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Die Leiden des jungen Werther von Goethe

Die Leiden des jungen Werther von Goethe

 Lehrkraft: Fr. Hölscher
Johann Wolfgang
Goethe: Die
Leiden des
jungen Werther
Werther und die Gesellschaft
Schönwälder, Tanja
18.6.2020 Inh

Die Leiden des jungen Werther von Goethe

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Ausarbeitung

Werther und die Gesellschaft Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 Kritik an der Gesellschaft 2.1 Kritik am Bürgertum 2.2 Kritik am Adel 3 Goethe 4 Sturm und Drang 5 Schluss 6 Erklärung 7 Quellen- und Literaturverzeichnis

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Lehrkraft: Fr. Hölscher Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werther Werther und die Gesellschaft Schönwälder, Tanja 18.6.2020 Inhaltsverzeichnis Einleitung ..... Kritik an der Gesellschaft…..... 1 2 3 4 5 6 7 ‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒ 2.1 Kritik am Bürgertum 2.2 Kritik am Adel Goethe Sturm und Drang Schluss Erklärung Quellen- und Literaturverzeichnis ‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒ ‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒ ‒‒‒‒‒‒‒‒ -‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒‒ 2 3 4 5 7 8 10 11 ...12 1 1. Einleitung Eine unglückliche Liebe und eine Anklage an die Standesgesellschaft zugleich wurden im Frühjahr 1774 zum Klassiker der deutschen Literatur. Goethes erster Roman „Die Leiden des jungen Werthers" war sein großer Durchbruch und führte den jungen Juristen über Nacht zu außerordentlichem Ruhm und Ansehen. Es wurde zur Mode die knallgelben Hosen und blaue Mantel des Werthers zu tragen. Ein Stil, der Werther-Fieber genannt wurde. Sein Briefroman über den von Liebeskummer befallenen Werther, der sich in eine unerreichbare Frau verliebt und sich schlussendlich das eigene Leben nimmt, wurde in ganz Europa bekannt, doch entfachte auch eine erschreckende Selbstmordwelle aus. Nach der Herausgabe von „Die Leiden des jungen Werther" wurde Goethe zur Berühmtheit in ganz Europa. Die damalige Gesellschaft war ganz vernarrt in Werther. Sie verfassten Briefe im Stile Werthers, es entstanden Operetten zur „Werther Thematik", Werther bekam sein eignes Parfüm genannt „Eau de Werther" und selbst Lotte wurde bekannt und bekam ihre eigene Darstellung im Londoner Wachfigurenkabinett.¹ Durch die Hauptfigur Werther wird ein Bild von der damaligen Gesellschaft erschaffen und kritisiert. Im Folgenden werden ich erläutern, ob Werthers Gesellschaftskritik mit der Auffassung der Epoche des Romanes, dem Sturm und Drang, übereinstimmt und wie Goethes...

