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Interpretation Kurzgeschichte Leise Begleitung

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Interpretation Kurzgeschichte Leise Begleitung

 Hausaufgabe KS1
Deutsch: Den Inhalt des Textes schriftlich knapp zusammenfassen
07.10.2021 → 12.10.2021
Lehrer Edith Naghiu erstellt 07.10.

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Hausaufgabe KS1 Deutsch: Den Inhalt des Textes schriftlich knapp zusammenfassen 07.10.2021 → 12.10.2021 Lehrer Edith Naghiu erstellt 07.10.2021 07:53:17 Leise Begleitung Die Kurzgeschichte „Leise Begleitung" von Rainer Maria Rilke aus dem Jahr 1898, behandelt eine Mutter - Sohn Beziehung, wobei die Mutter Angst hat, ihren Sohn gehen zu lassen, der Sohn sich aber nach Freiheit sehnt. Die Handlung findet an einem Sonntag im September statt. Am Anfang der Kurzgeschichte sitzt die Mutter am Fenster und stickt. Sie versinkt in Gedanken und nach einiger Zeit kommt ihr Sohn, Miroslav oder kurz Miro, ins Zimmer. Als ihr Sohn das Haus verlassen will, erschreckt sich die Mutter und stellt sich vor, dass er wieder zurückkommt und sich zu ihr setzt. Sie träumt davon, dass sie mit ihrem Sohn über ein Mädchen redet und malt sich aus, wie die beiden draußen unterwegs sind und warnt ihn vor falschen oder voreiligen Entscheidungen. Das ganze hört erst auf, als der Vater nach hause kommt. Dann ca. um 10 Uhr abends, kommt auch ihr Sohn traurig nach hause, wie die Mutter es schon erwartet hat. Der erste Abschnitt (Z. 1 - Z.10) beginnt indem die Mutter am Fenster sitzt und einen Läufer stickt. Es ist, wie man dem Text entnehmen kann, eine alltägliche Aktion von ihr. Es heißt, dass der Läufer schon ganz welk...

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ist, obwohl er nichtmal annähernd fertig ist. Die Verwendung des Adjektives ,welk“ wird auch gegen Mitte des Textes (in Zeile 45) nochmal verwendet, als die Mutter beschreibt, dass in der leeren Kirche der Weihrauchduft welk wird. Bei dieser Metapher wird ein Bezug zu der Beziehung zwischen Sohn und Mutter hergestellt. Ihre Beziehung ist schon am verwelken, obwohl sie noch nicht einmal richtig funktioniert. Im weiteren werden die Hände der Mutter als „einfach müde“ (Vgl. Z. 6) beschrieben. Sie vergleicht ihre Hände mit „Pferden, die im Wasser Schiffe stromaufwärts zerren" (Vgl. Z. 8 - 10) und schließt daraus, dass Schiffe eigentlich in Freiheit fahren sollten. Man könnte es so deuten, dass die Mutter es vermisst ihre Hände wieder frei zu bewegen, ohne dass sie so schnell müde oder schlapp werden. Im zweiten Abschnitt (Z. 11 - Z. 24) tritt ihr Sohn Miroslav ins Zimmer. So wie er beschrieben wird ist er schon 18 Jahre alt und hat blondes Haar. Es wird ein so genannter Konflikt zwischen seinem „harten Mund" und seinen „ewig flehenden Augen" beschrieben (Vgl. Z. 15. - Z. 18) und dass er dadurch immer unsicherer wird. Er kann mit seiner Mutter dennoch nicht über diese Gefühle reden, da sie selbst Hilfe gebrauchen kann (Vgl. Z. 18 - 22) und sein Vater keine Zeit hat, weil er, wie es gegen Ende erwähnt wird, erst um acht Uhr nach hause kommt. Zum Ende des zweiten Abschnittes, verabschiedet sich der Junge, läuft in Richtung Tür und denkt sich dabei dass er endlich frei sei (Z. 27 - 29). Hier merkt man, wie kaputt das Verhältnis zwischen Eltern und Kind ist, so dass der Sohn sich nicht einmal traut offen mit ihnen zu reden. Der dritte Abschnitt (Z. 25 - Z. 77) behandelt den Traum, den die Mutter hat, nachdem ihr Sohn das Haus verlässt. Sie bildet sich ein, Miro sei immer noch im Zimmer und redet mit ihrem Sohn als ob er vor ihr sitzt. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Geschichte von einem auktorialen oder auch allwissenden Erzähler wiedergegeben. Ab den Zeitpunkt des Traumes wird die Erzählperspektive zu einem personalen Erzähler und es wird somit aus der Sicht der Mutter erzählt. In ihrem Traum redet sie mit Miro darüber ob er „Ihr“ schon in die Seele geschaut habe (Vgl. Z. 35 - 36), es könnte daraufhin deuten, dass er eine Freundin hat. Die Mutter redet davon, dass es alles genau so ablaufen wird wie die Male zuvor. Sie erzählt, dass sie erst durch Gassen gehen werden, mit Frohsinn und Übermut, bis sich ihre Augen fragen: ,,Wann?“ Und sie beide wissen „nicht hier." (Vgl. Z. 37 - 40). Dem Leser wird hier kein klarer Zusammenhang zwischen den Aussagen „Wann?" und ,,nicht hier." gegeben. Man kann nicht wissen wie das ganze gemeint ist, oder was dahinter steckt. In diesen Momenten, die im Text noch öfters vorkommen, wird das Geschehnis nicht weiter beschrieben und die Vorstellungskraft des Lesers selbst ist hier gefragt. Man kann sich selbst vorstellen, was mit den Aussagen gemeint ist und die Lücken die die Kurzgeschichte für einen aufweist selber schließen. Diese Art von Kurzgeschichten kann man nach der Methode des „Eisbergmodells" von Ernest Hemingway beschreiben. Hemingway sagt dabei, er versuche immer nach dem Eisbergprinzip zu schreiben. Das heißt Sieben Achtel liegen unter Wasser und nur ein Achtel ist von außen sichtbar. Es liegt alles an dem Teil der unsichtbar bleibt. Diesen Teil muss sich der Leser selbst erschließen, genauso wie man bei dieser Geschichte selbst erschließen muss was mit nicht weiter ausgeführten Aussagen wie ,,Wann?" und nicht hier." gemeint ist. Im weiteren Verlauf des Traumes der Mutter, gehen die zwei Jugendlichen in ein Gasthausgarten um ein stilles Plätzchen zu finden, was aber nicht klappt. Danach wächselt der Schauplatz zu einer leeren Kirche. Hier kommt zum wiederholten Male die Aussage ,,nicht hier." vor. Miro und seine Freundin finden weder den richtigen Ort, noch die richtige Zeit, um zu tun was sie vorhaben. Da der Traum von der Mutter aus erzählt und kontrolliert wird, hat diese Liebesgeschichte kein glückliches Ende. Hier merkt man wieder, dass die Mutter ihren Sohn nicht gehen lassen will und ihren Traum auch in diese Richtung lenkt. Sie versucht ihrem Sohn das alles auszureden und warnt ihn vor falschen Entscheidungen. Die Situation ändert sich wieder, sie sind an einer Landstraße. Es wird beschrieben, dass der Wind vor ihnen und hinter ihnen ist und den beiden den Glanz in ihren Worten nimmt. (Vgl. Z. 46-50) Der Wind hindert die beiden daran, sich zu verstehen und sie müssen nachfragen, was der andere jeweils sagt. Die Mutter nimmt hier ihre eigenen Kommunikationsprobleme innerhalb der Familie und überträgt sie auf ihren Sohn und seine Freundin. Irgendwann sind beide dem weinen nahe. Die letzte Situation findet auf einem Kirchhof statt. Beide sind damit einverstanden, dass das der Ort sein soll, weil sie Müde sind. (Z. 54 - 60). Der Leser erfährt hierbei wieder nicht die Bedeutung dieser Worte und man muss es sich, wie schon vorher, versuchen vorzustellen. Gegen Ende des dritten Abschnitts, redet die Mutter davon, dass ihre Seelen sich nirgends richtig fassen können und dies das Ende sei. (Vgl. Z. 73 - 75) Es ist deutlich, dass dieser Traum mit Absicht in Richtung einer Tragödie verläuft, so dass sie ihren Sohn für sich behalten