "dem Stehgreif" Happening → improvisiertes Ereignis, bei dem Publikum mit einbezogen wird (Bsp. Ball zuwerfen), je nach Reaktion des Zuschauers kann improvisiert werden, selten zeitliche Begrenzung festgelegt Performance → reale Handlung, die meist mit Risiko, Anstrengung und Zufall verbunden ist und daher nicht vorherzusehen oder zu planen ist Katharsis → seelische Reinigung des Publikums von Erregungszuständen (Jammer, Schauder,..) während eines Stückes Subtext → Innenleben der Figur; Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Absichten, die Figur zu etwas veranlasst; Subtext wird von Darstellern selber erarbeitet Theatrale Mittel / Zeichen - Sprache folgt einer offenen Dramaturgie (folgt keiner bestimmten Dramentheorie, entsteht zT während Vorbereitungen, kein dramatischer Text als Vorlage - Mimik - Gestik - Kostüm - Proxemik - Akustik (Musik, Soundeffekte.. - Maske - Frisur - Beleuchtung - Medien Mobilität - Requisiten / Bühnenbild Kompositionsmethoden Wiederholung → Wiederholung einer Handlung, eines Textfragments, einer Lichteinstellung, etc. in identischer Weise Funktion → macht das wiederholte Element nachdrücklicher, verstärkt die Wirkung Reihung → bringt bestimmte Elemte/theatrale Mittel in eine nachvollziehbare Reihenfolge Publikum Abfolge soll als nicht beliebig gewählt zu erkennen sein keine Gewichtung, alle Elemente gleichrangig, bilden keine Gegensätze Funktion → Kontrastierung → Gegenüberstellung zweier gegensätzlicher/widersprüchlicher Elemente/Extremen Großer Einfluss auf Dynamik & Wirkung einer Szene Funktion → Verdichtung → Komprimierung des Bühnengeschehens Handlung/Szene wird mit hoher Spannung aufgeladen Erhöhung der Intensität Funktion → Szenen strukturieren, setzt Spannungsbogen, Neugier bleibt erhalten/wird geweckt Steigerung → Aktion wird größer & energievoller ausgeführt Macht Entwicklungspotenzial einer Figur, einer Szene, eines Stückes deutlich Funktion →verhilft zu mehr Spannung, Dramatik & Absurdität, treibt Konflikte voran Umkehrung /→ verändert Impuls, Entwicklung o. Motiv in entgegengesetzte Richtung Peripetie plötzlicher Umschlag, meist entscheidender Wendepunkt Unterschied zu Kontrastierung = langsamere Entwicklung der Veränderung ins Gegenteil Funktion → Variation → Motiv / Handlung wird in leicht veränderter Art nochmal gezeigt Funktion → zeigt Vieldimensionalität einer Figur, Handlung, Aktion, ... Parallelführung → zwei ähnlich/gleich komplexe Handlungen/Vorgänge auf Bühne - zeitgleich, zeitlich versetzt, oder verschachtelt Bruch → Abweichung einer Gestaltungsform, die keine Variation oder Kontrastierung ist harter Einschnitt in eine ästhetische Komposition unerwartetes Geschehen (Bsp. Brecht - Frau aus Rolle in Monolog aus anderer Rolle) dramaturgisch gewählt, hat Funktion Funktion → Aristotelisches Theater - Aristoteles beschäftigte sich als einer der ersten mit Theorie des Dramas & des Theaters → setzte damals obersten, bis heute noch geltenden Regeln für Drama & Poetik, die gutes Theaterstück ausmachen - Tragödie → Lebenswirklichkeit, Problematiken, erzielt emotionale Reaktion & Erkenntnis, angesehene Figuren (Adlige, Geistige), für höhere Stände gedacht - Komödie → lächerlich, witzig, nicht beleidigend, für einfache Volk gedacht/gemacht, Alltagssituationen wird von Komödie (lächerlich, witzig, jedoch ohne jmd zu verletzen) abgegrenzt - Einheit von Ort & Zeit, chronologisch, Handlung nicht mehr als 24 h, keine Nebenhandlungen, schlüssig - typisch für aristotelisches Theater: Peripetie: Umschlag der Handlung ins Gegenteil Katastrophe: schicksalhaftes Ende, äußerer Niedergang, innerer Sieg - Lessing hat im 18. Jahrhundert einen Teil der aristotelischen Poetik neu interpretiert Postdramatik - weicht von Strukturen & Vorlagen des Dramas bzw. des dramatischen Textes ab, Auflösung von Chronologie, keine klare Handlung - keine Einheit von Zeit & Ort - Themen statt Geschichten → dramatische Strukturen lösen sich auf, Bsp. keine 5 Akte Erkundung von