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Die Physiker 1. Akt 2. Szene- sehr ausführliche Dramenszenenanalyse

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Die Physiker 1. Akt 2. Szene- sehr ausführliche Dramenszenenanalyse

 Dramenszenenanalyse
(S.19, Z.20-S.23, Z.16)
Der vorliegende Abschnitt ist ein Auszug aus der zweiten Szene des ersten
Aktes der Komödie „di

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- Einleitung - Historischer Kontext - Formaler Aufbau - Was in der Szene passiert - Anlass für den Dialog - Was nach der Szene geschieht - Analyse - Schluss

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Dramenszenenanalyse (S.19, Z.20-S.23, Z.16) Der vorliegende Abschnitt ist ein Auszug aus der zweiten Szene des ersten Aktes der Komödie „die Physiker", die von Friedrich Dürrenmatt geschrieben und im Jahre 1962 veröffentlicht wurde. Die Szene handelt von dem Gespräch zwischen dem Inspektor Voß und den Physiker Newton. Das Drama handelt von drei Physiker, die in einer Heilanstalt leben und jeweils eine Krankenschwester erdrosselt haben, außerdem wird die Kernfrage dieses Stückes behandelt, die den Zusammenhang zwischen Verantwortung und Wissenschaft hinterfragt. Die Handlung des Dramas beruht auf den atomaren Konflikt der Supermächte, der in den frühen 1960er Jahren vorherrschte. Die Welt hielt den Atem an, denn die Menschen befanden sich unmittelbar vor dem Ausbruch eines Atomkrieges und damit vor ihrer totalen Vernichtung. Die nukleare Bedrohung und der Kalte Krieg waren die zentralen politischen Themen der Nachkriegszeit. In diesem Zusammenhang interessierte Dürrenmatt besonders die Rolle der Wissenschaft. Das Stück versucht aus künstlerisch-theatralischer Perspektive brennende Zeitfragen aufzugreifen und so einen eigenen Beitrag zur öffentlichen Diskussion zu leisten. Zu dem formalen Aufbau des Dramas lässt sich feststellen, dass Dürrenmatt streng auf die Einheit von Raum, Zeit und Handlung achtet, was erste Hinweise auf eine klassische, geschlossene Form des Dramas sind. Was ,,Die Physiker" ebenfalls zu einem klassischen Drama macht, ist das Einbeziehen eines Helden, den Physiker Möbius, ein autonomes Individuum der seine Verantwortung einsieht und danach handelt. Diesen lässt er...

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jedoch am Ende des Dramas scheitern, denn nach Dürrenmatts Einstellung gibt es in der heutigen Welt keine Helden im klassischen Sinn, da jeder von der Umgebung in ein Schema gepresst wird und nicht mehr dazu fähig ist, nach seinem eigenen Willen zu handeln. Heißt, das Drama hat Hinweise auf ein klassisches Drama, wie eine Exposition, ein Höhepunkt, ein Wendepunkt, eine Katastrophe, aber auch eine begrenzte Anzahl an Personen. Trotz dessen ist das Drama kein klassisches Drama aufgrund von Parodie und Ironisierung, aber auch weil es nur 2 statt 5 Akte besitzt, sowie auch keine ranghohen Figuren und auch ist die späte Entpuppung des Antagonisten, beziehungsweise die späte Themenoffenbarung ein Hinweis für eine nicht klassische Form. Dürrenmatt verwendet in seinem Drama ebenfalls Einfall und Zufall. Einfall als wichtigstes Mittel zur Vermeidung der Identifikation der Zuschauer mit dem Bühnengeschehen, also zur Distanzschaffung. Einfall nutzt Dürrenmatt aber auch, um eine gegenwärtige Situation ins Komische zu gestalten, beziehungsweise sie bloßzustellen. Stattdessen benutzt Dürrenmatt den Zufall als Mittel, um das vernünftige und geplante menschliche Verhalten, vom chaotischen Zufall durchkreuzen