kann. Im vierten und letzen Abschnitt, (Z. 76 - 109) ist der erzählte Traum zu ende, aber die Erzählperspektive bleibt immernoch gleich. Die Mutter fängt jetzt an vom Vater zu erzählen und dass er immer, nach dem ihr Sohn schlafen geht, seine Zeitung liest (Vgl. Z. 78 - 81). Genau wie Anfangs sind diese Worte immernoch an Miro gerichtet. Seine Mutter sagt, dass wenn der Vater nicht wäre, sie einmal am Sonntag das Zimmer voll weißer Blumen stellen würde und dann auf dem Kirchhof bleiben könne (Vgl. Z. 82 - 87). Es gibt viele Andeutungen in diesen Zeilen, die darauf hinweisen, dass die Mutter vom Tod redet. Die weißen Blumen und der Kirchhof stehen beides für den Tod. Außerdem sagt sie, sie habe keine Angst davor (Vgl. Z. 86). Wovor sie keine Angst hat, wird nicht gesagt, aber auch hier kann man den Tod vermuten. Im letzten Teil von Zeile 88 bis Ende (Z. 109), wächselt wieder die Erzählperspektive zurück und der auktoriale Erzähler übernimmt wieder. Frau Beate, also die Mutter, trennt ihr gesticktes alles wieder auf, da sie ein Fehler drinnen hat und fängt neu an (Vgl. Z. 88 - 90). Sie hat keine Ungeduld und anscheinend auch genug Zeit um das zu machen. Es deutet wieder darauf hin, dass der Mutter langweilig ist und sie sich alleine fühlt. Der letzte Gedanke ihre Traumes bringt die Frage auf ob „Sie", wahrscheinlich Miros Freundin, seine Mutter lieb haben könnte. Sie denkt womöglich lange über diese Frage nach, denn sie bleibt lange über ihren Läufer gelehnt, bis der Vater kommt und sie anspricht (Vgl. Z. 91 - 95). Er ist ungeduldig und wartet darauf, dass der Sohn nach Hause kommt. Die Mutter muss den Vater sogar besänftigen (Vgl. Z. 98 - 101). Durch die genervte Reaktion des Vaters, kann man verstehen warum der Junge seine Freundin nicht mit nach hause bringen will. Als er fragt, wo der Bub sei, antwortet die Mutter nicht, sondern geht nur langsam ins Treppenhaus für ca. eine halbe Stunde. Sie widerspricht bzw. antwortet ihrem Mann nicht einmal, daran merkt man erstens, dass der Vater der Oberhaupt in der Familie ist und die Mutter Respekt oder vielleicht sogar Angst ihm gegenüber empfindet (Vgl. Z. 102 - 104) und zweitens, dass auch hier zwischen den Eltern die Kommunikation nicht funktioniert, also ist es ein Problem in der ganzen Familie. Außerdem wirkt der Vater nicht sehr liebevoll oder aufmerksam seiner Frau gegenüber, was ein Grund dafür sein könnte, dass die Mutter diese Liebe und Aufmerksamkeit bei ihrem schon fast erwachsenen Sohn sucht und nicht bei ihrem Ehemann. Dann kommt Miro nach hause, und die Mutter kommt langsam mit ihm hoch, er ist traurig und bang, da die Mutter wahrscheinlich teilweise recht hatte mit ihrem Tagtraum. Hier ist die Handlung der Kurzgeschichte zu ende. Wie ich schon Anfangs andeutete, handelt die Geschichte „Leise Begleitung" von einer Mutter-Sohn Beziehung, die nicht sehr ausgereift erscheint und innerhalb der es Kommunikationsprobleme gibt, wie zum Beispiel der Traum der Mutter, der einfach nur die Worte wiedergibt, die sie sich nicht traut ihrem Sohn direkt ins Gesicht zu sagen. Das der Sohn sich nach Freiheit sehnt wird dadurch deutlich, dass er sich bis spät Abends draußen aufhält und seine Mutter die Schritte von ihm beim rausgehen als ein Ausruf, dass er frei sei, deutet. Schon der Titel allein „Leise Begleitung" bezieht sich auf die Vorstellung der Mutter, dabei erzählt die Mutter diese kleine Geschichte, wie der Tag ihres Sohnes verlaufen wird und ist sozusagen die leise Begleitung von ihm und seiner Freundin.