Themen, Motiven, Fragestellungen, etc. im Vordergrund Stücke bestehen aus Momentaufnahmen, fragmentarischen Ausschnitten der Wirklichkeit & kleinen Geschichten/Handlungen Vieldimensional - oft aus verschiedenen Blickwinkeln, theatrale Mittel gleichgestellt - Realität statt Repräsentation → reale Aktion auf Bühne (nicht im "Als-ob Modus) oft keine fiktiven Geschichten, sondern eher auf Realität bezogen (durch Bezüge zum Alltag) - offenes Ereignis statt abgeschlossenes Werk → Theater als Live-Ereignis Aspekte, die Theater mit seiner Ereignishaftigkeit von anderen Medien abhebt, werden betont ↓ →Bsp. Wechselwirkung zwischen Spieler & Zuschauer; Zufall; Überforderung; Risiko; Improvisation - Irritation statt Eindeutigkeit → keine Eindeutigkeit, stattdessen Irritation & Nichterkennbarkeit Nutzung vieler theatraler Mittel oft auch inhaltliche Widersprüche➜ Zuschauer soll selber denken, interpretieren & aktiv werden - Bühnensubjekte statt Figuren → keine klassischen Verkörperungen von Rollen durch Spieler Charakter & Verhalten nicht eindeutig zu erkennen eher theatrale Subjekte, nur beschreibbar durch Verhalten in einzelnen Situationen - Vielschichtigkeit statt Einheit → Vielfalt & Heterogenität theatrale Zeichen gleichwertig & als Gesamtwerk betrachtet zerstreuter Fokus - Ziel: Spiegel der modernen Welt, Zuschauer hinterfragt & interpretiert & beschäftigt sich mit Thema → Regeln der Darstellung und Rezeption: ● ● →Kopräsenz von Akteuren und Publikum: ● ● ● ● ● ● DSP Lernzettel → Das einmalige Ereignis: Kommunikation zwischen Darstellern und Publikum beeinflusst durch: → räumliches und gesellschaftliches Umfeld, Stimmung, Erwartungen & Vorinformationen des Publikums, Deutung des Geschehens, etc. =Keine Vorstellung wie die andere! → Faktoren variieren Jeder Zuschauer sieht Vorstellung mit anderen Augen (positiv, negativ) Vorinformationen, Erwartungen & Stimmung kann von Theaterschaffenden beeinflusst werden → Die Annahme einer „Als-ob" Realität: Zwischen Darstellern und Publikum gibt es eine unausgesprochene Vereinbarung, dass alles auf der Bühne als Teil einer „Als-ob"-Realität akzeptiert wird → Figuren und Objekte können als etwas behauptet werden, was sie gar nicht sind →mit einfachen Mitteln Illusionen herstellen, macht einen Teil des Zaubers des Theaters aus → Präsenz auf der Bühne: ● ● Menschliche Wahrnehmung gekoppelt an Deutung + Interpretation Trifft besonders auf Darstellungen im Theater zu → alles was auf der Bühne geschieht ist für das Publikum gestaltet Publikum geht davon aus, dass alles bewusst auf der Bühne geschieht und Bedeutung hat →Jedes Detail verändert die Interpretation der Zuschauer ● Darstellung und Rezeption ereignen sich in räumlich-zeitlicher Einheit → Publikum und Akteure befinden sich zur selben Zeit im Raum Nichts was auf der Bühne geschieht bleibt im Verborgenen Darstellung und Rezeption beeinflussen sich gegenseitig → unaufmerksames Publikum erschwert den Darstellern konzentriert zu bleiben → begeistertes Publikum = motiviert Darsteller im Spiel → unkonzentrierte Darsteller = unmotiviertes Publikum = Darsteller müssen auf der Bühne IMMER präsent & konzentriert sein → um jederzeit auf Spielimpulse reagieren zu können Höhere Präsenz und Ausstrahlung entsteht durch: → neutrale Haltung: Jeder Mensch besitzt eine persönliche Haltung = hinderlich Private Körperhaltung ablegen → neutrale annehmen → Aus dieser neutralen Haltung entwickelt sich durch bewussten Körpereinsatz die Figuren Körperspannung → aus neutraler Haltung entwickeln Peripherer Blick → aufmerksame Wahrnehmung (offen für alles) → ohne direkten Blick erspüren, was andere Akteure tun oder wo sie sich befinden Abi2020 → Bühnenräume: → Wie ein Bühnenraum strukturiert ist, beeinflusst immer die Beziehung zwischen Publikum und Akteuren ● Konfrontationsbühne (Guckkastenbühne) ● Aufführungsraum und Zuschauerraum räumlich getrennt → stehen gegenüber → am häufigsten anzutreffen → Entwicklung geht weit zurück Vorbühne Theaterreformer suchen im 20. Jahrhundert