zu lassen. Durch das Zufall, kann kein Mittel gegen die Katastrophe gefunden werden, was in dem Fall der Physiker, der Zufall von der Gestalt der verrückten irrsinnigen Ärztin verkörpert wird, die das sorgfältig geplante Ziel von Möbius, die Welt vor der Zerstörung zu retten durchkreuzt und somit verhindert. Der Auszug beginnt, als Newton eine Kognakflasche und ein Glas aus dem Kamingitter holt. Als er dann sein Bedauern zu der ermordeten Krankenschwester äußert und sich Kognak ins Glas schenkt, wird Inspektor Voß wieder mit den Regeln im Salon konfrontiert, woraufhin er Newton an seinem Mord erinnert. Als das Gespräch jedoch zu seinem Mord wechselt, erzählt Newton, er sei in Wirklichkeit Einstein. Anschließend versucht Newton, Inspektor Voß von seiner Genialität zu überzeugen. Der konkrete Anlass für den Dialog zwischen dem Inspektor Voß und dem Patienten Newton, war der Mord an Irene Straub, die bereits zweite erdrosselte Krankenschwester in der Anstalt ,,Les Cerisiers". Bei dem Täter handelt es sich jedoch nicht wie vor drei Monaten um Newton, sondern um den Patienten Einstein, der ebenfalls mit Newton und einen weiteren Physiker in der Anstalt lebt. Nach der Besichtigung der jetzigen erdrosselten Krankenschwester und das Gespräch mit der Oberschwester Marta Boll, befindet sich der Inspektor immer noch im Salon der Anstalt, um mit der Chefärztin über dem Täter zu sprechen. Während der Wartezeit kommt der Patient Newton aus seinem Zimmer heraus und geht auf den Inspektor hinzu, um mehr über den Vorfall zu erfahren. Für das weitere Geschehen ist der Dialog insofern wichtig, da der Leser das erste Mal einen Anschein dazu erhält, dass der Physiker Newton und somit auch die beiden anderen Physiker nicht verrückt sind. Newton kann während des Gespräches den Inspektor von seiner Intelligenz und Überlegenheit überzeugen, weshalb er im zweiten Akt, den Mörder der dritten Krankenschwester nicht verurteilen möchte. Im Folgenden wird daher der vorliegende Auszug hinsichtlich der vermuteten Verrücktheit Newtons analysiert, aber auch wie er als Physiker zu seinem Wissen und die damit verbundenen Verantwortung der Wissenschaft stel außerdem wird in der Analyse ebenfalls hinsichtlich auf die Rolle des Inspektors eingegangen. Zu Beginn des Auszuges wird nochmal die Absurdität der in der Anstalt geltenden Regeln betont. Die Paradoxie, dass die Patienten rauchen beziehungsweise trinken dürfen und die Gäste hingegen nicht (vgl. S.19, Z.24- 25), deuten auf Dürrenmatts Motiv einer verrückten, verkehrten Welt. Dieses Motiv verwendet der Autor, um der Gattung einer Komödie zu entsprechen. Als sich dann das Gespräch auf den von Newton zugefügten Mord richtet, lässt sich feststellen, dass Dürrenmatt nicht nur mit Paradoxen versucht auf die Widersprüchlichkeiten unserer Welt hinzuweisen, sondern auch mit der Verwendung von Ironie möchte er den Leser verwirren und eine komische Atmosphäre schaffen. Newton behauptet nämlich von sich seine Tat ist „etwas ganz anderes" (S.20, Z.4) und dass er im Gegensatz zu Einstein gar nicht verrückt ist (vgl. S.20, Z.5). An dieser Stelle lässt sich erkennen, wie der Autor die Sprache als Mittel der Verwirrung nutzen möchte, sodass sich der Leser nicht mehr auf die Sprache verlassen kann. Der Inspektor hält Newton für verrückt, obwohl dieser sich der Wahrheit gemäß als normal bezeichnet. Dieser denkt aber vermutlich, dass sich alle Irren für normal halten. Das durch die sprachliche Steuerung bewirkte Umschlagen einer Überzeugung in ihr Gegenteil wird durch