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GFS Deutsch Nathan der Weise

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 ☆メン GOTTHOLD EPHRAIM LESSING
NATHAN DER WEISE
HAMBURGER LESEHEFTE VERLAG
17 Helt 1. Biographie Lessing
2. Epoche der Aufklärung
3. Entstehu
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Eine GFS aus der Oberstufe im Fach Deutsch zum Thema Nathan der Weise inklusive Handout und mündlichen Notizen für den Vortrag.

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☆メン GOTTHOLD EPHRAIM LESSING NATHAN DER WEISE HAMBURGER LESEHEFTE VERLAG 17 Helt 1. Biographie Lessing 2. Epoche der Aufklärung 3. Entstehungsgeschichte ,,Nathan der Weise" 4. Behandlung Ideendrama 4.1 Ort und Zeit 4.2 Figuren und Thematik 5. Ringparabel 6. Lessing Intention 7. Fazit **) GOTTHOLD EPHRAIM LESSING Geburt 1729 in Kamenz 1746-48 Studium Theologie und Medizin 1779 ,,Nathan der Weise" Tod 1781 in Braunschweig 1783 Uraufführung Nathans in Berlin C EPOCHE DER AUFKLÄRUNG Erste Hälfte des 18. Jahrhundert Fokus: Menschliche Vernunft Veränderungen auf philosophischer, sozialer und politischer Ebene Grundgedanken: ➡Mensch ist von Natur aus gut Wissen statt Glauben Aufgeklärte Gesellschaft Weitere Vertreter: Leibniz, Kant, Locke und Rousseau **) 1 SYMBOLE? Drei großen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam monotheistische Religionen (Glaube an nur einen einzigen Gott) mit gemeinsamen Wurzeln 2 NATHAN DER WEISE Nathan der Weise ist der Titel und die Hauptfigur eines fünfaktigen Ideendramas → Themenschwerpunkte den Humanismus und den Toleranzgedanken der Aufklärung ➜ Berühmt wurde die Ringparabel im dritten Aufzug des Dramas GLIEDERUNG 3 4 GOTTHOLD EPHRAIM LESSING ➜ 1729 Geburt Kamenz (Sachsen) ➜ 1746-48 Studium Theologie und Medizin ➜ 1781 Tod in Braunschweig ➜ 1783 Urraufführung Nathan der Weise in Berlin 5 EPOCHE DER AUFKLÄRUNG → Erste Hälfte des 18.Jahrhunderts Fokus: Menschliche Vernunft (SAPERE AUDE) (Habe Mut dich deinen eigenen Verstandes zu bedienen!) → Veränderungen auf philosophischer, sozialer und politischer Ebene ➜ Grundgedanken: MENSCH VON NATUR AUS GUT WISSEN STATT GLAUBEN AUFGEKLÄRTE GESELLSCHAFT Weitere Vertreter: Leibniz, Kant, Locke und Rousseau 6 ENTSTEHUNGSGESCHICHTE NATHAN DER WEISE Veröffentlichung ,,Nathan der Weise" 1779:...

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10 Jahre vor Französischer Revolution (1789) ➜ Fragmentenstreit - Lessing veröffentlicht religionskritische Schriften von Hermann Samuel Reimarus - Streit mit protestantischer Kirche (Pastor Johann Melchior Goeze) Lessing akzeptiert das Redeverbot nicht → FOLIE bringt Kritik als literarische Botschaft auf die Bühne Stück, einzige Form für Humanität, Vernunft und Toleranz zu plädieren 7 HANDLUNGSORT Ort an dem drei Weltreligionen schon seit je her auf engstem Raum eine Rolle spielen? Die Handlung des Ideendramas spielt zur Zeit des dritten Kreuzzugs (1189–1192) während eines Waffenstillstandes in Jerusalem. In kaum einem anderen Ort der Welt finden sich die Heiligtümer unterschiedlicher Religionen so nah zusammen wie in Jerusalem. Lessing wählte wohl nicht ohne Grund Jerusalem als Schauplatz seines Dramas. → Jerusalem gehört zu den ältesten Städten der Welt. Jerusalem ist für Christen, Juden und Moslems ein geistiges Zentrum, in dem die drei monotheistischen Religionen vertreten sind. Noch heute sind dort im Stadtgebiet 1.204 Synagogen, 158 Kirchen und 73 Moscheen sowie über 30 Religionsgemeinschaften zu finden. Unterschiedliche Glaubenswelten prallen hier heute wie damals aufeinander. Jerusalems Geschichte ist in den letzten dreitausend Jahren voller Konflikte, und die Stadt ist immer wieder erobert, zerstört und erneut aufgebaut worden. Die ,,Heilige Stadt" ist ein Kreuzpunkt und stellt somit die ideale Bühne für Lessings Werk dar, das von Religionsangehörigkeit und religiösen Ansichten handelt. 