immer nach neuen architektonischen, dramaturgischen und spielerischen Mitteln, um Trennung zwischen Schauspieler und Publikum zu durchbrechen Darsteller werden, solange sie sich auf der Vorbühne befinden, eher als Teil des Zuschauerraumes gesehen ➜ Alles was auf der Bühne geschieht = in unmittelbarer Nähe der Zuschauer →gelichzeitige Anwesenheit von Publikum und Akteure wird deutlich Raumbühne (Arenabühne) Publikum rund um Spielfläche angeordnet Erinnert an Stadion von Boxing Akteure & Publikum klar voneinander getrennt → jedoch keine begrenzte Rampe + Akteure können nahe an Publikum agieren Zuschauer erleben Theaterereignis direkter und unmittelbarerer Raumbühne ist eine anti-illusionistische Bühne Umfassende Sicht des Publikums = Arbeit mit Kulissen Aufwendiger & zusätzliche Schwierigkeit: Bühnengeschehen muss überall gleich interessant sein Environmental (Umwelt, Umgebung) Flexible Raumverhältnisse (Aufführungs- und Zuschauerraum vermischen sich) Formen von Theater außerhalb architektonischer Strukturen, wie zum Beispiel Straßentheater = Environmental (A und Z Raum nicht deutlich getrennt) Interaktion von Darsteller und Zuschauer m höchsten (einbeziehen in Geschehen) Nähe zum Publikum = Jede kleinste Bewegung & Details von Mimik & Körpersprache bleiben nicht verborgen Umgang mit Bühnenbild gestaltet sich oft schwierig → Aufbauten können Sicht von Publikum einschränken Darsteller und Publikum eine Art Gemeinschaft Abi2020 Theatrale Zeichen Theater als Zeichensystem: ● ● Theater als kultweites System → Kultur: Das von Menschen geschaffene Mensch lebt in Welt, in der alles, was er wahrnimmt, eine Bedeutung haben muss → alles was Mensch herstellt ist ebenfalls bedeutend Erbrachte Leistung von kulturellen Systemen = Erzeugung von Bedeutung → Theater als Bedeutung mittels Herstellung von Zeichen (Leute, Handlungen, Gegenstände, ...) Allgemein: Theater passiert, wenn ein Schauspieler eine Figur verkörpert, während Zuschauer zusehen → der Spieler giert auf bestimmte Weise (a), mit spezifischen Äußeren (b) und in einem besonderen Raum (c) a) b) c) Agieren des Schauspielers durch Bewegungen → visuell → Bewegungen Gesicht: mimische Zeichen →Bewegung Körper: gestische Zeichen (Körperbewegungen ohne Positionswechsel), Proxemische Zeichen (Bewegung im Raum) → kinesische Zeichen Agieren des Schauspielers durch akustische Zeichen → sprechen, singen, Musik- und Geräusche machen → bei sprechen und singen Unterscheidung zweier Zeichensysteme → sind spezifisch aufeinander bezogen → Sprachliche Zeichen → ausgedrückt durch Sprechen mit spezifischer Stimme, Betonung, Tonhöhe, Lautstärke, Stimmfarbe, etc. → auf diese Weise produziert Zeichen → paralinguistische Zeichen Maske = Aussehen Gestalt und des Gesichts Für „natürliches“ Aussehen, Herrichtung der Haare → Friseur Weitere Ausgestaltung Äußeres besondere Kleidung → Kostüm Unterscheidung spezifische Raumaufteilung in Teil der Schauspieler und Zuschauer → Raumkonzeption ➤ Aussehen Ort des Agierens des Schauspielers wird durch Objekte bewirkt, die über längeren Zeitraum verbunden sind und unverändert bleiben → Bühnenbild bzw. Dekoration ➤ Objekte, deren Lage, Gestalt, Aussehen etc. von Schauspielern verändert wird → Requisiten Theater erfindet keine eigenen Zeichen, sondern bedient sich in anderen kulturellen Systemen, z.B. Musik, Literatur → werden aber nicht in ursprünglicher Funktion verwendet → ,,Zeichen von Zeichen" ➤ Mobilität von Zeichen: → Ersetzung Dekoration durch Worte, Requisiten durch Gesten etc. möglich Abi2020 ● ● ➜ Requisiten: ● ● ● ● ● ● ● →theatralische Zeichen nicht nur „Zeichen von Zeichen", das sich materiell selbst darstellt, sondern „Zeichen von Zeichen", das zu jeden beliebigen Zeichensystem gehören kann Polyfunktionalität von Zeichen: → theatralische Zeichen kann nur anderes theatralisches Zeichen ersetzen, wenn es unterschiedliche Zeichenfunktionen übernehmen kann → Zeichen nimmt Bedeutung an, die Schauspieler ihm gibt Zeichen aus unterschiedlichen