Franz' Entwicklung im Angesicht der NS-Propaganda
In diesem Textauszug aus "Der Trafikant" (veröffentlicht 2012) wird Franz' wachsende Unabhängigkeit deutlich. Der junge Mann, der zu Beginn des Romans noch unselbständig war, führt nun eigenständig die Trafik und erledigt Geschäftsaufgaben. Doch der Tod Ottos hat tiefe Spuren hinterlassen.
Die Darstellung der NS-Propaganda erfolgt durch eine Aneinanderreihung von Pressemitteilungen in Parataxen, die bedrückend und hektisch wirken: "Der Führer in Italien,... München, überall". Diese Klimax verdeutlicht die allgegenwärtige Propaganda. Franz begegnet dieser mit rhetorischen Fragen und wiederholtem "aber", was seine kritische Haltung zum Regime offenbart.
Der Text lässt sich in drei Abschnitte gliedern: Franz' Arbeitstag ohne Otto, die Konfrontation mit NS-Schlagzeilen und schließlich Franz' Blick auf Wien von der Anhöhe aus. Diese Struktur spiegelt seinen inneren Prozess wider – vom Versuch der Flucht vor Gedanken bis zur bewussten Auseinandersetzung mit ihnen.
📝 Entwicklungsschritt: Franz durchläuft einen Heilungsprozess, indem er sich nicht mehr vor seinen Gedanken verschließt, sondern beginnt, sich aktiv mit ihnen auseinanderzusetzen. Diese Bewusstwerdung ist gleichzeitig eine Positionierung gegenüber dem Nationalsozialismus.