8 FIGUREN/ HANDLUNG Bilder aus verschiedensten Inszenierungen Nathan, ein reicher Jude, ist gerade von einer Geschäftsreise in seine Heimatstadt, das Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge, zurückgekehrt. Er erfährt, dass seine Tochter Recha von einem Tempelherrn vor dem Feuertod gerettet worden ist. Dieser Tempelherr, Angehöriger eines christlichen Ordens, verdankt selbst sein Leben der unerwarteten Begnadigung durch den Sultan Saladin, der beim Anblick des jungen Mannes dessen Ähnlichkeit mit seinem verstorbenen Bruder Assad bemerkt. Nathan bewegt den Tempelherrn dazu, seiner Tochter Recha einen Besuch abzustatten und ihren Dank entgegenzunehmen. Sultan Saladin, der die Freigiebigkeit und die Klugheit des Juden Nathan auf die Probe stellen will, fragt Nathan nach der "wahren Religion." Nathan antwortet ihm mit der Ringparabel. Der tief beeindruckte Sultan trägt dem Juden seine Freundschaft an. Der Tempelherr verliebt sich unterdessen heftig in Nathans Tochter Recha und begehrt sie zur Frau, doch Nathan, der einen nahen Verwandten in ihm vermutet, verweigert ihm dies. Als der Tempelherr erfährt, dass Recha gar nicht die Tochter Nathans, sondern ein christlich getauftes Waisenkind ist, wendet er sich an den Patriarchen von Jerusalem. Der will Nathan mit einer Intrige zu Fall bringen, schickt jedoch zu diesem Zweck just den frommen, einfältigen Klosterbruder, der vor achtzehn Jahren die elternlose Recha dem Nathan anvertraut hat. Dank der Hinweise des Klosterbruders erkennt Nathan im Tempelherrn Rechas Bruder; Sultan Saladin stellt fest, dass der Tempelherr der Sohn seines Bruders Assad ist. Nathan, der nicht zur Familie gehört, wird von Recha und dem Tempelherrn als Vater im Sinne einer Seelenverwandtschaft anerkannt 9 RINGPARABEL Gemeinsames Anhören& Lesen Als Parabel wird eine lehrhafte Textsorte bezeichnet, die durch den Empfänger (Leser, Hörer) entschlüsselt werden muss. Lessing übernahm die wesentlichen Inhalte der Ringparabel vom Dichter Giovanni Boccaccio, der die Idee bereits im 13. Jahrhundert in einer Erzählung formulierte. Siebenten Auftritt des dritten Akts im Drama. Hierbei wird Nathan zum Sultan gerufen und von diesem befragt, welche der drei Weltreligionen die einzig wahre für ihn sei. Nathan antwortet dem Sultan mit der bekannten Ringparabel. Die Parabel kann nun dahingehend gedeutet werden, dass diese drei Ringe für die drei monotheistischen Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam) stehen und der Vater für einen liebenden Gott. Die Söhne wären hier die Anhänger der jeweiligen Religionen und Nathan der Richter, der keiner Religion einen Vorzug geben kann. Gott (Vater) liebt demnach alle Menschen (Söhne), vollkommen gleich, welcher Religion (Ring) sie angehören, wobei keine Religion die richtige ist, da sie sich in ihren Grundzügen gleichen. Überträgt man nun die Ringparabel auf die drei monotheistischen Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam), dann stellt man fest, dass die drei Brüder und die Anhänger der drei Religionen sich in der gleichen Situation befinden. Dies zeigt sich an den zahlreichen Analogien. ➜ So entspricht die Ununterscheidbarkeit der drei Ringe der Ununterscheidbarkeit der drei Religionen bezüglich ihres Wahrheitsgehaltes. Die Gleichheit der Ringe und somit die Vermächtnisse des Vaters an seine drei Söhne entspricht vielmehr die Situation der drei monotheistischen Weltreligionen. Sie sind alle drei demselben Gott verpflichtet, streiten aber unversöhnlich darum, welche die wahre von Gott gewollte Religion ist. Deshalb liegt die Lösung im Religionsstreit darin, dass jede Religion, im Vertrauen darauf die volle Wahrheit zu besitzen, ihre Überlieferung aufrechterhalten soll. Die Wahrheit einer Religion lässt sich im Diesseits nicht beweisen und ein solcher Beweis widerspricht auch dem Wesen von Religion. Ihre Wahrheit erweist sie aber durch gelebte Humanität und die Toleranz der anderen Religionen. 