ein Weltbild, aber auch durch festgefahrene Vorurteile erleichtert und lässt somit die Realität verkennen und zu falschen Einschätzungen führen. So kann die wahre Aussage unbeachtet bleiben, ja als Gegenteil verstanden werden und entsprechend die falsche als Wahr gelten. Ein weiteres Beispiel für Ironie aber auch Zynismus der Verantwortlichen für die Verrücktheiten der modernen Wissenschaft, ist diese nur scheinbar logische Argumentation von Newton ,,Das Dilemma war nur durch eine Vorhangskordel zu lösen" (S.20, Z.12-13). Eine weitere Stelle wo sich vermuten lässt, dass der Patient Newton, in Wirklichkeit gar nicht verrückt ist und er sich nur als solcher ausgibt, ist die Stelle wo Newton auf den problematischen Altersunterschied hinweist (vgl. S.20, Z.18) und der Inspektor dieser Äußerung zustimmt und unterstreicht: „sie müssen ja weit über zweihundert Jahre alt sein“ (S.20, Z.19-20). Als dann Newton ihn aber verwundert anstarrt, scheint es so, als hätte er für kurze Zeit, seine Rolle als Physiker Newton vergessen, weshalb er dann, um den Inspektor zu verwirren, das Thema wechselt. Um sicher weiterhin als verrückt zu gelten und somit den Inspektor hinters Licht zu führen, wechselt Newton ebenfalls plötzlich seine Identität und behauptet von sich er sei in Wirklichkeit Einstein (vgl. S.21, Z.2-3). Als Newton sich dann als Einstein vorstellt und die beiden eine neue Konversation beginnen (vgl. S.21, Z.13-15), ist zur Syntax der Sprache zu bemerken, dass Newton eine Inversion benutzt, um sein Geheimnis, er sei Einstein zu verdeutlichen und um den Inspektor somit weiterhin zu verwirren. In der neuen Konversation ist auffallend, dass der aktuelle Mord nicht nochmal thematisiert wird, stattdessen folgt im letzten Abschnitt noch eine Erläuterung Newtons zur Elektrizität. Er möchte den Inspektor mit seinem Fachwissen beeindrucken. Um auf die am Anfang aufgestellte Deutungshypothese zurückzugreifen, die behauptet, dass Newton und eventuell auch die anderen beiden Physiker in Wirklichkeit gar nicht verrückt sind, lässt sich nach dem ersten Teil der Analyse feststellen, dass es zwar Hinweise gibt, die das beweisen, wie zum Beispiel Newtons kurze Verwirrung über das Alter seiner Rolle und auch als er dann sich plötzlich als Einstein ausgibt, um bloß nicht aufzufallen, trotzdem lässt sich das nach diesem ersten Teil noch nicht genau feststellen, denn Dürrenmatt verwendet, wie bereits angesprochen, die Sprache als Mittel der Verwirrung, sodass man als Leser sich nicht sicher sein kann, was wirklich als Nächstes kommt. Doch anhand vom nächsten Sinnabschnitt, lässt sich erkennen wie Newton von der Rolle eines Verrückten immer mehr in die Rolle eines intelligenten Mannes einsteigt, sodass die Verwirrung der Leser durch die nächsten Zeilen noch mehr aufgebaut wird. Allgemein scheint im gesamten Szeneauszug es so zu sein, als sei der Patient Newton dem Inspektor überlegen. Als zum Beispiel Newton die Musik von dem Patient Einstein kritisiert (vgl. S.21, Z.22-25), kommentiert der Inspektor „ich verstehe nichts von Musik“ (S.21, Z.26). Im Gegensatz zu der Antwort des Inspektors, erzeugt der lang und gebildet klingende Satz von Newton, das Bild eines intelligenten und noblen Mannes. In seinen Sätzen benutzt er sehr gehobene und komplizierte Adjektive und Verben, wie „herunterfielen" und ,,barbarisch". Dagegen zeigt die einfältige und fast schon dumme Antwort von dem Inspektor Voß, dass er intellektuell seinem gegenüber unterlegen ist. Allgemein ist auffallend, dass in der gesamten Szene der höhere Redeanteil bei Newton liegt, was ebenfalls als Zeichen für seine Überlegenheit gegenüber dem Inspektor beweist. Auch die Stelle an dem Newton sein Arm um die Schulter des Inspektors legt (vgl. S.22, Z.2-3), oder auch wo Newton den Inspektor provozierend fragt ,,Nicht wahr, Sie ärgern sich, mich nicht verhaften zu dürfen?