Aristotelisches vs. Episches Theater
Die aristotelische Theatertheorie prägte das Drama bis ins 19. Jahrhundert und enthält klare Richtlinien: Sie fordert die drei Einheiten von Handlung, Zeit und Ort. Die Handlung soll geschlossen sein, eine angemessene zeitliche Ausdehnung haben und an einem festen Ort spielen.
Bertolt Brecht entwickelte 1938 sein Konzept des epischen Theaters als Gegenmodell. Er nutzt die "Straßenszene" als Grundmodell, bei der kein künstlerisches Talent oder manipulative Spielweise erforderlich ist. Die Szene soll einen gesellschaftlich praktischen Sinn haben, um als episch zu gelten.
Ein zentrales Element ist der Verfremdungseffekt Brecht. Dieser literarische Kunstgriff überlässt es den Zuschauern, ob sie sich mit den Figuren identifizieren. Es werden keine festen Sichtweisen vorgegeben - die Betrachter sollen selbständig urteilen.
💡 Merke: Während das aristotelische Theater auf emotionale Identifikation setzt, will das epische Theater durch Verfremdung kritisches Denken fördern!