10 INTENTION Kritik an Unterwerfung der Gläubigen ➜ Plädiert für Freiheit, Toleranz, Menschlichkeit, Vernunft und Offenheit ➜ Besserung der Moral der Bürger Lessing als typischer Vertreter der Aufklärung 11 FAZIT Die Thematik der Religionsfreiheit des Ideendramas ist heute aktueller denn je. Unser friedliches Zusammenleben auf der Erde ist abhängig von menschlicher Vernunft, tolerantem Handeln und der Akzeptanz unserer Mitmenschen. GFS K1 Deutsch Nathan der Weise ist der Titel und die Hauptfigur eines fünfaktigen Ideendramas, welches 1779 von Gotthold Ephraim Lessing veröffentlicht wurde. Für ihn war nach einem Streit mit der Kirche das Stück die einzige Form, um für Humanität, Vernunft und Toleranz zu plädieren. Epoche der Aufklärung (erste Hälfte des 18. Jahrhunderts): NATHAN DER WEISE Fokus: menschliche Vernunft Veränderungen auf philosophischer, sozialer und politischer Ebene Grundgedanken: Mensch ist von Natur aus gut; Wissen statt Glauben und eine aufgeklärte Gesellschaft Entstehungsgeschichte „Nathan der Weise“: Veröffentlichung „Nathan der Weise“ 1779: 10 Jahre vor Französischer Revolution (1789) Fragmentenstreit: Fazit: Lessing veröffentlicht religionskritische Schriften von Hermann Samuel Reimarus Streit mit protestantischer Kirche (Pastor Johann Melchior Goeze) Lessing akzeptiert das Redeverbot nicht und bringt seine Kritik als literarische Botschaft auf die Bühne Ort und Zeit des Dramas: Die Handlung des Ideendramas spielt zur Zeit des dritten Kreuzzugs (1189-1192) während eines Waffenstillstandes in Jerusalem. Intention Lessings: Handlung: Nathan, ein reicher Jude kommt von einer Geschäftsreise zurück in seine Heimatstadt Jerusalem. Dort erfährt er, dass ein Tempelherr seine Tochter Recha vor dem Feuertod gerettet hat. Dieser Tempelherr, welcher einem christlichen Orden angehört, verdankt sein Leben der unerwarteten Begnadigung durch den Sultan Saladin. Da Nathan ein sehr wohlhabender Geschäftsmann ist, wird dieser vom Sultan zu einem Gespräch eingeladen, da dieser durch den Krieg in Geldnot geraten ist. Während des Gesprächs erklärt Nathan der Weise die berühmte Ringparabel und leiht dem Sultan Geld. Der Tempelherr hat sich inzwischen in Nathans Tochter Recha verliebt und möchte diese heiraten. Jedoch erkennt Nathan im Tempelherrn Rechas Bruder, da Recha nur seine Adoptivtochter ist und eigentlich christliche Eltern hat. Der Sultan wiederum stellt fest, dass der Tempelherr der Sohn seines Bruders Assad ist. Nathan, der nicht zur Familie gehört, wird von Recha und dem Tempelherrn als Vater im Sinne einer Seelenverwandtschaft anerkannt. Kritik an Unterwerfung der Gläubigen Plädiert für Freiheit, Toleranz, Menschlichkeit, Vernunft und Offenheit Besserung der Moral der Bürger Lessing als typischer Vertreter der Aufklärung Die Thematik der Religionsfreiheit des Ideendramas ist heute aktueller denn je. Unser friedliches Zusammenleben auf der Erde ist abhängig von menschlicher Vernunft, tolerantem Handeln und der Akzeptanz unserer Mitmenschen.

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Noch heute sind dort im Stadtgebiet 1.204 Synagogen, 158 Kirchen und 73 Moscheen sowie über 30 Religionsgemeinschaften zu finden. Unterschiedliche Glaubenswelten prallen hier heute wie damals aufeinander. Jerusalems Geschichte ist in den letzten dreitausend Jahren voller Konflikte, und die Stadt ist immer wieder erobert, zerstört und erneut aufgebaut worden. Die ,,Heilige Stadt" ist ein Kreuzpunkt und stellt somit die ideale Bühne für Lessings Werk dar, das von Religionsangehörigkeit und religiösen Ansichten handelt. 8 FIGUREN/ HANDLUNG Bilder aus verschiedensten Inszenierungen Nathan, ein reicher Jude, ist gerade von einer Geschäftsreise in seine Heimatstadt, das Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge, zurückgekehrt. Er erfährt, dass seine Tochter Recha von einem Tempelherrn vor dem Feuertod gerettet worden ist. Dieser Tempelherr, Angehöriger eines christlichen Ordens, verdankt selbst sein Leben der unerwarteten Begnadigung durch den Sultan Saladin, der beim Anblick des jungen Mannes dessen Ähnlichkeit mit seinem verstorbenen Bruder Assad bemerkt. Nathan bewegt den Tempelherrn dazu, seiner Tochter Recha einen Besuch abzustatten und ihren Dank entgegenzunehmen. Sultan Saladin, der die Freigiebigkeit und die Klugheit des Juden Nathan auf die Probe stellen will, fragt Nathan nach der "wahren Religion." Nathan antwortet ihm mit der Ringparabel. Der tief beeindruckte Sultan trägt dem Juden seine Freundschaft an. Der Tempelherr verliebt sich unterdessen heftig in Nathans Tochter Recha und begehrt sie zur Frau, doch Nathan, der einen nahen Verwandten in ihm vermutet, verweigert ihm dies. Als der Tempelherr erfährt, dass Recha gar nicht die Tochter Nathans, sondern ein christlich getauftes Waisenkind ist, wendet er sich an den Patriarchen von Jerusalem. 