“ (S.22, Z.6-7), sind Hinweise für ein Umdrehen der Rollen. Ein guter Polizist würde sich sowas nicht gefallen lassen und würde damit entsprechend anders handeln. Das Umdrehen der Rollen in dieser Szene, führt dazu, dass ein Bild einer schwachen und unterlegenen Polizei erzeugt wird, die nicht dazu fähig ist, verdächtige Menschen und Mörder zu dominieren. Diese Stellen könnten darauf hinweisen, dass Dürrenmatt entweder Kritik an den Alliierten dieser Zeit ausübt, da diese sehr lange nicht gegen die Nazis vorgegangen sind und stattdessen lieber die Situation akzeptiert haben. Dürrenmatt könnte aber auch den Inspektor Voß als Kritik an die Gesellschaft eingebaut haben, denn diese hat ebenfalls die Tendenz, ungerechte Situationen zu akzeptieren, anstatt gegen sie zu kämpfen. Allgemein zeigt sich der Inspektor Voß oft überfordert und verwirrt (vgl. S.21, Z.16), (vgl. S.21, Z.6). Es wirkt für den Leser so, als wäre er der Situation nicht gewachsen, was damit zusammenhängt, dass die von ihm vertretene bürgerlich-normale Welt mit der Wirklichkeit des Irrenhauses für ihn unvereinbar sind. In dem letzten Abschnitt kommt es dann zum Höhepunkt des Gesprächs. Hier wechselt sich die Thematik von der Musik Einsteins, zu der Naturwissenschaft mit ebenfalls Anspielungen auf die, zu der Zeit von den Menschen gefürchtete Atombombe. Als Newton den Inspektor mit der Frage provoziert ,,Möchten sie mich verhaften, weil ich die Krankenschwester erdrosselt oder weil ich die Atombombe ermöglicht habe?“ (S.22, Z.9-11), stellt Newton nicht nur eine paradoxe Frage, sondern weist auch auf den realen Problemen der modernen Physik und aber auch, regt er den Inspektor, aber auch den Leser über die ethische Frage nachzudenken, ob man jemand verurteilt der einen oder der Millionen Morde begeht. Er macht mit dieser Fragestellung den Vorwurf, dass man einen kleinen Mörder verurteilt, aber den Erfinder der Atombombe nicht. Dies unterstreicht eine groteske Vorstellung, die die bürgerliche Weltordnung konkretisiert. Seine weiteren Aussagen zur Elektrizität (vgl. S.22, Z.13 – S.23, Z.1-8), lassen sich so erläutern, dass er für die Verwendung seiner Theorien keinerlei Einfluss hat und somit nicht Schuld an den Millionen Morden beim Einsatz einer Atombombe wäre. Ebenfalls kritisiert er den allgemeinen Zugänglichkeiten moderner Forschungsergebnisse in dem er sagt „So vermag heute jeder Esel eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen- oder einer Atombombe zur Explosion" (S.22, Z.29-30 – S.23, Z.1). Zum Schluss der Szene erklärt Newton dem Inspektor für den eigentlichen kriminellen, da er unverantwortlich handelt und sich von Wissen bedient, worüber er keine Ahnung hat (vgl. S.23, Z.5-8), diese Stelle unterstreicht nochmal seine Einstellung zu Wissen und Verantwortung. Nach diesem Vorwurf verabschiedet sich Newton und schreit dem Inspektor hinterher ,,Sie sollten sich selber verhaften, Richard!“ (S.23, Z.14), diesen Ausruf sollte einerseits seine Einstellung betonen, soll aber auch wieder auf seine Verrücktheit lenken, nachdem eventuell der Inspektor aber auch der Leser ihn nach seiner Erläuterung, eventuell verdächtigen könnte und ihn nicht mehr für verrückt hält.

