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Figurencharakterisierung: Moritz Holl ,,Corpus Delicti", ein Roman von Juli Zeh aus dem Jahr 2009, thematisiert die Gesundheitsdiktatur in der Mitte des 21. Jahrhunderts. Die höchste Priorität des Kontrollsystems, der Methode, ist die Gesundheit des Menschen. Die Geschwister Mia und Moritz Holl sind die Hauptprotagonisten im Roman. Im Folgendem werde ich die Figur Moritz Holl charakterisieren. Moritz Holl ist 27 Jahre alt und ein hübscher, jungenhafter Mann mit einem verschmitztem Lächeln und blauen Augen, aus denen der Schalk blitzt (vgl. S. 33f. und S. 163). Er ist ein studierter Philosoph, was man auch an seiner Art und Weise zu denken merkt (vgl. S. 147). ,,Dem wahren Menschen genügt das Dasein nicht, wenn es ein bloßes Hier-Sein meint." (S. 92) Damit möchte Moritz sagen, dass es nicht reicht anwesend zu sein, zu atmen und zu existieren. Im Leben soll man Erfahrungen machen dürfen, Gute sowie Schlechte und dann aus ihnen lernen. Mia Holl ist die einzige und ältere Schwester von Moritz Holl. Die Beziehung von Moritz und Mia ist kompliziert, weil sie sehr verschieden sind. Während Mia am Anfang eine Biologin mit Idealbiografie ist, ist Moritz ein Anarchist und Staatsfeind. Auch beeinflusst er die Denkweise seiner älteren Schwester, denn nach und nach wird sie Systemkritischer und zur Freiheitskämpferin. Aufgrund dieser Verschiedenheit der Geschwister kam es oft zu Streitereien. Nichtsdestotrotz...

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haben die beiden Geschwister eine innige Verbindung. Jede Woche haben Mia und Moritz sich im verbotenen Wald getroffen und über Gott und die Welt gesprochen. Moritz hat Mia oft vorgeworfen eine schwache, angepasste und kaltherzige Rationalisten zu sein, während Mia Moritz meist Spinner genannt hat (vgl. S. 33;81;131). Erst später hat sie erkannt, dass Moritz ein Mann voller Lebenslust und Freiheitsdrang gewesen ist (vgl. S. 69). Die imaginäre Geliebte ist eine Fantasiefigur von Moritz, die die perfekte Frau darstellen soll und nur von Moritz und Mia gesehen werden kann. Er überlässt Mia die ideale Geliebte, durch die Mia die Welt mit den Augen von Moritz sehen kann. In Gegenleistung zur neuen Wegbegleiterin von Mia, möchte er eine Angelschnur haben (vgl. S. 46). Ferner wurde Moritz zum Opfer der Methode, denn er wurde unschuldig an dem Sexualmord an Sibylle Meiler verurteilt. Mit Sibylle hatte Moritz ein Blind Date geplant, welches nicht stattfand, denn als er den Ort des Treffens erreicht hat, war sie bereits tot. Ein DNA-Test hat den Prozess beendet und Moritz als den Mörder identifiziert (vgl. S. 33). Trotz aller Vorwürfe beteuert er immer wieder aufs neue seine Unschuld. Des Öfteren wiederholt der mutmaßliche Mörder den Satz: ,,Ihr opfert mich auf dem Altar euer Verblendung"(S. 34). Mit diesem Satz ist Moritz in die Geschichte eingegangen, denn mit sechs Jahren erkrankte Moritz an Leukämie, somit machte er früh Erfahrungen mit der eigenen Sterblichkeit (vgl. S. 124). Dieses Erlebnis hat den Jungen früh geprägt und hat ihn seiner Meinung nach nicht verdorben. Der Knochenmarkspender, Walter Hannemann und Moritz Holl, haben seit dem Eingriff die gleiche DNA und somit wird Walter H. als Mörder und Vergewaltiger identifiziert. Doch Bevor das alles aufgedeckt werden könnte, hat Moritz sich bereits schon für den Freitod entschieden. ,,Das Leben ist ein Angebot, das man auch ablehnen kann“, so Moritz Holl und zwar lehnte er das Leben ab, als er sich mit einer, von seiner Schwester untergeschmuggelten, Angelschnur im Gefängnis umgebracht hat (S. 28). Moritz war auch ein Träumer. ,,Er wollte für die Liebe leben, [...]Liebe war Natur,Freiheit,Frauen, Fische fangen, Unruhe stiften, anders sein. Noch mehr Unruhe stiften. Das alles hieß bei ihm Liebe." (S. 27). Er hat ständig die Regeln der Methode missachtet, indem im Wald fischen war, geraucht hat oder durch sexuelles Vergnügen mit Frauen, die er durch die Partnerschaftsvermittlung kennengelernt hat. Des Weiteren ist Moritz auch ein Freigeist gewesen, weil er sich nie einer Gruppe angeschlossen oder verbunden gefühlt hat. Weder die Methode noch der R.A.K., denn beide zwingen einen Menschen auf, was man sagen oder denken soll. ,,Schon als Kind beschäftigte Moritz sich viel mit der Natur. Er liebte sie. Nicht selten redete er mit Tieren und Pflanzen, weil er sich von seinen Eltern, Freunden und Mia unverstanden fühlte." (vgl. S. 123f.). Dieses Zitat aus dem Roman verdeutlicht nochmal, wie früh er sich schon von der Methode abgewendet hat und so gelebt hat wie er es wollte. Abschließend ergibt sich, dass Moritz eine authentische Figur ist, die wahrscheinlich viele Leser zum Nachdenken anregt. ,,Weißt du, wann unsere Welt endlich sicher sein wird? Wenn alle Menschen in Reagenzgläsern liegen, eingebettet in Nährlösungen und ohne Möglichkeit, einander zu berühren!" (S.93). Vor allem dieses Zitat von Moritz fand ich besonders interessant, denn es stimmt das selbst die alltäglichen Situationen im Leben gefährlich sein können. Nur haben die Menschen häufiger angst vor Sachen, die nach Statistiken eher unwahrscheinlich sind. Aber wie weit würde ein Mensch gehen, um Sicher zu sein? Was ist der Sinn dahinter Sicher zu sein, aber nicht zu leben? Ist es besser lange zu leben, auch wenn man dafür nichts erlebt oder reicht es auch aus ein schönes, aufregendes und vor allem glückliches Leben zu haben und dann ein bisschen früher zu Sterben? Das sind Fragen, die ich mir dank Moritz gestellt habe.