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Kursarbeit „Denk immer an heut Nachmittag“ (Gabriele Wohmann)

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Elena Sofia

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Klausur

Kursarbeit „Denk immer an heut Nachmittag“ (Gabriele Wohmann)

 Deutsch 11 GK de2
Name:
A) Inhaltliche Leistung
Anforderung
Formulierung einer sinnvollen Einleitung (dabei Berücksichtigung von Autor,
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12 Punkte Kursarbeit der Kurzgeschichte „Denk immer an heut Nachmittag“ (Gabriele Wohmann)

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Deutsch 11 GK de2 Name: A) Inhaltliche Leistung Anforderung Formulierung einer sinnvollen Einleitung (dabei Berücksichtigung von Autor, Titel, Gattung, Thema) Wiedergabe des Inhalts der Kurzgeschichte in knapper Zusammenfassung (Fahrt ins Internat nach Tod der Mutter/Vater versucht Sohn aufzuheitern/Kommentiert das, was von der Straßenbahn aus auf der Straße zu sehen ist/alle Versuche, den Sohn fröhlich zu stimmen, scheitern/Vater greift zum Mittel der moralischen Belehrung, der Sohn müsse all das, was die Eltern ihm versucht haben zu geben, durch seine schulische Haltung rechtfertigen und entgelten) Untersuchung des Aufbaus und der erzählerischen und sprachlich- stilistischen Gestaltung 。 0 0 Kursarbeit 11/1/ Bewertungsbogen (G. Wohmann: Denk immer an heut nachmittag) 0 0 ● 0 Bereits mit dem Anfang der Kurzgeschichte, wird der Gestus des Vaters deutlich; er versucht, dem Sohn Erinnerungsvorschriften zu machen: ,,Eine halbe Stunde auf der Hinterplattform [...] wieder was Schönes zum Drandenken". Vater redet an Sohn vorbei, registriert nicht dessen Trauer (dem Sohn steigen mehrfach die Tränen in die Augen) Missverhältnis in der Kommunikation: Sohn beantwortet belehrende Monologe des Vaters entweder nicht oder nur mit drei knappen Entgegnungen („Ja", "Ja", ,,Ich weiß nicht") -> verstummt gegenüber der väterlichen Beredsamkeit, kann in der Stunde des Abschiednehmens mit dem Wortstrom des unsensiblen Vaters nichts anfangen. 0 Wichtigkeit der sportliche Betätigung des Sohnes von Seiten des Vaters (Ausdruck von Männlichkeit), Sohn fürchtet, ausgelacht zu werden, wegen seiner Unsportlichkeit Vater: Imperative, Umdeutung der Realität zur schönen Erinnerung, moralische Argumentation 0 Ball als Symbol der...

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Realitätsflucht Ball fällt zurück und damit beendet er die Realitätsflucht des Sohnes: kann seine egozentrische Perspektive aufgeben und sich für eine Neudefinition der Vater-Sohn-Beziehung öffnen (Sohn kommt der Gedanke, dass er noch nie daran dachte, seinen Vater zu bedauern (nicht nur er hat seine Mutter verloren, sondern der Vater auch seine Frau) Sohn versucht, sich an einer ,,Messingstange" des Zugabteils festzuhalten, scheitert allerdings aufgrund der materiellen Beschaffenheit seiner Wollhandschuhe: Die niedrige Temperatur zusammen mit dem ständigen Abrutschen sind vergleichbar mit der emotionalen Lage des Kindes Sohn hat den Wunsch nach Zärtlichkeit (als der Vater ihn an die Hand nimmt, verspürt er durch den Handschuh Wärme) der Junge zeigt gefasste Reaktion, die Tränen verschwinden, nimmt Umgebung klar wahr Sohn: anfangs hilflos, schwach, traurig am Ende fühlt er, dass er den Vater als den eigentlich Schwachen bedauern müsse (dieser ist nicht in der Lage, beim Abschied- nehmen einfühlsam und menschlich zu reagieren) Max. Punktzahl 5 5 20 Erreichte Punktzahl 4 5 12 ● ● Summe Deutung von Aussage und Wirkungsabsicht der Kurzgeschichte unter differenzierter Beachtung des Zusammenspiels inhaltlicher