Zeichensystemen können gleichberechtigt oder hierarchisch sein →gleichrangig: von den unterschiedlichen Zeichen hervorgebrachte Bedeutung sind gleich → Hierarchisch: ein oder mehrere Zeichensysteme sind dominanter als andere → Dominantenbildung kann auch innerhalb einer Aufführung wechseln Meist bewegliche Gegenstände, an denen, oder mit denen Schauspieler Handlung vollzieht Sind bühnenspezifische Ausdrucksträger → Teil der Gesamtaussage einer Inszenierung Sozio-kulturellen Hintergrund beachten → Gegenstände haben in unterschiedlichen Teilen der Welt andere Bedeutung Gegenstände, die nicht bespielt werden = keine Requisite, nur Dekoration Requisiten kann man in verschiedene Kategorien einordnen Reale Gegenstände: → befinden sich wirklich auf der Bühne und sind für Schauspieler „greifbar" → können in ursprünglicher oder abweichender Bedeutung verwendet werden Imaginäre Requisiten: → werden erst durch Darstellung des Schauspielers für Publikum erfassbar gemacht Multifunktionale Requisiten: → kommen auf sehr verschiedene Weise zum Ausdruck Vor allem bei Gegenständen, die als Teil von Kostümen benutzt werden nicht immer klar definierbar, was Kostüm und was Requisit → Mischform Requisiten erlauben viele verschiedene Funktionen in Bezug auf Verwendung → meistens wirken anmutend (werden nicht aus Verwendungszusammenhang gerissen) → unterstützen Illusionen der Wirklichkeit auf Bühne („Als-Ob“ Realität) Requisit kann allegorisch dargestellt werden → wenn abstrakte Begriffe und Ideen konkret darstellt → kann also auch symbolisch wirken Requisit ist hinweisend → sagt z.B. etwas über soziale oder materielle Situationen einer Figur aus Requisit kann unterstützend anmuten → König nimmt Krone bei Machtabgabe ab Historische Wirkung → Requisiten haben konkreten geschichtlichen Hintergrund Können Mitspieler bzw. Gegenspieler sein Können auch verfremdend eingesetzt werden (Brecht/Artaud) In normalen Theaterbetrieb Requisiteur für Beschaffung, Kontrolle, Bereitstellung der Requisiten verantwortlich → gehören zu theatralen Zeichen!! Abi2020 Kompositionsmethoden: Reihung → Beispiel: ● Bringt theatrale Elemente in Form einer nachvollziehbaren Reihe → Publikum muss Form der Reihe erkennen und nicht als beliebig empfinden Verschieden bunte & große Edelsteine aufgereiht → eindeutig! → Elemente der Reihe nicht identisch, sonst Wiederholung! Keine Gewichtung der Elemente (alle gleichrangig) Bilden keine Gegensätze → ähnlich wie Variation → stehen aber dramaturgisch in einem deutlich stärkeren & engeren räumlichen/zeitlichen Zusammenhang Inhaltlich (Handlungsbogen): Szene: Figur empfängt verschiedene Besucher → Märchenvariation: Prinzessin begrüßt der Reihe nach Bewerber, die Aufgaben erfüllen müssen Rhythmisch (Dynamik): Szene: Figuren vollführen nacheinander Bewegungen, um sich vorzustellen Visuell/Atmosphärisch (Bildwirkung): → Beispiel Szene: Zehn Spieler in einer Reihe Stück: Jede Szene des Stückes wird mit dem gleichen Standbild begonnen → daraus unterschiedliche Szenen Wiederholung: Handlung, Textfragment, Lichteinstellung zu einem späteren Zeitpunkt auf identische Weise wiederholt macht Element nachdrücklicher (zeigt aber auch Differenzierung) → Kann deshalb auch sowohl zur Verdichtung und Steigerung beitragen + Ironisierung Inhaltlich (Handlungsbogen): Szene: Figur wiederholt immer letztes Wort des Satzes oder Satz des Gesprächspartners Stück: Anfangs- und Endsituation nahezu identisch = Stück gerät in Wiederholungsschleife Rhythmisch (Dynamik): Szene: Bewegung oder Sprache werden rhythmisiert Stück: Theaterchor eröffnet jeden Akt immer mit ein paar Sätzen, die beispielsweise Hoffnung auf ein gutes Ende des Stückes ausdrückt Visuell/Atmosphärisch (Bildwirkung: Szene: Immer, wenn eine Figur eines Spruchs bestimmter Qualität sagt (Beispielsweise: Moralvorstellungen) wird ein Gong geschlagen Szene: Wenn Figur Unwahrheit sagt, flackert ein Licht Stück: In jeder Umbaupause tritt eine Clownstruppe auf und spielt gleichen Sketch Kontrastierung