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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Dramenszenenanalyse (S.19, Z.20-S.23, Z.16) Der vorliegende Abschnitt ist ein Auszug aus der zweiten Szene des ersten Aktes der Komödie „die Physiker", die von Friedrich Dürrenmatt geschrieben und im Jahre 1962 veröffentlicht wurde. Die Szene handelt von dem Gespräch zwischen dem Inspektor Voß und den Physiker Newton. Das Drama handelt von drei Physiker, die in einer Heilanstalt leben und jeweils eine Krankenschwester erdrosselt haben, außerdem wird die Kernfrage dieses Stückes behandelt, die den Zusammenhang zwischen Verantwortung und Wissenschaft hinterfragt. Die Handlung des Dramas beruht auf den atomaren Konflikt der Supermächte, der in den frühen 1960er Jahren vorherrschte. Die Welt hielt den Atem an, denn die Menschen befanden sich unmittelbar vor dem Ausbruch eines Atomkrieges und damit vor ihrer totalen Vernichtung. Die nukleare Bedrohung und der Kalte Krieg waren die zentralen politischen Themen der Nachkriegszeit. In diesem Zusammenhang interessierte Dürrenmatt besonders die Rolle der Wissenschaft. Das Stück versucht aus künstlerisch-theatralischer Perspektive brennende Zeitfragen aufzugreifen und so einen eigenen Beitrag zur öffentlichen Diskussion zu leisten. Zu dem formalen Aufbau des Dramas lässt sich feststellen, dass Dürrenmatt streng auf die Einheit von Raum, Zeit und Handlung achtet, was erste Hinweise auf eine klassische, geschlossene Form des Dramas sind. Was ,,Die Physiker" ebenfalls zu einem klassischen Drama macht, ist das Einbeziehen eines Helden, den Physiker Möbius, ein autonomes Individuum der seine Verantwortung einsieht und danach handelt. Diesen lässt er...

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jedoch am Ende des Dramas scheitern, denn nach Dürrenmatts Einstellung gibt es in der heutigen Welt keine Helden im klassischen Sinn, da jeder von der Umgebung in ein Schema gepresst wird und nicht mehr dazu fähig ist, nach seinem eigenen Willen zu handeln. Heißt, das Drama hat Hinweise auf ein klassisches Drama, wie eine Exposition, ein Höhepunkt, ein Wendepunkt, eine Katastrophe, aber auch eine begrenzte Anzahl an Personen. Trotz dessen ist das Drama kein klassisches Drama aufgrund von Parodie und Ironisierung, aber auch weil es nur 2 statt 5 Akte besitzt, sowie auch keine ranghohen Figuren und auch ist die späte Entpuppung des Antagonisten, beziehungsweise die späte Themenoffenbarung ein Hinweis für eine nicht klassische Form. Dürrenmatt verwendet in seinem Drama ebenfalls Einfall und Zufall. Einfall als wichtigstes Mittel zur Vermeidung der Identifikation der Zuschauer mit dem Bühnengeschehen, also zur Distanzschaffung. Einfall nutzt Dürrenmatt aber auch, um eine gegenwärtige Situation ins Komische zu gestalten, beziehungsweise sie bloßzustellen. Stattdessen benutzt Dürrenmatt den Zufall als Mittel, um das vernünftige und geplante menschliche Verhalten, vom chaotischen Zufall durchkreuzen zu lassen. Durch das Zufall, kann kein Mittel gegen die Katastrophe gefunden werden, was in dem Fall der Physiker, der Zufall von der Gestalt der verrückten irrsinnigen Ärztin verkörpert wird, die das sorgfältig geplante Ziel von Möbius, die Welt vor der Zerstörung zu retten durchkreuzt und somit verhindert. Der Auszug beginnt, als Newton eine Kognakflasche und ein Glas aus dem Kamingitter holt. Als er