Aspekte und sprachlicher Gestaltung ● 0 B) Darstellungsleistung Anforderung 0 ● ● O O ● Auffällige Schilderung der Umgebung: Gärten sind unfrisiert", Kleinstadt erscheint als „dunkler Pickel", Farbe Schwarz dominiert 0 ➜ Düstere Szenerie unterstreicht die seelische Verfassung des Jungen beim Abschied von zu Hause, seine Trauer und seinen Schmerz 0 Erzählzeit entspricht nahezu erzählter Zeit: Einfühlen des Lesers in die Figur des Sohnes und Anteilnahme am Geschehen Erzählt wird die Situation aus der Sicht des Jungen in Form des personalen Er-Erzählers 0 O Verwendung von Fachtermini in sinnvollem Zusammenhang Beachtung der Tempora ● Korrekte Redewiedergabe (Modalität) Summe kohärente, schlüssige, stringente und gedanklich klare Strukturierung des Aufsatzes angemessene Gewichtung der Teilaufgaben schlüssige Verbindung der einzelnen Arbeitsschritte schlüssige gedankliche Verknüpfung von Sätzen Formulierung unter Beachtung der fachsprachlichen Anforderungen Trennung von Handlungs- und Metaebene Begründeter Bezug von beschreibenden, deutenden und wertenden Aussagen 0 Formulierung lexikalisch und syntaktisch sicher, variabel und komplex (und zugleich klar) Aussagen durch angemessenes und korrektes Zitieren belegt Sprachliche Richtigkeit (Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik, Satzbau, Modalität) Äußere Form 56 Summe insgesamt (inhaltliche und Darstellungsleistung): Die Kursarbeit wird mit der Note gut ( 12 MSS-P.) 6 (O) 35 5 Erreichte Max. Punktzahl Punktzahl 5 5 8 5 10 2 4 35 25 8 3 37 g 2 31 von 70 Punkten. bewertet. LK DE 10/1 5 10 15 20 25 30 1. Kursarbeit im Leistungskurs Deutsch Datum: 04.11.20 Name Aufgabenstellung: Analysieren und interpretieren Sie die Kurzgeschichte ,,Denk immer an heut nachmittag" von Gabriele Wohmann. Gabriele Wohmann: Denk immer an heut nachmittag Eine halbe Stunde Fahrt auf der Hinterplattform¹", sagte der Vater, wieder was Schönes zum Drandenken." Die Bahn ruckelte durch die dunklen feuchten Gäßchen von Gratte. Spätnachmittags, die Zeit, in der noch einmal alle Frauen ihre Einkaufstaschen zu den Krämern² trugen, in die Auslagen der engen Schaufenster starrten und wie im Gebet die Lippen bewegten, während sie die Münzen in ihren klebrigen Portemonnaies zählten. Die letzten Minuten, bevor die Kinder endgültig hinter den schartigen³ Hausmauern verschwänden, ehe die Männer auf ihren Motorrädern in das Delta der Gassen donnern würden. Das Kind hielt die Messingstange vor der Fensterscheibe fest, aber immer wieder rutschte die glatte Wolle seiner Handschuhe ab. Wie im Aussichtswagen. Lauter lustige Dinge", sagte der Vater. ,,Du kannst immer dran denken: Wie lustig war's doch, als wir plötzlich bei Wickler im Fenster die Mannequins entdeckten und als der Vater sagte: Schön, wir fahren eine Bahn später. Die hübschen Mannequins, weißt du's noch?" Ja", sagte das Kind. Sein Knie spürte den Koffer. Die Bahn fuhr jetzt durch eine Straße mit eckigen unfrisierten Gärtchen, und Gratte sah nur noch wie ein dicker, dunkler Pickel aus. Dann Bäume, die meisten noch kahl, eine Bank mit einem Mädchen, das die Fingernägel reinigte, gekrümmte nackte Kiefernstämme in sandigen Kahlschlägen. ,,Der Wald von Laurich", sagte der Vater, ,,er zieht sich bis zu deinem Schulheim. Ihr werdet ihn wahrscheinlich oft zu sehen bekommen, Spiele im Wald veranstalten, Schnitzelversteck und was weiß ich, Räuberspiele, Waldlauf." Ein fetter Junge auf dem Fahrrad tauchte auf und hetzte in geringem Abstand hinter der Bahn her. Sein schwitzendes bläuliches Gesicht war vom Ehrgeiz verunstaltet, die farblose dicke Zunge lag schlaff auf der Unterlippe. ,,Zunge rein", rief der Vater und