Stellt zwei gegensätzliche oder widersprüchliche Inhalte aller Formen gegenüber Abi2020 Das naturalistische Theater nach Stanislawski (Identifikationstheater) Stanislawski war ein Fanatiker der Wirklichkeitstreue Ziel: kein Schauspiel, sondern Darstellung des Realen / realistische Darstellung / Illusion der Realität Mittel zur naturalistischen Darstellung: illusionistische Reproduktion des wirklichen Lebens auf der Bühne (z.B. echte Tränen) durch ,,The Method/Method Acting": Der Schauspieler ist die Rolle; Identifikation mit allen Emotionen und Eigenschaften; auch außerhalb der Bühne; ohne Überlegen zu Handeln = Spontanität, weil der Schauspieler die Rolle ist und exakt so handeln würde, ohne vorher darüber nachzudenken; inneres Erleben wird durch physische Handlungen ermöglicht emotionale Erschütterung des Zuschauers → → „Methode der psychophysischen Handlung": die Wahrheit entsteht auf der Bühne aus der inneren und äußeren Handlung Handlungen sind zweckgerichtet: durch aufrichtiges Erleben soll der Zuschauer emotional erschüttern werden Voraussetzung: Identifikation des Schauspielers mit der Rolle (z. B. durch die Methode des ,,emotional recalls") Zusammenwirken von Körper und Seele: das intuitive Handeln steht im Vordergrund; man soll nicht nachdenken, wie man fühlt oder was man tut Äußeres und Inneres wirken demnach zusammen auf einer Ebene, beeinflussen sich gegenseitig und befinden sich in einem alternierenden Verhältnis: innerliches Fühlen und wahrheitsgemäßes Erleben Das Bühnenbild, die Kulisse und die Requisiten sind von hoher Wichtigkeit für die Aufrechterhaltung der Illusion (z. B. echtes Essen, echtes Kaminfeuer, ...) Die vierte Wand wird nicht durchbrochen Vor- und Nachteile: Authentizität vs. Psychische Belastung (Gefahr für die Schauspieler in der Rolle ,,gefangen" zu sein) Diese Theaterform ist für alle Schichten der Gesellschaft geeignet → Gegensatz zu Brecht, der eine klare Trennung zwischen Rolle und Schauspieler fordert und für das Publikum den Schein der Illusion zu brechen versucht und damit die sozialkritischen Aussagen im Vordergrund stehen (V-Effekte); Brecht lehnte nicht die komplette Theorie Stanislawskis ab, sondern nur den Terminus der „Einfühlung“ Das epische Theater nach Berthold Brecht Veränderungen in der Gesellschaft und der Politik Merkmale des epischen Theaters: Soziale und politische Missstände Episches Theater soll aufklären → Ziel: große gesellschaftliche Konflikte darstellen; Zuschauer anregen etwas im Leben zu verändern; durch kritische Betrachtung sollen Erkenntnisse gezogen und umgesetzt werden: politisches Theater, um Menschenmassen zu erreichen nicht-aristotelische Bühnenkunst, bricht bisher bestehende Theatertradition fundamentaler Funktionswechsel der Kunst, denn Inszenierungen: "Lehrstücke" = = Episch erzählend → Dargestellte Realität soll durch erzählende Elemente gebrochen werden Zuschauer soll sich nicht in die dargestellten Personen hineinfühlen, sondern: → kritisch distanziert betrachten: Abstand statt Mitgefühl und Distanz zur Rolle → Die dafür notwendigen Anforderungen an den Schauspieler: Distanz zur Figur, der Darstellungszweck bestimmt die Detailltreue, keine Verwandlung in die Figur, keine künstlerische Perfektion oder Darstellung der Wirklichkeit, da keine Illusion geschaffen wird, Verfremdungseffekte Der Zuschauer wird zum Nachdenken angeregt Durchbrechen der 4. Wand: Zuschauer wird miteinbezogen Meistens ein offenes Ende Anstatt der Gefühle soll an die Vernunft und den Verstand appelliert werden Rational, nüchtern, neugierig (selbst informieren), gesellschaftlicher Zweck, kritisch Geschehen auf der Bühne wurde mit erzählenden Formen verbunden, welche die Vortäuschung einer Realität brechen sollten, denn durch Moralisierung würden sich die Menschen zu sehr identifizieren, fehlende Rationalität Kritisches Denken → Erkenntnisse → Handeln Gesellschaftliche und politische Veränderungen sollen erkannt und hinterfragt werden → Verfremdungseffekte / V-Effekte: sollten das Publikum von der alleinigen Unterhaltung abbringen und durch eine offensichtliche Dissonanz zum Nachdenken anregen. (Lehrgehalt) Ansprache des Publikums durch die Schauspieler Musikeinlagen durch Chöre oder Lieder Einblendung von Texten, Filmen oder Bildern (z. B. Plakate oder Slogans) Eine krage Bühne, keine Requisiten, keine aufwändigen Kostüme Sprechen in Versen Schauspieler, die nicht zur Rolle passen, z. B. wenn ein junger Schauspieler eine alte Figur darstellt Sehr helle Beleuchtung mit sichtbaren Scheinwerfern Umbau der Bühne bei offenen Vorgang Das Vorhandensein von mehreren Bühnen nebeneinander (Simultanbühnen) Drehscheiben, bewegliche Brücken und Laufbänder → Zerstörung Illusion=keine Identifizierung Straßenszene-Theaterszene: Den Zuschauern soll symbolisiert werden, dass es verschiedene Ausgänge geben kann (je nach dem, wie der Zuschauer selbst in solch einer Lage reagieren würde), es wird ein gesellschaftlich praktischer Zweck verfolgt Das politische Theater - Form der performativen Kunst politische Themen als Mittelpunkt der Inszenierung und des Bühnengeschehens Theater mit allgemein politischem Gehalt oder politisch/interventionistisches Theater (Kritische Untersuchung gesellschaftlicher Strukturen, der Kampf um gesellschaftliche Veränderung, provokant, Debatten) Provokant und führt zu gesellschaftlichen Kontroversen/Diskussionen Häufig epische Elemente nach Berthold Brecht oft verwendete Spielmethoden sind Happening, Performance & szenische Installation Auflösung der Trennung von Bühne und Zuschauerraum direkte Ansprache zur Einbeziehung des Publikums Zwei Grundsätze: Das Publikum soll als passives Wesen zum aktiven Teil der Handlung werden und das Theater darf sich nicht nur mit der Vergangenheit auseinandersetzen, sondern muss auch die Gegenwart und die Zukunft in den Blick nehmen Boal (,,Theater der Unterdrückten“): wirklichkeitsnah, Vorbild Bertolt Brecht (aber Weiterentwicklung, denn das Theater solle als ,,Generalprobe" für Aufstände dienen), Zuschauer sollen etwas aus dem Stück lernen, Barriere zwischen Zuschauer und Schauspieler auflösen (vierte Wand überwinden) = ,,Volkstheater", Publikum wird zum Aktivisten der Handlung, Kombination von Kunst und Selbsterfahrungen mit politischen Probehandlungen Das Forum Theater: Es wird der Verlauf sozialer, gesellschaftlicher und politischer Probleme in verschiedenen Variationen szenisch durchgespielt, um ein Bewusstsein für die Hintergründe dieser Probleme zu schaffen und Lösungsansätze zu entwickeln. Es geht um eine Veränderung der Realität durch Theater, um die Lösung sozialer Probleme und eine Demokratisierung durch Theater. Die Zuschauer werden zu Akteuren und gestalten das Geschehen mit. Dies soll sie ermutigen, auch ihr privates Schicksal in die Hand zu nehmen und sich aus den unterdrückenden Verhältnissen zu befreien. → Darstellung einer Alltagsszene, in der Unterdrückung stattfindet: Das Publikum wechselt in eine aktive Rolle und versucht das Problem zu lösen Unsichtbares Theater: Es werden Theaterszenen von Schauspielern in der Öffentlichkeit gespielt, ohne dass das Publikum weiß, dass es sich hier um ein inszeniertes Ereignis handelt, danach keine Aufklärung Der Zuschauer soll in die Handlung eingreifen bzw. sich in das Geschehen einmischen Zweck: Der Zuschauer soll politisch bzw. sozial aktiv werden, außerdem sollen gesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen aufgezeigt werden, es soll den Zuschauer veranlassen, das Richtige zu tun, Zivilcourage zeigen Das Zeitungstheater: Theatrale Inszenierung von Zeitungsartikeln, Zugang zum Textverständnis, hinterfragt Wirklichkeit der Presse und mediale Konstrukte, dient der Agitation und der politischen Aufklärung ➜ Soll aufzeigen, dass vermeintlich objektive Texte eigentlich manipulieren und beeinflussen Rimini Protokoll: Das Ideenkollektiv besteht aus Daniel Wetzel, Helgard Haug und Stefan Kaegi, keine politische Botschaft der Stücke, sondern Ästhetik, die Spielform