Gedichtinterpretation "An sich" - Aufbau und Form
Paul Flemings Sonett "An sich" folgt dem klassischen Aufbau mit vier Strophen - zwei Quartette und zwei Terzette mit insgesamt 14 Versen. Das Reimschema ist typisch barock: Die ersten beiden Strophen haben umarmende Reime, während sich in den Terzetten jeweils die ersten, zweiten und dritten Verse untereinander reimen.
Das Metrum besteht durchgängig aus Alexandrinern - das sind sechshebige Jamben mit einer Zäsur in der Mitte. Diese Form war im Barock sehr beliebt und verleiht dem Gedicht einen feierlichen, ernsten Ton.
Besonders interessant ist die Enjambement-Technik: Die Sätze fließen oft über die Versenden hinweg, was das Gedicht dynamisch macht. Das lyrische Ich spricht dich direkt mit "du" an - Fleming will dich persönlich erreichen.
Tipp: Achte bei Sonett-Analysen immer zuerst auf den formalen Aufbau - er gibt dir wichtige Hinweise auf die Epoche und Aussageabsicht!