lachte. ,,Ob er's schafft? Was meinst du?" Ich weiß nicht", sagte das Kind. ,,Ach, du Langweiler", sagte der Vater. Das Kind merkte mit einer geheimen Erregung, daß seine Augen jetzt schon wieder naß wurden; das Fahrrad, der hechelnde schwere Körper und das besessene Gesicht des Jungen schwammen hinter der Scheibe. Mit gekränkter Stimme sagte der Vater: Und vergiß nicht die Liebe deiner Mutter. Sie ist dein wertvollster Besitz. Präge es dir ein. Vergiß nicht, wie lieb sie dich hatte, und handle danach. Tu nur, was sie erfreut hätte. Ich hoffe sehr, du kannst das behalten." Immer größer wurde der Abstand zwischen dem Fahrrad und der Plattform, aber obwohl keine Aussicht mehr bestand, in diesem Wettbewerb zu gewinnen, gab der Junge nicht auf. Siehst du", sagte der Vater, der läßt nicht locker." Seine Stimme war stolz und fast zärtlich. 1 Fläche am hinteren Ende älterer Straßen- oder Eisenbahnwagen zum Ein- und Aussteigen 2 Kleines Einzelhandelsgeschäft 3 kantig 4 Internat 35 40 45 50 55 60 65 70 Das Kind sah in das fleckige Gesicht des Jungen, aus dem die Zunge sich plötzlich listig reckte, zugespitzt, blaß zwischen den weißen verzogenen Lippen. Der Vater lachte: Siehst du, jetzt streckt er dir die Zunge raus! Vielleicht ist es sogar ein Lauricher, ein zukünftiger Kamerad. Dann würdest du schon einen kennen." Sie sahen von der Plattform aus die hellgrün gestrichenen Gebäude vor dem Ulmenwäldchen, alles sah doch anders aus als auf den Bildern des Prospekts. Sie gingen zwischen Äckern den großen Gebäuden entgegen. Wie freundlich das daliegt", sagte der Vater. ,,Zu meiner Zeit waren Schulen noch nicht so nett. Da, der Sportplatz! Ich hoffe sehr, du wirst hier allmählich Spaß am Sport bekommen. Richtige Muskeln, weißt du. Du mußt sonst auf sehr viel Gutes im Leben eines Mannes verzichten." Ein hoher Drahtzaun umschloß den Platz. Eine Horde von Kindern, die aus der Entfernung einheitlich schwarz wirkte, rannte und stieß und schrie planlos durcheinander, und ab und zu erhob sich plump und dunkel ein eiförmiger Ball, einem kranken Vogel ähnlich, über die Masse der Köpfe. Komm", sagte der Vater und griff nach der Hand des Kindes, komm wir beeilen uns ein bißchen, Vielleicht können wir noch sehen, wer gewinnt." Durch die Handschuhwolle spürte das Kind den Wärmestrom. Es hatte Lust, den Handschuh auszuziehen, aber es regte seine Finger nicht. Von neuem schwoll das Nasse in seinen Augen, es war ein Gefühl, als wollten die Augen selbst aus der Spange der Lider platzen. Das Nasse schmierte die Gebäude, den Sportplatz, das Gewimmel der Kinder in eine mattglasige Einheit, aus der jetzt der Ball wieder schwarz und träge in den Himmel aufstieg; und dann sah es nichts mehr, gar nichts, es hörte die kreischenden Rufe, los, los, vorwärts, es spürte die Hand seines Vaters und roch den fauligen dumpfen Abendgeruch der aufgeworfenen Erde, aber es sah nichts mehr, so daß es nur die Erinnerung an den hochtorkelnden Ball festhielt. Es ließ den Ball sich höher hinaufschrauben, es ließ ihn nicht wieder zurückfallen zwischen die stoßenden und wetzenden Beine, es schraubte ihn so hoch, bis es sich nicht mehr vorstellen konnte, daß er wieder auf die Erde zurück müßte. Behalte all das in Erinnerung", sagte der Vater. All das Schöne und Liebe, das deine Mutter und ich dir zu geben versucht haben. Und wenn's mal trübe aussehen sollte, denk zum Beispiel an heut nachmittag. Das war doch wie ein richtiger lustiger Ausflug. Denk immer an heut nachmittag, hörst du? An alles, an die Wäffelchen, an Wicklers Schau, die Plattform, an den Jungen auf dem Fahrrad. Hörst du?" Ja", sagte das Kind. Gegen seinen Willen mußte es feststellen, daß die Augen wieder ordentlich und klar zwischen den Lidern saßen. Sie waren jetzt nah am Sportplatz, die quadratischen Maschen des Zaungitters lösten sich einzeln aus dem Dunkelgrau, in das wie eine gegorene, von Würmern geschwollene Pflaume der Ball zurückklatschte. Nun erst fiel ihm auf, daß es noch nie daran gedacht hatte, seinen Vater zu bedauern. (In: G. Wohmann: Ländliches Fest, Luchterhand Verlag, Darmstadt/Neuwied 1979, S. 60-62. Die Rechtschreibung entspricht der Textvorlage.) 