dann sein Bedauern zu der ermordeten Krankenschwester äußert und sich Kognak ins Glas schenkt, wird Inspektor Voß wieder mit den Regeln im Salon konfrontiert, woraufhin er Newton an seinem Mord erinnert. Als das Gespräch jedoch zu seinem Mord wechselt, erzählt Newton, er sei in Wirklichkeit Einstein. Anschließend versucht Newton, Inspektor Voß von seiner Genialität zu überzeugen. Der konkrete Anlass für den Dialog zwischen dem Inspektor Voß und dem Patienten Newton, war der Mord an Irene Straub, die bereits zweite erdrosselte Krankenschwester in der Anstalt ,,Les Cerisiers". Bei dem Täter handelt es sich jedoch nicht wie vor drei Monaten um Newton, sondern um den Patienten Einstein, der ebenfalls mit Newton und einen weiteren Physiker in der Anstalt lebt. Nach der Besichtigung der jetzigen erdrosselten Krankenschwester und das Gespräch mit der Oberschwester Marta Boll, befindet sich der Inspektor immer noch im Salon der Anstalt, um mit der Chefärztin über dem Täter zu sprechen. Während der Wartezeit kommt der Patient Newton aus seinem Zimmer heraus und geht auf den Inspektor hinzu, um mehr über den Vorfall zu erfahren. Für das weitere Geschehen ist der Dialog insofern wichtig, da der Leser das erste Mal einen Anschein dazu erhält, dass der Physiker Newton und somit auch die beiden anderen Physiker nicht verrückt sind. Newton kann während des Gespräches den Inspektor von seiner Intelligenz und Überlegenheit überzeugen, weshalb er im zweiten Akt, den Mörder der dritten Krankenschwester nicht verurteilen möchte. Im Folgenden wird daher der vorliegende Auszug hinsichtlich der vermuteten Verrücktheit Newtons analysiert, aber auch wie er als Physiker zu seinem Wissen und die damit verbundenen Verantwortung der Wissenschaft stel außerdem wird in der Analyse ebenfalls hinsichtlich auf die Rolle des Inspektors eingegangen. Zu Beginn des Auszuges wird nochmal die Absurdität der in der Anstalt geltenden Regeln betont. Die Paradoxie, dass die Patienten rauchen beziehungsweise trinken dürfen und die Gäste hingegen nicht (vgl. S.19, Z.24- 25), deuten auf Dürrenmatts Motiv einer verrückten, verkehrten Welt. Dieses Motiv verwendet der Autor, um der Gattung einer Komödie zu entsprechen. Als sich dann das Gespräch auf den von Newton zugefügten Mord richtet, lässt sich feststellen, dass Dürrenmatt nicht nur mit Paradoxen versucht auf die Widersprüchlichkeiten unserer Welt hinzuweisen, sondern auch mit der Verwendung von Ironie möchte er den Leser verwirren und eine komische Atmosphäre schaffen. Newton behauptet nämlich von sich seine Tat ist „etwas ganz anderes" (S.20, Z.4) und dass er im Gegensatz zu Einstein gar nicht verrückt ist (vgl. S.20, Z.5). An dieser Stelle lässt sich erkennen, wie der Autor die Sprache als Mittel der Verwirrung nutzen möchte, sodass sich der Leser nicht mehr auf die Sprache verlassen kann. Der Inspektor hält Newton für verrückt, obwohl dieser sich der Wahrheit gemäß als normal bezeichnet. Dieser denkt aber vermutlich, dass sich alle Irren für normal halten. Das durch die sprachliche Steuerung bewirkte Umschlagen einer Überzeugung in ihr Gegenteil wird durch ein Weltbild, aber auch durch festgefahrene Vorurteile erleichtert und lässt somit die Realität verkennen und zu falschen Einschätzungen führen. So kann die wahre Aussage unbeachtet bleiben, ja als Gegenteil verstanden werden und entsprechend die falsche als Wahr