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Ansicht auf die Gesellschaft lautet. ¹ Werther-Fieber: https://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/350470 0170 Wertherfieber.pdf 2 2. Kritik an der Gesellschaft Werther in eine Gesellschaftsschicht einzuordnen, ist schwierig. Durch sein Elternhaus zum wohlhabenden Bürgertum gehören würde, jedoch weder beim Bürgertum noch bei Adel Anschluss findet. „Der individualistische Werther konnte nicht wirklich seinen eigenen Platz in der Gesellschaft finden. Er fühlte sich vielleicht von der Welt missverstanden und hatte das Gefühl, dass er, als sich selbst, nicht in die Gesellschaft passt.“² Der Roman besteht aus an den Freund Wilhelm und aus einigen Passagen eines fiktiven Herausgebers. Er ist in ein erstes und ein zweites Buch geteilt und die Handlung erstreckt sich über einen Zeitraum von ungefähr anderthalb Jahren: Mai 1771 bis Dezember 1772. Zu Beginn des Romans kommt der junge Werther nach Wahlheim und ist von dem Ort so angetan, dass er sich entschließt eine Weile zu bleiben. Er bewundert die Natur und zeichnet viel. Bald wird er auf einen Ball geladen und auf der Kutschfahrt dorthin lernt er Charlotte S. („Lotte“) kennen und ist entzückt von dem Bild, das sie im Kreise ihrer sechs Geschwister abgibt. Später auf dem Ball tanzt Werther mit Lotte und als ein Gewitter aufzieht und beide am Fenster den Regen betrachten, kommt beiden die gleiche Klopstock-Ode in den Sinn, woraufhin Werther auf eine Seelenverwandtschaft schließt und sich endgültig in Lotte verliebt. Lotte ist allerdings bereits mit dem Geschäftsmann Albert verlobt. Trotzdem besucht Werther sie von da an immer öfter. Als Albert von einer Geschäftsreise zurückkommt, entsteht ein freundschaftliches Dreiecksverhältnis, doch Werther wird die Hoffnungslosigkeit seiner Liebe bewusst und er entschließt sich, das Dorf für eine Weile zu verlassen. Hiernach beginnt formal das zweite Buch des Werther: Er arbeitet nun am Hof bei einem Gesandten, aber die Geschäftspedanterie und die Borniertheit der Gesellschaft empfindet er als unerträglich und nachdem er eines Abends von einer Feier verwiesen wird, reicht er die Kündigung ein und lebt eine Zeit bei einem Fürsten auf dem Jagdschloss. Kurze Zeit später zieht es ihn aber wieder zurück nach Wahlheim. Zurück in Wahlheim sind Lotte und Albert mittlerweile verheiratet. 2 Die Leiden des jungen Werther - ein Klassiker aus Sturm und Drang: https://blogs.helsinki.fi/sturmunddrang-klassik/2016/05/02/die-leiden-des-jungen-werthers-ein- klassiker-aus-sturm-und-drang/ 3 Dennoch besucht Werther Lotte nun wieder regelmäßig. Albert werden diese häufigen Besuche aber suspekt, sodass Lotte Werther bittet, sie ein paar Tage nicht zu treffen. Als er sie trotz des Verbots am nächsten Tag wieder besucht und ihr aus seiner Ossian-Übersetzung vorliest, werden sie von ihren Gefühlen überwältigt und Werther küsst sie. Sie reist sich in Verwirrung los und schließt sich im Nebenzimmer ein. Werther hat zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossen, zu sterben. Er schreibt einen Abschiedsbrief und setzt seinem Leben um Mitternacht vor Heiligabend mit einer von Albert geliehenen Pistole ein Ende. 2.1 Kritik am Bürgertum Der größte Vertreter des Bürgertums ist Albert. Er besitz eine Arbeit am Hofe und wird als fleißiger Arbeiter beschrieben. Obwohl sich Albert und Werther anfangs gut verstehen, ändert sich dies sich drastisch nach einer Auseinandersetzung über Selbstmord. Hierbei vertritt Albert die streng bürgerliche Ansicht, dass es töricht ist sich selbst aufgrund von Empfindungen das Leben zu nehmen. Er beruft sich auf den Verstand und die Vernunft. Werther dagegen, welcher eins mit seinen Gefühlen ist, vertritt eine ganz andere Sichtweise. Er verflucht die Bürgerlichen sich an ihre Tugenden wie den Verstand und die Nüchternheit festgehängt zu haben. In dem Streitgespräch kritisiert er ebenfalls, die übereilte Verbreitung von Gerüchten, ohne den Hintergrund der Handlung zu hinterfragen (vgl. S.54, Z. 5 ff.)³ Das Bürgertum widmet sich ausschließlich seiner Arbeit und fürchtet sich von seiner Freiheit (vgl. S. 10, Z. 21 ff.). Im Zustand des Liebeskummers begibt sich Werther zur Ablenkung im zweiten Buch in den Dienst eines Gesandten. Doch dort verweilt er nicht lange, denn er hat das Gefühl, ihm fehle bei der Arbeit die Freiheit. Er fühlt sich durch das Verhalten und die Eigenschaften des Bürgertums eingeengt und in der Entfaltung all seiner Fähigkeiten durch bürgerliche Arbeit behindert. Am 20. Januar 1772 schreibt Werther an Lotte, er fühle sich wie eine Marionette und empfinde das normale gesellschaftliche Zusammensein als emotionslos und 3 Goethe, Johann Wolfgang: Die Leiden des jungen Werther, zweite Auflage, Ditzingen: Reclam, 2001. 4