1 Kursarbeit im LK Deutsch. (Interpretation Kurzgeschichte) tr Die von Gabriele Wohmann geschriebene Kurzgeschichte Denk immer an heut nachmittag" handelt von einem Vater, der sein Kind auf ein Internat schickt, welches aber nicht dort hin möchte. R 4.11.20 Inhaltlich geht es in der Kurzgeschichte um die namenlosen Protagonisten, den Vater und seinen Sohn. Der Vater schickt ihn auf ein ungenau Internat in einer Stadt namens " Gratte". Auf dem Weg dorthin kommunizieren die beiden in der Bahn, und nehmen nicht nur das Gespräch war, sondern auch die Geschehnisse um sie herum. Schon am Anfang wird der Leser direkt in die Handlung versetzt (vgl. 2.1), ein typisches. Makmal von Kurzgeschichten. Die Stadt Gratte" ist überwiegend negativ dargestellt (vgl. Z. 3.ff.). Die Stadt spiegelt sich in den Bewohnern wieder, die, die Münzen in ihren klebrigen Portemonnaies zähl[en]" (Z. 5.f.)., Gratte" macht bereits einen unangenehmen Eindruck und sieht, anders aus als auf den Bildern des Prospekts" (2.39). In der Bahn versucht der Vater ein Gespräch mit seinem Sohn zu beginnen. (vgl. Z. 10). Er will von der unangenehmen, fast erstickenden Situation ablenken. Sein Sohn. It Wath R

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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Punktzahl 5 5 20 Erreichte Punktzahl 4 5 12 ● ● Summe Deutung von Aussage und Wirkungsabsicht der Kurzgeschichte unter differenzierter Beachtung des Zusammenspiels inhaltlicher Aspekte und sprachlicher Gestaltung ● 0 B) Darstellungsleistung Anforderung 0 ● ● O O ● Auffällige Schilderung der Umgebung: Gärten sind unfrisiert", Kleinstadt erscheint als „dunkler Pickel", Farbe Schwarz dominiert 0 ➜ Düstere Szenerie unterstreicht die seelische Verfassung des Jungen beim Abschied von zu Hause, seine Trauer und seinen Schmerz 0 Erzählzeit entspricht nahezu erzählter Zeit: Einfühlen des Lesers in die Figur des Sohnes und Anteilnahme am Geschehen Erzählt wird die Situation aus der Sicht des Jungen in Form des personalen Er-Erzählers 0 O Verwendung von Fachtermini in sinnvollem Zusammenhang Beachtung der Tempora ● Korrekte Redewiedergabe (Modalität) Summe kohärente, schlüssige, stringente und gedanklich klare Strukturierung des Aufsatzes angemessene Gewichtung der Teilaufgaben schlüssige Verbindung der einzelnen Arbeitsschritte schlüssige gedankliche Verknüpfung von Sätzen Formulierung unter Beachtung der fachsprachlichen Anforderungen Trennung von Handlungs- und Metaebene Begründeter Bezug von beschreibenden, deutenden und wertenden Aussagen 0 Formulierung lexikalisch und syntaktisch sicher, variabel und komplex (und zugleich klar) Aussagen durch angemessenes und korrektes Zitieren belegt Sprachliche Richtigkeit (Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik, Satzbau, Modalität) Äußere Form 56 Summe insgesamt (inhaltliche und Darstellungsleistung): Die Kursarbeit wird mit der Note gut ( 12 MSS-P.) 6 (O) 35 5 Erreichte Max. Punktzahl Punktzahl 5 5 8 5 10 2 4 35 25 8 3 37 g 2 31 von 70 Punkten. bewertet. LK DE 10/1 5 10 15 20 25 30 1. Kursarbeit im Leistungskurs Deutsch Datum: 04.11.20 Name Aufgabenstellung: Analysieren und