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„Happy End" von Kurt Marti

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Kurt Marti: "Happy End" (1960)
(Interpretation)
Gerade wenn man frisch verliebt ist fühlt man sich oft grenzenlos. Gerade so, als würde man
Kurt Marti: "Happy End" (1960)
(Interpretation)
Gerade wenn man frisch verliebt ist fühlt man sich oft grenzenlos. Gerade so, als würde man

Kurt Marti: "Happy End" (1960) (Interpretation) Gerade wenn man frisch verliebt ist fühlt man sich oft grenzenlos. Gerade so, als würde man für den Rest des Lebens gemeinsam alles schaffen. Doch schleicht sich früher oder später in jedes Paar, egal ob verheiratet oder nicht, eine gewisse Monotonie ein. Der Partner scheint immer weniger attraktiv, die Romantik geht gänzlich verloren und die Frage, warum man mit dem Partner überhaupt zusammen ist, drängt sich auf. In der Kurzgeschichte "Happy End", welche im Jahr 1960 von Kurt Marti geschrieben und veröffentlicht wurde, geht es um genau so ein zerrüttetes Ehepaar, die mit ihrer Beziehung kämpfen und mit dem Besuch eines Liebesfilms versuchen wieder ein Stück zu sich selbst zu finden. Bereits am Anfang der Geschichte werden die Probleme der Protagonisten untereinander deutlich. Die Vorstellung ist vorbei und der Mann verlässt ,,zornig" (Z. 2) den Kinosaal. Seine Frau lässt er dabei jedoch zurück und sie bleibt „hilflos im Gedrängel stecken" (Z. 2). Auch im weiteren Verlauf der Geschichte verschlechtert sich die Stimmung der Figuren nur noch mehr, indem der Mann auch vor dem Kino nicht halt macht, um auf seine Frau zu warten, sondern entfernt sich ,,ohne zu warten" (Z. 3) Es wirkt gerade so, als wolle der Mann so schnell wie möglich räumliche Distanz zwischen sich und dem Kinosaal...

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Alternativer Bildtext:

bringen. Bereits nach kurzer Zeit wird der Mann von seiner Frau eingeholt, diese hat sich äußerst Mühe gegeben ihren Mann noch zu erreichen und „keucht nun zum Erbarmen" (Z. 5). Sofort fangt der Mann sie mit Vorwürfen zu konfrontieren und nennt es eine „Schande" (Z.5), wie seine Frau während des Films weinen musste. Der Mann wirkt mit dieser Aussage sehr unromantisch und gefühlskalt. Ihm scheinen die Gefühle seiner Frau, welche wiederum sehr emotional ist, peinlich zu sein. In dieser einseitigen Gesprächssituation, besonders dominiert von den Ansichten des Mannes, teigt sich das Problem, welches wohl auch zum Zerwürfnis zwischen den beiden führt. Der Mann offenbart wie sehr er Liebesgeschichten und Romantik hasst und lässt seine Frau gar nicht richtig zu Wort kommen. Diese ist noch ganz außer Atem. Dies ist auch der Grund, weshalb die Kommunikation hier fehlschlägt. Ohne die Frau auch nur zu Atem kommen lassen, dreht sich der Mann um und geht. Dabei bezeichnet er sie in seinen Gedanken als „blöde Gans" (Z. 8) und spielt darauf an, dass sie aufgrund ihres Gewichtes so außer Atem ist. Diese Gedanken des Mannes lassen eindeutig darauf schließen wie wenig er seine Frau doch liebt und wie begehrenslos er sie doch findet. Außerdem zeigt es, wie zerrüttet ihr Verhältnis wirklich ist. Schließlich kommt seine Frau zu Atem und beteuert wie schön der Film doch gewesen sei und das sie bei sowas doch immer weinen müsse. Jedoch bleibt es bei diesem einen Rechtfertigungsversuch und der Mann drückt ein weiteres mal aus, wie sehr er solchen Mist doch hasse. Er vergleicht den Film mit „Liebesgewinsel" (Z. 11) und ihm muss aufgefallen sein, wie wenig romantisch sie doch zueinander sind. Ihre Ehe ist das komplette Gegenteil des Filmes und daher liegt es nahe, dass er deswegen auch nichts von dem Film wissen möchte. Dies erklärt auch, wieso er nach dem Ende des Films so schnell das Kino verlassen hat. Besonders ärgert ihn die Reaktion seiner Frau, die offensichtlich noch an die romantische Beziehung zwischen den beiden glaubt, währenddessen er sie schon lange aufgegeben hat. In dieser Betrachtung scheint einem auch der Titel der Kurzgeschichte nahe. Wie in vielen Liebesgeschichten, welche im Kino laufen gibt es ein glückliches Happy End. Auf dieses kann das Ehepaar hier leider nur hoffen. Auf die weitere Beschwere ihres Mannes reagiert die Frau erst gar nicht und geht, so wie es ihr Mann zuvor getan hat. Sie schweigt auf seine Aussage. Vermutlich hat sie es satt sich mit ihm zu streiten und hat womöglich eingesehen, dass ihre Beziehung nun endgültig zum Scheitern verurteilt ist Auffällig in dieser Kurzgeschichte ist die oft bildliche Sprache der Figuren, so bezeichnet der Mann, seine Frau als „blöde Gans“ (vgl. Z. 8) und sie ihn wiederum als ,,einen Klotz von Mann" (vgl. Z. 12).Allgemein wird insgesamt eine sehr einfache und alltägliche Sprache verwendet. Dies zeigt sich in den meist aus einfachen Hauptsätzen bestehender direkten Rede als auch in den Offenlegungen der Der Gefühle des Ehepaares, welche als Gedankenrede zu identifizieren ist. Die Erzählungen und Kommentare erfolgen durch einen auktionalen Er-Erzähler, welche eine durchgehend in einem hypotaktischen Satzbau verlaufen. Der Satzbau ist asyndetsich und durch die Verwendung von Metaphern wie Gans oder Affenschande, des Mannes, wirkt er ihm Gespräch oft überlegener weshalb sich seine Frau ihm unterordnet. Auch dieser Gebrauch unterstreicht sehr deutlich die oben genannte Situation. Auch zu erwähnen ist der häufige Gebrauch von negativen Adjektiven (vgl. Verzweifeln, hassen oder heulen). Dem Leser soll dadurch verdeutlicht werden, welche Verzweiflung der Frau innewohnt und die sich daraus ergebende Wut des Mannes. Die Geschichte ist chronologisch und zeitraffend erzählt, da sich durch das nur schwerlich herankommen der Frau an ihren Mann kleine Pausen bilden, welche in der Erzählung ausgelassen werden. Die Geschichte ist im Präsens erzählt, was auch dazu führt, das man sie gut auf das echte Leben übertragen kann. Zusammenfassend lässt sich sagen, das in der Kurzgeschichte von Kurt Marti eine Ehepaar darum kämpft, aus der sich eingeschlichenen Monotonie ihres Alltages mit dem Besuch eines Liebesfilmes zu befreien. Leider endet der vermutlich schön angedachte gemeinsame Abend einem heftigen Streit. Ausgelöst durch fehlendes Verständnis und Akzeptanz. Die Kurzgeschichte beschreibt durch passende Metaphern und Satzstellungen ein Problem unter dem viele Menschen leiden.