Das erste Jahr (Kapitel 1 bis 12)
Krabat, ein 14-jähriger Waisenjunge, zieht bettelnd durch die Dörfer bei Hoyerswerda. Nachdem er dreimal von elf Raben und einer rufenden Stimme träumt, macht er sich auf den Weg zur Mühle im Koselbruch. Dort trifft er den einäugigen Meister, der ihn als Lehrling annimmt.
In der Mühle lernt Krabat den freundlichen Altgesellen Tonda kennen, der ihm mit einem geheimnisvollen Spruch bei der Arbeit hilft. Krabat bemerkt schnell, dass in der Mühle seltsame Dinge geschehen: Er findet im siebten Mahlgang Knochensplitter und erlebt, wie ein Kutscher mit Hahnenfeder nächtliche Lieferungen bringt, während die Mühle wie ein Totengesang klingt.
An Karfreitag wird Krabat in die schwarze Magie eingeweiht. Die Gesellen verwandeln sich in Raben, und der Meister beginnt seinen Unterricht in der Zauberei. Krabat begegnet in der Osternacht zum ersten Mal der Kantorka, einem singenden Mädchen, dessen Stimme ihn fasziniert. Tonda warnt ihn davor, in der Mühle jemals den Namen seines Mädchens zu verraten.
Denk daran! Die Mühle ist mehr als sie scheint. Wenn der Meister ruft und von Zauberei spricht, ist das nicht nur spannend, sondern auch gefährlich. Achte darauf, wie Krabat zwischen Faszination und Furcht schwankt.
Das Jahr vergeht mit unheimlichen Ereignissen: Die Gesellen betrügen den reichen Ochsenblaschke mit Zauberei, entkommen Werbern des Kurfürsten durch Verwandlungskunst und spüren eine wachsende Angst, als der Winter naht. Am Ende des Jahres stirbt Tonda plötzlich und wird ohne Pastor und Kreuz beerdigt – ein Ereignis, das Krabat misstrauisch macht und seine Zweifel an der schwarzen Magie verstärkt.

