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Nathan antwortet dem Sultan mit der bekannten Ringparabel. Die Parabel kann nun dahingehend gedeutet werden, dass diese drei Ringe für die drei monotheistischen Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam) stehen und der Vater für einen liebenden Gott. Die Söhne wären hier die Anhänger der jeweiligen Religionen und Nathan der Richter, der keiner Religion einen Vorzug geben kann. Gott (Vater) liebt demnach alle Menschen (Söhne), vollkommen gleich, welcher Religion (Ring) sie angehören, wobei keine Religion die richtige ist, da sie sich in ihren Grundzügen gleichen. Überträgt man nun die Ringparabel auf die drei monotheistischen Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam), dann stellt man fest, dass die drei Brüder und die Anhänger der drei Religionen sich in der gleichen Situation befinden. Dies zeigt sich an den zahlreichen Analogien. ➜ So entspricht die Ununterscheidbarkeit der drei Ringe der Ununterscheidbarkeit der drei Religionen bezüglich ihres Wahrheitsgehaltes. Die Gleichheit der Ringe und somit die Vermächtnisse des Vaters an seine drei Söhne entspricht vielmehr die Situation der drei monotheistischen Weltreligionen. Sie sind alle drei demselben Gott verpflichtet, streiten aber unversöhnlich darum, welche die wahre von Gott gewollte Religion ist. Deshalb liegt die Lösung im Religionsstreit darin, dass jede Religion, im Vertrauen darauf die volle Wahrheit zu besitzen, ihre Überlieferung aufrechterhalten soll. Die Wahrheit einer Religion lässt sich im Diesseits nicht beweisen und ein solcher Beweis widerspricht auch dem Wesen von Religion. Ihre Wahrheit erweist sie aber durch gelebte Humanität und die Toleranz der anderen Religionen. 10 INTENTION Kritik an Unterwerfung der Gläubigen ➜ Plädiert für Freiheit, Toleranz, Menschlichkeit, Vernunft und Offenheit ➜ Besserung der Moral der Bürger Lessing als typischer Vertreter der Aufklärung 11 FAZIT Die Thematik der Religionsfreiheit des Ideendramas ist heute aktueller denn je. Unser friedliches Zusammenleben auf der Erde ist abhängig von menschlicher Vernunft, tolerantem Handeln und der Akzeptanz unserer Mitmenschen. GFS K1 Deutsch Nathan der Weise ist der Titel und die Hauptfigur eines fünfaktigen Ideendramas, welches 1779 von Gotthold Ephraim Lessing veröffentlicht wurde. Für ihn war nach einem Streit mit der Kirche das Stück die einzige Form, um für Humanität, Vernunft und Toleranz zu plädieren. Epoche der Aufklärung (erste Hälfte des 18. 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Dieser Tempelherr, welcher einem christlichen Orden angehört, verdankt sein Leben der unerwarteten Begnadigung durch den Sultan Saladin. Da Nathan ein sehr wohlhabender Geschäftsmann ist, wird dieser vom Sultan zu einem Gespräch eingeladen, da dieser durch den Krieg in Geldnot geraten ist. Während des Gesprächs erklärt Nathan der Weise die berühmte Ringparabel und leiht dem Sultan Geld. Der Tempelherr hat sich inzwischen in Nathans Tochter Recha verliebt und möchte diese heiraten. Jedoch erkennt Nathan im Tempelherrn Rechas Bruder, da Recha nur seine Adoptivtochter ist und eigentlich christliche Eltern hat. Der Sultan wiederum stellt fest, dass der Tempelherr der Sohn seines Bruders Assad ist. Nathan, der nicht zur Familie gehört, wird von Recha und dem Tempelherrn als Vater im Sinne einer Seelenverwandtschaft anerkannt. Kritik an Unterwerfung der Gläubigen Plädiert für Freiheit, Toleranz, Menschlichkeit, Vernunft und Offenheit Besserung der Moral der Bürger Lessing als typischer Vertreter der Aufklärung Die Thematik der Religionsfreiheit des Ideendramas ist heute aktueller denn je. Unser friedliches Zusammenleben auf der Erde ist abhängig von menschlicher Vernunft, tolerantem Handeln und der Akzeptanz unserer Mitmenschen.