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Ansicht auf die Gesellschaft lautet. ¹ Werther-Fieber: https://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/350470 0170 Wertherfieber.pdf 2 2. Kritik an der Gesellschaft Werther in eine Gesellschaftsschicht einzuordnen, ist schwierig. Durch sein Elternhaus zum wohlhabenden Bürgertum gehören würde, jedoch weder beim Bürgertum noch bei Adel Anschluss findet. „Der individualistische Werther konnte nicht wirklich seinen eigenen Platz in der Gesellschaft finden. Er fühlte sich vielleicht von der Welt missverstanden und hatte das Gefühl, dass er, als sich selbst, nicht in die Gesellschaft passt.“² Der Roman besteht aus an den Freund Wilhelm und aus einigen Passagen eines fiktiven Herausgebers. Er ist in ein erstes und ein zweites Buch geteilt und die Handlung erstreckt sich über einen Zeitraum von ungefähr anderthalb Jahren: Mai 1771 bis Dezember 1772. Zu Beginn des Romans kommt der junge Werther nach Wahlheim und ist von dem Ort so angetan, dass er sich entschließt eine Weile zu bleiben. Er bewundert die Natur und zeichnet viel. Bald wird er auf einen Ball geladen und auf der Kutschfahrt dorthin lernt er Charlotte S. („Lotte“) kennen und ist entzückt von dem Bild, das sie im Kreise ihrer sechs Geschwister abgibt. Später auf dem Ball tanzt Werther mit Lotte und als ein Gewitter aufzieht und beide am Fenster den Regen betrachten, kommt beiden die gleiche Klopstock-Ode in den Sinn, woraufhin Werther auf eine Seelenverwandtschaft schließt und sich endgültig in Lotte verliebt. Lotte ist allerdings bereits mit dem Geschäftsmann Albert verlobt. Trotzdem besucht Werther sie von da an immer öfter. Als Albert von einer Geschäftsreise zurückkommt, entsteht ein freundschaftliches Dreiecksverhältnis, doch Werther wird die Hoffnungslosigkeit seiner Liebe bewusst und er entschließt sich, das Dorf für eine Weile zu verlassen. Hiernach beginnt formal das zweite Buch des Werther: Er arbeitet nun am Hof bei einem Gesandten, aber die Geschäftspedanterie und die Borniertheit der Gesellschaft empfindet er als unerträglich und nachdem er eines Abends von einer Feier verwiesen wird, reicht er die Kündigung ein und lebt eine Zeit bei einem Fürsten auf dem Jagdschloss. Kurze Zeit später zieht es ihn aber wieder zurück nach Wahlheim. Zurück in Wahlheim sind Lotte und Albert mittlerweile verheiratet. 2 Die Leiden des jungen Werther - ein Klassiker aus Sturm und Drang: https://blogs.helsinki.fi/sturmunddrang-klassik/2016/05/02/die-leiden-des-jungen-werthers-ein- klassiker-aus-sturm-und-drang/ 3 Dennoch besucht Werther Lotte nun wieder regelmäßig. Albert werden diese häufigen Besuche aber suspekt, sodass Lotte Werther bittet, sie ein paar Tage nicht zu treffen. Als er sie trotz des Verbots am nächsten Tag wieder besucht und ihr aus seiner Ossian-Übersetzung vorliest, werden sie von ihren Gefühlen überwältigt und Werther küsst sie. Sie reist sich in Verwirrung los und schließt sich im Nebenzimmer ein. Werther hat zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossen, zu sterben. Er schreibt einen Abschiedsbrief und setzt seinem Leben um Mitternacht vor Heiligabend mit einer von Albert geliehenen Pistole ein Ende. 2.1 Kritik am Bürgertum Der größte Vertreter des Bürgertums ist Albert. Er besitz eine Arbeit am Hofe und wird als fleißiger Arbeiter beschrieben. Obwohl sich Albert und Werther anfangs gut verstehen, ändert sich dies sich drastisch nach einer Auseinandersetzung über Selbstmord. Hierbei vertritt Albert die streng bürgerliche Ansicht, dass es töricht ist sich selbst aufgrund von Empfindungen das Leben zu nehmen. Er beruft sich auf den Verstand und die Vernunft. Werther dagegen, welcher eins mit seinen Gefühlen ist, vertritt eine ganz andere Sichtweise. Er verflucht die Bürgerlichen sich an ihre Tugenden wie den Verstand und die Nüchternheit festgehängt zu haben. In dem Streitgespräch kritisiert er ebenfalls, die übereilte Verbreitung von Gerüchten, ohne den Hintergrund der Handlung zu hinterfragen (vgl. S.54, Z. 5 ff.)³ Das Bürgertum widmet sich ausschließlich seiner Arbeit und fürchtet sich von seiner Freiheit (vgl. S. 10, Z. 21 ff.). Im Zustand des Liebeskummers begibt sich Werther zur Ablenkung im zweiten Buch in den Dienst eines Gesandten. Doch dort verweilt er nicht lange, denn er hat das Gefühl, ihm fehle bei der Arbeit die Freiheit. Er fühlt sich durch das Verhalten und die Eigenschaften des Bürgertums eingeengt und in der Entfaltung all seiner Fähigkeiten durch bürgerliche Arbeit behindert. Am 20. Januar 1772 schreibt Werther an Lotte, er fühle sich wie eine Marionette und empfinde das normale gesellschaftliche Zusammensein als emotionslos und 3 Goethe, Johann Wolfgang: Die Leiden des jungen Werther, zweite Auflage, Ditzingen: Reclam, 2001. 4