Seite 2: Analyse der Erzähltechnik und Sprache
Die zweite Seite widmet sich der Analyse der Erzähltechnik und sprachlichen Gestaltung in Kafkas "Heimkehr". Die Komposition des Textes folgt der Gedankenbewegung des Ankommenden, der zunächst den Hof betrachtet, sich dann gedanklich ins Innere begibt und schließlich beschließt, nicht heimzukehren.
Definition: Zeitdehnendes Erzählen bedeutet, dass die erzählte Zeit länger ist als die Erzählzeit, was in dieser Parabel deutlich zum Ausdruck kommt.
Der Blickwinkel des Ich-Erzählers ist durchgehend subjektiv, wodurch alle Beschreibungen und Empfindungen ausschließlich aus seiner Perspektive vermittelt werden. Strukturgebend wirken dabei die genannten Orte und die markanten rhetorischen Fragen.
Highlight: Die Einfachheit des Satzbaus und der Wortwahl ist ein charakteristisches Merkmal von Kafkas Stil in dieser Parabel.
Die Analyse zeigt, dass die Sätze größtenteils einfach gebaut sind und Satzreihen vorherrschen. Auffällig sind die zahlreichen Parataxen und Parallelismen, wie zum Beispiel: "Ich bin zurückgekehrt, ich habe den Flur durchschritten" oder "Wer wird mich empfangen? Wer wartet hinter der Tür der Küche?". Diese Verdopplung der Aussagen kann als Versuch interpretiert werden, in einer fremden Situation Sicherheit zu finden.
Beispiel: Die Parallelismen in den Zeilen 1 und 6 verdeutlichen die innere Unsicherheit des Erzählers und seinen Versuch, sich in der veränderten Umgebung zu orientieren.