interpretieren Sie die Kurzgeschichte ,,Denk immer an heut nachmittag" von Gabriele Wohmann. Gabriele Wohmann: Denk immer an heut nachmittag Eine halbe Stunde Fahrt auf der Hinterplattform¹", sagte der Vater, wieder was Schönes zum Drandenken." Die Bahn ruckelte durch die dunklen feuchten Gäßchen von Gratte. Spätnachmittags, die Zeit, in der noch einmal alle Frauen ihre Einkaufstaschen zu den Krämern² trugen, in die Auslagen der engen Schaufenster starrten und wie im Gebet die Lippen bewegten, während sie die Münzen in ihren klebrigen Portemonnaies zählten. Die letzten Minuten, bevor die Kinder endgültig hinter den schartigen³ Hausmauern verschwänden, ehe die Männer auf ihren Motorrädern in das Delta der Gassen donnern würden. Das Kind hielt die Messingstange vor der Fensterscheibe fest, aber immer wieder rutschte die glatte Wolle seiner Handschuhe ab. Wie im Aussichtswagen. Lauter lustige Dinge", sagte der Vater. ,,Du kannst immer dran denken: Wie lustig war's doch, als wir plötzlich bei Wickler im Fenster die Mannequins entdeckten und als der Vater sagte: Schön, wir fahren eine Bahn später. Die hübschen Mannequins, weißt du's noch?" Ja", sagte das Kind. Sein Knie spürte den Koffer. Die Bahn fuhr jetzt durch eine Straße mit eckigen unfrisierten Gärtchen, und Gratte sah nur noch wie ein dicker, dunkler Pickel aus. Dann Bäume, die meisten noch kahl, eine Bank mit einem Mädchen, das die Fingernägel reinigte, gekrümmte nackte Kiefernstämme in sandigen Kahlschlägen. ,,Der Wald von Laurich", sagte der Vater, ,,er zieht sich bis zu deinem Schulheim. Ihr werdet ihn wahrscheinlich oft zu sehen bekommen, Spiele im Wald veranstalten, Schnitzelversteck und was weiß ich, Räuberspiele, Waldlauf." Ein fetter Junge auf dem Fahrrad tauchte auf und hetzte in geringem Abstand hinter der Bahn her. Sein schwitzendes bläuliches Gesicht war vom Ehrgeiz verunstaltet, die farblose dicke Zunge lag schlaff auf der Unterlippe. ,,Zunge rein", rief der Vater und lachte. ,,Ob er's schafft? Was meinst du?" Ich weiß nicht", sagte das Kind. ,,Ach, du Langweiler", sagte der Vater. Das Kind merkte mit einer geheimen Erregung, daß seine Augen jetzt schon wieder naß wurden; das Fahrrad, der hechelnde schwere Körper und das besessene Gesicht des Jungen schwammen hinter der Scheibe. Mit gekränkter Stimme sagte der Vater: Und vergiß nicht die Liebe deiner Mutter. Sie ist dein wertvollster Besitz. Präge es dir ein. Vergiß nicht, wie lieb sie dich hatte, und handle danach. Tu nur, was sie erfreut hätte. Ich hoffe sehr, du kannst das behalten." Immer größer wurde der Abstand zwischen dem Fahrrad und der Plattform, aber obwohl keine Aussicht mehr bestand, in diesem Wettbewerb zu gewinnen, gab der Junge nicht auf. Siehst du", sagte der Vater, der läßt nicht locker." Seine Stimme war stolz und fast zärtlich. 1 Fläche am hinteren Ende älterer Straßen- oder Eisenbahnwagen zum Ein- und Aussteigen 2 Kleines Einzelhandelsgeschäft 3 kantig 4 Internat 35 40 45 50 55 60 65 70 Das Kind sah in das fleckige Gesicht des Jungen, aus dem die Zunge sich plötzlich listig reckte, zugespitzt, blaß zwischen den weißen verzogenen Lippen. Der Vater lachte: Siehst du, jetzt streckt er dir die Zunge raus! Vielleicht ist es sogar ein Lauricher, ein zukünftiger Kamerad. Dann würdest du schon einen kennen." Sie sahen von der Plattform aus die hellgrün gestrichenen Gebäude vor dem Ulmenwäldchen, alles sah doch anders aus als auf den Bildern des Prospekts. Sie gingen zwischen Äckern den großen Gebäuden entgegen. Wie freundlich das daliegt", sagte der Vater. ,,Zu meiner Zeit waren Schulen noch nicht so nett. Da, der Sportplatz! Ich hoffe sehr, du wirst hier