gelten. Ein weiteres Beispiel für Ironie aber auch Zynismus der Verantwortlichen für die Verrücktheiten der modernen Wissenschaft, ist diese nur scheinbar logische Argumentation von Newton ,,Das Dilemma war nur durch eine Vorhangskordel zu lösen" (S.20, Z.12-13). Eine weitere Stelle wo sich vermuten lässt, dass der Patient Newton, in Wirklichkeit gar nicht verrückt ist und er sich nur als solcher ausgibt, ist die Stelle wo Newton auf den problematischen Altersunterschied hinweist (vgl. S.20, Z.18) und der Inspektor dieser Äußerung zustimmt und unterstreicht: „sie müssen ja weit über zweihundert Jahre alt sein“ (S.20, Z.19-20). Als dann Newton ihn aber verwundert anstarrt, scheint es so, als hätte er für kurze Zeit, seine Rolle als Physiker Newton vergessen, weshalb er dann, um den Inspektor zu verwirren, das Thema wechselt. Um sicher weiterhin als verrückt zu gelten und somit den Inspektor hinters Licht zu führen, wechselt Newton ebenfalls plötzlich seine Identität und behauptet von sich er sei in Wirklichkeit Einstein (vgl. S.21, Z.2-3). Als Newton sich dann als Einstein vorstellt und die beiden eine neue Konversation beginnen (vgl. S.21, Z.13-15), ist zur Syntax der Sprache zu bemerken, dass Newton eine Inversion benutzt, um sein Geheimnis, er sei Einstein zu verdeutlichen und um den Inspektor somit weiterhin zu verwirren. In der neuen Konversation ist auffallend, dass der aktuelle Mord nicht nochmal thematisiert wird, stattdessen folgt im letzten Abschnitt noch eine Erläuterung Newtons zur Elektrizität. Er möchte den Inspektor mit seinem Fachwissen beeindrucken. Um auf die am Anfang aufgestellte Deutungshypothese zurückzugreifen, die behauptet, dass Newton und eventuell auch die anderen beiden Physiker in Wirklichkeit gar nicht verrückt sind, lässt sich nach dem ersten Teil der Analyse feststellen, dass es zwar Hinweise gibt, die das beweisen, wie zum Beispiel Newtons kurze Verwirrung über das Alter seiner Rolle und auch als er dann sich plötzlich als Einstein ausgibt, um bloß nicht aufzufallen, trotzdem lässt sich das nach diesem ersten Teil noch nicht genau feststellen, denn Dürrenmatt verwendet, wie bereits angesprochen, die Sprache als Mittel der Verwirrung, sodass man als Leser sich nicht sicher sein kann, was wirklich als Nächstes kommt. Doch anhand vom nächsten Sinnabschnitt, lässt sich erkennen wie Newton von der Rolle eines Verrückten immer mehr in die Rolle eines intelligenten Mannes einsteigt, sodass die Verwirrung der Leser durch die nächsten Zeilen noch mehr aufgebaut wird. Allgemein scheint im gesamten Szeneauszug es so zu sein, als sei der Patient Newton dem Inspektor überlegen. Als zum Beispiel Newton die Musik von dem Patient Einstein kritisiert (vgl. S.21, Z.22-25), kommentiert der Inspektor „ich verstehe nichts von Musik“ (S.21, Z.26). Im Gegensatz zu der Antwort des Inspektors, erzeugt der lang und gebildet klingende Satz von Newton, das Bild eines intelligenten und noblen Mannes. In seinen Sätzen benutzt er sehr gehobene und komplizierte Adjektive und Verben, wie „herunterfielen" und ,,barbarisch". Dagegen zeigt die einfältige und fast schon dumme Antwort von dem Inspektor Voß, dass er intellektuell seinem gegenüber unterlegen ist. Allgemein ist auffallend, dass in der gesamten Szene der höhere Redeanteil bei Newton liegt, was ebenfalls als Zeichen für seine Überlegenheit gegenüber dem Inspektor beweist. Auch die Stelle an dem Newton sein Arm um die Schulter des Inspektors legt (vgl. S.22, Z.2-3), oder auch wo Newton den Inspektor provozierend fragt ,,Nicht wahr, Sie ärgern sich, mich nicht verhaften zu dürfen?