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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Hausaufgabe KS1 Deutsch: Den Inhalt des Textes schriftlich knapp zusammenfassen 07.10.2021 → 12.10.2021 Lehrer Edith Naghiu erstellt 07.10.2021 07:53:17 Leise Begleitung Die Kurzgeschichte „Leise Begleitung" von Rainer Maria Rilke aus dem Jahr 1898, behandelt eine Mutter - Sohn Beziehung, wobei die Mutter Angst hat, ihren Sohn gehen zu lassen, der Sohn sich aber nach Freiheit sehnt. Die Handlung findet an einem Sonntag im September statt. Am Anfang der Kurzgeschichte sitzt die Mutter am Fenster und stickt. Sie versinkt in Gedanken und nach einiger Zeit kommt ihr Sohn, Miroslav oder kurz Miro, ins Zimmer. Als ihr Sohn das Haus verlassen will, erschreckt sich die Mutter und stellt sich vor, dass er wieder zurückkommt und sich zu ihr setzt. Sie träumt davon, dass sie mit ihrem Sohn über ein Mädchen redet und malt sich aus, wie die beiden draußen unterwegs sind und warnt ihn vor falschen oder voreiligen Entscheidungen. Das ganze hört erst auf, als der Vater nach hause kommt. Dann ca. um 10 Uhr abends, kommt auch ihr Sohn traurig nach hause, wie die Mutter es schon erwartet hat. Der erste Abschnitt (Z. 1 - Z.10) beginnt indem die Mutter am Fenster sitzt und einen Läufer stickt. Es ist, wie man dem Text entnehmen kann, eine alltägliche Aktion von ihr. Es heißt, dass der Läufer schon ganz welk...

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Es wird ein so genannter Konflikt zwischen seinem „harten Mund" und seinen „ewig flehenden Augen" beschrieben (Vgl. Z. 15. - Z. 18) und dass er dadurch immer unsicherer wird. Er kann mit seiner Mutter dennoch nicht über diese Gefühle reden, da sie selbst Hilfe gebrauchen kann (Vgl. Z. 18 - 22) und sein Vater keine Zeit hat, weil er, wie es gegen Ende erwähnt wird, erst um acht Uhr nach hause kommt. Zum Ende des zweiten Abschnittes, verabschiedet sich der Junge, läuft in Richtung Tür und denkt sich dabei dass er endlich frei sei (Z. 27 - 29). Hier merkt man, wie kaputt das Verhältnis zwischen Eltern und Kind ist, so dass der Sohn sich nicht einmal traut offen mit ihnen zu reden. Der dritte Abschnitt (Z. 25 - Z. 77) behandelt den Traum, den die Mutter hat, nachdem ihr Sohn das Haus verlässt. Sie bildet sich ein, Miro sei immer noch im Zimmer und redet mit ihrem Sohn als ob er vor ihr sitzt. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Geschichte von einem auktorialen oder auch allwissenden Erzähler wiedergegeben. Ab den Zeitpunkt des Traumes wird die Erzählperspektive zu einem personalen Erzähler und es wird somit aus der Sicht der Mutter erzählt. In ihrem Traum redet sie mit Miro darüber ob er „Ihr“ schon in die Seele geschaut habe (Vgl. Z. 35 - 36), es könnte daraufhin deuten, dass er eine Freundin hat. Die Mutter redet davon, dass es alles genau so ablaufen wird wie die Male zuvor. Sie erzählt, dass sie erst durch Gassen gehen werden, mit Frohsinn und Übermut, bis sich ihre Augen fragen: ,,Wann?