allmählich Spaß am Sport bekommen. Richtige Muskeln, weißt du. Du mußt sonst auf sehr viel Gutes im Leben eines Mannes verzichten." Ein hoher Drahtzaun umschloß den Platz. Eine Horde von Kindern, die aus der Entfernung einheitlich schwarz wirkte, rannte und stieß und schrie planlos durcheinander, und ab und zu erhob sich plump und dunkel ein eiförmiger Ball, einem kranken Vogel ähnlich, über die Masse der Köpfe. Komm", sagte der Vater und griff nach der Hand des Kindes, komm wir beeilen uns ein bißchen, Vielleicht können wir noch sehen, wer gewinnt." Durch die Handschuhwolle spürte das Kind den Wärmestrom. Es hatte Lust, den Handschuh auszuziehen, aber es regte seine Finger nicht. Von neuem schwoll das Nasse in seinen Augen, es war ein Gefühl, als wollten die Augen selbst aus der Spange der Lider platzen. Das Nasse schmierte die Gebäude, den Sportplatz, das Gewimmel der Kinder in eine mattglasige Einheit, aus der jetzt der Ball wieder schwarz und träge in den Himmel aufstieg; und dann sah es nichts mehr, gar nichts, es hörte die kreischenden Rufe, los, los, vorwärts, es spürte die Hand seines Vaters und roch den fauligen dumpfen Abendgeruch der aufgeworfenen Erde, aber es sah nichts mehr, so daß es nur die Erinnerung an den hochtorkelnden Ball festhielt. Es ließ den Ball sich höher hinaufschrauben, es ließ ihn nicht wieder zurückfallen zwischen die stoßenden und wetzenden Beine, es schraubte ihn so hoch, bis es sich nicht mehr vorstellen konnte, daß er wieder auf die Erde zurück müßte. Behalte all das in Erinnerung", sagte der Vater. All das Schöne und Liebe, das deine Mutter und ich dir zu geben versucht haben. Und wenn's mal trübe aussehen sollte, denk zum Beispiel an heut nachmittag. Das war doch wie ein richtiger lustiger Ausflug. Denk immer an heut nachmittag, hörst du? An alles, an die Wäffelchen, an Wicklers Schau, die Plattform, an den Jungen auf dem Fahrrad. Hörst du?" Ja", sagte das Kind. Gegen seinen Willen mußte es feststellen, daß die Augen wieder ordentlich und klar zwischen den Lidern saßen. Sie waren jetzt nah am Sportplatz, die quadratischen Maschen des Zaungitters lösten sich einzeln aus dem Dunkelgrau, in das wie eine gegorene, von Würmern geschwollene Pflaume der Ball zurückklatschte. Nun erst fiel ihm auf, daß es noch nie daran gedacht hatte, seinen Vater zu bedauern. (In: G. Wohmann: Ländliches Fest, Luchterhand Verlag, Darmstadt/Neuwied 1979, S. 60-62. Die Rechtschreibung entspricht der Textvorlage.) 1 Kursarbeit im LK Deutsch. (Interpretation Kurzgeschichte) tr Die von Gabriele Wohmann geschriebene Kurzgeschichte Denk immer an heut nachmittag" handelt von einem Vater, der sein Kind auf ein Internat schickt, welches aber nicht dort hin möchte. R 4.11.20 Inhaltlich geht es in der Kurzgeschichte um die namenlosen Protagonisten, den Vater und seinen Sohn. Der Vater schickt ihn auf ein ungenau Internat in einer Stadt namens " Gratte". Auf dem Weg dorthin kommunizieren die beiden in der Bahn, und nehmen nicht nur das Gespräch war, sondern auch die Geschehnisse um sie herum. Schon am Anfang wird der Leser direkt in die Handlung versetzt (vgl. 2.1), ein typisches. Makmal von Kurzgeschichten. Die Stadt Gratte" ist überwiegend negativ dargestellt (vgl. Z. 3.ff.). Die Stadt spiegelt sich in den Bewohnern wieder, die, die Münzen in ihren klebrigen Portemonnaies zähl[en]" (Z. 5.f.)., Gratte" macht bereits einen unangenehmen Eindruck und sieht, anders aus als auf den Bildern des Prospekts" (2.39). In der Bahn versucht der Vater ein Gespräch mit seinem Sohn zu beginnen. (vgl. Z. 10). Er will von der unangenehmen, fast erstickenden Situation ablenken. Sein Sohn. It Wath R