Szenenanalyse 2. Akt, Seite 80-85: Ills Fluchtversuch am Bahnhof
In der Szene versucht Alfred Ill am Bahnhof zu fliehen, um seinem drohenden Tod zu entkommen. Die Bürger von Güllen verfolgen ihn jedoch und hindern ihn durch geschicktes psychisches und physisches Bedrängen an seiner Flucht. Ill wird zunehmend verzweifelter, bis er schließlich zusammenbricht.
Zum Verständnis wichtig: Claire Zachanassian, eine reiche Milliardärin, hat den Güllenern eine Milliarde für Ills Tod geboten. Nun sehen wir am Bahnhof, wie die Güllener mit dieser moralischen Herausforderung umgehen und Ill daran hindern, in den Zug zu steigen. Sie kommen ihm immer näher, sodass er kaum entkommen kann.
Die Szenenanalyse zeigt eine klare Entwicklung: Die Güllener bedrängen Ill zunächst mit Worten, dann auch physisch. Der immer enger werdende Kreis um ihn symbolisiert die ausweglose Situation. Am Ende ruft der verzweifelte Ill: "Ich bin verloren!" - ein Eingeständnis seines unausweichlichen Schicksals.
Achtung! Die Wandlung des Bürgermeisters ist besonders aufschlussreich: Er lehnte anfangs Claires Angebot ab, zeigt nun aber seine wahren Prioritäten. Er bezeichnet Ills Fluchtversuch als "lächerlich" und macht damit deutlich, dass auch er dem Geld verfallen ist.