“ Und sie beide wissen „nicht hier." (Vgl. Z. 37 - 40). Dem Leser wird hier kein klarer Zusammenhang zwischen den Aussagen „Wann?" und ,,nicht hier." gegeben. Man kann nicht wissen wie das ganze gemeint ist, oder was dahinter steckt. In diesen Momenten, die im Text noch öfters vorkommen, wird das Geschehnis nicht weiter beschrieben und die Vorstellungskraft des Lesers selbst ist hier gefragt. Man kann sich selbst vorstellen, was mit den Aussagen gemeint ist und die Lücken die die Kurzgeschichte für einen aufweist selber schließen. Diese Art von Kurzgeschichten kann man nach der Methode des „Eisbergmodells" von Ernest Hemingway beschreiben. Hemingway sagt dabei, er versuche immer nach dem Eisbergprinzip zu schreiben. Das heißt Sieben Achtel liegen unter Wasser und nur ein Achtel ist von außen sichtbar. Es liegt alles an dem Teil der unsichtbar bleibt. Diesen Teil muss sich der Leser selbst erschließen, genauso wie man bei dieser Geschichte selbst erschließen muss was mit nicht weiter ausgeführten Aussagen wie ,,Wann?" und nicht hier." gemeint ist. Im weiteren Verlauf des Traumes der Mutter, gehen die zwei Jugendlichen in ein Gasthausgarten um ein stilles Plätzchen zu finden, was aber nicht klappt. Danach wächselt der Schauplatz zu einer leeren Kirche. Hier kommt zum wiederholten Male die Aussage ,,nicht hier." vor. Miro und seine Freundin finden weder den richtigen Ort, noch die richtige Zeit, um zu tun was sie vorhaben. Da der Traum von der Mutter aus erzählt und kontrolliert wird, hat diese Liebesgeschichte kein glückliches Ende. Hier merkt man wieder, dass die Mutter ihren Sohn nicht gehen lassen will und ihren Traum auch in diese Richtung lenkt. Sie versucht ihrem Sohn das alles auszureden und warnt ihn vor falschen Entscheidungen. Die Situation ändert sich wieder, sie sind an einer Landstraße. Es wird beschrieben, dass der Wind vor ihnen und hinter ihnen ist und den beiden den Glanz in ihren Worten nimmt. (Vgl. Z. 46-50) Der Wind hindert die beiden daran, sich zu verstehen und sie müssen nachfragen, was der andere jeweils sagt. Die Mutter nimmt hier ihre eigenen Kommunikationsprobleme innerhalb der Familie und überträgt sie auf ihren Sohn und seine Freundin. Irgendwann sind beide dem weinen nahe. Die letzte Situation findet auf einem Kirchhof statt. Beide sind damit einverstanden, dass das der Ort sein soll, weil sie Müde sind. (Z. 54 - 60). Der Leser erfährt hierbei wieder nicht die Bedeutung dieser Worte und man muss es sich, wie schon vorher, versuchen vorzustellen. Gegen Ende des dritten Abschnitts, redet die Mutter davon, dass ihre Seelen sich nirgends richtig fassen können und dies das Ende sei. (Vgl. Z. 73 - 75) Es ist deutlich, dass dieser Traum mit Absicht in Richtung einer Tragödie verläuft, so dass sie ihren Sohn für sich behalten kann. Im vierten und letzen Abschnitt, (Z. 76 - 109) ist der erzählte Traum zu ende, aber die Erzählperspektive bleibt immernoch gleich. Die Mutter fängt jetzt an vom Vater zu erzählen und dass er immer, nach dem ihr Sohn schlafen geht, seine Zeitung liest (Vgl. Z. 78 - 81). Genau wie Anfangs sind diese Worte immernoch an Miro gerichtet. Seine Mutter sagt, dass wenn der Vater nicht wäre, sie einmal am Sonntag