Bertolt Brecht und das epische Theater
Bertolt Brecht revolutionierte das Theater mit seiner Theorie des epischen Theaters. Im Gegensatz zum klassischen aristotelischen Drama zielte Brecht auf eine kritisch-distanzierte Haltung des Publikums ab.
Definition: Das epische Theater ist eine Form des politischen Theaters, die das Publikum zum Nachdenken und zur Veränderung der Gesellschaft anregen soll.
Brechts Ziel war es, eine Veränderung zu bewirken, indem er den Zuschauer aktivierte und ihm Handlungsmöglichkeiten aufzeigte. Er wollte, dass das Publikum eine Distanz zum Geschehen wahrt, anstatt sich mit den Figuren zu identifizieren.
Quote: "Zeigt, dass ihr zeigt!" - Dieser Ausspruch Brechts verdeutlicht sein Konzept, dass Schauspieler bewusst zeigen sollen, dass sie eine Rolle spielen.
Ein zentrales Element in Brechts Theorie ist der Verfremdungseffekt. Dieser wird durch verschiedene Techniken erreicht:
- Kommentare durch Erzähler oder Chor
- Spruchbänder, Plakate und Projektionen
- Lieder und Musik, die das Geschehen ironisch kommentieren
- Die "gestische Sprache", die soziale Zugehörigkeit verdeutlicht
Example: In Brechts Stück "Mutter Courage und ihre Kinder" könnte ein Schauspieler mitten in einer Szene aus seiner Rolle heraustreten und direkt zum Publikum sprechen, um die Handlung zu kommentieren.
Brecht nannte sein Theater auch "dialektisches Theater", da es die Welt und die Gesellschaft als veränderbar darstellte. Er war stark von den Ideen von Karl Marx beeinflusst und kritisierte in seinen Werken oft den Kapitalismus.