ist nicht immer eindeutig: mehr Fragen als Antworten Im Stil des Laientheaters: Keine Schauspieler, sondern Experten, um ein hohes Niveau und eine Diskussionsbasis zu schaffen Die Experten sind keine geschulten Darsteller, die eine Rolle spielen, sondern treten als Ichs auf, die Geschichten aus ihrem eigenem Leben darstellen Das postdramatische Theater Was ist das postdramatische Theater? Hans-Thies Lehmanns Theorie thematisiert die Beschäftigung des Theaters mit Antworten auf die Welt der elektronischen Medien Ziel: Antworten auf die gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen geben (moderne Welt) Offen für andere künstlerische, darstellende und mediale Genres und Techniken Aktualitätsbezug (Realität anstatt Illusionismus) durch Veränderung der gesellschaftlichen Kommunikation, Ereignisse, soziale Themen Reflektion gesellschaftspolitischer Geschehnisse Keine typische Figurenführung, Rollen Abgrenzung zum traditionellen Sprechtheater Dramatische Literatur nicht als Grundlage/Inszenierungskonzept Kein vorherrschender Text Musik und Tanz führen zu performancenahen Aufführungen Kommunikation zwischen Zuschauer und Schauspieler Typische Elemente Fragmentierung, Erzählungen, Stilheterogenität (Verschiedenartigkeit), Hyponaturalistisches, Grotesk, Spontanität, Vermischung verschiedener Genres, keine Fabel, Vermischung verschiedener Stilmittel Konstellation der Elemente entscheidend über Dramatik oder Postdramatik Postdramatische Theaterzeichen und Stilzüge Parataxis/Non-Hierarchie: Enthierarchisierung der Theatermittel, keine eindeutige Verknüpfung der Elemente, alle Mittel gleichgewichtig → Folge: Wechsel der Einstellungen auf Seiten des Zuschauer Simultanität/Multiperspektivität: Viele Elemente gleichzeitig, Reizüberflutung (unmöglich alles gleichzeitig wahrzunehmen) → Überforderung des Zuschauers linear-sukzessives Wahrnehmungen: Vorgänge laufen nacheinander ab Spiel mit der Dichte der Zeichen: Überfüllung oder Ausdünnung im Verhältnis zu Raum Zeit und Wichtigkeit Musikalisierung: Theater mit Musik, Performance → Entstehung von auditiver Semiotik Einbruch des Realen: dargestellte Realität wird unterbrochen → Frage nach Bühnenrealität oder Gegenwart Vergleich zu dramatischen Theater Unterschied: Art der Nutzung von theatralen Zeichen, die er verändert, um sich vom dramatischen Theater abzugrenzen Dramatik Drama möglichst textgetreu Bühnenwirklichkeit Sprechtheater Die Bühne verkörpert einen Vorgang (Ort, Zeit, Handlung) Handlungsorientiert (auch durch Text) Riskantes Theater mit Kritik Postdramatik Kein traditionelles Sprechtheater Reaktion auf gesellschaftliche und soziale Veränderung Aktualitätsbezug Einfluss der Medien Performative Leistung der Schauspieler (auch Chöre) Dramentext nicht vorherrschend Keine Bindung an Dramentext Vielfältigkeit steht den Erwartungen an das traditionelle Theater mit dramatischen Texten gegenüber Verstoß gegen traditionelle Vorgaben Schwierig dem Theater zu folgen, wegen Vermischung der Genres, Stilmittel und Elemente Postdramatik (nochmals mit anderen Blickpunkten) - weicht von Strukturen & Vorlagen des Dramas bzw. des dramatischen Textes ab, Auflösung von Chronologie, keine klare Handlung - keine Einheit von Zeit & Ort - Themen statt Geschichten → dramatische Strukturen lösen sich auf, Bsp. keine 5 Akte ➤ Erkundung von Themen, Motiven, Fragestellungen, etc. im Vordergrund ➤ Stücke bestehen aus Momentaufnahmen, fragmentarischen Ausschnitten der Wirklichkeit & kleinen Geschichten/Handlungen Vieldimensional - oft aus verschiedenen Blickwinkeln, theatrale Mittel gleichgestellt - Realität statt Repräsentation → reale Aktion auf Bühne (nicht im "Als-ob Modus) ➤ oft keine fiktiven Geschichten, sondern eher auf Realität bezogen (durch Bezüge zum Alltag) - offenes Ereignis statt abgeschlossenes Werk → Theater als Live-Ereignis Aspekte, die Theater mit seiner Ereignishaftigkeit von anderen betont Medien abhebt, werden →Bsp. Wechselwirkung zwischen Spieler & Zuschauer; Zufall; Überforderung; Risiko; - Irritation statt Eindeutigkeit Improvisation → keine Eindeutigkeit, stattdessen Irritation & Nutzung vieler theatraler Mittel Nichterkennbarkeit oft auch inhaltliche Widersprüche→ Zuschauer soll selber denken, interpretieren & aktiv werden - Bühnensubjekte statt Figuren → keine klassischen Verkörperungen von Rollen durch Spieler Charakter & Verhalten nicht eindeutig zu erkennen eher theatrale Subjekte, nur beschreibbar durch Verhalten in einzelnen Situationen - Vielschichtigkeit statt Einheit → Vielfalt & Heterogenität theatrale Zeichen gleichwertig & als Gesamtwerk betrachtet zerstreuter Fokus - Ziel: Spiegel der modernen Welt, Zuschauer hinterfragt & interpretiert & beschäftigt sich mit Thema Erika Fischer-Lichte (semiosmotische Zeichen des Theaters) Literatur arbeitet mit einem Zeichensystem (Sprache); Theater hat mehrere Zeichensysteme: Gestik, Kostüm, Beleuchtung und Musik → Im theatralischen Prozess transportieren diese Zeichen eine bestimmte Bedeutung Theater als kulturelles System: → Theater als konstituierender Bestandteil unserer Gesellschaft (grundlegend darin verankert) → Kultur sei das vom Menschen Geschaffene → Der Mensch erzeugt durch Zeichen Bedeutung, denn in unserer Welt wird allem Bedeutung zugeschrieben, somit auch dem, was der Mensch selbst produziert. Diesen Vorgang bezeichnet Fischer-Lichte als Leistung → Schlussfolgernd habe Theater die Funktion Bedeutung zu erzeugen → Kulturelle Systeme (also auch das Theater) erzeugen Bedeutung als etwas sinnlich Wahrnehmbares (Laute, Handlungen, Gegenstände) durch bestimmte Zeichen und je nach dem aus welcher Kultur dieses Zeichen entstanden ist, wird dem Zeichen eine bestimmte Bedeutung zugeschrieben Die Zeichen des Theaters: drei konstitutiven Faktoren: 1. Das Agieren auf eine bestimmte Art und Weise (agieren meint hier die bewusste Handlung) 2. Das spezifische Äußere 3. Der bestimmte Raum Theater ereignet sich dann, wenn Spieler A eine Figur X verkörpert, während der Zuschauer Z zuschaut; Voraussetzung dafür sind die drei konstitutiven Faktoren Bewegungen des Schauspieler: 1. Körper = kinesische Zeichen 2. Gesicht = mimische Zeichen Differenz der kinesischen Zeichen in gestische (Körperbewegungen ohne Positionswechsel) und proxemische (Bewegung durch den Raum) Agieren des Schauspielers: visuelle kinesische Zeichen und akustische Zeichen (sprechen, singen, Geräusche machen, Musik) wenn Schauspieler akustische Zeichen verwendet sind mindestens zwei Zeichensysteme daran beteiligt: sprachliche Zeichen (eigene Stimme, Betonung, Tonhöhe, Lautstärke, Stimmfärbung) : paralinguistische Zeichen = Das spezifische Äußere (Aussehen der Gestalt (Kleidung, Haare) und des Gesichts) = Maske Der besondere Raum unterteilt sich in (Raumaufteilung): 1. Die Zonen des Schauspielers und des Zuschauers: → Raumkonzeption: gibt vor, wo sich die Zuschauer und die Schauspieler befinden 2. Das Aussehen des Raumabschnittes, in dem die Schauspieler agieren: → Bühnenbild/Dekoration: entsteht durch das unveränderte Vorhandensein von Objekten über einen längeren Zeitraum und den Requisiten, wobei dessen Lage, Gestalt und Aussehen von den Schauspielern im Prozess des Agierens verändert werden kann Besonderheit des Theater: Theater erfindet keine eigenen Zeichen, sondern bezieht sich auf die der anderen kulturellen Systeme (z.B. Literatur und Musik): ,,Zweck-Entwendung", denn Zeichen fungieren als ,,Zeichen für Zeichen“ (das meint, dass das ursprüngliche Zeichen aus der Literatur dem Theater nun als ein anderes Zeichen dient); daraus folgt: 1. Mobilität von Zeichen: meint die Ersetzbarkeit von Zeichen durch andere Bedeutung (z. B. Gesten durch Geräusche darstellen) 2. Polyfunktionalität von Zeichen: meint, dass Zeichen die Bedeutung annehmen, die der Schauspieler ihm zuschreibt (z.B. kann ein Stuhl auch als Berg, Treppe, Auto, ... fungieren) Zeichen unterschiedlicher Zeichensysteme können in einer Aufführung gleichberechtigt oder hierarchisch (dominant) erscheinen