das Zimmer voll weißer Blumen stellen würde und dann auf dem Kirchhof bleiben könne (Vgl. Z. 82 - 87). Es gibt viele Andeutungen in diesen Zeilen, die darauf hinweisen, dass die Mutter vom Tod redet. Die weißen Blumen und der Kirchhof stehen beides für den Tod. Außerdem sagt sie, sie habe keine Angst davor (Vgl. Z. 86). Wovor sie keine Angst hat, wird nicht gesagt, aber auch hier kann man den Tod vermuten. Im letzten Teil von Zeile 88 bis Ende (Z. 109), wächselt wieder die Erzählperspektive zurück und der auktoriale Erzähler übernimmt wieder. Frau Beate, also die Mutter, trennt ihr gesticktes alles wieder auf, da sie ein Fehler drinnen hat und fängt neu an (Vgl. Z. 88 - 90). Sie hat keine Ungeduld und anscheinend auch genug Zeit um das zu machen. Es deutet wieder darauf hin, dass der Mutter langweilig ist und sie sich alleine fühlt. Der letzte Gedanke ihre Traumes bringt die Frage auf ob „Sie", wahrscheinlich Miros Freundin, seine Mutter lieb haben könnte. Sie denkt womöglich lange über diese Frage nach, denn sie bleibt lange über ihren Läufer gelehnt, bis der Vater kommt und sie anspricht (Vgl. Z. 91 - 95). Er ist ungeduldig und wartet darauf, dass der Sohn nach Hause kommt. Die Mutter muss den Vater sogar besänftigen (Vgl. Z. 98 - 101). Durch die genervte Reaktion des Vaters, kann man verstehen warum der Junge seine Freundin nicht mit nach hause bringen will. Als er fragt, wo der Bub sei, antwortet die Mutter nicht, sondern geht nur langsam ins Treppenhaus für ca. eine halbe Stunde. Sie widerspricht bzw. antwortet ihrem Mann nicht einmal, daran merkt man erstens, dass der Vater der Oberhaupt in der Familie ist und die Mutter Respekt oder vielleicht sogar Angst ihm gegenüber empfindet (Vgl. Z. 102 - 104) und zweitens, dass auch hier zwischen den Eltern die Kommunikation nicht funktioniert, also ist es ein Problem in der ganzen Familie. Außerdem wirkt der Vater nicht sehr liebevoll oder aufmerksam seiner Frau gegenüber, was ein Grund dafür sein könnte, dass die Mutter diese Liebe und Aufmerksamkeit bei ihrem schon fast erwachsenen Sohn sucht und nicht bei ihrem Ehemann. Dann kommt Miro nach hause, und die Mutter kommt langsam mit ihm hoch, er ist traurig und bang, da die Mutter wahrscheinlich teilweise recht hatte mit ihrem Tagtraum. Hier ist die Handlung der Kurzgeschichte zu ende. Wie ich schon Anfangs andeutete, handelt die Geschichte „Leise Begleitung" von einer Mutter-Sohn Beziehung, die nicht sehr ausgereift erscheint und innerhalb der es Kommunikationsprobleme gibt, wie zum Beispiel der Traum der Mutter, der einfach nur die Worte wiedergibt, die sie sich nicht traut ihrem Sohn direkt ins Gesicht zu sagen. Das der Sohn sich nach Freiheit sehnt wird dadurch deutlich, dass er sich bis spät Abends draußen aufhält und seine Mutter die Schritte von ihm beim rausgehen als ein Ausruf, dass er frei sei, deutet. Schon der Titel allein „Leise Begleitung" bezieht sich auf die Vorstellung der Mutter, dabei erzählt die Mutter diese kleine Geschichte, wie der Tag ihres Sohnes verlaufen wird und ist sozusagen die leise Begleitung von ihm und seiner Freundin.