“ (S.22, Z.6-7), sind Hinweise für ein Umdrehen der Rollen. Ein guter Polizist würde sich sowas nicht gefallen lassen und würde damit entsprechend anders handeln. Das Umdrehen der Rollen in dieser Szene, führt dazu, dass ein Bild einer schwachen und unterlegenen Polizei erzeugt wird, die nicht dazu fähig ist, verdächtige Menschen und Mörder zu dominieren. Diese Stellen könnten darauf hinweisen, dass Dürrenmatt entweder Kritik an den Alliierten dieser Zeit ausübt, da diese sehr lange nicht gegen die Nazis vorgegangen sind und stattdessen lieber die Situation akzeptiert haben. Dürrenmatt könnte aber auch den Inspektor Voß als Kritik an die Gesellschaft eingebaut haben, denn diese hat ebenfalls die Tendenz, ungerechte Situationen zu akzeptieren, anstatt gegen sie zu kämpfen. Allgemein zeigt sich der Inspektor Voß oft überfordert und verwirrt (vgl. S.21, Z.16), (vgl. S.21, Z.6). Es wirkt für den Leser so, als wäre er der Situation nicht gewachsen, was damit zusammenhängt, dass die von ihm vertretene bürgerlich-normale Welt mit der Wirklichkeit des Irrenhauses für ihn unvereinbar sind. In dem letzten Abschnitt kommt es dann zum Höhepunkt des Gesprächs. Hier wechselt sich die Thematik von der Musik Einsteins, zu der Naturwissenschaft mit ebenfalls Anspielungen auf die, zu der Zeit von den Menschen gefürchtete Atombombe. Als Newton den Inspektor mit der Frage provoziert ,,Möchten sie mich verhaften, weil ich die Krankenschwester erdrosselt oder weil ich die Atombombe ermöglicht habe?“ (S.22, Z.9-11), stellt Newton nicht nur eine paradoxe Frage, sondern weist auch auf den realen Problemen der modernen Physik und aber auch, regt er den Inspektor, aber auch den Leser über die ethische Frage nachzudenken, ob man jemand verurteilt der einen oder der Millionen Morde begeht. Er macht mit dieser Fragestellung den Vorwurf, dass man einen kleinen Mörder verurteilt, aber den Erfinder der Atombombe nicht. Dies unterstreicht eine groteske Vorstellung, die die bürgerliche Weltordnung konkretisiert. Seine weiteren Aussagen zur Elektrizität (vgl. S.22, Z.13 – S.23, Z.1-8), lassen sich so erläutern, dass er für die Verwendung seiner Theorien keinerlei Einfluss hat und somit nicht Schuld an den Millionen Morden beim Einsatz einer Atombombe wäre. Ebenfalls kritisiert er den allgemeinen Zugänglichkeiten moderner Forschungsergebnisse in dem er sagt „So vermag heute jeder Esel eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen- oder einer Atombombe zur Explosion" (S.22, Z.29-30 – S.23, Z.1). Zum Schluss der Szene erklärt Newton dem Inspektor für den eigentlichen kriminellen, da er unverantwortlich handelt und sich von Wissen bedient, worüber er keine Ahnung hat (vgl. S.23, Z.5-8), diese Stelle unterstreicht nochmal seine Einstellung zu Wissen und Verantwortung. Nach diesem Vorwurf verabschiedet sich Newton und schreit dem Inspektor hinterher ,,Sie sollten sich selber verhaften, Richard!“ (S.23, Z.14), diesen Ausruf sollte einerseits seine Einstellung betonen, soll aber auch wieder auf seine Verrücktheit lenken, nachdem eventuell der Inspektor aber auch der Leser ihn nach seiner Erläuterung, eventuell verdächtigen könnte und ihn nicht mehr für verrückt hält.